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O

26. April 1911.

Illustrierte

Welt- Rundschau

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New York bei Nacht.

n gewisser Hinsicht ähnelt das New Yorker Nacht

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In dem

an feiner Stelle um ein Erhebliches breiter als die Haupt­verkehrsader in einer ansehnlichen deutschen Kleinstadt.

lich, wieder zu trennen

stadt; es bietet aber doch verschiedene Eigenarten, die ihm 43. Straße treffen, um sich, bloß vier Blocks") weiter nörd­ein besonderes Gepräge verleihen. Vor allem verläuft es stürmischer, weil die Mischung der verschiedenen Gesellschafts­elemente, die seine Ingredienzien bilden, der Hudsonmetropole nicht so viele Schwierigkeiten zu bereiten scheint, wie unter dem Diktate des alten europäischen Kastengeistes.

in

Um das New Yorker Nachtleben voll und ganz genießen zu können, bedarf es längerer Zeit. Denn die Riesenstadt ist auch nächtlich so weit verzweigt, daß man sich für jedes Viertel einen oder mehrere Tage reservieren muß. Heute kommt viel­leicht die Bowery" mit ihren morgues" ( ,, Leichenschauhäuser" werden im New Yorker Slang die Bowery- Kneipen genannt, in denen die Gäste beraubt werden), Theatern dritter Güte, Tingeltangeln usw. an die Reihe, morgen ,, Kleindeutschland" und die Gulasch- Avenue" mit Lüchov", Café Boulevard, Scheffelhalle usw. Der dritte Abend wird je nach der Jahres­zeit den Dachgärten" oder Coney Island" bzw. den andern bei New York gelegenen Strandplätzen gewidmet, ein Abend wird in der Vorstadt von Bremen", dem urdeutschen Hoboken, ver­lebt, und dann übernächtigt" man sich noch mehrere Abende bis zu dem Glanzpunkt des New Yorker Nachtlebens durch, den ein Streifzug durch den sogenannten Long Acre Square" bildet.

-

Für gewöhnliche Sterbliche, die, ohne Sinn für Metaphern, sich bloß orien­tieren wollen, findet der Name Long Acre Square Anwendung auf jene unregelmäßige

Erweiterung des Broadway, die der Der Turm des Metropolitan- Gebäudes.

Zum Unterschiede von diesem Square, der kein Square ist, gibt es aber einen Long Acre Bezirk, der ausgedehnter ist. Er beginnt an der Ecke von Broadway und der 38. Straße und erstreckt sich etwa eine halbe Meile lang in östlicher Rich­tung bis zur Fünften und in entgegen­gesetzter nach Westen zu bis an die Achte Avenue. Innerhalb der hier gezogenen engen Grenzen stehen auf dem Boden New Yorks über zwanzig der elegantesten Theater, zwanzig Klubhäuser, darunter mehrere der vornehmsten und exklusivsten in New York, und die weltberühmten ameri fanischen Lurus- und Moderestaurants, wie Delmonico's, Sherry's, Shanley's, Rector's, Churchill's, Sarvey's, die Er­frischungspaläste des Hotel Astor und des Knickerbocker.

Beginnen wir unsern nächtlichen Bummel an den zwei Blocks, die vom Mittelpunkte des Acre an der 44. Straße ausstrahlen. An der Ecke steht das Citerion Theater und einige Schritte nach der Fünften Avenue zu ein Zwillingspaar kleiner französischer Restaurants, die hier nicht ganz am Platze zu sein scheinen, aber trotz­dem zum Ensemble gehören. Dann kommen einige niedliche Hotels, in denen, wie z. B. im Hotel Royal, hauptsächlich hübsche und vom Glück begünstigte Theaterdämchen einen gediegenen Wohlstand entfalten.

*) Blocks" werden in den Bereinigten Staaten die Häuſergevierte genannt.