Einzelbild herunterladen

Der preußische Etat.

Ein sparsamer Staatshaushalt.

Im preußischen Abgeordnetenhause legte gestern, nach­dem sich Herr von Bethmann Hollweg als Ministerpräsident durch eine kurze Ansprache eingeführt hatte, der Finanzmi­nister Freiherr von Rheinbaben die Finanzlage des preu­Bischen Staates dar. Er führte dabei etwa folgendes aus:

Das

delt, der seine vorgesetzte Behörde von seiner Tüchtigkeit überzeugen wollte,

Der Kronprinz und die Kronprinzessin haben sich ge­stern nachmittag, einer Einladung des Fürsten Pleß fol­gend, nach Fürstenstein in Schlesien begeben. Heute mittag erfolgt die Weiterreise nach Dels. Die Rückkehr nach Ver­Iin findet am Sonnabend abend statt.

Das preußische Herrenhaus nahm in seiner gestrigen ersten Sizung zunächst die Neuwahl des Präsidiums vor. Es wurden wiedergewählt der bisherige Präsident Fret­herr von Manteuffel, der erste Vizepräsident Oberbürger meister a. D. Becker und der zweite Vizepräsident Feiherr von Landsberg. Alsdann vertagte sich das Haus auf Mitt­woch.

Zum Straßburger Konflikt. Die Antwort des kaiser­lichen Statthalters an den Bischof Dr. Frißen in der An­gelegenheit der katholischen Lehrer ist, wie offiziös erklärt wird, deshalb nicht der Deffentlichkeit übergeben worden, weil man auf seiten der Regierung gern alles vermeiden möchte, was den Streit noch verschärfen könnte. Sollte indessen der Fortgang der Erörterungen es geraten er­scheinen lassen, diese Zurückhaltung aufzugeben, so wird das Schreiben des Statthalters unverzüglich veröffentlicht werden. In der Sache felbft teilt der Statthalter den prinzipiellen Standpunkt, den Staatssekretär Born v. Bu­lach den Bischöfen gegenüber eingenommen hat.

sich um den vermißten Angestellten handelt, der bei dem Feuer mehrere Mädchen von dem Flammentode rettete und bei dem letzten Versuch von dem einstürzenden Fußboden in die Tiefe gerissen wurde und so umgekommen ist,

Ein deutscher Durchgänger verhaftet. In Paris wurde gestern ein junger Deutscher namens Gustav 3ickel aus Meißen in Sachsen, der dort Unterschlagungen verübt hatte und dann flüchtig geworden war, verhaftet. Man fand kei thm noch 800 Francs und einen Bankdepotschein über 00 Francs. Die Verhaftung erfolgte auf Veranlassung der deutschen Behörde.

Die ungarische Ministerkrise von neuem akut. Die Mis­sion des Herrn von Lukacs, ein ungarisches Ministerium zustande zu bringen, ist nunmehr endgültig gescheitert. Mit der lückenhaften Ministerliste den Kampf gegen den Reichs­tag aufzunehmen, dazu hat ihm wohl schließlich der Mut gefehlt. Und so hat er denn das getan, was man längst ron ihm erwartet hatte. Er hat seine Mission in die Hände des Kaisers zurückgelegt. Graf Khuen Hedervary ist zum ungarischen Ministerpräsidenten ernannt worden. Damit bat Kaiser Franz Josef auf einen Politiker zurückgegriffen, der bereits zweimal ungarischer Ministerpräsident gewesen ist, und von dem man anscheinend erwartet, daß er auch der riesigen Schwierigkeiten der gegenwärtigen Situation Herr werden könne.

Che ich zur Begründung des Voranschlags für das Jahr 1910 schreite, darf ich einen Blick auf die beiden vorange­henden Jahre werfen und das tatsächliche finanzielle Er­gebnis des Jahres 1908, das voraussichtliche des Jahres 1909 Ihnen in Kürze darlegen. Was das Jahr 1908 be­trifft, so habe ich in meiner vorjährigen Etatsrede gesagt, daß das charakteristische, aber betrübende Zeichen dieses Jah­res darin besteht, daß der Verkehr der Staatseisenbahnen, namentlich der Güterverkehr, infolge der ausgangs 1908 einsehenden scharfen wirtschaftlichen Depression in sehr erheblichem Maße nachgelassen habe, und infolge­dessen auch der Beitrag zurückgegangen ist, den die Eisen­bahnen zur Deckung der allgemeinen Staatsbedürfnisse bis­her geleistet haben. Ich habe damels die voraussichtlichen Mindereinnahmen der Eisenbahnverwaltung für das Jahr 1908 auf 134 Millionen geschäßt. Und diese Schäß­ung ist fast genau eingetroffen. Die Eisenbahnverwaltung schließt im Jahre 1908 mit einem Minderüberschuß von 134 Millionen ab. Das zweite, das Ergebnis des Jahres 1908 ungünstig beeinflussende Moment waren die erheblichen Auf­wendungen für die Beamtenbesoldungen. Defizit des Jahres 1908 stellt sich auf nicht weniger als 202 Millionen, also im wesentlichen habe ich meine frühe­ren Schäzungen als richtig erwiesen. Was das voraussicht­liche Ergebnis des Jahres 1909 anlangt, so stand der Etat dieses Jahres unter dem Druck der Ungunst der wirtschaftlichen Lage. Vorsichtige Veranschlagung war des­halb am Blaze. Erfreulicherweise trat im Laufe des Jah­res 1909, besonders in der zweiten Hälfte, die wirtschaft­liche Besserung ein. Wir haben eine Aufwärtsbe­wegung in unserem gesamten wirtschaftlichen Leben zu verzeichnen. Der Minister kam dann auf den neuen Etat zu sprechen. Es wiederhole sich hier ein ähnliches Bild zwar sei eine Besserung gegen das Vorjahr ein­getreten, aber die erhöhten Ausgaben hätten auch hier ein Defizit zur Folge gehabt. Man müsse eben in Rechnung ziehen, daß der Staat jezt am Ende einer Periode stehe, in der ganz außergewöhnliche Anforderungen an die Staats­fasse gestellt worden seien. Der Minister sette darauf die Einnahmen und Ausgaben des Eisenbahnetats des näheren auseinander und wandte sich darauf den anderen Einnahmequellen zu. Er berührte auch kurz die Frage der Schiffahrtsgelder u. erklärt mit erhobener Stimme, daß Preußen die in dem Wasserstraßengesek niedergelegten Pläne mit aller Energie zu einem siegreichen Ende führen wolle, unter Beseitigung aller Hemmnisse. Es ist zu erwarten, daß die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse, die in der letzten Zeit eingetreten ist, anhalten wird. Immerhin beträgt das Defizit für 1910 noch 92 Millionen. Der ausländische Markt wird uns immer mehr verschlossen. Des­halb werden wir vor allem auf eine Stärkung des inlän­dischen Marktes Bedacht nehmen müssen. Vor allem muß die Bundesgenossenschaft zwischen Landwirtschaft und Industrie aufrecht erhalten werden.( Beifall). Es ist die größte Sparsamkeit nötig, wenn wir ver­meiden wollen, neue Einnahmequellen zu suchen. In gu­ten Jahren müssen wir Vorsorge treffen und Rücklagen machen, weil wir nicht wissen, vor welche Aufgaben wir gestellt werden. Der neue Etat stellt sich im gan­zen auf etwa vier Milliarden. Es muß möglichst gespart werden, um das Defizit auf 92 Millionen zu be­schränken. Der Minister erörterte sodann die einzelnen Etats und schloß: Auf dem Wege der Sparsamkeit, der zur Konsolidierung der preußischen Finanzen führt, wer­ben wir weiter fortfahren.

Nächste Sibung Sonnabend, den 15. Januar: Wahl des Präsidiums und der Schriftführer.

Gericht g auf vier

2

Gine

nifchen P

fuche mit

furzem be ift. Der

bon cinem hatte, flei

überrascht

bewegung

fie mit g

Prinzip

Die

Indiana ausgerüft find; sie

linie ang

parates t

Schiff in

braucht m längs des

Ruffische Unterschleife. Der russische Intendanturpro= zeß, der augenblicklich in Kasan verhandelt wird und sich gegen 12 Beamte richtet, hat ergeben, daß 47 Prozent des gelieferten Tuches total unbrauchbar waren, ebenso ein gro= ßer Teil anderer Montierungsstücke. Nach einer Ankündi= gung des Senators Garin stehen 67 neue Verhaftungen bevor.

Der russische und der griechische Hof. Am russischen Hofe und in Regierungskreisen herrscht große Besorgnis wegen der Vorgänge in Athen. Man sieht den griechischen Königsthron als erschüttert an. Die Anwesenheit mehrerer griechischer Prinzen in Petersburg erhöht noch die Be­deutung der Athener Meldungen und die Besorgnis um dte Dynastie Griechenlands. Man fürchtet, daß es schon binnen kurzem in Athen zu einer schweren Krise kommen werde.

Der preußische Haushaltsetat für 1910 berechnet die Einnahmen auf 3,837,412,963 Mart, die Ausgaben im Or­dinarium auf 3,725,019,542 Marf, im Extraordinarium auf 204,393,421 Mark, zusammen auf 3,929,412,963 Mark; mit­hin sind die Ausgaben um 92,000,000 Mark höher als die Einnahmen. Der Fehlbetrag soll durch eine Anleihe ge­deckt werden.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Selbstmord eines Elfjährigen. In Reinickendorf bei Berlin vergiftete sich gestern abend ein elfjähriger Ge­meindeschüler, Sohn eines Selterwasserfabrikanten. Motive konnten bisher von der Polizei noch nicht aufgeklärt werden.

Mordtaten in der Eifel. Auf dem Wege von Stavelot nach der Eisenbahn wurde ein befahrter Landwirt, der feinen Sohn besuchen wollie, von zwet Unbekannten, die sich in einem Hohlwege versteckt gehalten hatten, überfallen, erstochen und beraubt. An der Landstraße nach Weibern fand man einen Schuhmachermeister des Ortes ermordet auf. Anscheinend liegt auch hier ein Raubmord vor.

Eine neue Botschaft Tafts. Ein Neuyorker Blatt will wissen, daß Präsident Taft dem Kongreß eine neue Bot­schaft übermitteln werde, die ein Gesetz verlangt, um dem Terminhandel in Ackerbauprodukten ein Ende zu machen. Dieses Gesetz soll vom Präsidenten der Landwirtschafts­kommission des Repräsentantenhauses vorbereitet werden, der bereits in Uebereinstimmung mit dem Landwirtschafts­minister das Gesetz ausgearbeitet hat. Das Gesez will die Benußung von Post, Telegraph und Telephon im Termin­handel ausschließen. Der Minister für Bost und Telegra= phie soll ermächtigt werden, allen Korporattonen, Etablis sements und allen Privatleuten, die solche Termingeschäfte machen, die Benutzung der Posteinrichtungen zu unter­binden

Kleine Nachrichten.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Die Zeppelinsche Nordpolfahrt. Das Reichsamt des Innern hat Blättermeldungen zufolge zu der kommenden Sommer stattfindenden Vorexpedition des Zeppelinschen Nordpolarunternehmens den Dampfer Poseidon" zur Ver­fügung gestellt, um von Kiel aus Materialien zur Errich­tung der Spitzbergenstation zu beschaffen. Der Dampfer wird jetzt in Geestemünde zu diesem Zwecke umgebaut.

Keine Cholera in Berlin. Zu der choleraverdächtigen Erkrankung des am Sonntag aus Petersburg zugereisten Artisten Rosenthal wird mitgeteilt, daß die bakteriologische Untersuchung den Choleraverdacht nicht bestätigt hat. Das Befinden des Patienten hat sich im Rudolf Virchow- Kran­kenhaus erheblich gebessert.

Der angebliche Attentatsplan gegen den Kaiser. Wie Berichtet, sollte nach Mitteilungen der Rußkoje Slowo" Anfang 1907 in Warschau ein Geheimbund zur Ermordung des deutschen Kaisers gebildet worden sein. Zu diesem Zweck wären dann vier russische Anarchisten nach Char­lottenburg gekommen, wo die Pläne unter Beistand des berüchtigten deutschen Anarchisten Senna Hoy festere Ge= stalt angenommen hätten. Eine Berliner Korrespondenz stellt demgegenüber fest, daß in Berlin von der ganzen Angelegenheit nichts bekannt ist und daß es sich ausschließ­lich um die Erfindung eines russischen Polizeiipibels han­

91

Der Fall Welshofen

Kriminalroman von M. Kossak.

( Nachdruck verboten.)

Ein Opernfragment Richard Wagners. Das Antiqua­riat von Ludwig Rosenthal in München bietet in seinem neuesten Katalog das Partitur- Manuskript von Richard Wagners Jugendwerk Die Hochzeit" um den Preis vrt 20 000 M zum Kauf aus. Das Titelblatt der Handschrift zeigt folgenden Wortlaut: Fragment einer unvollendeten Oper: Die Hochzeit von Richard Wagner. Dem Würzburger Musikverein zum Andenken verehrt.( Introduktion: Chor und Septett.)" Am Schlusse des 36 Seiten umfaffenden Manuskriptes steht der Vermerk: Würzburg, den 1. März 1833. Richard Wagner." Der Entwurf des Operntertes " Die Hochzeit" war während eines Aufenthaltes des noch nicht zwanzigjährigen Wagner in Prag entstanden, die Komposition der ersten Nummer Chor und Septett führte er noch in Leipzig aus, wo er eben seine Studien bet dem Thomaskantor Weinliq abgeschlossen hatte.

Defeft des Lenkballons M. 8". Das neue Militär­Luftschiff M. 3" hat bereits einen Defekt im Betriebe. Die auf Dienstag angefeßte Probefahrt vor der Reichs­prüfungskommission und dem Inspekteur der Verkehrs­truppen, Generalleutnant Freiherr v. Lyncker, konnte des­halb nicht abgehalten werden.

Untergegangener Dampfer. Der Hamburger Dampfer Capua" ist auf der Fahrt nach Genua, wie aus aufge= fundenen Schiffstrümmern hervorgeht, in den Stürmen Anfang Dezember mit seiner 23 Mann starken Besatzung untergegangen.

Die Lustige Witwe" in Saloniki verboten. Der Walt von Saloniki untersagte wegen eines serbischen Protestes die Aufführung der Lustigen Witwe" durch eine Wiener Operettentruppe, gab aber später seine Einwilligung. Die Serben begingen deshalb während der Vorstellung Aus­schreitungen und schleuderten auf das Publikum Seffel, faule Gier und Tinte. Polizet und Militär entfernten als= dann die Serben, worauf die Vorstellung unter militärt­schem Schutz ihren Fortgang nahm.

Aus den Gerichtssälen.

Das Dienstmädchen als Brandstifterin und Eins brecherin. Ein verbrecherisches Dienstmädchen, das schon längst für das Zuchthaus reif war, mußte sich gestern wegen mehrerer Straftaten vor dem Strafrichter berant­worten. Vor der Berliner Strafkammer war die 23jährige ledige Marie Kopp wegen wiederholten ein­fachen und schweren Diebstahls im strafschärfenden Rückfalle angeklagt. Die Kopp ist trop ihrer Jugend schon wieder­holt vorbestraft. In diesen Fällen handelte es sich unt recht schwere Taten, die einen außerordentlich stark ausge= prägten verbrecherischen Trieb der Angeklagten beweisen. So hatte sie als 16jähriges Dienstmädchen das Büfett ihrer Dienstherrschaft erbrochen und daraus 300 Mark ge­stohlen. Um den Diebstahl zu verdecken legte die Sechzehn­jährige dann Feuer an, so daß die ganze Wohnung aus­brannte. Nicht genug damit, die Angeklagte ging sogar so raffiniert vor und zündete in der Nähe befindliche andere Grundstücke an, um nicht erst den Verdacht aufkommen zu lassen, daß die Brandstiftung nur zur Verdeckung eines Diebstahls geschehen sei. In einer anderen Dienststelle drohte die Angeklagte ihrem Dienstherrn nach ihrer Ent­lassung in Briefen, daß sie es ihm, wenn er nicht 50 Mark zahle, noch ordentlich besorgen wolle. Als die Zah­lung nicht erfolgte, schlich sich die Angeklagte in die Woh­nung ihres Dienstherrn und zerrschnitt sämtliche Polster­möbel und Betten. Zugleich verübte sie noch einen Dieb. stahl der erst jetzt zur Entdeckung kam. In einem anderen Falle benußte die Angeklagte die Kenntnis der örtlichen Verhältnisse zu einem recht raffiniert ausgeführten nächt­lichen Einbruch, mit dem ein alter routinierter Einbrecher alle Ehre einlegen konnte. Die Kriminalpolizei konnte die Verdächtige noch an demselben Tage festnehmen. Auf dem Polizeipräsidium spielte die Angeklagte die entrüstete Unschuld. Auf eine Frage bestritt sie, Geld bet sich zu haben. Bei einer Durchsuchung durch eine Aufseherin wurden je­doch vier Hundertmarkscheine bei ihr gefunden, die sie in einem Taschentuch eingewickelt in ihrem Korsett versteckt hatte. Der Staatsanwalt beantragte eine Zuchthausstrafe von drei Jahren, da die Angeklagte anscheinend eine un­verbesserliche und höchst gemeingefährliche Diebin sei. Das

Der Bergarbeiterausstand in England. Dem bisher auf einen Teil der Belegschaft der Gruben in Northumber­land beschränkten Streif werden sich, wie es heißt, am Montag sämtliche dort beschäftigten Bergleute anschließen. Er mürde dann etwa 100 000 Arbeiter umfassen.

Als Frida Felix Offers kennen lernte, bestanden zwischen thm und Anita Brusio Beziehungen. Die beiden galten als Brautpaar, obgleich sie sich nicht dafür ausgaben. Anita trat zumal in einem anderen Berliner Varieetee auf, aber sie und Felix trafen sich täglich an einem dritten Ort, Restaurants und Cafees und machten auch zusammen Aus­flüge. Er erzählte ganz offen jedermann, der es hören wollte, daß er Anita liebe und keinen höheren Wunsch hege, als sie als seine Gattin zu sehen. Wie er später Frida anvertraut, hatte sie den Termin der Hochzeit aber ständig hinausgerückt. Dann plößlich hatte sie mit ihm ge­brochen, weil sie die Bekanntschaft Graf Welshofens gemacht, der sich dazumal für längere Zeit in Berlin aufgehalten und ein großes Interesse für sie an den Tag gelegt. Felix war wie ein Rasender gewesen, er lauerte seiner treulosen Liebsten auf der Straße auf, spionierte ihr nach und machte ihr Szenen. Frida tat das Herz weh, wenn sie sah, wie die Kollegen über ihn lachten. Einmal faßte sie Mut und fragte ihn, ob er es denn garnicht bemerkte, daß er allen zum Gespött diente.

Er stußte, dann fragte er sie: ,, Ja, was geht Sie das denn an, kleines Mädchen?"

Noch ein Opfer des Londoner Warenhausbrandes. Bei den Aufräumungsarbeiten in dem abgebrannten Londoner Warenhause wurde die verkohlte Leiche eines Mannes un­ter den Trümmern anfoefunden. Man nimmt aut. dah c

,, Es tut mir weh', wenn man über Sie lacht", gab sie naiv zur Antwort.

Er sah sie lange sinnend an, dann reichte er ihr die Hand und sagte: ,, Sie sind ein gutes Kind, kleine Frida, biel besser, als jene italienische Schlange und- wissen Sie, daß Sie auch sehr hübsch sind?"

aber da er viel verdiente, so würde er bald Geld genug beisammen haben, um seiner Mutter eine Rente zu kau= fen. Frida dachte, daß sie als Ehepaar seiner Mutter regelmäßig eine gewisse Summe für ihren Unterhalt schicken könnten, aber da sie zu schüchtern war, scheute sie sich, ihm gegenüber ihren Willen geltend zu machen. Er hatte fa auch auf alle ihre Entwürfe Gegengründe. Als der Winter vorüber war, nahmen beide vorübergehend Engage­ments an Sommerbühnen an und für den nächsten Winter berpflichteten sie sich dem Direktor der Kaiserhallen" in Wien. Hier trafen sie wieder mit Anti Brusio zusammen. Felix hielt sich der Italienerin scheinbar fern, aber Frida war dessenungeachtet nicht sicher, ob er sich dies Engagement nicht blos deshalb besorgt, um in der Nähe der einst so leidenschaftlichen Geliebten zu sein. Vor kurzem nun war Anitas Verlobung mit Graf Welshofen bekannt geworden. Kurz zuvor hatte Felix seiner Liebsten mitgeteilt, daß er nunmehr das Geld beisammen habe, um seiner Mutter die beabsichtigte Rente zu kaufen. Wenn das geschehen, war er pefuniär unabhängig und konnte seinen blonden Schat heiraten. Zusammen erwarben sie genug, um ein nicht nur sorgenloses, sondern sogar reiches Leben zu führen und sich sogar noch etwas zurückzulegen.

Natürlich war sie durch diese Worte sehr verlegen ge= worden, aber troßdem beglückten sie sie, denn sie hatte den hübschen Menschen eigentlich vom ersten Augenblick an, da sie ihn sah, geliebt. Von da ab suchte er Fridas Ge­sellschaft und ein paar Wochen später sragte er sie, ob fie seine Frau werden wollte. Sie gab ihm mit Freuden ihr Jawort, nur beunruhigte es sie, daß er die Hochzeit noch auf längere Zeit hinausschieben wollte. Er müßte erst die Zukunft seiner Mutter sicherstellen, meinte er,

Alle diese Dinge zogen am heutigen Abend an ihrem Geist vorüber und wieder und wieder suchte sie sich die Punkte zu vergegenwärtigen, die ihr rätselhaft deuchten. Das war erstens die Frage, was hat er während der beiden Jahre, die er angeblich bei seiner Mutter lebte, getan?" Bweitens ,,, warum wollte er die Heirat aufschieben, bis er die Zukunft seiner Mutter gesichert, für die er doch mit Leichtigkeit auch ohnedies zu sorgen vermochte?"

Mehr aber als alles beunruhigten sie zurzeit die felt­samen Reden, die er an diesem Abend geführt.

Du hättest besser wählen können!"

Das klang ia gerade ja, großer Gott, das flang als ob er irgend eine Schuld auf der Seele hätte!

Frida fuhr auf, als hätte sie eine Schlange gestochen Wie konnte sie nur solchen Erwägungen Raum geben? Hatte sie nicht heute noch ihrem Geliebten beteuert, daß sie ihm stets vertrauen, daß nichts sie in dem Glauben an ihm wankend machen würde? Sie haßte sich um ihrer häßlichen Gedanken willen, aber seltsam, sie ließ sich nicht zum Schweigen bringen. Frida weinte ihre Kissen naß, ehe sie endlich Schlaf fand.

,, Wirst Du mich immer lieben, nie etwas Schlechtes von mir glauben, was Du auch hören mögest? Wirst Du mir immer vertrauen?"

Als ob er das nicht gewußt hätte, ohne daß sie es ihm besonders zuschwor! Wenn er ehedem so gefühlt hätte, wie heute, würde er sie zu einer glücklichen Frau machen fönnen, sagte er, aber jeßt== Und dann fügte er hinzu:

Am andern Vormittag, als sie eben mit ihrer Freundin Louison zur Probe gehen wollte, klingelte es und ein Kolporteur, der sich damit beschäftigte, in den Häusern Volksromane und schlechte Zeitschriften zu verbreiten, trat ein, um die jungen Damen zu veranlassen, auf eines seiner Blätter zu abonnieren. Sie sagten ihm, daß sie nach seiner Lektüre kein Verlangen trügen, aber der Mann war nicht los zu werden.

Sehr spannende Geschichten stehen in den Journalen, lauter Kriminalgeschichten," erzählte er ihnen. ,, Hier zum Beispiel damit wies er auf ein Blatt ist eine Begebenheit erzählt, die dem Fall Welshofen ausnehmend gleicht. Sie kennen doch die Geschichte von der Er­mordung des Grafen, Fräulein?" wandte er sich an Frida. Natürlich habe ich davon gehört," entgegnete das Mädchen. Ja, ich meine, er ist doch vergiftet worden?" sagte Frida ziemlich uninteressiert. Wie sollte er da in seinem Bett überfallen sein und wie hätte er schreien sollen?" ,, Ach, Sie wissen Näheres über den Fall, Fräulein?" fragte der Mann lebhaft. ,, Aber nicht doch, ich weiß nichts, was nicht gang Wien weiß."

Aber vielleicht weiß Ihr Brätigam, der Herr Olfer mehr darüber?" forschte jener, Frida scharf firierend. ,, Mein Bräutigam?" wiederholte sie überrascht. Was wissen Sie von meinem Bräutigam, Herr="

( Fortsetzung folgt.)

fommt au es mit bol die mit d erfolgreich richtet, al versehen

Eine richtsfunt ihr 100.

nachgelaffe und die munter u

Beiten gil

zu entfalt

Jahren,

jährige,

Leichen

Die

Prinzeffi eine Kon

ihrer Ma Advokaten ten den G

steigende

verbehalt

überspann

rem Hot

liberreich

Reffin ve des versto

reits die

worfenen

Prinzessin

Man bezi auf annäh Versamml

Die Orte Bee 19fährigen Die Andr Bädergefe

fich weige

entfloh.

werden

Gin

mordun

fischen Direktor

fechs Mo

hatte, daf

nierenden

Wachtposte den Bock

gefangene

hindern,

lern, gab

wechselten

direktor f

Soldaten

des 31. 9

er viel r

und feith mehr auf

Gin nifonieren Mannschaf

die Leute

wollen, an

juchungsg

umwunder

unbequem

digen. E

denen e

daß das

anderen

Gine

dem Wie

efiante 3e

Alter von

storben. C

Jahre 179

mit ihrer

wo ihr V

mar dien

damals 1

der Fran

Nach Be Biharer Reitlebens

der Fran

Lebens fe wohl über

Das z

aus Bien

taufstelle

fame Nad

daß in de

duftes da

Für die i

Ausbeutu

beträchtlich

880 000 S

vorhanden

es find m

werden ta berechnet faufsitelle

nicht begin

werden mu

Ich find di

geringe, de werden.

tes wird i

pflegt wer ben mußte

das Radi