Einzelbild herunterladen

helfifchen Staats gleichen Mona Millionen onen-2.20% en aus fonftigen Bei der Beur n, daß der April

Des Ofterfestes Berttage weniger jen Abgeordne nen der Proving Je der Rettoren Ben bei Bered

n der Petition

en Beamten die

hlt werde, wäh 10 Prozent nur lagen erhalten, ing bleibt. Ge Orten, unter zung ungeret fich ferner mit Der sogenannten 5 sämtliche Be gung. ntenversicherung. Entwurf eines Abweichungen igers" über die ndesrat auf An

Die Kaffen es errichtet sein der Unterneh en. Die Kassen stungen minde vährleistet sein. reichsgesetzlichen men; besondere Den Versicherten ei der Entschei ungen den Vor ung eingeräumt Faz. Wie New undheitszustand Terzte befürchten

Weinversteige Ciedrich Heinrig ach wurden für 18310 M gezahlt, te Preis, der je

Revision der wurde der 39 im Laufe der ? Ein Tele der transat eine Ballon

daß es sich um der, wie erin

em Versuch, den

Wie aus Mün fierten Arbeiter esperrt worden. erden davon be veröffentlichten re in England Davon allein 54 Maler Theile einem selbstkon n etwa 10 Me te zur Erde und

e sich gestern in allons, der dem

te auf dem Bo

aus, wobei die verfing sich in mit Mühe ge

zelheiten an die Sonntag in der ſt ein Aeroplan ndert Personen

Lammel in a

13 so dumm wie

o bös und bär

Berlin. Ich hab

die seien arg

bran, daß fie

uf. Rann fin

weiße Fell vom

Du denn partu

ach, daß Du hem

t.

ft Dich amüfiere

"

fümmt mir fu azwischen, und ich mal heraus anders zugeht."

Zähne, das gab und zwar unan

athi fannte das

einzulenten oder

tigen. Diesmal wohl gar, ihr das sollte ihm

dt, erflärte er:

mit ihrem Ge

denn durchaus

aber das fag i

ch so lang weg

ne, wenn Du an

wird dann schon was nit hierher

Befuch"( 1)

mehr oder minder schwer verletzt wurden. An dem Auf­lommen von fünf schwerverletten Personen wird gezweifelt. Amerikanische Lynchiustiz. In Lake City in Florida wurden sechs Neger von einem Volkshaufen aus dem Ge­fängnis geholt und erschossen, weil sie im Verdacht standen, einen weißen Farmer erschossen zu haben.

Selbstmord auf dem Friedhof. In Patti bet Messina fanden Arbeiter auf dem Friedhof die Leiche eines etwa 40jährigen Deutschen an einem Grabe inmitten einer gro Ben Blutlache. Er hatte sich erschossen. Vorher hatte er nach den Umständen geforscht, unter denen die an dieser Stelle begrabene junge Dame gestorben war.

Schredenstat einer Wahnsinnigen. Als ein bekannter Berner Fremdenführer nach Hause zurückkehrte, bot sich thm ein furchtbarer Anblid dar. Seine Frau hatte in einem Anfall von Geistesstörung zwei von ihren vier Kin­dern den Hals durchschnitten, die beiden anderen schwer verletzt und sich dann selbst erschossen.

Vermischtes.

Die Herzogin von Hohenberg. Zwischen dem Kaiser Franz Josef und dem Erzherzog- Thronfolger Franz Fer­dinand besteht eine leichte Verstimmung, weil dieser eine neue Rangerhöhung seiner Gemahlin wünscht. Er ver­langt, daß sie vor den unverheirateten Damen des Kaiser­hauses rangiere. Der Kaiser verweigert aber die Er­füllung dieses Wunsches, weil dadurch wohlerworbene Rechte dieser Damen verletzt würden. Infolgedessen hat der Thronfolger, wie wir bereits frilher meldeten, die Teilnahme an den Krönungsfeierlichkeiten in London ver­weigert, und mit der Vertretung des Kaisers ist der Erz­herzog Josef beauftragt worden. Man nimmt an, daß der Thronfolger später als Kaiser die gewünschte Rang­erhöhung durchführen wird, indem er sie zur Kaiseringe­mahlin ernennen wird. Trotzdem aber bleiben für die Zutunft Schwierigkeiten bestehen. In Ungarn ist sie voll­gültige Königin, weil dort die Ebenbürtigkeit nicht ver­langt wird. Trotzdem sind aber ihre Kinder nicht zur Thronfolge berechtigt nach der Bestimmung der pragma­tischen Sanktion, daß nur der Erbe des Kaiserhauses die Stephansfrone tragen kann, der zugleich in Oesterreich erb­berechtigt ist, und da nach dem Gesetz die Kinder aus der morganatischen Ehe von der Erbfolge ausgeschlossen sind. Auch als Kaiser hat der Thronfolger nicht die Möglich­keit, Veränderungen zu schaffen.

Zu den gemeldeten Unterschlagungen auf dem Gör­lizer Bahnhof in Berlin wird weiter berichtet, daß der verhaftete Assistent Heinze heißt. Er ist nach seinem Ge­ständnis zunächst durch die Not auf den Gedanken gekom­men, sich an den amtlichen Geldern zu vergreifen. Die Krankheit eines Kindes, das er später durch den Tod ver­lor, brachte ihn in die erste Verlegenheit. Er sowohl wie auch die Assistentin Michaelis benutzten zu ihren Manö­vern die Fahrkarten, die nicht voll bezahlt werden, Kinder­farten usw. und verstanden es, die Kontrolle zu ver­schleiern. Als jetzt durch Stichproben Unregelmäßigkeiten in größerer Anzahl festgestellt wurden, bestellte man Heinze und die Assistentin auf den vergangenen Freitag zur Revision. Beide blieben aus. Es ergab sich, daß Heinze auch noch die letzte Tagestasse eingesteckt hatte. Mit dieser irrte er in den Vororten umher, bis es ihn am Sonn­tag morgen nach seiner Familie zog. Die Assistentin, die ganz unabhängig von Heinze vorgegangen ist, hat die letzte Tagestasse nicht angerührt. Sie hat schon wiederholt ihrer Schwester gegenüber Selbstmordgedanken geäußert. Wahr­scheinlich hat sie denn auch den Tod gesucht.

Der Vater vom eigenen Sohne überfallen. Der 20­fährige Kellner Fischer in Hamburg stahl vor kurzem sei­nem Vater, der in einem Varietee Kassierer ist, 100 M aus dessen Kasse und ging damit nach Dresden. Hier lernte er den Klempner Gothmann kennen und beide plan­ten nun einen neuen Raub an der Kasse des Varietees. Sie fuhren wieder nach Hamburg und lauerten dem heim­fehrenden alten Fischer nachts im Hausflur auf. Hier warfen sie ihm eine Schlinge um den Hals, doch der Ueber­fallene wehrte sich so kräftig, daß die beiden Verbrecher ent­flohen. Es gelang indes alsbald den Sohn festzunehmen, fein Kumpan wurde am anderen Morgen verhaftet.

Der wohlgelungene Bootsunfall". Ueber ein Boots­unglück auf der Oberspree berichteten am Montagmorgen einige Berliner Blätter. Am Neuen Eierhäuschen" in Treptow, hieß es, fenterte ein mit drei Personen, zwei Her­ren und einer Dame, besetztes Ruderboot, weil die In­sassen während der Fahrt die Plätze wechselten. Alle drei Personen fielen in das infolge des böigen Windes bewegte Wasser usw. Ganz so gefährlich, wie es aussah, war aber die Geschichte doch nicht. Denn der Berichterstatter hat vergessen, hinzuzufügen, daß es sich nur um eine wohlvor­bereitete kinematographische Aufnahme handelte.

Ein verzweifelter Deserteur. Wie aus Posen gemeldet wird, war vor 22 Jahren der Unteroffizier 3borowski vom Ulanenregiment in Militsch nach Rußland desertiert. Zborowski kehrte jetzt in seine Vaterstadt Pleschen zurück und meldete sich als Deserteur beim dortigen Meledamt; er wurde in Haft genommen und am folgenden Morgen erhängt aufgefunden. In Rußland hat er eine Frau und fünf Kinder zurüdgelassen.

Eine Frau als Zugabe. Auf eine nicht alltägliche Weise wird in einer großen Tageszeitung eine Hei­ratsannonce veröffentlicht. In dieser wird zuerst ein Gut von 500 Morgen Land angeboten. Dann werden die ge­naueren Verhältnisse des Besizers angegeben, daß das Gut aus schönen Gebäuden besteht, rings um den Hof von Land umgeben und daß 50 Morgen schlagbaren Waldes, 60 Stüd Rindvieh, 20 Pferde und 40 Schweine zu diesem gehören. Zuletzt wird dem eventuellen Käufer, der ein strebsamer Landwirt von höchstens 40 Jahren sein soll, die gute Gelegenheit in Aussicht gestellt, eine gebildete, hüb­sche Dame zwecks Heirat dabei fennen zu lernen. Und dies alles ist für den wohlfeilen Preis von 170 000 Mark zu haben. Hoffentlich findet sich bei den anscheinend so sehr günstigen Bedingungen recht bald ein passender Reflektant, der Gut und Mädchen erwirbt.

Das Riesenschulkind. Die Volksschule des fleinen Or­tes Daun in der Eifel kann die Ehre für sich in Anspruch nehmen, dem größten Schulkind die Weisheit einzutrich­tern. Das Riesenkind ist ein Mädchen von 13 Jahren, das 1 Meter und 72 Zentimeter mißt und 140 Pfund wiegt. Für solche Dimensionen waren aber die Schulbänke in Daun nicht berechnet, sie waren zu eng und bedrückten den Körper des Riesenfindes so start, daß dieses sich genötigt sah, während des Unterrichtes zu stehen. Da man eine solche Tortur auch von einem Riesenkind nicht verlangen fann, beantragte der Vater des Kindes die Schulentlassung feiner Tochter. Damit hatte er aber kein Glüd. Die könig­Itche Regierung in Trier hat nur eine zeitweilige Beur­laubung des Riesentindes mit Rücksicht auf seine tranke Mutter gestattet.

Was hat die neue Rheinbrüde in Cöln gekostet? Aus­

schließlich der beiden Reiterstandbilder hat die Brüde 13,3 Millionen Mark gekostet. Das sind kaum 1,5 Millionen Mart mehr als vor etwa 50 Jahren die alte Rheinbrücke, die früher an ihrer Stelle stand, gekostet hat, obwohl an der neuen Brüde allein die dreifache Menge an Eisenwerk verbaut wurde, obwohl sich auch der ganze Bau erheblich schwieriger gestaltete, die Arbeitslöhne seitdem um das Mehrfache gestiegen und der Geldwert um die Hälfte ab­genommen hat. Den größten Anteil an dieser Verbilli­gung trägt die Verbesserung der Eisentechnik. Die neue Rheinbrüde hat bewiesen, daß man solche Bauten heute um das Dreifache billiger herstellt als vor 50 Jahren.

Ein 159facher Raubmörder. Aus Smyrna wird ge­schrieben: Dieser Tage wurde der berüchtigte Bandit Kara­Ali, ein Mitglied der Bande des anatolischen Räuberkö­nigs" Tschatirdschali vom Strafgericht zum Tode verurteilt. Nach den Gerichtsaften hat dieser Unhold während seiner zehnjährigen Räuberlaufbahn nicht weniger als 159 Men­schen ermordet. Sein Häuptling Tschakirdschali selbst spot­tet freilich noch immer der jahrelangen Verfolgung durch die türkischen Truppen. Vor einigen Wochen glaubte der Muchtar( Dorfälteste) eines Bergnestes den Schlupfwinkel des größten Banditen des Jahrhunderts den Behörden ver­raten und die 1000 Pfund Kopfgeld verdienen zu können. Als die Truppen antamen, fanden sie das Nest wieder leer, dafür aber den Angeber samt Weib und Kind ermordet. Man brauchte nicht zu fragen, von wem? Durch verschwen­derische Freigebigkeit gegenüber seinen Hehlern, durch furchtbaren Terrorismus gegenüber Verrätern sichert sich Mehmed Tschakirdschali wohl noch auf lange die tatsächliche Herrschaft über das Gebiergsland des Vilajets Smyrna­Aidin.

Wettrennen zwischen Schildkröten. Auf den Dampfern der Hamburg- Amerika- Linie haben besonders die ameri­tanischen Passagiere infolge der Langeweile, die eine See­fahrt mit sich bringt, einen neuen Sport geschaffen, der bei den jungen Leuten der Neuŋorker Lebewelt sehr schnell Eingang gefunden hat. Es ist dies die Veranstaltung von Wettrennen, die zur Abwechslung nicht zwischen den schnellsten Tieren, sondern zwischen den langsamsten und trägsten, nämlich den Schildkröten, veranstaltet werden. Die amerikanischen illustrierten Zeitungen( übrigens auch schon die deutschen) bringen Photographien von diesen eigenartigen Wettrennen, die folgendermaßen veranstaltet werden: Zwei oder mehrere riesige Schildkröten werden nebeneinandergesetzt; die Reiter oder Jokeys, die sie len­ten, sind Knaben von 10 bis 12 Jahren, die die Tiere an Zügeln festhalten. Auf ein bestimmtes Zeichen geht das Rennen" los. Die Knaben versuchen auf alle Art und Weise die Tiere zu etwas schnellerem Galopp" anzu­spornen, da natürlich auch hier derjenige der Sieger ist, der sein Roß" zuerst ans Ziel bringt. Die Hauptsache bei diesem Sport ist den Amerikanern der Umstand, daß er Wetten möglich macht. Es wird denn auch hier so viel ge= wettet, wie nicht einmal bei den Pferderennen, da hier die Aussichten noch viel unsicherer sind als bei den Pfer­den, bei denen man ungefähr nach Kenntnis ihrer Fähig= feiten und Leistungen den Ausgang des Rennens voraus­sehen kann. Bei den Schildkrötenrennen sind diese Berech= nungen naturgemäß viel unsicherer. Das beste ,, Rennpferd" ist bisher die Schildkröte Condor", die einem Mitgliede der Familie Astor gehört. Sie hat schon mehrere Rennen glänzend gemacht und zeigt eine gewisse Kampfeslust. Die Rennstrecke beträgt 10 Meter, die durchschnittlich in vier bis sechs Stunden zurückgelegt wird.

Eine Wurstrevolution steht in Frankreich bevor: Der umhüllende Darm soll als unsauber und unhygienisch be= seitigt werden. Was an Würsten in Frankreich gestopft wird, soll in neuer sauberer Hülle auf den Tafeln erschei­nen. Das Lebensmittel- Syndikat hat nach zustimmenden Gutachten des Ackerbauministers beschlossen, daß künstliche Häute an Stelle der Därmen treten sollen. In Gaze stellen sich in Zukunft die Würste in Frankreich ein, ganz genau in der Gaze, welche die geschmeidigen Balleteusen umflat­tert, natürlich aber in einer besonderen Zubereitung. Die Gaze wird mit Gelatine überzogen, gepreßt und mit Alaun behandelt. So soll allen Gefahren der Bazillenübertragung gesteuert werden. Einen Nachteil hat ja diese Erfindung. Es gibt ja arme Schlucker, die ihr Wurstendchen mit allem Zubehör herunterzuschlucken pflegen: diese Armen werden natürlich in der Alaungaze eine sträfliche Beeinträchtigung ihrer Magenbedürfnisse sehen und die hygienische Erfin­dung als eine Gehässigkeit des kapitalistischen Regimes ver fluchen.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Ein neuer Novellenband von Sudermann. Hermann Sudermann hat soeben bei Cotta in Stuttgart einen neuen Novellenband" Die indische Lilie" erscheinen lassen. Fast alle diese sieben, meist in knappen Umrissen gehaltenen Ge­schichten, deren erste dem ganzen Buche den Titel gibt, spielen in dem modänen Berliner Milieu, das der Dra­matiker Sudermann einst mit so unerbittlicher Schärfe in Sodoms Ende" zeichnete. Die indische Lilte" ist eine Skizze aus der Aristokratenwelt, Der Lebensplan" eine Studentennovelle, Das Sterbelied" eine Krankengeschich­te aus Nervi, Die leidende Dritte" und Herbst" zeichnen Typen aus der modänen Gesellschaft." Fröhliche Leut" ist ein kurzes Kindergeschichtchen, und die letzte der sieben Novellen, Thea", gibt sich als eine großstädtische Liebes­phantasie, in der der Realismus der voraufgehenden No­vellen poetisch ausklingt.

Unsers Kaisers Tochter.

,, Des Kaisers Tochter hat die Herzen der Londoner im Sturm erobert. Ueberall erregt sie Begeisterung durch ihr gewinnendes Lächeln und ist der Gegenstand höchsten In­teresses für jeden, mit dem sie in Berührung kommt. Schön, blauäugig, über mittelgroß, von anmutig schlanker und da= bei geschmeidig kraftvoller Gestalt, rasch in ihren Bewegun= gen und in ihrer Sprechweise, und mit einem Gesichtsaus­druck, sobald sie mit jemand spricht, als wenn sie gerade mit dem bedeutendsten Individium der Welt in Unterhal­tung wäre." Mit solchen Worten leitet Margaretha von Königsberg" eine anschauliche Federzeichnung ein, die sie von der Persönlichkeit und dem Wesen der Prinzessin in einem Londoner Blatt entwirft.

Meine Bekanntschaft mit der Prinzessin datiert schon von ihrer Kindheit her," heißt es weiter, das erstemal fam ich mit ihr in nähere Berührung, als sie noch ein kleines Persönchen von vier Jahren war. Damals spielten sie und ihre Brüder zusammen auf den Sandhausen im Park von Wilhelmshöhe. Ste führte über ihre Brüder ein strenges Regiment. Ihr leisester Wunsch galt als Gesez, und alles, was sie tat, tat sie mit dem Stolz ciner kleinen Königin, die sieht, daß ihr ihre Untertanen gehorchen. Um die Wahr­heit zu sagen, der Kaiser verzog sie damals schrecklich, und die Kaiserin mußte eingreifen, damit ihr nicht aller Willen gelassen würde. Die Kaiserin hat in der Tat ihre Tochter erzogen, denn sie wählte persönlich alles aus, was mit ihrer Bildung und mit ihrem Unterricht in Beziehung stand und empfing nicht nur wöchentlich einen Bericht über die Leistun= gen der Prinzenin. sondern war auch häufig im Schulzim­

mer anwesend. Die Kalfertn tft, wie alle deutsche Fürstin nen, sehr häuslich. Deshalb hat sie eifrig dafür gesorgt, daß ihre Tochter sich in derselben Weise betätigte. Eine Zeitlang wurde Tag für Tag damit verbracht, die Prinzessin in die Haushaltungspflichten einzuweihen. So ist die Prin zeffin so häuslich erzogen worden, wie irgend ein Mädchen ihres Landes.

Eins ihrer größten Vergnügen besteht darin, früh am Morgen den Platz ihrer Mutter einzunehmen, ihrem Vater den Kaffee zuzubereiten, und ihm die Knüppel" zu stret­chen, bevor er seinen Ausritt unternimmt, wenn selbst der größte Teil des früh aufstehenden Potsdam noch im Schlaf liegt. Wenn es nötig wäre, könnte die Prinzessin ein recht anständiges Mittagessen tochen, denn sie versteht sich auf diese Kunst und hat bei der Zubereitung von Speisen das, was man mit einem füchentechnischen Ausdruck eine leichte Hand" nennt.

Wie in den häuslichen Tugenden, so hat die Prinzessin auch in der schweren Kunst der Sparsamkeit eine gute Schule empfangen. Weder der Kaiser noch die Kaiserin dul­den irgendwelche Verschwendung und haben ihren Kindern den wahren Wert des Geldes erkennen gelehrt. So ist es noch jetzt, obwohl die Prinzessin über ihre eigenen Reve­nüen verfügt, und ihre Toilette bis einem gewissen Punkte sich selbst auswählen darf. Die Prinzessin hat wie ihr Va­ter Begabung für die Musik und die schönen Künste und ähnelt ihm überhaupt in vieler Hinsicht. Sie ist in vier oder fünf Sprachen trefflich zu Hause und spricht englisch mit einem Akzent, dem man kaum die Ausländerin an merkt."

3ur Katastrophe bei Issy

Wie von einer Pariser Zeitung berichtet wird, unter­hielt sich Kriegsminister Berte aur am Freitag mit dem Deputierten Rabier über den Wettflug Paris- Madrid und äußerte dabei: Ich werd. dem Start beiwohnen; aber ich bin nicht ohne Besorgnis. Es wird eine große Volksmenge dort sein, und ein Unglücksfall ist immer zu befürchten. Wenn ein Flugzeug auf die Zuschauer stürzen sollte, es wäre entseßlich. Ich wollte, der Sonntag wäre vorüber! Ein Berichterstatter erzählt, daß Berteaux, als er sah, wie die Truppen sich oft vergeblich abmühten, die Zu­schauermenge zurückzuhalten, zum Polizeipräfeften fagte: Wie wäre es, wenn wir ein gutes Beispiel gäben und zu unseren Tribünen zurückkehrten! Einige Sekunden später ereignete sich die Katastrophe.

Die Beerdigung des Kriegsministers Berteaux ist für Freitag angesetzt worden. Das förperliche und seelische Befinden des Ministerpräsidenten ist zu­friedenstellend. Er ist fieberfrei und hat mehrere Stunden geschlafen. Monis unterhielt sich Montag vormittag bei großer Geistesklarheit mit dem Unterstaatssekretär Constant über die Marokkoangelegenheit und erkundigte sich nach dem Befinden des Kriegsministers, den er schwer verwun det glaubt. Obwohl die Besserung im Befinden Monis die Besorgnisse seiner Umgebung zerstreut hat, wird versichert, der behandelnde Arzt Professor Lannelongue werde sich erst in drei Tagen endgülti über den Zustand des Verletzten äußern können.

Weitere Beileidskundgebungen.

Die Norddeutsche Algemeine Zeitung" schreibt aus Anlaß der Katastrophe vor den Wällen von Paris: Es ist feineswegs nötig zu sagen, daß die deutsche Regie­rung und das deutsche Volk, durch dies menschlich er­schütternde Unglück tief bewegt, die Trauer des fran= zösischen Volkes und der französischen Regierung aufrichtig teilen."

Die russische Reichsduma beauftragte nach Eröff= nung der gestrigen Sibung das Präsidium, dem befreunde­ten, verbündeten Frankreich aus Anlaß des Unglücks tele­graphisch das Mitgefühl und Bedauern der Reichsduma auszudrücken.

Drabtnachrichten und neuestes.

Durch einen Polizeihund des Mordes überführt.

0 Merseburg. 23. Mai. In Hettstedt erschoß der 24­jährige Messingarbeiter Buettner gestern abend im benach barten Walde seine Braut. Er ging darauf zur Polizei und gab an, daß im Walde die Leiche seiner Braut liege. Die Tat bestritt er entschieden. Ein Polizeihund nahm von dem Manne Witterung, stürzte sich auf ihn und warf ihn zu Boden. Vor Schreck gestand er nun die Tat ein, gab aber an, das Mädchen auf ihren eigenen Wunsch erschossen zu haben.

Furchtbare Tat einer Mutter.

Plauen, 23. Mai. In der vergangenen Nacht durch­schnitt in Brambach in der Nähe der böhmischen Grenze die Ehefrau des Hilfsweichenwärters Adler ihren ältesten Kindern im Alter von vier, sieben und acht Jahren mit einem Rasiermesser die Kehle und ertränkte sich darauf mit ihren beiden jüngsten Kindern im Alter von wenigen Wochen und anderthalb Jahren im Mühlbach. Diebstahls­verdacht hat die Frau, die in einem Briefe ihre Unschuld beteuert, zu der furchtbaren Tat veranlaßt.

Opfer des Hochwassers in Schlesien.

Ratibor 23. Mai. Bei dem Hochwasser der Oder sind der Gendarm Müller aus Mährisch- Ostrau und zwe andere Personen ertrunken. In Troppau ist ein Haus in folge des Hochwassers eingestürzt. Der Schaden, der durch das Hochwasser angerichtet wurde, ist sehr groß.

Eine Gegenrevolution in Portugal? London, 23. Mai. Wie ein hiesiges Blatt meldet, haben die hier lebenden Portugiesen die Nachricht erhalten, daß eine Erhebung gegen die Republik sorgfältig vorbe reitet werde, deren Ausbruch in Lissabon unmittelbar bevor­stehe. Die Monarchisten in Oporto sollen das Signal zur Erhebung geben.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 22. Mat. Viehmarktpreise vom 22. Mai. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt noch ( Lebendgew.) M 49-54,( Schlachtgew.) M 89-93, nicht gezogen haben( ungejocht)( Lebendgew.) M 48-53, ( Schlachtgew.) M 87-91, 6) junge fleischige, nicht ausgemä­stete und älter ausgemästete( Lebendgew.) M44-48, ( Schlachtgew.) M 80-87, c) mäßig genährte junge, gut ge­nährte ältere( Lebendgew.) M 42-44,( Schlachtgew.) M 76 bis 81. B. Bullen. a) vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgew.) M 45-49,( Schlachtgew.) M 75 bis 81, b) vollfleischige jüngere( Lebendgewicht) 3842 M ( Schlachtgewicht) 63-70 M. T. Färsen und Kühe: a) voll­fleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Le= bendgewicht) 42-45 M,( Schlachtgewicht) 75-81 M, 6) voll­fleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) 41-44 M,( Schlachtgew.) 76-79 M, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Lebendgew.) 39-41 M, ( Schlachtgew.) 75-79 M, do. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwid. jüng. Kühe( Lebensgewicht) 35 bis 40 M,( Schlachtgew.) 65-74 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendge: p.) 27-33 M,( Schlachtgem.) 54-66 M, e) gering genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) 19-26 M, ( Schlachtgew.) 43-59 M. D. Gering genährtes Jungvieh ( Fresser) M. Kälber: a) Doppellender feinste Mast-' M, b) feinste Mast-( Vollmilch- Mast) und beste Saugfälber( Le­bendgewicht) M.( Schlachtgem.)- M, c) mittlere Mast­und gute Saugfälber( Lebendgew.) 50-55 M,( Schlachtgew.) 83-91 M, 5) geringe Saugkälber( Lebendgem.) 48-51 M, ( Schlachtgem.) 81-86.