erfolgen, die dem König Nikolaus vorhalten werden, daß Montenegro von einem Arieg nichts zu erhoffen habe, man glaubt hier nicht, daß Montenegro früher losschlagen wird als die anderen Ballanstaaten und meint, daß Montenegro dem Schritt der Mächte zuvorNoch tommen und ein fait acompli schaffen wollte. immer gibt man hier die Hoffnung nicht auf, daß der Ballantrieg vermieden werden wird, allerdings ist diese Hoffnung sehr gering, und man wäre von einem Ultimatum der übrigen Balkanstaaten nicht überrascht.
Sofia, 8. Oft. Die Gesandten von Desterreich- Ungarn und Rußland haben heute mittag gemeins sam im Namen der Mächte den verabredeten Schritt unternommen.
Politische Rundschau.
Deutschland.
Rönigsberg, 8. Oft. Das Kaiser paar, die Prinzessin Vittoria Luise und Prinz Joachim sind von Rominten heute mittag hier einge troffen. Das Kaiserpaar setzte um 34 Uhr seine Fahrt nach Cadinen fort, wo es um 5.25 Uhr eintraf.
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Prinz Heinrich von Preußen wird bei seiner Rückreise aus Japan für mehrere Tage zum Besuch des 3aren in Spala erwartet, wo die Prinzes fin Heinrich und Prinz Siegismund ihn begrüßen werben.
* Berlin. Die von langer Hand vorbereitete Gründung eines Verbandes der Bürgermeister fleiner und mittlerer Städte in Preußen wird demnächst erfolgen.
• Bei der Auflösung des württember gischen Landtags am Sonnabend nahm der Präsident Abg. v. Payer, der 18 Jahre auf dem Präsidentensessel gesessen hatte, Abschied von den Abgeordneten, da er nicht mehr für den Landtag kandidieren, sondern fortan lediglich im Reichstag tätig sein will. Während der Verlesung des Auflösungsdefrets hatte sich das ganze Haus einschließlich der SozialdemoIrafen erhoben. Beim Hoch auf den König er ho ben sich die Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion, die fast vollzählig erschienen was ren, von ihren Sitzen. Die Neuwahlen für den Landtag finden zu Beginn des nächsten Monats statt.
Röln, 7. Oft. Der Vorstand des Deutschen Städtetages trat heute vormittag im Rathause zu Köln zu einer Sitzung zusammen. Zum Vorsitzenden wurde der Oberbürgermeister von Berlin, Exzellenz Wermuth, gewählt. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war die Fleischteuerungsfrage. Der Vorstand nahm zu den Maßnahmen der Regierungen Stellung.
Zur hessischen Beamten Besoldungsfrage.
s Darmstadt, 4. Oft. Der erweiterte Finanzausschuß der Ersten Kammer hat sich am 3. Oktober neben der Erledigung mehrerer fleinerer Vorlagen mit der Frage der bevorstehenden Regelung der Beam
Neue
Das Glückskind.
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Roman von Frene von Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) ' Wiederum nickte Mathilde, dem Gatten die Hand
drückend.
ten- und Lehrerbefoldungsreform beschäf tigt und einstimmig folgende Erklärung gefaßt:
„ Damals fa,- damals war ich glücklich, und hätte mit feinem Fürsten der Welt tauschen mögen. Das Geschäft blühte und Du,- Du hattest mir versprochen, eine sparsame, tüchtige Hausfrau werden zu wollen, daß Du es nicht wurdest, ich will Dir heute keinen Vorwurf machen, aber alles könnte anders und besser sein, bättest Du damals Wort gehalten.- Das an gefebene Kaufmanshaus Mahler u. Ko.- es würde beute ganz anders dasteben vor der Welt, ich könnte forgenloser meine Augen schließen, aber so, ich lasse Euch nur wenig zurück, wenn ich sterben muß, dies ist es, was mir so unendlich scher auf der Seele lastet, daß
„ Du sprichst zu viel, Ede," unterbrach Mathilde den Gatten,„ das strengt Dich zu sehr an, fomm jetzt zur Rube. Einige Stunden Schlaf werden Dir gewiß gut tun, ich bole nun die Kinder bei Aurelia, und bringe sie zu Bett."
Ja, ja, sie sollen mir aber erst gute Nacht sagen, - ich möchte sie feben."
In diesem Augenblick wurde bebutfam die Türe des serankenzimmers geöffnet, und Fräulein Aurelia Mahler trat berein. an jeder Hand ein Kind führend. Aurelia war eine Schwester des Hausherrn und lebte in dessen Familie, durch feine Weißstickereten ihren Unterhalt verdienend.
Sie war groß und mager, und erschien nicht eben schön, doch zeigte das Gesicht einen gutmütigen Ausdruck.
Nach den feinen Linien zu schließen, die bereits um Mund und Augen lagerten, mochte Fräulein AureIta wohl am Ende der Dreißig stehen, deshalb hatte das
waige Einwendungen und Wünsche sind bis zum Oftober bei dem zuständigen Herrn Bürgermeiste Gemeindevorsteher schriftlich oder zu Protokoll
):( Herborn. Die Stadtverordneten be die Einrichtung einer 6klassigen Mittelschule, die drei untersten Klassen der Volksschule aufgebaut e soll. Mit dem Bau soll sofort begonnen werden
„ Wenn die zu erwartende Vorlage über die Be joldung der Staatsbeamten und Lehrer weitere Witchen. tel erfordert, wie sie das Gesetz vom 17. Juni 1912, die Dienstbezüge der Staatsbeamten und Volksschullehrer und ihre Hinterbliebenen, sowie die Deckungs mitte! betreffend, erforderlich macht( rund 2½ Mill. Mart), fönne sie auf eine Zustimmung des Ausschusses nur dann rechnen, wenn gleichzeitig die Deckungsmittel nachgewiesen werden, die wohl zu einem erheblichen Teil in weiteren Ersparnissen in der Staats verwaltung aufgebracht werden können und im übri gen so gewählt werden müssen, daß durch sie die gesunden Grundlagen, auf denen die finanzielle Leistungsfähigkeit des Landes beruht, nicht in einer Weise angetastet werden, die auf die Dauer das Staatsinteresse gefährden würde."
In der dieser Erklärung beigegebenen Begründung wird ausgeführt, daß durch die im Sommer erfolgte Bewilligung von 2 Millionen Mark dürften dem Lande schon genug Opfer auferlegt worden sein. Der Ausschuß glaubt deshalb das Verlangen aussprechen zu sollen, daß, falls die bevorstehende Vorlage die Aufbringung weiterer Mittel erforderlich machen sollte, dieser Mehrbe darf zum erheblich! n Teile durch Ersparnisse in den verschiedenen Gebieten der Staatsverwaltung aufzubringen sei. Zu diesen rechnet der Ausschuß die Vereinfachung und Berbilligung des Steuerveranlagungsverfahrens, weiter die Erhebung der staatlichen Gefälle, sowie die anderweitige Organisation der Baubehörde.
Aus Stadt und Land.
n Gießen. Ueber Seefisch- Behandlung und-3ubereitung wird in dieser Woche an mehreren Abenden eine praktische Unterweisung für Frauen und Mädchen in der Kochschule des Alicevereins unentgeltlich stattfin
den.
o Lich. Hier wurde in der Bahnhofstraße mit dem Bau einer katholischen Kirche begonnen.
o Bad Nauheim. Verkauft wurde das in der Küchlerstraße gelegene Hotel„ Englischer Hof" Als Kaufpreis wurden 330 000 Mart genannt.
oFriedberg. Die Eröffnung der neuen zwei gleisigen Eisenbahn von Friedberg nach Homburg v. 8. 5. ist nunmehr auf den 15. Oktober festgesetzt. Der am Samstag früh in der Nähe von Bruchenbrüt fen von einem Eisenbahnzuge überfahrene Hilfsbureaudiener Wolff ist im Bürgerhospital in Friedberg jeinen Verletzungen erlegen.
o Alsfeld. Die Kreis- Aderbau- und Obst- Aus stellung erfreute sich einer regen Beteiligung seitens der Landwirte des nördlichen Vogelsbergs. Man staunt über die schönen Erzeugnisse und sieht, daß auch im nördlichen Abhang des Vogelsberges bei entsprechender Sortenwahl, Bodenbearbeitung und Düngung Ackerund Obstbau Vorzügliches hervorbringen können.
):( Wetzlar. Der Landrat gibt amtlich bekannt, daß am 22. d. Mts. die landespolizeiliche Abnahme der Bahn Albshausen- Grävenwiesbach stattfindet.
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):( Dillenburg. Das Restaurant zur Bofr" stellte am 30. Sept. seinen Betrieb ein, um einigen Wochen als Warenhaus neu seine Pforten
öffnen.
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Raum a Das H
):( Frankfurt a. M. Die altfrankfurter& fettionsfirma Fuhrländer Nachf., J Th. Beckhardt, hat auf der 3eil 74-78 einer Ben, hoch modernen und äußerst praktischen dafts palast durch die hiesige Architekteri Rindsfüßer& Kühn errichten lassen, der speziel die Zwecke der Damen- und Kinder- Konfektionsungen bestimmt ist. Die bisherigen Verkaufsrame Firma Fuhrländer in der Fahrgasse dienen noch für die Manufakturwaren- Abteilungen. Das Geschäftshaus bildet in seiner vornehmen architettoni Schönheit eine Zierde der Zeil, in erster Linie mit zule es aber dazu, der ständigen Ausdehnung der hier an Fuhrländer, die längst eines der größten Ronfeltingut. schäfte Deutschlands ist, neue Räume und neue den 6 widlungsmöglichkeiten zu schaffen. Das neue usage. präsentiert auf der historischen Geschäftsstraße Fra00 Dam die außerordentliche Entwidelung der Firma Fubunterge aus einem angesehenen fleineren Merceriewaren, fond zu einer führenden Firma der Konfektionsha Bubli und dieser gewaltige Aufschwung ist der Energie dem Fleiß des jetzigen Inhabers in erster Linie p fen. Herr Beckhardt trat Ende der sechziger Jah das verwandtschaftliche Geschäft ein und verschotsbauten sehr bald den Ruf eines der besten und urteilfendigen Kenner der Branche und Einkäufers, eine Eigen in die auch auf seine beiden Söhne übergegangen in mit durch war er immer in der Lage bei billigen gute und mit gutem Geschmad gewählte Ware zu verkaufen, dazu kamen die Grundsätze größter dität, welche die außerordentlichen Erfolge der Fuhrländer ermöglichten. Als Herr Bechardt i Geschäfi eintrat, arbeitete die Firma mit 2 bis 1 ten, jetzt verfügt sie über ein Personal von 200 S im Jahre 1911 betrug der Umsatz allein in Dam Kinderkonfektion 177 000 Piecen. vergangenen Montag eröffnete Geschäftshaus aus dem Bedürfnis nach modernen, mit dem m der Neuzeit ausgestatteten Räumen, in denen die den wachsenden Anforderungen ihrer Kundschaft werden konnte. Diese Aufgabe hat die Architelte Rindsfüßer& Kühn mit vollem Verständnis Zugleich hat sie ein in vornehmem Stil gehalte gemein repräsentativ wirkendes Bauwerk geschaf mit allen technischen Errungenschaften der Neuze sehen ist und die weitgehendsten Rüdsichten auf heit und Bequemlichkeit des Publikums erfüllt. Eintritt in dieses neue Geschäftshaus wird jede cher recht angenehm berührt; Licht, weite Räume
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sichtliche Bestreben, sich möglichst jugendlich zu fleiden, fast etwas Lächerliches.
Ueber den Rücken bingen lange, semmelblonde Locken, die von einem rosa Band gehalten wurden. Dabei trug sie ein Kleid von rosa Cachemir, ein aterlich gesticktes, weißes Latzschürzchen, an den nur zur Hälfte bedeckten, sehr dünnen Armen glänzten ein paar silberne Reifen.
Die beiden Kinder hatten sich bei ihrem Eintritt ins Krankenzimmer eiligst von Tante Aurelta losgemacht und flogen nun auf die Mutter zu, sich eng und zärtlich an diese schmiegend.
" Mutterchen, ist Bäterchen noch immer nicht ge fund?" fragte das eine derselben, ein Mädchen, mit Augen wie Vergißmeinnicht und seidenweichem, glänzend fastanienbraunem Lockenbaar, ein reizendes, aterliches Geschöpfchen.
„ Noch nicht, mein Röschen, aber bald, so Gott will, wird er's werden," erwiderte die Mutter, mit einem Seufzer.
„ Warum ist denn unser Vater so lange frant, Mutting?" fubr die Kleine zu fragen fort.
Die Gefragte gab feine Antwort. Sie fab, wie der Gatte ihr bedeutete, ihm die Kinder zu bringen.
Aurelia trat eben zu dem Bette des Bruders heran, und indem sie leise über das Haar desselben strich, stablen sich die Tränen über ihr bageres Gesicht.
„ Wie geht es Dir, Eduard, fühlst Du Dich etwas wobler?"
Der Angeredete schüttelte traurig verneinend den Kopf und indem er hastig nach der Hand der Schwester Haschte, flitsterte er dieser zu:
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Stebe meiner armen Frau bet, Aurelia, wenu ich nicht mehr bin, ich fühle, es gebt zu Ende mit mir." „ Ach, mache Dir keine solchen Gedanken,- Du wirst schon wieder gesund, was könnte ich Deiner Frau wohl
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nügen, ich ein schwaches Mädchen, und d es kann doch leicht sei daß ich nun ja-id es wäre doch möglich daß ich mich verbe „ Umso besser für die Meinen, fie baba doch eine männliche Stütze." Das letztere fam stockend, nur vie ein sc den blassen Lippen, der ganze Gesichtsausdr plötzlich verändert, so starr blickten die Augen, los, mühsam atmend lag der Stranfe, und als e tin mit den Worten: Hier sind die Kinder, wollen Gute Nacht sagen, und dann schlafen berzu trat, de batte der arme Leidende das sein bereits verloren. Barmherziger Himmel, er stirbt- freischte das Weib auf, vers in wahnsinniger Angst faßte Mathilde die erf Hände des Sterbenden, dessen franfer Brust ein leises, faum hörbares Röcheln entfloh, und die trostlose Gattir ohumächtig an dem Sterbele dersant, hauchte Eduard Mahler den letzten Seu
stirbt!"
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Laut auf schrien die erschrockenen Rinder, f Ios, nicht wissent, was sie tat, stürzte Aurelta Tür, riß diese auf, rtef nach dem Dienstmädchen, fliegender Hast davon eilte, den Arzt zu rufen. Doch menschliche Hilfe fonnte hier nichts m richten, es war vorüber, der Stranke batte [ itten.
Wetter heulte draußen der Sturm.
Er bekümmerte sich gar wenig darum, be sein Brausen und Toben diese Schreckensnacht weinenden Frauen im Sterbesimmer noch unbe
wurde.
Als Mathilde wieder zu sich gekommen war, man das starre Gesicht des Toten mit einen Tuche bedeckt, sie stürzte berzu, es wegzustehen,
relia hinderte sie daran.
( Fortjegung folgt.).


