Im Mittel der 10 Versuche wurde vom Hektar ein Reingewinn von Mk. 331,41 durch schwefelsaures Ammoniak erzielt. Die Beobachtungen des Vorjahres lassen es ratsam erscheinen, dem Hafer wie auch den anderen Sommerhalm früchten den Stickstoff vor der Saat in Form von schwefelsaurem Ammoniak besonders dort zu geben, wo eine starke Verunkrautung durch Hederich zu befürchten ist. Tritt nämlich nach der Saat, wie es im vorigen Frühjahre der Fall war, längere Zeit Trockenheit ein, so wird das bereits im Boden befindliche schwesels. Ammoniak trotzdem seine Wirkung ausüben und die Haferpflanzen zu kräftigem Wachstum veranlassen, wobei die Hederichpflänzchen unterdrückt werden. Das Sprigen mit Eisenvitriol vermag nur dann den schon entwickelten Hederich zu zerstören, wenn das Spritzen rechtzeitig in der ersten Entwicklung des Unkrautes vorgenommen wird. Hierzu eignet sich eine Mischung von 10 kg Eisenvitriol und 10 kg schwefels. Ammoniat auf 100 Liter Wasser.
Die Stickstoffdüngung
der Sommerfrüchte
mit schwefels. Ammoniat.
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Die vorstehenden Ergebnisse konnten nur erzielt werden bei gleichzeitiger Anwendung von Kali und Phosphorsäure. Es muß deshalb stets dafür gesorgt werden, wenn Höchsternten erzielt werden sollen, daß neben Stickstoff in Form von schwefelsaurem Ammoniak auch die andern Nährstoffe, also besonders Kali, Phosphorsäure und Kalk, in ausreichender Menge im Boden vorhanden sind. Für die Anwendung im Frühjahr kommt besonders das 40% ige Kalisalz und Superphosphat in Betracht, die auch mit dem schwefelsauren Ammonial gemischt ausgestreut werden können. Nur Thomasmehl und Kalk dürfen mit schwefelsaurem Ammoniak nicht gemischt und gleichzeitig gegeben werden. Wenn aber das Thomasmehl einmal in den Boden gebracht ist, kann das schwefelsaure Ammoniak sofort darauf ausgestreut und eingeeggt werden. Nach einer Kalkung, die zweckmäßig immer schon im Herbst erfolgt, soll 14 Tage mit dem Ausstreuen des Ammoniaks gewartet werden.
Die anzuwendende Ammoniakmenge richtet sich nach der Fruchtart, den Bodenverhältnissen, Grunddüngung 2c. Man gibt etwa auf den Morgen 25 ar:
Den Sommerhalmfrüten, Hafer 75-100 Pfund, Gerste 50-75 Pfund. Das Ammoniakſalz wird in ganzer Menge vor der Saat auf die rauhe Furche ausgestreut und spätestens mit der Saat in den Boden gebracht.
Den Hackfrüchten, Futterrüben neben Stallmist 100-150 Pfund, ohne Stallmist 175-250 Pfund, Zuckerrüben mit Stallmist 75-125 Pfund, ohne Stallmist 150-200 Pfund, Kartoffeln mit Stallmist 75-100 Pfund und ohne Stallmist 125-150 Pfund.
Das Ammoniaksalz wird spätestens beim Legen der Knollen oder beim Drillen der Rüben gegeben. Es ist jedoch zweckmäßig, falls die sonstigen Bestellungsarbeiten es zulassen, das Ausstreuen des Ammoniaks etwa 14 Tage bis 4 Wochen vorher vorzunehmen, ebenfalls breitwürfig in einer Gabe, worauf das Ammoniaksalz leicht eingeeggt wird, niemals aber untergepflügt werden darf.
Eine derartige Anwendung des schwefelsauren Ammoniaks erspart dem Landwirt Zeit, Arbeit und Kosten, abgesehen davon, daß das Ammoniaksalz infolge seiner feinkörnigen Beschaffenheit außerordentlich leicht streubar ist, und dadurch noch eine weitere Ersparnis gegenüber dem Chilesalpeter, der sehr leicht klumpig und schmierig wird, mit sich bringt. In der Wirkung ist der Ammoniatstickstoff dem Salpeterstidstoff gleich, in vielen Fällen sogar überlegen. Man wendet daher anstelle von 100 kg Chilesalpeter mit 15% Stickstoffgehalt nur 73 kg schweselsaures Ammoniak mit 20,6% Stickstoff an. Schwefelsaures Ammoniak wird auch als gedarrte und gemahlene Ware geliefert mit einem Mindestgehalt von 25%% Ammoniak entsprechend 20,8% Stickstoff. Von diesem Salz kann man wegen des höheren Stickstoffgehalts und der außerordentlich leichten Streubarkeit, die eine sehr gleichmäßige und feine Verteilung ermöglicht, noch weniger als 73 kg schwefelsaures Ammoniak( etwa 70 kg) anstelle von 100 kg Chilesalpeter verwenden.
Schwefelsaures Ammoniak ist zu beziehen durch die Düngemittelhandlungen, landwirtschaftlichen Genossenschaften und Vereine. Wenn nicht erhältlich, wende man sich an die Deutsche Ammoniak- Verkaufs- Vereinigung in Bochum,
die auch Druckschriften über die zweckmäßige Anwendung des schwefels. Ammoniaks zu allen Kulturpflanzen kostenlos versendet und Rat und Auskunft in allen Düngungsfragen erteilt.
Buchdruckeret Wilh. Stumpf, G. m. b. H., Bochum
Düngungsversuch zu Kartoffeln von Landwirt Fr. Pauli, Zerbst, durchgeführt von der Landwirtschaftl. Winterschule in Herbst.
Ohne lünstliche Düngung, nur mit Stallmist
Mit Stallmist,
350 kg 40% iges Ralisalz, 300 kg Superphosphat, 1500 kg Ralfmergel, ohne schwefels. Ammoniat
Mit derselben Grunddüngung und 250 kg schwefels. Ammoniak
Ertrag pro ha
11750 kg Knollen
15050 kg Knollen
KP
ca
KPN
ca
23400 kg Knollen
Der Reingewinn bei diesem Düngungsversuch betrug gegenüber der einseitigen Stallmistdüngung: Kali und Phosphorsäure ohne Ammoniakdüngung 104 M. pro ha,
mit Kali und Phosphorsäure und 250 kg schwesels. Ammoniak 452 M. pro ha. Demnach wurde durch die Ammoniakdüngung ein Mehrertrag von 348 M. vom Hektar gewonnen.
Ueber den Stickstoffverbrauch verschiedener Kulturpflanzen während der Zeit ihrer Entwicklung bis zur Reife hat Prof. Dr. Remy- Bonn Untersuchungen angestellt und die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Zahlen gefunden:
Monatsverbrauch an Stickstoff in kg pro ha bei:
-
-
April Mai Juni Juli Aug.
Sept.
Nov.
Hannagerste
6
32
30
7
Kartoffel, magnum bonum
-
26
56
26
Zuckerrübe
2
51
96
22
26
Kohlrübe
-
7
56
66
81
Samenzuckerrübe
18
22
35
37
-


