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Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 50 pfg. monatlich oiertelfährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­Erscheint ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. Mittags 3 Uhr. Die Illuftr. Weltrundschau" Redaktion: liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. H.

Nr. 155.

-

Telephon: Nr. 362.

Hessischer Landtag.

Die 3 weite Kammer der Stände trat ge­stern unter dem Vorsitz des zweiten Präsidenten Korell zu ihrer Schlußsizung zusammen. Vor Eintritt in die

Tagscordnung gedachte dor Präsident δρα 30iährigen

Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

der Großherzoglichen Bürgermeisterei

des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.)

sowie vieler anderer

Mittwoch, den 5. Juli 1911.

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 Pfg.

die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

Kümmel vom Hoftheater- Darmstadt mitwirken wird, und der andere einen Beinbruch davontrug. ist frei.

um

== A zz bach, 4. Juli. Samstag nachmittag Uhr fand hier die Einweihung der neuen Schule statt, welche in der einen Hälfte des historischen früheren Justizgebäudes eingerichtet ist. Bisher hat dieser Teil end in dem anderen Teil chule mit Lehrerwohnun­I- und Kirchenvertretung lig, wie auch zahlreiche

Weshalb stirbt man vorzeitig?

Warum erreichen nur so wenige Menschen bei normaler Vollkraft das normale Lebensalter?

Ein Teil der Menschen stirbt infolge von Unglücksfällen, angeborener Schwäche oder an den Einwirkungen der Berufskrankheiten. Aber die übergroße Anzahl der Anderen? Die Tausende normaler Menschen, welche weder verunglücken noch durch giftige Gase, Staub, Überanstrengung usw. vorzeitig zu Grunde gehen, warum sterben sie verhältnismäßig so früh?

Warum nehmen bei ihnen schon mit 40, spätestens mit 50 Jahren die Kräfte ab? Warum stellen sich bereits in diesem Alter, welches das kräftigste sein sollte, schon allerlei Gebrechen ein?

Das macht

das unreine Blut!

Das Blut im menschlichen Organismus hat

vier Hauptaufgaben:

1. Es versorgt die einzelnen Organe mit Nährstoffen, die durch die Verdauungsorgane aus den Speisen präpariert wurden.

2. Es führt den zur Verwertung dieser Nähr­stoffe nötigen Sauerstoff aus den Lungen herbei, die es in leinster Verteilung durchströmt. Infolge seiner besonderen chemischen Beschaffenheit reißt s den Sauerstoff an sich und gibt ihn da, wo er ge­raucht wird, wieder ab.

3. Bei der Verwandlung der Nährstoffe in Wärme und Kraft mit Hilfe des Sauerstoffes ent­stehen chemische Verbindungen, die wieder aus lem Organismus entfernt werden müssen, weil ie ihm schädlich sind. Das Blut nimmt sie auf ind schafft sie durch den Schweiß, durch die Nieren usw. hinaus, zum Teil transportiert es sie uch in die Leber, wo sie nochmals chemisch in Galle umgewandelt werden, die dazu dient, die Speisen im Magen und in den Därmen aufzulösen.

4. Es vernichtet Bakterien und andere Krank­eits keime, die in den Organismus eindringen, be­for sie sich vermehren können.

Wohlgemerkt gilt das alles nur vom gesunden, 10rmalen Blute. Sobald es sich in seiner chemischen Zusammensetzung wesentlich verändert, kann es eine Aufgaben entweder garnicht oder nur mangel­haft erfüllen und der Organismus erkrankt.

Die ersten Warnungs­

zeichen sind:

chlechte Verdauung, Appetitlosigkeit, Angst­jefühl, leichte Erregbarkeit, Mattigkeit, Energie­osigkeit, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen,

Schlaflosigkeit, Nachtschweiße, kalte Füße, Blut­

DO

Z

Der Gesundheit Hort

ndrang nach dem Kopfe, Leiden der Leber, der Nieren, der Galle oder anderer Organe, Hämorrhoiden, Bein­chäden, Flechten, Pickeln, Rheumatismus, Gicht, Zuckerkrankheit, Katarrhe des Halses, der Nase oder der Ohren usw.

Aber die richtige chemische Zusammensetzung ermöglicht es dem Blute, sich von Krankheitsstoffen frei­uhalten, die sich im Körper selbst bilden resp. sie auszustoßen, den Organen genügend Nährstoffe und Sauer­toff zuzuführen und von außen eindringende Ansteckungskeime abzuwehren.

Tum metu ny

ver=

vereins wurde durch den Vorsitzenden, Kreisrat Schliephake- Friedberg, eröffnet. Dr. Hoffmann- Friedberg erstattete den Geschäftsbericht, aus dem hervorgeht, daß der Verein mit Zufriedenheit auf die Erfolge des flossenen Vereinsjahres zurückblicken kann. Die Versamm­lung beschloß, im Laufe des Sommers einen Ausflug nach Oberzwehren zu unternehmen, um die dortigen als mustergültig bekannten Obstbauanlagen zu besichtigen. Die anwesenden Landtagsabgeordneten gaben das Ver­sprechen ab, dafür Sorge zu tragen, daß auch in Zu­funft der Oberhessische Obstbauverein durch die hessische Landwirtschaftskammer Unterstützung erfahren werde. Gartenbauinspektor Denk aus Frankfurt a. M. hielt dann einen interessanten Vortrag über die Krankheiten und Schädlinge der Obstbäume und deren Bekämpfung.

*) Gießen. Cafe Amend. Es ist Herrn Amend gelungen, den beliebten und bekannten Opern= sänger Herrn Plate, für einige Abende ab Montag, den 3. Juli d. Js., zu verpflichten. Derselbe ist ein vorzüglicher Liedersänger und wird neben der ausge­zeichneten Santori'schen Kapelle eine willkommene Ab­wechslung bieten.

-0 Lollar, 5. Juli. Der Gesangverein Lieder= tafel" veranstaltet am 9. und 10. Juli ein großes Sän­ger- und Volksfest, verbunden mit Wertungs­singen, an dem 14 auswärtige Vereine teilnehmen werden. Der Eintritt zu dem Volksfest, bei dem auch der aus unserem Ort stammende Pistonvirtuos Louis

en eingefunden. Weiter Sartorius, Bürgermeister neister, Architekt Müller, eissparkassendirekt. Schla ingeleitet mit den beiden lobe den Herrn, den mäch= hielt Herr Pfarrer Soh­g auf den früheren und die Bedeutung der Schule sprach den Wunsch aus, Zeiten, gegenüber dem e des Alten immer Neues In möge, der festhält an otteswort, wie es die Bi­bestrebt ist, die Jugend zu llschaft heranzubilden, son­estimmung des Menschen un von der Ober- und gesungen. Dann über­m Bürgermeister Braun en Pfarrer Sohnius mit ab, die in dem Wunsche Hause ein Geschlecht her= m Worte nachzukommen: tet Gott! Ehret den Kö­e nun die Schule im Na­

worauf dann eine Besich Anwesenden stattfand. Das var der ungeteilte Beifall Einrichtung. Die Schul­eilung der üblichen Schul­

Am Sonntag feierte der das 6. Bundesfest, e der neubeschafften Fahne id wurde das Fest durch m ein Kommers folgte. uf dem Festplatz die Ein­mittags fand ein Umzug Bürgermeister Braun­Frl. Groh überreichte im eue Fahne. Es folgte nun

und die Freiübungen, an 1. Bei dem Einzelwettur­Schmidt- Waldgirmes, W. ler- Atzbach, H. Krieger- Al­E. Berger- Allendorf, Hild, lich aus Reiskirchen, Becht­mes, Schmidt und Lang­teinmüller- Bieber.

-Duoingen, o. Juli. Am Sonntag fand hier das 50jährige Jubiläum unseres Turnvereins, verbun­den mit dem 14. Rinziggauturnfest, statt. An der Feier nahmen zirka 50 Vereine teil. Zur Vorführung gelang­ten allgemeine Stabübungen, Wettspiele und Turnen der Musterriegen. Montag nachmittag fand eine Nachfeier statt, bei dem zirka 300 Schulkinder sich im fröhlichen Spiel tummelten.

Herborn, 4. Juli. Am Sonntag sprach Ge­neralleutnant v. Viebahn vor 3-4000 Personen auf der Soldatenmissionsversammlung in Münchhausen. In bewundernswerter Weise hatten die Münchhausener die Bewirtung der Gäste vorbereitet.

-e= Weilburg, 5. Juli. Das von der hiesigen Ortsgruppe des Vereins für nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung schon seit Jahren angestrebte Heimat- Museum ist nun gesichert. Die Stadt stellte Mit­tel zur Verfügung, und auch die großherzoglich luxem­burgische Verwaltung hat ihre Unterstützung zugesagt. Limburg, 5. Juli. Die 42. Infanterie- Bri­gade hält ihre Uebungen vom 31. August bis 5. Sep­tember bei Limburg ab und ihre Manöver 6. bis 9. September bei Grävenwiesbach.

Dom

* Marburg, 4. Juli. Hier fand am Sonntag das 12. hessische Athleten- Verbandsfest statt, bei dem es nicht ohne Unfälle abging. So erlitt beim Steinstoßen ein Athlet einen Knöchelbruch, während von zwei Teil­nehmern an den Ringkämpfen einer eine Quetschung

war,

* Darmstadt, 5. Juli. Hier wurde am Sonn­tag der Hessische Schneider- und Genos= fest der Schneider- Innung- Darmstadt verbunden senschaftstag, mit dem das 25jährige Jubiläums­abgehalten. Es wurden folgende Vorträge gehalten: Tuchversandgeschäfte an Private und deren Bekämpf­ung, Belebung des Genossenschaftswesens und Lehr­lingswesen".

*) Frankfurt, 4. Juli. Das schreckliche Vor­tommnis in der Schwarzwaldstraße zu Niederrad hat die dortige Einwohnerschaft in gewaltige Aufregung versetzt. Während des ganzen Tages war gestern die Straße belebt, und am Abend wurde der Zudrang so start, daß die Polizei sich genötigt sah, die Schwarz­waldstraße oben und unten abzusperren, nur de­ren Bewohner durften passieren. Als Frau Schreiber am Nachmittag sich auf der Straße zeigte, wurde sie von der Schuljugend verfolgt und mit Steinen geworfen, sodaß sie aufs Polizeirevier flüchten mußte.

*) Frankfurt a. M. 28. Bundesfest des Deut­schen Radfahrerbundes 4.- 13. August in Frankfurt a. M. Der Festausschuß, der unermüdlich bestrebt ist, das vom 4.- 13. August stattfindende Bundesfest.in jeder Beziehung zu einem glanzvollen Feste zu gestalten, hat eine weitere bedeutende Attraktion hierfür gewonnen. Fräulein Kätchen Paulus, die bekannte Frankfur­ter Luftschifferin, wird während des Bundesfestes mit ihrem Fessel ball on täglich Passagierfahrten unter­nehmen, außerdem werden noch an 2 zu bestimmenden Tagen, Freifahrten mit Ballonverfolgung statt­finden. Auch der Festzug, der eine ganz gewaltige Aus­dehnung erfahren dürfte, ist nunmehr von dem Festzug­Komitee, unter Mitwirkung der Frankfurter Künstler= schaft und unter dem Vorsitze des Herrn Prof. Körner und Prof. Bender in großen Zügen festgelegt. Am Rad­fahrer Blumen- Korso dürften sich zirka 350-400 Ver­eine aus allen Gauen Deutschlands, sowie eine große Anzahl fremdländischer Vertretungen beteiligen und wird dieser Teil des Festzuges allein schon ein glänzendes, farbenprächtiges Bild abgeben. Nach dem Radfahrer= Korso kommen alsdann die Frankfurter anderen sport­lichen Korporationen, die sämtlich ihre Beteiligung zu­gesagt haben, ferner die Schützen mit ihrem eigenen Musikkorps, dann die Innungen, Krieger- und anderen Vereine. Der dritte Teil des Festzuges besteht aus dem Automobil- Blumen- Korso. Hier hat sich der Frankfur­ter Automobilklub in Verbindung mit dem Hessischen u. Wiesbadener Automobilklub in den Dienst der Sache gestellt und wird hierdurch auch dieser Teil des Fest­zuges ein glänzendes Bild abgeben. Bekanntlich sind sämtliche Automobilfahrer, die an der Kraftfernfahrt des Deutschen Radfahrer- Bundes nach Frankfurt teilnehmen, und für welche Preise in Höhe von 2500 Mt. ausge­worfen sind, verpflichtet, sich auch an dem Automobil= Blumentorso zu beteiligen. Man rechnet daher auf eine Beteiligung von zirka 100 blumengeschmückten Autos. In dem ganzen Zug sind zirka 10 bis 12 Militärkapel­len verteilt. Die Aufstellung erfolgt in Sach­senhausen, mit der Spitze nach der Gutkowstraße, führt über Brückenstraße, Deutschherrnkai, Obermain= brücke, Anlage, Zeil, Bibergasse, große Bockenheimerstr., um das Opernhaus herum, Goethestraße, Roßmarkt, Kaiserstraße, Bahnhofsplatz, Hohenzollernstraße nach der Festhalle und dürfte eine Ausdehnung von über vier Kilometern haben.

Literarisches.

Griebens Reiseführer.

Band 9: London". 13. Aufl.( Mt. 3.50). Der Band London" ist einer durchgehenden Umarbeitung unterzogen worden. Eine wichtige Neuerung bildet das Kapitel Sport", das über die englischen Sportverhält­nisse Aufschluß gibt. Das Kartenmaterial ist ebenfalls genau revidiert und um 2 neue Pläne Hauptteil der City und des West- Central" und Plan der Untergrund­bahnen" erweitert worden.

Band 62: Nürnberg". 14. Aufl.( 60 Pfg.) Der vorzügliche Griebenführer Nürnberg" ist unverändert in 14. Auflage erschienen.

Band 156: Cassel und Wilhelmshöhe" ( 80 Pfg.). Cassel und Wilhelmshöhe ist ein neuer Grieben, der sich durch seine augenfälligen Vorzüge sehr schnell seinen Freundeskreis schaffen wird. Ein Stadt­plan und eine Karte von Wilhelmshöhe sind dem em­in der Verlagsbuchhandlung Alb. Goldschmidt, pfehlenswerten Führer beigegeben. Alle drei Bände sind Berlin W. 35, erschienen.

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