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Für die Düngung der Sommerfrüchte kommen hauptsächlich nur schwefelsaures Ammoniak und Chilesalpeter

in Betracht. Das schwefelsaure Ammoniat enthält 20,6% Stickstoff und wird von einigen Pflanzen, wie z. B. Hafer und Kartoffeln teilweise als solches aufgenommen, während bei den anderen Pflanzen das schwefelsaure Ammonial erst in Salpetersäure umgewandelt wird. Diese Umwandlung beginnt sofort und schreitet mit dem Wachstum der Pflanzen fort. Hieraus ergibt sich, daß bei der Düngung mit schwefelsaurem Ammoniak den Sommergewächsen der Stickstoff von Mai bis August, also zu einer Zeit zur Verfügung steht, in der sie ihn am notwendigsten brauchen.

Chilesalpeter enthält etwa 15% Stickstoff in Form von Salpetersäure. Diese Salpetersäure wird von den Pflanzen sofort begierig aufgenommen. Infolgedessen schießen die mit Salpeter gedüngten Pflanzen sehr schnell auf, verbrauchen aber dafür auch den Stickstoff zu einer Zeit, wo die Pflanzen ein geringeres Bedürfnis dafür haben. Diesen vorzeitig raschen Verbrauch der Salpetersäure kann man bei Anwendung von Chilesalpeter nur dann vermeiden, wenn man ihn in 2 oder 3 Gaben ausstreut.

Aus vorstehenden Erwägungen erhellt ohne weiteres, daß bei geeigneter Anwendung das schwefelsaure Ammo­niak auch bei den Sommerfrüchten bessere Erträge als der Chilesalpeter zeitigen muß. Diese Folgerung findet durch die Praxis ihre Bestätigung, wofür eine große Reihe von Versuchsergebnissen vorliegt, die die bessere, mindestens aber gleich gute Wirkung des Ammoniakstickstoffs gegenüber dem Salpeterstickstoff beweisen, und aus denen wir im Folgenden einige kurz hervorheben:

Düngungsversuche zu Rüben.

Düngungsversuche zu Kartoffeln.

Versuchsansteller

Es wurden erzielt bei gleicher Grunddüngung an Kali und Phosphorsäure

Ertrag

an Knollen

Mehrertrag Reingewinn

durch schwefels. Ammoniak an Knollen

durch die Ammoniak­düngung

M

Matth. Schmitz, Niederbreisig, Kr. Ahrweiler( Rheinland). Peter Breuer, Wolseiffen, Eifel( Rheinland) Franz Schmidt, Neudorf a. Harz( Anhalt).

August Cammann, Kl. Eicklingen( Hannover).

K. Kusenberg, Bergkamen( Westfalen).

Landwirt Hirsch, Waldsee( Pfalz).

Jacob Haaf, Gaubüttelbrunn, Ufr.( Bayern)

kg

ohne schwefels. Ammoniak

21 000

kg 12512

mit

33 512

563,20

"

ohne

15 000

5 400

"

"

mit

20 400

272,-

"

H

ohne

17 200

8 933

"

"

mit

26 133

"

377,35

"

ohne

"

24 800

5 600

mit

H

"

30 400

181,20

ohne

"

"

20 300

9450

mit

"

"

29 750

514,50

ohne mit

"

P

13 928

5 330

"

"

19 258

208,50

ohne

"

P

24 877

5 363

mit

"

"

30 240

133,52

Josef Friedmann, Greffern, D. A. Bühl( Baden)

ohne

"

"

26 583

7 333

mit

Versuchsansteller

Es wurden erzielt bei gleicher Grunddüngung an Kali und Phosphorsäure

Ertrag an Knollen

kg

Mehrertrag durch Schwefels. Ammoniak kg

Reingewinn durch die Ammoniat düngung

"

33 916

295,15

ohne

12 000

Fr. Karl Maurath, Unzhurst, Amt Bühl( Baden)

"

"

32,000

mit

"

n

44 000

548,-

M.

Hauptlehrer Boos, Spichern( Lothringen)

ohne mit

6 400

"

1.

35.900

"

"

42 300

384,25

Lehrer Peter Schreiber, Godesberg- P.( Rhld.)

ohne schwefels. Ammoniak mit

55 000

105 000

50 000

406,25

"

Landwirt Peter Krach I, Rheinholterode( Rbz. Erfurt).

ohne

46 400

"

"

mit

72 000

25 600

"

"

408,-

Ludwig Rabe, Mehnen( Westfalen)

ohne

89 200

"

"

mit

117 400

28.200

"

388,20

H. Allemeier, Osterwick( Westfalen).,

ohne

74.000

"

"

mit

103 500

29 500

"

"

304,-

Josef Schmidt, Großweier, Amt Achern.

Nik. Schom, Ostheim, Post Rügheim( Ufr.)..

Landwirt Albert Vollmar, Lambsborn( Pfalz)

Joh. Schulze, Willebadessen

ohne mit

97.777

"

If

115 555

17 778

"

"

73,78

ohne mit

32 000

"

"

62 000

30 000

"

"

252,-

3 477,067

Im Mittel der 10 Versuche wurde vom Hektar ein Reingewinn von Mt. 347,76 durch schwefelsaures Ammoniak erzielt.

Aus den Anmerkungen der Versuchsansteller sei hervorgehoben:

Zu Versuch Nr. 3: Die Unterschiede in den verschieden gedüngten Parzellen machten sich sehr gut bemerkbar; trog der diesjährigen großen Kartoffelkrankheit wurden nur sehr wenig kranke Kartoffeln auf der Ammoniakparzelle gefunden".

Zu Versuch Nr. 9: Troß der nassen Witterung waren die Kartoffeln auf der mit Ammoniat gedüngten Parzelle nicht faul, was ich von den anderen Parzellen nicht berichten kann. Also auch hier zeigt es sich, daß durch die Volldüngung mit schwefelsaurem Ammoniak eine gesunde Ernährung der Pflanzen erzielt wird, die das beste Vorbeugungsmittel gegen Pflanzenkrankheiten bildet. Düngungsversuche zu Hafer.

ohne mit

75 000

"

"

95 000

20 000

H

120,-

Versuchsansteller

ohne

86 400

mit Chilesalpeter

108 800

22 400

mit schwefels. Ammoniak

112 000

25 600

190,40 250,40

ohne

43 250

Las Nielsen, Wollerup( Schlesw.- Holst.)..

Landwirt Jes Hansen, Feldstedtfeld

mit Chilesalpeter

Detlef Jörgensen, Süderenleben( Schleswig- Holstein) ohne schwefels. Ammoniak

mit schwefels. Ammoniat ohne

72 500 74.500

59 933

mit Chilesalpeter.".

63 161

mit schwefels. Ammoniak

97 867

193,92 219,40

2,47 Verlust 299,53 2721,56

Im Mittel der 10 Versuche wurde ein Reingewinn von M. 272,15 vom Heftar durch schwefelsaures Ammoniak erzielt.

Zu dem Versuche Nr. 8 bemerkt der Versuchsansteller:

Die mit Chilesalpeter gedüngten Runkeln sahen dicker aus, als die mit Ammoniak gedüngten, waren jedoch lockerer und viel hohl".

Bei Zuckerrüben erhöht schwefelsaures Ammoniat den Zuckergehalt und bildet auch ein Vorbeugungsmittel gegen die Herz- und Trockenfäule, die als eine Folge von Wachstumsstörungen erkannt worden ist, hervorgerufen durch die Verarbeitung der salpetersauren Salze, und welche ihren eigentlichen Grund hat in den bei dieser Verarbeitung entstehenden alkalisch reagierenden und schädlich wirkenden Resten, die bei der Düngung mit Chilesalpeter besonders auftreten.

Th. Berning, Darme( Hannover).

Gutspächter Gelhard, Egelstal( Würtemberg) Landwirt Meßner, Friedberg( Oberbayern).

29 250

31 250

8 233 37.934

Es wurden erzielt bei gleicher Grunddüngung an Kali und Phosphorsäure

Ertrag

Korn

Stroh

Mehrertrag durch schwefels. Ammoniak

Korn Stroh

kg

kg

kg

kg

M

2075

3 100

mit

3 725

4875

1650

1775

298,30

"

"

Jes Hansen, Feldstedtfeld( Schleswig- Holstein). mit

ohne

3 400

5 100

n

7275

10 050

3 875

4.950

816,85

Н

E. Longmuß, Reinsfeld b. Plaue( Schwarzbg.- ohne Sondershausen)..

1 700

2800

"

"

mit

4 300

6 800

2 600

4.000

472,80

"

"

A. Landwehr, Schale Kr. Tecklenburg( Westfalen)

ohne

2322

4438

"

19

mit

2750

8 362

428

3.924

175,72

"

17

Georg Hemkemeyer, Sassenberg( Westfalen).

ohne

2124

4016

"

"

°

mit

3 968

6 092

1 844

2 076

"

"

342,20

ohne

1178

1922

"

"

mit

2000

4.000

822

2078

"

"

206,64

Josef Weber, Steinbach i. Eichsfeld( Pr. Sachsen) ohne Armin Müller, Orlamünde( Sachs. Altenburg)

1912

2440

11

M

mit

3408

4 300

1496

1 860

213,24

ohne

1 550

1600

"

mit

=

2500

2650

950

1050

142,-

ohne

2 550

4.596

"

"

mit

11

"

==

3 174

6 345

624

1749

122,10

ohne

1 210

1533

11

mit

"

==

4 485

3451

3275

1918

524,25

"

3314,10

Reingewinn durch die Ammonials düngung

J

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