Einzelbild herunterladen

2+

e und uh!( pe' uлäǝ u in -buvo go up to

ләшәшләто изда

a y se as a na

9

+7

Gebeime Dokumente.

Novelle von Walter Kabel- Zoppot.

( Schluß.)

ur Felicia Warrington bemerkte die sen plötzlichen Umschwung in seiner Stimmung und legte ihm auch mehr Bedeutung bei, zumal sie, die die Sehnsucht nach ihrem Verlobten gleichfalls schweig­sam und zur stillen Beobachterin ihrer Umgebung gemacht hatte, sein Mienenspiel, das seine Ge­danken recht deutlich widerspiegelte, aufmerksam verfolgt hatte. Doch der jedem Weibe eigene feine Instinkt in Liebesangelegenheiten reichte diesmal nicht aus, um Edward Cowpers finstere, rach­süchtige Hoffnungen, deren Ziel der von ihr so heißgeliebte Mann war, zu erraten.

Lady Helene Warrington, die vor wenigen Minuten von einem Diener in das Haus gerufen worden war, erschien jetzt wieder auf der Terrasse und näherte sich unauffällig ihrer Tochter, der sie leise einige Worte zuflüsterte, worauf die beiden Damen anscheinend in heiterem Gespräch Arm in Arm in den Garten hinabschritten. Doch das erste Gebüsch, das sie vor den Augen der Gäste ver­barg, gestattete ihnen, diese Komödie aufzugeben. Felicia stützte sich jetzt schwer auf den Arm ihrer Mutter und blickte sie flehend an...

Sag mir alles, Mama.... Was ist mit Percy geschehen! Deine vorsichtigen Andeutungen lassen mich das Schlimmste befürchten..."

" Ja, wenn ich das nur selbst recht wüßte, Kind!" meinte Lady Warrington, die von ihrer einzigen Tochter bereits gestern abend in das neueste Herzensgeheimnis eingeweiht worden war, erregt und in schlecht verhehlter Sorge. Soeben ließ sich ein Herr bei mir melden, der sich dann als Kriminalinspektor Wilson vorstellte. Er bat mich um Entschuldigung, daß er gezwungen sei, hier in meinem Hause eine Verhaftung vorzunehmen. Und denk' dir Kind, auf wen er es abgesehen hat! Auf Lord Cowper, den ich ihm jetzt durch einen der Diener in den Salon bitten lassen mußte. Wahrscheinlich hat Cowper in diesem Augenblick das Schicksal schon ereilt."

Aber Percy, Mama, wie hängt denn das alles mit Percy zusammen...?" jammerte Felicia mit verängstigten Augen.

Lady Warrington zuckte ratlos die Achseln. Hierüber vermag ich dir nur des Polizeibeamten eigene, knappe Worte zur Aufklärung zu wieder­holen.

Mylady', sagte er höflich auf meine Frage, was man dem Lord Edward eigentlich zur Last legte ,, der Herr hat Ihrem Herrn Neffen, dem Hauptmann Gifford, wichtige Dokumente ent­wendet. Ich ersuche Mylady jedoch, hiervon zu niemandem etwas verlauten zu lassen... Das ist alles, was ich weiß! Ich werde mich aber so­fort telephonisch mit deinem Verlobten in Ver­bindung setzen und von ihm näheren Aufschluß über diese mysteriöse Geschichte verlangen..." Inzwischen hatte Lord Cowper sorglos den Salon betreten, in dem der Kriminalinspektor ihn

erwartete.

,, Sie haben mich zu sprechen gewünscht," be­gann er hochfahrenden Tones und machte dem ihm unbekannten Herrn eine kaum merkliche Ver­beugung. Mit wem habe ich die Ehre?"

Rennen Sie einen Irländer James Morris, Lord Cowper?", fragte der Beamte ernst und schlug dabei seinen Rock etwas zurück, so daß die kleine Legitimationsmarke auf seiner Weste sicht­bar wurde.

Cowper erblaßte und griff taumelnd nach der

Lehne des nächsten Sessels.... Der Beamte wußte genug und sprach jetzt schnell weiter:

Das einzige Kind dieses James Morris, eines Witwers, ist ein uns seit längerer Zeit schon be­kannter und trotz seiner Jugend sehr geschickter Taschendieb. Heute in den Morgenstunden hat dieser Junge mit größtem Raffinement dem Haupt­mann Gifford aus dessen Arbeitszimmer geheime Papiere gestohlen, ist aber, als er aus dem Fenster des Hochparterre hinaussprang, verunglückt und konnte sich mit dem über dem Knie gebrochenen rechten Beine nur bis zur nächsten Straßenecke schleppen, wo er aufgefunden und in die nächste Sanitätsstation eingeliefert wurde. Dort fand man bei dem Knaben dann verschiedene, in einer Leder­tasche eingeschlossene Dokumente, über deren Her­kunft Bill Morris zunächst jede Angabe ver­weigerte, bis man in einem in derselben Akten­tasche befindlichen Portemonnaie eine auf den Namen des Hauptmanns Percy Gifford ausgestellte Mitgliedskarte des Union- Clubs entdeckte. Hierauf gab der Junge alles weitere Leugnen auf. Die Papiere sind dem Hauptmann Gifford bereits wieder zugestellt. Auf diese Weise, Lord Cowper, hat die Polizei schneller dieses wohlgeplante Ver­brechen entdeckt und so weitere, fast unabsehbare Folgen verhindert, als... Sie es ahnen konnten. Der Urheber dieses hochverräterischen Streiches aber sind Sie, Lord Cowper. Und daher- im Namen des Gesetzes erkläre ich Sie für verhaftet! Wagen Sie keinen Fluchtversuch! Die Haupteingänge sind von meinen Leuten besetzt. Folgen Sie mir frei­willig damit jedes Aufsehen, das für Sie nur peinlich sein kann, vermieden wird..."

Lord Edward war längst kraftlos in den nächsten Sessel gesunken. Ohne Widerstand ergab er sich in sein Schicksal. Seine Rolle in der Lon­doner Gesellschaft hatte er für immer ausgespielt. Und die eingehende Untersuchung, die in kurzer Zeit sein gefährliches Treiben als Spion völlig aufdeckte, endete mit seiner und des Irländers Morris Verurteilung zur Verschickung nach Neu­Kaledonien. So erfüllten sich tatsächlich seine dunklen Ahnungen, denen er am Vormittage des 1. Mai auf der Terrasse des Warringtonschen Landhauses nachgehangen hatte.-

Von dem noch im letzten Augenblicke vereitelten Diebstahl der Dokumente des Kriegsministeriums drang nichts in die Deffentlichkeit, da die Polizei hierüber strengstes Stillschweigen bewahrte, und auch der Spionageprozeß gegen Lord Cowper und Genossen hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde. Trotzdem wurde aber dem Hauptmann Gifford nahegelegt, seinen Abschied baldigst ein­zureichen. Und auch der Einfluß seines Onkels, des Obersten William Gifford, konnte hieran nichts ändern. Für Bill Morris, den armen, kleinen Kerl", hatten die Ereignisse jener Mainacht jedoch die besten Folgen. Durch Fürsprache von Lady Warrington wurde er vor der Einlieferung in eine der überaus strengen Fürsorge- Erziehungsanstalten bewahrt und zu einem Gärtner einer der Warring­tonschen Güter in die Lehre gegeben, wo er, so­wohl zu regelmäßigem Schulbesuch als auch zu ge­wissenhafter Pflichterfüllung angehalten, bald die letzten verderblichen Einflüsse seines früheren Lebens überwand, um dann später als ein brauchbarer Mensch in die Dienste Percy Giffords zu treten, der sich in Wales größere Besitzungen gekauft hatte und dort, fern von dem Treiben der Großstadt, in Gesellschaft seiner Gattin und blühender Kinder ganz in seinen künstlerischen Neigungen aufgehen konnte.

Drei Wünsche.

Ein modernes Märchen von Karl Sturm.

s war einmal ein Mann, der hatte ein liebes, herziges Weibchen. Nur einen Fehler hatte sie: sie hatte immer und immer Wünsche, die allzusehr Ansprüche an die Kasse ihres Ehe­liebsten stellten. Der Mann war ich.

Eines Abends saßen wir, traulich aneinander­geschmiegt, auf dem molligen Sofa. Während die lieb kosende Hand des kleinen Frauchens über mein Haar strich, dachte ich an meine Pflicht, ab und zu den rosig schwellenden Mund zu küssen, der diesem kleinen Frauchen gehörte.

" Du," sagte dasselbe plötzlich, indem es sich abwech selungshalber wieder einmal meinen Lippen entzog, ich hätte einen Wunsch, das heißt, eigentlich sind es drei Wünsche."

Aber, Kind," entgegnete ich beklommen, dube denkst nicht

,, Doch, ich bedenke alles," fiel mir der holde Unhold ins Wort, und darum ist deine Bedenklichkeit, alter Brummbär, erſtens überflüssig und zweitens ungalant." ,, Aber du weißt ja gar nicht, was ich sagen wollte, Schatz," lenkte ich ein, du bist ein wenig vorschnell." ,, Also du willigst ein?"

Gemach! Gemach! Ich weiß ja noch gar nicht, welche Wünsche du wieder auf dem Herzen hast. Doch du denkst wohl gar nicht an die Geschichte von dem Ehepaar, dem der liebe Gott drei Wünsche bewilligte, und an die Geschichte von dem anderen Ehepaar, das von einer freundlichen Fee das gleiche Zugeſtändnis er­langt hatte?"

Du meinst die Geschichte, wo der reiche Kaufmann erst sein Pferd, das störrisch war, tot wünschte, dann den Sattel, den er dem Kadaver abgenommen hatte, nach Hause und seine Frau oben hinauf wünschte, und wo schließlich der dritte Wunsch kein anderer sein konnte, als der, daß die Frau des Kaufmanns wieder von dem Sattel erlöst wurde?"

" Ja, das ist der eine ominöse Fall, an den ich dich deiner Wünsche halber erinnern wollte. Und der an­dere

Ich weiß schon," unterbrach mich mein Weibchen wieder ,,, da wünschte sich die Frau ein Bratwürstchen in das Kraut, das sie zu Mittag gekocht hatte, und der Mann, ärgerlich darüber, daß von den drei Wünschen nur mehr zwei übrig waren, wünschte ihr das Würstchen an die Nase, und dann blieb dem Manne nichts übrig, als den dritten Wunsch darauf zu beschränken, daß die Verunzierung seiner Frau wieder in Wegfall käme."

,, Siehst du," bemerkte ich jetzt in überlegenem Tone, ,, das kommt davon, wenn man unbedacht wünscht!"

,, D, du alter Pedant, nun höre auf, du kommst mir doch nicht aus! Ich habe da bei Müller& Co. eine seidene Toilette gesehen himmlisch, sage ich dir! Schwarzes gelbgetupftes Foulard, der Rock mit Volants und Spitzen, und um die Taille ein Band mit koketter Schleife, himmlisch, sage ich dir."

Hm, hm, hm

,, Und das braune Samtkleid solltest du einmal sehen, das ich anprobiert habe! Die Vorsteherin sagte ein über das andere Mal: Ich wußte es ja, daß Ihre graziöse Figur in dieser Robe wunderbar zur Geltung kommen würde"." " Hm―"

" Ich glaube gar, du meinst, die Vorsteherin hätte geschmeichelt. nicht doch! Die Frau Regierungsrat, die gerade da war und du weißt, daß die mir gar nicht grün ist, die alte Schachtel sagte in ihrer gifti­gen Art etwas Aehnliches. Sie hätte nie geglaubt, daß

ich so graziös sei, fuhr es ihr heraus; aber nun will ich dir auch noch den herzigen Morgenrock aus Rosa- Faille beschreiben, der mir vorgelegt wurde. Stil Louis XIV., reich gestickt, die Stickerei unterbrochen durch einen Spitzenkragen"

,, Ich will dir etwas sagen, Kind," hüstelte ich, indem ich mich von dem Sopha so brüsk erhob, daß mein Liebling ein Schmollmäulchen macht ,,, ich will dir etwas sagen: die drei Wünsche sind dir gewährt, noch ehe du sie ausgesprochen hast. Dafür gibst du mir das fried­liche Versprechen, daß du in den nächsten vier Wochen das Wunschhütchen nicht mehr aufsetest. Einver­standen?"

Sie hing bereits wieder an meinem Halse, die kleine Schmeichelkage, und jetzt sagte sie mit einem zärtlichen Aufblick zu mir: Du lieber, lieber Mann!"

Einverstanden?", fragte ich noch einmal kate

gorisch.

Soll ich dir zwei Finger zum Schwur erheben," neckte sie, oder genügt es, wenn ich das obligate Ver­sprechen mit diesem Kusse besiegle?"

Also abgemacht! Und nun rate ich dir, sei hübsch bedachtsam in deinen Wünschen! Für jeden neuen Wunsch, den du aussprichst, wird dir ein alter ge= strichen. Und nun adieu, lieber Schatz, ich gehe jetzt auf ein Stündchen ins Kasino!"

Ich wünschte, du bliebeſt heute abend zu Hause, Edgar!"

Erster Wunsch gestrichen!", sagte ich pathetisch, und damit ließ ich mich bereits wieder auf das Sopha zurückfallen.

,, Aber Edgar, das kann doch dein Ernst nicht sein?", fing mein Weibchen an zu zürnen.

Ein Zurück, sobald du einmal gewünscht hast, gibt es nicht mehr habe ich das gesagt oder habe ich das nicht gesagt?", fragte ich lakonisch.

Aber du wirst doch nicht so kindisch sein--" Ich glaube gar, Schatz, du willst anfangen zu weinen? Geh, sei gut: du hast ja noch immer zwei Wünsche! Hübsch bedachtsam mußt du nur sein! Und eigentlich, weißt du, könnte ich mich beleidigt fühlen. Du sprichst den Wunsch aus, ich möge zu Hause bleiben, dein Wunsch ist mir Befehl, und nun bist du ungehalten über die Erfüllung deines Wunsches."

,, Du hast mich gar nicht lieb, Edgar!" ,, Aber wie kannst du nur so etwas sagen, Kind!" schmeichelte ich, indem ich versuchte, die kleine Frau an meine Seite zu ziehen.

Ich wünschte, du ließest mich in Ruhe," bedeutete mich die Zürnende.

" Zweiter Wunsch gestrichen!", sagte ich wie oben, und damit kehrte ich ihr den Rücken zu, gewillt, so lange zu schmollen, bis sie andere Saiten aufzöge. ,, Ach, was bin ich für eine unglückliche Frau!" Mein Weibchen weinte jetzt wirklich herzbrechend, aber ich blieb fest, obwohl es mir sauer genug wurde. Nur unartikulierte Laute ließ ich hören. So vergingen etwa zehn lange bange Minuten. Da schienen die Tränen meiner Cheliebsten versiecht. Und nach weiteren fünf Minuten legte sich ein weicher Arm um meinen Nacken, und ein rosig überhauchtes Schelmengesicht beugte sich über mich, und eine süße Stimme wurde laut: ,, Edgar, ich wünschte, du wärest wieder gut!" ,, Dritter Wunsch gestrichen!", rief ich; aber dann sprang ich empor, schloß das holde Wesen lange, lange in meine Arme und sagte: Aber du sollst trotzdem recht haben: morgen gehen wir zu Müller& Co.!" Na, siehst du?", lachte sie.