Deutscher Reichstag.
ein Antak zu vergleichen und Berufungen der einen Arbeitergruppe auf die andere gegeben werden. Die oft unverständlichen Sprünge, die bei der Feststellung der ortsüblichen Tagelöhne vorgekommen felen, wolle die Eisenbahnverwaltung nicht mehr machen. Eine genügende Sicherung hätten länger beschäftigte Arbetter schon jetzt. Inbezug auf die Arbeiterausschüsse erklärte der Minister, daß ste erforderlichenfalls auch mehr als zweimal im Jahre zusammentreten könnten und schon jetzt befugt seien, sich über Den Direktionen allgemeine Lohnfragen auszusprechen. besondere Ausschüsse zur Seite zu stellen, halte er nicht für geraten. Die in letzter Zeit vorgenommenen Lohnerhöhungen seien nicht allgemein, sondern nur je nach hervorgetretenem Bedürfnis vorgenommen worden und teilweise über 10 und 20 erheblich hinausgegangen.
Der Netchstag beschäftigte sich am Sonnabend mit der tonservativen Interpellation betr. Maßnahmen zur VerHinderung der Ueberschwemmung des deutschen Geldmark les mit fremden Wertpapieren und der Abwanderung deutfchen Kapitals nach dem Auslande. Mit anerkennenswerter Mäßigung und Sachlichkeit begründete Graf Kanig dte Interpellation. Er betonte, daß seine Partet durchaus keine feindseltge Gesinnung gegen die Börse hege, daß aber nach den Mitteilungen des preußischen Finanzministers in der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses in diesem Jahre Staatsanleihen nicht ausgegeben worden seien, um die Kurse nicht zu drücken. Das sei schon ein Zeichen der Furcht vor den fremden Emisstonswerten, an denen die Banthäuser mehr verdienen. Graf Kanis verlangte zum Schluß etne Kontrolle der ausländischen Papiere, womöglich von einer Zentralinstanz aus. Staatssekretär Delbrück, der die Interpellation sofort beantwortete, wog die verschiedenen in Betracht zu ziehenden Argumente gegeneinander ab, und fügte das Bedenken hinzu, daß es schlechterdings keine Möglichkeit gebe, dem Kapital auch unwillkommenen Abfluß ins Ausland zu wehren. Er schilderte die Schußeinrichtungen gegen die Ueberschwemmungen des deutschen Marktes und betonte sodann, daß der Reichskanzler dte Verantwortung für die Handhabung des Börsengesebes trage. Wenn auch auf der einen Seite anerkannt werden müsse, daß im Interesse einer aktiven Handelsbilanz und einer steten Kriegsbereitschaft die Aufnahme fremder Werte notwendig ist, so bestimme doch das Börsengeseß, daß solche Werte, die dem Publikum Schaden bringen, nicht zugelassen werden dürfen. Mit dem Grundgedanken dieser Maßnahme müsse man einverstanden sein, namentlich wenn sich die geschilderte Wirkung auf unsere eigene Anleihe zeige. Bum Schluß gab der Redmer eine Statistik über die deutschen und ausländischen Wertpaptere, die an der Berliner Börse zugelassen sind.
Eine Erhöhung der Titelsteuern
und Breslau. Auch vort werve in aller Grille der Eid geschworen. Ein hoher Kurialprälat hat dem Gewährsmann der„ Voss. 3tg." weiter erklärt, in Rom herrsche die Ueberzeugung vor, die Fakultäten seien wegen ihrer Zugehörigkeit zur modernen Universität eine wachsende Gefahr. Man halte es für besser, beizeiten eine Trennung herbeizuführen, als sich von der modernen Wissenschaft überraschen zu lassen, deren Entwicklung der kirchlichen Autorität entzogen sei.
ist in Württemberg geplant. Dort soll ein Teil der Kosten für die Gehaltsaufbesserung der Beamten durch eine Ausgestaltung des Sportel- und Gebührenwesens aufgebracht werden. Nach den Vorschlägen der Regierung soll die Ermächtigung zur Aenderung des Namens statt 5 bis 20 M fünftig 800 bis 3000 M fosten. Für nachgefuchte Standeserhöhungen wird folgender Tarif aufgestellt: Der FürstenHtel, bisher 20 000 M foll fünftig 40 000 M kosten, der Grafentitel ftatt 10 000 M fünftig 20 000 M, der Freiherrntttel ftatt 6000 M fünftig 10 000 M und der gewöhnliche Adelstitel statt bisher 4000 fünftig 6000 M. Titelverleihungen an Privatpersonen werden mit 100 bis 3000 M Gebühren be= legt, nichtwürttembergische Titel werden mit 60 bis 500 M statt bisher 60 bis 120 M besteuert. Die Erlaubnis zur Anlegung nichtwürttembergischer Orden wird von 60 bis 120 auf 60 bis 500 M hinaufgesetzt.
Aus Persien wird abermals ein politisches Attentat gemeldet. Der russische Generalkonsul in Ispahan wurde am Sonnabend in einem Brunnen auf dem Konsulats= grundstück ertrunken aufgefunden. Angesichts der großen Erregung, die der kürzlich auf den Gouverneur von Teheran verübte Anschlag und der Umstand hervorgerufen hat, daß das russische Konsulat den Tätern, die russische Untertanen sind, Zuflucht gewährte, liegt der Verdacht nahe, daß der Generalkonsul feines natürlichen Todes ge= storben ist. Nach einer neueren Meldung gilt es, da keinerlei Spuren von Gewalttätigkeit an der Leiche gefunden wurden, für wahrscheinlich, daß ein Unglücksfall vorliegt. Die Verwendbarkeit des Aeroplans im Kriege ist jetzt im merikanischen Bürgerkriege erprobt worden. Der ame= rikanische Aviatiker Hamilton ist am Freitag über die merikanische Grenze geflogen, trotzdem er gewarnt worden war, daß die Merikaner auf ihn feuern könnten, und hat somit die erste Erkundung in Kriegszeiten von einem Aeroplan aus unternommen. Er umkreiste die von den merikanischen Aufrührern hart bedrängte Stadt Juarez über der Verteidigungslinie und berichtete, was er gesehen, an das amerikanische Grenzbewachungsdetachement.
Auch in Preußen sind die Gebühren für die Verlethung von Titeln durch die Stempelsteuer vom 30. Juni 1909 erhöht worden. In Preußen beträgt gegenwärtig der Stempel für die Verleihung der Herzogswürde 10 000 M ( früher 5000 M). der Fürstenwürde 6000 M( früher 3000 M), der Grafenwürde 3600 M( früher 1800 M), der Freiherrn= würde 2400 M( früher 1200 M), und des einfachen Adelstitels 1200 M( früher 600 M). Ferner werden gezahlt an Stempeln für den Titel Geheimer Kommerzienrat 5000 M, Kommerzienrat 3000 M, Geh. Kommissionsrat 1000 M, Kommissionsrat 500 M.
Die Besprechung der Interpellation trug das Gepräge der Sonnabendssitungen: ein leeres, teilweise sehr leeres Haus. Abg. Speck vom Zentrum machte den Anfang. Er Hatte den Ausführungen des Grafen Kanit kaum etwas Neues hinzuzufügen, höchstens das Verlangen nach Ausbant des Beschwerdeverfahrens gegen die Zulassungsstelle. Dr. Frank spielte als sozialdemokratischer Redner die internationale Entwickelung der Syndikatspolitik gegen die Interpellation aus und stellte dabei Betrachtungen über den Welfrieden an. Internationale Kapitalanlagen sicherten die Friedensaussichten. Uebrigens verlangte auch dieser Redner gleich dem Grafen Kanitz ein Aufsichtsamt für das Bankwesen. Der Volksparteiler Dove nahm sich der Berliner Zulassungsstelle an und will die Beweglichkeit des Kapials nicht unnötig beschränkt sehen. Frhr. v. Gamp( Rp.) malte die Schattenseiten der Kapitalsanlage in ausländtschen Werten so schwarz, daß Stresemann( ntl.) auf die gro= Be positive Bedeutung, die ihr innewohnen kann, und auf den gerade auf diesem Wege ausgeübten bedeutenden Einfluß Englands und Frankreichs hinwies. Es sei für dte weltpolitische Rollenverteilung nicht unwichtig, daß die eng lischen Kapitalisten in ausländischen Werten heute 65 Milliarden stecken haben, die französischen ähnliche Summen, die deutschen vielleicht 20 Milliarden. Abg. Raab( w. Vg.) erflärte sich mit der Warnung der Regierung einverstanden 1: nd betonte, man sollte auch gegen andere amerikanische Papiere wie der Eisenbahnwerte, in gleicher Weise vorge= hen. Nachdem Abg. Hahn( fons.) noch seine Freude über die entgegenkommende Erklärung des Staatssekretärs über die Interpellation Ausdruck gegeben hatte, schloß die Aussprache.
Lohnfragen beim Eisenbahnetat.
Rundschau vom Cage.
Politisches.
Das Befinden des Kaisers ist auch am Sonntag zufriedenstellend gewesen. Der Kaiser hat das Bett verlassen, muß sich aber noch einige Tage Schonung auferlegen, so daß auch der für kommenden Mittwoch angesetzt gewesene Hofball nicht stattfinden wird.
Eine Stiftung des Mitado. Der Kaiser von Japan hat eine Verfügung erlassen, die auf die Wichtigkeit hinweist, daß die Politik der Regierung sich den veränderten wirtschaftlichen Bedingungen anpaßt. Ferner hat der Kaiser eine Stiftung von eineinhalb Millionen en ges macht zur Unterstützung Unbemittelter, die ärztlicher Behandlung bedürfen.
Zu der Erholungsfahrt des Kaisers nach Korfu meldet ein Berliner Telegramm der„ Köln. Ztg.": Alle an diese Retje getnüpften politischen Kombinationen werden hinfällig, wenn man sich den einfachen Sachverhalt vergegenwärtigt. Der Kaiser macht keine offizielle Auslandsreise nach Italien. Er berührt nur auf der Ausreise nach Korfu österreichisches und italienisches Gebiet. Auf österreichischem Boden findet keine besondere Begrüßung des Kaisers statt, und auch während des furzen Aufenthalts in Vene dig ist nach dem bisherigen Reiseprogramm eine Zusam menkunft mit dem Könige von Italien nicht in Aussicht genommen. Dem Wunsch, der Reise des Katsers nach Korfu den Charakter einer reinen Erholungsfahrt zu wahren, entspricht es, wenn politische Begegnungen mit dieser Reise nicht ins Auge gefaßt sind.
In der fortgefeßten Beratung des Eisenbahmetats in der Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses wurde am Sonnabend von konservativer Seite beantragt, die königliche Staatsregierung aufzufordern, die nicht beabsichtigten Härten, die durch die verschiedenartige Festsetzung der Gehaltssäße der Eisenbahnasst= stenten in Preußen und im Reiche geschaffen sind, durch geeignete Maßregeln unter Festhaltung an den Bestimmungen der Besoldungsordnung auszugleichen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Vom Regierungsseite Iwurde bemerkt, daß man bereit sei. Mittel und Wege zu prüfen, um einen Ausgleich für die Zukunft zu schaffen. Auch der Eisenbahnminister hatte den Antrag als außer= ordentlich sympathisch bezeichnet und hinzugefügt, daß die preußischen Eisenbahnassistenten mit der bei der allgemeinen Gehaltsaufbesserung getroffenen Regelung unzufrieden
feien.
Bezüglich der Löhne der Eisenbahnarbeiter wünschte ein Vertreter der fortschrittlichen Volkspartei eine genauere Statistik über Arbeiteröhne, sowie über die Regelung des gesamten Arbeitsverhältnisses der in den staatlichen Betrieben beschäftigten Arbeiter. Ferner verlangte er, daß seitens der Eisenbahnverwaltung nicht unter die ortsüblichen Tagelöhne heruntergegangen werde, und endlich, daß den Arbeitern nach längerer Beschäftigung eine gewisse Sicherung ihres Arbeitsverhältnisses geboten werden möge. Der Eisenbahnminister bezeichnete eine weitere Spezialisierung der Lohnstatistik insbesondere nach den Di= reftionsbezirken als zu kostspielig; es könnte dadurch auch
Der Familienschmuck der Wallutjeffs.
Kleine Nachrichten.
Die deutsche Südpolarexpedition tritt am 2. Mat ihre Ausreise von Hamburg aus an. Die Kosten des Unterneh mens werden auf 1 400 000 M geschätzt, die zum Teil durch eine Lotterie sichergestellt sind. Der Hamburger Staat bes antragt die Bewilligung von 20 000 M zu den Kosten der Expedition.
Ein neuer Admiralstabschef. Wie es heißt, ist Vizeadmiral von Heeringen als Nachfolger des Admirals von Fischel als Chef des Admiralstabes der Marine in Aussicht genommen.
Eine neue Großstadt vor den Toren Berlins? Nach etner Meldung Berliner Blätter finden Verhandlungen zwtschen den beiden Berliner Vorstädten Schöneberg und Wilmersdorf statt, die einen kommunalen Zusammenschluß der beiden Orte bezwecken. Schöneberg hat nach der Volkszähhlung vom 1. Dezember 1910 eine Einwohnerzahl von 172 672 Einwohnern, Wilmersdorf 109 023. Beide Orte zu sammen würden also 281 695 Einwohner zählen.
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Von den Geretteten des„ U 3" ist jetzt auch der letzte, der Oberheizer Ruda, als völlig geheilt aus dem Kieler Marinelazarett entlassen worden, wo er nach dem Unglück am 17. Januar aufgenommen worden war.
Die Erhebung Elsaß- Lothringens zum Bundesstaat, ganz einerlei in welcher Form, soll, wie die„, Straßburger Neue Post" feststellt, für den gegenwärtigen Zeitpunkt vollständig ausgeschlossen sein. Sicherlich sei der Bundesrat bereit, einer Vorlage für Elsaß- Lothringen zuzustim= men, die unter Wahrung der Reichsinteressen dem Lande eine wesentlich größere Selbständigkeit verleihe und dabei die Möglichkeit einer zufünftigen Entwicklung zum Bundesstaate offen halte. Aber alle Anträge, und wenn sie mit noch so großer Mehrheit angenommen würden, die an der Stellung des Kaisers als Träger der Staatsgewalt rütteln wollen, seien nur geeignet, das ganze Verfassungswerk zu Fall zu bringen.
Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. 31) ( Nachdruck verboten.) White trat näher, auch er wollte setzen. Vorher ließ er sich dem Banthalter vorstellen. Mit einem unangenehm jüßen Lächeln streckte Sarner die Hand aus.
Freut mich außerordentlich. Ihre werte Bekanntschaft zu machen," näselte er, ist Ihnen ein Spielchen gefällig Mr. pardon, ich überhörte Ihren Namen." Robert White, Agent bei der Versicherungsgesellschaft Equitable", sagte der Geheimpolizist, der es für gut hielt, gleich seine Beschäftigung zu erwähnen.
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„ Spielen Sie, meine Herren," forderte Sarner auf, " Sie sehen, ich habe heute Pech."
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Der Vertrag
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nommene niert ift. nommene 1910 bei 20 rifden Ueb Maffent
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Zwei gefährliche Anarchisten, die nach Verübung mehrfacher strafbarer Handlungen aus Meran entflohen, wurden binnen weniger Tage glücklich hinter Schloß und Riegel gebracht. Bei der Gerichtsbehörde in Meran hatte man siche= re Beweise dafür gesammelt, daß beide auf Kosten und Rech nung einer geheimen Gesellschaft sich von Meran nach Italien begeben wollten, um ein Attentat auf den König zu versuchen. Es gelang jedoch, den einen Anarchisten, Franz Zarel. in Bozen, den andern. August Doleschal, in Riva zu verhaften.
Ueber die Modernisteneidangelegenheit erhält die „ Voss. Ztg." von„ genau unterrichteter Seite" aus Rom ein längeres Schreiben, in dem unter anderem gesagt wird, es sei bei der Kurie die bestimmte Nachricht eingelaufen, daß schon in den allernächsten Tagen der Eid entweder von den einzelnen Professoren in Münster oder von allen zusammen nachgeholt werde. Ebenso stehe es mit Bonn
Ihren Heldenmut mit dem Leben bezahlt haben in Mecklenburg zwei Schulknaben, die zwet auf dem Eise des Ostorfer Sees bei Schwerin eingebrochene Kameraden retten wollten. Obwohl sie selber einbrachen, gelang ihnen das Rettungswerk Darauf verließen sie die Kräfte und beide ertraufen.
Das palastartige Haus Mr. Fred Brooks erstrahlte am Abend des Ballfestes in magischem Licht. Alles, was der große Reichtum des vielfachen Millionärs seinen Gästen bieten konnte, vereinigte sich heute, um den Abend genußreich zu gestalten.
Opfer hungriger Wölfe. Während der letzten Tage herrschte in Russisch- Polen außerordentlich strenge Kälte. Zahlreiche hungrige Wölfe umschleichen die Dörfer. In der Umgebung des Dorfes Kristowodzk traten sie scharenweise auf. Nach Sosnowicer Meldungen werden dort gegen 150 Personen vermißt. Man vermutet, daß sie den Wölfen zum Opfer gefallen sind.
Es würde zu weit führen, die Pracht der Räume, den Blumenflor, die Toiletten der Damen zu beschreiben. Selbst Robert White, der von London und Paris her ähnliche Gesellschaften kannte, war davon geblendet. Solchen Lurus, solche Pracht konnten in Europa selbst die Reichsten nicht aufbieten.
Er legte eine neue Taille auf. Seine großen Hände schlugen die Karten um. Im Gegensatz zu dem dunklen Haar lag ein rötlicher Flaum auf den Fingergelenken; das fonstatierte White zu seiner Befriedigung, denn wenn noch ein Zweifel über die Persönlichkeit des gesuchten Gauners bestanden hätte, die genannte Wahrnehmung hätte ihn vollends beseitigt. Das Spiel wurde immer lebhafter. Man setzte höher; Sarner gewann, er gewann viel. Am meisten hatte der heute eingeführte Gast verloren; White zahlte die recht beträchtliche Summe aus. Man ging in die vorderen Zimmer zurück; dort wurde Champagner bestellt. Bis zum Tagesgrauen saken White, Sarner und noch dre andere Herren beim Wein zusammen. ,, Gie, Gie gefallen mir," lallte Sarner, der halbtrunken war ,,, wir müssen uns öfter sehen."
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„ Ja, ich hoffe es, ich werde Sie hier treffen, Herr Baron," versetzte White verbindlich,„ Sie schulden mir Revanche."
Eine furchtbare Familientragödie hat sich in Geppersdorf bei Mährisch- Schönberg abgespiel. Dort erschoß der Bahnbeamte Urban feine ihm erst fürzlich angetraute Frau, schlitzte sich dann den Unterleib auf und erschoß sich schließlich.
Aus den Gerichtssälen.
Zwei Todesurteile. Das Schwurgericht in Baußen hat den 25 Jahre alten Arbeiter Süßmann aus Ruppersdorf, der wegen Mordes in zwei Fällen, versuchten Mordes, Raubes und Brandstiftung angeklagt war, zum Tode und zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Süßmann hatte im
White war nun schon ziemlich bekannt in der ameri= tanischen Gesellschaft. Durch seinen Posten bei der Lebensversicherungs- Gesellschaft Equitable war er mit sehr vieler Leuten in Berührung gekommen, und bei Brooks war er mehrfach zum Fünf- Uhr- Tee gewesen, hatte dort mehrfach Mabel getroffen und manche angenehme Bekanntschaft angeknüpft. Mit der dem jungen Schweizer eigenen Leichtigkeit bewegte er sich auch heute frei und sehr ge= wandt in der Gesellschaft.
Sie trennten sich, nachdem sie sich die Hand geschüttelt hatten. Ich glaube, ich kann mit meinem Tag zufrieden sein," dachte der Geheimpolizist, als er sich zu Bett legte, „ der Kerl kommt mir nicht mehr aus den Augen."
., Nun. Mr. White, ich hoffe, Si tanzen gern," sagte Mrs. Brook lachend,„ den dritten Walzer habe ich für Sie aufgehoben. Schreiben Sie Ihren Namen auf meine Tanzkarte."
„ Ja, Mrs. Brook, ich bin Kenner," entgegnete der Detektiv. Wenn Sie mir gestatten wollten, das Kollier näher zu beschen, wäre ich Ihnen dankbar."
Mit einem liebenswürdigen Lächeln löste die junge Frau das Kollier von ihrem Halse und reichte es White. Sie standen in einer tiefen Fensternische. Amy wurde in diesem Moment von einer alten Dame angeredet. Der Geheimpolizist wandte der Gesellschaft den Rücken und zog die Lupe aus der Brusttasche seines Fraces.„ Es ist richtig," murmelte er, die beiden Striche befinden sich auf der Rückseite der kostbaren Steine."
White warf einen schnellen Blick auf die liebliche Erscheinung Amys, die ganz in weißer Seide, von Spizen überrieselt, vor ihm stand. Die Augen des Geheimpolizisten erweiterten sich. Um den schlanken Frauenhals lag ein Perlenfollier, das aus drei Reihen fast haselnukgroßer Perlen bestand, die von einem großen, gelblichen Diamanten geschlossen waren.
Mrs. Brook, ich danke Ihnen; es ist in der Tat ein unschätzbares Kleinod, das sie da besitzen," sagte White, mit einer höflichen Verbeugung das Geschmeide seiner Eigentümerin zurückgebend.
Ja, es muß der Familienschmuck sein," dachte White. Könnte ich ihn doch nur für die Dauer eines Augenblickes in der Hand haben!" Amy hatte den bewundernden Blick des jungen Mannes bemerkt, sie freute sich darüber und war stolz darauf.
Sie finden meine Perlen schön?" fragte sie.
Und wieder lagen die Perlen schimmernd um den Hals der jungen, schönen Frau.
Möchte es ihr fein Unglück bringen," dachte White,
Honsluftfchif eins für M näfften Mi I die Taufe de
niger Probe
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bracht, um
an die düstere Prophezeiung denkend, die ienen mit Unheil drohte, die den Familienschmuck der Grafen Wallutjeff trugen, ohne zu ihrem Geschlecht zu gehören. Mrs. Lionel und ihre Tochter traten eben in den Ballsaal. Sie wurden von einem Schwarm von Herren umringt. Mabels Blicke schweiften durch den Raum, sie schien etwas zu suchen. Ein zartes Rot färbte ihr schö= ne sGesicht, als sie ihren Freund" auf sich zukommen sah. White begrüßte sie und bat um einige Tänze. Er gab sich Mühe, seine Bewunderung zu unterdrücken. Noch nie war die junge Amerikanerin ihm so reizend erschie= nen, wie heute, in der Toilette aus silberweißem Brokat. Mabel zeigte auch heute wieder ihre Vorliebe für ihren Reisebegleiter, sehr zum Aerger der anderen Verehrer, die sich eifrig um die Gunst der reichen Erbin bewarben. Der Ball war in vollem Zuge, es wurde munter getanzt. Besonders Mrs. Amy Brook schien unermüdlich zu sein; ste flog von einem Arm in den andern.
( Fortsetzung folat.)
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