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Nr. 17.

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Expebition: Gichen, Seltersweg 83.

Freitag, den 21. Januar 1910

Gießener

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20. Jahrgang

Inserate: die 44 mm breite Betitgele 10 few, Reklame: 90 Beilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet

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Telephon- Anschluß: Gichen, Rr. 362.

Neueste Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszettung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen

Sizung der Stadtverordneten Gießens. bürgermeister wurde beauftragt, minderwertiges Land, sog.

Gießen, 20. Jan. 1910.

Die heutige Stadtverordneten- Versammlung, welcher im ganzen 30 Puntte zur Beratung vorlagen, wurde mit der Ausiosung von Schuldverschreibungen eröffnet, welcher dann die Vorlesung von Dantschreiben folgte, worauf Oberbür­germeister Me cum mitreilte, daß für das hierselbst ge= plante Ludwigdentm a i ein weiterer größerer Gel d- betrag gespendet worden sei, sodaß nunmehr die Hoffnung besteht, binnen turzem unsere Stadt um ein neues Dentmal bereichern zu können. Hierauf folgte ein auf die Errichtung von Fettschmelzen bei den hiesi gen Meßgern bezüglicher Beschluß, der den Meßgern rät, in Zukunst bei der Errichtung von Fettschmelzen bei der Stadtverwaltung um Erlaubnis einzulommen.

Puntt 3-11 waren Baugesuche. Dispens wurde erteilt den Gesuchstellern Löb Süß für die Marktstraße und dem Eugen Wallenfels für Moltkestraße. Abge­lehnt wurde der Dispens für das Baugesuch der Firma H. W. Rinn für die Marburgerstraße, das des Barbiers Tichy wurde an die Baudeputation zurücverwiesen und das der Firma Birkenstock u. Schneider befürwor tet. Dem Baugesuch des Wilhelm Reusch für den Sel­tersweg wird nichts entgegengestellt, nur muß er eine 1,90 Meter breite Einfahrt errichten lassen. Die Baufrist- Ver= längerung der Firma Eugen Kauffmann wurde bis zum 1. Januar 1913 ausgesprochen; das Gesuch des Gla­sermeisters Baum, um Anbringung eines Schautastens an seinem Hause in der Bleichstraße, wurde an die Bau- De­putation zurückverwiesen. Wirt Euler war um Befreiung der Einfriedigung seines Anwesens in der Hammstraße 15 eingekommen. Die Stadtverordneten lehnten das Gesuch ab, da man diese Straße einheitlich in Ordnung haben will. Befürwortet wird dem Karl Stückrat der nachdesuchte Dispens für Errichtung einer Holzhalle am alten Stein- bacherweg. Das Crtsstatut für Bebauung der Bergstraße, Gartenstraße, Moltkestraße und Hofmannstraße war vom Ministerium redaktionell geändert worden. Die Versamm­lung hatte nichts dagegen. Gegen dieses neue Ortsstatut für für die Gutenbergstraße erhebt nun Christoph Schmidt Ein­spruch, weil die dort zur Ausführung kommenden Wohn= häuser auf beiden Seiten vom Nachbargrundstück 3 Meter entfernt sein sollen. Schmidt hat dort einen in der Front 14 Meter breiten Bauplatz gekauft vor Einführung dieses neuen Statuts, auf dem er nach dem alten Statut ein grö­ßeres Wohnhaus hätte bauen fönnen als jetzt. Stadtverord­neter Ha u ba ch hält den Einspruch für berechtigt. Stadtv. Justizrat Grünewald verwahrt sich aber dagegen, daß das neue Statut durchbrochen wird. Die ganze Angelegen­heit wird darauf an die Bau- Deputation zurückgegeben. Punkt 18: Einspruch des Ostar Guttmann gegen den Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Frankfurter= straße, Main- Weser- Eisenbahn und Veterinäranstalt, rief eine lange Debatte hervor. Die Stadt will dort durch die­ses Gelände eine Straße durchführen, allerdings erst wenn die Notwendigkeit vorliegt und quasi den Bebauungsplan sich jetzt schon auf dem Papier sichern, damit dort Gebäude nicht planlos errichtet werden, die später außerhalb der Baufluchtlinie zu liegen kommen. Gutimann ist Eigentümer von zwei Drittel des in Frage kommenden Geländes, hat es also ganz in der Hand, wann dasselbe zur Bebau­ung verwendet wird; eine Schädigung seines Geschäftes, wie er in dem Einspruch angibt, kann nicht eintreten. Die Angelegenheit wird die Bau- Deputation nochmals beschäf tigen, da auch die Kündigung resp. Weitererhaltung seines Anschlußgleises eine gewichtige Rolle mitspielt.

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O.-B. Mecum hat von der Feldbereinigung mehrere Grundstücke gekauft, darunter eine 14 000 Quadratmeter große Wiese für 15 Mart, also 10 Pfennig pro Quadrat meter. Die Versammlung genehmigte diese Ankäufe. Hierbei fragt Stadtv. Justizrat Grünewald an, warum Feldbereinigungs.ommission alle Hecken beseitigen läßt, im Lahnfeld z. B. sei nicht eine einzige mehr vorhanden. Für den Vogelschuß, der der Beachtung wert ist, liegt eine solche

Stadttheater Gießen.

lottenmanöver."

die

Schwank in 3 Aften von C. Kraaz u. H. Stobiter.

Ein Schwank, in dem einem die alten, lieben oder nicht lie­ben Bekannten des Schwankensemble mieder begegnen, alle mit einem mehr oder minder für die Flotte begeisterten Patrio­tismus! Der Abwechslung wegen hat man die Landratten in Marineuniform gesteckt, Helgolands geschichtliche Mo­mente, Geschützdonner, Seekrankheit, fliegenden Holländer, auf dem Meere schwimmende Seifenkisten, sogar ein mo dernes Kriegsschiff( aus Theaterpappe und Leinewand) be­müht. Zwei glücklich liebende Paare, die sich schon vor der Ehe scheiden und noch" friegen", fehlen natürlich nicht und ebenso haben die Autoren dem polternden Alten feine unwichtige Rolle zugedacht, der vom Feind all dessen, was Marine heißt, zum Marineenthousiasten bekehrt wird.

An komischen Situationen fehlt es nicht und mit allen Mitteln und Mittelchen wird einzig darauf hin gearbeitet, - daß man lacht. Und man lacht und freut sich 2 Stun den gut hingebracht zu haben."

Ueber die vorgestrige Aufführung des Flottenmanöver" lasse ich dieses Mal einige Theaterbesucher für mich reden. Frau Doktor: Das habe ich Ihnen, liebe Frau Rat, schon immer gesagt, und mein Mann sagt das auch.- nicht wahr Gustav...

Herr Doktor: Ja, ganz wie Du sagst, liebe Frau! Frau Dottor: der alte A... und die frühere B... spiel­ten doch viel besser!

( Das ist wohl immer so!)

Frau Rat: Das mag sein, liebe Frau Doktor- ich finde, Fränzi Koch( Frieda Ilgen) und Elly N e y( Johanna,

Heckenvernichtung doch gewiß nicht im Interesse. Der Ober­

Unland von der Feldbereinigung zu kaufen und darauf Hecken anlegen zu lassen.

Der Geländeaustausch in der Marktstraße zwischen Schultheiß und der Stadt wurde genehmigt, der Quadrat­meter ist mit 260 Mark bewertet worden. In der Nordan­lage, am Stadtringgraben, wo auch Geländeaustausch und Verkauf mit der Stadt und Anliegern erfolgt ist, wurde der vornan gelegene Quadratmeter mit 30 Mart und da­hinter mit 15 Mark verrechnet. Die Versammlung geneh­migte die Geländeveräußerungen resp. Anfäufe.

Die beiden Punkte 24 und 25 betrafen Haftpflicht- und Mobiliarversicherung. Für die Haftpflicht hat die Stadt seit einigen Jahren jährlich 2000 M.. zu einem Fond zurückge­legt, also eine Art Selbstversicherung ausgeübt. Diese Ein­richtung hat sich nach den Angaben des Oberbürgermeisters bewährt. Es möchte darum diese Einrichtung nicht nur für die Haftpflicht weiter bestehen bleiben, sondern auch noch auf die Mobiliarversicherung ausgedehnt werden. Die Stadtv. Haubach und Winn wollen die Haftpflicht einer Ge­sellschaft übertragen wissen, während besonders Stadtv. Krumm für Selbstversicherung eintritt. Mit großer Ma­jorität wurde die Selbstversicherung auch für die Mobiliar­versicherung beschlossen und sind dafür jährlich 4000 Mt. zurückzulegen. Stadtv. Justizrat Grünewald äußert sich hierbei, daß die jetzt bestehende städtische Feuer­wehreinrichtung mit der Entwickelung der Stadt nicht gleichen Schritt gehalten habe. Er teilt mit, daß bei einem fürzlich gewesenen Kellerbrand, der das ganze Haus und dessen Einwohner sehr gefährdete, erst nach einer Stunde die Feuerwehr zur Stelle gewesen sei. Oberbürgermeister Mecum tommt anschließend daran auf seine früheren Vorschläge zurück, das sind elettrische FeuermeL dung, Erbauung eines größeren Feuerwehr- Depots mit Wohnungen für 2-4 Feuerwehr- Familien und Pferdestall­ung. Dieses neue Feuerwehrdepot lönnte auf der früheren Euler'schen Besißung, jett Eigentum der Stadt, sehr prat­tisch mit dem städtischen Wagenpart vereinigt werden.

Im nächsten Punkt wurde für die höhere Mädchenschule die Anstellung eines Lehramtsassessors mit einem Höchstge­halt von 2700 Mt. beschlossen, da sich die Klassen zu Ostern um eine weitere vermehren. Desgleichen wurde für die­selbe Schule die Errichtung einer Selettatlasse, in der Eng­lisch, Französisch, Deutsch, Naturgeschichte und Kunstgeschichte gelehrt wird, genehmigt. Kosten entstehen für den Stadt­säckel dafür voraussichtlich nicht.

Zum Schluß der öffentlichen Sizung wurden die Wirt­schaftsgesuche des Otto Rühl für Walltorstraße 33 und des Johannes Steinhauer sen. für Ludwigstraße 55 befürwor tet.

Lokales und Provinzielles.

= r Der Reichsbantzins fuß ist nach einer uns zugegangenen amtlichen Meldung auf 4% Prozent ermäßigt.

* Aus dem Parteile ben. Kommenden Sams­tag und Sonntag findet der 5. Parteitag des süd­westdeutschen Verbandes der freisinnigen Volfs= partei in Wiesbaden statt, und zwar Samstag, den 22. d3. Mts., abends 8 Uhr: Vorbesprechung des Par­teiausschusses, daran anschließend gesellige Vereinigung mit Damen. Sonntag, den 23. d3. Mts., vorm. Uhr: Vertrauensmännerversammlung. An dieselbe schließt sich ein gemeinschaftliches Mittagessen und nachmittags Uhr eine öffentliche Versammlung. Die Zusammenfünfte finden im Saalbau der Turngesellschaft, Schwalbacherstraße 8 statt. Zu der Vertrauensmännerversammlung haben sämtliche ein­geschriebenen Mitglieder der Partei Zutritt.

!!! Reform der preußischen Klassen­lotterie. Eine Aenderung in dem System der preußi­schen Klassenlotterie wird It. Berl. Tagebl." erwogen. Die Lotteriedirektion soll beabsichtigen, erstens eine durchgreif­ende Aenderung im 3iehungsmodus einzu­

Nichte von Ilgen) spielen reizend! Finden Sie nicht liebe Frau Doktor?

Frau Doktor: O- ja! Doch haben Sie die Toiletten gesehen?

Frau Professor( hinzukommend): Die Toiletten, sagen Sie das auch? Und der kleine Seetadett( P. Urban) ist doch wirklich köftlich!

Frau Rat: Ich habe wirklich Tränen gelacht; ach Gott, wie der arme Junge auch abblißen muß. Frau Prosessor: Was sagen Sie nur zu dem Seifenfabri­

tanten Flgen; Hermann Norden ist doch wieder gött­lich. Wenn er mit den Akazien" kommt. Frau Doktor: Ich habe ja so entseb ich lachen müssen, wie er auf die Seehundjagd geht und glaubt, den Ameri­faner( Rolf Guno It) erschossen zu haben! Frau Rat: Rudolf Goll( als Journalist) spielt aber auch ganz gut; mir gefällt er immer sehr. Frau Professor: Aber meine liebe Frau Rat, das können Sie doch nicht anders sagen, daß Ferry Daubal ( a.s Fockes) und Lore Scholz( als Nite) wirklich einzig gespielt haben. Wie sie das Quecksilber von Wirt ( Edgar Paul y) mit ihrer Berliner Muttersprache är­gert..

Frau Doktor: Einfach prächtig! Frau Rat: Aber, liebe Frau Doktor, ich weiß noch wie heute.... als vor sechs Jahren....

Nun hörte ich einige der wohlbekannten Vergleiche mit früheren Kräften und die Bilanz, wie immer: das frühere Ensemble war selbstverständlich viel besser.

Warum? Das sollte ich auch hören: die guten Kräfte gehen eben weg und die weniger guten bleiben!

Ach so!- daran habe ich noch gar nicht gedacht. H. F. O.

juhren. Es soll das sogenannte 3 weiseriensystem zur Anwendung kommen. Durch die Einführung des Zwei­seriensystems würde die Hälfte der bisherigen Losnummern der wegfallen. Zweitens soll eine Vermehrung Lotterielose stattfinden.

-b- Gießen. Bei dem am 18. und 19. Januar statt­gefundenen Viehmarkte waren aufgetrieben 1499 Stück Rindvich, 197 Schweine. Der nächste Marit findet am 1. und 2. Februar d. Js. statt.

* Gießen. In die Klinik wurde vor kurzem ein schwerverletter Holzhauer aus Bleidenrod gebracht, der beim Holzfällen im Wald von einem stürzenden Baum getroffen

wurde.

* Butzbach. Die Beigeordnetenwahl wurde auf Freitag, den 28. Januar, festgesetzt, In nichtöffentlicher Sigung hat der Gemeinderat Beschluß gefaßt, daß die Ent­scheidung des Kreisausschusses betres der Bürgerme i- ster wahl im Interesse der Austlärung der Bürgerschaft, veröffentlicht werden könnte. Seit geraumer Zeit machen Hausierer mit höchst minderwertigen Stoffen verschiedenster Art die Dörfer des Vogelsberges und der Wetterau unsicher. Vor dem Treiben solcher Leute sei eindringlich gewarnt. es 25 * Darmstadt. Am 18. Januar waren Jahre, daß der Vorsitzende des Kriegervereins, Hauptmann a. D. Waldecker, dem Vorstand angehörte. Er hat mit dieser langen Zeit mit großer Umsicht, Energie und weitschauendem Blick die Interessen des Krieger- Ver eins zu wahren gewußt und es auch meisterhaft verstanden, das Wachstum und Gedeihen des Vereins zu fördern und tameradschaftliche Gesinnung zu pflegen.

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Darmstadt, 17. Jan. Die neue Trinter­heilstätte Burgwald bei Niederramstadt wurde am Samstag in Anwesenheit von Regierungsvertretern und der Vertreter verschiedener Korporationen ihrer Bestimmung über­geben.

* Groß- Umstadt, 18. Jan. Auf Anregung des Kreisrates Dr. Kraz und des Schulrates Gunderloch von Dieburg und nach einem Vortrag des Oberleutnants a. D. Lotheißen und des Kolonnenfahrers Vogel von Darm­stadt wurde hier ein selbständiger Zweigverein des Roten Kreuzes und eine Freiwillige Sanitätsiolonne gegründet. Die Leitung des Zweigvereins Groß- Umstadt hat Haupt= lehrer Maser übernommen; Kolonnenführer wurde Stadt­rechner Holzapfel. Die Versammlung war von nahezu 200 Männern von hier und aus der Umgebung besucht."

* Wezlar, 20. Jan. Ein sehr bedauerlicher Un= glücksfall hat sich am vergangenen Freitag gegen Mit­tag in einem Steinbruch in der Nähe des Bismarckturmes ereignet. Der 61jährige Steinbrucharbeiter Lambert Gladen aus Ehringshausen wurde von einem a b stürzenden großen Steine niedergeworfen und so schwer verlegt, daß er nach wenigen Minuten verstarb. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und mehrere, allerdings durchweg erwachsene Kinder.

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Fechenheim, 20. Jan. Die Frankfurter Ma­schinenfabrik von Ph. Mayfarth u. Co. hat hier auf der Maintur ein großes Fabrikanwesen erstehen lassen, dessen baupolizeiliche Abnahme gestern erfolgte, sodaß der vollständige Betrieb der Firma in diesen Tagen hierher verlegt wird. Die Firma gedenkt hier ihr Unternehmen auf ungefähr 1200 bis 1500 Arbeiter zu vergrößern.

* Wiesbaden, 19. Jan.( Von dem Zusammen­bruch der Nassauischen Bant.) In der Nachmittagsverhand­lung er lärt der Sachverständige Papier, der auch dem Gläubigerausschuß angehört, daß die Schwierigkeiten für die Nassauer Bant darin bestanden, daß sie sich allzu start engagiert hatte und leichtsinnig Kredite an Leute zum Spe fulieren gab. Nach den sehr eingehenden Plaidoyers des Staatsanwaltes und der Verteidiger fällte das Gericht in vorgerückter Abendstunde folgendes Urteil: Pflüger wird freigesprochen, Lemmerz und Eccardi er­halten je eine Geldstrafe von 1000 Mt. wegen Vergehen gegen§ 313 des Handelsgesetzbuches. Im Nichtvermögens­jalle tritt für je 10 Mt. 1 Tag haft ein. Die Kosten fallen den beiden letzteren Angeklagten zur Last, im Falle Pflü­ger übernimmt sie die Staatstasse.

* Wiesbaden, 19. Januar.( Von dem Zusam Der zweite Verhand­menbruch der Nassauischen Bank.) lungstag beginnt mit der Vernehmung des Konkurs- Ver= walters Rechtsanwalt Bickel- Wiesbaden, nach dessen Aussagen die Forderungen 1 106 228.27 Mif. im ganzen betragen, davon bestritten 712 000 Mt. Seiner Ansicht nach werden voraussichtlich 0,20 Proz. verteilt werden. Ferner erblickt er den Grund des Zusammenbruches darin, daß dem Vorstandsmitglied Theodor Jacob- Wiesbaden Geld aus distontierten Wechseln für Spetulationszwecke übergeben wurde. Der zweite Zeuge, Handelstammer- Sekretär Rein­hold Mer both sagte aus, daß er die erforderliche Ein zahlung von 125 600 Mart bestätigt gefunden habe. Nach dieser Zeugenvernehmung schritt man zur Vernehmung des ersten Sachverständigen Bücherrevisor Joh. Sch mi z. Seinem Gutachten nach ist die Buchführung feine fach und sachgemäße. Das entschuldigte der Vertre ter Rechtsanwalt Mayer- Frankfurt damit, daß eine solche bei der Kölnischen Volksbant, bei welcher Lemmerz gelernt habe, eingeführt war. Heute nachmittag wird mit den Plaidoyers begonnen, so daß voraussichtlich heute abend das Urteil zu erwarten ist.

Redaktion, Druck und Verlag von Albin Klein,

Gießen.

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