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Garbenteich und Steinbach dem Bunde beigetre ten sind, welcher jetzt in 22 Vereinen nahezu 2000 Mit­glieder zählt. Ein ebenso erfreuliches Bild entrollte der Bundesturnia.. runsbach über die rege Turntätigkeit ſelin in eren Vereinen. Die Rech­nungsablage ergab einen Ueberschuß von 185,02 Mt. Das diesjährige Bundesturnfest wird am 18., 19. und 20. Juni zu Odenhausen an der Lahn gefeiert. Die Bundes­fahrt wurde nach Launsbach auf den 24. Juli ver­legt. Dem Turnverein Azbach konnte für das Jahr 1911 das Bundesturnfest zugesprochen werden. Die Neuwahl des Bundes- und Turnausschusses ergab fast keine Veränderung. Für den Herbst ist ein Turngang, verbunden mit einem Bergfest in Aussicht genommen. Das Wetturnen bei der Turnfahrt soll für die Folge schon morgens beginnen. Für die Einzelwertungen wurden Tabellen an die einzelnen Ver­eine verteilt. Wie der Vorsitzende zum Schlusse betonte, so sucht der junge Bund einzig und allein das Turnen zu fördern und zu pflegen. Mit einem donnernden Gut Heil" wurde dies allseitig bekräftigt.

Lokales.

Gießen, den 22. Februar 1910.

Jahren in Darmstadt und Umgebung als conferencier" be­tannt und beliebt und wird sich auch hier Freunde erwer­ben.( Näheres durch Annonce in der G. 3.")

*)(* Französischer Vortrag. Deur con­ceptions de la vie humaine.( Zwei Begriffe des mensch= lichen Lebens): Victor Hugo und Maurice Maeterlinc" war das Thema, daß sich Dr. Lucien Thomas zu seinem Vor­trag, der im großen Hörsaal der Universität abgehalten wurde, gewählt hatte. Der Redner verstand es vortrefflich, an den Werken beider Dichter diese Lebensauffassung zu zeigen, denn beide kämpfen mit fremden Anschauungen. Ganz besonderen Beifall dürften u. a. die Zitate aus der Hernani" Victor Hugos und der Monna Vanna" Maeter lincks gefunden haben.

*)(* Zugverlegung. Da der von Gießen nach Nidda abgehende Frühzug nicht den in Nidda vor Einlau fen des Gießener Zuges abfahrenden Zug nach Schotten erreichte, so hatte vor kurzem der Gießener Stiklub Win­tersport" ein Gesuch an die Eisenbahndirektion gerichtet, in dem um die Verlegung des Niddaer Frühzuges gebeten wurde. Dem Gesuch hat nun die Eisenbahn- Direktion mit der Wirkung vom 20. Februar ab stattgegeben. Der erste Frühzug nimmt also von nun ab den Anschluß vom Zuge 504( Nidda an 6.50 vorm.) auf und verläßt Nidda um 6.54 vorm. Ankunft in Schotten 7.38 vorm. Der zweite Frühzug fährt 7.46 vorm. von Schotten ab und trifft 8.30 vorm. in Nidda ein. Zur Sicherstellung des Anschlusses an Zug 503 nach Gießen wird dieser 2 Minuten später ab­fahren.

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Lesehalle- Verein Gießen.

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Mitglieder, um Verwechslungen vorzubeugen, besonders aus­merksam machen. * Der Gießener Ballspielflub 1904 hat in der letzten Spielsaison die Meisterschaft in der B- Klasse des 8. Bezirks des Westdeutschen Spielverbandes" mit der er­sten und der zweiten Mannschaft errungen. Aus diesem An­laß hielt er am letzten Samstag ein Winterfest, ver­bunden mit Siegesfeier, auf der Liebigshöhe ab. Die statt­liche Anzahl der Gäste bekundeten durch ihr Erscheinen ihr Interesse am Rasensport und an der Veranstaltung. Von Brudervereinen waren der Gießener Fußballtlub 1900", der ,, Verein für Bewegungsspiele" und der Frankfurter Fußball­klub Alemannia" und außerdem der Männerturnverein Gießen und der Ruderklub Hassia" vertreten. Für die Un­terhaltung war aufs beste gesorgt. Neben einem flott ge­spielten Theaterstück und verschiedenen komischen Vorträgen waren es besonders die lebenden Bilder, die allgemeinen Beifall erweckten; es wurden Momente aus dem Rasen- sport dargestellt. Nach Schluß des Programms folgte der übliche Tanz, der die Teilnehmer bis in die Morgenstunden zusammenhielt. Am Sonntag spielte die erste Mannschaft des Ballspielklubs gegen die erste Mannschaft des Frank­furter Fußballklubs Alemannia". Eine große Anzahl von Zuschauern umrahmten das Spielfeld und verfolgten das wollten die Gäste den Sieg mit nach Hause nehmen, denn Spiel mit sichtlichem Interesse. Anfangs schien es, als zu Halbzeit führten sie mit 2: 1 Toren, aber in der zweiten Hälfte legten die Einheimischen los und konnten noch 4 Tore buchen, sie siegten mit 5: 2 Toren. Nach Schluß des Spiels vereinigte man sich mit den Gästen zu einer Nach­feier auf der Germania".

-e Lesehalle verein. Gestern Abend hielt im Hotel Schütz der Lesehalle- Verein seine diesjährige Haupt­versammlung ab, welche von dem Vorsitzenden Geheimrat Dr. Haupt eröffnet wurde. Nach dem von ihm darge­legten Jahresbericht ist die Mitgliederzahl leider von 426 auf 406 gesunken. Nach dem Kassenbericht betrug die gesamte Einnahme in dem Jahre 1909 ein­schließlich Vermögensüberschuß 3173,78 Mt., von welcher Summe auf die Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen 1371 Mt., auf den Vermögensüberschuß von 1908 221,93 Mr., auf den Ueberschuß der Lesehalle 242 Mt., auf außeror= dentliche Einnahmen 1300 Mt., auf Geschente 38,85 Mart entfallen. Die Ausgaben erreichten die Höhe von Mt. 2840,18 Mt., die sich folgendermaßen verteilen. Für Be­soldungen 1572 Mt., für Inventar 31,20 Mt., für Zeitun­gen und Neuanschaffungen 494,58 Mt. und für die Buch­binderei 742,40 Mt. Within verbleibt ein Kassenbestand von 333,60 mt. Die Bibliothet erfreute sich einer steigen­den Benutzung und zwar wurden im Jahre 1909 27 749 Bände verliehen, während die Zahl der 1908 entliehenen Werke 27 496 und 1907 26 517 betrug. Die von der Ver­wahl des Geheimrats Dr. Haupt zum Vorsißenden und des ſammlung vorgenommene Vorstandswahl ergab die Wieder­Bibliothekars Dr. Fritsche zum Schriftführer, welche auch die Wahl annahmen.

** Straßenbahn. Die Weiterführung der Straßenbahn nach Wieseck und Klein- Linden wird bald durchgeführt. Die Vorarbeiten sind bereits im vollen Gange. Auch die Gemeinde Krofdorf gedenkt für den Anschluß an die Straßenbahn einen Jahreszuschuß von 5000 Mark zu leisten, um ihren Bürgern neben der von uns fürzlich er­wähnten geplanten Einführung der elektrischen Beleuchtung auch eine bequeme Verbindung mit Gießen zu verschaffen. stt: Stadttheater. Es sei darauf hingewiesen, daß Frl. Sybile Vane auch in der heutigen Dienstagabon­nements- Vorstellung die" Salome" geben wird. Ob noch eine weitere Aufführung des Wilde'schen Stückes sich ermöglichen läßt, ist sehr fraglich. Bemerkt sei auch, daß Direktor Stein­goetter für den erkrankten Herrn Daubal sowohl in Sa­lome", wie Mittwoch in Strandfinder" nochmals spielen wird. Am Freitag gelangt für den verdienten Ober= regisseur unlerer Bühne, Herrn Hermann Bak of das nach einem Dickens'schen Roman bearbeitete Lustspiel" lein Dorett" zur Aufführung. Sicher werden der Name des Benefizianten wie die Wahl des Stückes Anregung zu zahl­reichen Bestellungen geben.

Im Hinblick auf die gesunkenen Mitgliederbeiträge ist die Lage des Vereins eine ungünstigere geworden und auch der Umstand, daß sich der Verein hinsichtlich der Neuan­schaffungen von Büchern gegenüber dem Geschäftsjahr 1908 Beschränkungen auferlegen mußte,( Ausgaben für Neuan= schaffungen und Zeitungen 1908: 877 M., 1909 nur 494,58 Mart) tann als Beweis seiner ziemlich schwierigen Verhält nisse angesehen werden. Der Verein hat im abgelaufenen Geschäftsjahr leider keine Mitglieder erwerben können, welche größere Beträge stifteten, wenn auch die früheren Gönner es nicht an Spenden fehlen ließen. Hoffentlich wird der Verein bald durch eine größere Zuwendung in der Lage sein, die Kosten der Drucklegung des diesmalig besonders reichhaltigen neuen Kataloges bestreiten zu können. Die mit jedem Jahr wachsende Benutzung der Bibliothek zeigt ja so recht, daß immer weitere Kreise in den Werken der= selben ihre geistige Nahrung suchen und gerade deshalb muß es Pflicht eines jeden sein, die gemeinnützigen Be­strebungen des Vereins durch den Beitritt zum Verein zu fördern und aus diesem Gesichtspuntt heraus hoffen wir, daß in dem Geschäftsjahr 1910 dem Verein größere Er­folge und Zuwendungen beschieden sein werden.

* Vom Tage. Von einem seltsamen Glück wußten dieser Tage unsere Kleinen zu berichten, welche, wie immer dabei" waren, wo etwas los" war, denn wir Alten hät­ten als Stubenhocker natürlich nichts davon erfahren können. Also: die gerade ihr Stiftungsfest feiernden Studenten hat­ten infolge ihres jedenfalls ganz hervorragenden Magne­tismus natürlich auch ihre Anziehungskraft auf unsere Klei­nen wirken lassen, schade nur, daß die kleinen Gernegroße den etwas bierseligen Brüdern Studio auf ihrer Reise durch die Straßen lästig wurden und daß selbst der überzeugend­ste Stoßseufzer der Bierlaune die ungebetenen Gäste nicht verscheuchen konnte. Aber halt! Gift gegen Gift, nur natür­lich nicht tödlich, so zuckte es plötzlich durch den nicht ge­rade sehr hellen Kopf des einen der Jünger der Wissen schaft. Sicherlich würde sich die große Anziehungskraft durch einen Gegenmagneten aufheben lassen. Gesagt, ge= tan! Schon in der nächsten Minute war dieser Gegen magnet in Gestalt gewisser Geldmünzen gefunden, welche in anerkennenswerter Weise sofort unseren Kleinen die Mög­lichkeit zur Entfernung boten.

*)(* Der Zug der Zeit. Das Stadtbild in der Umgebung des Stadttheaters hat gegenwärtig ganz bedeut­end durch das an dem Ausgang der Neuen Bäue und des Neuenwegs errichtete Cafe des Cafetier Rath gewonnen, das einen Kostenauswand von über 200 000 Mt. verursacht hat. Die Eröffnung der großartigen Restaurationsräume dürfte jedenfalls an dem 1. März stattfinden.

* Französischer Vortrag. Donnerstag, den 24. ds. Mts., hält abends Uhr im großen Auditorium der Universität Monsieur Jules Berryer, Professor de francais, Direkteur du cercle francais de Darmstadt, einen Vortrag in französischer Sprache. Er hat drei Themen ver­einigt: Le theatre francais a travers les ages.- Les sports antiques et modernes en France.- Voyage a tra­vers la Belgique." Der Vortrag wir durch Lichtbilder illustriert werden. Mons. Berryer ist schon seit einigen

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** Ein seltenes Vorkommnis ist einem jungen Kaufmann dieser Tage begegnet. Als derselbe näm­lich einen frischen Laib Brot anschnitt, fiel aus demselben eine größere Münze heraus. Ob dieselbe nun Eigentum des Käufers oder des Verkäufers ist, das möge anderweitig festgestellt werden.

*)(* Die Geschäftsstelle der Vereinigung der Künste in Hessen und im Rheingebiet befindet sich von nun ab in Gießen. Buchdruckereibesitzer Kindt ist der Bevoll= mächtigte, während die Schriftleitung nach wie vor in den Händen des Dr. Greiner- Jugenheim liegt.

p- Schlägereien. In vorletzter Nacht kam es in der Steinstraße zwischen jungen Leuten zu einer Schlägerei, wobei es blutige Köpfe gab. Auch in der Neustadt kam es dern mit einer blind geladenen Pistole( sog. Scheintod) in zu einem Streit, im Verlauf dessen ein Bursche dem an­Schußmannschaft ein und wurden Anzeigen erhoben. das Gesicht schoß und ihn verletzte. In beiden Fällen schritt

Aus Hessen und Nachbargebiet.

* Klein- Linden. Die vor wenigen Tagen ab' gehaltene Generalversammlung des Konsum vereins ergab ein recht erfreuliches Bild von der finanziellen Lage des Vereins. Die Einnahmen sind im abgelaufenen Ge­schäftsjahre auf nahezu 50 000 Mt. angewachsen und die Ausgaben sind nur um ein geringes gestiegen. Da der Ver­ein seit einem Jahre keine Schulden mehr besitzt, so konn­ten auch ohne Bedenken wieder 5 Prozent Dividende ge­währt werden. Die Mitgliederzahl hat sich nur um 2 ver­mehrt.

* Leihgestern. Zu der leßten Hauptversammlung des Mitteldeutschen Kaninchenzüchter- Verbandes hatten sämt liche Vereine außer Dutenhofen, Garbenheim und Waßen­born- Steinberg Delegierte gesandt. Der bisherige Vorstand wurde durch Zuruf wiedergewählt: 1. Vors. Werkführer Schmidt, Kinzenbach, 2. Vors. Gutsbesitzer K. Eckhardt, Laimbach i. Weiltal, Schriftführer Bauschreiber Weinandt, Klein- Linden und Kassierer Maurermeister Franz, Lützel linden. Aus dem Jahresbericht geht hervor, daß sich der Verband in den letzten Jahren start entwickelt hat. So sind wiederum drei neue Vereine gewonnen worden. Am näch­sten Sonntag findet eine Agitationsversammlung in Weylar statt, in der Herr Pannecke- Klein- Linden, sowie Herr Hahn­Weblar sprechen werden. Die 5. Bundes- Ausst ei t ung 1910 findet am 23., 24. und 25. April d. Is. in Allendorf an der Lahn statt. Die Vorbereitungen sind ge­troffen. Da sich der Verband so stark entwickelt hat, wurde einem Dringlichkeitsantrag stattgegeben und der Verband in 2 Bezirke eingeteilt. Mit den Vorarbeiten sind für den ersten Bezirk Herr Hahn- Wehlar und für den zweiten Be­zirk die Herren Schrader- Leihgestern und Pannecke- Klein­Linden betraut.

** Die Geschäftsstelle des Oberhessischen Obstbauver­eins zu Friedberg schreibt uns: In der leßten in Gießen unter dem Vorsitz des Grafen Oriola stattgehabten Aus­schußsißung namen u. a. Geheimrat Schönfeld- Schotten und Hölzing e r- Alsfeld teil. Als Vertreter des Land­wirtschaftstammer- Ausschusses für Oberhessen wohnte Herr Sekretär Schwarz bei. Nach eingehender Verhandlung des Punktes 1 der Tagesordnung: Ausscheiden des Kreises Büdingen aus dem Oberh. Obstbauverein", wurden folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Der Ausschuß bedauert die Stellung­nahme des Kreises Büdingen und die Bildung eines selb­ständigen Obstbauvereins im Kreise Büdingen. Er erachtet das Verhalten der Geschäftsstelle im allgemeinen für ge­rechtfertigt und kann in demselben keinen Grund für das schroffe Vorgehen des Kreises Büdingen erkennen. 2. Das Fortbestehen des Oberhessischen Obstbauvereins als Verein für die ganze Provinz erachtet er für dringend geboten und erflärt, daß diejenigen Mitglieder des Vereins, welche im Kreise Büdingen wohnen, nach wie vor voll bei den Ver­anstaltungen des Vereins berücksichtigt werden sollen. Troß der direkten Einladung war Herr Kreisrat Bo e ck= mann nicht erschienen. Alle Versammlungen und Veran­staltungen, welche vom Oberhessischen Obstbauverein aus­gehen, werden in den Zeitungen unter der Flagge: Ober­Hessischer Obstbauverein" veröffentlicht, worauf wir unsere

gleichen Maße erfüllt waren. Etwas sprunghaftes, unreises haftete der heutigen Gesamtdarstellung an; man wolle jedes Wort, jede Gebärde, jede Stellung des einzelnen dem oben angedeuteuteten Prinzip unterordnen, und vielleicht lassen sich dabei größere Wirkungen erzielen. Die Kostüme paßten in den Rahmen des Ganzen, bis auf das der Salome, dessen übermäßiger Perlenschmuck störend war, besonders für Besucher der vorderen Reihen. Die Dekorationen, neu an­gefertigt, will ich anerkennen, wenn auch für mein Em­pfinden die große Terrasse in Herodes Palast zu sehr in die Mitte der Bühne hineinragte. Der Stimmung entsprach ganz und gar nicht der zu helle Hintergrund, der unbe­Singt durch einen Nacht- Himmel ersetzt werden müßte; auch wirkte auf mein Stilgefühl die übermäßige starte Walddekoration( in dieser abendländischen Laubwaldaus­führung) störend. Den geringsten Wert hatte die Regie scheinbar auf Ausarbeitung und Anwendung von Licht= effekten gelegt. Das Bühnenlicht war während des ganzen Aftes viel zu hell; das Mondlicht aus der zweiten Kulisse dadurch in seiner Entfaltung und Wirkung gehemmt. Der Dichter hat nicht ohne Absicht am Schluß bemerft: Ein Strahl des Mondlichts beleuchtet Salome"; das ist doch nur in seinem ganzen Umfang möglich, wenn auf der Bühne ein gewisses Dunkel herrscht, das nach dem Verlöschen der Fackeln begründet ist. Aeußerst kläglich machten sich die 3 sogenannten Fackeln; oder sollte diese Sparsamkeit weise Symbolit vorstellen?

glaubte man dieses Sinnenweib, die wollüstige Grausam keit!. Nicht besonders günstig fann ich den Tanz der 7 Schleier beurteilen; ich habe ihn an einem kleinen Theater von einer Schauspielerin des Ensembles reicher und aus­gearbeiteter, als es hier geschah, ausgeführt gesehen. Auch schien mir das Sprunghafte, das nicht zu oft wiederholt sicherlich als Ausdrucksmittel des Wilden, Bestialischen, ge= steigert Sinnlichen berechtigt ist, die unruhige, hastige Be­wegung in immer denselben abgerissenen Linien nicht be­sonders gerade die sonst vorteilhafte Gesamtleistung zu er­höhen.

Man wird mir diese eingehende Erwähnung solcher Ein­zelheiten nicht falsch auslegen; vielleicht regen sie an, viel­leicht nicht! das Publikum hat den Schaden oder Nußen davon!

Die Rolle der Salome lag in den Händen eines Ga­stes: Frl. Sybil Vane's aus München, die sich ver­gangenen Dienstag bei dem hiesigen Publikum in den " Strandfindern" vorteilhaft eingeführt hatte. Was ihr am besten gelang an dieser schweren Rolle, waren die Aus­brüche der seruellen Dämonie, der sinnlichen, gierenden Lei­denschaftlichkeit; dem lockenden Klang der Worte, dem trampshaften Blick der Augen, den sprechenden Gebärden, den schmiegsamen Biegungen und Wendungen des Körpers

Worm 3. Zur Deckung des Oktroiausfalles im Betrage von 100 000 mt. ist eine Erhöhung des Preises der Theaterkarten, des Marktstandgeldes, des Schulgeldes, der höheren Töchterschule, der Schlachthausgebühren und der Fleischbeschaugebühren geplant. Diese Erhöhungen sollen rund 80 000 Mt. einbringen. Der Rest soll durch die Ein­nahmen aus der Besitzwechselabgabe gedeckt werden.

Noch zwei andere Gestalten fesseln in gesteigertem Maße unsere Au merksamkeit, Herodes und Herodias. C. Gühne ( Herodes) brachte im allgemeinen den Charakter dieses gie­renden, lüsternen Sinnenmenschen, der sich gewalttätig auf das Recht des Stärkeren stüßt, und doch feige! In den wilden, abrupten Leidenschaftsausbrüchen ging der Dar= steller wohl manchmal etwas zu weit; Herodes darf nicht brüllen, schreien, wie ein Tier, er muß rasen wie ein bald von seiner Angst, bald von seiner Sinnengier gehetzter Trun­

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* Darmstadt. Ein hiesiger Geschäftsmann hatte seinerzeit bei dem Landgericht in einem Prozeß ein Ge­schäftsbuch vorgelegt, in dem seine Ausstände ver­zeichnet waren. Troß wiederholter Reklamationen erhielt er das Buch nicht zurück, da es spurlos verschwu n- den war. Hierdurch war es ihm unmöglich geworden, die darin enthaltenen Ausstände beizutreiben, und er reichte da­her Klage gegen die Behörde ein, da sie dafür haftbar sei. Dieser Klage wurde nach längeren Verhandlungen im Prin­

Schwach fand ich die Herodias Elly Gühnes; schwach und zu weich im Eingang; stärker dagegen und bes­ser brachte sie den Charakter der in ihrer Rachsucht, ihrem Haß befriedigten Herodias zum Ausdruck.

ich wohl übergehen; es fiel mir auf, daß Paul Urban den T- Laut am Ende des Wortes so übermäßig stark hören ließ, wie z. B.( Reklam S. 10.): Wer ist es denn?", Wie heißt er denn?"," Woher kommt er denn?"-, ſo, daß jedesmal nach dem T- Laut eine merkliche Pause ein­trat.

Den Jochanaan hatte noch am Nachmittag Direktor Steingoetter selbst für Ferry Daubal, der abgesagt hatte, übernommen und als Propheten, der in gehobener Sprache hehre Worte verkündet, aufgefaßt. An einigen Stel­len, war das gesprochene Wort trop einer wohlklingenden Sprache und schön geformten Lautbildung nicht ganz deut­lich zu verstehen.

" Wenn die Regie für die nächste Aufführung auf Ein­zelheiten ein feineres Augenmerk haben will, so wird sicher­lich der Erfolg noch größer und berechtigter sein.

Den jungen Syrier, den Hauptmann der Leibgarde, spielte Karl Marx nicht ohne schwärmerische, glühende Leidenschaft für das dämonische Sinnenweib, das von seiner Macht auf alle Männer überzeugt, auch ihn lockt und ver­dirbt!

Die anderen Rollen, die nur dann zur Geltung kom­men und ihre Bedeutung im Rahmen des Ganzen erfüllen können, wenn sie sich fünstlerischen Bildern einfügen, tann

***

*

Der schlechte Ruf.

mit Auf fete" ma feinen Geh Nährwert.

Ein Rokokoscherz von Oskar Blumenthal. Kunst und Unkunst! Der etwas leichte, geistreichelnde Scherz des bekannten Autors in bekannten guten Reim- Ver­sen, unterhält, amüsiert. Hervorheben muß ich das präch­tige Spiel Edgar Paulys( Chevalier de Longueville; in Thoma's Moral erscheint eine Madame de Hauteville!); nicht minder gut waren 2 ore Scholz( Heraldine Bro­chard) und Fränzi Koch( Gräfin Robinot). Der un­geübte Liebhaber Henri von Brieur, der plötzlich durch seinen Sheim in den Ruf eines Don Juans" fommt, um die Frauen zu gewinnen, fährt dabei sehr unglücklich; er ver­abredet zwar drei Stelldichein und zieht sich in der ersten Sonne des schlechten Ruses schon zwei Duelle zu. Doch die gefährliche Situation löst sich in Wohlgefallen auf, er wird das Einmaleins der Liebe bei der Gräfin Robinot er­lernen. Karl Marx gab diese Rolle, Rudolf Gu= nolt den Marquis d'Orlimont, Erna Güldener die Marquise und Karl Volck den Labourdonnais.

Nicht vergessen will ich die schönen Rototofstüme. Das sehr gut besuchte Haus spendete nach jedem Stück reichen Beifall.

Ich will es nicht versäumen, an dieser Stelle noch= mals auf das neue Lustspiel Hermann Bahrs Das K on­3er t" hinzuweisen, das noch im Monat März zur Auf­führung gelangen soll; ich tue es jetzt schon, da ich leider darauf verzichten muß, bei der Aufführung zugegen zu sein. Hermann Franz Oktavio.

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