Einzelbild herunterladen

Herzehn

My8­

uffcher ge und

enfalle beiden

mach­e. Er

nicht erstiche f der de ein

Crface. havon=

erlebte

, batte

gewet­

n und

Gier rtilgte. Imgeh­eine merlich m Ge­

ngene

furcht­

" Der

wurde.

in ließ

Ruhe

e Ber­

mmen. freiem

andten Das üge ist

feiner en ein

bhaber.

- Kütite 1. So äubern r& auf haben en Re­

Hau­ewäffer

it auf Dentiche

t. Der

nabend

worten.

gelegt

Wie

astoren­

Berdacht

Iuflage

Ver

ebt zur ehrzahl iebstahl

Mohr

Tuchten

anf den

gen ge­

dazu,

itet er,

Röjener

auf 15 er Ge

onellen

Rafte

60jähri

Foladen

waren.

Salo da­

ele das

ging die

Ten von

Frau

gegen

rzinsen.

überge­

en war.

sprachen

Dei den

au an.

er nicht

en ver

chiedene

es, den

Jen Gie

Schiffs

idh an,

or zwei

nd mich

quartier

Stewards

end der

ungsrei­

ch denke

lon den

gebenen

es an,

dynen?" nur noch

n: zwei

in alter

arglojen

5? Wie

hinein. ould ihn

beklagte

über das

jin, oder

zerfahre

(&. f.)

Vermischtes.

Das Lebenszeichen eines Defraudanten. Die Cölner Oberpostdirektion teilt mit, daß der nach Unterschlagung von 95 000 M amtlicher und 32 000 privater Gelder Seit dem 19. Dezember v. J. flüchtige Obertelegraphen­assistent Huttanus- Bonn an den Ersten Staatsanwalt von Bonn ein in Linz a. Rh. aufgeliefertes Schreiben gerich­tet hat, in dem er u. a. angibt, er trage sich mit Selbst­mordgedanken und wolle sich, so lange das wenige Geld, das er noch befizze, ausreiche, auf die Eisenbahn setzen, um sich durch deren Getöse zu betäuben. Suttanus gibt im übrigen seine Schuld zu, erwähnt aber auffallenderweise nichts von der Unterschlagung der Privatgelder. Bekannt­lich hat die Cölner Oberpostdirektion auf die Ergreifung des Flüchtlings 1000 M Belohnung gesetzt.

Der in Mufit gesezte Cool. Herrn Dr. Cook wird Heil widerfahren. Wie aus Christiania berichtet wird, ist Johann Halvorsen, der Kapellmeister des dortigen Nationaltheaters, gegenwärtig damit beschäftigt, die Mu­fit zu einer Operette zu schreiben, der Dr. Cooks Nordpol­schwindel zugrunde gelegt ist. Das Libretto ist von einem dortigen Rechtsanwalt Dybwad geliefert worden. Nach den Christianiaer Blättern war für das Entstehen dieser Operette der Wunsch maßgebend, dem beständigen Import von Wiener Operetten Einhalt zu tun und eine durch und durch norwegische Operette zu schaffen. Diese Operette ist freilich auch, wenigstens was den Text anbetrifft, durch und durch amerikanisch.

Verhängnisvoller Jretum eines Raubmörders. In Szomor in Ungarn traf eine Frau auf der Durchreise ein. Da sie Geld bei sich führte, logierte sie sich nachts nicht in einem Gasthaus, sondern bei dem Bahnwächter ein. Die­fer brachte die Fremde mit seiner eigenen Frau in einem Rimmer unter und beschloß, sie zu ermorden und auszu­rauben. Als die Frauen eingeschlafen waren, ging er zum Bahndamm, wo er in der Nähe eine Grube schaufelte. Dann schlich er sich ins Zimmer zum Bette der Fremden und ermordete die Schlafende mit einem Küchenmesser. Mus unerklärlichen Gründen hatten jedoch die Frauen die Lagerstätte gemechselt. So fam es, daß der Wächter statt der Fremden die eigene Frau ermordete. Als er sich jeiner schrecklichen Tat bewußt wurde, flüchtete er. Geit­dem fehlt jede Spur von ihm.

Millionenschwindeleien eines italienischen Konsuls. In Aarhus in Dänemark wurde der italienische Konsul Viggo Rahr wegen betrügerischen Bankerotts und Wechsel­fälschung verhaftet. Rahr, der Inhaber eines alten, hoch­angesehenen Handelshauses war, hatte vor einem Jahre den Konturs erklärt. In der inzwischen vorgenommenen gerichtlichen Untersuchung wurde festgestellt, daß Rahr be­reits vor zehn Jahren insolvent war. Um sich bei den Banten fortlaufenden Kredit zu sichern, hatte er durch falsche Buchführungen den Anschein erweckt, als ob er mit einem jährlichen großen Ueberschuß arbeite. Die Schwin­deleien belaufen sich auf annähernd zwei Millionen Kro­nen. Die Verhaftung Rahrs rust überall in Dänemark has größte Aufsehen hervor. Der Verhaftete, der ein sehr flottes Leben führte, ist ein Vetter des Erministers Al­horti, der bekanntlich zurzeit seine Zuchthausstrafe ver­büßt.

Aschingers Werdegang. Der Mitbegründer der Aschin­gerschen Bierquellen in Berlin, der Rentner August Aschinger, ist, wie bereits gemeldet, an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Infolge langjähriger Zucker­frankheit war der ehedem sehr rüstige Mann körperlich so geschwächt, daß ihn das atute Leiden schnell dahin­raffte. August Aschinger stammte, wie sein Bruder Karl, aus Nürnberg. Von dort kamen die Brüder vor einigen 20 Jahren nach Berlin, und mit sicherem, geschäftlichem Instinkt fanden sie heraus, daß in dem hastenden Getriebe der Millionenstadt Bedürfnis nach einer Art von Restau­rants vorhanden war, in denen der eilige Geschäftsmann sich schnell durch einen frischen Trunk und einen billigen Jmbiß stärken fonnte, ohne sich erst lange häuslich nieder­zulassen und auf den dienstbaren Geist zu warten. entstand im Jahre 1892 in der Rosenthaler Straße die erste Aschingersche Bierquelle, und bei dem Zuspruch, den das neue Unternehmen sand, wuchsen bald an allen Eden und Enden Berlins die blau- weißen Stehbierhallen her­vor. Der große geschäftliche Erfolg machte die Brüder in verhältnismäßig furzer Zeit zu reichen Leuten; andauernd pergrößerten sie ihr Unternehmen, schufen in eigenen Häu­fern große Restaurants, richteten Konditoreien ein und zentralisierten den Betrieb durch eine eigene Fleischerei, Wurstlerei und Bäckerei. 1900 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Brüder Aschinger standen zuletzt als Aufsichtsräte an der Spitze des Unter­nehmens.

Go

Ueber die furchtbare Familientragödie in Bochum, wo der Stuffateur Breitenbach seine Frau und vier Kinder und dann sich selbst ermordete, wird noch gemeldet: Brei­tenbach war am Freitag mit seiner Frau aus Eifersucht in einen Wortwechsel geraten. Dieser wurde so erregt, daj Breitenbach schließlich mit einem Hammer auf die Frau einschlug und ihr mit einem Messer die Kehle durch­zuschneiden versuchte. Der Unglücklichen gelang es aber, sich trok der erlittenen schweren Verlegungen loszureißen und unter ein Bett im Schlafzimmer zu flüchten. Breiten­bach, der wohl annahm, seine Frau sei zur Polizei ge= laufen, ging dann in das Schlafzimmer seiner Kinder. Hier erfaßte ihn offenbar der Wahnsinn; er ermordete seine 4 Kinder, indem er mit dem Hammer auf sie einschlug und sie der Reihe nach am Bettpfosten erhängte. Die Frau, die unter dem Bette der furchtbaren Szene beige­wohnt hatte, stürzte sich aus dem Fenster auf die Straße, wo sie schwer verletzt auf dem Pflaster liegen blieb. Nach­barsleute und die Mutter der Frau, die gerade hinzukam,

wurden, sein Haus zu betreten, während er in demselben hilflos starb. Bater soll nun am nächstfolgenden Tage an den Wirkungen einer zu großen Dosts Morpium gestor­ben sein. Gleichzeitig sollen nun tatsächlich zwei seiner Freunde vom Hunde verhindert worden sein, die Haus­tür zu öffnen, und als sie sich schließlich Zutritt verschaff­ten, fanden sie Bater im Sterben liegend.

Die Klidenfee als Kommilitonin". Als Studentie gab sich eine Schwindlerin aus, die jetzt in Königsberg i. Pr. festgeommen wurde. Das 23 Jahre alte frühere Dienstmädchen Hedwig Müller verstand es vor einigen Monaten in Berlin so geschickt, die Rolle einer Kommili­tonin" zu spielen, daß ihr eine Anzahl Studenten ins Garn gingen. Sie war ein flotter Bursch", machte auch fleine Kneipfahrten mit und nahm ihren Freunden unter dem Vorwande, daß der Wechsel" noch nicht eingegangen sei, bares Geld und Geldeswert ab. Als sie sich nicht mehr sicher fühlte, verschwand sie aus Berlin. Die betrogenen Studenten warteten vergeblich auf ihr Geld, das bald zu= rückgegeben werden sollte, und wandten sich endlich an die Polizei. Diese ermittelte, daß die angebliche Studentin nuch Königsberg abgereist war und benachrichtigte die dor­tige Behörde, die sie jetzt festnahm. Auch in Königsberg hatte sie unter falschem Namen wieder Anschluß an Stu­denten gefunden. Die Geprellten waren nicht wenig er­staunt, als sich die ,, Kommilitonin als ein früheres Dienst­mädchen entpuppte.

Wissenschaft. Kunst und Literatur.

Eine interessante Entdeckung. Die Chemie des Stickstof= fes hat einen sehr bemerkenswerten Fortschritt zu verzeich= neit. Professor Haber- Karlsruhe( der Direktor des neuen Forschungsinstituts in Berlin) ist es gelungen, Ammoniak direkt aus seinen Elementen herzustellen. Die Abneig­ung" des Stickstoffes gegen Wasserstoff wurde durch hohen Druck und Kalelysatoren überwunden. Da die Ammoniak­falze bekanntlich in der Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielen, so kann dies neue Verfahren, das die Badische Ani­lin- und Sodafabrik für den Großbetrieb ausbildet, die wichtigsten volfswirtschaftlichen Folgen haben.

Eine Pariser Akademie der 40 unsterblichen Frauen". Die Niederlage der Frau Curie in der Akademie der Wis­senschaften hat die Anhänger und die Anhängerinnen der Frauensache nicht entmutigt. Mitglieder der fünf verschie= denen Akademien befürworteten ießt die bereits von an­derer Seite angeregte Gründung einer sechsten Akademie, einer Akademie der 40 unsterblichen Frauen". Das In­stitut Francais soll, dem B. L.-A. zufolge die Wahl der erften 40 Frauen, die sich später durch eigene Wahl ergän= zen, vollziehen. Die neue Akademie soll eine Elite der Französinnen auf dem Gebiete der Künste, der Literatur und der Wissenschaften bilden, doch sollen auch ausgezeich= nete Wohltäterinnen und sonstige verdiente Frauen Auf­nahme finden können. Ob aber mit dieser sechsten Akademie die Wünsche der Frauen ganz erfüllt sein werden, steht dahin.

Abenteuer eines Deutschen in Bolivien.

Der Reisende einer Hamburger Exportfirma, der in Bolivien Geschäfte betreibt, fandte seinem Hause folgenden Bericht:

Auf dem Wege, eine Tagereise vor Santa Cruz, ist eine scheußliche Bluttat passiert, wie Bolivien sie noch nicht ge­schen hat. Durch Zufall bin ich einer großen Gefahr ent­gangen. Als ich in Puerto Suarez war, hatte eine deutsche Firma von Europa eine Goldrimesse von 7000 Lstrl. erhal­ten. Dieses Gold follte nach dem Jtenez gesandt werden, um Gummi damit zu kaufen. Um die Rimesse möglichst ficher zu geleiten, war der Letter des San- Jose- Hauses mit mehreren Mozos nach Puerto Suarez gekommen, außer= dcm ritten noch zwei Deutsche mit, sowie zwei Frauen und noch einige Mozos, ferner ein fürzlich engagierter Deut­fcher namens V., im ganzen 12 Personen. Am letzten Tage schlossen sich dann noch zwei Engländer an, die sich der obi­gent Firma als Vertreter eines englischen Gummi- Syndi fats vorstellten und im Jtenez Gummiwälder besichtigen wollten.

Ich hatte nun mit der obengenannten deutschen Firma abgemacht, daß ich ebenfalls mit der Rimesse reiten wollte, war aber nicht fertig als die Gesellschaft abreiste, und konn= te erst einen halben Tag später folgen und wollte dann den Leiter des San- Jose- Hauses in einem der nächsten Rast­pläge einholen. Das wäre auch geschehen, da die große Ge­sellschaft langsamer reiste als ich. Nun hatte ich aber am zweiten Tage das Unglück oder das Glück, mit der Mula zu stürzen und mir die Hüfte zu quetschen, so daß ich zwei Tage vor Schmerzen nicht reiten konnte und in Jacuzes liegen bleiben mußte. Das war mein Glück, denn sonst lägen meine Gebeine mit ziemlicher Sicherheit verscharrt auf der Waldwiese am Ipias.

Die beiden Engländer, die sich als Raubmörder schlimmster Sorte herausstellten, hatten nämlich mit dem obenerwähnten Angestellten V., ebenfalls einem Aben­teurer mit dunkler Vergangenheit, den Plan gefaßt, unter= wegs im Walde die ganze Gesellschaft niederzuschießen und die 7000 strl. zu rauben. Am Jpias, einer einsamen Wald­lichtung, wo in 50 Kilometer Umkreis feine Ansiedlung vorhanden ist, führten sie den Plan aus. Der nichtsahnende Leiter des San- Jose- Hauses wurde, als er in den Sattel steigen wollte, von dem deutschen Angestellten V. durch drei Nevolverschüsse getötet. Gleichzeitig erschossen die Englän der die Frau des Leiters, ebenfalls den deutschen Begleiter und noch einen Mozo und verwundeten noch zwei oder drei. Die anderen stoben nach allen Richtungen ausein­ander, verfolgt von den Kugeln der Mörder. Der letzte der deutschen Begleiter, der ohne Waffe an den Fluß zum Vaden gegangen war. fonnte sich, nur mit Hemd und Hose bekleidet, in den Wald retten, nachdem die Mörder zehn Schüsse auf ihn abgegeben hatten. Im Walde traf er mit zwei verwundeten Mozos zusammen, und die drei erreich­ten nach eineinhalb Tagen halbtot die nächste Ansiedlung. Von dort wurden sofort Leute aufgeboten. Am vias fan­den sie die vier Leichen mit zerschmetterten Schädeln, un­fenntlich gemacht, und auch die Leiche eines der drei Mör­der, des Deutschen V., der von den beiden Engländern beim Teilen der 7000 strl. erschossen worden war.

drangen in die Wohnung ein. Der Mann hatte sich an ei- Nachdem die Reichen beerdigt waren, wurde die Sour nem Bettpfosten erhängt. Die beiden Eheleute wurden in Das Krankenhaus geschafft, wo der Mann wenige Minu= ten nach seiner Einlieferung starb. Die Leichen der vier Kinder brachte man nach dem Leichenschauhaus.

Todeswarnungen. Wieder einmal gehen durch die amerikanischen Zeitungen sensationelle Nachrichten über Todeswarnungen. Ein in Spokane, Washington, bisher ansässiger Spiritist namens Sampson soll während einer spiritistischen Sihung die Botschaft erhalten haben, daß er in furzer Zeit sterben werde. Gleichzeitig sah er sich selbst in einer Vision in einem Sarge liegen. Richtig soll der Mann zwei Stunden nachher gestorben sein. Das unter spiritistischen Riten abgehaltene Leichenbegängnis wurde von einer Predigerin geleitet, die in einer ziemlich ent­fernten Stadt die spiritistische Botschaft erhalten haben will, daß man sie in Spokane benötige. William Baker, bisher in Marion( Ohio) ansässig, soll geträumt haben, baß zwei seiner Freunde von seinem Hunde abgehalten

-

der Engländer aufgenommen und diese auch bald im Walde aufgefunden. Sie verteidigten sich. Der eine Engländer wurde aber schließlich durch einen Schuß in den Kopf ge= tötet und der andere gefangen genommen. Das geraubte Geld wurde wiedergefunden. Wir brachten nun den Eng­änder auf die Mula geschnallt nach San Jose zum Verhör. Der Mordbube gestand mit der größten Kaltblütigkeit, daß sie sämtliche Mitreisende erschießen wollten, damit niemand den Ansiedlern Nachricht bringen fonnte. Dann hätten fie Beit gehabt, nach Norden über die brasilische Grenze zu flüchten.

Die Schrecken der Peft

werden in Berichten der Charbiner Blätter als geradezu furchtbar geschildert. In Fudsadjan, dem Hauptherde der Seuche, und auf den Straßen der Umgegend liegen die Lei­chen zu Dußenden und Hunderten umher. Sie werden yon herrenlosen Sunden benagt und von Raben und anderen Vögeln gefressen, die die Pest über das ganze Land ver Schleppen. Gegen derartige Infektionsträger sind alle

Schutzmaßregeln der Welt nublos. Zahllose Veichen wer den in den Fluß geworfen, von wo aus sie in den Amur gelangen. Wie wenig die Chinesen die Austeckungsgefahs fürchten oder richtiger begreifen, geht aus folgendem Straßenbild hervor: Ein Straßenhändler. der mitt cinem Korbe voll Nüssen und Sonnenblumensaat auf der Straße steht, erkrankt an der Pest, wird schließlich von Agonic er faßt und erbricht auf seine Waren. Ihn umstehen etwa 40 Chinesen, die seinen Tod nicht ohne Nebenabsicht erwarten. Kaum war der Chinese verschieden, als sich die gaffenden Landsleute auf seine Waren stürzten und sie mit großem Behagen verzehrten.

Geradezu heroisch ist der französische Arzt Meunier ge­storben, der sich bei der Untersuchung eines Pestfranfen infizierte. Er selbst bezeichnete seine Erkrankung als Best und bestellte sich, da er im Hotel in Charbin lebte, selbst einen Krantenwagen, um niemanden von seiner Umgebung anzustecken. Dann hüllte er sich in ein mit Sublimatlösung getränktes Laken ein und fuhr nach der Pestbarake ab. Dort angekommen, erklärte er seinen Kollegen, daß sein Tod nach zwei Tagen eintreten werde. Er bat nur, seine An­gehörigen von seinem Tode zu benachrichtigen. Alle Be­mühungen der russischen Kollegen, ihn au retten, waren vergeblich.

Nach einem Privattelegramm aus Tientsin sind dort und an anderen nördlichen Orten bereits eine Anzahl Aerzte und Wärter an der Peft gestorben. Zwischen Char­bin und Mukden sind ganze Dörfer ausgestorben. Die chi nesischen Behörden erweisen sich außerstande, die sanitären Schutzmaßregeln durchzusetzen. Hunderte von Aerzten sind im Norden nötig, wohin Peking und Tientsin nur ganz wenige entfenden können. In Schantung breitet sich die Krankheit nach dem Süden zu aus. In Tientsin sind wic­der einige Todesfälle vorgekommen, und in gewissen Vier­teln Pefings fordert die Pest täglich zahlreichere Opfer.

Drabtnachrichten und neuestes.

Baffermann über die politische Lage.

Duisburg, 30. Januar. Der Abgeordnete Bassermann sprach gestern über die politische Lage im Reich in einer aroßen mationalliberalen Versammlung. Bassermann rich­tete im Verlauf seiner Ausführungen die Mahnung an die Regierung, sich nicht zum Werkzeug einer einseitigen Ju­teressenpolitif machen zu lassen. Der Ruf zur Sammlung in der gegenwärtigen politischen Hochsaison sei verspätet and gehe am Volf ohne Echo vorüber. Bei der kommenden Reichstagswahlschlacht gelte der Kampf in erster Linie ihren beiden größten Gegnern dem Zentrum wnd den Sozialde= mokraten. An einem maßvollen Schutzzoll, dem die Zukunft gehöre, werde seine Partei festhalten.

Eine Verlobung am Zarenhofe?

Frankfurt a. M., 30. Januar. Der Frff. 3tg." wird aus Petersburg gemeldet: In Hoffreisen zirkuliert das Gerücht, die älteste Tochter des Kaiserpaares. Groß­fürstin Olga, die das fünfzehnte Lebensjahr zurückgelegt bat, fet mit dem Großfürsten Dmitri Pawlowitsch, dem Sohn des Oheims des Raren. Großfürsten Paul Alerandro­witsch verlobt worden. Der junge Großfürst ist in der letz­ten Zeit besonders ausgezeichnet worden Er und seine Schwester find während der Verbannuma des Vaters wegen feiner Heirat mit einer Frau von Pistohlfors, von der Schwester der Kaiserin Alerandra, der Großfürstin Elisa­beth, erzogen worden. Großfürst Dmitri erbte das große Vermögen seines ermordeten Oheims Sergius.

Ranbmord vor den Toren der Reichshauptstadt.

Berlin. 30. Januar. In dem an der Nordbahn ge­legenen Orte. Stolpe unweit Oranienburg wurde an einem Feldweg eine Ziegeleiarbeiterfran ermordet aufgefunden Die Frau war ihrer Barschaft, bestehend aus zehn Mark, beraubt worden. Von dem Täter fehlt iede Spur. Schwere Kerabwunden im Gesicht lassen darauf schließen. daß ein hartnäckiger Kampf mit dem Mörder stattgefunden hat. Ursprünglich nahm man an, daß es sich um einen Lustmord handle. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß dies nicht der Fall ist. Der Tod wurde durch Erdrosselung herbet­geführt.

Das Grubennnglid bei Samborn.

Samborn, 30. Januar. Von den infolge der Er­plosion auf der Gewerkschaft Deuticher Kaiser verunglückten Bergleuten find im Laufe der Nacht zum Sonntag und ge= stern vormittag sechs Beralente gestorben. Als Ursache der Explosion wurde festgestellt, daß vor der Vesperpause ein Schuß im Nebengestein abgegeben wurde, der wahrschein­lich einen fleinen Bläfer freigeleat hat. Als nach der Pause der Schießmeister vorschriftsmäßig den Ort auf Schlag= wetter untersuchen wollte, hat das inzwischen angesammelte Gas sich auf bisher unaufgeklärte Weise an der Lampe ent­zündet.

Keine Streifabsicht der Ruhrberglente.

Effen, 30. Januar. In einer Gewerkschaftsversamm­Inng erklärte der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Hue, die leitenden Kreise der in der Lohnbewegung der Ruhrbergleute zusammengehenden Bergarbeiterverbände hätten bisher von einem Streif überhaupt nicht gesprochen. Ste arbeiteten auch nicht auf einen Streik hin.

Tragisches Ende eines Universitätsprofessors. Bonn, 30. Januar. Universitätsprofessor Wil­manns wurde von der Straßenbahn überfahren und schreck lich verstümmelt; er starb sofort.

Ein elfjähriger Brudermörder. Bamberg, 30. Januar. In Hohen- Mirsberg ( Oberfranken) hat ein elfjähriger Bauernjunge im Streit feinen 2 Jahre älteren Bruder erstochen.

Johann Orth, der verschollene Erzherzog. Wien, 30. Januar. Am 1. Februar läuft die Frist ab, die vom Wiener Oberhofmeisteramt für die Todeserklärung Johann Orths gesetzt worden ist. Nach den bisherigen Er­gebnissen kann als sicher angenommen werden, daß Jo­hamn Orth für tot erflärt werden wird, da sich seit Erschei­nen des Ediftes des Oberhofmeisteramtes niemand gemeldet hat, der glaubwürdige Angaben über den Verbleib Johann Orths machen kann. Die Todeserklärung wird für das Jahr 1890 ausgesprochen werden. Diese Maßnahme ist na­mentlich in erbrechtlicher Hinsicht von Bedeutung. Der Nachlaß Orths wird sich auf ungefähr 3 Millionen belaufen. Eine Pension für König Manuel? Paris, 30. Januar. Einem hiesigen Blatt wird aus Lissabon gemeldet, die Regierung wolle dem ehemaligen König Manuel eine monatliche Entschädigung von 660 Pfund Sterling zahlen. Die Schecks für Oktober bis De­zember seien an den König bereits abgegangen.

Arbeiterstreik in der Mandschurei. Petersburg, 30. Januar. In Charbin sind 300 Arbeiter der Werkstätten der chinesischen Ostbahn in den Ausstand getreten. Sie verlangen die Ausweisung der chinesischen Arbeiter, die in den von der Pest verseuchten Orten leben. Die Verwaltung lehnte die Forderungen der Arbeiter ab. Die Arbeiter nehmen die Arbeit nicht eher auf, bis ihre Forderungen erfüllt sind. Die Verwaltung verlangte militärischen Schuh. Aus Petersburg erging der Befehl, alle Arbeiter sofort zu entlassen und aus den Woh­mungen zu weisen.

Die Pest in China.

Charbin, 30. Januar. Auf Befehl der chinesischen Regierung wurden in den letzten Tagen 2000 Särge mit Bestleichen verbrannt. Der Boden ist derartig gefroren, daß man mit Dynamit die Gräber einsprengen muß. Amerika auf der Suche nach Kali. Washington, 30. Januar. Der Staatssekretär für Ackerbau hat den Kongreß um die Bewilligung von Beth mitteln ersucht zur Erforschung neuer Kalilager.

6