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Was wird aus der Türkei?

Feinde ringsum.

Die Gewehre tnallen an allen Grenzen des tfirft­schen Reiches. Das gemeinsame Vorgehen großer alba­nischer, mazedonischer, bulgartscher, griechischer und montenegrinischer Räuberbanden gegen die Länderge­blete des Sultans läßt feinen Zweifel mehr darüber zu, daß es den verschiedenen türfenfeindlichen Staaten auf der Baltanhalbinsel daran gelegen ist, die ganze Baltanfrage wieder aufzurollen, denn sonst würden sie thre Herren Räuber wohl in Schach halten. Aber diese dienen nur als Avantgarde des regulären Heeres, und bald genug wird es sich herausstellen, daß die General­stäbe bereit sind, den Räuberbanden auf das türkische Gebiet zu folgen. Die Schwierigkeiten der osmanischen Regierung wachsen in verhängnisvoller Weise. Das Ansehen, das sich leitende türkische Offiziere bet der Er­ringung der Verfassung erworben haben, der Fleiß, mit dem an der Ausgestaltung des Heeres gearbeitet wurde, die schneidige Art der Eroberung Konstanting­pels nach dem bekannten Aprilputsch halten die feind­lichen Nachbarn der Türkei eingeschüchtert. Die ersten Waffentaten in Albanten hamen hinzu Heute ist aber dieser Ruhm im Abflauen begriffen, da es den türkischen Truppen nicht sofort gelungen ist, die aufständischen Ma­lisforen und Mirditen niederzuschlagen.

Als die Nachbarn der Türfet noch in der ersten Angst standen, fonnte Sultan Mohammed sagen: Freunde ringsum! Wenn es auch falsche Freunde wa ren, sie stellten sich immerhin friedlich und schossen nicht. So genau nimmt man es auch heute nicht mit Freund­schaften auf der orientalischen Goldwage. Heute heißt es; einde ringsum! Ehemals schlugen sich die orientalischen Christen auf madezonischem Boden ge­genfettig die Schädel ein, fetzt aber stehen sie zusammen und werden dadurch äußerst gefährlich. Der gemein­same Haß verbindet alle. Die Türkei vermag sich nicht mehr mit ihrer ganzen Macht gegen ihre Widersacher zu fehren, ohne daß sie den gemeinsamen Angriff aller anderen befürchten muß. Ringsum liegen die Habgie­rigen auf der Lauer und glauben, daß bald der gün­stige Augenblid fommen wird, um das türkische Wild zur Strede bringen zu können. Die nahende Katastro­phe wird die schwerste sein, die das Osmanentum je durchzumachen hatte. Der gesteigerte Verkehr hat der Türfel zwar große wirtschaftliche Bortelle gebracht, aber er hat auch unliebsame Folgen gehabt. Die elit­zelnen Nationalitäten auf der Baltanhalbinsel kommen mehr mit der Außenwelt in Berührung, sie lernen thre Raffe und thre Glaubensgenossen fennen und entfrem­ben sich damit dem osmanischen Einheitsstaat.

Das türkische Staatsschiff treibt den reißenden Strom hinunter und dem Sturz entgegen, wenn es der Hirfischen Regierung nicht bald gelingt, durch ein ener­aisches Bugreifen einen neuen Halt zu gewinnen. Aller­Bings hat Rußlands Note an die Pforte und Dester­reichs bedenkliche Wendung die Tatkraft der Türkei ge­lähmt. Im Hintergrunde verspürt man auch die fcind­liche Hand Englands. Vielleicht besinnt man sich am Goldenen Horn bald darauf, daß das türkische Heer­wefen eine gewaltige Verbesserung erfahren hat. Ohne Zweifel sind die Jungtürfen taftlich und strategisch auf der Höhe. Wenn fic thrc erole schwankende Herrschaft in Europa nicht liquidferen und sich völlig auf Klein­aften zurückzteben wollen, ist es an der Bett, ein Bei­chen der Straft zu geben und den Räuberbanden die Gewehre aus der Hand zu schlagen. Durch Zurlickwet­chen sind die Flammen des Aufruhrs nicht zu unter­bricken.

nach Vangnäs begeben, das gegenüber von Balestrand liegt und von diefem durch den Fjord getrennt ist. An der äußersten Stelle von Vangnäs, die Framnäs ge= nannt wird, und wohin die Sage den Wohnsitz des jum­gen Helden Fridtjof verlegt, foll das vom Stalfer ge­ftiftete ri otiofdentmal seinen Platz erhalten, und hier war jetzt eine Pappfigur mit den Umrissen des Denfmals aufgestellt worden. Einzelne norwegische Korrespondenten hatten dies als einen Scherz betrachtet, der von der Umgebung des Kaisers ins Wert gesetzt worden wäre, während es sich in Wirklichkeit darum handelte, zu prüfen, wie das Denkmal wirken würde. Die Fridtjofstatue wird schon aus weiter Ferne zu sehen sein, da sie gewaltige Dimensionen erhält, nämlich 10 Meter Höhe, und diese Gestalt wird auf einem 6 Meter hohen Sockel stehen, der sich wieder auf einem gegen 5 Meter hohen Hügel von Felssteinen erhebt.

Von der Nordlandsfahrt bes Baisers wird der Voss. 3tg." aus Christiania gemeldet: Bie gewöhnlich bei seinen Nordlandfahrten, veranstaltete Der Kaiser auch diesmal auf der Hohenzollern" einige Festlichkeiten, zu denen eine Anzahl Landesbe­wohner eingeladen wurden. So gab es während des Aufenthaltes in Bergen einen Ball und Montag nach­mittag fand auf der faiserlichen Jacht ein Teesest mit Tanz statt, das ein Ereignis für Balestrand und seine Sommergäste bildete, indem dazu u. a. eine größere Anzahl norwegischer Damen Einladungen erhalten hatten. Kurz vor 5 Uhr nachmittags wurden die Gäste mit Motorbooten zur Hohenzollern" befördert, wo der Kaiser sich sämtliche Eingeladenen vorstellen ließ. Ster auf nahm man an fleinen Tischen auf dem Achterschiff den Tee ein und dann begann der Tanz, bei dem sich die deutschen Offiziere unter der seiangen des Orchesters der Kaiserfacht fleißig mit den norwegischen Damen schwangen. Zwischen den Tänzen wurde Champagner gereicht. Der Kaiser unterhielt sich lebhaft mit den äl feren Damen und führte sie durchs Schiff. Um 8 Uhr war die Festlichkeit, die den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben dürfte, zu Ende, und sämtliche Damen erhielten zum Abschted amüsante Andenken. Am Tage zuvor hatte sich der Satser mit seinem Gefolge

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Jugendfreundschaft.

Roman von G. v. Schltppenbach. ( Nachdruck verboten.)

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Englische Hekversuche gegen Dentschland werden wieder einmal aus London bekannt. In den Letarti­felspalten der Daily Mail läßt sich ein sonderbarer Menschenfreund vernehmen, dem es angst und bange um die Gesundhelt und das Leben der armen deutschen Matrosen ist, von denen einige nach französischen Be­richten die heißen Nächte am Strand von Agadir ver­brachten: Denn die Küste von Agadir ist ein gar ge­fährlicher Ort- besonders bei Nacht! Die Deutschen sollten sich erinnern, daß sie uneingeladene Gäste sind, und daß thre widerwilligen Wirte nicht allzusehr in Versuchung geführt werden dürfen. Das Volk von Sus hat nicht den Ruf großer Gastfreundschaft, und die am Strande schlafenden deutschen Matrosen könnten wohl die Helden von Agadir reizen, in der Finsternis der Nacht ein paar Kehlen durchzuschneiden. Ein derartiges Ereignis wäre sehr zu bedauern, denn erstens würde Deutschland dabei einige seiner tapferen Matrosen ein­bitßen, und zweitens würde Deutschland dann die pein­Itche Aufgabe haben, deren Verlust durch das Bombar­dement von Agadir und die Besizergreifung des Hafen­ortes zu rächen." In dieser Weise, die wißig sein soll, fährt der Leitartikel der Daily Mail fort, die Franzo= sen gegen die Anwesenheit des deutschen Kriegsschiffes in Agadir aufzuheben. Daß der Artikel nur geschrieben wurde, um nach Frankreich telegraphiert zu werden, ist zweifellos.

Robert, der leider mein Verwandter ist, hat hier ein leichtsinniges Leben geführt und sein großes Ver­mögen vergeudet; er hat seiner Mutter Herz gebrochen und geht jetzt darauf aus, eine reiche Bartte zu machen; ich bedaure jedes Mädchen, das seine Frau wird. Hütten Ste sich vor thm, gnädige Frau. Sie schreiben mir, daß Latour die Verlobung mit Ihrer Pflegetochter erzwun­gen hat. Lösen Sie diese Verlobung so schnell als mög­Itch, ein Mensch wie Robert Latour ist nicht wert, ein reines, junges Mädchen zu heiraten, er würde sie gren­zenlos unglücklich machen. Ich bekräftige als Ehren­mann meine Worte, sie beruhen auf Wahrhelt. Mit der vollkommensten Hochachtung, gnädige Frau,

Ihr ergebenster

Gaston Latour."

So, ich denke, das ist genug," sagte Olden, es bleibt mir nur noch übrig, Ihnen im Namen Frau Hatdecks zu sagen, daß Fräulein Grotenbach arm ist und keinerlei Hoffnungen auf den Reichtum ihrer Pflegemutter erheben kann, da dieselbe eine Tochter hat, die die alleinige Erbin ist."

" Ich habe mein Spiel verloren," murmelte Latour fassungslos, ich denke, es ist besser, ich empfehle mich." Ja, und zwar so bald als möglich!" rief Olden heftig, bitte!" Er öffnete die Tür und Latour ließ es sich nicht zweimal fagen; er verschwand schleunigst und reiste, ohne Eva noch einmal gesehen zu haben, per Schiff ab.

An demselben Morgen fam Frau Grotenbach uit erwartet in Strandhof an. Anna Haideck unterrichtete sie von dem Vorgefallenen.

Das Schwerste liegt uns noch ob, wir müssen Eva die Augen öffnen," sagte ihre Mutter weinend, ich

Die Borberatungen zur Gründung eines Reichs­deutschen Mittelstandsverbandes" wurden dieser Tage in Leipzig fortgesetzt. Es waren über 100 Verbands­abgeordnete und Vertreter von Handwerks- und Ge­werbekammern erschienen. Die Verhandlungen erfolg­ten unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Nach sehr ein­gehender Debatte genehmigte die Versammlung fol­gende Entschließung: Der erweiterte Ausschuß zur Gründung des Reichsdeutschen Mittelstandsverbandes" nimmt mit Genugtuung Kenntnis von der allsettigen Zustimmung, die sein Aufruf in den weitesten Kreisen der mittelständischen Berufsstände und bei den Hand­werks- und Gewerbekammern gefunden hat, und weist die von verschiedenen Seiten( so insbesondere vom Han= sabunde) verbreitete unwahre Behauptung, daß hinter der Gründung des Reichsdeutschen Mittelstandsverban­des der Bund der Landwirte stehe, als eine frivole Ver­dächtigung gebührend zurück." Die sodann folgende Borberatung der Satzungen des Reichsdeutschen Mittel­standsverbandes nahm mehrere Stunden in Anspruch.

Mit einer Thronrebe Kaiser Franz Josefs ist am Dienstag der österreichische Reichsrat eröffnet worden. Die Thronrede beschäftigt sich mit Ausnahme eines ganz furzen Passus, in dem das innige Verhältnis zu den Verbündeten und die freundschaftlichen Beziehungen zu allen Mächten hervorgehoben werden, ausschließlich mit der inneren Gesetzgebung. Allgemein fällt die Inhalts­losigkeit des Passus über die auswärtige Polttik auf, da Aeußerungen über aktuelle Fragen namentlich über Albanien erwartet wurden. Der Eindruck der Thron= rede war, wie die Presse konstatiert, ungemein nach­haltig, nicht wegen des Fnhalts, der eher hinter den Er­wartungen zurückblteb, als wegen der Tatsache, daß der 81jährige Kaiser die Mühe der Reise von Ischl nach Wien nicht scheute, vor allem, um den Appell an die Arbeitswilligkeit des neugewählten Hauses durch sein persönliches Erscheinen möglichst zu verstärken. Die Anwesenden konnten sich übrigens von der Grundlosig= keit aller Gerüchte über das schlechte Befinden des Kai­

fürchte, es wird sie hart treffen, daß sie ihre erste, junge Stebe einem Unwürdigen schenkte."

Die beiden Mütter, die eigene und dte, die jahre­lang Mutterstelle an ihr vertreten hatte, ste sagten ihr alles in schonender Weise.

Eva war wie gelähmt. Ste hörte schweigend zu. Ihr Glaube on die Menschheit war verloren, das Jdeal, das ihr reines Herz hoch gehalten, stürzte zertrümmert in den Staub.

Stebentes Kapitel.

In Petersburg.

sers überzeugen. Es war nicht eine Spur mehr von der überstandenen Krankheit zu sehen.

Ein spanisch- französischer Zwischenfall in Marokko bildet zurzeit in Madrid und Parts das Tagesgespräch. Der Hergang ist folgender: Als der französische Konsu laragent Boiffet gestern vor den Toren von Elkfar an fam, wurde er von dem spanischen Wachtposten aufge fordert, anzuhalten und sein Gewehr auszuliefern. Boiffet verweigerte dies. Darauf fällte der Posten setn Bajonett vor dem Pferde Boissets, das sich erschrocken bäumte, und schlug das Gewehr an. Boisset wurde, es­fortiert von Soldaten, zur spanischen Kaserne geschickt. Auf dem Marsche durch die Stadt folgte eine Menschen­menge, die sich darüber belustigte, wie der französische Konsul von den Spaniern gefangen genommen wurde. Als Boisset vor den wachthabenden spanischen Offizier geführt wurde, erklärte dieser, es liege ein Frrtum vor, und ohne sich weiter zu entschuldigen, gestattete er Boiffet, sich zu entfernen. Die Franzosen sind über das eigenmächtige Vorgehen der Spanier in hellen Zorn geraten und im gestrigen Ministerrate wurde beschlossen, Spanien zu einer Erflärung über den Vorfall aufzu fordern.

Welch ein schönes Gesicht, aber wie traurig." Der Sprecher ist ein stattlicher Mann gegen Ende der Zwanziger. Den Arm leicht auf die Logenbrüstung gestützt, blickt er durch sein Glas zu einer Dame hin­über, die, in weiße Seide gekleidet, unverwandt auf die Bühne blickt. Das berühmte böhmische Streichquartett gibt heute im Marientheater eines seiner Konzerte; die vornehme Welt Petersburgs vergißt für kurze Zett ihre rauschenden Vergnügungen, um den edlen Melodien großer Meister zu lauschen. Es liegt etwas Märchen­haftes im Zusammenspiel dieser Künstler, die Menschen­feele fühlt sich gepackt, vom süßen Zauber der Musik hingerissen.

Bei dem Ausruf des jungen Nachbarn erhebt der neben ihm sigende Bekannte sein Glas und sieht nun auch zur gegenüberliegenden Loge hin.

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Ein neuer inffischer Kriegshafen in Oftafien? Wladiwostoker Blätter melden, daß der russische Ma rineminister eine Reise nach Ostasien plant, um speziell Petropawlowsk an der Ostküste von Kamtschatka zu be­sichtigen, wo Rußland einen Kriegshafen anzulegen ges denkt. Der Hafen soll geräumiger und besser als der Hafen von Wladiwostok und auch nicht so lange wie dieser mit Eis bedeckt sein.

" Ja, Grotenbach, Sie haben recht," versetzte der schon ältere Advokat Reinhard, Frau Uchatscheff tst bildschön."

" Uchatscheff!" ruft Alfred Grotenbach, heißt thr Mann Konstantin und dient er bei den Gardenlanen?" " Jawohl."

" Und seine Frau ist eine Deutsche?"

Der amerikanische Senat hat eine Gesetzesvorlage angenommen, die die Kandidaten bei den Wahlen zum Kongreß verpflichten, ihre Wahlausgaben vor und nach der Wahlkampagne zu veröffentlichen. Die Wahlkosten werden auf 10 000 Dollar für Senatoren und 5000 Dol­Iar für Abgeordnete des Repräsentantenhauses be­schränkt. Das neue Wahlgesetz hat den Zwed, forrupte Wahlen, wie sie in der letzten Wahlzeit vorkamen, zu vermeiden.

" Wie? Das wissen Sie auch?" fragte Reinhard

erstaunt.

Kleine Nachrichten.

Veteranen unserer Kriegsflotte. Die Schulschiffe " Nire" und" Rhein", sowie die Hafenschiffe" Romet" und Meteor" find jetzt aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen worden, nachdem vor einigen Tagen bereits den kleinen Kreuzer Greif" dasselbe Schicksal erreicht hatte.

Eine historische Persönlichkeit, der Oberauffeher a. D. Heinrich Funk in Augsburg, der im deutsch- fran­zöfifchen Kriege am 3. Auguſt bei Weißenburg den er­sten deutschen Kanonenschuß gelöst hat, ist, 75 Jahre alt, gestorben. Der Historienmaler Augelo Jank hat diesen Benkwürdigen Vorgang in einem großen Gemälde fest­gehalten.

Eine Junggesellensteuer von zehn Francs pro Kopf beabsichtigt die Lyoner Stadtverwaltung zu erheben. Man rechnet auf eine Einnahme von 300 000 Francs, dte zu Steuererleichterungen für Familien mit reichem Kinderfegen verwendet werden sollen.

Der wankelmütige gustav". Im Koldiger Wo chenblatt" ist folgendes Inserat zu lesen: meine fer lobung mit fräulein frida günter erkläre ich hiermit für aufgehoben. gustav nagel, wanderprediger."

Die Zahl der Fenerbestattungen in Dentschland hat im Monat Juni nach Eröffnung des Krematoriums in Dresden eine wesentliche Vermehrung erfahren. Es fanden im Juni d. J. im ganzen 604 Einäscherungen statt gegen 493 tm Vorjahr. Unter den Eingeäscherten befanden sich 368 Männer und 236 Frauen. Selbstmord eines Geschwisterpaares. Gestern er­schossen sich im Gasthaus Seealp am Fuß des Säntis in der Schweiz die Geschwister Robert und Minna Lange aus Geesteminde aus unbekannter Ursache.

In eine elektrische Wäscheroffe geriet gestern in Leipzig die Frau eines Schmiedemeisters. Ste wollte ein Rollholz herausziehen und bemerkte nicht, daß der Wagen, der zur Beschwerung der Rolle dient, heran­fam. Der Wagen dritckte die Frau gegen die an der Sette befindliche Walze und zerquetschte ihr dabet den Kopf. Die Unglückliche war sofort tot.

Ein furchtbarer Zyklon, der gewaltigen Schaden anrichtete, wütete im Gouvernement Walogdan. 40 Dörfer wurden zerstört, die zum größten Teil aus Holz­hütten bestanden. Wie groß die Gewalt des Sturmes war, geht daraus hervor. daß auch die dicken Mauern eines Nonnentlosters einstürzten. Tausende von Bauern find obdachlos.

Bu einer schweren Menteret fam es gestern im Gefängnis zu Aleppo in Syrien. Ein großes Truppen­aufgebot mußte das Gefängnis stürmen. Zahlreiche Ge fangene wurden getötet und über 40 verwundet.

In furzen Worten gibt Dr. Grotenbach die Er­klärung.

Dann verstummt er und scheint nur noch auf die Herrliche Musik zu hören. Hin und wieder schweifen seine Augen zu Karla hinüber. So sieht also jetzt der muntere Backfisch aus, den er auf Rügen neckte und der oft so schnippisch gegen ihn war. Eine ernste Frau ist daraus geworden; auf dem schönen, blassen Gesicht, in den großen, braunen Augen fehlt der Frohsinn und ein trauriger Bug ist an seine Stelle getreten. Ab­weichend von den meist dekolletierten russischen Damen, ist das weißseidene Kleid Karlas bis hoch am Halse ge= schlossen, nur ein in rotem und grünemFeuer sprühender Stein schließt den Kragen. Der auffallenden Mode zu­wider, trägt die junge Frau des Rittmeisters Uchatscheff ihr reiches, dunkles Haar sehr schlicht, die weiße Stirn frei, der satte Ton der Haut ist farblos. Dagegen sind die rtgeformten Lippen von lebhaftem Kolorit; der Mund tit herb geschlossen. Hat er das Lächeln verlernt, so früh schon? Oder bleibt er so fest geschlaffen, um nicht aufzuschreien in leidenschaftlicher Qual? In der Haltung des schlanken Frauenförpers liegt etwas mit­des, in den großen dunklen Augen ein geheimes Etwas, das von schweren Seelenkämpfen spricht, aber der Stolz steht daneben und will nicht, daß es verraten wird. " Diese Frau ist einsam, sie trägt ein tiefes Leid," das ist die Schlußfolgerung von Alfred Grotenbachs Beob­achtungen. Wien und Paris sich als Nervenarzt weiter ausgebildet Er ist erst kurze Zeit in Petersburg, nachdem er in hatte. Jetzt wollte Grotenbach auch in der Newastadt seine Kenntnisse erweitern und selbst praktizieren, er hatte gute Empfehlungen mitgebracht, und seine Tüch tigkeit sicherte ihm ein glänzendes Vorwärtskommen in seinem Beruf. War es nicht ein günstiger Zufall, daß er Karla schon heute sah? Er war entschlossen, thr set­nen Besuch zu machen. ( Forts. folgt.)

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