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Gießener Zeitung
Bezugspreis 40 pfg. monatlich
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( Neucite Nachrichten)
erteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. 21bgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint asgabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Mittwochs und Samstags. Redaktion: Selters10g 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung 11 icht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Berlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 39.
Telephon: Nr. 362.
Der Kaiser in Elsass- Lotbringen.
Der Kaiser fuhr am Montag vormittag in eg leitung der Prinzessin Viktoria Luise im Sonderzug on Karlsruhe nady Straßburg. Prinz Auguſt Bilhelm von Preußen hat sich im Automobil nach traßburg begeben. In Straßburg fand festlicher Emarg statt. Nachmittags besuchte der Kaiser die Hohnigsburg. Er besichtigte die Räume der Burg, benucers den neuerdings ausgemalten Rittersaal. Die üdkehr erfolgte an den Bergen entlang. Um 7½ Uhr af der Kaiser wieder im Straßburger Kaiserpalast ein. päter war Diner beim Statthalter Graf von edel, an dem mit dem Kaiser die anderen Fürst hkeiten und die Umgebung teilnahmen. Der Kaiser it den Unterstaatssekretär Mandel durch Verleihung s Titels Exzellenz ausgezeichnet.
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Der Kaiser nahm am Dienstag vormittag 10 hr den Vorbeimarsch der GarnisonStraßburg or dem Kaiserpalast ab. Mit dem Kaiser hatten unter m: Säulenportale des Palastes Aufstellung genommen e Prinzen August Wilhelm und Joachim, die Prinssin Viktoria Luise, ferner der Statthalter Graf Weund der Fürst von Fürstenberg nebst den Herren r Umgebung. Um 1 Uhr 30 Min. trat der Kaiser mu Palast des kommandierenden Generals von Fabeck us die Fahrt nach Me im Automobil an. Die bfahrt erfolgte unter begeisterten Kundgebungen des subdihms. Neben dem Kaiser saß der Fürst zu Fürentberg, hinter ihm in demselben Wagen der Statthalr Oraf Wedel und der Staatssekretär Zorn v. Bulach, ie den Kaiser bis nach Mezz begleiteten. Der Statt= alter bleibt bis zum 16. Mai in Mezz.
Die Reichslande preussisch?
Ein Ausspruch des Kaisers, den dieser vorgestern elegentlich eines Frühstücks beim Baron Zorn v. Buch, den Staatssekretär für Elsaß- Lothringen, getan it im Gespräch über die zahlreichen politihen 3 wischenfälle in Elsaß- Lothringen seit er Verfassungsreform, wird durch den„ Berliner Lo1-2rzeiger" in folgender Fassung bekannt:
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In sehr ernster Weise und in nachdrücklichem sagte der Kaiser:„ Hören Sie einmal, Sie haben uns bis jetzt hier nur von der guten Seite kennen gelernt, ich kann Ihnen aber sagen, daß Sie uns auch von der anderen Seite kennen lernen. Das kann so nii weiter gehen hier. Wenn die Dinge aber so weiter gehen, dann heben wir einfach die Verfassung auf und verleiben
Unter einden.
Roman von Karl Matthias.
Sie
( Nachdruck verboten.)
Ich habe doch gesagt,„ restez", sagte Kieze drohend, er mit Dr. Köhler, dem Oberarzt angekommen war. Die ist mein Haus," brauste Bourlier auf. Dies ist ein föniglich preußisches Lazarett," entegnete der Arzt.„ Stebe öffnen Sie dem Herrn die Remand außer dem Fräulein darf das Zimmer etrien. Folgen Sie Ihrem Papa einstweilen, Fräuin Defiree, ich werde Sorge tragen, daß Ihnen kein eldi geschieht, auch daß Sie gegen den Willen das Haus icht zu verlassen brauchen, aber im Interesse des Herrn enimants enden Ste den unerquicklichen Familienrei. Er gebrauchte die deutsche Sprache bei den leztizen.
Rieße drängte Bourlier zur Tür.
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Expedition: Seltersweg 83.
Mittwoch, den 15. Mai 1912. Preußen ein." Der Kaiser sagte die Worte so laut und nachdrücklich, daß sie auch in der Umgebung von einigen Herren verstanden wurden. Später ließ der Kaiser sich das Mitglied der Ersten Kammer, den früheren Reichstagsabgeordneten Bonderscheer vorstellen und unterhielt sich mit ihm in sehr ernsthafter Weise längere Zeit über dasselbe Thema."
Es wäre gut, wenn die Worte des Kaisers, die den ganzen Schmerz über die systematische Verkennung der besten Absichten ausdrücken, den Elsaß- Lothringern endlich einmal den Ernst der Lage und ihre eigne Unflugkeit zu Gemüte führten. Bei der Intransiganz der politischen Kreise in den Reichslanden und der bisher angewandten Glaceehandschuh- Politik freilich ist zu fürchten, daß nur neue Entrüstung aufflammen wird. Demgegenüber sei jedenfalls nochmals ausdrücklich bekannt, daß der Kern des kaiserlichen Ausspruchs vollkommen berechtigt ist und die Meinung der gut deutschen Bevölkerung im Reiche, in Preußen, und erst recht in Elsaß- Lothringen genau trifft.
Holland deutscher Bundesstaat?
( Gießener Tageblatt)
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Telephon Nr.: 362. 24. Jahrg.
ergeben. Der Verfasser, der als Ingenieur an den Erweiterungsarbeiten des Kaiser Wilhelm- Kanals teilgenommen hat, entwickelt an Hand von Zeichnungen in fachkundiger Weise Gesichtspunkte, die, vollständig neu, in politischer, wirtschaftlicher, strategischer Richtung höchst beachtenswert sind, umso mehr, als gleichzeitig die technische Durchführungsmöglichkeit in positiver Weise von einem Fachmann nachgewiesen wird.
Die Koblengewinnung Deutschlands
und der Welt.
an
Die Entwickelung der deutschen Kohlenindustrie und ihre Bedeutung für unser gesamtes Wirtschaftsleben kommt in den vom Kaiserlichen Statistischen Amt ermittelten Zahlen über die Kohlengewinnung und den Wert der Förderung des vergangenen Jahres zum Ausdruck. Hiernach betrug die Gesamtförderung Steinkohlen im Jahre 1911 160,7 Mill. T.( 1910: 152,8 Mill.) im Gesamtwerte von 1572 Mill. Mark ( i. V. 1526). Davon entfallen auf die drei wichtigsten Bergbaubezirke: Förderung Wert d. Förderung Mill. t Mill. Mark
Oberbergamtsbezirk Dortmund 91,3( 86,8) 888,3( 849,2) Oberbergamtsbezirk Breslau 42,3( 39,9) 372,3( 366,9) Oberbergamtsbezirk Bonn 16,9( 16,1) 193,7( 193,4)
Den Hauptanteil an der Zunahme der Steinkohlenförderung hat der Oberbergamtsbezirk Dortmund mit 4,5 mill. T. gleich 5,14 Proz.; im Bezirk Breslau betrug die Steigerung 2,4 Mill. T. gleich 5,77 Prozent und im Bezirk Bonn 0,8 Mill. T. gleich 4,80 Prozent. Von dem Mehrwert der Steinkohlenförderung entfallen auf den Ruhrkohlenbezirk 39,1 Mill. Mt., auf das Schlesische Revier 5,4 Mill. Mf.; im Bezirk Bonn ist Wert der Erzeugung ungefähr der gleiche geblieben.
Als im Hochsommer 1911 das Vorgehen Englands den flammenden Protest des deutschen Volkes hervorrief, waren alle national gesinnten Deutschen darüber einig, daß der Wiederholung ähnlicher gefährlicher Spannungen nur dadurch vorgebeugt werden kann und muß, daß wir ein erträgliches Stärkeverhältnis zu England durch den Bau von Schiffen herstellen. Von berufenen fachkundigen Federn wurde uns in zahlreichen Schriften der Weg gezeigt, wie die Forderung des deutschen Volkes durchgeführt werden kann; alle Schriften beschäftigen sich ausnahmslos mit dem Bau von Schif fen und erblickten in diesem Programm allein die Möglichkeit einer Abhilfe. Etwas Neues wurde uns bisher nicht geboten. Da ergreift nun der Kgl. Regierungs= der baumeister und Dipl.- Ingenieur Edm. Groh, Zittau, die Feder, um uns zu zeigen, daß es doch noch einen anderen Weg gibt, auf dem wir feindlichen Plänen Englands begegnen können. Die englischen strategischen Pläne sehen bekanntlich eine Nordseeblockade( von Echoltland nach Norwegen) vor. Wie diese durch eine deutsche Rheinmündung illusorisch gemacht werden soll, zeigt uns Groh- Zittau in überzeugender Weise durch eine Broschüre( Verlag Eckstein u. Engel, Berlin). Er zeigt uns auch, wie wir eine deutsche Rheinmündung schaffen können, wenn Holland, daß wirtschaftlich von uns abhängig ist, nicht freiwillig um Anschluß an das deutsche Reich nachsucht, und zeigt die enormen wirtschaftlichen Vorteile, die sich für Deutschland daraus
,, Schlage mich, Papa, aber verlange nicht, daß ich Waldemar verlassen soll, so lange er noch in Gefahr schwebt. Wenn er geheilt ist, will ich gerne folgen. Jetzt aber würde meine Abreise einem Todesstoße gleichkommen, und das darfst Du nicht auf Deine Seele laden."
„ Er mag sterben! Ich werde Dich zwingen, mit mir zu gehen."
" Dann muß ich mich unter den Schutz Deiner Feinde stellen, Papa", sagte sie traurig.„ Der Oberarzt bot ihn mir an. Willst Du es darauf ankommen lassen?"
Bourlier wich mit weit aufgerissenen Augen vor seiner Tochter zurück. Eine solche Entschlossenheit hatte er ihr nicht zugetraut. Dennoch gab er nicht nach.
„ Versuch's," sagte er drohend.„ Aber merke Dir, Du zerreißest damit jedes Band zwischen uns. Ich habe dann kein Kind mehr- ich verleugne und verfluche Dich und die Stunde, in welcher Du mir geboren wur
Desiree antwortete nicht. Sie kniete noch immer auf dem Teppich zu des Vaters Füßen. Vergeblich wartete er auf ihre Unterwerfung. Nur das Schluchzen NataIys unterbrach die bange Stille.
dest." fehre zurück, Geliebter", sagte Desiree und Ngre dem Vater, der keinen Widerstand leistete. Aber bert angekommen, brach er in eine Flut von Verwünhungen aus; dann befahl er, plötzlich abbrechend, die enigen Habseligkeiten der Damen in den Wagen zu ringen, in welchem er herausgekommen war.
Wir fahren sogleich ab. In Sedan sollst Du erahrten, was ich über Dich Ungeratene bestimmt habe." Ich werde nicht mitfahren, Papa", erwiderte Dereat mit bebenden Lippen, aber mutigen Herzens. Ich aber es Waldemar geschworen, bei ihm zu bleiben, bis genesen ist.“
Du wagst es, auch jetzt mir zu widerstreben?" brüt er außer sich vor Zorn und drang auf sie ein. Nataly schlug auffammernd die Hände vor die Auen, um das Schreckliche nicht zu sehen. Laurence flüchteer wollte nicht Zeuge seln. Bitternd trug er die sachen nach dem Wagen, der am Tore hielt. Das tapfeMädchen sah langsam zu ihrem Vater empor.
„ Geh hinaus, Schwester!" befahl er;„ ich will allein sein mit meiner Tochter, ich muß ihren starren Sinn brechen, ich muß
Die Dame rührte sich nicht.
" Willst Du mich rasend machen," schrie er;„ hörst Du nicht? Du sollst gehen!"
„ Ich darf Euch beide nicht allein lassen", sagte Nataly fest, indem sie die Tränen trocknete.
,, Du weißt ja nicht mehr, was Du tust und was Du sprichst. Durch meine Gegenwart schüße ich Dein Kind vor Roheiten, die Du später bereuen würdest. Ich darf es auch dann nicht verlassen, wenn es gegen Deinen Willen hierbleiben sollte."
„ Auch Du lehnst Dich gegen mich auf!" schrie er
Die Braunkohlenförderung beltes sich 1911 auf 73,7 Mill. T.( 69,5) im Gesamtwerte von 183 Mill. Mt.( 178,6). Die Zunahme der Förderung betrug mithin 4,2 Mill. T. gleich 6,06 Pro3. und der Mehrwert 4,7 Mill. Mark oder 2,65 Proz. Davon wurden gewonnen im Oberbergamtsbezirk Halle 42,6 Mill. T.( 41,1) im Werte von 91,6 Mill. Mr.( 89,2), im Oberbergamtsbezirk Bonn 14,9 Mill. T.( 13 M.) im Werte von 39,8 Mill. Mark( 38,4).
Die Braunkohlenförderung belief sich das letzte Jahr auf etwa 1165 Mill. T.( 1150) zu schäßen ist, hat im Jahre 1911 wieder eine Steigerung erfahren. In den 3 letzten Jahren stellt sich in den einzelnen Ländern die Förderung wie folgt:
blind und toll vor Wut." Nun denn, so flage nicht, wenn das Ungeheure geschieht, was eigentlich außer Eurer Berechnung Itegt."
" Was willst Du tun?" fragte Frau von Tarandal ganz entsetzt.
Da flopfte es an die Tür. Das brette Gesicht des teze blickte herein. Draußen hörte man das Aufstoßen von Gewehrkolben.
„ Der Wagen wartet, Monsieur", sagte der Wärter grinsend. Tout est parat, Evanser s'il vous plait. Naus aus die gute Stube!"
Bourlier riß als Antwort einen Revolver aus der Brusttasche und richtete ihn gegen sein Kind. Aber der Wärter packte seine Hand wie mit etfernen Zwingen.
„ Na, na, lassen Sie man, Männeken", sagte er, ohne die Ruhe zu verlieren, es könnte Ihnen nicht gut da rauf werden.- Kommen Sie jetzt ein bischen, cito, ehe die draußen ungeduldig werden."
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Bourlter ließ die Waffe fallen; mit blassen Lippen murmelte er einen letsen Fluch, gegen seine Tochter gewendet. Dann ließ er sich aus dem Zimmer führen; von Kieze und zwet bewaffneten Wärtern esfortiert, bestieg er den Wagen und fuhr, ohne sich umzuschauen, auf und davon.
Als das Rollen der Wagenräder zu der Mansarde heraufscholl, löste sich Desiree's starrkrampfartiger zustand in Tränen auf. Schluchzend kniete sie am Boden und weinte, das Haupt in den Kissen des Sessels verborgen, sich aus.
Frau von Tarandal wußte ihr kein Wort des Trostes zu sagen. Das Kind hatte nun, was es haben wollte. Es trug die Folgen seiner Liebe.„ Und diese wird Desiree trösten", dachte Nataly weise.„ Aber wer tröstet den armen Bruder, der allein, ohne Kind, ohne Familie, ohne Heim dasteht und in die weite Welt hinausgeht, um zu vergessen oder zu Grunde zu gehen?" ( Fortsetzung folgt.)
Eine entsetzliche Fahrt.
nördlichen England und Schottland verkehrenden Schnellzüge Kings croß, von der die meisten zwischen London und dem or einigen Jahren ereignete sich auf der Londoner Station
geben. Strede und veranlaßte das mich befreiende Signal, oder auch Vielleicht bemerkte mich einer der Beamten auf der Und doch konnte und durfte ich die Hoffnung nicht auf
tehrte mein Vertrauen zurück und
Ich
gannen. ferner aushalten müsse zu den Lieben daheim zurück. meine Kräfte allmählich schwanden, daß sie zu erschlaffen be fagte mir, daß ich, da ich einmal so weit gefommen war, aud) So sehr ich mich aber auch aufraffte, so fühlte ich doch, daß ich rüstete mich von neuem zum Kampfe um mein Leben. Dabei wußte ich, daß die Fahrtgeschwindigkeit kurz Drittel zurüdgelegt hatten, nach ainmal auf längere Beit gesteigert würde. Und wieder kehrten meine Gedanken
aber sein Erstaunen, und
borstande!" umsonst gemacht, flärte fein Antlib. Ich konnte ein Lächeln nicht unterdrüden. mußte ich ausgesehen haben, das Gesicht von Blut, Rauch und hielt, der auf diese Weise eine billige Reise machte. Wie wunderbar nicht, daß er mich für einen blinden Passagier " Hallo, alter Junge!" rief er aus, eine Bergnügungsreise Na, tommt mal mit zum StationsEs war so
ein verständnisvolles Lächeln ver


