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prämien von 50-100 M bedacht. Dem Kapitän des Schiffes verlieh der Kaiser eine mit seinem Namenszug ge schmückte goldene Uhr. Auch der Gattin des Kapitans ließ der Kaiser als Anerkennung für die gute Pflege der Schiffbrüchigen eine goldene Uhr übereichen, deren Sprungdeckel den mit Brillanten verzierten deutschen Reichsadler zeigt.
Der Lebensretter Kaiser Wilhelms I. Aus Berlin tommt die Kunde, daß dort am 10. Januar der früher in Worms ansässige Gastwirt Franz Roscher, der Lebensretter Kaiser Wilhelms I., im Alter von 86 Jahren gestorben ist. Es war im Jahre 1848, als Roscher, damals noch Handwerksbursche und Korbmacher, nach Berlin kam. Vor dem königlichen Schlosse hatte sich eine ungeheure Menschenmenge angesammelt, und der König trat mit dem Brinzen Wilhelm( späteren Kaiser Wilhelm I.) auf den Balkon des Schlosses. Man glaubte, der Monarch wolle eine Proklamation an das Volk verlesen. Da legte plötzlich der im dichtesten Menschengedränge stehende Bole Escherzwanowsky, ein Revolutionär, das Gewehr auf den Prinzen Wilhelm an. Ehe er jedoch abdrücken konnte, schlug ihm der unmittelbar neben ihm stehende Handwerksbursche Roscher das Gewehr zu Boden, so daß der Schuß in die Erde ging. Prinz Wilhelm war gerettet, aber Roscher büßte die Tat durch die Mißhandlungen seitens des Polen und seiner Freunde. Prinz Wilhelm hatte den Vorgang bemerkt und war vom Balkon ins Schloß zu= rüdgetreten. Erst ca. 25 Jahre später erfuhr er als Kaiser den Namen seines Lebensretters. Roscher verheiratete sich später mit einer Wormserin, mit der er nach Amerika auswanderte und eine Farm bebaute. Wieder nach Worms zurückgekehrt, betrieb er von 1868 bis 1884 eine Wirtschaft, bis er 1885 nach Berlin übersiedelte, wo er jetzt gestorben ist.
Ueber den großen Juwelendiebstahl im Hause des Verliner Edelsteinhändlers Widmann berichtet ein Berliner Blatt noch folgende Einzelheiten: Widmann bewohnt mit seiner Wirtschafterin drei Zimmer im ersten Stod eines Hauses in der Grünstraße. In dem einen steht sein Geldschrank, der gerade in diesen Tagen reiche Schätze barg. Am Sonnabend ging Widmann abends aus und trank in einem Lokal in der Potsdamerstraße mehrere Grogs, weil er sich erfältet hatte. Dieses Getränk hatte ihn so bezecht gemacht, daß er nicht mehr weiß, wie er nach Hause gekommen ist. Im Gedächtnis haftet ihm nur noch, daß er in der Grünstraße vor seinem Hause, wo er gegen 3% Uhr antam, mit einem großen Manne zusammentraf, der ihm sagte, daß er ebenfalls in dem Hause wohne, und ihm beim Aufschließen helfen wollte. Gestern morgen fand Widmanns Wirtschafterin den Geldschrank geöffnet. Die Tür war regelrecht aufgeschlossen, und Widmanns eigener Echlüssel stak noch in dem Schlosse. Der Edelsteinhändler stellte bald fest, daß ihm für etwa 50 000 Mart Schmuckjachen und Steine gestohlen worden waren, für etwa 25 000 Mart Ringe, Kolliers und besonders Platinschmucksachen mit Brillanten und für ebensoviel lose Brillanten, farbige Edelsteine und Perlen. Der Dieb ist wahrscheinlich jener große Mann, der den Betrunkenen vor der Tür ange¡ prochen hatte.
Ein Echatten als Eideshelfer. Aus Neuyort wird der Frff. 3tg." geschrieben: Durch einen Schatten wurde in Omaha im Staate Nebraska ein gewisser Frank Erdmann vor vielleicht langjähriger Zuchthausstrafe bewahrt. Erdmann war angeklagt, gegen einen Politiker namens Dennison ein Dynamitattentat versucht zu haben. Alle Indizienbeweise waren gegen ihn, und der Versuch, sein Alibi nachzuweisen, scheiterte an den Aussagen mehrerer Leute, die behaupteten, sie hätten ihn um die in Frage kommende Zeit, halb drei Uhr nachmittags, vor zwei von ihrer Konfirmation heimkehrenden Mädchen am Hause Dennisons vorübergehen sehen. Da kami unerwartete Hilfe. Die Verteidigung spürte eine Photographie auf, die die beiden Mädchen mit verschiedenen anderen Konfir manden zeigte und am Tage der Konfirmation nahe der Kirche, in der sie stattgefunden hatte, aufgenommen den war. Deutlich sah man auf dem Bilde den Schatten des Kirchturms, aus dessen Richtung ein als Sachverstän diger zugezogener Astronom die Zeit der Aufnahme des Bildes feststellte: 3 Uhr 21 Min., also eine Stunde später als die Mädchen auf ihrem Heimwege Erdmann gesehen haben wollten. Auf das Zeugnis des Schattens hin wur: de Erdmann freigesprochen.
Amerikanische Gehälter. Der große amerikanische Stahltrust, der bisher seinem Präsidenten ein Gehalt von 400 000 Mark bezahlte, hat beschlossen, diese Summe auf die Hälfte zu ermäßigen; der Leiter des Trusts wird sich fortan mit einem festen Einkommen von 200 000 Mark durchs Leben schlagen müssen. Der Beschluß hat in Ame= rika lebhaftes Aufsehen erregt, und voll Eifer wird in der Oeffentlichkeit das Problem erörtert, welche Gehälter Männer von hervorragender geschäftlicher Bedeutung, die an der Spitze gewaltiger Unternehmungen stehen, verdienen sollten. Charles Schwab und Williams Ellis Corey haben als Präsidenten des Stahltrusts bisher je 400 000 Mark Jahresgehalt bezogen, die gleiche Summe wie der Richter Gary, der als Präsident der Direktorenkonferenz und des Finanzkomitees an der Leitung der Gesellschaft teil hat. Am 1. Februar tritt der neue Präsident sein Amt an, und er erhält weniger, weil nach dem Ausspruch Garys ,, die Stellung nicht mehr wert ist." Dabei tritt die Tendenz zutage, das Gehalt nicht nur nach der äußeren Stellung, sondern vor allem nach dem persönlichen Wert des Mannes, nach der Größe seiner Verantwortung zu bemessen. Es ist nicht zweifelhaft, daß irgend eine große Bank einem Manne wie Morgan vielleicht eine Million Dollar im Jahre bezahlen würde, wenn er sich ausschließ= lich der Leitung des Instituts widmete. Irgend einem anderen aber, der eine solche Stelle erhielte, würde man vielleicht 200 000 Mark oder nur 100 000 Mark bezahlen, und er würde wohl auch nicht mehr verdienen.
Ein„ Fahrrad- Flugapparat", der Flugapparat des Boltes. Eigentümliche Zukunftsmusik vernimmt man von Württemberg her. Danach hat der Kunstmaler Robert Schüle einen„ Fahrrad- Flugapparat konstruiert, der, wie schon der Name besagt, als Antriebsmittel nicht einen Motor verwendet, der Apparat wird vielmehr mit den Füßen bewegt. Der Konstrukteur, Robert Schüle aus Eßlingen, hat mit einem solchen Flugapparat schon mehrfach glückliche Versuche veranstaltet. Der Flugkünstler ist mit seinem Aeroplan nur durch das Bewegen der Füße schon bis zu 15 Meter Höhe geflogen und hat bereits Flüge von einer Dauer von 6 bis 10 Minuten ausgeführt. Die Steuerung ist hochst einfach und geschieht zum Teil mit der Hand durch ein Steuerrad, zum Teil kann sie mit den Füßen bewerkstelligt werden. Das Höhensteuer ist an dem hinteren Ende des Apparates angebracht und die SeitenSteuern werden durch die Tragflächen bewirkt. Die Be
wegung dieses aus sehr leichtem Holze hergehsten Appa-, rates durch die Fahrradkonstruktion ist sehr leicht und ermüdet den Flieger nicht, jedenfalls nicht mehr, als eine Fahrt auf einem Fahrrad zur ebenen Erde es tut. Ein Flieger vermag sich mehrere Stunden auf diesem Apparat in den Lüften zu halten.
Darf der Arzt einen Selbstmord verschweigen? Oft genug kommt es vor, daß der Arzt mit seinem Gewissen in Konflikt kommt, wenn er streng nach dem Buchstaben des Gesetzes vorgehen will. Hierhin gehört auch die An= flage, die gegen einen Arzt wegen öffentlicher Urkundenfälschung erhoben wurde. Er hatte nämlich in dem Totenschein, der ja als eine öffentliche Urkunde betrachtet wird, die falsche Tatsache aufgenommen, daß der Kranke an Herzlähmung gestorben sei, während in Wirklichkeit ein Selbstmord durch Arsenvergiftung rorlag. Der Arzt hob hervor, daß einmal der Selbstmord nicht strafbar sei, und weiter, daß er durch das Berufsgeheimnis verpflichtet war, davon nichts zu melden. Wenn das Gericht sich in diese Angelegenheit einmische, so müsse dadurch das Vertrauen der Patienten vernichtet werden, falls diese wegen der Folgen eines Selbstmordversuches beim Arzte Hilfe suchten. Außerdem sei die ärztliche Diagnose nicht in allen Fällen eine so sichere, daß sie einen ganz unumstößlichen urkundlichen Charakter erhalten könne. Das Gericht folgte den Ausführungen des Arztes und stellte das Verfahren ein.
Die Katastrophe des Unterseebootes 1 3 ist, wie gleich nach dem Unglück vermutet wurde, tatsächlich durch den Ventilationsschieber am hinteren Mast verursacht worden. Wie die Besichtigung des eingedodten Schiffes ergab, ist der Schieber nicht ganz verschlossen gewesen, modurch das Wasser eindringen konnte. Ein Bedienungsfehler liest nicht vor. Der Schieber wich durch ein Handred mit Schraubenspindel bewegt. Cin Zeiger zeigt auf einer fleinen Stala die jeweilige Stellung des Smiebers von ,, offen" bis„ zu" an. In diesem Falle stand der Zeiger auf zu", aber der Schieber hat die 30 Zentimeter weite Ventilationsrohröffnung noch nicht ganz geschlossen, sondern stand noch etwa 3 Zentimeter offen, meil sich die, die Bewegung des Handrads übertragende, mit dem Schieber verbundene Stahlwelle in der Stahlführung festgefressen hatte.
Riefenfang eines Fischdampfers in der Nordsee. Die Nordseefischerei hatte in den letzten Monaten so schlechte Fangergebnisse erzielt, daß schon an die Möglichkeit einer übermäßigen Ausbeutung des Fischreichtums der Nordsee gedacht wurde. Nach dem Fangergebnis des Dampfers Polarstern" der Geestemünder Reederei„ Nordstern", das jetzt bekannt wird, muß jedoch angenommen werden, daß den schlechten Resultaten lediglich Wanderungen der Fische zugrunde liegen. Wie aus Bremerhaven gemeldet wird, hat der Fischdampfer„ Polarstern" auf seiner letzten Js= landsreise einen Riesenfang von 15 000 Pfund Fischen ge= macht, die in der gestrigen Auktion 23 500 Mark Erlös einbrachten. Das ist der höchste Betrag, den bis jetzt überhaupt ein Fischdampfer auf einem deutschen Markte erreicht hat.
Ein Verbrecherverein italienischer Schüler. Die Anflagekammer des Strafgerichts in Palermo hat gegen acht Schüler des dortigen Viktor- Emmanuel- Gymnasiums wegen Teilnahme an einer Verbrechergenossenschaft das Verfahren eingeleitet. Acht Studenten sind der Mitschuld an der seinerzeit gemeldeten Ermordung des Professors Ghelli durch den Schüler Lidoni bezichtigt. der, wie erinnerlich, nach Verübung seiner Tat durch Selbstmord endete.
Der gestrandete Fünfmaster Preußen". Am nächsten Donnerstag wird, wie aus London gemeldet wird, die Fracht, so weit sie nicht schon an Land gebracht ist, die Schiffsgeräte, und was sonst nicht nagelfest auf der vor Dover gestrandeten Preußen" ist, in öffentlicher Versteigerung an den Meistbietenden verkauft werden. Ganze Scharen von Fischern und Bootsleuten haben das Schiff überfallen, um auf ihre eigenen Kosten und Gefahr von der Bergung seines Inhaltes zu profitieren. Der Kreidefelsen, auf dem die Preußen" festgefahren ist, hat unter dem Einflusse der Reibung und des Wassers nachgegeben, und das mächtige Schiff ist noch tiefer gesunken.
Parlamentarier als Schmuggler. Die römischen Blät= ter beschäftigen sich mit einer Zollunterschlagung auf Alfohol im Betrage von über einer halben Million Lire. Es handelt sich um eine römische Firma, die aus ihren vor der Stadtmauer gelegenen Depots Alkohol geschmuggelt haben soll. In der Affäre werden die Namen zweier Parlamentarier genannt, die Teilhaber der Firma sind. Die sozialistische Gruppe beabsichtigt, über die Angelegenheit in der Kammer zu in erpellieren.
China von der Pest bedroht.
Abwehrmaßnahmen der chinesischen Regierung.
Wie das Reutersche Bureau erfährt, ist China von einem ernsten Ausbruch der Pest bedroht, die sich von Charbin aus verbreitet. Die chinesische Regierung hat eine Zirkularnote an mehrere Mächte erlassen, in der diese gebeten werden, an der Feststellung der Ursache der Epidemie mitzuarbeiten und Maßregeln zu finden, um dem Ausbruch der Seuche entgegenzutreten und wissenschaftliche Untersuchungen am Ort anzustellen. Die chinesische Regierung hat diese Regierungen gebeten, Pest- Experten und Aerzte zu bestimmen, die sofort nach China gehen können. Die chinesische Regierung verpflichtet sich, alle Auslagen, einschließlich der Reisespesen nach China und zurück zu tragen. Des chinesische Gesandte in London hat dem Renterschen Bureau mitgeteilt, daß nach den Nachrichten. die er erhalten habe, die in China aufgetretene Best nicht die von Ratten verursachte Spielart sei, sie scheine vielmehr durch Bären oder andere Tiere aus der Nachbarschaft von Wladiwostok eingeschleppt worden zu sein.
Eine Reise durch das Pestgebiet.
Am 20. Januar besichtigte der russische Arzt Bogntzki gemeinsam mit chinesischen Acrzten Fudjadan, wo die Pest am heftigsten wütet. Es wurden drei Hauptverde der Peſt bei einer Bevölkerungszahl von gegen 7000 Personen festgestellt. Auf den Straßen liegen von Hunden zerfressene Leichen. Viele Häuser sind verödet. In Charbin erkrankten täglich gegen 20 Personen. Am Sonnabend erkrankte au der Pest der Leiter der russischen Sanitätsabtellung, Student Belajew. Die russischen Arbeiter der Eisenbahnwerkstätten meigern sich, zusammen mit Chinesen zu arbeiten. Die Arbeiterdelegierten wurden verhaftet. Der befannte Bakteriologe Professor Sabolotny erklärt, eine un= mittelbare Gefahr der Einschleppung der Vest bestehe für das europäische Rußland nicht, man müss: aber befürchten, daß sie in den sibirischen Städten Boden faise.
Der Siemens- Schuckert- Ballon fliegt.
Eine Probefahrt über Berlins Vororte. Nach monatelangem Warten ist am Montag endlich der Aufstieg des ersten Siemens- Schuckertschen Luftschiffes, dem mit größter Spannung entgegengesehen wurde, vor den To
ren Berlins erfolgt. Vor der Ballonhalle der SiemensEdudertwerke in Biesdorf erhob sich das Quftschiff nachrittags gegen 2% Uhr zu einer Probefahrt. Bereits um 12 Uhr mittags war der Ballon aus der Halle gezogen worden. Nach 2% stündigem Warten stieg das Luftschiff bei schwachem Nordwest auf und wandte sich in glatter, ruhiger Fahrt der Richtung nach Biesdorf und Kaulsdorf zu. In den drei Gordeln des Ballons befanden sich insgesamt 12 Personen. Die Führung hatte Hauptmann v. Krogh ferner waren Oberingenieur Dickins und Direktor Krell im Luftschiffe. Surz nach 3 1hr landete der Ballon wieder glatt vor der Halle in Biesdorf.
Tas Siemens- Schuckert- Luftschiff gehört bekanntlich zu dem starren Typ der unversteiften Brallballons, dem sogenannten unstarren System. Es stellt zurzeit das größte Luftschiff dieser Art dar und besitzt eine Länge von 118 Metern, einen Durchmesser von 13% Metern und hat einen Inhalt von ca. 13 000 Kubikmetern. Der Ballon befizzt dret Gondeln, von denen die mittlere als Führergondel ausgebildet ist; sie träat gleichzeitig zwei 24pferdige Benzinmo= toren zum Antrieb der Ballonetventilatoren. Etner dieser Motoren dient als Reserve. Die vordere und hintere Gondel sind als reine Maschinengondeln gebaut und tragen je awei 125pferdige Daimlermotoren. Die Gondeln sind richt, wie sonst üblich, mit Stahlseilen, sondern mittels Stoffhahnen, die sich fast in der ganzen Länge des Ballons ausdehnen, an diesem aufgehängt. Diese Art der Aufhäng ung wird besonders den Gegenstand der ersten Erprobung bilden.
Das Luftschiff funttionierte während der ganzen Fahrt int allen feinen Teilen tadellos. Trotzdem es einer starken Sonnenbestrahlung ausgesetzt war, war die Hülle bei der Landung noch ganz straff und zeigte feinerlei Senfung. Die Fahrt wurde eigentlich nur mit den vorderen Maschinen Hewerfstelligt, mit deren man eine Geschwindigkeit von 13enigstens 12 Sekundenretern erzielte. Das SiemensSchudert- Luftschiff hat bereits das Interesse der Militärveiwaitang hervorgerufen. Noch bevor der Ballon fertig= gestellt war, wurden die Zeichnungen dem Kriegsministe rium vorgelegt. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß in nächster Bett der Aufstieg des Luftschiffes vor einer Militärfommission stattfinden werde.
Drabtnachrichten und Deuestes.
Die Kaiser Wilhelmsgesellschaft.
Berlin, 24. Januar. Im Kultusministerium fand gestern die konstituierende Sitzung des Senats ter Kaiser Wilhelmsgesellschaft statt in der die Wahl des Verwaltungsausschusses der Gesellschaft erfolgte. Der Ausschuß besteht vorbehaltlich der Genehmigung des Kaisers aus dem Präsidenten Professor Harnack, Freiherrn Krupp v. Bohlen und Halbach. Bankier Ludwig Delbrück, Geh. Kommerzien ret Arnhold, Professor Emil Fischer, Franz v. Mendelssohn und v. Böttinger- Elberfeld.
Unfall eines D= 3uges.
Berlin, 24. Januar. Der Kopenhagener D- 3ug, der um 9 Uhr abends auf dem Stettiner Bahnhofe eintreffen sollte stieß bei der Durchfahrt durch Hollrathsruhe in Mecklenburg mit einem Güterzuge zusammen. Ein Wagen des D- Ruges entgleiste, ein Reisender wurde leicht verletzt. Die Gleise waren längere Zeit gesperrt. Der D- 3ng fonnte mit 4 Stunden Verspätung seine Weiterfahrt nach Berlin fortseßen.
Gin jugendlicher Defrandant.
Erfurt, 24. Januar. Nach Unterschlagung von 10 000 Mark ist gestern in Frankenhausen ein 17jähriger Banklehrling von der dortigen Filiale der Thringer Bank flüchtig geworden.
Tod eines bekannten früheren Parlamentariers. Erfurt, 24. Januar. Der frühere konservative Landtags- und Reichstagsabgeordnete Schneidermeister Jafubsfötter ist heute im Alter von 71 Jahren gestorben. Influenzaepidemie in Nürnberg. Nürnberg, 24. Januar. Hier liegen 700 Personen an Influenza darnteder.
Brand im Metzer Garnisonlazarett.
Metz, 24. Januar. Gestern nachmittag 3 hr brach in dem Dachstuhl des Garnisonlazaretts eine Feuersbrunst aus, die sich schnell verbreitete. Die Feuerwehr beschränkte fich auf den Schutz der Nebengebände. Bis abends 7 1hr dauerte der Brand an, wenn auch mit verminderter Heftigkeit.
Ein späteres Telegramm meldet uns:
Metz, 24. Januar. Das Fener im Garnisonlazarett wurde gegen 11 Uhr abends gelöscht. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Der Dachstuhl ist eingeäschert, ebenso ein Teil des zweiten Stockwerks, in dem sich die Nammervorräte befinden. Von den Feuerwehrleuten wurden einzelne leicht verletzt. Drei Feuerwehrleute. die zu ersticken drohten, wurden mit dem Sauerstoffapparat ins Leben zurückgerufen.
Weißer Sklavenhandel.
Ezenstochan, 24. Januar. Hier wurde gestern ein ans Warschau kommender Eisenbahnwagen mit jungen Mädchen angehalten, die über die preußische Grenze nach Hamburg und weiter nach Amerifa in verrufene Häuser ge= bracht werden sollten. Die den Zug begleitenden, elegant gekleideten Händler wurden verhaftet.
Eine neue Gründung des Fürsten von Monaco. Paris, 24. Januar. Im Beisein des Präsidenten Fallieres fand gestern abend die Einweihung des vom Für sten von Monaco gegründeten ozeanographischen Instituts statt. Der Fürst gab in seiner Eröffnungsrede feiner Frende darüber Ausdruck und sprach von den hohen Aufgaben seines Werkes, dem er einen internationalen Charafter zu geben wünsche. Die Menschheit fönne nirgends ein günstigeres Gebiet der Annäherung finden als das der gelstigen Eroberung.
Auf dem Heimweg ertrunken.
Haag, 24. Januar. Unweit Haag ertranfen zweł Frauen und ein junges Mädchen, die Tochter der einen, auf dem Nachhausewege in der Dunkelheit. Sie hatten den Weg verloren und sind vermutlich bei dem Versuch, sich gegenseitig zu retten, ertrunken.
Ein Aeroplan in Flammen.
Kopenhagen, 24. Januar. Während der dänische Aviatifer Svendsen im Aeroplan das Aerodrom auf Amager umfreiste, entstand plötzlich auf unaufgeklärte Weise Feuer int Benzinmotor. Der Aeroplan verbrannte vollständig, Svendsen sprang herab und erlitt nur leichte Berlegungen. Eisenbahnfatastrophe in England.
London, 24. Januar. Bei einem Bahnunglück, das gestern vormittag in Wales auf der Tafftal- Linie infclge Bu= sammenstoßes eines Personenzuges mit einem Kohlenzuge stattfand wurden, wie nun feststeht, elf Menschen sofort getötet und etwa vierzig verwundet. Eine schwer verlette Frau verlor Mann und Sohn. Der Personenzug, der 200 Passagiere hatte, fuhr auf den mit Material beladenen Güterzug auf: wahrscheinlich wurden im Nebel die Sig= nale falsch gelesen. Die drei ersten Wagen des Personenzuges schoben sich teleskopartig ineinander. Alle im vordersten Abteil sitzenden Passagiere wurden sofort getötet. Unter den Toten befinden sich acht Männer, zwei Mädchen und ein Knabe.
Eine englische Schngmannspatrouille überfallen. London, 24. Januar. Eine Anzahl bewaffneter. Personen griff auf einer Chaussee in der Nähe der Stadt eine Schuhmannspatrouille von vier Mann an. Ein Schutzmann wurde getötet, zwei andere schwer verletzt.


