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leben, wo es ihm nicht gezeigt wurde, und den gewöhnli­then Bahnverkehr in Indien kennen zu lernen.

Die Koburger Millionen König Leopolds. Als König Leopold von Belgien sich gezwungen sah, den Kongostaat an Belgien abzutreten, versuchte er gewisse Gebiete als Krondomänen für sich und seine Nachkommen zu reservie­ren. Belgien reklamierte jedoch auch diese Gebiete. In­zwischen war es aber dem König gelungen, viele Millionen Francs aus den Domänen an die von ihm ins Leben ge­rufene Niederfüllbacher Stiftung in Koburg abzuführen. Man sprach bisher von 30 Millionen; jetzt wird aus guter Quelle gemeldet, daß die Summe sogar 70 Millionen be­trägt, von denen dieser Tage neun Millionen ermittelt worden sind. Diese 70 Millionen reklamiert der belgische Staat König Albert und zwei Töchter des verstorbenen Königs haben die Rechte des Staates auf diese Millionen anerkannt. Nur die Prinzessin Luise prozessiert weiter um die Millionen.

Gedächtnisverlust durch Schred. In Neuŋort hatte eine Telephonbeamtin bei der Dynamiterplosion vor lau­ter Schred das Gedächtnis verloren. Verschiedene berühm­te Aerzte beschäftigten sich mit ihr, ohne zu wissen, wie zu Schließlich riet man, sie nach ihrer Heimat helfen wäre. zu schiden und abzuwarten. Heute wird von dort teles graphiert, daß Mina Karn, so heißt die junge Dame, ihr Gedächtnis wiedergefunden hat, nachdem ein Arzt sie drei Stunden lang in der Hypnose behandelt hatte. Ihre erste Frage war: Was war denn das für ein fürchterlicher Krach?"

Mizglückte Raubanfälle. In dem Hause Breiteweg 84 in Magdeburg erschienen am Dienstag abend gegen 7 Uhr in der im ersten Stod gelegenen Wohnung zwei Männer, die dem öffnenden Dienstmädchen sagten, daß sie die Wohnung ausmessen sollten. Als das Mädchen sie ein­ließ, wurde es von dem einen gepadt und gewürgt und ihr ein Knebel in den Mund gestedt. Es stürzte zur Erde und verlor die Besinnung. Die Männer durchsuchten nun die Wohnung, wurden aber von herbeieilenden Bewoh­nern gestört und ergriffen die Flucht. Ueber einen zwei­ten Raubanfall wird aus Gladbeck gemeldet: Als Mon­tag früh der Wagen mit dem Gelde zur Abschlagszahlung Für die Arbeiter der Königlichen Möllerschächte über die Straße von Gladbeck nach Bottrop( Westfalen) fuhr, wur­den die vier im Wagen befindlichen Schichtmeister, die eine Summe von 275 000 M bei fich führten, von mehreren Per­fonen überfallen und durch Revolverschüsse bedroht. Die Schüsse verfehlten glücklicherweise ihr Ziel. Die Täter enttamen.

Quer durch Afrika auf dem Zweirad. Eine der be­merkenswertesten Touren, die je in Afrika gemacht worden find, haben zwei junge Engländer, Frank Melland und H. Die beiden Chomelen, zu glücklichem Ende geführt. Herren, die im Dienst der britischen Südafrikagesellschaft tehen, haben vergangenen Juli ihre Station in Nordost­Rhodesia verlassen, um per 3weirad quer durch Afrika nach Kairo zu fahren. Sie sind hier am 19. Januar ein­getroffen, nachdem sie in 170 Tagen 5700 Meilen zurück­gelegt hatten. Davon wurden rund 3400 Meilen auf dem Rade oder zu Fuß gemacht. Ein Teil der Route der Rad­fahrer war vorher überhaupt noch niemals betreten wor den. Chomelen, der jetzt in Bonbon eingetroffen ist, gab über die interessante Radpartie folgenden Bericht: Mel­Land und ich haben Kasuma im nordöstlichen Rhodesien am 24. Juli vorigen Jahres verlassen. Während 51 Tagen sind wir durch Deutsch- Ostafrika nach dem Viktoria- Nyanza ge­radelt. Die Wege waren für jene Gegend überraschend gut, die Eingeborenen sehr gastfreundlich und die deutschen Beamten überaus zuvorkommend. Die Sportverhältnisse sind in bestimmten Teilen Deutsch- Ostafritas glänzend. Dreimal haben uns Löwen ihren Besuch abgestattet, sie waren indessen nicht tapfer genug, unser Lager anzugreis fen. An zwei Abenden erbeuteten wir sechzehn Krokodile und brachten des weiteren noch einen Leoparden, drei große Ugandaelefanten, drei Steinböcke und Kleinzeug zur Strede. Em ersten Weihnachtsfeiertag trafen wir, nach­dem wir Uganda zu Rad und zu Fuß durchquert hatten,

Wilhelm Singer."- zu bemerken ist, daß Herr Singer ein ziemlich beleibter Herr ist.

Aus dem Briefe eines Fremdenlegionärs. Die Leiden der Fremdenlegionäre sind hinlänglich bekannt, und es ist schon so oft vor dieser Menschenfalle gewarnt worden. Immer aber gibt es wieder Leichtsinnige. Wie verhäng­nisvoll der Eintritt in die Fremdenlegion werden kann, zeigt von neuem der Hamburger Blättern zur Verfügung gestellte Brief eines 18jährigen Maschinisten aus Ham­Der junge burg, des einzigen Sohnes seiner Eltern. Mann hatte im November vorigen Jahres seine Lehrzeit in Altona- Ottensen beendet und war auf Wanderschaft ge­gangen. Nach der Erzählung seines Großvaters soll er über die französische Grenze gekommen und dort mittellos festgenommen worden sein. Das hat der junge Mann sei­nen Eltern noch mitgeteilt, dann haben sie nichts mehr von ihm gehört, bis jetzt folgender Brief aus Algerien von ihm eintraj: Teure Eltern! Wie Ihr durch diesen Brief seht, will ich Euch mitteilen, daß ich in der Fremdenlegion für fünf Jahre engagiert" worden bin! Ich habe es bis jetzt immer noch nicht schreiben mögen, aber ich kann keine Nacht ruhig schlafen, bevor Ihr es wißt. Hier gibt es mehr Schläge als zu essen, bei der geringsten Kleinigkeit wird man gleich 20 Tage ins Loch gesteckt. Von morgens 7 Uhr bis abends 5 Uhr muß man stramm exerzieren und lange Märsche machen. Ich muß hier vier Monate blei­ben und nachdem gehts nach dem Süden auf Posten. Dort soll es noch schlimmer sein. Jede Woche werden dort Ge­fechte mit den Arabern ausgeführt und viele Legionäre finden den Tod. Aber ich hoffe, daß ich gesund wieder zurückkehre. Macht Euch keine Sorgen und denkt, als hät­tet ihr mich nie gesehen. Willy."

Todessturz eines Militärfliegers.

Das erste Opfer der deutschen Militäraviatik. Die deutschen Flieger haben einen neuen schweren Ver­Lust zu beklagen. Auf dem Flugplatz in Döberib ist am Montag der Leutnant Stein vom 3. Telegraphen- Bataillon ( Koblenz) aus einem Farman- Doppeldecker in 20 Meter Höhe abgestürzt. Er war sofort tot.

Leutnant Stein, der einer angesehenen Koblenzer Fa­milie entstammt, hatte sich im November vorigen Jahres als Freiwilliger bei der Luftschifferabteilung der Verkehrs­truppen gemeldet und wurde mit mehreren anderen Offt­zieren zusammen ausgebildet. Der Offizier bestand im Dezember seine Fliegerprüfung auf einer der beiden in Döberitz untergebrachten Uebungsmaschinen in vorzüglicher Wetse.

Auch am Montag bestieg der Offizier wiederum den Doppeldecker und erhob sich nach kurzem Anlauf in die Luft. Nachdem er das weite Feld in mehreren Runden umkreist hatte, stteg er auf etwa 100 Meter Höhe. Dann stellte er das Höhensteuer abwärts, und in jähem Gleitfluge schoß die Maschine zur Erde. 20 Meter über dem Boden riß Leutnant Stein das Höhensteuer wieder herum, so daß der Doppeldecker in horizontaler Richtung weiter flog. Nach­dem er 100 Meter zurückgelegt hatte, wollte St. abermals einen Gleitflug ausführen und stellte das Höhensteuer so schräg ein, daß die Spitze des Apparates sich beinahe sent­recht zur Erde stellte. Plößlich sah man den Körper des Offiziers fich von der Maschine loslösen und mit rasender Geschwindigkeit zu Boden stürzen. Der Doppeldecker, von dem Gewicht des Fliegers befreit, sauste in schräger Rich­tung hernieder und zerschellte etwa 20 Meter von dem Flie ger entfernt am Boden. Offiziere, dte den Vorfall mit Ent­fetzen beobachtet hatten, eilten über das Feld zu ihrem ge= stürzten Kameraden. Der Unglückliche, der mit dem Kopf auf den Boden aufgeprallt war und Brüche des Schädels erlitten hatte, war bereits tot. Man schaffte die Leiche nach einem Schuppen, wo sie vorläufig aufgebahrt wurde.

Der Unfall ist nicht etwa auf einen Fehler an der Ma­schine, sondern darauf zurückzuführen, daß Leutnant Stein beim Gleitflug eine zu schräge Lage der Maschine bewirkte. Leutnant Stein ist das erste Opfer das die deutsche Flug­kunst in diesem Jahre gefordert hat. Im vorigen Jahre erlagen bekanntlich vier Flieger dem Luftsport. Die Flieger­abteilung der Verkehrstruppen steht unter Hauptmann de le Rot, unter dessen bewährter Lettung bisher zwölf Of= fiziere ausgebildet sind, die vorzügliche Leistungen aufzu­weisen haben.

haben wir nicht zu erleiden gehabt. Es war ein prächtiger Ein Brief aus der Peststadt Charbin.

Ferienausflug, und ich kann nur jedem, der für Sport und förperliche Uebung Interesse hat, die Reise angelegentlichst empfehlen."

Was als Nahrung. In Hochpetsch bei Brüy in Böh­men, einem von Kohlenarbeitern bewohnten Dorfe, wer­den verendete oder vertilgte Tiere auf einem dazu be= stimmten Aasplak begraben. Seit einiger Zeit wurden dort Spuren von Nachgrabungen entdeat. Als jüngst ein an der Maulseuche abgestandenes Kalb dort verscharrt wurde, beauftragte der Gemeindevorsteher den Nachtwäch­ter, den Nasplak zu beobachten. Am anderen Tage machte dieser die Anzeige, daß der Bergmann Prawasnik dort ge­sehen wurde. Die angeordnete Haussuchung ergab, daß dessen Frau große Stücke des franken Kalbfleisches briet; ferner wurde das Fell eines vor kurzem verendeten Hun­des und einer Kaze gefunden. Prawasnik gestand, daß ihn die unerschwinglichen Fleischpreise zur Ausgrabung des Aases veranlaßt hätten, und daß er große Mengen die­ses erbeuteten Fleisches an bekannte Bergleute verkauft hebe.

Das Papier für die Zählfarten. Für die zur letzten Volkszählung in Preußen benötigten rund 72,000,000 For­mulare wurden 5,728,655 Bogen Papier in verschiedenen Größen gebraucht. Diese Anzahl Bogen bedecken eine Flä­che von 2,982,114 Quadratmeter; nebeneinandergelegt er­gibt diese Menge Bogen Papier eine Länge von 644 Mei­len. Die einzelnen Formulare nebeneinandergelegt zeigen eine Länge von etwa 10,000 Seemeilen, was einer Ent­fernung von Curhagen nach Hongkong( 9950 Seemeilen) oder dem 1% fachen Durchmesser der Erde entspricht. Sämt­liche Formulare übereinandergelegt zeigen die stattliche Höhe von 9000 Meter, mithin 30 mal so groß wie der Eif­felturm und S mal so hoch wie der Brocken. Das Brutto­gewicht der ganzen Menge beträgt rund 350,000 Kilo­

gramm.

Ber tote und der lebendige Singer. Man schreibt den Münch. N. N. aus London: Der Daily Graphic hat seiner Lebensbeschreibung des verstorbenen Sozialistenführers Paul Einger ein Porträt Wilhelm Singers, des Chefre batteurs des Neuen Wiener Tageblattes, beigegeben. Diese Verwechselung zog dem Londoner Blatt folgendes Schrei­ben vom überlebenden Singer zu: Verehrter Herr! Es gibt Leute, die noch leben, die man aber schon zu den Toten rechnet. Gehöre ich auch zu diesen? Wie dem auch sein mag, ich sehe jedenfalls lieber mein Porträt über Paul Singers Nefrolog als sein Bild über meinem Retro­log. Das ist vielleicht herzlos, aber wahr. Ich hoffe, daß wenn ich einst sterbe, die Erde weniger schwer auf mir laften wird. als ich auf ihr laste. Mit kollegialem Gruß

Dem New York Herald" wird aus Charbin vom 6. Februar gemeldet: Die Chinesenstadt bot heute eins der furchtbarsten Schauspiele, die jemals gesehen worden sind. Als die Pest zu wüten begann, waren die Eingeborenen aiterst gleichgültig und refigniert. Jezt jagt die Familie einen an der Pest Erkrankten sofort aus dem Haus und überläßt ihn dem sicheren Tode in den Isolterbaracken oder auf der Straße in irgendeinem Winkel. Viele dieser Un­glücklichen erfrieren, da eine Temperatur von 32 bis 84 Grad Celsius unter Null herrscht. 3300 Leichen sind auf 16 Scheiterhaufen verbrannt worden. Die Behörden glau­ben, daß der Best nur Einhalt geboten werden kann, wenn die ganze Stadt niedergebrannt wird. Aber es erscheint un­möglich, einen Zufluchtsort für die 10 000 Bewohner der Stadt zu schaffen. Die Zahl der Toten in der Chinesenstadt beträgt 5134, in der Ruffenstadt 1126. Gestern ist noch ein Arzt der Pest erlegen, der sechszehnte, der seit dem Aus­bruch der Epidemie im Dienste gestorben ist. Alle diese Aerzte waren Russen. Acht von ihnen waren nicht mit dem Serum Hakims geimpft. Obgleich die Wirksamkeit des Serums noch nicht erwiesen ist, wird es doch weiter ange= wandt, weil es immerhin noch einen einzigen Schutz bietet. Es wurden auch zuerst Versuche mit Ehrlich- Hata 606 ge= macht, doch glauben die Aerzte nicht, daß das Mittel gegen die Pest anwendbar sein wird. Das einzige sichere Symp­tom der Erkrankung ist das Erbrechen von Blut, da viele Kranke bis zu dieser Erscheinung ganz normale Tempera­tur haben. Die Nachrichten von den Bahnstationen zeigen, daß die Pest sich in den an den Schienenstraßen gelegenen Orten rapide ausbreitet. Die Lage in dem von der Best betroffenen Teil der Mandschurei zeigt wenig Veränderung. Im ganzen sind bis fezt 7000 Personen an der Pest ge= storben. Der Mangel an Geldmitteln zur Bekämpfung der Pest wird schwer empfunden.

Bestpanit in einem chinesischen Theater.

Ueber eine furchtbare Schreckensszene, die sich durch ei= nen Pestfall in dem chinesischen Theater von Fudsjadjan zutrug, wissen, wie aus Petersburg geschrieben wird, die Charbiner Zeitungen zu berichten. Im Theater wurden trotz der Epidemie die wilden und grotesken Schauspiele der herumziehenden chinesischen Theatertruppen mit furcht­barem Lärm und Getöse aufgeführt. Jeder Schauspieler sucht den anderen durch Geschrei zu übertrumpfen, und bei jedem neuen Gebrüll auf der Bühne klatschen die Zuschauer frenetisch Beifall. Die Freude an dem Schauspiel war die­ser Tage gerade auf den Gipfel gestiegen, als plöblich einer der maskierten Schauspieler zu wanken anfing. Das Publi­fum hielt dies für einen zum Schauspiel gehörigen Scherz und stieß ein lautes Lachen aus, das noch stärker wurde, als der Schauspieler plötzlich dröhnend niederstürzte. Aber der endlose Jubel wich plötzlich einem allgemeinen lähmen­den Schrecken, als der Schauspieler unter furchtbaren Hu­stenkrämpfen Blutgetränkten Speichel erbrach. Von allen Setten ertönte plöblich der Schreckensruf: Die Best! Die Pest!" Die Schauspieler stüraten von der Bühne. um nicht

angesteckt zu werden. Die Zuschauer drängten entsetzt nach dem Ausgange. Es entstand eine furchtbare Panik, da die Ausgänge für die Hunderte von Menschen sich als viel zu flein erwiesen. Frauen und Kinder wurden von den Männern niedergetreten und Todesschreie erfüllten den Holzbau. Es entstand ein entsetzlicher Kampf auf Leben und Tod, bei dem viele Personen getötet oder verwunder wurden.

Die Opfer der Senche.

Petersburg, 8. Februar. Nach der Petersburger Telegraphenagentur sind im Bereiche der ostsibirischen Bahn seit dem Ausbruch der Pest am 24. Oktober bis zum 4. Ja­nuar 1208 Chinesen und 44 Europäer an der Pest erkrankt und 1192 Chinesen und 40 Europäer daran gestorben.

Drabinachrichten und neuestes.

Keine Orden für Richter.

Berlin, 8. Februar. Dem Reichstag ist ein An trag der fortschrittlichen Volkspartei zum Gerichtsverfas sungsgesetz zugegangen, folgenden Paragraphen 8a einzu schalten: Richtern soll die Annahme von Orden und Ehren­zeichen verboten sein. Das Tragen von Orden und Ehrens, zeichen, die vor Eintritt in das Richteramt erworben wor den sind, sowie die Annahme von Orden und Ehrenzeichen für Kriegsverdienste und von Rettungsmedaillen bleiben von diesem Verbot unberührt.

Vom Kaiser begnadigt.

Oldenburg, 8. Februar. Der Kaiser hat den Artillert­sten Schröder in Oldenburg, der wegen schwerer disziplt­marischer Vergehen zu einer längeren Gefängnisstrafe ver­urteilt worden war, wegen guter Führung begnadigt, nach­dem der Verurteilte einen großen Teil der Strafe ver­büßt hatte.

Liebestragödie.

0 Krefeld, 8. Februar. Der 32jährige verheiratete Chauffeur Gärtner tötete ein 18jähriges Ladenmädchen, mit dem er ein Liebesverhältnis unterhalten hatte, durch dret Revolverschüsse und versuchte sich dann selbst zu erschießen.) Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Eine zärtliche" Gattin.

Bochum, 8. Februar. Das Schwurgericht verurteilte die Witwe uhlenbruch aus Löntrop bei Recklinghausen, die in der Nacht zum 1. Oktober vorigen Jahres ihren Mann, eis nen ordentlichen und fleißigen Bergarbeiter, im Bett er­drosselt hatte, wegen Totschlags unter Versagung mildern­der Umstände zu zwölf Jahren Zuchthaus und zwei Jah­ren Ehrverlust. Dte Ursache der Tat bildete ein uner­laubtes Verhältnis, das die Angeklagte mit einem Kost­gänger unterhalten hatte.

Der Zwist im Hause Tolstoi. Petersburg, 8. Februar. Frau Tolstoi soll zehn Seiten aus dem Tagebuch Tolstois herausgerissen haben, die den Familienzwist beleuchteten und Aufklärung darüber ent­halten, weshalb Tolstoi Jasnaja Poljana verließ.

Im Eisenbahnzug erfroren.

Warschau, 8. Februar. Bet Podol in Russisch- Polen blieb ein Güterzug 24 Stunden im Schneesturm stecken. Fünf Zugangestellte sind erfroren.

Die belgische Königin.

Brüffel, 8. Februar. Die Königin wird sich am Sonnabend in Begleitung des Königs nach Sankt Morit begeben. Die Gerüchte von einer neuerlichen Verschlimme rung des Zustandes der Königin bewohrheiten sich nicht. Große Kälte in Kleinasien.

Konstantinopel, 8. Februar. Nachrichten aus Anato­lien besagen, daß die Kälte unerträglich ist. In Castamoni zeigte das Thermometer 32 Grad unter Null. Der Tigris und Euphrat sind zugefroren. Es herrscht großes Massen. sterben, Hungersnot und Wolfsplage. Mehrere Provinzen sind von aller Verbindung abgeschnitten.

Zum Brande des türkischen Regierungsgebäudes. Konstantinopel, 8. Februar. Die Polizei sucht ei­nen entlassenen Beamten namens Schewfet, der während des Feuers auf der Pforte die Tür zum Ministerium des Aeußern erbrach und wichtige Dokumente an sich nahm, mit denen er spurlos verschwand. Gerüchte bezeichnen den frü heren Minister des Innern, Memduh, als Urheber der Brandstiftung.

Gewaltige Flottenforderungen Englands.

O London, 8. Februar. Ein Blatt will erfahren ha ben, daß das britische Flottenbudget für das kommende Fi nanzjahr sich auf die bisher unerreichte Gesamthöhe von 45 Millionen Pfund belaufen werde. Es sei die Herstel­lung eines Dreadnoughtsaldos zugunsten Englands im Vergleich mit dem des Dreibundes im Jahre 1913 beab­fichtigt. Die Admiralität wünscht ein Programm von 7 Dreadnoughts für das fommende Finanzjahr, wovon vier im Juli und August d. J. auf Stapel gelegt werden sollen. Danach würde England im Sommer 1913 28 Dreadnoughts in den heimischen und 3 in den außereuropäischen Gewässern haben.

Handel und Verkebr.

Frankfurt a. M., 7. Februar. Viehmarktspreise vom 6. Februar. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höch stens 6 Jahre alt( Lebendgewicht) M 50-55,( Schlachtgew.) M 91-95, 6) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgewicht) M45-49,( Schlachtgewicht) M 81-89, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere ( Lebendgewicht) M 40-44( Schlachtgewicht) 74-81, d) gering genährte jeden Alters( Lebendgewicht) M 11 ( Schlachtgewicht) M B. Bullen: a) vollfleischige, aus­gewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) M 44 bis 47,( Schlachtgewicht) M 78-78, 6) vollfleischige jüngere ( Lebendgewicht) M 41-43,( Schlachtgewicht) M 68-71, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere( Lebend­gewicht) M-,( Schlachtgewicht) M, d) gering ge­nährte( Lebendgewicht) M( Schlachtgewicht) M- C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) M 44-48,( Schlacht gewicht) M 79-86, b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höch sten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgewicht) M 41. bis 45,( Schlachtgewicht) M 76-81, c) 1. wenig gut ent= wickelte Färsen( Lebendgewicht) M 39-42,( Schlachtgewicht) M 75-81, dto. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut) entwickelte jüngere Kühe( Lebendgewicht) M 34-41, ( Schlachtgewicht) M 63-76, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgewicht) M 24-26,( Schlachtgewicht) M 54 bis 64. D. Gering genährtes Jungvieh( Fresser)( Lebend­gewicht) M ( Schlachtgewicht) M Kälber: a) Doppellender feinste Mast( Lebendgewicht) M( Schlacht­gewicht) M b) feinste Mast-( Vollmilchmast) und beste Saugfälber( Lebendgewicht) M 56-60,( Schlachtgewicht) M 93-100, c) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Lebend-, gem.) M 52-55,( Schlachtgew.) M 88-93 d) sering. Saug­fälber( Lebendgew.) M 50-51,( Schlachtgew.) M 85-86.) Schafe A. Stallmastichase: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgew.) M 40-41,( Schlachtgev.) M 84. bis 85, b) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Le­bendgew.) M( Schlachtgew) M-, c) mäßig genährte Sammel und Schafe( Merzschafe)( Lebendgew.) M ( Schlachtgew.).M--, d) Marschschafe oder Niederungsscha= Weidmast­fe( Lebendgew.) M( Schlachtgew.) M schafe M- B. Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 lg. Lebendgewicht( Lebendgew.) M 50-52%, ( Schlachtgew.) M 64-66, b) vollfleischige Schweine unter 80 lg. Lebendgewicht( Lebendgew.) M 50-52,( Schlachtg.) M 62-64, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 lg. Lebendgewicht( Lebendgew.) M 50-52,( Schlachtgew.) M 60 bis 64, d) vollfleischige Schweine von 120 bis 150 felg. Le­bendgewicht( Lebendaew.). 50-52,(@chlachtgew.) M 63-64.

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