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seiner Untergebenen hatte Herr Geheimerat Dr. Breidert Hochschätzung für den Abschiednehmenden brachten, war es ftets ein freundliches Wort, ganz gleich, welche Stellung Geheimrat Dr. Preidert, der all die Liebe und Dant der einzelne einnimmt, ob Alt cocr Jung vor ihn hinge barleit, welche ihm gesagt, nicht als sein Verdienst bezeich­treten; dafür sei ihm nochmals herzlichst gedankt. Aber auch nete. Nur mit Unterstübung der Provinzial- und Kreisver­stolz blicken wir, die wir mit ihm arbeiten durften, zu ihm tretung sei es ihm möglich gewesen, die innerhalb der schö= auf; zu ihm, der das ganze Vertrauen der Provinz genoß nen Provinz ruhenden Kräfte zu wecken und etwas zu er­und tausend Fäden mit weitem Blick in feiner Weise zwi reichen; nur durch das gemeinsame Zusammengehen ist et­schen dem Amt, der Provinzialdirektion und der Bevölker was zu erreichen. Der Gang zu diesem Abschiedskommers ung gesponnen hat. Der scheidende Provinzialdirektor hat ist ihm schmerzlich gewesen; die Jahre, die ich und meine große vielversprechende Werke begonnen, wodurch die Pro- Familie hier verleben durften, werden uns unvergeßlich vinz sich selbständige Einnahmen schafft, und so wie er für bleiben; wolle mir die Provinz ein freundliches Andenten die Provinz gesorgt, ist er im gleichen Maße auch allezeit bewahren, wie ich gern der schönen Provinz allezeit mich für das Wohl seines Streises bemüht gewesen. Wasserleiterinnern werde. Dem ferneren Blühen und Gedeihen galt ungen, Volksschulen, Haushaltungsschulen und viele andere sein Hoch.- Der Abschiedsfommers war gegen 7 Uhr zu mustergültige moderne Einrichtungen sind unter seiner Ver- Ende; er wird allen Teilnehmern unvergeßlich sein; jeder waltung entstanden, die den Scheidenden unvergeßlich ma- wird an den Mann denken, der reiche Liebe, reiches Kön­chen. nen, große Wohltätigkeit, seltenste Freundlichkeit gegen Je­dermann allezeit bekundete.

Dekonomierat Hoffmann brachte den Dank der Landwirtschaft zum Ausdruck. Die unter Leitung des Herrn Provinzialdirektor Dr. Breidert erfolgte Gründung von Landwirtschaftsschulen, die Einführung des landwirtschaft­lichen Unterrichts in den Fortbildungsschulen sind vorbild­lich ein bleibendes Dentmal. 8 Jahre hat er an der Spitze des landw. Bezirksvereins gestanden, und auf diesem Po­ſten treu die Interessen der Landwirtschaft gefördert. Der Ausschuß hat in Anerkennung dieser hohen Verdienste be­schlossen, Herrn Geheimrat Dr. Breidert zu seinem Ehren­vorsitzenden zu ernennen und eine funstvolle Adresse ihm zu überreichen. Der Sprecher schloß mit den Worten: So dür fen wir Sie, verehrter Herr Geheimrat, noch weiter zu den unsrigen zählen und auf baldiges Wiedersehen rechnen.

Bürgermeister 2e un sprach im Namen der Landbür­germeister, die in dem nach Mainz Berufenen nicht einen strengen Chef, sondern immer nur einen treuen liebevollen Freund und Berater erblicken fonnten. Möge das gute Ver­hältnis immer so bleiben. Herrn Geheimerat Dr. Breidert, den Förderer großer Kulturwerke, wünschen die Landbür­germeister von Oberhessen nur das allerbeste an den Usern des schönen Rhein.

Geheimrat Schönfeld, der Kreisrat des Kreises Schotten, erhob sich nun unter freudiger Zustimmung der Anwesenden, um als ältester Verwaltungsbeamter von Ober­hessen, oder, wie er sagte, vielleicht von ganz Hessen, im Namen seiner Kollegen Herrn Geheimerat Dr. Breidert auf­richtigen Dant zu sagen, der stets die unveränderliche Lie benswürdigkeit, Freundlichkeit und allezeit ein treuer Be­rater war. Wir haben alle unsere Sorgen, ich für den Kreis Schotten wohl die allergrößten; wenn es aber gar nicht mehr ging, dann habe ich mir hier bei ihm Rat und Tat gesucht und auch gefunden. Diesem sehr verdienten Dank möchte ich auch Wünsche anschließen, welche dahin gehen, daß es ihm und seiner Familie auch in der neuen Heimat meiner Heimat- wohl ergehe. Weiter habe ich die Bitte an ihn, er möge in dem frohgemuten Rheinland nimmer vergessen seinen ernsten Chattenstamm und uns durch ein Wiedersehen erfreuen, damit auch er an seinen großen Werfen, die er begonnen, sich ebenfalls erfreuen kann.

Bürgermeister Sann von Weichartshain, eine weit und breit bekannte Spezialität auf dem Gebiete des Kunst­schmiedehandwerkes, überreichte einen selbst geschmiedeten Schild mit 3 Rosen und 2 Knospen. In seiner Ansprache erklärte er das Symbol; die 3 Rosen seien des Scheiden­den größte Pflegebefohlenen: Provinz, Kreis und Schule. und die zwei Knospen bedeuten die beiden von Geheime­rat Dr. Breidert gepflanzten Werte, das Wasserwert bei Inheiden und das Elektrizitätswert bei Lißberg, die nun bald zu großer Blüte aufgehen.

Der dirigierende Arzt der Provinzialfiechenanstalt Dr. med. Schäffer hob in seiner Rede hervor, daß nicht allein hier die zahlreiche Versammlung das Scheiden des Geheimrat Dr. Breidert auf's tiefste bedauern, sondern auch sehr viele Kranke und Schwache, die nicht zu dem Abschieds tommers fommen können. Er entledige sich gern der Auf­gabe namens der Insassen der Provinzialsiechenanstalt, dem bisherigen Chef dieses Institutes, dem er eine große Für sorge stets entgegengebracht, Grüße und Dank zu über mitteln in der Hoffnung, daß auch sein Nachfolger sich der Anstalt so wohlwollend annehme.

Lehrer Valentin Müller wußte mit treffenden Worten den Dank der oberhessischen Lehrerschaft zum Aus­druck zu bringen, die ebenfalls in dem scheidenden Provin­zialdirektor einen Vorgesetzten verliert, der ein warmes Herz für die Schule, besonders für die Volksschule hat. Zugleich dankte Lehrer Müller namens des Mitteldeutschen Sänger­verbandes, der mit dem Weggang des Geh.- Rat Dr. Brei­dert aus Gießen seinen 1. Vorsitzenden und Gründer ver­liert. Einstimmig habe der Verband ihn in Anbetracht der großen Verdienste um die Männergesangvereinssache zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Nach all den vielen Reden, die nur Dank und größte

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Der Fall Welshofen.

Kriminalroman von M. Kossak. ( Nachdruck verboten.)

Wieso?" fragte der Clown keck. ,, Es war, wie Sie selbst äußerten, ein Drohbrief und daher würde man ihn gleich viel ob er eröffnet oder uneröffnet war, für den des Mörders gehalten haben. Vielleicht hätte man geglaubt, daß ihm schon ähnliche vorangegangen wären. Das Ge­richt und die Polizei klammern sich ja stets an derartige, offen zutage liegende Indizienbeweise und nehmen viel schwächere als Ausgangspunkte für die Untersuchung. Das fennt man. Sie sind eben froh, wenn sie meinen, über­haupt nur eine Spur gefunden zu haben. Hat man doch fogar geglaubt, daß die unschuldige Morphiumdosis dent Grafen den Tod gebracht haben könnte."

Trotha mußte dem Clown im stillen beipflichten, aber dennoch verdroß ihn die Frechheit des Menschen.

Im übrigen" fuhr dieser fort- ,, habe ich den Brief in ein offenes Kuvert gesteckt und als Drucksache versandt. Wer konnte daher wissen, ob der Graf ihn nicht schon gelesen und wieder ins Kuvert gesteckt hätte, falls er daheim vom Tode überrascht würde, bevor er noch Zeit dazugehabt. Was Sie da von den Qualen des Giftes fagen, die ihn unfähig zur Leftüre hätte machen können, ist Torheit. Mein Gift ist ein sehr sanftes, barmherziges - man ist wohl bis zum letzten Augenblick, dann wird man ein bißchen müde und-- aus ist's. Aber alle diese Erwägungen sind unnüß, der greise Bräutigam hat den Brief gelesen, in die Nachttischschublade gelegt und oben­drein das Kuvert beiseite geschafft. Alles ist nach meiner Berechnung vorschriftsmäßig verlaufen."

,, Hatten Sie denn die bestimmte Absicht, den Verdacht auf Olfers zu lenfen?" inquirierte Trotha. ,, Aber natürlich."

,, Warum denn?"

Weil ich ihn hasse," entgegnete Long- Bell mit einer Stimme, die in diesem Augenblick vor Erreg­ung zitterte.

Sie hassen ihn, weil Ihre Geliebte ihn einmal ge­liebt hat?"

Weil er sie mir einmal fast geraubt hätte, sie, meine Geliebte ist sie nicht," setzte er leise und hef­tig hinzu.

*

Leider war der neue Provinzialdirektor Dr. Usin­ger durch eine sehr starke Erkältung verhindert, diesem Abschiedskommers zu Ehren seines Vorgängers beizuwohnen; gern würde er wohl auch den Eindruck gewonnen haben, daß die ernsten Chatten in Oberhessen Treue gegen Treue auszutauschen verstehen.

Lokales.

Gießen, den 15. März 1910.

* Vom Hof e. Die Großherzoglichen Herrschaften besuchten am Sonntag den Gottesdienst in der Hoftirche.

** Am 11. März d. Js. wurden den Schulamts= aspiranten Karl Bünding aus Nieder- Gemünden, Kreis Alsfeld, und Wilhelm Se i haus Langenbergheim, Kreis Büdingen, Lehrerstellen an der Volksschule zu Darmstadt mit Wirkung vom 4. April 1910 an übertragen.

** Am 11. März d. J. wurde dem Lehrer Adolf 3immermann zu Gießen eine Lehrerstellé an der Volksschule zu Mainz übertragen.

tt Stadttheater. Nochmals sei auf das heutige Benefiz des verdienten Regisseurs und Charakterdarstellers unserer Bühne, des Herrn Curt Gühne hingewiesen, das Narzi ß als Abonnementsvorstellung bringt.

**

Verein für Sterbeunterstützung zu Gießen. Der Verein für Sterbeunterstützung hielt am Sonntag in" Lonys Bierteller" seine diesjährige Generalver­sammlung ab. Geschäfts- und Kassenbericht, Festsetzung der Sterbeunterstüßung und Neuwahl des Vorstandes und des Aufsichtsrates standen auf der Tagesordnung. Die Mit­glieder hatten sich nicht sehr zahlreich eingefunden; man weiß allgemein, daß die Geschafte vom jeßigen Vorstand gut verwaltet werden; vielleicht hat auch manches Mitglied wegen der Wahl des diesmaligen Versammlungslokales sich fern gehalten. Der Verein huldigt, wie der Name schon sagt, mit der Gewährung einer beträchtlichen Un­terstübung an die Familie eines verstorbenen Mit= gliedes, das in den meisten Fällen den minder bemittelten Klassen angehört, einem so gemeinnüßigen Zweck, daß wir nicht umhin lönnen, unsere Leser auf diesen Verein immer wieder aufmerksam zu machen; denn es ist wahrlich eine schöne Aufgabe, die sich der Verein gestellt hat, und welche vollkommen verdient, neben den Bestrebungen unserer Wohl­tätigkeitsvereine in erster Linie genannt zu werden.

Herr Schuhmachermeister Seide wand eröffnete die Versammlung und begrüßte die Erschienenen im Namen des Vorstandes. Am Schluß seiner Ausführungen gedachte der Redner in warmen, anerkennenden Worten der verstorbenen Mitglieder, deren Andenken die Versammlung durch Erhe­ben von den Plätzen ehrte. Aus dem von Herrn Bureau­vorsteher Bruch häuser vorgetragenen Geschäfts- und Kassenbericht dürfte folgendes herauszuheben sein: Der Ver­ein wurde vor 4 Jahren gegründet; er tritt also jetzt in sein 5. Geschäftsjahr. Die Einnahmen in dem verflossenen Jahr betrugen 19 827,69 Mt., denen an Ausgaben Mark 8705,85 gegenüberstehen. Es verbleibt somit ein Kassenbe­stand von 11 121,84 Mt., welcher bei der Gewerbebank de­poniert ist. Der Verein zählt ferner zur Zeit 1487 Mit glieder, von denen 53 im abgelaufenen Jahr neu hinzu- traten. Während seines 4jährigen Bestehens hatte der Ber­ein 82 Sterbefälle, für welche er den Hinterbliebenen die stattliche Summe von 22 140 Mt. auszahlte. Der nicht minder Achtung gebietende Reservefonds erreichte die für solche Vereine recht hohe Summe von 11 122 Mt.

Da die Prüfung der Rechnung nichts unrichtiges er­gab, so wurde dem Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Nach den Statuten soll ferner jedes Jahr das Sterbegeld neu festgesetzt werden. Nach längerer Debatte, an der sich die

,, Nicht?" fragte Trotha erstaunt. Ja, wie konnte ie dann erwarten, mit ihr zugleich in den Genuß de mögens zu gelangen, das Welshofen der Brusio hinter Ijen?" Todd schwieg und blickte finster zu Boden. Wenn Sie das wissen wollen, so lassen Sie die Anit kommen und stellen sie mir gegenüber. Dann sollen Si es erfahren."

Sie ist bereits hier und wartet im Nebenzimmer, erwiderte der Richter. Er stand auf, öffnete die Tür un sprach ein paar Worte heraus.

Im nächsten Augenblick erschien Anita Brusio, vo cinem Gerichtsdiener begleitet. in dem Raum.

Und nun entwickelte sich eine dramatische Szene, di tha nie vergessen sollte.

Stumm und feindselig standen Todd und die Italic nerin einander gegenüber und musterten einander mi Blicken, die, wenn es Dolche gewesen wären, sicher hätter treffen müssen. Die Brusio war tiefschwarz gekleidet uni schöner denn je, aber auf ihren reizenden Zügen lag ein tief Blässe und ihre sammetdunkeln Augen waren von ties Schatten umrandet.

Trotha beobachtete beide schweigend, als er dann aber die erste Frage an die Brusio richten wollte, kam Todo ihm zuvor.

Der Herr Richter wünscht zu wissen, warum ich so sicher annehmen konnte, daß ich die Hinterlassenschaft des Grafen Welshofen mit Dir teilen würde", sagte er dann, immer seinen Blick fest in den ihren bohrend. Er meint, Du seist meine Geliebte gewesen, ich aber hab' ihm ge­antwortet, daß das nicht wahr ist. Willst Du ihm mit­teilen, in welchem Verhältnis wir zu einander stehen?" Gine minutenlange Bause trat ein. Die Brusio hatte die Hän nach dem Sprecher ausgestred., wie, als ob sie etwas ceckliches von sich abwehren wollte.

Todo aber betrachtete sie falt, sich an ihrem Entseßen weidend. Gut, wenn Du's nicht sagen willst, so werde ich's tun", sprach er ruhig. Ich habe keinen Grund; ein Geheimnis daraus zu machen, ehrbare Beziehungen braucht man doch nicht zu verleugnen. Herr Richter" fuhr er fort, die hier steht, heißt nicht Anita Brusio; sondern Anita Lodd- sie ist mein wir rechtmäßig an getrautes Weib!"

James!" kreischte Anita auf. James=" Willst Du etwa leugnen, daß wir uns; dazumal, als

Herren Beckmann, Bruchhäuser und Hardt beteiligten, tam | der Beschluß zu stande, für dieses Jahr ein Stercegeld in der gleichen Höhe wie im Vorjahr, also 270 Mt. auszu­zahlen.

Die Neuwahl des Vorstandes ergab die Wieder­wahl des Herrn Seidewand zum Vorsitzenden, des Herrn Bruch häuser zum Rechner, des Herrn Karl Bonarius zum Schriftführer und des Herrn Dachdecker­meister Noll zum stellvertretenden Vorsitzenden. Als Bei­sitzer wurden die Herren Beckmann, Thiel und Reit den, so war Neuwahl notwendig, welche die Wiederwahl gewählt. Da aus dem Aufsichtsrat 5 Mitglieder ausschei­der Herren No 11, Wießner, Rieß, 2. Müller und Baum ergab.

Nach Erledigung der Tagesordnung beantragte Herr Rie ß, im Hinblick auf den schlechten Besuch die General­versammlungen auf den Samstag zu verlegen. Dazu be­merfte der Vorsitzende, daß er den Vorschlag in Erwägung ziehen werde, wenn er sich auch keinen besonderen Erfolg davon verspreche, da nämlich die früher am Samstag statt­gefundenen Generalversammlungen einen ebenso schlechten Besuch ausgewiesen hätten. Der Redner schloß die Ver­sammlung mit dem Wunsche, daß der Aufsichtsrat in dem tommenden Geschäftsjahr seine Pflichten ebenso gewistenhaft wie früher erfüllen und daß auch in Zukunft der Verein weiter wachsen und blühen möchte.

Stadttheater Gießen.

Die rote Robe.

Schauspiel in 4 Aften von Eugene Brieur.

Das Gastspiel von Frau Irene Triesch am hervorzurufen. War es doch auch Irene Trisch gewesen, Samstag hatte nicht verfehlt, in weiteren Kreisen Interesse welche aus Hauptmann- Darstellerin der Elga", dem sonst schwachen Werke Gerhard Hauptmanns, zu einem starfen außeren Erfolg verhals und war es nicht zum mindesten auch ihre vollendete Darstellung, welche dem Lessingtheater in Berlin einen Platz unter den ersten Bühnen Deutschlands eroberte. Kein Wunder, daß namentlich im Parteit tein Plaz mehr frei war, und daß auch die Logen eine vor­zügliche Besetzung auswiesen. Die Regie lag in den be­wahrten Händen des Herrn Batof, ein Umstand, wel­cher nicht wenig zu dem Gelingen des Ganzen beitrug. Da der Inhalt der wohl mehr den Charakter eines Trauer= spiels als den eines Schauspiels tragenden Roten Robe" hinlänglich bekannt sein dürfte, erübrigt es sich darauf ein­zugehen. In Frau Frene Triesch hatte die Rolle der Ja­netta, der Frau des Bauers Pierre, eine Darstellerin ge­funden, deren tief empfundenes Spiel in den Leidenschafts­ausbrüchen bei der Vernehmung durch den Untersuchungs­richter Mouzon seinen Höhepunt erreichte und hier stürmi­schen Beifall erntete. Diese ausgezeichnete Wiedergabe des dete Technik des Spiels werden Frau Irene Trisch auch Frauenherzens und nicht zum mindesten auch diese vollen­dete Technik des Spiels werden Frau Frene Triesch auch bei dem nächsten Gastspiel ein volles Haus sichern. gute Leistsing war auch der Richter Mouzon des Herrn R. & oll, der besonders durch seine natürliche Darstellungs­weise und durch die sinnige Auffassung seiner Rolle ent= zückte. Nicht minder dürfte Herr Norden gefallen haben, der mit seinem lebhaften Spiel so recht den Charakter des geistig und körperlich noch vollkommenen rüstigen Deputier­ten Mondoubleau zu treffen wußte. Auch die anderen Dar­steller, namentlich Herr Daub al als Pierre, ließen es nicht an gutem Willen sehlen und kehrten deutlich die Ab­sicht heraus, die Aufführung zu einer in jeder Weise ein­Attschluß stürmischen Applaus, den wohl alle Spieler für sich in Anspruch nehmen können.

Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

Haltet das Blut rein.

Eine

Dieses ist die erste Grundbedingung zu guter Gesund­heit. Wird das Blut korrumpiert und dadurch dessen Zir­sulation beeinträchtigt, isd der Organismus unzähligen Krantheiten ausgesetzt. Es entstehen Rheumatismus, Haut­ausschläge, Herzstörungen, Kopfleiden und ist der Korper ernſten Krankheiten sehr leicht ausgesetzt. Als Blutreinig­endes Mittel, und um Verstopfungs-, Verdauungs- und Le berstörungen sowie alle daraus entstehenden Beschwerden zu beseitigen, besiben wir ein einfaches aber sicheres Mittel in Dr. Wegener's Thee. Eine Tasse davon morgens und abends getrunken, korrigiert den Magen und die Leber, be­seitigt Verstopfung und reinigt das Blut.

Dr. Wegeners Thee fostet 1.50 Mt. das Packet, in Apo­thefen erhältlich, wenn nicht, wende man sich an die Ferro­manganingesellschaft, Frankfurt a. M., Kronprinzenstraße 55.

ein hübscher Schab, der Olfers, in den Abruzzen Schmug­ilohn sammelte, um Dir goldene Ketien und Ringe zu tufen, in jenem neapolitanischen Fischerdorf trauen lie­en? Was?"

Sie antwortete nicht, sondern war einer Ohnmacht rahe, auf einen Stuhl gesunken. Todd aber erzählte, inbarmherzig gegen ihre Verzweiflung: Ich weiß, daß ie mich im Grunde nie wirklich geliebt hat- sie kann a gar nicht lieben aber sie war lüstern nach Geld und ich versprach, ihr alles zu schaffen, was sie begehrte ind dadurch gewann ich eine unbegrenzte Macht über sie, ie sie meinem Willen gänzlich untertänig machte. So iberredete ich sie, mein Weib zu werden. Doch machte te zur Bedingung, daß unsere Verbindung streng geheim reiben sollte, bis wir beide die Mittel besaßen, unseren Beruf aufzugeben und von unseren Zinsen zu leben. Ich ihr in allem den Willen, verhinderte es auch nicht, sie mit dem Olfers eine Liebelei anfing, denn ich vußte, daß sie im Grunde mir treu war nicht aus Viebe aber aus Kälte. Und dann war des Offers Lei­denschaft für sie mir auch bequemer, weil sie unser Ver­mögen vergrößerte. Als dann der Graf in ihren Lebens­freis trat, war ich's der sie antrieb, ihn in ihren Bann zu ziehen und ihn dazu zu bringen, daß er sich später mit ihr verlobte., Und ebenso bewog ich sie später, all ihren Einfluß einzuseßen, damit er ein Testament zu ihren Gunsten auffeßt. Ich verfolgte von Anbeginn die Ab­sicht, ihn zu ermorden, sowie die Erbschaft ihr sicher war, und mischte dazu schon im Sommer in Toulouse das Gift. Ihr freilich verriet ich hiervon nichts, sondern ließ sie in dem Wahn, daß ich meine Rechte zugunsten des Grafen aufgeben würde, denn-

Aber wollten Sie sich denn scheiden lassen?" unterbrach der Richter Todd, indem er sich an Anita wandte.

Er hatte mir gesagt, daß er die Blätter aus dem Buch auf dem Standesamt und dem in der Kirche, auf denen unsere Vermählung verzeichnet war, heimlich ents wendet hätte", stammelte die Italienerin.

Bigamie wäre es aber doch gewesen", sprach der Richter scharf.

( Schluß folgt.)

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