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Panther Stiefe
prechender Bilder.
* Plockstr. 12
es Schlagerprogramm.
r humoristisch. Sensationsdrama. Kunstfilm.
Gefahr für die Mennematographie.
und sein Kind, ordamerik. Küste.
in finstrer Mitternacht.
Zweites Blatt № 45.
Gießener Zeitung
Der heutigen Nummer der„ Gießener Zeitung" liegt das illustrierte Blatt ,, Neue Lesehalle" bei.
Gemäldeausstellung Gießen.
Die diesmalige Gemälde Ausstellung wird sich der vorigen inbezug auf Reichhaltigkeit und fünstlerischen Wert ebenbürtig an die Seite stellen tönnen. Waren in der letzten Ausstellung Künstler wie Thiele, Douzette, Eberle und Mohr vertreten, so hatte der Kunstverein diesmal seine Räume mit Werken von nicht geringeren Talenten versehen. Namen wie Austen Brown, Kricheldorf- München, Scheuerer- München werden sicherlich das verdiente Interesse finden und auch die Schöpfungen unserer Gießener Malerin Frl. Dingeldein werden nicht verfehlen, manches Auge auf sich zu ziehen.
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Austen Brown London ist ein Künstler, der es so recht versteht, seine Gestalten gleich dem Helldunkelmaler Rembrandt in martigen Zügen aus dem Dunkel des Hintergrundes herauszuheben. Seine Frauenbildnisse im besonderen lassen deutlich seine tiefe Empfindung und seine große Technit erkennen, denn gerade die in diesen Bildnissen lebende Poesie der Farbenstimmungen ist es, welche von einer wahrhaft bewunderungswürdigen Auffassung zeugt. So entzückt seine Schöpfung Portrait in Red and Green" namentlich durch das zarte Rot des Frauenantlibes, das scharf aus dem dunklen Hintergrund hervortritt und dadurch noch mehr an Reiz gewinnt. Die große Technit des Malers gelangt ferner ganz besonders in den schillernden Falten des grünen Sammettleides zum Ausdruck, das der Künstler in äußerst feinsinniger Weise wiederzugeben wußte. Die gleichen Vorzüge bestßen auch die anderen Frauenbildnisse. Die übrigen Bilder des Künstlers huldigen mehr einer impressionistischen Auffassung und dürfen deshalb wohl etwas weniger gefallen. Es wäre sehr zu wünschen, daß sich Austen Brown der Helldunkelmalerei noch mehr als bisher widmet, denn gerade dieses Gebiet ist es, in dem seine Runft bewährt hat.
Ein nicht minder großes Talent ist richeldorf= München, der ein treffliches Genrebild Toilette" ausgestellt hat. Dieses Gemälde ftellt ein vor dem Spiegel sißendes junges Mädchen dar, daß gerade mit seiner Toilette beschäftigt ist. Das Werk spricht namentlich durch die treffliche Wiedergabe des Mädchenantlißes an, das in seinen blühenden Farben jeden Beschauer fesseln wird. Diese Farbenharmonie ist in nicht geringerem Grade den den Hintergrund ausfüllenden Zimmerwänden eigen, welche in ihren roten und goldenen Mustern einen ebenso großen Vorzug des Gemäldes bilden. Diesen vortrefflichen Eindruck, den das Bild auf den Beschauer ausübt, dürfte in jeder hinficht das reizvoll ausgeführte Gold des Spiegelrahmens im Verein mit der ftilvollen Behandlung der Gewandung des jungen Mädchens vervollständigen. Ganz sicher wird das Wert durch seine mannigfachen Reize auch dem strengsten Beurteiler Anerkennung abringen können.
Auch einige schöne Schöpfungen der Miniaturmalerei verdienen noch besondere Erwähnung. So sind auf der Ausstellung zwei niedliche Miniaturbilder von Scheuerer- München vertreten, welche das Leben auf dem Hühnerhof schildern. Die geradezu einzigartige in mancher Beziehung an Rubens erinnernde Farbenpracht, die bis in bas fleinste genau durchgeführte Zeichnung und nicht zum mindesten auch das Leben, daß dem Beschauer aus diesem Hühnerhof entgegenlacht, geben dem Gemälde jenen Reiz des Ursprünglichen und jene Anmut, welche man bei so vielen Schöpfungen sonst meistens vergebens sucht. Dieses Gebiet der Malerei beherrscht in ebenso vollendeter Weise Gersdorf- Röthenbach- München, der seinen winzigen Gestalten nicht minder gut Leben abzugewinnen weiß. An dieser Stelle verdient auch Emma ha i m ft et genannt zu werden, deren Alpenlandschaften ganz besonders durch ihre stille Schönheit ansprechen. Namentlich ihr Gemälde Hinterbären Jm wilden Kaiser" gefällt durch die stilvolle Behandlung des dunden Grüns der im Vordergrund Selters befindlichen Fichten, wozu sich als ein zweiter nicht minweg 58 der großer Vorzug die treffliche Schilderung der Alpennatur gefellt, alles Reize, die das Gemälde ganz besonders an= ziehend machen.
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1)
Die Freundinnen.
Originalroman von Frene v. Hellmuth. Nachdruck verboten.
I.
Ungewöhnlich frühe zog der Herbst ins Land. Die große Size und Trockenheit des vergangenen Sommers war schuld daran, daß die Bäume schon halb entblättert Dastanden, obwohl man sich noch im Monat August be fand. Und noch immer zeigte sich kein Wölkchen am tiefblauen Himmel, flimmernd lag der Sonnenschein auf der Buchenwäldern begrenzt war. Die ringsum herrschende Ruhe wurde plöblich durch herannahendes Räderrollen un
tlastung des Rechnet Staubigen Landstraße, die rechts und links von dichten
Anträge: Vergebu terbrochen. In schlankem Trabe fuhr ein eleganter, reizenLieferungen; die elder, von zwei zierlichen Ponys gezogener Wagen dahin.
len 1910.
Der Vorstand.
Teppicha,
Divans
essens
14/16
In demselben saß eine anscheinend noch sehr junge Dame. Das aus weißem Loden gefertigte Kostüm verriet auf den ersten Blick den feinen Geschmad seiner Trägerin. Sie Tenkte das Gespann eigenhändig und wie unschwer zu erfennen war, machte ihr dies riesig Spaß, denn
Expedition: Gießen, Seltersweg 83.
Von den ausgestellten Werken der Gießener Maler dürften wohl die weitgehendste Beachtung die Arbeiten Fräulein Dingeldeins verdienen. Diese Künstlerin sucht ihre Motive mit Vorliebe in der anspruchslojen, hehren Schönheit der Stilleben. Ihre Fliedergruppe wird sicherlich durch ihre mannigfachen Vorzüge sofort dem Auge des Beschauers gefallen. Dieser stilvolle Farbenton, den das Geschick der Malerin den roten und braunen Blüten zu geben wußte, diese vollendete Schattierung und nicht zuletzt auch die tiefe Empfindung für die Reize der Natur verdienen es, die Allgemeinheit auf diese Malerin aufmerksam zu machen. Frl. Dingeldein ist eine ganz beachtenswerte Künstlerin, die uns mit diesem Stilleben von neuem einen Beweis ihres Könnens erbracht hat, welcher sich den früheren Arbeiten ebenbürtig zur Seite stellen kann.
Lokales.
19. Gießen, März 1910. ** Vom Hofe. Staatsminister Dr. Ewald und Gemahlin, sowie Frau Geh. Kommerzienrat Gail aus Gießen nahmen am 15. März an der Frühstückstafel im Neuen Palais teil.
1*
Die Mathildenstiftung für Oberhessen. Nach dem Voranschlag der Mathildenstiftung für Oberhessen sind für das Jahr 1910 etwa 1500 Mt. vor- handen, welche zu wohltätigen Zwecken verwendet und womit in erster Linie die in der Provinz bestehenden Kleinfinderschulen bedacht werden sollen. Es werden hiernach die Vorstände solcher Schulen, für welche eine Subvention gewünscht wird, aufgefordert, ihre des fallsigen Gesuche, mit welchen eine möglichst ausführliche Mitteilung über Ausdehnung, Mittel und Bedürfnisse der betreffenden Anstalt zu verbinden ist, bis zum 1. April lf. Is. an den Vorstand der Mathildenstiftung für Oberhessen in Gießen gelangen zu lassen.
* Frauen- Studium. Nachdem jetzt auch Mecklenburg- Schwerin den Frauen das Recht der Immatrikulation in Rostock verliehen hat, fännen an allen deutschen Universitäten und technischen Hochschulen Frauen als Stu dierende und als Hörerinnen zugelassen werden. Im gegenwärtigen Semester sind 1856 Frauen an deutschen Universitäten immatrituliert gegen 1409 im Sommersemester. Daneben sind 1928 Frauen als Hospitantinnen zugelassen, gegen 1104 im Sommersemester.
* Die Eisenbahndirettion Frankfurt a. M. gibt bekannt, daß die zur Beförderung fommenden Vorzüge als solche für die Reisenden und das sonst beteiligte auf den Bahnsteigen anwesende Publikum besonders fenntlich gemacht werden sollen. Aul allen Stationen sind deshalb zu den Vorzügen auf den Bahnsteigen Standschil der mit der Aufschrift„ Vorzug" aufzustellen. Auf allen Stationen, auch da, wo ein Abrufen in der Regel nicht mehr stattfindet, ist zu den Vorzügen abzurufen und dabei besonders darauf aufmerksam zu machen, daß die Benubung der Vorzüge wegen der sicheren Erreichung der Anschlüsse für die Reisenden von Vorteil ift.
tt Stadttheater.
Am Palmsonntag werden dem Charakter des Tages entsprechend zwei ernste Stücke gegeben: nachmittags" Narziß" und abends Tantris der Narr" mit Herrn Hans Baumeister vom Großh. Hoftheater Darmstadt als Gaft. Zu letterem Stück haben Gutscheine Gültigkeit. Auf das am Montag, den 21. März( außer Abonnement) stattfindende Benefiz für Herrn Rudolf Goll sei besonders hingewiesen. Der beliebte Bonvivant unserer Bühne hat zu seinem Ehrenabend das seit Jahren hier nicht gegebene beliebte Lustspiel„ Der Veilchenfresser" erwählt, in welchem er die Rolle des Viktor Berndt geben wird.
== Durchgangszüge. Die Eisenbahnverwaltung hatte vor einiger Zeit ein Gesuch verschiedener Gießener Bürger erhalten, welches um die Einlegung von Dsirch- gangszügen von den mittelrheinischen Städten nach Gießen bat dergestalt, daß die betreffenden Züge ihren Weg über Homburg v. d. H. und Bad Nauheim nehmen. Der Eisenbahnminister war leider nur in der Lage, der Eingabe in einem beschränkten Maße durch eine Verfügung zu entsprechen, welche bestimmt, daß die von Frankfurt kommenden Eilzüge in Bad Nauheim vom 1. Mai ab einen möglichst guten Anschluß nach Gießen finden. Die auf eine bestimmte Jahreszeit beschränkten Eilzüge werden außerdem ebenfalls von diesem Zeitpunkt ab das ganze Jahr hindurch verfehren und so im Verein mit dem Anschluu in Bad- Nauheim wenigstens für eine unmittelbare Verbindung der mittelrheinischen Städte mit Gießen sorgen.
all der Zeit faum verändert hatte, höchstens daß ein paar Striche auf der Stirn und um die Augen hinzugekommen waren, seit er das kleine Fräulein auf seinen Armen getragen, oder auf seinen Knien geschaufelt hatte. Er erinnerte sich noch genau an jene Beit: Wie war er vorsichtig umgegangen mit dem Kleinen Mädchen, als könnte er an dem herzigen rosigen Ding etwas zerbrechen! Als er das erste mal das zappelnde, in weiße Spißen gehüllte Kindchen auf seine Arme tragen durfte, war er nicht wenig stolz. Ganz verklärt schaute er auf das füße Gefichtchen, auf die großen, schwarz bewimperten Augen, die so flug in die Welt blickten. Er vermochte den Blick nicht davon abzuwenden. Und immer, wenn ihm das Kindermädchen zufällig in den Weg lief, ließ er seine Arbeit im Stich und bettelte:
Geh, gib mir unser Kleines ein wenig, es ist ein gar zu liebes, herziges Ding!"
Obwohl die Wärterin ihn darob stets einen alten Narren schalt ließ sie es doch immer gutmütig geschehen, daß er das Kind kurze Zeit hin und hertrug. Als die Kleine den Namen Maja erhielt, war der Alte ganz gerührt
sich oft lebhaft an dien hinter ihr libenden Dieie wandte und niďte zustimmend mit dem Kopf: te
Die Arme auf der Brust verschränkt, aufmerksam ieder Bewegung seiner jungen Herrin folgte, und öfters rief pie reizende Lenkerin des Gespannes mit der ganzen Naipität ihrer fiebzehn Jahre lachend:
Nicht wahr Friß, ich verstehe meine Sache ganz aus gezeichnet? Siehst du, wie ich die feurigen Tiere im Baum u halten vermag? Sie gehorchen jedem Wort von mir! 8 geht ganz famos! Ich freue mich bloß wegen Papa, er meinte, ich hielte das Kutschieren nicht fünf Minu en lang aus bei meiner quecksilbernen Natur. Du wirst mir bestätigen, wenn wir nach Hause kommen, daß ich anz allein, ohne deine Hilfe gefahren bin, nicht Friz? Da wird mein Papa schon Respekt bekommen!" Der Alte nickte feiner jungen herrin eifrig sut Ei gewiß werde ich das, Fräulein, gewiß!" Er schien bei der jungen Dame in großer Gunst zu tehen; fie unterhielt sich mit ihm wie mit einem lieben Belannten, Was Wunder auch! So lange lie denken konnte Tannte sie das gute, alte, runzliche Gesicht, das sich in
Ganz recht", sagte er, das paßt für unser Kleines, denn recht wie ein Maienröslein sieht es aus!"
Man neckte das heranwachsende Mädchen öfters mit feinem alten Bewunderer; denn wo er die zierliche Geftalt erblickte, hielt er mit der Arbeit inne und sah ihr nach, bis sie seinen Augen entschwand. Glückselig tat er alles, was sie von ihm verlangte und fügte sich in alle Launen des verwöhnten Troßköpfchens. Was in seiner Macht lag, tat er für dasselbe; Fräulein Maja war seine Augenweide und er trug die Bewunderung für fie offen zur Schau obwohl ihm das seitens der Herrschaft manchen Tadel eintrug:
Du bestärkst das Kind in seinem Eigensinn", schalt Majas Vater oft, wenn Friß den Fürsprecher machte bei ben findlichen Wünschen, die dem kleinen Fräulein aus Irgend einem Grunde versagt werden mußten.
Maja feste in den meisten Fällen ihren Willen durch War sie doch das einzige kind eines Mannes, der über ungezählte Reichtümer verfügte. Und er vergötterte das Mädchen geradezu. Der ausgedehnte Betrieb seines großen
Samstag,
den 19. März 1910.
-p- Von der Schule. Zwischen dem Ende des alten und dem Anfange des neuen Schuljahres erhebt sich für viele Eltern und Schüler die Frage: Was nun begin= nen? Manche Schüler sind durch Krankheit zurückgekommen, andere sind durch besondere Verhältnisse gezwungen wor= den, ihre Studien zu unterbrechen, und sind jetzt wieder in der Lage, sie wieder aufzunehmen. Alle diese jungen Leute finden in den Privatschulen, die durch ihre beschränkte Schülerzahl und ihre sonstigen Einrichtungen eine durchaus individuelle Behandlung ermöglichen, Gelegenheit, auf dem schnellsten Wege zu ihrem Ziele zu gelangen. Die„ Höhere Privatschule Darmstadt"( Vorsteher M. Rupp) hatte in der furzen Zeit ihres Bestehens( feit Ostern 1907) bei solchen Schülern schöne Erfolge zu verzeichnen. Mit der Anstalt ist im Interesse einer gedeihlichen Zusammenwirkung von Erziehung und Unterricht ein fleines Familienpensionat verbunden.( Näheres siehe Anzeige.)
* Kurse für Stotter er. Es dürfte trotz unserer aufgeklärten Zeit wohl faum ein zweites in das Leben des damit betroffenen so tief und rücksichtslos einschneidendes Leiden, wie das Stottern, geben. Herr Böser ist es nun gewesen, dessen Scharfblick das über diesem Leiden zurzeit noch schwebende Dunkel durch ein Korrektiv- Verfahren gelichtet hat, welches von der Annahme ausgeht, daß das Stottern auf eine unnatürliche Stimmbildung zurückzu führen ist. Die schier unzähligen Dankschreiben im Verein mit dem Rufe des Herrn Böser geben uns Anlaß, alle Stotternden auf die in jeder Beziehung so segensreichen Lehrkurse Herrn Bösers aufmerksam zu machen, die demnächst in Gießen stattfinden werden.( Näheres siehe Inserat.)
Aus Hessen und Nachbargebiet.
* Mainz. Bezüglich des Studenten Jos. Racke, der wegen der Ermordung seines Vaters und dreier seiner Geschwister zeitlebens in einer Frrenanstalt interniert werden sollte und der sich gegenwärtig in der Frrenanstalt zu Alzey befindet, erfahren wir, daß er einem raschen Ende
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Zu haben in den Cigarren- Geschäften.
Geschäftes brachte auch manche Aufregung und manche Unannehmlichkeit mit sich, so daß der rastlos tätige Mann manchmal mit verfinsterter Stirn sein elegantes Heim betrat, daß er verstimmt und ärgerlich im Zimmer auf und ablief. Wenn dann aber Maja sich zärtlich an ihn hing, die lachenden, von Lebenslust strahlenden Augen zu ihm aufschlug und innig bat: Lieber Papa, bitte, bitte, nicht ein so finsteres Gesicht machen! Du weißt, ich fann das nicht leiden! Schnell, schnell, die Falten auf deiner Stirn müssen verschwinden", dann war seine Gereiztheit wie weggeblasen..
Und wenn sie dann lobte:„ So, so ist es recht, Väterchen, siehst du, es geht, wenn man will," dann zog er das liebliche Mädchen wohl leidenschaftlich an sich und sagte: ,, Ja, du mein Sonnenkind, wenn ich dich nicht hätte, bei dir vergesse ich allen Aerger!"
So viel Macht Maja auch über ihren Vater besaß, dahin brachte sie es troßdem nicht, daß er sich ganz von den Geschäften zurückzog. Der Betrieb seiner Fabriken war sein Element, seine Lebensbedingung. Er konnte sich ein Leben ohne Arbeit einfach nicht denken. Durch die Arbeit war er zu Reichtum und Wohlhabenheit, zu Ehre und Ansehen gelangt, sie war ihm so zur Gewohnheit geworden, daß er sich ihr nicht entziehen konnte, ohne sich unglücklich zu fühlen. Ferdinand Reinau, Majas Vater war ein Mann in den besten Jahren. Das Geschäft hatte er von seinem Vater übernommen, und er brachte es durch Fleiß und Umsicht dahin, daß es bald zu den ersten des Landes zählte. Den größten Kummer bereitete es ihm, daß er feinen Sohn besaß, dem er einst die Leitung des weitberzweigten Betriebes übergeben konnte, daß einst Fremde da schaffen sollten, wo er mit Lust und Liebe stets gearbeitete und gesorgt hatte.
Freilich blieb ihm die Hoffnung, daß seine Maja sich dereinst einen Gatten wählen möchte, der die Fabriken in seinem Sinne weiterführte, aber mer konnte fagen wie sich die Zukunft gestaltete? Das eigenwillige Kind würde sicher nur dem Herzen folgen bei dieser Wahl, und einen Druck wollte der Vater auf keinen Fall auf seinen Liebling ausüben. Maja sollte glücklich werden, er wollte dazu beitragen, so viel in seiner Macht stand. ( Fortsetzung folgt.)


