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ter Geschäftsbetrieb stattfinden kann, und daß die Schilder ung in der Eingabe des genannten Ausschusses durchaus tendenziös und unrichtig ist. Zu einem Einschreiten liege feine Veranlassung vor.

*

Die nationalliberale Fraktion und Darmstadt. die wirtschaftliche Vereinigung des Landtages hielten Be­ratungen ab, um zu der neuen Wahlkreiseinteilung wie zu dem Gemeindeumlagengesetz Stellung zu nehmen.

* Camp a. Rh. Referendar Kind von Weylar, zurzeit Verwaltungssekretär in Kiel, wurde zum Bürger­meister unserer Gemeinde gewählt.

* Aus Rheinhessen. Ein furchtbares Unwet­ter hauste im südlichen Teil Rheinhessens und dem Kreise Groß- Gerau und richtete, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, großen Schaden an.

Der Bombenanschlag in Friedberg.

Der durch Selbstmord geendete Attentäter von Fried­berg ist jetzt mittels des Verbrecheralbums als der Kom­Der mis Otto Winges aus Leipzig erkannt worden. Komplize ist der Dachdecker und frühere Oberrealschüler F. Karl Werner, geboren am 9. September 1890 zu Kai­serslautern. Er verkehrte mehrfach vor der Ausführung des Attentes in Bad Nauheim, wo er möglicherweise auch ge­wohnt hat. Bei dieser Gelegenheit tam er auch mit einem früheren Schulfameraden zusammen, durch den seine Jden­tität festgestellt wurde. Durch Vermittelung der Polizeibe­hörde in Kaiserslautern wurde bei den Eltern Werners dessen Photographie beschlagnahmt, die von allen Friedber­ger Zeugen als das Bild des Fremden erkannt wurde, der als Schmidt" im Burghotel abstieg. Durch einen an seine Eltern gerichteten Brief wurde ermittelt, daß sich Werner in Lüttich aufhält, wo auch seine Verhaftung erfolgen dürfte. Auf die Spur Werners tam man dadurch, daß man feststellte, daß Winges zusammen mit Werner in München im Gefängnis gesessen hat. Seit dem 29. Mai ist Werner aus Kaiserslautern verschwunden, nachdem er seinen Eltern erklärt hatte, er wolle eine Radtour machen. Außer dem an seine Eltern gerichteten Brief, schrieb er auch an seinen Bruder Albrecht in Kaiserslautern, durch Vermittlung von dessen Verliebten. Er bekennt sich in diesem Brief als den Attentäter, und daß er seine Tat auf das tiefste bereue. Das taubstumme Kind, das eine Kugel in den Unterleib erhielt, kommt wahrscheinlich mit dem Leben davon. Auch der Bankvorsteher Meyer, der in Gießen mittelst Rönt­genstrahlen untersucht wurde, befindet sich auf dem Wege der Besserung.

Aus aller Welt.

* Vereinfachung des behördlichen Ge­schäftsganges. Eine bemerkenswerte Maßnahme ha­ben der Rat und das Polizeiamt der Stadt Leipzig getrof­fen, um praktische Vorschläge für eine Vereinfachung und Verbilligung der städtischen Verwaltung zu erhalten.. An alle städt. Beamten und Hilfsarbeiter ist in einem Rund­schreiben die Aufforderung gerichtet worden, aus ihrer Kenntnis der Verhältnisse heraus geeignete Vorschläge zur Geschäftsvereinfachung zu machen. Für die zweckmäßigsten Vorschläge werden Vergütungen in der Höhe von 20 bis 100 Mr. gewährt. Auch das Gr. Hess. Ministerium des In­nern hat eine entsprechende Verfügung erlassen; diese wen­

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det sich jedoch nicht direkt an die Beamten selbst, sondern an die Behörden und Dienststellen des Geschäftsbereiches und bezweckt in erster Linie eine Verminderung des Schreib­

wertes.

* Berlin. Die verbündeten Regierungen tragen sich mit der Absicht, die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe weiter auszudehnen, ein Plan, der bei den Angestellten na­türlich lebhafte Zustimmung findet.

* Berlin. Der Vorstand des Deutschen Städte tages beschloß unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Kirschner, die Frage der Arbeitslosenversicherung auf die Tagesordnung des nächsten Städtetages zu sehen und we gen der Wertzuwachssteuer eine neue, ausführlich begrün Sete Eingabe an den Reichskanzler zu machen.

* Berlin. Mit 11 000 mt. verschwunden ist der 19jährige Banklehrling Wernicke aus Charlottenburg, der seit mehreren Jahren in einem Bantgeschäft tätig war. * Berlin. In Berliner juristischen Kreisen rech net man damit, daß die unterbrochene Meineids- Verhand lung gegen den Fürsten Philipp Eulenburg nach den Sommerferien im September in der ersten Schwurgerichts­periode wieder aufgenommen wird. Der Gesundheitszu­stand des Fürsten hat sich derart gebessert, daß von einem Krantsein nicht mehr die Rede sein fann.

* Mannheim. Der hiesige Hofphotograph Lill hat eine Erfindung gemacht, die geeignet erscheint, in der photographischen Industrie Deutschlands eine vollständige Umwälzung hervorzurufen. Es ist eine Spiegelkamera mit zwangläufigem Objektiv, die nicht nur alle Schwierigkeiten, die sich aus dem Verhalten des Publikums ergeben, be­seitigt und dieses in den Stand seßt, sich selbst zu insze nieren, sondern auch den ganzen fomplizierten Apparat des Stative, der Verschraubungen und der Kasetten gänzlich überflüssig macht und die Handgriffe auf ein Minimum be­schränkt. Das neue System ist bereits patentiert.

* Pirna. In den Trockenräumen der Strohhutfa­brit von Friedmann u. Riegel in Heidenau entstand eine Explosion. Durch das entstehende Feuer wurde die Fabrik vollständig eingeäschert. Neun Personen wurden verletzt, unter ihnen drei Arbeiterinnen schwer.

* Sundsvall. Den deutschen Redakteuren wurde bei ihrer Ankunft in Sundsvall, dem herrlich an dem Alnösund gelegenen Zentrum des schwedischen Holzgeschäfts, dem bedeutendsten der ganzen Welt, ein überwälti= gender Empfang bereitet. Auf festlich geschmücktem Dampfer war ein Komitee den nach prachtvoller Fahrt auf dem Indals Elf eintreffenden Gästen entgegengefahren. Von den beflaggten Etablissements an beiden Ufern wurden Salutſchüsse abgefeuert und am Hafen erwarteten Tausende ihre Ankunft. Eine Musikkapelle spielte deutsche National­melodien. Die Menge brachte stürmische Hurrarufe aus und begleitete die Gäste auf ihrem Gang zum Hotel, wobei es zu spontanen Kundgebungen fam.

* Wien. Das Urteil gegen Oberleutnant Hofrichter wurde am Samstag um 5 Uhr nachmit tags verkündet. Es lautet auf Kassierung und 20 Jahre verschärften schweren Kerter 3.

Für die Reise mit Säuglingen ist als zweckmäßigste Nahrung Kufete" zu empfehlen. Es ist leicht zuzube­reiten, lange haltbar, macht die Kuhmilch leichter verdau­lich und schützt vor den gefürchteten Darmerkrankungen.

Vergebung von Installationsarbeiten.

Auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 sollen die nachstehenden Arbeiten und Lieferungen vergeben werden.

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Titel A. Entwässerungsanlagen.

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Bezeichnung

Loos- No. und Gebäude- Buchstabe.

der Arbeiten.

I

II

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J

III K

IV V VI VII X VIII IX L M N D E F G

XI XII XIII XIV P 0 R T

Liefern und Verlegen

von gusseisernen

D. N. A.-Rohren

415 350 210 170 165 180 m

80 100 96 86 145 135

57

160

Zulage für Faconstücke

ca. Stück

400 340 150 110 100

115

54

59

60

60

60 54 100 100 45

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Titel B. Kalt- und Warmwasserleitungen.

80

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Bezeichnung

Loos No. und Gebäude- Buchstabe.

der Arbeiten.

I

II

III

IV

V VI VII VIII

IV X XI

XII XIII XIV

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Liefern und Verlegen von galv. Eisenrohren

einschl. Faconstücke m

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860 900 350 350 320 320 170 170 170 170 160 240

Abstell- u. Durchgangs­ventile p. p.

ca. Stück

220 230

60

60

60

265

60

60 55

55 30 30

30

30 25 20

16

56

60

Titel C. Badeeinrichtungen etc.

Los I. Lieferung u. Montage von ca. 28 gusseis. Badewannen mit Mischbatterien p. p.

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Nach Mitteilung des Reichskriegsministeriums über das gegen Hofrichter gefällte Urteil hat Hofrichter das am 27. April vor dem Untersuchungsgericht freiwillig abgelegte volle Eingeständnis in zwei späteren Verhören aufrecht erhalten. Das Geständnis Hofrichters konnte jedoch gemäß der Militärstrafprozeßordnung dem Urteil formen nicht zugrunde gelegt werden, weil er es am 9. Mai d. J. widerrufen hatte, wenngleich ohne Angabe von sol chen Gründen, die die Ablegung des falschen Geständnisses erklärt oder den Widerruf glaubhaft gemacht hätten. In folge des Widerrufs fonnte Hofrichter zur Todes- oder le­benslänglicher Kerkerstraße nicht verurteilt werden. Hofrich­ter ist bereits in die Militärstrafanstalt Möllersdorf ge­

bracht worden.

* Basel. Die Universität Basel beging die Feier ihres 450jährigen Bestehens. Im Namen der Universitäten Freiburg i. Br., Heidelberg und Straßburg überbrachte der Prorektor v. Schubert( Heidelberg) die Glückwünsche. Auz Deutschland waren außerdem eine Reihe von Glückwunsch adressen eingegangen.

* Baku. Der Millionär Bobojew wurde verhaftet, weil er große Mengen Naphtha aus den Anlagen sei­nes Konkurrenten entwendet hat.

)( Die am letzten Sonntag zum Austrag gebrachte Fernfahrt Berlin- Stettin( 150 Km.) sah den be­tannten Straßenrennfahrer Franz Hauptmann auf Brenna­bor als ersten Preisträger.

)( Den Preis von Grunewald", ein 25 Ki­lometerrennen hinter Motorschrittmachern, fonnte der in die­ser Saison erfolgreiche Dauerfahrer Adolf Schulze auf seinem leichtlaufenden Brennaborrade gewinnen. Aus dem gleichzeitig abgehaltenen Verfolgungsrennen ging der Ber­liner W. Techmer ebenfalls auf Brennabor als Sieger her­

bor.

Literarisches.

Edmund Steppes. Eine Kunstgabe. 17 Bil­der nach den schönsten Gemälden des Künstlers mit einem Geleitwort. Herausgegeben von der Freien Lehrer- Vereinig ung für Kunstpflege. Verlag von Jos. Scholz in Mainz. Ein Stück echt deutscher Freude an Bergen und Wiesen, wie sie alljährlich Tausende in das Gebirge führt, die Freude an Wolfen und Bäumen leuchtet uns aus dieser Kunstgabe entgegen. Es dürfte keinen deutschen Maler ge­ben, der die vielfältige, immer wechselnde und immer schöne Form und Färbung der Wolfen so in seinen Bildern neu erstehen ließe wie Edmund Steppes. Wir empfehlen dieses Werk edelster Landschaftskunst allen Natur- und Kunstfreun­den zum Vorgenuß kommender Sommerferienfreuden. Preis nur 1 Mart.

Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

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Butzbach- Licher Eisenbahn.

Die durch Tarifnachtrag I, Ziffer( 2) eingeführte Gebühr von 3 Mt. für solche Wagenladungen, die zur Umbehandlung von dem Staatsbahnhof nach dem benachbarten Nebenbahnhof in Bad Nauheim, Lich oder Grünberg überführt werden, wird am 1. Jult d. Js. aufgehoben. Die Gebühr bleibt nur noch für solche Wagen­ladungen bestehen, die zur Entladung von dem Staatsbahnhof nach dem Neben­bahnhof überführt werden.

Buzzbach, den 26. Juni 1910.

Butzbach- Licher Eisenbahn- Attiengesellschaft.

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18. Juli 1910, vormittags 10 Uhr

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Zuschlagsfrist 4 Wochen. Beginn der Arbeiten alsbald nach Zuschlagserteilung. Giessen, den 24. Juni 1910.

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