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Nr. 112.

-

Telephon: Nr. 362.

Ihre Königliche Hoheit die Frau

Großherzogin

haben mich beauftragt, der ganzen Bevölkerung und ins­besondere denen, die in Stadt und Land durch ihre ver­ständnisvolle und freudige Mitarbeit den Blumentag am 6. und 7. Mai möglich gemacht haben, den wärmsten Dank auszusprechen.

Es hat die Großherzogin besonders gefreut, daß an diesem Tage eine heitere und gebefreudige Stimmung das ganze Hessenland bis in die kleinsten Landgemein den durchzog und Viele in dem Streben vereinigte, für einen schönen Zweck mitzuhandeln und mitzugeben.

der Großherzoglichen Bürgermeisterei

sowie vieler anderer

des Großherzoglichen Polizei- Amfes Behörden Oberhessens

Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.)

Samstag, den 13. Mai 1911.

Aus Stadt und Cand.

Gießen, den 13. Mai 1911.

* Erledigte Lehrerstellen sind zur Zeit an der Gemeindeschule zu Vaitshain, Lanzen­hain, Kr. Lauterbach( dem Inhaber der Stelle kann eine Ortszulage gewährt werden) und zu Sörgen

Io ch, Kreis Mainz.

* Köhler- Denkmal. Der engere Ausschuß für das zu errichtende Denkmal für den verstorbenen Reichs- und Landtagsabgeordneten Ph. Köhler­Langsdorf hielt am Mittwoch im Eisenbahnhotel in Gießen eine Besprechung ab, in welcher beschlossen wur­de, mit der Sammlung von freiwilligen Beiträgen be­ginnen zu wollen und die Sammellisten, welche von Herrn Th. Reuther in Gießen zu beziehen sind, auszugeben. Die Sammlung soll bis Anfangs Oktober geschlossen werden. Alle gesammelten Beträge und son­stige Geldspenden sind an Herrn Bürgermeister Roth in Bettenhausen einzusenden. Anfangs Juni soll in Dr. Freiherr von Leonhardi, Hungen eine größere Versammlung stattfinden, in wel­diensttuender Kammerherr Ihrer Königlichen Hoheit der cher endgültige Beschlüsse in dieser Sache gefaßt werden Großherzogin. sollen.

Das reiche Ergebnis des Tages und die von der Großherzogin vorgesehene Verwendung der Mittel im Rahmen der Organisation der Großherzoglichen Zen trale für Mutter- und Säuglingsfürsorge, die sich ins­besondere auch den ländlichen Gemeinden zuwendet, bür­gen dafür, daß damit Nützliches geleistet werden wird. Darmstadt, 12. Mai 1911.

Blankokredit für den gewerblichen

Mittelstand.

Mannheim, 12. Mai.

*

Die Zentralgenossenschaft der Hess. Landw. Konsumvereine e. 6. m. b. H., hält am Mon­tag, den 15. Mai lfd. Js., im Bahnhofshotel zu Darm­stadt ihre 21. Generalversammlung ab.

-a- Allendorf a. d. Lahn, 12. Mai. Der Bahn­bedienstete Kaspar Heep beging sein 40jähriges Dienst­

100 Mark.

terung einer Misigrube in der Hofreite des Gastwirtes -m Nieder- Mörlen, 12. Mai. Bei Erwei­Nikolaus Langstroh fand der Arbeiter Fuchs 13 Silber­stücke mit dem Bildnis Philipps des Großmütigen.

Der Mangel an Betriebskapital hindert erfahrungsjubiläum. Die Eisenbahndirektion Frankfurt schenkte ihm gemäß zahlreiche tüchtige Kaufleute, Handwerker und fleinere Fabrikanten, ihre Arbeitskraft, ihre Kenntnisse und ihren Unternehmungsgeist in ausreichendem Maße zu verwerten. Kredit wird aber in der Regel nur den­jenigen gewährt, die durch Verpfändung von Vermö­gensobjekten oder durch Stellung zweier zahlungsfähiger Bürgen genügende Sicherheit zu bieten vermögen. Um nun auch ohne eine solche Deckung, die ja vielfach nur mit schweren Opfern oder gar nicht zu beschaffen ist, kreditwürdigen Gewerbetreibenden einen für ihren Ge­schäftsbetrieb hinreichenden Kredit bewilligen zu können, ist von hiesigen Banken und gewerblichen Verbänden folgendes Verfahren in Aussicht genommen worden:

Die Gesuche um Gewährung von Personalkredit wer­den einem engeren Komitee von etwa 3 vertrauenswür­digen Vertretern des Handwerker- und Kaufmannsstan­des zur Vorprüfung unterbreitet. Ist der Gesuchsteller

-m- Ober- Mörlen, 13. Mai. Der Landwirt Jakob König 16. und Ehefrau Anna Maria geb. Reuß begehen morgen Sonntag in voller Rüstigkeit ihre goldene Hochzeit. Heute sind es 25 Jahre, daß der

*

Alsfeld, 12. Mai. Der Großherzog hat dem den Titel Baurat" verliehen.

*

Groß- Breitenbach b. Ober- Mörlen i. D.

( Gießener Tageblatt)

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Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

schen sehen, die in dem den Bächen zugeführten großen Schlammassen erstickten.

a= Ehringshausen( Kr. Wetzlar), 13. Mai. Am Mittwoch nachmittag verunglückte in der hiesigen Eisengießerei der Former Heinrich Karl. Beim Gießen spritzte im flüssiges Eisen in das linke Auge, was seine sofortige Ueberführung in die Augenklinik zu Gießen notwendig machte.

== Braunfels, 12. Mai. Auf der Grube Queck bei Phillippsst ein wurde der Bergmann Karl Eichhorn durch herabfallendes Gestein verschüttet. Der Verunglückte ist bald darauf gestorben. Er ist Vater von 3 unmündigen Kindern.

* Ober- Ingelheim, 10. Mai. Zu der Er­mordung des Spezereihändlers Wolf durch seinen Bruder wird noch gemeldet: Von der Roheit des Mör­ders zeugt die Tatsache, daß er, nachdem der dreifach Getroffene taumelte und fiel, sich auf diesen kniete und sagte: Bist Du noch nicht ganz kaput, wart, ich helfe Dir." Dann feuerte er noch zwei Schüsse auf den To­ten. Erst dann verließ er lächelnd den blutigen Schau­platz, um nach Hause zu gehen. Als man ihn verhaftete, saß er daheim ruhig beim Kaffeetrinken. Die Motive zu. dem Brudermord sollen übrigens nicht nur auf Erb= schaftsstreitigkeiten, sondern auch auf eine Anzeige zu­rückzuführen sein, welche der nun ermordete Bruder ge­gen den Mörder wegen eines anderen schweren Ver­brechens erstattet haben soll. Der Verhaftete wird vor Erhebung der Anklage auf die Dauer von 6 Wochen in die psychiatrische Klinik nach Gießen gebracht, um dort auf seinen Geisteszustand untersucht zu werden.

Rekonvaleszenz

nach erschöpfenden Krankheiten, sowie nach schwerem Blutverlust.

Nach schwerer, erschöpfender Krank­heit ist die Sorge des behandelden Arztes vornehmlich darauf gerichtet, die Körper­

Maurer Adam König ununterbrochen bei der Bau­firma Peter Stamm 3. in Bad- Nauheim tätig ist. Bauinspektor des hiesigen Hochbauamts, Otto Berth, kräfte zu heben, um so den Kranken widerstandsfähiger zn machen. Es ist der medizinischen Wissenschaft in dem Leciferrin ein Mittel zugeführt worden, das die Körperkräfte außerordentlich schnell hebt und den Appetit befördert.

als untüchtiger Geschäftsmann oder schlechter Wirtschaf- jährigen Weidebetrieb eröffnet. Aufgenommen wurden

ter bekannt, so wird sein Gesuch sofort abgewiesen. An­dernfalls nimmt die Treuhandgesellschaft eine genaue Prüfung seiner Bücher vor und erstattet über das Er­gebnis einem weiteren Komitee Bericht, zu dem wo= möglich auch ein vertrauenswürdiger Angehöriger der Branche des Gesuchstellers zugezogen wird. Gelangt nun das weitere Komitee auf Grund dieses Materials und der ihm sonst bekannt gewordenen Tatsachen zu der Ue­berzeugung, daß der Gesuchsteller kreditwürdig ist, und zu seinem Geschäftsbetrieb einen Kredit in gewisser Höhe bedarf, so stellt es darüber eine Bescheinigung aus, nach deren Ueberreichung die Bank den Kredit ohne weitere Deckung einräumt.

Die Angelegenheit befindet sich gegenwärtig noch im Stadium der Vorbereitung; aber zwei kapitalkräftige Bankinstitute haben sich schon bereit erklärt, unter diesen Bedingungen Blanko- Kredite zu gewähren, und einer dritten Bank ist die gleiche Zusage mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten. Auch findet bereits in nächſter

von

Zeit eine Versammlung von Handwerkern und Kauf­

leuten statt, in der die nötige Organisation geschaffen werden soll. Eine zivilrechtliche Haftung wird selbstver­ständlich von dem die Bescheinigung ausstellenden Ko­mitee nicht verlangt. Den Handwerkern, die zu einer geordneten Buchführung nicht in der Lage sind, wird von der Treuhand- Gesellschaft auf Verlangen ein kauf­männischer Beamter für die nötige Stundenzahl pro Woche zur Verfügung gestellt, um die Bücher in Ord­nung zu bringen und weiter zu führen, sowie rechtzeitig die Rechnungen herauszuschreiben. Zugleich ist von einem wirtschaftlichen Verbande in Aussicht genommen, für die Handwerker und ihre Angehörigen Buchhaltungskurse zu veranstalten.

im ganzen 157 Rinder, sowie 57 Fohlen. Die Rinder

stammen nur aus seuchefreien Gemeinden, oder solchen

Orten, die weder infolge der Maul- und Klauenseuche

veterinärpolizeilich gesperrt sind, noch in sogenannten Be­obachtungsgebieten liegen.

Gedern, 12. Mai. Der Fürst von Stolberg Wernigerode trifft morgen zu mehrwöchigem Aufenthalt auf dem hiesigen Schlosse ein. Die Dienerschaft ist be reits heute angekommen. In Ober- Lais feiert

-

die Vogelsberger Sängervereinigung ihr diesjähriges Bundesfest am 11. und 12. Juni.

=)(= Gedern. Eine Glatzflechtenepidemie tritt ge= genwärtig hier und in einigen umliegenden Dörfern auf. Allem Anscheine nach ist die Krankheit( Teigflecken beim Rindvieh genannt) von Tieren auf Menschen über­tragen worden. Sie ist eine durch einen Schimmelpilz hervorgerufene ansteckende Hautkrankheit, welche freis­förmig fortschreitende Bläschengruppen oder rote Flecken

an behaarten und unbehaarten Stellen hervorruft. Das

Großh. Kreisgeſundheitsamt Schotten hat Maßnahmen gegen die Weiterverbreitung dieser Seuche ergriffen.

== Die 3, 12. Mai. Ueber unsere Gegend gingen Donnerstag abend schwere Gewitter nieder. Namentlich die Ortschaften Holzheim, Flacht und Niederneisen hat ten unter dem Unwetter schwer zu leiden. Die von den Abhängen in die Orte stürzenden Wassermassen rissen Gartenmauern ein und verwandelten die Straßen in reißende Ströme. Gärten, Felder und Wiesen wurden auf weite Strecken verwüstet. Mehrere Schweine ertran­fen. Um das Wasser von den Orten abzuleiten, wur­den Schutzdämme errichtet, die von den Fluten aber wieder eingerissen wurden. In Niederneisen schlug der Blitz verschiedene Male ein, in Löhrheim wurde durch Blitzschlag der Giebel eines Hauses weg­gerissen, in Katzenellnbogen ein Haus einge­äschert. Bei Flacht wurde der Bahndamm unterwa­schen, so daß die Züge der Strecke Diez- Wiesbaden zur zweistündige Verspätungen erlitten. In den Bächen konnte man Freitag vormittag Tausende von toten Fi­

Man erhofft von diesen Maßnahmen vor allem eine wirksame Förderung des Personalkredits und damit eine wesentliche Erhöhung der produktiven Kraft des gewerb lichen Mittelstandes. Nebenbei könnte dadurch auch dem Borgunwesen, der leichtfertigen Uebernahme Bürgschaften und vielleicht sogar den Motiven Schmutzkonkurrenz entgegen gewirkt werden.

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