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Stephanstraße überzeugt, so daß derselbe die einstimmige Genehmigung der Versammlung fand."

Sikung der Stadtvero.dneten Gichens. Stephanstraße überzeugt, so daß derselbe die einstimmige

Gießen, 26. Mai 1910.

Die diesmalige Tagesordnung umfaßte im ganzen 23 Punkte, von denen aber nur die den Neubau der Realschule und das Wappen der Stadt Gießen betreffenden Punkte eine größere Aussprache entfesselten. Schon nach 2 Stun den erreichte die öffentliche Sibung ihr Ende, in welcher u. a. bei den Punkten 8 und 9 D.-B. Mecum die erfreu= liche Mitteilung von bei den Straßenpflasterungen erzielten Ersparnissen machen konnte, welche nicht weniger als 17 000 Mt. betrugen.

Punit 1 waren Mitteilungen. Der städtische Beamte Buchwald 1. hatte ein Schreiben an die Stadt gerichtet, in dem er derselben seinen Dank für die gewährte Gehaltszulage ausdrückte. Buchdruckereibesitzer Albin

Klein hat der Stadt die Mitteilung gemacht, daß die " Gießener Neuesten Nachrichten" seit dem 1. Februar den Namen Gießener Zeitung" führen.

Die Punkte 2-4 betrafen Baugesuche. Das Ge­such des Hermann Hofmann um Genehmigung eines Neubaues bei der Veterinärklinik hatte seinerzeit nicht die Zustimmung der Versammlung gefunden, weil das neue Gebäude nur 1 Stockwerf erhalten sollte. Nach dem von dem genannten Bauherrn nunmehr aufgestellten neuen Plan erhält jedoch der Neubau das Aussehen eines 2stöckigen Ge­bäudes, das in dieser Gestalt die Genehmigung der Stadt­verordneten fand. Bei dem Baugesuch Albert Rahne­feld für Schanzenstraße 2 handelte es sich um eine ge­plante Ueberbauung einer Durchfahrt. In diesem Ueberbau will der Besitzer eine Küche einrichten, für welche eine Be­freiung von den auf die Durchfahrten bezüglichen Bestimm ungen der Bauordnung notwendig war. Die Versamm= lung erklärte sich mit dem Dispens einverstanden. Das Baugesuch Ferdinand Aff für die Licherstraße fiel aus. Punkt 5:

Neubau der Oberrealschule.

der

6. Punkt: Der in dem Forsthaus Hochwart wohnende Förster Arst hat an die Stadt ein Schreiben gerichtet, das um die Einrichtung einer Waschküche in dem Gebäude nachsucht und zur Begründung anführt, daß der in der Kochküche vorhandene Waschkessel die in dem Raum arbei­tenden Personen zu sehr einenge. Die Kommission tonnte jedoch bei der zu diesem Zweck vorgenommenen Besichtig= ung des Forsthauses diesen Grund nicht als stichhaltig an­erfennen. Die Versammlung schloß sich der Meinung des Ausschusses an.

Puntt 7: Errichtung von Bedürfnishäuschen betreffend, fiel aus.

Punkte 8-9 befaßten sich mit der Befestigung von Straßen. Bekanntlich hatte die Stadtverwaltung auf Beschluß der Stadtverordneten für die Neupflasterung von Straßen eine Summe von 240 000 Mt. ausgeworfen. Die Vergebung der Arbeiten ergab gegenüber der vorge­sehenen Summe eine Ersparnis von über 17 000 mt., die nun zur Pflasterung von verschiedenen ebenfalls in unge­nügendem Zustand befindlichen Straßen verwandt werden soll. Nach dem Vorschlag der Stadtverwaltung sind die Wollen, Löwen, Brand-, Wetzstein- und Schloßgässe für E2 diese Neupflasterung mit Vulkanolpflaster vorgesehen. werden hierfür 20 000 Mt., einschließlich der gemachten Er­sparnisse, bewilligt.

Bunft 10 betraf: Fortsetzung des Fußwe= ges am Rampenabschlußbau. Die hierfür not­wendigen Kosten betragen 450 Mt., welche die Stadtver­ordneten einstimmig bewilligten.

Punft 11: Die Alicestraße erhält an der Wieseckseite eine Anlage, die gleich dem jenseits der Frankfurterstraße an dem Flüßchen befindlichen Straßenzug in Baumpflanz­ungen bestehen wird. Die Ausgaben sind hierfür schon vor einiger Zeit von der Versammlung genehmigt worden.

Zu dieser Angelegenheit gab O.-B. Mecum den Stadtverordneten einen geschichtlichen Rückblick über die zu diesem Zweck bereits eingeleiteten Vorverhandlungen; er führte folgendes aus: Es war früher die Absicht der Stadt gewesen, im Anschluß an das bestehende Gebäude der Schule einen Neubau zu errichten. Während des Entwerfens der Pläne wuchs jedoch die Schülerzahl ganz bedeutend, ein Umstand, der die Stadt veranlaßte, die Errichtung eines Neubaues auf dem Grundstück der Aktienbrauerei in Wilhelmstraße in Erwägung zu ziehen, da der Anbau an das alte Schulgebäude zur Aufnahme der Schüler nicht ge= nügt haben würde. Dieser Neubau in der Wilhelmstraße sollte etwa 600 000 Mt. tosten. Gleichzeitig wurde in Aus­sicht genommen, die Anstalt in das alte Klinits ge­bäude zu verlegen, was nach dem Voranschlag nur eine Ausgabe von 470 000 Mt. verursachen sollte. Die genauere Kostenberechnung ergab jedoch eine notwendige Ausgabe von 610 000 Mt., welche die Stadt selbstverständlich zu der Aufgabe dieses Planes veranlaßte. Deshalb wurde in an­betracht der bequemeren Lage beabsichtigt, nunmehr auf dem Hinterland der Oberrealschule an der Stephanstraße einen Neubau zu errichten, da dessen Kosten wesentlich geringer als die Ausgaben für ein neues Gebäude auf der Wil= helmstraße sein werden. Sie belaufen sich für die Stephan­straße nur auf 500 000 Mt. gegenüber dem Kostenanschlag für die Wilhelmstraße, welcher mit einer Ausgabe von Mt. 600 000 rechnete. Auch das Lehrerkollegium hat sich ein­stimmig für einen Neubau an der Stephanstraße ausgespro­chen. Das Gebäude in der Ludwigstraße wird später nur das Realgymnasium mit der Vorschule enthalten, während der Neubau zur Aufnahme der Oberrealschule dienen soll. Jedenfalls ist der Plan, an der Stephanstraße einen Neu­bau zu errichten, die beste Lösung der sich von Jahr zu Jahr immer schwieriger gestaltenden Angelegenheit. Stadt­verordneter Wimmen auer: Ich bin der Meinung, daß es sich wohl mehr empfehlen würde, an der Liebig­straße einen Neubau zu errichten, da die freiere Lage der Schule jederzeit eine Ausdehnung gestattet. O.-B. Me cum: Für den Platz an der Wilhelmstraße sind bereits Volksschulen vorgesehen, auch würde die Stadt für das Ge lände an der Stephanstraße, teine andere Verwendung fin Die Herrichtung der alten Klinik

den. Stadtv. Gerrealschule hatte seinerzeit infolge

zur Ausnahme

Punkt 12: Aus dem städt. Wiesen- und Gartengelände wird alljährlich Grassamen gewonnen. Für die diesmalige Samenernte sind 25 Mt. geboten worden. Der Ausschuß befürwortete den Verkauf im Hinblick darauf, daß eine Ver­steigerung nicht diese Summe ergeben würde. Der Verkauf wurde genehmigt. Für den Schlachthof- Neubau ist ein Aufzug und ein Laufkrahn erforderlich, deren Kosten 1600 Mt. betragen. Der Männerturnverein hatte anläßlich seiner Jubiläumsfeier ouf dem Trieb bei der Stadtver= waltung um Legung eines elektrischen Kabels nach dem Festplatz nachgesucht. Da außerdem Restaurateur Tertor sich zu der Abnahme von elektrischem Licht in seiner Wirt­schaft auf der Liebigshöhe bereit erklärte, befürwortete der Ausschuß das Gesuch. Die Stadtverordneten beschlossen in dem Sinne der Kommission.

der hohen Kosten nicht meine Zustimmung gefunden. Auch der Plan eines Neubaues auf der Wilhelmstraße fann mir nicht zusagen, da der hier notwendige Grunderwerb große Kosten verursachen würde. Es kann darum meiner Ansicht nach nur ein Neubau an der Stephanstraße in betracht kom­Stadtv. Ei chenauer: Die nachbarliche Lage des Gebäudes gestattet namentlich beiden Schulen die ge= meinsame Benüßung der wissenschaftlichen Sammlungen. Die Stadtberordneten Petri, Jann und Wallen= fe Is sprechen ebenfalls für die Stephanstraße. Alle diese Gründe hatten im Verlauf der Aussprache auch die Gegner des Planes von dem Vorteil eines Neubaues an

men.

A 51)

Die Freundinnen.

der

habe er sich nach eingeholter Zustimmung der Stadtver waltung seit etwa 2 Jahren mit den Arbeiten für ein neue Wappen beschäftigt. Er sei hierbei zu dem Schluß getom­men, daß das gegenwärtige Wappen von Gießen der ge schichtlichen Berechtigung entbehre. Denn zweifellos stamme das letztere von einem Maler, der in Ermaugelung eines Wappens der Stadt Gießen aus dem hessischen Löwen un der Mauertrone nebst dem Zeichen" G" das gegenwärtige Wappen zusammengesetzt habe, um damit im Verein mit anderen Wappen den Saal eines hessischen Schlosses 34 schmücken. Gießen sei aber eine Gründung der Pfalzgrafer von Tübingen, deren roter Fahnenwimpel sich dementsprech end auch in dem neuen Wappen befinden müsse. pfehle sich ferner für das Wappen ein altes Reitersiegel und darüber den alten hessischen Helm mit silbernen Hörnern anzubringen. Auch die Städte Marburg und Grünberg füb­ren ein ähnliches Wappen. Stadtv. Tro ß: Das neue Wappen könnte mir auch besser als das alte gefallen. Ih vermag jedoch nicht die von dem Herrn Stadtv. E bel vorgesehene Anbringung eines gehörnten Helmes über dem Wappenschild für besonders schän zu halten, sondern ich möchte vielmehr an dieser Stelle die Städtekrone sehen, welche das Wappen nach oben harmonisch abschließen würde.

Puntt 13: Für die Sandgrube am Rödger Weg ist seither eine Pacht von 400,33 Mt. gezahlt worden. Der da­rauf bezügliche Vertrag läuft am 1. Juli ab, doch gedenkt die Stadtverwaltung denselben nicht mehr zu erneuern, son­dern die Grube in eigenen Betrieb zu nehmen, da mit der­ortigen Werken gute Erfahrungen gemacht worden sind. Die Versammlung beschloß dem Antrag der Stadtverwaltung gemäß.

Punkt 14: An der Wetzsteingasse liegt ein städt. Grund stück, auf das der Eigentümer des benachbarten Hauses, Schmiedemeister Kloß, gewöhnlich seine Wagen stellt. Der= selbe hat der Stadt für den Platz eine jährliche Pachtsumme von 10 Mt. angeboten, mit welcher sich die Versammlung einverstanden erklärte.

Originalroman von Frene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Otti wurde sehr rot. Doch nur einen Augenblick dauerte ihre Verlegenheit. Sie schlug die Augen voll zu dem Vater auf und sagte mit allerliebster Schelmerei: Gefällt Dir der Herr nicht, Papa?" 100

Punkt 15: Auch in diesem Jahr wird das städtische Vermessungsamt gegen Vergütung die in der Gemarkung Gießen notwendigen Vermessungen vornehmen. Dies fand die Zustimmung der Stadtverordneten. Es handelt sich diesmal um das Gelände links der Lahn.

" Das läßt sich nicht so schnell entscheiden; aber mir scheint. Dir gefällt er schon sehr gut? Was?"

20

Otti nickte lebhaft.

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.- B. Me cum: Mein Wunsch geht ebenfalls dahin, die Städtekrone über das Wappenschild zu setzen, weil dod der Ritterhelm das Sinnbild der ehemaligen Herrschaft der Pfalzgrafen von Tübingen über Gießen ist, an die wi nicht gern erinnert werden möchten. Stadtv. Winn: Ich schließe mich den Ausführungen des Herrn Stadtver ordneten Troß an. Die Stadt braucht sich ja nicht an die Gesetze der Heraldik zu halten, da ihr die Städteordnung auf diesem Gebiet vollkommen freien Spielraum läßt. Stadtv. Eichenauer: Für die Städtekrone spricht nicht nur das dadurch geschaffene schönere Aussehen des Way pens sondern auch der Umstand, daß jede Stadt ihre Selb ständigkeit auch nach außen hin zum Ausdruck bringen müsse, während der Ritterhelm doch als Sinnbild der Ab Stadtv. Ebel: Das Way händigkeit aufzufassen sei.

Punkt 16: Die in diesen Tagen erfolgte Prüfung des Waldwirtschaftsplanes für 1911 durch den Stadtv. Wim menauer hat feine Beanstandung erge ben, aus welchem Grunde die Stadtverordneten der Forst­verwaltung Entlastung erteilten.

Punkt 17 befaßte sich mit dem Jugendfest 1910. Das Jugendfest, das bekanntlich alle 2 Jahre wiederkehrt, ist in diesem Jahre fällig. Die Stadtverwaltung beschloß, das Fest am 28. Juli abzuhalten, womit sich die Versamm­lung einverstanden erklärte.

pen verdankt sein Entstehen der von mir eingeholten An­sicht des Frhrn. Schenck v. Schweinsberg, des zurzeit auf diesem Gebiet größten Gelehrten von Hessen. Ich glaube auch nicht, daß die hessische Regierung mit der Krone- ein­verstanden sein wird, da sich dieselbe gar nicht an das ur­sprüngliche Aussehen des Gießener Wappens zur Zeit der Stadtgründung anlehnt.- Q.-B. Mecum: Ich glaube, daß wir wohl sämtlich die selbstlose Tätigkeit des Herrn Stadtv. Ebel anerkennen und ich möchte daher Herrn Ebel für seine Mühe den Dank der Stadt Gießen aussprechen. Die soeben an dem Wappen geübte Kritit tann dem Wir ten des Herrn Ebel nur ein gutes Zeugnis ausstellen, da, soviel mir bekannt ist, der ursprüngliche Entwurf des Stadt verordn. Ebel über dem Ritter" eine Krone zeigte; erst nachher wurde auf den Rat des Frhrn. Schenck v. Schweins Ich berg hin anstelle der Krone ein Helm vorgesehen. möchte beantragen, die ganze Angelegenheit dem Ausschuß zu überweisen. Die Versammlung beschloß einstimmig die Weiterberatung der Sache in dem Vorschlagsausschuß.

Punkt 18: Luise Deichert Witwe hatte bei der Stadt um die Legung einer Gasleitung nach ihrem Hause Liebigstraße Nr. 69 nachgesucht. Da jedoch nur Bürger= steige aufgerissen werden dürfen, die seit mehr als 2 Jah­ren dem öffentlichen Verkehr dienten, diese Schußfrist in dem vorliegenden Falle aber erst am 1. November abläuft, konnte das Gesuch keine Berücksichtigung finden. Punkt 19 betraf das

" Ja, Papa, sehr! Und einen schönen Namen hat er: Hugo! Wie weich und angenehm das klingt! Und er lud mich, sowie Euch alle, ein, ihn zu besuchen. Er ist Besitzer eines Gutes, gar nicht weit von Neunlinden. Er will mir seine Pferde zeigen, Reitpferde echter Raffe, darunter soll ein reizendes Damenpferd sein. Und das Reiten_sagte er, will er mich lehren. O, es ist gar nicht schwer. Er meint, ich würde sehr elegant zu Pferde sitzen, weil meine Figur fich herrlich eignen würde. Ach Papa, wie ich mich freue, das kannst Du gar nicht glauben. Es muß ſehr, sehr schön fetn."

33

,, Na. das sind ja nette Sachen, die ich da zu hören be­tomme," meinte der Baron trocken. Was sagst Du denn dazu?" wandte er sich an feino Gattin. Wußtest Du etwas von der Geschichte?"

Nein," lächelte diese. Ich weiß nur, daß Otti sich gegen Abend am ersten Tage unseres Hierseins verirrt hat und daß jenec Herr sie auf den rechten Weg wies. So sagte fie mir wenigstens."

So, so! Na, damit ihr das nicht noch einmal passiert, werde ich sie stets begleiten!" will m

Wappen der Stadt Gießen.

dem

Zu diesem Gegenstand erteilte D.-B. Mecum Stadtv. Ebel das Wort, welcher ausführte, er habe das Wappen von jeher schon für unschön gehalfen. Deshalb

,, Ach, dann verirren wir uns alle beide," lachte Otti. Teufelsmädel, Du wärst imstande, mich recht in der Frre herumzuführen. Nun, ich denke, wir reisen bald wieder ab. Mamas Nerven sind fa nun, Gott sei Dank, gebetlt!"

" Nein, Papa, das werden wir nicht tun! Jetzt, wo es anfängt, mir hier zu gefallen," protestierte das junge Mäd­chen eifrig.

Aber Du erklärtest doch dieses Neunlinden für ein

Punkt 20, die Bestellung eines Wohnungs- In­spektors betreffend, fiel aus.

Die Punte 21-23 waren Schantwirtschafts­gesuche. Karl Rühl hatte bei der Stadt um die Gr laubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft im Hause Rie gelpfad 39 nachgesucht. Die Genehmigung hierzu wurde er teilt. Heinrich Knoch hatte ebenfalls an die Stadtver waltung die Bitte gerichtet, ihm die Genehmigung zum Wirtschaftsbetrieb in dem Gebäude Bahnhofstraße 31 zu erteilen. Auch hier wurde dem Gesuch stattgegeben. Ebenso erlaubte die Versammlung dem Gastwirt Hermann Uh I, eine Schantwirtschaft in dem Hause Schloßgasse 9 zu betreiben.

greuliches Nest and jetzt willst Du nicht fort?" lachte die Mutter.

,, ich habe gefunden, daß es sich hier ganz gut leben läßt. Und dann- Sylvia ist doch auch da, wir haben uns sehr lieb, nicht wahr?"

Hermann hatte schon längst neben Sylvia Platz ge­nommen. Ste flüsterten leise zusammen und achteten kaum auf das, was um sie her vorging. Sie waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Erst Ottis Anrede ließ die beiden auf­sehen.

Der Baron wunderte sich natürlich sehr, als er erfuhr, daß Hermann und Sylvia sich liebten, daß aber der Vater der letzteren seine Einwilligung zu der Verbindung nicht geben wollte.

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In der nichtöffentlichen Sigung standen diesmal nicht wenig wichtige Angelegenheiten zur Be ratung. Der Vertrag mit dem Geb. Kommerztenrat Sail, welcher auf die Durchführung der Sandgasse be zug nimmt, fand die Zustimmung der Stadtverordneten Ein zweiter Vertrag mit With. Plank II., der sich mit der Durchführung des Tiefenweges befaßt, wurde Als 3 Gegenstand stand ein ebenfalls genehmigt. Abkommen mit Krofdorf behufs Abgabe von elet trischem Licht zur Beratung. Dieser Vertrag ver pflichtet die Gemeinde Krofdorf auf die Dauer von 30 Jahren zu einer jährlichen Entnahme von Strom für 6200 Marf. Die in Gießen üblichen Strompreise Das Abkommen werden auch in Krofdorf erhoben.

O, das werde ich schon besorgen," versicherte der Ba­ron zuversichtlich. Ich will diesen Starrkopf bald herum­bringen. Er soll den Jungen nur erst einmal singen hören; dann sagt er gewiß nicht nein."

Es war sehr spät geworden, als man sich endlich trennte. Hermann begleitete Sylvia bis zu Majas Haus. Die bet­den Freundinnen aber saßen noch lange plaudernd zusam= men in Majas behaglich durchwärmtem Zimmer. An Schlaf schien keine zu denken. Sie hatten sich so viel zu erzählen, so daß sie gar kein Ende finden konnten.

Am andern Morgen zur verabredeten Stunde fuhr die Gesellschaft wieder nach Neunlinden.

Sylvias Vater schien heute noch grimmiger gelaunt zu sein, als sonst. trotzdem er wieder im Lehnstuhl saß. Gr empfing die Tochter mit einer Strafpredigt. So spät kommst Du? Ich kann natürlich hier sitzen und warten, wie Du mich vernachlässigst? Ich dulde es ferner nicht mehr, bis es demg nädigen Fräulein beliebt. Ist das eine Art, daß Du in der Stadt dem Vergnügen nachfagst, während ich hier size, allein und verlassen. Wahrscheinlich warst Du wieder mit fenem Komödianten zusammen. Nicht mal ein ordentlich es Frühstück habe ich bekommen!"

Das junge Mädchen merkte sofort, daß Leon wiederum seinen ganzen Einfluß geltend gemacht hatte, um den Vater ungünstig zu stimmen. Das hämische Gesicht des Bruders, sein spöttisches Lachen redete deutlich genug. Es fiel wie falter Reif auf ihre frobe, hoffnungsvolle Stimmung. Doch fie sagte nichts, obwohl es thr bitter im Herzen aufauol.

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fand die Genehmigung der Versammlung.

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Eifrig ging sie ihren kleinen häuslichen Pflichten nach und hatte bald die Ordnung wieder hergestellt. Gegen Mitta erschien Baron von Albersdorf. Ein Blid bebeutete Gul via, daß er mit dem ehemaligen Jugendfreund allein zu ein wünschte. Klopfenden Herzens schlich das Mädchen hinaus Doch vermochten die Scherze und Neckereien Ottis nicht di Schatten zu bannen, die auf Sylvias Stirn lagen. Ihr Da plötzlich so bang.

Leon hatte von dem Baron ebenfalls einen Wink e halten, sich zu entfernen, doch schten er dies nicht bemerke zu wollen. Er rührte sich auch nicht, als Herr von Alber dorf sagte: Ich habe mit Ihrem Herrn Vater zu spreche möchten Sie uns nicht kurze Bett allein lassen?" b Wird denn hier ein Geheimnis verhandelt, daß G mich wie einen dummen Jungen fortschicken wollen?" ve setzte er trotzig.

Ein Geheimnis gerade nicht-" " Nun also, dann kann ich ja bleiben. Ste machen mi neugierig, Herr Baron." Der Baron murmelte etwas wie Flegel" zwischen de Zähnen.

Da Leon nicht herauskam, wußte Sylvia, wie die En scheidung ausfallen würde.

Bald tönten denn auch die immer lauter werdende Stimmen der Männer deutlich bis zu ihr heraus. unterschied das qütliche Rureden des Barons von ihr Baters unerbittlichem: Nein, gebe Dir keine Mühe. ist umsonst!" Sylvia zitterte heftig. r alte, troßige Mann li sich nicht befehren, ja er gert immer mehr in But, dringender der Baron auf ihn einsprach.

Ich gebe meine Tochter keinem Komödianten!" sc er. Und wenn Du mir noch so viel Schönes von fein Stimme erzählst, ich sage nein, nein und tausendm nein! Er mag sich eine Theaterprinzessin zur Frau nehme meine Tochter bekommt er nie! Wenn er verspricht, de Bühne zu entfagen, so werde ich mir die Sache überleger er mag dann später noch einmal anfragen, aber als Bühne fänger- niemals!".

Fortsetzung folgt.)

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