irdendein unvorhergesehener Zufall eintritt, unter ganz anderem Schlachtruf ausgefochten werden.
Lokales.
Gießen, 26. Juli 1910.
* Das Großherzogliche Ministerium des Innern hat den Kreisämtern empfohlen, dem Zustande der nicht lediglich technischen Zwecken dienenden Wasserleitungen besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden und da, wo die Revision der Leitungen längere Zeit nicht stattgefunden hat, und wo hygienische Bedenken gegen den Zustand der Leitung und des Wassers nicht ausgeschlossen sind, eine Revision baldigst zu veranlassen. Ferner soll auf den Gesundheitszustand der aus Rußland zuziehenden Saisonarbeiter sorgfältigst geachtet und die Nachimpfungen durch die amteten Aerzte ausgeführt werden.
be=
* Universität. Dr. phil. Hepding, Hilfsbibliothefar an der Universitätsbibliothek, habilitierte sich an der Landeshochschule zum Privatdozenten der klassischen Philologie.
* Universität. Im Wintersemester wird Prof. Schian eine Vorlesung über das religiöse Moment in dem modernen Roman halten, welche in weiteren Kreisen Interesse zu erwecken geeignet ist.
* Zur Rechtsanwaltschaft zugelassen wurde der Gerichtsassessor Dr. Robert Wenzel zu Gießen bei dem Amtsgericht Langen.
* Rechtsanwalt klarena ar erhielt gerichtlicherseits für die bekanntlich vor den letzten Schwurgerichtssitzungen unschuldig verbüßte Untersuchungshaft eine Entschädigung zuerkannt.
Dieses
-tt- Stadttheater. Die neunte Operettenabonnementsvorstellung bringt heute Dienstag, den 26. Juli, Millöckers Operette„ Der arme Jonathan". Wert gilt als eines der musikalisch wertvollsten des be= rühmten Komponisten des„ Bettelstudenten" und wird deshalb gegenwärtig wieder in den Spielplan vieler Bühnen aufgenommen. Es kommt hinzu, daß sich nach der Individualität unserer Künstler eine vorzügliche Besetzung lichen läßt, so daß der heutige Abend sehr genußreich zu werden verspricht. Da die Operettenvorstellungen sich зи einer sommerlichen Attraktion für Gießen entwickelt haben, so werden auswärtige Reflektanten gut tun, sich zeitig Plätze zu bestellen; doch bittet man diese Bestellungen nur die Kasse des Stadttheaters zu richten.
Hus Hessen und Nachbargebiet.
* Launsb a ch. Für die Ueberschwemmten im Ahrtal wurden in der Bürgermeisterei Azbach- Launsbach durch die Gemeinde- Ortsdiener 1029,24 Mt. gesammelt, nämlich: Aybach 62,40 Mt., Dorlar 54, Dutenhofen 172, Garben= heim 82,44, Kinzenbach 103, Krofdorf 251,50, Gleiberg 32, Vezberg 20, Launsbach 45, Odenhausen 16, Salzbö den 54,40 und Wißmar 137,50 Mt.
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Ruppertenrod. Bei der Bürgermeisterwahl wurde Heinrich Westrupp einstimmig mit 138 Stimmen wiedergewählt. Es ist dies die fünfte Amtsperiode, die Bürgermeister Westrupp antritt.
* Schotten. Die Hoherods- Familien- Konferenz der evangelischen Geistlichen des Defanats Schotten findet am Montag, den 1. August, mittags 12 Uhr, aus dem Hoherodskopf statt. Herr Superintendent D. Petersen hat einen Vortrag über„ Englische Reiseerinnerungen" zugesagt und Herr Pfarrer Kalbhenn- Obermockstadt wird einen Vortrag über" Zehn Jahre Posaunenchor, Ernstes und Heiteres" halten.
* Stockhausen. Ihr Jahresfest veranstalteten hier die in dem oberhessischen Posaunenchorverband vereinig= ten Posaunenchöre. Zum ersten Mal fand im Vogelsberg ein derartiges Fest statt; es war start besucht. Aus den 13 Verbandsvereinen waren etwa 200 Bläser erschienen, die unter Leitung des Posaunengenerals Kuhlo die Lieder begleiteten. Ansprachen hielten auf dem Posaunen- und Missionsfest Pfarrer Lenz, der Verbandsvorsitzende und Posaunengeneral Kuhlo.
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Ortenberg. In den letzten Tagen trat der langjährige Postbriefbote Hirzel hier in den wohlverdienten Ruhestand. In Uniform, geschmückt mit verschiedenen Kriegsmedaillen, wollte Hirzel seinen in Paris wohnenden Sohn besuchen. An der französischen Grenze angekommen, wurde der Reisende von den Grenzwächtern festgehalten, bis aus der Heimat Zivilkleider verschrieben waren, in denen er die Reise fortseßen konnte.
Bad Nauheim. Hier wurde ein dem Andenfen des Ehrenbürgers von Bad- Nauheim Professor Dr. Beneke gewidmeter Denkmalsbrunnen in Gegenwart von den Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden, Vereinen und Korporationen, sowie einer großen Anzahl Kurgäste und Einwohner unserer Stadt in feierlicherweise eingeweiht und enthüllt.
* Friedberg. Ueber das Vermögen des durch Selbstmord geendeten Bantattentäters Wingeß, wurde der Konturs eröffnet. ermög Ingenieur Haentsch- Leipzig hat eine Forderung von 8100 Mt. mit Aussonderungsrecht zur Masse angemeldet. Er begründete die verlangte Vorabbefriedigung damit, daß die bei dem Selbstmörder gefundene Barsumme aus einer Unterschlagung herrührt, die der Verbrecher, der kurz vor der Tat in seinen Diensten war, zum Nachteil des Arbeitgebers begangen hatte.
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* Bezüglich der Beschädigung des Liebig- Dent mals haben die polizeilichen Nachforschungen leider noch nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Auch die gerichtlicherseits vorgenommene photographische Abnahme der an den von den Unholden beschmußten Stellen des Dentmals sich zeigenden Fingerabdrücke hat bis jetzt nicht zur Aufklärung der böswiliigen Tat führen können.
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* Die Obsternte im Großherzogtum Hessen. Nach den amtlichen Mitteilungen wurden Jahre 1909 im Großherzogtum Hessen 384 959 Doppelzent ner Obst aller Art zum Werte von 4 578 438 Mark geerntet, gegen 522 493 Doppelzentner zum Werte von 4 818 966 Mart im Jahre 1908. Trotz der bedeutend geringeren Menge ist demnach ein fast gleich hoher Ertrag erzielt wor den.
4)
Gerichtet.
Familienroman von Franz Wichmann.
, Darf ich Ihnen einschenten?"
Otto und Robert warfen sich wie vorhin unbemerkt sonderbare Blicke zu. Der letztere schob der Fragenden seine Tasse hin.
,, Sehr liebenswürdig, gnädige Frau!" schnarrte er. Otto dagegen wehrte ab:
Mir bitte nur ein halbes Täßchen, Mama," fagte er. Endlich setzte sich auch die besorgte Wirtin.
,, Aber bitte, essen Sie doch auch, Herr von Hohlen! Sie nehmen ja gar nichts! Haben Sie denn keinen Appetit? Bedienen Sie sich doch ganz, als ob Sie hier zu Hause wären!" " Dante sehr, es ist mir wirklich unmöglich), Ihrer vorzüglichen Küche mehr Ehre anzutun, als es bereits geschehen ist!" Frau Adelheid blickte verwundert auf.
Wo gehst du hin, Lorenz?" fragte sie, als sie den Förster plöglich aufstehen sah, diesen.
„ Die Hunde haben noch nichts gefressen," antwortete er mürrisch, und Cäsar und Peter sind mit mir in der Stadt gewesen, sie haben seit dem Morgen nichts gehabt!"
Aber es wäre doch nicht nötig, gerade jetzt, wo wir Besuch haben, nach den Tieren zu sehen! Die Lina fann ja-" Er ließ sie nicht ausreden.
Wen hungert, dem soll man geben, ob Mensch oder Tier!" sagte er und verließ dröhnenden Schrittes das Zimmer.
Der Vater hat recht," meinte Klara,„ die armen Tiere müssen haben, was ihnen zukommt!"
Gnädiges Fräulein besitzen die höchste Tugend des Weibes," lächelte Robert von Hohlen, ein weiches Herz!" ,, Und ein sentimentales Gemüt!" fügte Otto hinzu. Aber die Försterin hatte schon wieder zu tadeln. Wer wird denn jetzt wohl an die unvernünftigen Tiere denken, wenn wir das seltene Glück haben uns so geistreich unterhalten zu können!" sagte sie hochtrabend.
,, Davon werden die Tiere nicht satt!" ließ Klara sich indes nicht beirren.
Die Antwort empörte die Mutter nur noch mehr. „ Du bist ein naseweises Ding," verwies sie die Tochter, ,, und hast gar kein Verständnis für feinere Bildung! Ach ja," wandte sie sich zu Herrn von Hohlen, das ist eine Unterhaltung, wie ich sie gar zu lange habe entbehren müssen. Sie begreifen, wie entsetzlich es hier draußen in der Einsamkeit ist. Einst fonnte ich es ja auch täglich hören, wie die feine Welt sich
* Frankfurt a. M. Nachdem ein aus vier Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zusammengesettes Schiedsgericht unter dem Vorsitz von Stadtrat Dr. Luppe dieser Tage alle noch streitigen Punkte zur Erledigung gebracht hat, ist nunmehr der Friede im Bauge= werbe des Bezirks Frankfurt endgültig gesichert.
arm st a d t. Im hess. Ministeriuß des Innern, Abteilung für Schulsachen, scheint eine wichtige Veränder ung bevorzustehen. Das von dem jüngst verstorbenen Geheimen Rat Dr. Eisenhuth geleitete Dezernat soll aus Sparsamkeitsrücksichten nicht mehr besetzt werden, vielmehr soll der Dezernent für die allgemeine Abteilung des Ministeriums des Innern, Ministerialrat Wilhelm Best, in Zukunft auch die Schulangelegenheiten bearbeiten. Eine offizielle Bestätigung dieser Nachricht steht noch aus.
* Darmstadt. An die hess. Handelskammern ist worin ausge= ein ministerielles Rundschreiben ergangen, führt wird, daß zur Vermeidung eines Fehlbetrages int Hauptstaatsvoranschlag für 1911 an einen Wegfall, event. eine Kürzung der den Handelskammern, den Landwirt=
unterhält. Sie müssen nämlich wissen, ich war in der Residena bei Frau von Bezau, da vernahm man nur die Sprache der Eleganz, der Noblesse!"
-
,, Sie würden noch mehr staunen, gnädige Frau," entgegnete Robert von Hohlen, wenn Sie sie heute hörten. Wir bes finden uns à la fin du siècle. Da ist alles schärfer, zugespitzter. Geist und Laune sprühen wie Raketen und der Wit wirft seine Leuchtkugeln dazwischen."
Die Augen der Försterin leuchteten vor Vergnügen.
,, Nein, wie Sie sprechen können!" rief sie. Nicht wahr, Sie nehmen sich unseres Otto ein wenig an? Seine Kinds heit hier auf dem Lande, die ersten Jahre in der Einsamkeit, das haftet ihm noch immer etwas an!"
,, Das ist begreiflich, aber unbesorgt, gnädige Frau, ich vers fichere Sie, er ist schon auf dem besten Wege!" versetzte der Freund des Sohnes.
" Will es hoffen," meinte die Försterin mit einem ers munternden Seitenblick auf ihren Liebling.
Im gleichen Augenblick kam ihr Gatte wieder zurück, und den Tisch mit den Blicken überfliegend, meinte er:
Jetzt ist's aber genug geschwatzt, nun denkt auch einmal ans Essen und Trinken!"
Er setzte sich wieder und langte selber zu. Offenbar schmeckte es ihm jetzt viel besser, nun er die Hunde gesättigt wußte. ( Gerichtet 7 Nr. 8.)
Otto nahm sich ein Stück Topfkuchen. „ Der Papa hat recht," sagte er, ehrliche Hausmannskost ist nicht zu verachten, so etwas sucht man in der Stadt vers gebens!"
Er versuchte den Bissen, legte ihn aber, sobald es unbes merkt geschehen konnte, wieder beiseite.
„ Ja, ja," griff der Vater seine Bemerkung auf ,,, wenn wir erst in der Stadt sind, wird es uns nimmer so schmecken wie hier! Darum greift nur tüchtig zu!"
Klara legte die Hand auf seinen Arm.
,, Denke doch nicht immer daran, Vater!" bat sie. Geduld findet man sich auch in das Widerwärtigste!"
„ Mit
,, Hast recht, Kind," knurrte der Alte, man soll nicht unzufrieden sein mit seinem Los; hab' dich das selbst gelehrt! Aber schwer ist's doch! Sapperment!"
Otto nahm eine wichtige Miene an.
Die Philosophie, Papa, hat Trost für alles," sprach er. „ Das habe ich auf der Hochschule gelernt. Ein Weiser wird sich in jede Lage zu finden wissen!"
Lorenz Reiners Stirn legte sich in leichte Falten.
,, Die Philosophie?" wiederholte er. ,, Früher sagte man: her Glaube, die Religion. Aber jetzt hat man für alles neue Damen!"
schaftskammern u. a. gewährten Staatszuschüsse gedacht sei. In einer Vertreterkonferenz der hessischen Handelskammern, die sich eingehend mit dem Rundschreiben befaßte, wurde eine Verringerung der Staatszuschüsse, sowohl für die allgemeinen Zwecke der Handelskammern, wie für das kauf männische Unterrichtswesen als unangängig bezeichnet. Die Leistungen des Staates für die Handelskammern seien in Anbetracht der großen wirtschaftlichen Aufgaben, denen sich die Handelskammern unterziehen, geradezu minimal. Eine Herabsetzung der Zuschüsse würde das Arbeitsfeld der Han delskammern beschränken und bei einzelnen sogar die Eri stenz in Frage stellen.
== Sonderfahrten nach Paris und London, jede mit Einschluß Brüssels und der Weltausstellung, veranstaltet auch im Monat August das bekannte Reisebu reau L. Lyssenhop u. Co., Mainz, worauf wir unsere Leser aufmerksam machen. Näheres ist aus dem In serat im heutigen Blatt ersichtlich.
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* We ßlar. Infolge eines Blutsturzes verschied da hier der Polizeikommissar Oskar Blady im Alter von 43 Jahren. Er stand über 10 Jahre im Dienste der Stadt Weylar. Der Verstorbene hatte bei der Marine gedient u. der Besatzung jener 3 Schiffe angehört, welche im Dezem ber 1888 die verlustreichen Kämpfe gegen die aufrührerischen Samoaner und dann am 16. März 1889 im Hafen von Apia jenen furchtbaren Organ zu bestehen hatten, dem der „ Adler" und der„ Eber" mit 4 Offizieren und 100 Seeleuten zum Opfer fielen.
* Dorndiel. Der Raubmord, dem im Frühjahr der 37 Jahre alte Kaufmann Wilhelm Bachmann zum Opfer fiel, dürfte nun doch noch in nächster Zeit die Gerichtsbehörde beschäftigen. Wie nämlich bestimmt verlautet, hat ein Dorndieler Bürger gegen die Witwe des ermordeten Bachmann Beleidigungsklage erhoben, weil diese ihn auf der Straße einen Mörder geheißen habe. Der Verdacht der Täterschaft richtete sich bekanntlich auch schon von Anfang an gegen einen Dorndieler Bürger, doch ergaben die von der Behörde nach dieser Seite hin unternommenen Untersuchungen die Schuldlosigkeit des inbetracht kommenden Man nes. Vielleicht bringt der Prozeß nun Klarheit in die noch immer dunkle Sache.
* Rodheim v. dl H. Während ein Landwirt sein Pferd im Walde furze Zeit unbeaufsichtigt ließ, wurde das Tier durch Messerschnitte verleßt. Der Wagen mußte mit einem anderen Pferde fortgeschafft werden. Wird der Täter erwischt, wird ihn hoffentlich eine exemplarische Strafe treffen.
* Oppenheim. Hier starb der frühere Landtagsabgeordnete Karl Heinrich Koch, welcher in den Jahren 1899 bis 1902 den Wahlkreis Oppenheim in der Zweiten Kammer der Stände vertrat. Der Großherzog verlieh ihm 1899 das Ritterkreuz 1., Klasse des Ordens Philipps des Großmütigen.
* Mühlheim a. M. Bei der Ergänzungswahl zum Gemeinderat wurden von den bürgerlichen Parteien Line Kandidaten aufgestellt. Die sozialdemokratische Liste erhielt 555 Stimmen. Sämtliche 15 Mitglieder des Ge Mühlmeinderats sind jeßt Sozialdemokraten. heim hat belanntlich von der hessischen Regierung auf drei Jahre einen Beigeordneten gestellt bekommen, nachdem wie derholt ein Sozialdemokrat gewählt, nicht bestätigt aber doch wieder gewählt worden war.
Aus aller Welt.....
* Berlin. Die Militärverwaltung beabsichtigt, auch noch weiterhin wie bisher für die inaktiven Offiziere eine Erleichterung ihrer Versorgung dadurch zu schaffen daß weitere neue Stellungen innerhalb der Heeresverwaltung, die sich für die inaktiven Offiziere besonders eignen, diesen auch vorbehalten bleiben und durch sie besetzt werden.
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,, Aber, Kind, wer wird so etwas Ungebildetes fagen!" rief die Försterin entsetzt.
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Lorenz Reiner, der seine Pfeife wieder angezündet hatte, stand auf.
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Herr von Hohlen zuckte die Achseln.
,, Die Religion ist ein überwundener Standpunkt!" sagte er überlegen.
,, Das war er für die Gottlosen immer!" antwortete Klara schlagfertig.
„ Herr von Hohlen, was Sie da sagen,"- er nahm, was nur im Augenblick heftigster Erregung geschah, die Pfeife aus dem Munde ,,, was Sie da soeben sagten, das ist verzeihen Sie, daß ich's nicht so fein ausdrücken kann wie Sie aber das ist eine Frechheit, wie sie noch nicht über die Schwelle dieses Hauses gedrungen ist und in seinen Räumen auch nicht geduldet wird, verstehen Sie mich, Herr von Hohlen?" Dieser wurde bei den rauben Worten des Försters ver Legen.
,, Es tut mir wirklich leid, Herr Förster, aber Sie haben mich mißverstanden," suchte er einzulenken. Das ist ja auch gar nicht meine Ansicht, ich sagte im Gegenteil nur, was die Welt heutzutage denkt!"
Der entrüstete Alte setzte sich wieder. „ Wenn's so ist, mag's meinetwegen hingehen," murrte er. " Ja, die Klara hat recht, sie hat nur zu sehr recht! Der Stand punkt der Gottlosen ist's, worauf die jetzige Welt steht! Und darum auch sind wir alle miteinander so armselig und un glücklich!"
Abermals stand er auf und trat an den kleinen Tisch im entgegengesetzten Winkel des Zimmers, um seine Pfeife frisch zu ſtopfen.
Frau Adelheid eilte ihm nach.
" Warte," eiferte sie, ich werde dir frischen Tabak einfüllen, es ist nicht mehr genug darin!"
Während Klara mit der Kanne hinausging, um noch Kaffee nachzuholen, benutzte Otto die Gelegenheit, den Freund anzustoßen und ihm leise zuzuflüstern:
„ Zum Teufel, sei doch vorsichtig! Wenn du den Alten wild machst, geht alles schief!"
Robert lachte nur.
Ist ja schon wieder gut, dein Alter! Habe mich brillant aus der Affäre gezogen, sollte man meinen. Er bält mich für einen halben Engel!"
Auch Frau Adelheid sprach leise auf den Förster ein. „ Lorenz, bedenke doch, der fremde, feine Herr-
Er ließ sie nicht ausreden und entgegnete halblaut: " Ich habe ihn nicht hergerufen! Meinst du, ich werde mir
don so einem den Mund schließen lassen? Den Otto bat er
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