Ausgabe 
4.10.1913 Zweites Blatt
 
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nicht etwa nunmehr zu glauben, daß Ihre Arbeit auf dem Gebiete der Weiterausbildung getan wäre, daß Sie nunmehr für Ihr ganzes Leben Ihre Schuldigkeit ge­tan hätten, sondern sich immerfort vor Augen halten möchten, daß die heutige und auch die künftige 3eit nur ganze Persönlichkeiten auf allen Gebieten fordert. So zu sagen, jeden Tag wird die Mensch­heit vor neue Rätsel gestellt, die unsere nie rastende Technik zur Auflösung gibt. Wer diesen, sich immer neu bildenden Verhältnissen Rechnung tragen will, fann nicht nach der Schablone tätig sein, der muß fortgesetzt an sich selbst arbeiten, um den Anschluß nicht zu ver­säumen.

Ein Jeder muß sich deshalb immer sagen: Vorwärts streben heißt erst leben, und das Leben selbst beden et eine Summe von Arbeit."

Sie wollen vor allem im Auge behalten, daß nicht der Meisterbrief Sie allein zu fertigen, zu tüchtigen Meistern erklärt, sondern lediglich und ganz allein die wirklich meisterhafte Ausübung Ihrer Berufsarbeiten; vor allem aber die gründliche und gewissenhafte Aus­bildung Ihrer Lehrlinge in praktischer Hinsicht, wie die strenge Ueberwachung einer geeigneten theoretischen Aus­bildung. Eine Unterlassung in dieser Hinsicht straft sich am Handwerk selbst.

Und so spreche ich Sie nunmehr Kraft meines Am­tes als Vorsitzender der Prüfungstommission zu ge= setzlich geprüften Meistern in Ihren Hand­werken. Mögen all' die Hoffnungen, die Ihre Kolle­die ginnen und Kollegen, wie die Allgemeinheit und Behörden in Sie setzen, sich zu Ihrem und der Gesamt­heit Nutzen erfüllen.

Möchten Sie aus Ihrer Prüfung gelernt haben, welche Anforderungen an jeden Einzelnen gestellt wer­den müssen, wenn er vorwärts tommen soll.

Und so rufe ich Ihnen zum Schlusse noch zu:

Stadtverordneter Petri ermahnte als Altmeister die neuen Kollegen ebenfalis zum regen Zusammenschluß und zur Weiterbildung. Nachdem ein Glüdwunschschrei­ben der Handelskammer an die Jungmeister zur Ver­lejung gelommen war, erfolgte die Ueberreichung der Meister briefe durch die Altmeisterin Frau Wunderlich, die Altmeister Wilhelm Müller, Joh. Heß, H. Ruchstuhl, den Beisitzer der Prüfungskommission Stadtverordneten Architekt Huhn und den Gewerbeleh­rer Garnon 1. Der Jungmeister, Messerschmied W. Georg- Gießen dankte hierauf der Prüfungskommission für ihre Mühewaltung namens der Jungmeisterinen und Jungmeister. Ein recht schön verlaufenes Festessen, wobei noch manches Beachtenswerte gespro­chen wurde, beschloß die Feier.

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Die Namen der Prüflinge, welche den Meister­brief erhielten, sind folgende:

1. Jungmeisterinnen,

1. Damenschneiderinnen: Anna Henner­Bad Nauheim, Rosa Weinberg- Lauterbach, Margareta Kreuter- Bad- Nauheim, Frieda Eichelmann- Berstadt, An­na Anacker- Gießen, Marie Landgraf- Vilbel, Sophie Sig­mund- Nieder- Erlenbach, Marie Löber- Gießen, Frida Rötter- Alsfeld, Minna Rabenau- Gießen, Minna Spies­Gießen, Lina Schmidt- Butzbach, Minna Werner- Gießen, Anna Bogt- Gießen, Marie Herr- Gießen, Karoline Uhr­han- Lich. 2. Puhmacherinnen: Johanna Krieger= Gießen, Marta Sailer- Gießen.

2. Jungmeister.

1. Herrenschneider: Johs. Schwöbel- Wei­tershain, Ludwig Heibertshausen- Lollar, Sam. Oppen heim- Gießen, Karl Schneider- Gießen, Joh. Naumann­

Blick auf, Handwerk, im Vorwärtsstreben liegt einzig Büdingen, Heinrich Möller- Angersbach, Heinrich Zeiß­

Erfolg!

Nicht gegenseitiger Neid und Haß, sondern Einigkeit macht stark!" Das gebe Gott!

Nunmehr sprach Oberregierungsrat Graef den neuen Meistern die Glückwünsche der Regierung aus mit dem Wunsche, daß ein Jeder seine Weiterbildung stets im Auge behalte und als Meist er sich überall

zeige.

Professor Dr. Krausmüller gratulierte den Jungmeistern und Jungmeisterinnen als Vertreter der Großherzoglichen Zentralstelle für die Gewerbe und er­mahnte einzutreten in die bestehenden gewerblichen Dr ganisationen( 3wangs- oder freie Innungen und Ge­werbevereine), um mitzuarbeiten an der Hebung des Handwerks. Neben der ersehnten Staatshülfe muß die Selbsthülfe in erster Linie einsetzen, die vielen Unstim­migkeiten im Handwerk zu beseitigen. Die 1914 in Gie­Ben stattfindende Gewerheausstellung gebe dem ober­Hessischen Handwerk aber auch beste Gelegenheit, zu zei­gen, was es fönne; auch die Jungmeister sollten sich deshalb zahlreich an derselben beteiligen..

Für die Handwerkskammer überbrachte Synditus Engelbach die besten Glückwünsche. Er betonte, daß durch die Gesellen- und besonders die Mei­sterprüfungen heute im Handwerk schon ein ganz ande res Selbstbewußtsein herrscht. Die Meister passen sich den Verhältnissen weit aufmerksamer an und tragen der modernen Geschmacksrichtung mehr Rechnung.

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2. Installateure und Spengler: Ernst Römer- Gießen, Karl Müller- Großen- Bused, Karl Schna­bel- Lich, Adolf Wißner- Wieseck, Friedrich Wilhelm Will­Vilbel, Wilh. Schmidt- Gießen.

3. Bäcker: Friedr. Stein- Klein- Linden, Adolf Deichert- Gießen, Wilh. Engel- Gießen, Ernst Werner Hartmann- Groß- Felda, Wilh. Lucke- Gießen, Willy Karl Kramer- Vilbel, W. J. Kramer- Vilbel, Heinrich Bünding­Ober- Bessingen.

4. Glaser: Ludwig Ranft- Beuern.

8. Schmiede: Konrad Alles 3.- Gambach, J. Heinr. Paulus- Alten- Bused, Ludwig Schäfer- Zell, Otto Koch- Melbach, Karl Kehr- Heimertshausen, D. Stumpj Lauterbach, Karl Weber- Kinzenbach, Heinrich Weber­Grünberg, Karl Arnold- Alten- Bused, Georg Schaaf- En­gelrod, Friedrich Schimmel- Klein- Linden, Heinr. Kalten­schnee- Büdingen, Heinr. Razz- Grebenau, Alf. Kuhwede­Burg- Gräfenroda, Ludwig Wenzel- Fauerbach b. Nidda, Heinr. Pabst- Münzenberg.

5. Schreiner: Heinrich Müller- Wieseck, Frdr. Glitsch- Lauterbach, Friedr. Stotz- Laubach, Friedrich L. Vetter- Gießen, Lohannes Schomber- Londorf, K. Kam­beiz- Lich, Heinr. Schäfer 11.- Wieseck, Anton Wagner­Gießen, Johann Schmelz- Stockhausen, Heinr. Jughardt­Gießen, Karl Wagner- Gießen, Karl Ganz- Engelrod, A. Müller- Alten- Buseck, Friedr. Wasser- Rixfeld, Aug. Heß­Gießen, Karl Feldmann- Nieder- Gemünden, Carl Wilh. Seibel- Vilbel, H. W. Marburger- Vilbel, H. Reinhardt­Dauernheim, W. Hartmann- Münzenberg, Otto Lind­Groß- Felda, Wilh. Grün- Ober- Widdersheim.

9. Wagner: Heinr. Diek 2.- Weitershain, Hr. Knaf- Büdingen, Gg. Andreas Löchel- Nieder- Florstadt, Joh. Heinr. Schäfer- Alsfeld, Ludwig Suppes- Eichels­dorf.

6. Mezger: K. Heckmann- Gießen, H. Schmidt­Hungen, Phil. Bender 3.- Langsdorf, Reinh. Henzel= Büdingen, Ludw. Helm- Homberg a. d. D., K. Peter­Weitershain, Peter Schüler- Lich, Moritz Rosenbaum= Gießen, Johannes Möller- Angersbach, Adolf Löb- Vil­bel, Gustav Wenzel- Vilbel, Ph. R. Kroner- Vilbel, F. Hein- Ober- Widdersheim, Robert Nagel- Gießen, K. W.

Reitz- Vilbel, Daab- Hungen.

7. Schlosser: Herm. Ebersohn- Hungen, Frd. Schmidt- Lich, Herm. Rettberg- Nidda, Wilh. Ruppel= Butzbach, Gg. Schnabel- Lich, Carl Pfaff Gießen, Korl

Gerlach Stodheim, Karl Bender Steinberg, 2. Klink­Düdesheim, Ludw. Faber- Großen- Linden, Chr. Hoffer­berth- Vilbel, Adolf Hasselbach- Gießen( Rodheim), Wil­helm Ed. Lehr- Vilbel, Heinrich- Amend- Grünberg.

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