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Ein arabisches Pferdere en in Tunesien.
Ich gesellte mich diesen rauhen, aber gutmütigen Kriegern zu und war bald von einer Gruppe der schwarzen und braunen Burschen umgeben. Jussuf hatte ihnen bereits verraten, was ich ihm schon in den ersten Minuten unseres Beisammenseins mitteilen mußte: daß ich ein Deutscher sei! Wie Kinder, die vor einer Schaubude stehen und sich gegenseitig auf irgendeinen erotischen Gast aufmerksam machen, so stießen fie sich grinsend und mit vor Interesse funkelnden Augen gegenseitig in die
Seiten, und wer es noch nicht wußte, den riefen sie herbei: Un Allemand, un allemand!" Bald war ich von einem dichten Schwarm Uniformen umgeben Unter den mehr oder weniger naiven Fragen, die an mich gerichtet wurden, war auch diejenige, wo Deutschland liege und wie weit es dorthin wäre". Der Korporal der Mannschaft erklärte mit wichtiger Miene, daß er mit einer Auskunft dienen tönne: Deutschland liege gleich hinter Ägypten! Achtungsvoll nahmen seine Mannschaften diese geographische Fixierung hin, und freude
ftrahlend ob seiner wissenschaft
lichen Leistung schaute er mich erwartungsvoll an, wie um eine Bestätigung aus meinem Munde zu erhalten.
Lust, um wie im Meteoritenschauer herabzupraffeln. Die Pferde verschwanden hinter einer Hügelwelle, um gleich hinter derselben wieder zum Vorschein zu kommen. Jetzt waren sie in der elliptischen Strecke wieder zu unserer Rechten und ritten zum Ziele, das der Standort des Kommandanten bezeichnete. Der Sieger wurde mit geradezu höllischem Geschrei empfangen man denke sich das Gebrüll von mehr als vierhundert Araberfehlen! Dann ging das Geschnatter los; das Für und Wider,
das Wenn und Aber wurde ebenso
hizzia und eifrig erwogen, wie
bei den Deutschen nach einer
beendeten Skatpartie.
Wieder fiel das Zeichen und eine zweite Gruppe stürmte vorwärts. Dies wiederholte sich ungefähr zehnmal. Eine Episode in diesem Rennen wird mir unvergeßlich bleiben. Es war bei einer der letzten Runden. Acht Reiter stoben an uns vorbei: fast ganz zuletzt ritt auf einem Grauschimmel ein etwa zwölf bis vier. zehnjähriger Araber. junge. Die Gruppe verschwand, erschien wieder und nun entwickelte sich etwas die Gemüter Aufregendes: Als die Ersten hatten sich zwei Rappen vorgearbeitet, die haarscharf Korf an Kopf daherrasten. Die beiden Reiter, die wie die and in mit luren Folzinüteln bencffnet waren, schlugen unbarmherzig auf ihre Tiere, besonders auf den Kopf des gegnerischen Tieres ein, um dieses zurückzuschrecken. Doch es half nichts. Hart nebeneinander flogen die Tiere mit sichtlich großer Anstrengung dem Ziele immer näher. Atemlos schaute alles den vor ohnmächtiger Wut schäumenden Reitern entgegen, da sie waren vielleicht noch zehn Pferdelängen vom Ziel entfernt schoß, in des Wortes wahrster Bedeutung, der Grauschimmel mit dem Araberjungen wie ein Pfeil an den beiden Rappen vorbei, um unter dem geradezu rasenden Betfallsbrüllen und Waffenschwingen der Eingeborenen, dem Rappen um einige Meter voraus, als Erster am Ziel anzulangen. Die ganze braune Verwandtschaft herzte und küßte den Bengel ab. Das Rennen war aus, und es wurde der überaus malerisch sich gestaltende Heimmarsch angetreten.
Ein Lunch am Wüstenrand.
Die Soldaten machten sich nun daran, Platz für das Rennen zu schaffen und verteilten sich auf die ganze Strecke, um einen Kordon zu bilden. Endlich erschienen zwei Wagen, die die erwarteten Ehrengäste brachten. Der Kommandant gab das Zeichen, worauf zwanzig Meter rechts von ihm eine Gruppe von acht arabischen Reitern davonstürmte! Als sie bei uns anTamen, waren sie schon im vollsten Gange und, ich muß gestehen, was ich hier sah, stellte europäische Rennen, denen ich beigewohnt hatte, völlig in Schatten Die Pferde flogen förmlich über den Boden. Wie ich sie so mit vorgeworfenen Beinen laufen sah, hatten sie, zumal aus der Entfernung gesehen, Ähnlichkeit mit laufenden Raßen, so geschmeidig und mit dem Bauche nabe der Erde rasten die Tiere dahin. Die trockene Erde donnerte unter ihren unbeschlagenen Sufen, Steine flogen hoch in die
Deutsche in Australien.
Die Tasmania Gold Mine bei Beaconsfield.
besten Viehzüchter, Weinbauer und Farmer Deutsche. In den großen Städten Sydney, Melbourne, Adelaide, Brisbane, Perth, Fremantle und Auckland sieht man die deutsche Flagge von vielen bedeuten
den Geschäftshäusern wehen, die, in scharfer Konkurrenz mit englischen Firmen, hier draußen deutsches Kapital und Energie ver= treten.
Auch das Deutsche Reich hat die Flagge ganz in der Nähe Austra= liens gehißt, denn ein großer Teil von Neu- Guinea, dieser reichen Insel, wo Gold im Innern der Ausbeutung harrt und Perlen auf dem Meeres-grund liegen, ferner die Mariannenund Samoainseln
sind in deutschem
Besitz. Dabei versteht den Wert des Deutschen als Kolonisten niemand besser zu würdigen, als die australische Regierung. Dem Ankömmling, der sich als Farmer oder Vieh
Jagdlager in der Nähe der Graale Berge.
Die australischen Jagdgründe sind reich an Kängeruhs, Opossums, weißen Adlern, Wildenten, Gänsen,
schwarzen Schwänen, Kranichen, Fijareihern usw.
züchter niederlassen
will, wird das denkbar größte Entgegenkommen
ge
zeigt. Das Land erhält er teils frei,
teils auf Abzahlung. Reichen seine Mittel nicht, sich ein Haus zu bauen, und will er sein Land mit Stachelzaundraht zum Schutze gegen die Kaninchenpest und die wilden Hunde einzäunen, so schießt die Regierung ihm Geld vor, und die Rückzahlung wird ihm so bequem und leicht gemacht, daß er viele Jahre daran bezahlen kann.
C. M.
Tunesische Droschke.
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