Zapezierer: Karl Becker, Ludwig Sommerlad,
Schlußfeier der Gesellenprüfung 1910. Wilhelm Weimer, start Oswald,
** Am letztvergangenen Sonntag, den 22. Mat, fand im Gewerbebause die feierliche Ueberreichung der Gesellenbriefe seitens des Prüfungsausschusses des Ortsgewerbevereins an die sich in diesem Frühjahr an der Prüfung teilgenommenen Junggesellen statt. Auf Einladung hatten sich die Herren Stommerzienrat Seiche I be im für die Han delskammer Gießen, Herr Syndifus& nge I ba ch für die Handwerkskammer- Darmstadt, Herr Sommerzienrat e v figenstaedt für die Großh. Bentralstelle- Darmstadt und den Ortsgewerbeverein- Gießen, sowie eine Anzahl Prüf= ungsmeister zu dieser Feier eingefunden. Herr Provinzialdirektor Dr. Il singer, Herr Gewerberat& a l'f und Herr Oberbürgermeister Wee cum waren durch anderweite Inanspruchnahme verhindert und wünschten der Feier einen guten Verlauf.
Nachdem der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Baumeister Traber, die Gäste begrüßt und für ihre freundliche Teilnahme gedankt hatte, schilderte er die Rejuttate der Prüfung und fam zum Schluß auf den Hinweis, daß seitens der jungen Handwerfer neben ihrer praktischen Ausbildung auch den handwerflich- theoretischen Stenntnissen mehr Pflege zu teil werden müßte, wenn die deutsche Arbeit auch fürderhin ihren Stand an der Sonne behaupten und Lohn und Brot für die Beteiligten schaffen wolle. Er sprach nunmehr, unter Worten eindringlicher Ermahnungen an die jungen Handwerfer, diese zu gesetzlich geprüf ten Gefellen. Hierauf hielt Herr Symbiths Engelbach folgende Ansprache:
" Namens der eff. Sambwerf stammer spreche ich Ihnen unseren besten Dank aus für die freundfiche Einladung zur heutigen Feier. Der Vorsivende der Kammer bedauert sehr, heute nicht hier sein zu können und läßt Ihnen seine besten Wünsche übermitteln. Wir sind der Einladung gerne gefolgt, wissen wir doch aus ben Vorjahren, daß die Prüfungen in Gießen mit gro Ber Sorgfa It abgenommen werden, daß von den Prüftingen das Maß von Kenntnissen und Fertigkeiten verlangt wird, was man von ihnen nach Vollendung der Lehrzeit auch erwarten darf. Die Zeiten sind anaers geworden. Die Welt stetit heute an den Geschäftsmann erhöhte Anforderungen und diesen Rechnung zu tragen muß schon die Zehrzeit entsprechend benutt und der ganze Ausbildungsgang dur ch Erziehung zur Lieferung nur gutte Leistungen gefördert werden. Mit Befriedigung darf ich feststellen, das im allgemeinen die Leistungen der Teilnehmer an den Gesellenprüfungen sich in den letzten Jahren in aufsteigender Linie befinden, ein Beweis, daß die durch Reichsgesetz eingerichteten Prüfungen ein Ansporn sind und immer mehr zur Vervollkomm mung beitragen. Die stattliche Zahl der Prüflinge und die durchweg guten Gesellen st i cf e legen auch heute Zeugnis davon ab."
Herr Kommerzienrat Heichel beim, Herr Kommerzienrat Sevligenstaedt und der Altmeister Herr Weißbindermeister Petri 2. richteten nachdem auch noch beherzigende und ermahnende Worte an die Junggesellen; fie sollten nicht aufhören weiter zu lernen, damit sie dem Handwert und sich selbst Ehre machten. Der Junggeselle Friedrich Well of sprach hierauf namens seiner Kollegen allen Herren den Dank für ihre Wühewaltungen mit der Versicherung aus, daß alle tüchtige Handwerker werden
wollten.
Hierauf wurde die in recht übersichtlicher Weise angeordnete Ausstellung der Geseltenstücke besichtigt und dabei manches Lob zum Ausbruck gebracht. Von den 108 Prüflingen haben folgende 100 die Prüfung bestanden und er hielten aus der Hand des Altmeisters Stadtverordneten it bn unter Handschlag durch zwei Gießener Altmeister den Gesellenbrief:
Schloffer: Start Schäfer, Heinrich Bühler, Lubw. Velten, Otto Hofmann, Karl Gering, Friv Guler, Jakob Faab, Heinrich Menges, Albert Pascher, Start Länger, Georg George, Friedrich Adolph, Christ. Brandenburger, Heinrich Unger, Start Zeller, Heinrich Stoch, Start Leib, Feron. Rinn, Otto Steinmüller, Heinrich Weller, Heinrich Jost, Heinrich Flocke, Start Bepperting, Heinrich Schäfer, Heinr. Möckel, Heinrich Hofmann, With. Lindenstruth, start Bender, Wilhelm Schupp, Karl Welter, Ferdinand Lint, Gustav Stoch, Ferdinand Gernand Wilhelm Scherer.
ch mie de Otto Becker und Wilhelm Rahn. Wagner: Wilhelm Dort und Ad. Lindenstruth. Schreiner: Ludwig Häuser, Heinrich Berghöfer, Ferdinand Sommerlad, Heinrich Dapper.
Glaser: Wilhelm Bergener und Heinrich Reinhardt. Schuhmacher: Wilhelm Ströck, start Hergenrother, Emil Neubert, Wilhelm Schlienbecker, Philipp Arnold, Kart Ranst, Heinrich Lub.
Golbarbeiter: Andreas Böhm. Gelbgießer: Heinrich Frank. nifer: Robert Bischoff. Me ch
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Die Freundinnen.
Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachbruck verboten.)
„ D, schon seit meiner frühesten Jugend! Wir spielten als Kinder zusammen und ich hatte den hübschen, aufgewedten Jungen schon immer herzlich lieb, obwohl er viel älter war als ich. Ich trage auch sein Bild immer bei mir, bier, feben Sie?"
Buchbinder: Luzien Seiller und Gustav Lenz. Schneider: Adolf Weniger und Franz Becker. Buch druch er: Wilhelm Schmidt, Wilhelm Jung, Ernst Rödel, Robert Hennig.
Steinbruder: Robert Eisenhut und Heinr. Kehr. Graveur: Georg Albold.
Weißbimder:" Start Weiß, Emil Schmitt, Otto Schäfer, Karl Vogel, Friedrich Bellof, Ludwig Hahn, Georg Wallbott, Friedrich Nebling, Ludwig Balser, Wilhelm Völpel.
Maurer: Wilhelm Messeldreher. 3immerer: Ludwig Spieß.
Spengler und Installateure: Friedr. Peil, Heinrich Müller, August Naumann, Georg Schmidt, Start Faber, Wilhelm Brück, Start Seipp, Heinrich Bellof, Karl Ameno, Wilhelm Haupt, Karl Walser, Wilhelm Schättler, Chr. Bepperling.
Eisendre her: Paul Schreier, Ernst Steinmüller, Ludwig Balser.
Maschinensch I offer: 23ilhelm Heß, und Friv Uhrmacher: Rudolf Steiber.
Schnabel.
Ste 30g aus der Tasche eine kleine Photographte, die fie eigens für diesen Zweck in der Wohnung Hermanns au fich gesteckt hatte und reichte sie Sylvia. Diefe nahm mit zitternden Händen das Bild in Empfang und betrachtete es lange. Ihr war als träumte fie einen schweren unheimlichen Traum, aus dem sie erwachen mußte, um wieder frei atmen zu können. Ja, das waren seine guten, treuen ehrlichen Augen, in die fie so gerne binten= geblickt, die so flar und liebevoll ihr entgegengeleuchtet, in denen sie ihr ganzes Glück gelesen. Und die sollten min auf einmal fügen? Gs fonnte,- durfte nicht sein! Und doch, dies Mädchen an ihrer Seite, es schien die Wahrheit au reden.
Mit einer zornigen Geberde schleuderte Sylvia das Bild weit von sich in den Wald hinein.
011 in Lokales. 19
Gießen, 26. Mai 1910.
* Streistasse Der Voranschlag der Streistasse des Kreises Gießen für 1910 sieht eine Einnahme von 64 159 901 Mr. und eine Ausgabe von 63 917 701 r. vor. Der Zuschuß zu den Ausgaben, soweit deren sämtliche 80 Gemeinden des Kreises beteiligt sind, be trägt 291 940 Mt. Im Vorjahre mußte die Stadt Gießen für diesen Zweck 151 681 Wit. aufbringen. Außerdem haben die Gemeinden des Kreises mit Ausnahme der Städte Gießen und Lich noch 14 205 r. zu leisten. Die 12. Hauptversammlung des Verbandes Hessischer Finanzbeamten wird am Samstag, den 28. und Sonntag den 29. Mai, hier abgehalten. Begrüßungsfeter und Festessen finden im Hotel Schütz, die Hauptversammlung im großen Hörsaal der Universität statt.
" Oho", lachte Oilt, wenn ich aber meinem Hermann fage, wie mit Sie seinem Bild umgehen, dann wird er Mugen machen. Gr fann leider in diefen Tagen nicht berauskommen, weil er febr beschäftigt ist."
„ Sprach Herr Walter davon, Sie vier befuchen au wollen?" fam es bebend von ihren Lippen.
„ Aber natürlich, weshalb sollte er mich denn nicht besuchen? Ja so, Sie meinen wegen Papa? Na, das wird fich einrichten laffen."
Tiefe Worte flangen so forglos beiter,- Sylvia wonte vergehen vor Zorn.
Ich glaube nicht, daß Herr Walter die Frechheit so weit treiben wird, hierber zu kommen", rief fle entrüstet. Frecbeit?" Na hören Sie mal, das ist doch au viel, tch werde es Dermann sagen!"
Nach den Jahresbericht der deutschen Anwaltskammern wurden im verflossenen Jahr im Großherzogtum Hessen 899 Prozesse im Armenrecht geführt, davon 80 am Oberlandesgericht und 819 bet den Landgericht. In Anbetracht dieser enorm Hohen Bahl, die sich durch die Zahl der Armensachen bet den Amtsgerichten noch verdoppelt, erscheint das Verlangen der Rechtsanwaltschaft, daß ihre Gebühren und Auslagen ebenso wie bet den Aerzten vom Staat oder den Gemeinden übernommen werden, wohl gerechtfertigt
Wetnetwegen noch viel mehr!" Sylvia war außer sich. „ Sagen Sie ihm, daß er falsch und treulos an einem un
tt Stadttheater. Morgen Freitag findet eine einmalige Aufführung von Richard Heubergers reizender Operette" Der Opernball" statt, die zum Repertoirstück der meisten größeren Bühnen gehört und zum Beispiel auch am Darmstädter Hoftheater schon öfter gegeben wurde. Am kommenden Sonntag wird auf vielseitigen Wunsch die gefchiedene Frau" statt„ Madame Sherry" wiederholt. Die neue Fall'sche Operette hat solchen Anklang gefunden, daß Direktor Steingoetter sich entschlossen hat, für die Saisoneröffnung in Ems neue Dispositionen zu treffen, um hier das beliebte werk als Abschiedsvorstellung des Emser Kurtheaters noch einmal geben zu können. Besonderen Reiz wird diese Vorstellung durch ein eingefügtes Gastspiel des Balletes Cortini erhalten.
des
Am commenden Sonntag wird auf vielseitigen Wunsch lung des Verbandes bessischer Finanzbe amten in Gießen abgehalten werden. Im Festsaal Hotel Schütz findet am Samstag abend Begrüßung und Stommers zu Ehren der auch von den Brudervervänden der badischen, württembergischen und reichsländischen Finanzbeamten erscheinenden Gäste statt. Sonntag Vormittag wird dann im großen Hörsaal der Universität die eigentliche Hauptversammlung fagen, wofür eine reichhaltige Tagesordnung vorgesehen ist. Nach Schluß dieser Versammlung findet im Hotel Schüß ein gemeinsames Festmahl statt und vierauf ein für alle Teilnehmer gewiß in gutem Andenten bleibender Ausflug in die gerade in der jeßigen Maienzeit so berrliche Umgebung unserer stetig aufblühenden Musenstadt.
erfahrenen Mädchen gehandelt hat, daß " Ich werde mich bitten!"
" Und Sie- nehmen Sie sich in acht, - sehr schlecht er wird Sie auch betrügen, wird er auch Sie nicht!"
ich ihn verachte!" er ist schlecht, und betraten
„ Aber wer fagt Ihnen denn, daß ich Hermann Hetraten will?" lachte Ottt ausgelaffen, dazu sucht man sich gewöhnrich doch einen anderen als feinen Bruder aus!"
Sylvia stand sprachlos vor dem lachenden Kobold, von dem sie sich hatte äffen Taffen. Otti wußte sich kaum zu faffen vor Vergnügen.
" Ihr Bruder?" stammelte Sylvia endlich. Sie vermochte den raschen Wechsel kaum zu begreifen.
* Städtisch e 3. Daß sich unsere Stadt muster gültiger Einrichtungen erfreut, beweist der Umstand, da fürzlich Stadtbaudirettor Stöhler- Eisenach und mehrere Stab verordnete der nämlichen Stadt hier weilten, um die Gie Bener Stfärbeckenanlage in Augenschein zu nehmen. Säm liche Besucher bezeichneten die Anlage als vollkommen vor bildlich für andere Gemeinden, ein Zeugnis, das uns Gie Bener Bürger umsomehr freuen muß, als die genannter Herren vorher schon eine Anzahl gleicher Werte in andere Städten kennen gelernt hatten.
„ Greilich," jubelte Otti, mein Bruder und Du- Du wirst meine Schwester, denn Hermann liebt Dich ta so sehr, so febr!"
Und ungestüm rüßte sie das noch immer ungläubig dareinblickende Mädchen auf beide Wangen. Unaufhörlich plauderte der kleine rote Wund. Doch plötzlich zuckte die Baronesse zusammen und verstummte mitten im Sat.
* Bahnhofsumbau. Der Gießener Bahnho wird binnen kurzem auf seiner Nordseite einen neuen Flügel erhalten, während der alte nördliche Anbau zum Abbruch kommt. An dieser Bahnhofsseite ist ferner ein Fürstenempfangssaal borgesehen, während außerdem nod der Neubau eines Südflügels geplant ist. Die für diese Umbauten erforderlichen Arbeiten werden noch in dem laufenden Jahr aufgenommen.
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worden, welche Schloßeingang ler benen Ramn bas neu berma führerinnen, bie und Anna zu
jüngere Linie u gufte zu Stolber benfels, anfchloff berzogin mi ju Stolberg- We mit der Fürf hard zu Solm berg- Wernigerob und die übrige mit ehrfurchtsb biele Zuschauer
* Vogelsberger Höhenflub. In der Borstands. sigung des Vogelsberger Höhenflubs berichtete der Bor fißende, Oberamtsrichter Nispel- Schotten über den gegen wärtigen Mitgliederstand. Danach zählt der Berein 2700 Mitglieder, während die Mitgliederzahl in dem Bo jahre nur 2000 betrug.
* Post Lehrlinge. Gine Rundfrage des Staats sekretärs des Reichspostamts an die kaiserlichen Ober pofidirektionen hat ergeben, daß eine allgemeine Net gung besteht, einen Becsuch mit Bostlehrlingen zu machen. Nach dem Vorbild der Eisenbahnverwaltung follen fortan 14jährige Knaben nach ihrer Entlassung aus der Schule als Lehrlinge für den Unterbeamtendienst von der Poft angenommen werden. Nach einem Probemonat erhalten sie bereits eine Vergütung, die sich nach den ortsüblichen Sätzen richtet. Nach und nach werden diese Burschen, die zunächst nur mit leichten Arbeiten beschäftigt werden, in alle Teile des Unterbeamtendienstes eingeweiht, bis sie schließlich Unterbeamte oder gehobene Unterbeamte werden können.
Sulvia folgte der Richtung ihres Blickes und gewahrte am Waldessaum Hugo v. Trostberg. der jetst etlig näher fam und Otti wie eine alte Bekannte begrüßte. Sylvia war diese Begegnung peinlich. Ste beschleunigte ihre Schritte, machte aber die überraschende Entdeckung, daß die belden andern sich gar nicht um sie fümmerten. Noch mehr erstaunte fie, als ihr Hugo Teise zuraunte:„ Ich bitte, der Baroneffe nichts von unseren früheren Beziehungen zu verLaten."
Sie netate faft unmerklich den Kopf.
Ditt batte rasch ihre Unbefangenbeit wieder gewonnen. Sie neckte sich bald mit Sylvia, bald mit Sugo und lachte, fcherste wie ein Kind. Diese ungezwungene Deiterkett stand ihr allerliebst. Das schten auch Sugo zu finden; denn er ließ seine Augen oft und lange auf dem hübschen, fungen Geficht der Baroneffe ruben. Unwinfürlich wurde er mit fortgeriffen. Or stimmte herzhaft in das Lachen ein. Sylvia fab und hörte das alles mit beimlicher Freude. Ste hoffte im Stillen, daß der kleine Kobold vielleicht berufen fei, Sugo mit seinem Schicksal auszuföhnen und ihn das Beid vergeffen zu machen, da er durch fie erfabren batte.
Die Vermählungsfeier in Lich.
Alle von den Städten der Umgebung nach Lich am Dienstag abgehende Mittagszüge wiesen infolge der Hoch zeit in dem fürstlichen Hause eine äußerst starke Besetzung
auf. Bereits um 1 Uhr zeigten die Straßen ein recht un
Nady ber y Müdwünsche en an, an ber etw Gelte bes neut Prinzeffin Herm während an d bie Fürstin zu über dem Pa Fürft zu Soln flin zu Colme
gewöhnliches Leben. Denn wie am vorhergehenden Tage wollte es sich die Bevölkerung von Lich sowohl wie der näheren und weiteren Umgebung nicht nehmen lassen, dem fürstlichen Hause auf dem Wege zu der Kirche ihre Hoch achtung zu bezeugen und bei dieser Gelegenheit auch den Großherzog Ernst Ludwig und seine hohe Gemahlin zu begrüßen. Gegen 1½ Uhr nahmen die Licher Volksschule und Realschule, sowie die Feuerwehr behufs Spalierbild ung in der Straße Aufstellung. Eine halbe Stunde vor Der Auffahrt wogte eine erwartungsvolle Menge durch die Unterstadt, in welcher namentlich auch viele Gießener zu
bemerken waren.
der
Um1% Uhr begann die Auffahrt der Fürstlichkeiten zur Marienkirche in den fürstlichen und großherzoglichen Strast wagen, fünf an der Zahl. In dem als drittlepter an der Kirche angekommenen Wagen befanden sich der GroßHerzog und Fürstin von Solms, während in dem als zweitleßtes Gefährt angekommenen Wagen prinzliche Bräutigam Platz genommen hatte. Der Großherzog trug die Uniform seines Leib- Regiments, der Bräutigam hatte die Uniform des 1. Garde- Dragoner- Re giments angelegt. In dem zuletzt eintreffenden Automobil laß die Bra ut, welche ein prächtiges Diadem, ein Ge schent des Großherzogs, trug und überall auf das freu bigste begrüßt wurde.
In der festlich geschmückten Kirche wurde als Eingangs gefang„ Jesu geb voran" gesungen, worauf nach der si turgie Stiftsdechant Klingelhöffer die Traurede hielt. Unter den brausenden Klängen der Orgel wurde das Brautpa von dem genannten Pfarrer eingesegnet. Die Feier beschloß der sinnige Vortrag des Liedes„ Wo du hingest, da wi
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fints bie librig bas Mahl. Die Lich, welcher junge Paar a nigerode toaste fel, während Nr. 116 bor bie Terraffe graphen eine lepteren hatten der befindliche neuvermählte Terraffe bild ders das G bie sich übera gästen unterh Hermann und furt a. M. ci Das Ehepaar Radenz in d Hermann, ge
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Das Theater war gedrängt voll Menschen, kein Plä chen mehr zu haben. Wer sich nicht rechtzeitig mit Gintrit farten verfeben batte, mußte wieder umkehren. Ein vor nehmes Publikum füllte die Logen. Die Damen in reiche Toilette neben Herren in Zivil und Uniformen boten e glänzendes Bird. Alle blickten in gespannter Erwartu auf den Dirigenten, der, den Taftstock in der Hand, auf d lette Zeichen zum Beginn der Oper wartete. Der Na Walter war in aller Mund. Der Sänger batte es ve standen, sich die Herzen seiner Zuböre im Sturm zu winnen. Besonders die Damenwelt schwärmte fitr toMancher Blick aus schönen Augen folgte der hoben, ftar lichen Rechengestalt, went sie sich auf der Promenade zefa Walter schien freilich wenig Verständnis für zarte Aumerksamkeiten zu haben, zum großen Leidwesen all de hübschen Mädchen. Man hatte auch schon verschiedene Male versucht, den jungen Sänger in Gesellschaften zu afeben, ibr einzuladen. Gr blieb gegen diese Versuche unempfindli und lehnte fede Einladung ab. Kein Wunder, wenn als falt und herzlos verschrieen wurde, Aber gerade sele Unnahbarkeit reizte die Damenwelt noch mehr. Man fande ihm schmachtende Verse, sogar Blumen, erbieft aber ne Gewißbeit über das Schicksal solcher Geschenke. Wenn aber Walter auftrat, so fonnte man sicher seit, stets einen großen Damenflor im Theater anzutreffen. stand im Vordergrunde des Interesses. Und seit man in der Gesellschaft munfelte- vielleicht war der alte Frat nicht ganz unschuldig an dem Gericht, der beliebte St ger set der Sohn eines sehr reichen Grafen oder Fre etwas Genaues wußte man natürlich nicht, da ne gerte sich das Interesse noch ganz bedeutend. Kurz, an dem Abend, als Walter Meyerbeers Prophet" auftreten fonte konnte das Publikum kaum erwarten, bis sich der Vorband hob.
( Fortsetzung folgt.)
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Oberklaif
Die erfte
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Dr. Seyd,
11. Juni
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