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* Volksschulwesen. Das Großherzogtum Hes-| sen steht nach der letzten Statistik über den Stand des Volks­schulwesens bezüglich der Anzahl der Simultanschulen an der Spize aller deutschen Bundesstaaten. 90 Prozent, näm­lich 920 von 980 Schulen des Landes, sind simultan, nur 40 katholisch und 38 evangelisch.

* Von der alten Klinit. Demnächst werden sowohl die städtischen Verwaltungen wie auch das Poli­zeiamt nach der alten Klinik an der Liebigstraße verlegt werden. Die dadurch frei werdende Bürgermeisterei wird die Oberrealschule aufnehmen und damit ihrem ursprüng­lichen Zweck gerecht werden, da sie schon früher dem Un­terricht diente.

* Städtische Bautätigkeit. Die Neubau­ten für die Verwaltung des Elektrzitätswertes und den Schlachthof sehen nun ihrer Vollendung entgegen und er­halten nur noch die innere Ausstattung. Diese frühzeitige Fertigstellung der Gebäude ist im Hinblick auf die Lage in dem Baugewerbe zu begrüßen.

;=! Eine Neuerung wird gegenwärtig im Bereich der preußisch hessischen Eisenbahn- Ge= meinschaft und der Reichseisenbahn ausprobiert, die Bezeichnung der Wagentlassen mit arabischen Ziffern, anstatt wie bisher mit römischen Zahlen. Die neuen arabischen Zahlen sind weiß auf schwarzen Tafeln angebracht und sind sehr deutlich sichtbar; dadurch ist es ermöglicht, für alle Wagen gleichen Farbanstrich zu nehmen, was seit langem schon geplant ist.

!! Der preußische Kultusminister hat folgenden Rund­erlaß zur Kenntnis der Schulen bringen lassen:" Den jun­gen Leuten, die an einer der preußischen technischen Hoch­schulen Maschinen, Ingenieurwesen und Elettrotechnik stat­dieren wollen, wird, wenn sie Ostern die Reifeprüfung be standen haben, empfohlen, zunächst ein Halbjahr praktisch zu arbeiten und erst zu Beginn des Winterhalbjahres sich immatrikulieren zu lassen, das zweite Halbjahr der Wert­stättentätigkeit aber in den nachfolgenden großen Ferien abzuleisten. Die jungen Leute, die im Herbst die Schule verlassen, werden besser zunächst das ganze Jahr Werkstät­tentätigkeit durchmachen."

== Ueberfahren wurde gestern vormittag gegen 10 Uhr ein Monteur des städtischen Gaswerts auf der Kai­ser- Allee von einem Automobil der Hassia"-Gummiwerfe dahier. Der sehr schwer Verletzte wurde von dem Lenker sofort in das Automobil gehoben und nach der Klinik ge­bracht.

** Einbruch. In das Geschäft eines hiesigen Bä­ckermeisters erfolgte während der Abwesenheit des Inha­bers ein Einbruch, wobei den Dieben ein größerer Geld­betrag in die Hände fiel. Als bemerkenswert verdient hier­bei hervorgehoben zu werden, daß alle Umstände bei der Ausführung des Diebstahls auf einen mit den Verhältnissen vertrauten Dieb schließen ließen. Aus diesem Grunde dürf­ten die polizeilichen Nachforschungen in Kürze zu der Auf­flärung des Verbrechens führen.

* Diebstahl. Das in einem Hausflur der Plock­straße eingestellte Fahrrad eines hiesigen Bürgers war nach der Rückkehr des Eigentümers plötzlich verschwunden, so daß jedenfalls ein Diebstahl vorlag. Das Rad trägt die polizeiliche Nummer 4813. Die fortwährende Wiederkehr solcher Fahrraddiebstähle sollte alle Radfahrer davor war­nen, die

ungeschützten Orten stehen zu lassen.

sung. Da die kürzlich von einer

hiesigen Frau gegen einen Schuhmacher erhobenen Beschul­digungen, die, wie bereits gemeldet, zu der Verhaftung des Beschuldigten führten, sich nachträglich als wenig glaub= würdig erwiesen, wurde jetzt der Schuhmacher in Freiheit gesetzt!

-d- Warnung vor Heiratsschwindler. Vor furzer Zeit wandten sich verschiedene Auftraggeber von Auswärts an das Deutsche Detektiv- Institut Frankfurt a. M., Neue Zeil 53, um über Herren Auskunft einzuholen, zwecks Heirat. Auffallenderweise kam hierbei ein und die selbe Person in Betracht. Das Detektiv- Institut stellte nun eingehende Ermittelungen an, die sich sehr weit nach außen verbreiteten, z. B. Gießen, Darmstadt, Essen a. d. R., Krefeld, Bromberg und Soest i. Wests. Bei den angestell­ten Recherchen war dem Leiter des Bureaus, Herrn Deich­mann, sofort klar, daß man es mit einem Heiratsschwind­ler, oder mit einem Mädchenhändler zu tun habe und wur­den die Auftraggeber sofort gewarnt, um dieselben Schaden zu bewahren. Dieser Herr Heiratskandidat, titu­lierte sich als Doktor der Philosophie und gab an, an der Universität Gießen, sowie an der technischen Hochschule in Darmstadt Vorlesungen zu halten. Unter anderen wollte er Besißer eines großen Gutes in Bromberg, sowie Neffe eines reichen Fabrikbesizers in Essen sein, deren Geschäfte er in Kürze übernehmen müsse. Er verstand es, den Da men und deren Familie glaubwürdig zu machen, indem er durch Vorspiegelung alle Briefschaften und Telegramme nach Essen und Gießen senden ließ, in Essen nahm er im Hotel Vereinshaus vorübergehend Aufenthalt, wohin er auch

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Die Freundinnen.

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Originalroman von Frene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.)

Ein leises Lachen ließ den Sänger ausblicken, er stand jetzt direkt vor der Haselnußstaude. Doch unterbrach er feinen Gesang nicht. Alles war wieder still. Als er das Liedchen schloß mit der letzten Strophe:

Doch weiter bringt ihr nichts heraus und fragt ihr früh und spat

Es kraßt mir sonst die Augen aus,

Wenn ich noch mehr verrat-

Da rief es aus dem Haselbusch: ,, Kuckuck!"

Na, warte nur, du loser Vogel, ich glaube, ich kenne dich!" rief der junge Mann lachend.

Da tauchten auch schon zwei reizende, schelmische Mäd­chengesichter auf und wie aus einem Munde erflang der Ruf: Guten Tag, Herr Zipfel!"

Ueber Sylvias Gesicht flog eine tiefe Röte, als der Angerufene ihr lebhaft die Hand entgegenstreckte. Sie leg­te zögernd ihre Fingerspißen in die dargebotene Rechte. Dennoch fühlte sie den festen, innigen Druck, womit er ihre Finger umspannte.

Ich preise meinen guten Stern und betrachte es als ein günstiges Beichen, daß ich heute, am ersten Tage mei­nes Hierseins begegnet bin," begann er heiter.

Wie kommen Sie nur bet diesem schlechten Wetter da heraus?" fragte Maja.

Ich liebe den Wald leidenschaftlich, mein Fräulein. Wenn ich in eine fremde Gegend komme, so suche ich tm­mer zuerst den Wald auf."

,, Aber bei Regenwetter--?"

Ja, da gefällt es mir eben erst recht! Gerade das zieht mich an! So ein Gang durch den regentriefenden Wald

ach, wie das raunt und flüstert, ich tann gar nicht fagen, was ich da empfinde. Ich bin nun mal solch ein sonderbarer Schwärmer! Im Walde, in der grünen Wildnis, da fühle ich mich am wohlsten!

,, Was führt Sie denn aber in unsere Gegend?" forschte Maja weiter.

die Korrespondenz der Damen adressieren ließ, in Gie= en dagegen, wo er vollständig ohne Wohnung war, er­bat er sich in der Frankfurterstraße bei einer armen Fa­milie einen Briefkasten an deren Wohnungstür anbringen zu dürfen, auch dahin ließ er die Korrespondenz der Da­men senden. Hier tam er nachts angereist, entleerte den Briefkasten und suchte so schnell wie möglich wieder das Weite, hierdurch hatte er jeden Verdacht der Auftraggeber von sich gelenkt. In Essen sollte am 3. d. Mts. im Hotel Vereinshaus auf Veranlassung des Deutschen Detektiv In­stitutes die Verhaftung erfolgen, der Herr Doktor hatte aber, da er des Nachts nicht im Hotel nächtigte, Eſſen ver­lassen. In Gießen waren alle Maßregeln getroffen, die Verhaftung zu bewerkstelligen, welche ihn aber vorher in Frankfurt a. M. ereilte. Durch die schnelle und gewissen hafte Ermittelung des Deutschen Detektiv Institutes Frank­furt a. M., Neue Zeil 53, kamen die Auftraggeber mit einem überraschenden Schrecken, aber ohne finanziellen Scha­den davon.

Aus Hessen und Nachbargebiet.

* Großen Linden, 15. April. Mit der Er­bauung eines neuen Gemeindebackhauses wird gleichzeitig ein Volksbad eingerichtet. Die Heizungsanlage wird si eingerichtet, daß sie beiden Zwecken gleichzeitig dienlich sein kann.

Otto Schnabel im Gemeindewald erhängt aufgefunden. * Birklar. Hier wurde der 68jährige Landwirt

* Hochelheim. Schon seit alten Zeiten gilt die Käsebereitung in den Orten des Hüttenbergs als ein Haupt­erwerbszweig; zahlreiche Bewohner fanden hierdurch loh­nende Beschäftigung. Während ein Teil der Einwohner die erforderlichen Käsematten bis zu den Nachbarkreisen Bieden­topf und Marburg auftaufte und in Wagenladungen her zufuhr, brachten andere die begehrten Käschen zum Verkauf, meist nach Frankfurt. Infolge der ausgedehnten Milch= wirtschaft und besseren Buttergewinnung durch Zentrifugen ist dieser Erwerbszweig bedeutend zurückgegangen.

* Schlip. Sonntag, den 8. Mai, wird der Kaiser zu einem furzen Besuch des Grafen Görtz in unsere Stadt kommen.

* Friedberg, 14. April. Hier herrscht zur Zeit Aerztemangel. Es ruht die Privatpraxis in den Händen von 4 Herren, die ärztlichen Dienst außer in Friedberg selbst in Fauerbach, Ossenheim, Bauernheim, Dorheim, Schwalheim, Ochstadt, Ober- und Nieder- Rosbach und Ober­Wöllstadt versehen. Dieser Rayon umfaßt eine Seelenzahl von zirka 15 000 Bewohnern.

* Wehlar, 14. April. Die Kontrollversammlungen im Kreise Wetzlar finden in den Tagen vom 21. bis 29. April statt.

* Wezlar, 14. April. Bei dem Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für ein Kreis- Sparkassen- und Verwaltungsgebäude des Kreises Wetlar erhielt der Ent wurf des Frankfurter Architekten Adolf Schwarz den ersten Preis.

* Wetzlar, 14. April. In der jüngsten Sibung der Stadtverordneten teilte Bürgermeister von Zengen mit, daß nach einem Schreiben des Kriegsministeriums, alle Maß nahmen zur Förderung des Neubaues der Kaserne derart beschleunigt werden, damit die Verlegung der Unteroffizier schule von Biebrich nach Wetzlar bestimmt im Herbst 1912

fann.

* Wisselsheim. Seit kurzem arbeitet auf dem Gute des Herrn Leonhardt ein Motorpflug. Die Arbeits­leistung entspricht 26 Pferdekräften.

* Darmstadt, 14. April. Die Regierung hat dem Landtag den Entwurf einer Novelle zum Gesetz über die Fürsorgekasse für Beamten und Bedienstete der Landgemein­den und Kommunalverbände zugehen lassen. Die Abänder= ungen, die an dem seit 1. Januar 1909 in Kraft getre­tenen Gesetze vorgenommen werden sollen, bezwecken in er­ster Linie eine Erweiterung des Kreises der beitragsberech­tigten Personen. Zugleich sollen einige andere mehr for­male Vorschriften zweckentsprechend abgeändert werden.

Aus aller Welt.

* Homburg v. d. H. Die kaiserliche Familie wird voraussichtlich bis einschließlich 22. April hier verbleiben und am 23. April sich nach Schloß Urville begeben.

* Berlin, 14. April. Reichstagsabgeordneter Graf Oriola wurde, als er vor dem Reichstagsgebäude bei dem Ueberschreiten des Straßendammes einem Wagen der elektrischen Straßenbahn ausweichen wollte, von einem in entgegengesetter Richtung kommenden Straßenbahnwagen erfaßt, zwischen den beiden Wagen hin und hergeschleudert, und zu Boden geworfen. Er zog sich dabei eine Anzahl Verlegungen zu, die aber sämtlich leichterer Natur sind. Er konnte sich ohne Hilfe in das hiesige Palasthotel, sein Absteigequartier begeben.

Er zuckte die Achseln und zitierte halb ernst, halb scherzhaft:

,, Errötend folgt er ihren Spuren Und ist von ihrem Gruß beglückt. Das Schönste sucht er auf den Fluren, Womit er seine Liebe schmückt!"

Er blickte daber Sylvia an, die unter dem feurigen Strahl rasch die Augen senkte. Sie war wieder recht ernst und still geworden.

Es kommt mir vor," wandte sich der junge Mann direkt an diese, als ob Sie sich seit unserer leßten Be­gegnung sehr verändert hätten. Damals waren Sie ein lustiges übermütiges Kind, und heute sind Sie eine ernste junge Dame. Der herbe Zug um ihren Mund will mir gar nicht gefallen. Auch die Augen blicken ganz an­ders als damals. Ist Ihnen etwas unangenehmes be= gegnet?"

,, ia, sehr viel," entgegnete Sylvia, ohne den Blick zu erheben.

Maja fiel rasch ein: ,, Meine Freundin hat sich in der Zwischenzeit

Das letzte Wort blieb unausgesprochen, denn Sylvia drückte den Arm Majas so heftig, daß diese beinahe auf­schrie, außerdem bedeutete ihr eine heftig abwehrende Be­wegung, daß sie schweigen sollte.

Der Begleiter der jungen Damen schien den kleinen Zwischenfall nicht beachtet haben. Gedankenvoll schritt er neben ihnen her. End ich sagte er an Sylvias Be mertung anknüpfend:

,, Ach, das tut mir leid,- und darf man vielleicht wissen?"

,, Es ist fein Geheimnis wir haben bei dem Bu sammenbruch der Kreditbank unser ganzes Vermögen ver­loren!"

D, wenn es weiter nichts ist," lachte jener ,,, wo zu brauchen Sie denn Geld? Sie befizen Jugend und Schönheit, ist Ihnen das nicht genug?"

,, Leider wird man davon nicht satt"; erwiderte Sylvia bit ter. Sie schien noch etwas hinzufügen zu wollen, doch da begegnete ihr wieder so ein aufleuchtender Blick von borhin. Dies machte sie so verwirrt, daß sie fein Wort weiter hervorbrachte. Es war gut, daß sich in diesem

* Geislingen. Donnerstag nachmittag Uhr brach in dem Dorfe Böhmentirch im schwäbischen Oberamt Geislingen Groß- Feuer aus, das 80 Häuser in Asche legte. Das ganze Dorf zählt 330 Häuser. Die Ursache zu dem Brande ist das Spielen eines sechsjährigen Kindes mit Streichhölzern. Die Abgebrannten sind meist ganz arme Leute, die kaum mehr als das nackte Leben gerettet haben. Nur ein geringer Teil des Verbrannten soll versichert sein. abgewendet, indem zwischen den Gehilfen und dem Arbeit­* Würzburg. Der drohende Bäckerstreit wurde geberausschuß ein Tarif vereinbart wurde. Die Löhne der Bäckergehilfen betragen 16 bis 23 Mr., welche sich am 1. April 1911 um 50 Pfg. erhöhen. Als Vergütung für die Sonntagsarbeit erhalten die Gehilfen jährlich einen ent­sprechenden Urlaub.

( Berlin Landsberg a. W. hieß eine Rad­fernfahrt am 10. April, die mit dem Siege des Brenna­borfahrers R. Heinrich endete.

)( In Wiesbaden fand am 10. d. Mts. ein 50 Kilometer- Rennen statt, in welchem G. Kahlert auf der Marke Brennabor den ersten Preis erstritt.

Literarisches.

Novellen von Jda Davidson. Preis 2 Mart. Verlag der Hofbuchhandlung Josef Singer in Straß­burg in E. und Leipzig. Der dualistischen Erzählung: Aus den Alpen" liegt eine wahre Mitteilung der Wirtin des Mattenhoses" bei Interlacken zugrunde. Noch vor zwei Jahren war das jeßige große Hotel ein kleines, einfaches, aber sehr gutes Haus. Veilchen" tragen ihre Erklärung in sich selbst. Die Vorgänge sind einfach und erscheinen nur verwickelt, wenn es sich aufrollt, wie so manches unebene Zusammentreffen der Dinge kein zufälliges war. Der Name" ist eine Plauderei, wie ihn die Elster am Wald­wege vortrug. Vielleicht hat auch sie manch Körnchen Wahr­heit aufgepickt!

Gedichte von Ida Davidson. Preis 2.50 Mt., eleg. fart. Verlag der Hofbuchhandlung Iosef Sin­ger in Straßburg i. E. und Leipzig. Es sind eigen­artige, ganz persönlich empfundene Gedichte, die von einem tiefen Fühlen, einem gütigen, flugen Verstehen von Welt und Menschen singen.

Ans dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Gießen, 15. April 1910. Der in Gießen wohnhafte Bauführer Peter Neuzig aus München- Gladbach, der von seiner Frau geschieden ist, und mit einer Haushälterin zusammenwohnt, hat ein von der letzteren totgeborenes Kind, als von seiner geschiedenen Frau geboren, auf dem Standesamt angemeldet. Er wollte sich die Unannehmlichkeiten, die der Haushälterin und ihm selbst bei dem richtigen Eintrag entstanden wären, ersparen. Das Gericht erkannte wegen intellektueller Urkundenfälsch ung auf eine Geldstrafe von 100 Mt.

In einer Wirtschaft zu Bad Nauheim hat der Beigeordnete Hofmann von Dorheim erzählt, es sei ihm in der Untersuchungssache gegen den Bürgermeister Schudt von Dorheim durch den Untersuchungsrichter mitgeteilt wor­den, der Oberamtsrichter Süffert in Bad Nauheim hätte an Schudt geschrieben, er möge sich vorsehen und sich darnach richten, die Staatsanwaltschaft täme in den nächsten Tagen zu ihm und würde ihm die Akten abnehmen. Dieses Schrei ben sollte der Untersuchungsrichter vorgelesen haben. Trop Vorhalts der Gäste, blieb Hofmann dabei, daß ein solches Schreiben vorgelesen worden sei. Als der Oberamtsrichter von der Sache erfuhr, ließ er Hofmann kommen, der dann auch erklärte, er habe die ganze Sache aus der Luft ge­griffen; es sei fein wahres Wort daran, er nahm die Aeu­ßerung mit Bedauern zurück, leistete Abbitte und versprach dem Oberamtsrichter 100 Mt. für das Kinderhospital zu übergeben. Er kam aber dieser Verpflichtung nicht nach, sondern erzählte die Sache weiter, bis der Oberamtsrichter wegen Beleidigung Strafantrag stellte. In der Verhandlung vor der Straffammer, nach Vernehmung einiger Zeugen, erklärte Hofmann, er sei überzeugt, daß seine Angaben un­wahr seien, er bat um Verzeihung und erklärte sich bereit, 100 Mark für das Kinderhospital in Bad Nauheim und 100 Mark für den Verein zum Schutz der entlassenen Gefangenen zu zahlen. Falls innerhalb 4 Wochen die Bedingungen er­füllt sind, wird der Strafantrag zurüdgenommen.

Der Wagner Karl Suppes 3. von Eichelsdorf hat eine dem Landwirt Vöhl gehörige Egge und einen er an Vöhl eine Pflug mit nach Hause genommen, weil Forderung hatte. Das Schöffengericht sprach Suppes frei, weil er nicht rechtswidrig gehandelt hat, sondern sich nur einen Pfand wahren wollte. Auf Berufung der Staatsan­waltschaft tam die Strafkammer zur Verurteilung von drei Tagen Gefängnis, da feststand, daß er die Absicht rechts­widriger Aneignung gehabt hat.

Augenblick eine jubelnde, helle Kinderstimme vernehmen ließ. Die kleine Lilly stürzte mit dem Hufe: Tante Maja, liebe Tante Maja!" eiligst herbei.

Sie achtete veder der Baumwurzeln noch der Steine auf ihrem Wege, dashalb lag sie plöblich am Boden. Der Kopf schlug im Fallen hart an einen Baumstamm.

Maja sprang hinzu mit dem erschrockenen Rufe: Ach mein armer Liebling, hast du dir weh getan?"

Das Kind schüttelte zwar verneinend das Köpfchen, doch verzog sich der rote Mund schmerzlich, während die Augen sich mit Tränen füllten. Lilly suchte anscheinend gewaltsam den Schmerz zu unterdrücken.

Siehst du, das kommt von deinem wilden Tollen und Laufen", zürnte Lillys Vater, der rasch näher getreten war.

Nicht schelten, Herr v. Brandt, bat Maja fanft und drückte die Kleine innig an sich. Jeßt erst bemerkte sie; daß das Kind eine Haffende Stirnwunde davongetragen hatte. Das Blut siderte in großen Tropfen daraus her­vor. Maja preßte erschrocken ihr feines Battisttuch darauf, doch das dünne Gewebe war bald ganz durchtränkt. ,, Wir müssen rasch frisches Wasser haben", fagte das junge Mädchen ängstlich ,,, wo nehmen wir nur sol­ches her?" Ich muß eilen, mit dem Kind nach Hause zu kommen; glücklicherweise ist es nicht sehr weit", verseßte Herr v. Brandt.

Die anderen waren indessen hinzugekommen und die erschrockenen Gemüter mochten die Kleine nun ängstlich gemacht haben. Sie brach in bitterliches Weinen aus. Muß ich jetzt sterben, Tante Maja?" fragte sie in Häglichem Tone.

Nein, nein, mein Herzenskind", tröstete diese,;, bu mußt dich jetzt nur gleich ins Bett legen und ganz still liegen bleiben. Deine alte Kathrine macht dir dann talte Umschläge, und du wirst bald wieder gesund."

Aber dann kann ich ja gar nicht zu dir tommen," jammerte Lilly.

,, Nun, die paar Tage wirst du boch ohne Tante Mala sein tönnen?" warf Sylvia ein.

( Fortseßung folgt.)

Standesamt- N April 5. Großh. F

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H

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ter. 6. Bahnarbei 6. Schloffer Christina.

7. Schloffer

rie Johan 8. Diplom­gen eine

9. Kutscher G rich. 10. Gärtner S Mathilde.

11. Schloffer

neftine. 14. Fabritarbe April 8. Adolf Di

beide in 9. Jatob berg, mi 9. Johannes beide in 9. Ludwig

mit Maric 9. Wilhelm 2 Hofmann 11. Ludwig Raffelwig, 13. Ernst Jo mit Lisett April 9. Wilhelm Schopbad

9. Ernst Pl v. d. H., 9. Auguft mit Elife 9. Karl Earl beide in

9. Arthur F burg, mi

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