Ausgabe 
15.11.1913 Erstes Blatt
 
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Gießener Zeifung

Bezugspreis 25 Pfg. monatlich

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( Neueste Nachrichten)

Berteljährlich 75 Pig., vorauszahlbar, frei ins Haus. abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. außgabeftellen viertelfährlich 60 Pfg.- Erscheint Redaktion: Selters. Mittwoche und Samstags. beg 88. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Berlag der.. Gießener Zeitnng" 6. m. b.. Nr. 92

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1. Blatt.

Expedition: Seltersweg 83.

Samstag, den 15. November 1913.

Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 pig.

bte 44 mm breite Petitzeile für Auswärts 20 Bfg Die 90 mm breite Reklame Zeile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichten. Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein

Telephon 9. 362.

Vor den Gießener Stadtverordneten- Wahlen 1913.

Wieder sind 3 Jahr vorbei und die Gießener Wäh­da, bie Gießener Steuerzahler werden aufgefordert, am Lommenden Dienstag ihre Stimme abzugeben für die Manuter, welche im Stadtparlament über das Wohl und Wehe unserer Stadt für die nächsten Jahre zu entschei­Den haben. Wieder sind, wie vor 3 Jahren und bei früheren Wahlen, die politischen Vereine da­au in ten Vordergrund getreten und haben ihre Kan­didaten nominiert wieder sind aber auch wie vor alwaren Jahren und bei früheren Wahlen die Lokal Delikatessen Bereinigungen mit der Ausstellung ihrer Kandidaten micht zurückgeblieben. Diese Lokal- Vereine( Bürgerverein,

Erhält in den mest

Gänse! Enord- Ost- Berein, Süd- West- Verein und Seltersbergver

1913. Frübbrut, a ein) vertreten bekanntlich den Standpunkt, daß in erster schlachtreif, federvoll, Linie unabhängige, tüchtige, weitsichtige Männer mit Ankunft, tierärztlich weichen Erfahrungen aus den verschiedensten Bezir Stück große Sandalen und den verschiedensten Erwerbszweigen 10 St. egira Riefengin 12 St. große Enten als Stadtverordnete gewählt werden sollen, und erst Legebührer, beite Wine zweiter Linie solle man nach dem politischen Glau Hahn M. Ben des betreffenden Kandidaten fragen. Die Anfangs L. Altnen, Podwyn allen Bürgerkreisen gewünschte Einigkeit ist dadurch, via Bresla Daß die beiden bürgerlischen politischen Parteien nach brem Parteiprogramm verfahren, leider in die Brüche gegangen und den Vorteil werden die Sozialdemokra­WEen haben, wenn es nicht noch in letzter Stunde gelingt, pat. gesch. Kaushaltungenzuſteffert, der weit est en Bürgerkreiſen weit mehr Als den vielen Stimmzetteln( siehe unten) einen zusam

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fof. an rühr. Reijen genehm ist als einer von den bisher bekannten. Am Brivate befucht, bellermeisten ist man in Bürgerskreisen darüber erregt, ob. täglich 10-1bah der sogenannte Kompromiß- Zettel des fortschritt= Otto Haal, uni Lichen und des nationalliberalen Vereins

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ben Namen eines Sozialdemokraten enthält. Ein guter Bürger, der es ernst mit der Staatsverfassung nimmt, ann und wird und darf unmöglich einen solchen Zettel abgeben, nachdem die Sozialdemokraten in ihrer Ver­anulung beschlossen haben: keine Stimme einem Na ialliberalen. Die Sozialdemokraten tragen nun be­anntlich schon immer und in einer oft verwerflichen n die Politik ins Rathaus und darum sollte auch für lle national gesinnten Bürger die Gegenparole maß ebend sein:

fein Sozialdemokrat als Stadtverordneten. Es wäre allseitig mit Freuden begrüßt worden, Om die linksstehenden Arbeiter und kleinen Beamten aus ihren Kreisen geeignete Kandidaten erwählt hätten, sern, ohne an ein Grie fich dabei auf das sozialdemokratische Bekenntnis Ihre Folgen zu denke süßen oder bei den Kandidaten danach zu fragen. liche Mütter halten eher der sozialdemokratische Stimmzettel( siehe unten) im Simmer, obwohl bi

Kinder auch bei rauha

luff fie verweichlicht, daß bei der Wahl dieser Männer die Politik- den kälfungen noch eher gensschlag gegeben hat. Man hat gerade wieder diesel­Richfiger ift es, ihme e Männer in der sozialdemokratischen Versammlung günftiger Witterung Stadtverordneten- Kandidaten erwählt, die schon so

ausgezeichneten We

letten zu geben, die die einen politisch einseitigen extremen Standpunkt be= organe kräftigen. Unebeten. Wir haben die Ueberzeugung, daß unter den find die Wybert Tablolitisch linksstehenden Arbeitern und fleinen Beamten eintrefendem Suffen, ganze Anzahl andere befähigte Männer sich befin-!

und sicher vertreiben:

tranfenfasse stehen. Aus allen Hauptberufskreisen und allen Stadtbezirken Männer erwählt, die gestützt auf reiche Erfahrungen im kommunalen Leben unabhängig mit weitsichtigen Blicken ruhig und verständig alles zu wägen verstehen und dann charakterfest zum Wohle des Ganzen abzustimmen vermögen und so handeln, das sei die Mahnung an das gesamte Gießener Bür­gertun kurz vor den diesjährigen Stadtverordneten- Wahlen. Vielleicht kann in einer allgemeinen Bürgerversammlung aus den vielen Kandidaten, die nachverzeichnete Listen aufweisen, ein Hauptzettel her­ausgefunden werden.

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Im Nachstehenden nun die 9 verschiedenen Kan­didatenlisten mit einigen furzen Bestimmungen aus den betreffenden Versammlungen, wie und warum man sich auf die genannten Herren einigte.

Bürgerverein.

Franz Brück, Möbelhändler,

Dr. Jul. Haberkorn, Geh. Med.- Rat, Stadtv., S. Heichelheim, Geh. Kommerzienrat, Stadtv. Wilh. Homberger, Kaufmann, Christ. Inderthal, Fabrikant,

Adolf Klingspor, Kommerzienrat, Fabrikant, Hans Meyer, Architekt,

Emil Heinrich Müller, Schreinermeister, Val. Müller, Lehrer,

Adolf Noll, Kommerzienrat, Fabrikant, Aug. No II II., Kaufmann,

Louis Petri II., Weißbindermeister, Stadtv., Wilh. Plank, Gerbermeister, Stadtv., Aug. Schmeckenbecher, Landgerichts direktor, Louis Seuling, Architekt,

Fritz Wachtel, Amtsgerichtsrat, Fritz Wenzel, Eisenbahnhandwerker,

Nord- Ost- Verein.

Adolf Klingspor, Kommerzienrat, Fabrikant, Schwieder, Apotheker, Ernst Ludwig Sa d, Obermeister, Bindewald, Fabrikant, Althoff, Konkursverwalter, Louis Seuling, Architekt, Bierau, Glasermeister.

*

Süd- West- Verein.

Müller, Diplom- Ingenieur, Otto, Goldarbeiter,

Haggenmüller, Gymnasiallehrer, Leopold Meyer, Getreidehändler.

( Es wurde beschlossen sich an die politischen Parteien an­zuschließen.)

Seltersberg Verein.

in allen Apotheken und die gerade so gut als Stadtverordneten- Kandida-| Wilh. Homberger, Kaufmann, 1 Mark pro Ghaft aufgestellt werden können, die aber auch nicht bei Niederlagen in Gle Gelegenheit auf das sozialdemokratische Programm Löwen- Drog., Centrem, sondern bei städtischen Fragen mehr sich

In- Pelikan- Apoth., Hirs

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von

flert Gesichtspunkten leiten lassen. Und dann die mptsache. Diese Zusammensetzung des sozialdemokra­den Stimmzettels macht es jedem Arbeiter und klei­Beamten, der es mit den Interessen seines Arbeit­is und damit seinen Standesinteressen selbst nimmt, rein unmöglich, einen solchen Stimm­abzugeben, auf dem allein 4 Angestellte der Orts­

Hugo Lucas, Ober- Postassistent, Joh. Gg. Pfaff, Bauunternehmer.

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25. Jahrg.

Freisinnige Volkspartei. ( Angenommener Vorschlag des Vorstandes der Fortschr

Volkspartei.)

Franz Brü d, Möbelhändler,

Hans Meyer, Architekt, Emil Heinrich Müller, Schreinermeister, Adolf Noll, Kommerzienrat, Fabrikant, Aug. No II'II., Kaufmann, Wilh. Plant, Gerbermeister, Stadtv., M. Fischer, Lehrer, K. 3orn, Handwerker.

Bei der Abstimmung der Wahl der eigenen Kandidoten, wozu auch noch andere Namen genannt waren, haben von ab­gegebenen 120 Stimmen erhalten:

3orn 99, Fischer 97, Meyer 92, E. H. Müller 86, Ad. Noll 79, Plank 76, Aug. Noll II. 72, Brück 70. Von sonstigen Stimmen fielen auf die Herren Frensdorf 59, Jnderthal 36, Homberger 22, Vall Müller 13.

Nationalliberale Verein.

Dr. Jul. Haberkorn, Geh. Med.- Rat, Stadtv., S. Heichelheim, Geh. Kommerzienrat, Stadtv. Louis Petri II., Weißbindermeister, Stadtv., Adolf Klingspor, Kommerzienrat, Fabrikant, Aug. Sch medenbecher, Landgerichts direktor, Frizz Wenze I, Eisenbahnhandwerker, Aug. Haggenmüller, Reallehrer.

Gemeinsame Liste

der Freisinnigen und Nationalliberalen. Nach dem Wahlabkommen zwischen der Fortschrittl. Volks­partei und den Nationalliberalen sind 8 Forschrittler, 7 National­liberale, 1 Katholik und- 1 Sozialdemokrat(!) zu unterstützen. Franz Brück, Möbelhändler,

Johs. Diehl, Schneidermeister( Sozialdemokrat), Martin Fischer, Lehrer,

Dr. Jul. Haberkorn, Geh. Med.- Rat, Stadtv., Aug. Haggenmüller, Gymnasiallehrer,

S. Heichelheim, Geh. Kommerzienrat, Stadtv. Adolf Klingspor, Kommerzienrat, Fabrikant, Hans Meyer, Architekt,

Emil Heinrich Müller, Schreinermeister,

Adolf Noll, Kommerzienrat, Fabrikant,

Aug. No II II., Kaufmann,

Louis Petri II., Weißbindermeister, Stadtv.,

Wilh. Plant, Gerbermeister, Stadtv.,

Aug. Schmedenbecher, Landgerichts direktor, Frizz Wachtel, Amtsgerichtsrat,

Frizz Wenzel, Eisenbahnhandwerker, Karl 3orn, Schreibgehilfe.

Rechtsstehende Parteien.

Richard Compter, Eisenbahnbetriebssekretär,

Dr. Jul. Haberkorn, Geh. Med.- Rat, Stadtv.,

Aug. Haggenmüller, Reallehrer,

Christ. Inderthal, Fabrikant,

Adolf Klingspor, Kommerzienrat, Fabrikant,

Hugo Lucas, Ober- Postassistent,

Bahnhofstraße)

Emil Heinrich Müller, Schreinermeister,

Bezirksverein Nord- West. ( Stadtteil über der Lahn Neustadt Carl rensdorf, Kaufmann, August Haggenmüller, Reallehrer, Philipp Kröd, Dachdeckermeister, Heinrich Lindenstruth, Schmiedemeister.

Val. Müller, Lehrer,

Aug. No II II., Kaufmann,

Louis Petri II., Weißbindermeister, Stadtv.,

J. Gg. Pfaff, Bauunternehmer,

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