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bas Postamt ein und feuerte auf den nichtsahnenden| BostaffistentenNeumann durch das Schalterfenster einen Schuß ab, der letzteren infolge einer plöblichen Wen­dung glücklicherweise nur in die rechte Bace traf. Die Kugel, deren Lage mittelst Röntgendurchleuchtung fest­gestellt wurde, soll morgen entfernt werden. Die Tat fit aus Rachsucht gegen Bostbeamte geschehen, die an­geblich Briefe des G. nicht befördern wollten. G. soll infolge eines Unfalles nicht mehr im Vollbesitze seiner Geisteskräfte sein; er wurde bald nach der Tat verhaftet.

Die Flieger im Kaisermanöver. Auf Grund von Mitteilungen der zuständigen Stelle ist die Inf." jetzt in der Lage, die Anzahl der Flugapparate zu nennen, die am Kaisermanöver teilnehmen werden. Die ge­samte Anzahl für beide Manöverparteien ist auf acht Flugapparate festgesetzt worden. Es wird jedoch da= rüber strengstes Stillschweigen gewahrt, ob es sich um Ein- oder Zweidecker handelt, ferner darüber, welche Systeme den einzelnen Manöverparteien zugeteilt wer­den. Auch die Zahl der den einzelnen Parteien zuge­teilten Flugapparate wird nicht bekannt gegeben. Die Gründe für diese Maßnahmen sind folgende: Durch das Verschweigen aller in Betracht kommenden Einzelheiten der Verwendung der Flugapparate im Manöver soll verhütet werden, daß eine der beiden Parteien vorzeitig Kenntnis davon erhält, wieviel Flugapparate und wel che Systeme dem Gegner zur Verfügung stehen. Durch die Kenntnis dieser Tatsachen würden die Entschließun­gen der Parteien und die Verwendungsart der Flug­apparate vielleicht beeinflußt werden können, was unter allen Umständen vermieden werden muß. Die Verwen­dung der Flugapparate soll streng friegsmäßig sein.

Die Hinrichtung des Zengfeldwebels Müller aus Hanau wegen Ermordung seiner Geliebten ist am Don­nerstag morgen auf dem Hofe des Preungesheimer Ge­fängnisses durch den Scharfrichter Göppel aus Magde­burg vollzogen worden. Göppel ist der ehemalige Ge= hilfe und der Nachfolger des vor einigen Jahren ver­storbenen Scharfrichters Engelhardt. Es ist, wie ein Berichterstatter meldet, die vierundzwanzigste Hinrich­tung Göppels, der von Beruf Porzellanmaler ist. Der Gefängnisgeistliche Göße weilte beinahe die ganze Nacht In der Zelle Müllers, dem Mittwoch nachmittag Staats­anwaltschaftsrat Dr. Bluhme mitgeteilt hatte, daß der Kaiser das Gnadengesuch abgelehnt habe. Gestern mor= gen 5 Uhr erhielt Müller auf Wunsch eine Tasse Kaffee. Die letzte halbe Stunde verbrachte er im Gebet allein in seiner Belle. Um 6 Uhr wurde er in den Hof geführt und nach den üblichen Formalitäten dem Scharfrichter übergeben, der nach wenigen Sekunden meldete: Herr Staatsanwaltschaftsrat, die Hinrichtung ist vollzogen!" Müller starb gefaßt. Der Sarg wurde sofort an der Mauer eingescharrt. Den Leichenwagen begleiteten einige Polizeikommissare. Auf dem Friedhof hielt der Breungesheimer Gefängnisgeistliche eine Ansprache. Er hob besonders die echte Reue Müllers hervor und flehte um himmlischen Frieden für den reuigen Sünder. Vom Arbeiter zum Universitätsprofessor. Alts Kristiania wird der Frif 3tg." berichtet: Im benach­barten Eidsvold ist der Professor an der hiesigen Uni­versität J. C. Lieblein im Alter von 84 Jahren gestor­ben. Er war einer der bedeutendsten Aegyptologen Europas und Verfasser mehrerer überall anerkannter Fachwerke. Merkwürdig ist sein Lebenslauf. Bis zum 20. Jahre war er Arbeiter in einem Sägewerk, dann wurde er Kontorist, Aushilfslehrer und erst mit 28 Jahren Universitätsstudent. Der greise Gelehrte wurde während der Arbeit an einem neuen Werke von einem Herzschlage getroffen.

Eine fparfame" Hausfrau. Eine Dame Iteß sich, wie aus Würzburg gemeldet wird, ihr Gepäck von ei­nem Dienstmann zum Frankfurter Mittagsschnellzug bringen. Der Mann besorgte seinen Auftrag bestens, aber die Dame feilschte wegen 30 Pfennig, die sie went­ger geben wollte. Der Gepäckträger bat die Dame, thm doch seinen verdienten Lohn zu geben, sonst ginge schließ= lich noch der Zug ab. Richtig, während des Hin- und Herredens dampfte der Zug ab, natürlich auch mit dem Gepäckträger. Erst an der nächsten Haltestelle( Gemün­den) konnte der Genäcktränar die Sturene ameten, oie Dame mußie das Fahrgeld von Würzburg nach Ge­münden und zurück zahlen, und das alles wegen 30 Pfg.

Ausgeraubte deutsche Postsäcke für Indien und Australien. Die nach Indien und Australien bestimmte Post, welche über Brindisi geleitet wird, tam am Sonn­tag abend in einem Zustande an, die auf eine Be­raubung schließen ließ. Anfangs legte man dem 3mi­schenfalle teine große Bedeutung bet, da anscheinend die meisten Postsäcke unversehrt geblieben waren. Nach neueren Nachrichten scheint der Schaden doch erheblicher zu sein. Mehrere Postsäcke wurden vollständig geleert. In einem der beraubten Säcke fand man noch 136 un­versehrte Einschreibesendungen. Ein großer Teil der geraubten Briefschaften stammt aus Deutschland.

Eine Simmelsgabe. Eine angenehme Ueberraschung wurde auf dem Karlsruher Wochenmarkte einer Ge= müsefrau zuteil. Als das Luftschiff Schwaben" über den Wochenmarkt fuhr, fiel der Marktfrau etwas aus der

plikationen eintreten, die unsere Revanche verschieben, um nicht zu sagen, für immer verhindern."

Maria Theresia erwiderte nichts. Sie schaute nach­denklich vor sich hin, endlich meinte sie: Und wenn

tch sage, hören Sie wohl, ich sage, wenn wir los­schlügen, würde wirklich die erdrückende Uebermacht auf unserer Seite sein? Sind wir wirklich stark genug, um dies Preußen zu demütigen und unschädlich zu machen? Werden wir wirklich siegen?"

Kaunitz zuckte die Achseln.

" Ich hoffe, Eurer Majestät bestimmt mit" Ja" ant­worten zu können. Eins tst allerdings not."

,, Und das eine?"

" Majestät, das ist die Bundesgenossenschaft Frank­reichs. Ich erlaubte mir bereits neulich den Fall an­zudeuten. Die gallische Freundschaft tst für uns uner­läßlich. Ist Frankreich auf unserer, also auf Dester­reichs Seite, so sind wir auf alle Fälle gesichert; dann sind wir so stark, daß wir einfach unbesiegbar sind. König Ludwig

Marta Theresia erhob sich mit stolzer Würde. Ihre Augen blitzten.

,, König Ludwig ist der schlechteste der mit dem het­Itgen Dele gesalbten Könige Frankreichs," sagte sie. ,, Er tst in schlimme Lüste versunken, Liste, die mit Namen zu nennen mein Mund sich sträubt. Ich bin stolz auf das kaiserliche Diadem, das ich trage, allein nicht min­der stolz bin ich auf das andere Unsichtbare, auf meine Würde als ehrbare Frau. Ich mag nichts mit Paris zu schaffen haben. Hören Ste wohl, Kauniz? Ich mag nicht."

Kaunit war verabschtedet.

Er verbeugte sich vor seiner kaiserlichen Herrin, dann aber er konnte es nicht unterlassen,- fragte er zum Abschiede: Wünschen Eure Majestät sofort beim Eintreffen des Kurters aus England benachrich­

Baffagiertabine gerade in thren Gemüseforb. Es war ein Markstick, das die Händlerin hocherfreut einsteckte. Sie bedauerte nur, daß es fein Goldstück gewesen war, das zu ihr vom Himmel herunterfiel.

Das Bügle, daß seinen Führer verlor. Auf der von Pfronten im Allgäu nach Kempten führenden Lokalbahn ist vorgestern der Lokomotivführer zwischen Sulzberg und Durach vom Trittbrett heruntergefallen, ohne in­deffen Schaden zu nehmen. Das Bügle fuhr auch ohne thn gemächlich weiter, und langte wohlbehalten in Du rach an, wo es nur 5 Minuten auf seinen Lokomotiv­führer zu warten brauchte, der ihm nachgelaufen war und von den zahlreichen Fahrgästen bei der Ankunft herzlich begrüßt wurde.

Die Doktorinnen aus dem Reich der Mitte.

In wie hoher Blüte der Zauberschwindel der chine­fischen Doktorinnen" in ihrem Heimatlande steht, zeigt die folgende interessante Schilderung in einem Berliner Blatte:

Eines Tages- es war während des russisch- japa­nischen Krieges hatten wir in Charbin ein eigenar­tiges Schauspiel. Begleitet von vielem Volt, kam eine Schar von trippelnden Chinesinnen die Straße entlang; die Doktorinnen"! Auf einem freien Blaze machte der Bug halt und schon begann auch die ärztliche Konsulta­tion: das Hervorziehen von Maden". Jener bekannte Taschenspieler- Hokuspokus, zu dem außer allerdings nicht geringer Fingerfertigtelt meist nur noch ein paar Fasereien nötig sind. Mit bewundernswerter Geschick­fichkeit holten die flinken kleinen Zauberinnen mit einem Messing- oder Holzstäbchen, das sie aus den Haaren egzogen hatten, bald aus den Augen, bald aus den Zähnen Made auf Made heraus, je nach dem Geld­säckel des Patienten. Denn die Hauptsache bei dem Ge­schäft ist natürlich das Verdienen, und ganz nach der Entlohnung, die der Doktorin winit, richtet sich der Er­folg der Operation. Je höher das Honorar, um so mehr Maden! Da nun in fener Beit ärztliche Hilfe überhaupt teuer war und die meisten Chinesinnen in dem Glau­ben sind, daß die Schadhaftigkeit ihrer Zähne durch Ma­den, die in diesen hausen, hervorgerufen wird, ist es leicht zu verstehen, wie die Praris der Doktorinnen florierte. Ein bis sogar dret Nubel für die Behandlung war feine Seltenheit.

Am liebsten nehmen die gelben Gauklerinnen ihre Operationen an Frauen vor, die einmal neugieriger, dann aber auch leichter zu bereden sind, und zwar vor zugsweise während der Abwesenheit der Männer. Nach gefaner Arbeit" pflegten sie den Pattenten einen roten Fleck auf der Stirn einzutneifen, um ihrer Nachfolgerin anzudeuten: Vorsicht! schon furtert und gerupft!" Damit nun nicht etwa die neue Doktorin nun auch noch etne Portion von Maden aus den eben erst geheilten Bähnen oder Augen herauszog und so der ganze Schwin del an den Tag kam. Dann gab es eine solenne Kelleret. und mehr als einmal habe ich das bekannte Glocken­wort Schillers" Da werden Weiber zu Hyänen" ver­wirklicht gesehen.

Wenn schließlich die Behörden gegen diesen Unfug einmal vorgingen, so lag es hauptsächlich daran, daß infolge der Behandlung der Doktorinnen in vielen Fäl­Ien det düpierten Pattenten erkrankten, vereinzelt so= gar rech ternstlich; und zwar durch die Benutzung der Haarstäbchen. Die Chinesin aus dem Volke zeichnet sich nicht gerade durch besondere Reinlichkeit aus und zumal die Haarpflege wird von den niederen Frauen fast ganz vernachlässigt. Bald nistet sich auf dem vollen Schopf allerlet Ungeziefer ein, deren sich die Betroffene durch­giftige Salben zu erwehren sucht. Kein Wunder also, wenn das durch das lange Herumtragen im Haar schon an sich schmutzige Stäbchen dte thm anhaftenden gefähr= lichen Keime bet der Berührung mit dem Munde oder den Augen dorthin verpflanzt. Auch Verhaftungen wur­den hter und da gelegentlich vorgenommen; der Erfolg war jedoch nur von kurzer Dauer. Bald tauchten die " Dofforinnen" wieder auf und hatten ebenso regen zu­spruch wie vordem.

Drabtnachrichten und Deuestes.

Kaiser und Kanzler auf Wilhelmshöhe. Wilhelmshöhe, 18. August. Der Katser hörte gestern abend und heute morgen den Vortrag des Reichskanzlers. Gegen mittag empfing er den Bot­schafter in Konstantinopel Freiherrn Marschall von Bieberstein zur Meldung. Mittags war anläßlich des Geburtstages des Kaisers Franz Josef bet den Maje­stäten eine größere Tafel.

Schußmann und Fürsorgezögling.

Berlin, 18. August. Bet der Festnahme eines entsprungenen Fürsorgezöglings stürzte dieser mit set­nem Bruder auf den Schußmann und riß ihn zu Boden. Als ein anderer Polizeibeamter Herbeteilte, wurde er ebenfalls angegriffen. Er machte daher von seinem Re­volver Gebrauch. Der Fürsorgezögling erhielt einen Brustschuß, während sein Bruder entfam.

tigt zu werden, oder haben die Nachrichten, die ich mit Sehnsucht erwarte. für meine Kaiserin feine Eile?" Maria Theresia verstand.

Ste haben Eile," sagte sie. Bringen Ste mir so­fort die Neuigkeiten."

Als Kauniz aber aus der Tür ging, murmelte er: Und wir wenden uns doch noch an Frankreich, parole d'honneur! Erst durch Frankreichs Hülfe sind ivir sicher, und vor dem harten Muß schweigt jede Rück­sicht..."

Der so sehnlichst erwartete Kurter aus England war im Laufe des nächsten Tages in Wien eingetroffen.

Er hatte die wichtigen vom österreichischen Ge­sandten in London erhaltenen Aftenstücke in den Stiefel­fohlen und-Schäften verborgen. Das war eine Vor­sicht, die ihm Kauntz geraten hatte.

Behutsam trennte der Kurier seine Stiefel ausein­ander, worauf die versiegelten Akten zutage kamen. Ohne mit der Wimper zu zucken, mit unbeweg­Itchem Gesichte las fte der Graf. Dann steg er in seine Sänfte und Iteß sich in die Hofburg tragen.

Maria Theresia, die endlich einen Augenblick Zeit gefunden hatte, da sie Frau und Mutter sein durfte, be­fand sich gerade im Kinderzimmer, umgeben von einer munteren Schar rotbackiger Buben und Mädel, als der Kanzler gemeldet wurde. Sie war in Erwartung der Nachrichten, die sie hören würde, ein wenig erregt, die Gefühle der Kaiserin überwogen die der Mutter.

Verschiedentlich hatte sie an das gestern geführte Gespräch mit ihrem Kanzler gedacht. Kaunit hatte, ob­wohl gewissermaßen zum Kriege, so doch auch wieder zur Vorsicht gemahnt, ja, verschiedentlich, und das war das, was Maria Theresia am meisten beschäftigte, für Desterreich einen neuen Bundesgenossen in Vorschlag gebracht. Sie ließ durch den meldenden Lakaten sagen,

Theaterbrand in Berlin.

Berlin, 18. August. Jm Theater des Westens brach in den gestrigen Abendstunden ein Feuer aus, das das Kulissenhaus bald ganz einnahm. Die Char lottenburger Feuerwehr, die zu Hilfe gerufen wurde, hatte infolge der starken Rauchentwicklung einen sehr schweren Stand. Das Feuer tobte bis gegen Mitter nacht. Wohl gelang es, der Gefahr eines Deckeneint sturzes vorzubeugen, aber die Deckenkonstruktion wurde doch so start beschädigt, daß sie vollständig abgetragen werden muß. Der gesamte Inhalt des Kulissenhauses, der einen Wert von fast 100 000 Mart repräsentiert, ist bis auf wenige Stücke ein Raub der Flammen ge­worden. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Gasexplosion auf einem Berliner Bahnhof. Berlin, 18. August. Heute morgen 8% Uhr er folgte in dem Geschäftszimmer der Betriebsinspektion auf dem Potsdamer Bahnhof infolge schadbafter Gas leitung eine Explosion. Die Gewalt derselben war so start, daß ein großes Mauerstück herausgerissen wurde, das auf den von Wannsee kommenden Zug und zum Teil auch auf die Straße geschleudert wurde. Sieben Personen wurden leicht verlegt, darunter der Ministe­rtaldirektor Halle vom Finanzministerium und der Dis rektor der Dresdner Bank Schacht.

Die Schwaben" auf der Rückkehr nach Baden. Friedrichshafen, 18. August. Das Luftschiff Schwaben" ist heute frith 6 Uhr zur Rückfahrt nach Baden aufgestiegen und nahm den Weg nach Basel zu. Berliner Getreide und Schlachtviehmarkt.

In der ersten Hälfte der am 16. August zu Ende gegangenen Berichtswoche setzte sich die Aufwärtsbe­wegung der Getreidepreise wegen der andauernden Hitze und der infolgedessen sich verschärfenden Besorgnisse fir die Futterfräuter und besonders die Kartoffeln fräftig fort; der am Montag angekündigte und am Dienstag auch tatsächlich eingetretene Wetterumschlag hat aber eine erhebliche Abschwächung bewirkt, zumal auch aus Nordamerika auf Grund der Dementierung von bedeut­tenden Ernteschäden in Kanada wesentlich niedrigere Weizenpreise gemeldet wurden. Am Berliner Markt nahm das Angebot der Landwirtschaft, die während der Hausseperiode wie gewöhnlich mit Verkäufen zurichal­tend war, bei den nachlassenden Preisen erheblich zu, und dies trug zu dem Preisdruck bei. Am letzten Tage jedoch fam, namentlich für Roggen, wieder eine recht feste Tendenz zum Durchbruch, da fich für das letztge= nannte Getreide lebhafte Nachfrage für den Erport nach Nordrußland und Standinavien zeigte. Auch die an­scheinende Wiederkehr trockenen Wetters dürfte die schließliche Erholung mit veranlaßt haben. Hinsichtlich des Wetzens hält man es angesichts der vorzüglichen Qualitäten der diesjährigen Ernte nicht für ausge= schlossen, daß bedeutendere Mengen vom Ausland er= worben werden. Auch Deckungen für September wur­den mehrfach vorgenommen, meil wegen der Behinde rung der Schiffahrt die rechtzeitige Herbeischaffung von Ware nicht zu ermöglichen ist. Hafer wurde in seiner Auf ärtsbewegung gehemmt durch reichlicheres russi­sches Angebot, das durch die hohen Berliner Notic rungen angelockt wurde. Mats ist ebenfalls gestiegen. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Pret­se für Lieferung im September wie folgt: Weizen 205,75 M, Roggen 172.75 M, Safer 169,50 M, Mats 157,00

Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Och­sen: a) vollfletschige, ausgemästete höchsten Schlachtmer­tes, ungejocht 83 bis 86 M., b) junge, fleischige, nicht auß= gemästete und ältere ausgemästete 76 bis 82 M, c) mä­ßig genährte junge und gut genährte ältere 70 bis 72 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 75 bis 81 M, b) vollfleischige jüngere 71 bis 79 M., c) mäßig genährte füngere und gut genährte ältere 72 bis 75 M. 3. Färfen und ühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes- bis M., b) vollfleischige, ausgemästete ühe höchsten Schlacht­wertes, bis zu 7 Jahren 70 bis 74 M, c) ältere ausge= mäftete und wenig out entwickelte fincere the und Färjen 65 bis 69 M, 5) mäßig genährte ühe und Far­fen 58 bis 64 M., e) gering genährte Kühe und Färsen bis 62 M., f) gering genährtes Jungvieh( Freffer) 56 bis 70 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 107 bis 140 M. b) feinste Mastfälber 92 bis 98 M, c) mittlere Mast- und beste Saugtälber 78 bis 88 M., d) geringere Mast- und gute Saugfälber 70 bis 79 M., e) geringe Saugfälber 51 bis 67 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 72 bis 76 M., b) ältere Mast­hammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 66 bis 70 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe 53 bis 68 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über Bentner Lebendgewicht 58 bis 59 M., b) vollfleischige Schweine 240 bis 300 Pfund 57 bis 58 M, c) vollfleischige 200 bis 240 fund 56 bis 58 M., b) vollfleischige Schwet­ne 160 bis 200 Pfund 54 bis 57 M, e) vollfleischige Schweine unter 160 Pfund 51 bis 54 M., f) Sauen 50 bis 52 M.

daß sie kommen würde, und wollte sich von den Kindern verabschieden. Selbstverständlich wurde sie von allen Setten bestürmt, ihren Besuch nicht abzukürzen.

Die kleine Marte Antoinette, ein kleiner blond­lockiger Engel und das hübscheste ihrer Kinder, hing sich wetnend an das Brokatgewand der Mutter.

,, Du sollst bei uns bleiben, Mama Kaiserin, Du sollst bei uns bleiben..."

Die Fürstin tröstete das schretende Kind, allein bet all threr Zärtlichkeit konnte sie ihre Ungeduld nicht ver­bergen.

Set artig, ma petite," sagte sie ,,, Tränen verderben die Augen, und Deine Guckerln sollen doch schön und flar bleiben. Schau, morgen komme ich wieder und bringe Dir was recht Schönes mit. Was soll ich Dir schenken?"

Die Kleine wischte sich mit den Fäustchen die dicken Tränen aus den Augen. Ste dachte über das Geschenk nach.

Nun, Kind, rasch, rasch, was willst Du haben? Eine Zuckerstange oder eine neue Puppe?"

Marie Antoinette aber wußte noch etwas anderes. Ste machte ein schlanes Gesichtchen.

Ich habe Dich einmal drüben in dem großen Saale gesehen. Da saßest Du auf dem Thron und hattest etne goldene Krone auf das Haupt gesezt; ach, wie schön warst Du da! Schenke mir doch auch eine Krone, Mama Kaiserin!"

Maria Theresia strich mit zarter Hand über die blonden Löckchen thres Lieblings.

Vielleicht, Kind, vielleicht später. Aber schau, Du mußt nicht glauben, daß es etwas so Schönes um die Krone tst, so ein güldener Reifen ist schwer, der drückt die Stirn wund."

( Fortfehung folgt.)