nicht etwa nunmehr zu glauben, daß Ihre Arbeit auf dem Gebiete der Weiterausbildung getan wäre, daß Sie nunmehr für Ihr ganzes Leben Ihre Schuldigkeit getan hätten, sondern sich immerfort vor Augen halten möchten, daß die heutige und auch die künftige 3eit nur ganze Persönlichkeiten auf allen Gebieten fordert. So zu sagen, jeden Tag wird die Menschheit vor neue Rätsel gestellt, die unsere nie rastende Technik zur Auflösung gibt. Wer diesen, sich immer neu bildenden Verhältnissen Rechnung tragen will, fann nicht nach der Schablone tätig sein, der muß fortgesetzt an sich selbst arbeiten, um den Anschluß nicht zu versäumen.
Ein Jeder muß sich deshalb immer sagen: „ Vorwärts streben heißt erst leben, und das Leben selbst beden et eine Summe von Arbeit."
Sie wollen vor allem im Auge behalten, daß nicht der Meisterbrief Sie allein zu fertigen, zu tüchtigen Meistern erklärt, sondern lediglich und ganz allein die wirklich meisterhafte Ausübung Ihrer Berufsarbeiten; vor allem aber die gründliche und gewissenhafte Ausbildung Ihrer Lehrlinge in praktischer Hinsicht, wie die strenge Ueberwachung einer geeigneten theoretischen Ausbildung. Eine Unterlassung in dieser Hinsicht straft sich am Handwerk selbst.
Und so spreche ich Sie nunmehr Kraft meines Amtes als Vorsitzender der Prüfungstommission zu ge= setzlich geprüften Meistern in Ihren Handwerken. Mögen all' die Hoffnungen, die Ihre Kolledie ginnen und Kollegen, wie die Allgemeinheit und Behörden in Sie setzen, sich zu Ihrem und der Gesamtheit Nutzen erfüllen.
Möchten Sie aus Ihrer Prüfung gelernt haben, welche Anforderungen an jeden Einzelnen gestellt werden müssen, wenn er vorwärts tommen soll.
Und so rufe ich Ihnen zum Schlusse noch zu:
Stadtverordneter Petri ermahnte als Altmeister die neuen Kollegen ebenfalis zum regen Zusammenschluß und zur Weiterbildung. Nachdem ein Glüdwunschschreiben der Handelskammer an die Jungmeister zur Verlejung gelommen war, erfolgte die Ueberreichung der Meister briefe durch die Altmeisterin Frau Wunderlich, die Altmeister Wilhelm Müller, Joh. Heß, H. Ruchstuhl, den Beisitzer der Prüfungskommission Stadtverordneten Architekt Huhn und den Gewerbelehrer Garnon 1. Der Jungmeister, Messerschmied W. Georg- Gießen dankte hierauf der Prüfungskommission für ihre Mühewaltung namens der Jungmeisterinen und Jungmeister. Ein recht schön verlaufenes Festessen, wobei noch manches Beachtenswerte gesprochen wurde, beschloß die Feier.
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Die Namen der Prüflinge, welche den Meisterbrief erhielten, sind folgende:
1. Jungmeisterinnen,
1. Damenschneiderinnen: Anna HennerBad Nauheim, Rosa Weinberg- Lauterbach, Margareta Kreuter- Bad- Nauheim, Frieda Eichelmann- Berstadt, Anna Anacker- Gießen, Marie Landgraf- Vilbel, Sophie Sigmund- Nieder- Erlenbach, Marie Löber- Gießen, Frida Rötter- Alsfeld, Minna Rabenau- Gießen, Minna SpiesGießen, Lina Schmidt- Butzbach, Minna Werner- Gießen, Anna Bogt- Gießen, Marie Herr- Gießen, Karoline Uhrhan- Lich. 2. Puhmacherinnen: Johanna Krieger= Gießen, Marta Sailer- Gießen.
2. Jungmeister.
1. Herrenschneider: Johs. Schwöbel- Weitershain, Ludwig Heibertshausen- Lollar, Sam. Oppen heim- Gießen, Karl Schneider- Gießen, Joh. Naumann
„ Blick auf, Handwerk, im Vorwärtsstreben liegt einzig Büdingen, Heinrich Möller- Angersbach, Heinrich Zeiß
Erfolg!
Nicht gegenseitiger Neid und Haß, sondern Einigkeit macht stark!" Das gebe Gott!
Nunmehr sprach Oberregierungsrat Graef den neuen Meistern die Glückwünsche der Regierung aus mit dem Wunsche, daß ein Jeder seine Weiterbildung stets im Auge behalte und als Meist er sich überall
zeige.
Professor Dr. Krausmüller gratulierte den Jungmeistern und Jungmeisterinnen als Vertreter der Großherzoglichen Zentralstelle für die Gewerbe und ermahnte einzutreten in die bestehenden gewerblichen Dr ganisationen( 3wangs- oder freie Innungen und Gewerbevereine), um mitzuarbeiten an der Hebung des Handwerks. Neben der ersehnten Staatshülfe muß die Selbsthülfe in erster Linie einsetzen, die vielen Unstimmigkeiten im Handwerk zu beseitigen. Die 1914 in GieBen stattfindende Gewerheausstellung gebe dem oberHessischen Handwerk aber auch beste Gelegenheit, zu zeigen, was es fönne; auch die Jungmeister sollten sich deshalb zahlreich an derselben beteiligen..
Für die Handwerkskammer überbrachte Synditus Engelbach die besten Glückwünsche. Er betonte, daß durch die Gesellen- und besonders die Meisterprüfungen heute im Handwerk schon ein ganz ande res Selbstbewußtsein herrscht. Die Meister passen sich den Verhältnissen weit aufmerksamer an und tragen der modernen Geschmacksrichtung mehr Rechnung.
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2. Installateure und Spengler: Ernst Römer- Gießen, Karl Müller- Großen- Bused, Karl Schnabel- Lich, Adolf Wißner- Wieseck, Friedrich Wilhelm WillVilbel, Wilh. Schmidt- Gießen.
3. Bäcker: Friedr. Stein- Klein- Linden, Adolf Deichert- Gießen, Wilh. Engel- Gießen, Ernst Werner Hartmann- Groß- Felda, Wilh. Lucke- Gießen, Willy Karl Kramer- Vilbel, W. J. Kramer- Vilbel, Heinrich BündingOber- Bessingen.
4. Glaser: Ludwig Ranft- Beuern.
8. Schmiede: Konrad Alles 3.- Gambach, J. Heinr. Paulus- Alten- Bused, Ludwig Schäfer- Zell, Otto Koch- Melbach, Karl Kehr- Heimertshausen, D. Stumpj Lauterbach, Karl Weber- Kinzenbach, Heinrich WeberGrünberg, Karl Arnold- Alten- Bused, Georg Schaaf- Engelrod, Friedrich Schimmel- Klein- Linden, Heinr. Kaltenschnee- Büdingen, Heinr. Razz- Grebenau, Alf. KuhwedeBurg- Gräfenroda, Ludwig Wenzel- Fauerbach b. Nidda, Heinr. Pabst- Münzenberg.
5. Schreiner: Heinrich Müller- Wieseck, Frdr. Glitsch- Lauterbach, Friedr. Stotz- Laubach, Friedrich L. Vetter- Gießen, Lohannes Schomber- Londorf, K. Kambeiz- Lich, Heinr. Schäfer 11.- Wieseck, Anton WagnerGießen, Johann Schmelz- Stockhausen, Heinr. JughardtGießen, Karl Wagner- Gießen, Karl Ganz- Engelrod, A. Müller- Alten- Buseck, Friedr. Wasser- Rixfeld, Aug. HeßGießen, Karl Feldmann- Nieder- Gemünden, Carl Wilh. Seibel- Vilbel, H. W. Marburger- Vilbel, H. ReinhardtDauernheim, W. Hartmann- Münzenberg, Otto LindGroß- Felda, Wilh. Grün- Ober- Widdersheim.
9. Wagner: Heinr. Diek 2.- Weitershain, Hr. Knaf- Büdingen, Gg. Andreas Löchel- Nieder- Florstadt, Joh. Heinr. Schäfer- Alsfeld, Ludwig Suppes- Eichelsdorf.
6. Mezger: K. Heckmann- Gießen, H. SchmidtHungen, Phil. Bender 3.- Langsdorf, Reinh. Henzel= Büdingen, Ludw. Helm- Homberg a. d. D., K. PeterWeitershain, Peter Schüler- Lich, Moritz Rosenbaum= Gießen, Johannes Möller- Angersbach, Adolf Löb- Vilbel, Gustav Wenzel- Vilbel, Ph. R. Kroner- Vilbel, F. Hein- Ober- Widdersheim, Robert Nagel- Gießen, K. W.
Reitz- Vilbel, Daab- Hungen.
7. Schlosser: Herm. Ebersohn- Hungen, Frd. Schmidt- Lich, Herm. Rettberg- Nidda, Wilh. Ruppel= Butzbach, Gg. Schnabel- Lich, Carl Pfaff Gießen, Korl
Gerlach Stodheim, Karl Bender Steinberg, 2. KlinkDüdesheim, Ludw. Faber- Großen- Linden, Chr. Hofferberth- Vilbel, Adolf Hasselbach- Gießen( Rodheim), Wilhelm Ed. Lehr- Vilbel, Heinrich- Amend- Grünberg.
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