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Hermann Ba tofs Regie hatte für eine gute Ein studierung des Wertes gesorgt. Bezüglich des äußeren Rahmens der Aufführung würde sich die Aufhängung von Lorbeerfränzen in dem Zimmer Höfers empfohlen haben. Von den einzelnen Leistungen der Mitwirkenden war wohl die Darstellung Brandts durch Hermann Baf die beste, welche sich durch große Wahrheitstreue und gute Beherrschung der Mundart auszeichnete. Recht anmutig wirfte ferner das SpielElly Gühnes in der Rolle der Frau Höser. Nicht minder hervorragend waren Fränzi Koch als Stephanie Delius und Rudolf Goll als Josef Höfer. Hilde Engel in der Rolle der Senta Brandt hätte wohl besser ihren Gefühlsausbrüchen Zügel anlegen sollen, da derartige Leidenschaftlichkeiten schließlich sentimental wirken.-h
Aus dem Gerichtssaal.
Straffammer.
Gießen, 11. Oftober 1910. Die Feier seines Geburtstages brachte dem Dachdecker Wilhelm Panz in Gießen eine Gefängnisstrafe von acht Monaten ein. Er hat sich bei einem Wirt ein Faß Bier gegen Barzahlung bestellt und sowohl vor wie während des Trintens mit seinen Freunden den Wirt getröstet, daß er vor dem Weggehen Zahlung leisten werde. Trotzdem zahlte er nicht, weshalb Anzeige erfolgte, die zur Bestrafung führte.
Der Schlosser Bruno Hadang aus Löbau war ein Tag bei einem Fruchthändler zu Hungen als Knecht beschäf= tigt. Er stahl einem Mitknecht einen Anzug, Stiefel und Hut, womit er verschwand. Urteil: 6 Monate Gefängnis und 5 Jahr Ehrverlust, unter Anrechnung eines Monats Untersuchungshaft.
Wegen Kartelltragens wurde der Student W. Zörb aus Friedberg zu 3 Tagen Festung verurteilt. Er hat im Auftrag des Dr. Kösters zu Dieß dem Fabrikanten Frohwein zu Offenburg eine Pistolenforderung überbracht. Die Forderung wurde aber nicht angenommen, weshalb der Ange= flagte milde behandelt wurde.
Bei einer Festlichkeit zu Ofarben nahm der Knecht Christian Böchner von Petterweil dem Wirt Baßmann ein Fahrrad mit, das er aber auf Anfordern wieder zurückgab. Da er die Diebstahlsabsicht bestritt, wurde die Sache zur besseren Aufklärung vertagt.
Gelegentlich der Verrichtung von Arbeiten bei einem Schlossermeister zu Grünberg stahl der Taglöhner P. Eger eine Art, die er für eine Mart verkaufte. Urteil: 3 Monate Gefängnis.
Dem Knecht Johannes Neiter aus Hain- Gründau liegt Meineid zur Last. Nach einem Vereinsfest in Wolf soll ein Bursche versucht haben, über ein Dach zu einem Mäd chen zu kommen. Das Mädchen bezeichnete einen Burschen als Täter und dieser verklagte es wegen Beleidigung. In diesem Termin gab der Angeklagte unwahrerweise an, er sei der Täter. Da er den Meineid am Tage, ehe er 18 Jahre alt geworden ist, geschworen hat, war die Straf= fammer ständig. Der Angeklagte wurde zu 1 Jahr und 3 Monaten Gefängnis unter Anrechnung eines Monats Untersuchungshaft verurteilt und ihm für dauernd die Fähig= leit abgesprochen, als Zeuge oder Sachverständiger gehört zu werden.
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Leistungsfähigkeit eines mittelstarten Pferdes, genau aus gedrückt einem Arbeitsaufwand, der entsteht, wenn 75 g. in 1 Sekunde 1 Meter hoch hebt. Arbeitet die Pferdetraft 1 Stunde lang, so wird 1 Pferdekraftst un de geleistet. Wie die mechanische Leistung durch die " Pferde raft", so wird die elektrische Leistung durch das " Kilowatt gemessen. Gibt z. B. ein Elektromotor an seiner Riemenscheibe 1 Pferdekraft ab, so nimmt er aus der Zuleitung etwa 0,9 Kilowatt auf. Arbeitet dieser Motor 1 Stunde lang mit einer Leistung von 1 Pferdekraft, so verbraucht er 0,9 Kilowattstund e" an elektrischen Strom, in 5 Stunden also 4% Stilowattstunde. Wie 1 kilogramm gleich 1000 Gramm, so ist 1 Stilowatt gleich 1000 Watt, 1 Kilowattstunde gleich 1000 Wattstunden, der Stromver brauch elektrischer Lampen wird nach Watt gerechnet. Verbraucht z. B. eine 25ferzige Metallfadenlampe 30 Watt, so erfordert sie in einer Brennstunde 30 Wattstunden. Man fann demnach mit 1 Kilowattstunde eine 25ferzige Metalljadenlampe 33 Stunden lang brennen.
Der Strompreis für Lichtzwecke soll 40 Pfennig pro Kilowattstunde betragen.
Für Kraftzwecke ist ein besonderer Tarif mit einem Strompreise von 25-12 Pfg. pro Kilowattstunde, je nach Stromverbrauch, vorgesehen.
Für die Elettrizitätsmesser werden die Abnehmer je nach der Größe der Zähler eine monatliche Miete von 40-60 Pfg. zu zahlen haben.
In dem Projekt des Elektrizitätswerkes ist damit gerechnet, daß auf die in Privathäusern und den Nebenge bäuden installierte Lampe ein durchschnittlicher Jahresverbrauch von 10 Kilowattstunden und eine durchschnittliche Jahreseinnahme von 4 Mart entfällt. Sind in einem Anwesen 6 Lampen installiert, so ist ein jährlicher Stromverbrauch von etwa 60 Kilowattstunden zu 40 Pfg. gleich 24 Mark zu erwarten. Hat ein mtelgroßes Anwesen im Wohngebäude, dem Hof, den Ställen und der Scheune 12 Lampen, so beläuft sich der jährliche Stromverbrauch auf etwa 120 Kilowattstunden gleich 48 Mr. Hierzu kommen für Zählermiete jährlich 6 Mart und für den Ersatz der verbrauchten Glühlampen im ersten Beispiel etwa 3,7 Mr. und im zweiten Beispiel etwa Mt. 7,50 pro Jahr. Bei diesen Ausgaben ist vorausgesetzt, daß für die Lichtstellen mit langer Brenndauer Metallfadenlampen, für die Lichtstellen mit furzer Brenndauer dagegen Kohlenfadenlampen verwendet werden. In der Regel werden rein landwirt schaftliche Anwesen mit geringeren Stromkosten als sie in den vorstehenden Beispielen ermittelt wurden, auskommen. Dagegen werden Wirtschaften, Kaufläden 2c. mit einem Stromverbrauch zu rechnen haben, der etwas häher ist als die angegebenen Durchschnittswerte.
Die Hausanschlüsse von der Straßenleitung bis zur Hauptsicherung innerhalb des Gebäudes werden während der Bauzeit des Eletrizitätswertes auf dessen Kosten ausgeführt. Bei später angemeldeten Installationen wird der Hauptanschluß vom Abnehmer bezahlt werden müssen. Die Installationskosten der Sicherungen, Schalter und Leitungen Beleuchtungskörpern gerechnet von der Hauptsicherung bis zu den betragen erfahrungsgemäß etwa 13 bis 15 Mr. pro installierte Lampe.
Ein Elettromotor( Drehstrom) kostet samt Riemenscheibe, Anlaßvorrichtung, Fundamentschienen, Fundament, Zuleitung, betriebsfertig aufgestellt, mit einer Leistung von: 1 PS ca. 200 Mt., 2 PS ca. 300 Mt., 3 PS ca. 400 Mr., 5 PS ca. 500 Mt., 7,5 PS ca. 650 Mt., 10 PS ca. 800 Mark. Diese Preise, die sich auf den betriebsfertig aufgestellten Motor samt allem Zubehör beziehen, sind so gegriffen, daß sie später keinesfalls höher, wahrscheinlich aber
Was muß der künftige Strom- Gbnehmer des niedriger sein werden.
Elektritzitätswerkes Lißberg wissen?
Allgemein bekannt ist als Bezeichnung der mechanischen Leistung die Pferdekraft". Sie entspricht etwa der
Um 1 Pferdekraft zu erzeugen, braucht 1 Motor 0,9 Kilowatt; für 1 Pferdekraftstunde verbraucht er 0,9 Kilowatt- Stunden. 1. Beispiel: Motor von Pferdestärken zum Futterschneiden, Haferquetschen und dergl. Durchschnittliche Benüßungszeit täglich 1 Stunde mit einer durchschnittlichen
Giessener Konzert- Verein
120. Vereinsjahr.
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1910/11.
1. Konzert 30. Oktober 1910: 1. Orchester- Abend: Solistin Frau Anna Kämpfert aus Frank
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6. November 1910: 1. Solisten- Abend( Lieder- und Klavier- Abend): Frau Susanne
Dessoir( Gesarg), Herr Bruno Hinze- Relnhold aus Berlin( Klavier). In der Aula
27. November 1910: 1. Kammermusik- Abend: In der Aula.
11. Dezember 1910: 2. Solisten- Abend: Herr Josef Szigeti aus Budapest( Violine), Herr W. Rehberg aus Frankfurt a. M.( Klavier). In der Aula
9. Januar 1911: 3. Solisten- Abend: Herr Professor Max Reger aus Leipzig, Herr Professor Gustav Trautmann( 2 Klaviere 4 händig), Frau S. Fischer- Maretzki aus Berlin( Gesang). In der Aula. 22. Januar 1911: 2. Kammermusik- Abend: In der Aula.
5. Februar 1911: 2. Orchester- Abend: Solist: Herr Professor Hugo Heermann aus Berlin( Violine). Im Stadttheater.
21. r. 22. Februar 1911: 1. Chor- Konzert: Judas Maccabäus, Oratorium von G. F. Händel: Solisten: Frau Schmidt- Illing aus Darmstadt( Sopran), Fräulein Klara Lion aus Frankfurt a. M.( Alt), Herr Otto Schwendy aus Berlin( Bass). In der Stadtkirche
9. u. 10. Konzert: 3. Kammermusik- Abend und 2. Chor- Abend, deren Daten noch bestimmt werden. Als Orchester ist wieder gewornen: Die durch weitere Künstler verstärkte Kapelle der Palmengarten- Gesellschaft in Frankfurt a. M.
Der in jeder Beziehung wohlgelungene Verlauf des verflossenen Konzert- Jahres hat den Vorstand ermutigt, für das vorliegende ganz besondere Vorbereitungen zu treffen, wie die vorstehende Aufstellung der Konzerte und der verpflichteten vortreiflichen Künstler wohl vollauf bestätigt. Da das nur mit grossen pekuniären Opfera zu ermöglichen war, so empfiehlt der Vorstand angelegentlichst die nachstehenden Abonnements- Bedingungen So willkommen ihm auch der von Giessen und auswärts zuteil werdende Besuch einze'ner Abende ist, so muss er doch unbedingt auf einen weiteren Zuwachs seines Abonnentenstammes sicher rechnen. Nur dann kann er seiner Aufgabe, die Kunst in Giessen zu fördern, gerecht werden.
Abonnements- Einladung.
Unseren geehrten Abonnenten bleiben die Plätze des Vorjahres in gleicher Anzahl und Abonnementsform reserviert, sofern nicht bis zum 21. Oktober 1910 Abänderungen beantragt werden. Gewünschte Aenderungen beliebe man vom 15. Oktober ab bei Herrn Ernst Challier geltend zu machen. Allen Wünschen wird, soweit irgend möglich, entsprochen werden. Ebenso beliebe man sich bei Neuanmeldungen vom 15. Oktober ab an Herrn Ernst Challier zu wenden, wo die Pläne offen liegen, sowie mündliche und schriftliche Auskünfte erteilt werden. Bedingungen und Preise: Abonnements werden nur an Mitglieder des Konzertvereins, des Akademischen Gesangvereins und des Saalbauvereins ausgegeben. Der Mitgliedsbeitrag beträgt Mk. 6.- und wird auf die Abonnementspreise voll in Anrechnung gebracht. Die Entrichtung des blossen Mitgliedsbeitrags berechtigt zum Eintritt in die 3 KammermusikAbende des Trautmann'schen Trios, für nummerierten Platz ist ein Zuschlag von 3 Mk. zu entrichten. Den Mitgliedern des Akademischen Gesangvereins und des Saalbauvereins werden je 6 Mk. auf die Abonnementspreise angerechnet. Die Preise für die Abonnements betragen. Abonnement I. Platz
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für 10 Abende
30.- Mk.
für 6 Abende
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20- Mk. 13.16.Diese Plätze sind sämtlich numeriert. Unnumerierte| lätze werden im Abonnement nicht mehr ausgegeben. Das Abonnement auf 6 Abende umfasst den 1, 2., 4., 6., 8. und 9. Abend. Das Abonnement auf 8 Abende ist nur für Mitglieder des Akademischen Gesangvereins, unter Wegfall der beiden Chorabende. Einzelpreise: für die Kammermusik
I. Platz 25. 16. 20.
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Beanspruchung von 1 Pferdekraft. Die Jahresleistung des Motors beträgt demnach 360 Pferdekraftſtunden, der Stromverbrauch 324 Kilowattstunden. Diese fosten 81 Mart pro Jahr. 2. Beispiel: Größere Metzgerei. Motor von 3 PS. Im Betrieb an 100 Tagen mit durchschnittlich 3 Betriebsstunden und einer durchschnittlichen Belastung von 2 PS Strafverbrauch 600 Pferdekraftstunden, Stromverbrauch 540 Kilowattstunden. Hierfür sind zu zahlen Mt. 133.80 pro Jahr. 3. Beispiel: Größere Schreinerei. Motor von 10 PS. Im Betrieb an 300 Tagen, durchschnittlich 8 Stun den täglich, mit einer durchschnittlichen Beanspruchung von 4 PS. Kraftverbrauch 9600 Pferdekraftstunden. Stromver brauch rund 8600 Kilowattstunden. Hierfür sind zu zahlen 1525 Mr. pro Jahr.
Die Kosten der Straßenbeleuchtung&- anlage samt allen hierzu erforderlichen Leitungen und Beleuchtungskörpern trägt das Elektrizitätswerk Dieses läßt auf seine Kosten auch alle an der Straßenbeleuchtungsan lage erforderlich werdenden Reparaturen ausführen. Die Ge meinde hat lediglich die Kosten des Stromverbrauchs, des Lampenersatzes, sowie die Kosten des Ein- und Ausschaltens zu tragen. Der Stromverbrauch wird entweder nach einem Pauschalsatz berechnet oder nach Zählermessung fest= gestellt. Im allgemeinen soll nach einem Pauschalsystem pro Lampe und Jahr gerechnet werden, und zwar sollen fosten: eine halbnächtige Metallfadenlampe( Osramlampe) von 50 Kerzen pro Lampe und Jahr 30 Mt., eine ganznächtige Metallfadenlampe( Osramlampe) von 50 Kerzen pro Lampe und Jahr 45 Mt. Wird der Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung nach Angabe von Elektrizitätsmef= sern bezahlt, so wird die Kilowattstunde 30 Pfg. loſten. 1. Beispiel: Eine Gemeinde von 600 Einwohnern hat für die Straßenbeleuchtung 12 Lampen von je 50 Kerzenstärfen zu verwenden. Sie entschließt sich aus praktischen Gründen für 9 Lampen mit je 50 Kerzen und 6 Lampen mit je 25 Kerzen. Ganznächtig sind: 3 Lampen mit 50 Kerzen und 1 Lampe mit 25 Kerzen. Die Gemeinde hat dann pro Jahr 445 Mt. zu bezahlen. Hierzu kommen für Lampenersatz und den Ersatz zerbrochener Schußgläser jährlich etwa 105 Mt. 2. Beispiel: Eine andere Gemeinde von 600 Einwohnern verwendet nur 12 halbnächtige Lampen von je 50 Kerzen. Diese fosten jährlich 360 Mr., Lampenersatz 70 Mr., zusammen 430 Mt. pro Jahr.
Literarisches.
- Was soll unsere Tochter werden und Ein Wegweiser für Eltern, die ihre Töchter unterbringen, wie fann sie sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen? für einen geeigneten Beruf richtig vorbereiten wollen. Her ausgegeben von Schulrat Dr. Wilhelm Letau und Ruth Letau. Preis 80 Pfg., gebunden Mt. 1.20. Verlagsanstalt Emil Abigt, Wiesbaden 35. Der Herausgeber richtet in der Einleitung eine eindringliche Mahnung an die Eltern und Erzieher, auch an die tiefere Ausbildung einer beson deren Fähigkeit der Töchter zu ev. Erwerbszwecken zu den fen.
Reines Blut
ist are erste Grundbedingung zu guter Gesundheit. Wenn das Blut Unreinigkeiten, Schlacken enthält, wird die Zirfulation beeinträchtigt und der Körper ist vielen Krantheiten ausgesetzt, wie Rheumatismus, Ausschlag, Geschwüre, Herzstörung., Lungenkrankheiten, Kopfleid.& c. Dr.Wegner's Thee ist als berühmtes und zuverlässiges Blutreinigungsmittel bekannt und erprobt. Eine Tasse Dr. Wegener's Thee vor dem Schlafengehen genommen, ist ein einfaches und sicheres Mittel.
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