mengeschmolzen. Die entsprechenden Ziffern betrugen nach| dem 2. Lebensjahr 77 812 und 80 690, nach dem 3. Jahr 76 262 und 79 099, nach dem 4. Jahr 75 264 und 78 129, nach dem 5. Jahr 74 568 und 77 395. Von dem leßtgenannten Jahr ab verminderten sich diese Ueberlebenden bis zu dem 20. Lebensjahr verhältnismäßig wenig, in wel chem noch 70 447( männliches Geschlecht) und 72 750( weibliches Geschlecht) unter den Lebenden weilten. Das nächste Jahrzehnt ließ diese Zahlen nach Ablauf des 30. Lebensjahres auf 66 220 und 68 145 sinten, während die entspre chenden Ziffern bei dem 40. Lebensjahr 61 140 und 62 527 betrugen. Das 50. Jahr erreichten von den obigen 100 000 Geborenen nur 53 257 Männer und 56 321 Frauen, welche nach dem 60. Lebensjahr auf 41 743 bezw. 46 269, nach dem 70. Lebensjahr auf 25 423 bezt. 28 543, nach dem 80. Lebensjahr auf 8071 bezw. 8849 zusammenschmolzen, bis nach 90 Jahren nur noch 548 bezw. 628 Personen und nach 100 Jahren noch 2 Männer und 4 Frauen unter den Lebenden weilten. Die obigen Ziffern zeigen also im Vergleich zur Frau eine höhere Sterblichkeit des Mannes, welche sich in dem hohen Alter gegenüber dem weiblichen Geschlecht noch ungünstiger gestaltet, um nach Ablauf des 100. Lebensjahres genau doppelt so groß als die Sterblichkeit der Frau zu werden.
Heilanstalten. Im Jahre 1909 waren im Großherzogtum 36 öffentliche Krantenhäuser mit 4098 Betten vorhanden, während die Zahl der privaten Heilanstalten 29 betrug, welche insgesamt 1257 Wetten enthielten. Dazu traten die 3 Gießener Kliniken und zwar die chirurgische Klinik mit 200, die medizinische Klinit mit 185 und die Frauen- Klinik mit 60 Betten, die also im ganzen 445 Betten besaßen. Ferner waren vorhanden eine öffentliche Augenheilanstalt mit 18 Betten, 4 private denselben zweck dienende Anstalten mit 96 Betten und die Augenklinik zu Gießen mit 120 Betten. Die Anstalten für Geistestrante verteilten sich folgendermaßen: 4 öffentliche Anstalten mit 2476 Betten, 4 private Pflegehäuser mit 225 Betten und die psychiatrische Klinik zu Gießen mit 100 Betten. Das Großherzogtum besaß bei Ablauf des Jahres 1909 außerdent 5 Entbindungsanstalten und zwar 2 öffentliche Anstalten mit 52 Betten, 2 private Hospitale mit 40 Betten und die gleichzeitig auch etwaige Entbindungen berücksichtigende Frauenklinik in Gießen mit 60 Betten.
Fleischverbrauch. Der im letzten Jahre be sonders deutlich zu Tage getretene Niedergang unseres Erwerbslebens findet seinen deutlichen Ausdruck auch in der neuesten Statistik über die im Jahre 1909 vorgenommenen Schlachtungen. Nicht nur der Gesamtkonsum des Fleisches ist gegen das Jahr 1908 erheblich zurückgegangen, sondern auch die weit stärker verbrauchten billigeren Fleischsorten sprechen deutlich für die ungünstige Geschäftslage des leßten Jahres. Während z. B. die Gesamtzahl der geschlachteten Tiere von 574 612 im Jahre 1908 auf 571 225 in 1909 zurückging, stieg die Zahl der geschlachteten Kühe in dieser Zeit von 37 628 auf 42 851 Tiere. Dagegen wurden im Jahre 1909 rund 22 000 Schweine weniger geschlach tet als in 1908. Unter den im letzten Jahre geschlachteten Tieren befanden sich 1691 Pferde, 18 640 chien, 1650 Bullen, 42 831 Kühe, 43 078 Rinder, 87 674 Kälber, 328 029 Schweine, 17 037 Schafe und 30 695 Ziegen. Als Kuriosum verzeichnet die Statistik weiterhin einen im Kreise Of fenbach für Nahrungszwecke geschlachteten Hund.
Zu der Ernennung von Oberlehrern.
stetig zunehmende Abwanderung tüchtiger junger Lehrkräfte in andere Bundesstaaten stattfindet, die je langer je mehr auf den Schulbetrieb nachteilig einwirken muß. Zu dieser Abwanderung würde man, nicht zum Vorteil des Dienstes, verstärkten Antrieb geben, wenn man Oberlehrerstellen, für welche die Mittel bewilligt sind und bereit liegen, dauernd unbesetzt lassen wollte.
Angesichts der schwebenden Frage, so schreibt die„ D. 3tg." unter Bezugnahme auf die kürzlich erfolgte Ernennung von Lehramtsassessoren zu Oberlehrern, ob und wie etwa in der Staatsverwaltung fünftighin mit einer ver= minderten Anzahl von Beamten auszufommen wäre, hat die Regierung Anfangs Bedenten getragen, die fraglichen Stellen schon jetzt zu besetzen, doch mußten diese Beden fen hinter folgenden Erwägungen zurücktreten: Bis zum Augenblick sind 469 mit akademisch gebildeten Lehrern zu besetzende Stellen an den staatlichen höheren Lehranstalten als dauernd notwendig anerkannt. Von diesen 469 Stellen sind auch nach den jetzt vollzogenen Ernennungen nur 409 mit Oberlehrern besetzt, während 60 auch weiterhin von Lehramtsassessoren provisorisch verwaltet werden müssen. Sollte man daher wirklich demnächst zur Ansicht gelangen, daß die Gesamtzahl der akademisch gebildeten Lehrer ohne Schaden slir den Dienst vermindert werden könne, so böte das Vorhandensein dieser verhältnismäßig sehr großen Zahl nur provisorisch besetzter Stellen ausreichende Freiheit in der Entschließung. Zieht man vollends die akademisch gebildeten Lehrer an den höheren Bürgerschulen mit in Rechmung( wo die Zahl der provisorischen Stellen reichlich ein Drittel der Gesamtheit beträgt), so springt in die Augen, daß die Möglichkeit etwa als erforderlich erkannter Ver= minderung in weitem Umfange gedeckt bleibt. Uebrigens müßte bei den Entschließungen der Regierung auch in Betracht gezogen werden, daß seit den letzten Jahren eine
12)
Die Freundinnen.
Originalroman von Frene b. Sellmut H. ( Nachdruck verboten.)
,, Mit Vergnügen, gnädige Frau", rief er der hinauseilenden zu, reichte Sylvias Vater flüchtig die Hand und trat dann mit aufleuchtendem Blick zu seiner Braut. Er war ein sehr stattlicher Herr. Wenn auch die Haare an den Schläfen schon einen leisen, grauen Schimmer zeigten, so tat das der ganzen Erscheinung feinen Abbruch.
Er versuchte Sylvia an sich zu ziehen, doch sie wich ihm aus und reichte ihm nur die Hand, die er mit festem Drud umspannte.
,, Soll ich feinen Kuß bekommen, Sylvia?" fragte er ein wenig enttäuscht, und blickte ihr forschend in die Augen.
Du siehst doch, wir sind nicht allein-"
,, Aber Papa ist ja bloß da; der achtet doch nicht auf uns, das weißt du. Und außerdem: ,, habe ich nicht das Recht, meine Braut zu küssen?"
Fast heftig zog er sie in seine Arme. Mit sichtlichem Widerstreben ließ die junge Braut die Liebkosungen über fich ergehen.
Lokales.
Gießen, 12. April 1910.
* Provinzialausschuß. Kommenden Samstag sindet eine Sigung mit folgender Tages- Ordnung statt. 1. Bürgermeisterwahl zu Bußbach. 2. Enteignung von Gelände in Gemartung Schwaiheim zur Erweiterung des Bahnhofs Bad Nauheim; hier: Festseßung der Entschädigungen für die aus Flur 7 und Flur 1 in Anspruch genommenen Nummern mit Ausnahme der Nr. 251 1-10, 251 5-10, 250 3-10, 250 7-10 und 255 in Flur 7 und der Nr. 260-264 einschließlich der Flur 7. 3. Enteignung von Gelände in Gemarkung Bad Nauheim zur Erweiterung des Bahnhofs Bad Nauheim; hier: Festsetzung der Entschädig= ung.
-st Hess. Gauverband gegen den Alte= holismus. Seine zweite Tagung hält dieser Verband am 17. April d. I. in Offenbach ab. Langsam aber stetig gewinnt auch in Hessen, so schreibt man uns, die für unler Volk so bedeutsame Nüchternheitsbewegung Boden. Und wer mit offenen Augen durch die Welt geht und sieht, wel che entsetzliche Folgen der Altoholismus zeitigt, welche tiefe fortgesetzt volkswirtschaftlich schädigt und ihm den Kampf Wunden er unserem Volle schlägt und wie er unser Volk im Wettbewerb der Völker erschwert, der wird es begrüßen, daß der zweite Abstinententag gerade in Offenbach, der Industriestadt, tagt. Am Abend wird im großen Saal der Turnhalle ein Voltsabend stattfinden, in dem unter anderem Dr. Strecker- Berlin reden wird über das bedeutsame Thema:„ Alkohol, Arbeitgeber und Arbeitnehmer."
Ich denke," lachte Hugo, ich habe doch eine Belohnung verdient dafür, daß ich in dem abscheulichen Wetter eine Stunde weit geritten bin, nur um dich zu sehen, Ich hielt es nicht mehr aus daheim, ich hatte Sehnsucht nach dir! Ich dachte es mir so schön, wenn du erst gans und für immer bei mir bist; ba ließ es mir keine Ruhr ich mußte zu dir. Wein beftes Pferd ließ ich mir satteln, ich trieb es zur höchsten Eile an, ich flog förmlich hierher, and bubu macht ein Gesicht, als ob dir mein Besuch unangenehm wäre. Sog Sylvia du gabst mir doch bein Wort aus freiem Entschluß, nicht wahr? Niemand brängte dich blazu? Wie? Denn das, bet Gott, das wollte ich nicht! I will keine Frau haben, die mich mur nimmt, wett ich eine sogenannte gute Partie bin!"
!! Der Quittungsstempel bei den Ge= nossenschaften. Eine für die Genossenschaften sehr wichtige Entscheidung hat der Reichskanzler( Reichsschatz= amt) bezüglich der Verwendung des Quitsungsstempels im Geschäftsverkehr dieser Institute getroffen. Danach ist bei den Spar- und Darlehenstassenvereinen der Quittungsstempel nicht zu verwenden, wenn es sich um Guthaben handelt, über die nicht anders als im Wege der Barabhebung verfügt werden kann, und wenn außerdem die Zahlungen aus dem Guthaben ausschließlich gegen Vorlegung des Sparbuchs behuss Eintragung der Abhebung durch die Genossenschaft erfolgen dürfen.
-ph Strafe muß sein! Am Ende voriger Woche sah sich die Gewerbebant genötigt, zwei ihrer jüngeren Angestellten auf Knall und Fall zu entlassen. Als Ursache werden verschiedene Vorkommnisse angegeben. Mit beigetragen hat jedenfalls folgender Vorfall: Die beiden jungen Leute fingen in angetrunkenem Zustande am Abend vorher in einer Wirtschaft in der Ostanlage mit mehreren älteren Bürgersleuten Reibereien an und hielten den Betreffenden schließlich im Laufe des Wortwechsels ihre petuniären Verbindlichkeiten gegenüber der Bant vor. Nicht von den auf diese Weise Bloßgestellten, sondern von anderen Gästen des Lokales wurde dem Vorstand der Gewerbebant Anzeige von diesem Vertrauensbruch der Agestellten gemacht, die dann am nächsten Tage zur sofortigen Entlassung führte. Im Interesse der Wahrung der Geschäftsgeheimnisse einer so vielseitig in Anspruch genommenen gemeinnüßigen Anstalt ist diese Maßregelung nur anzuerkennen und vollkommen ge= rechtfertigt.
Sylvia schlug bei diefer direkten Frage die Augen zu Boben und war gaße daran, than alles zu gestehen. Und boch fand sie die rechten Worte nicht. Sollte sie ihm
* Von der Schule. In die Sexta des Gymna= siums wurden 26, in die unterste Vorschulklasse 32 Schüler neu aufgenommen.
== Unfall. In der Kaiser- Allee überfuhr das Rad eines hiesigen Bürgers einen Knaben, dessen Körper herbei verschiedene Verlegungen davontrug. Den Radfahrer trifft keine Schuld, wohl aber dürfte der Unfall auf die Fahrlässigkeit des Knaben zurückzuführen sein. Derselbe hatte sich nämlich an einen nach der entgegengesetzten Richtung fahrenden Wagen angehängt und war nach dem Abspringen in das Fahrrad geraten.
= h Unfall. Ein zweiter Unfall ereignete sich auf der Ostanlage. Ein aus der Umgegend nach Gießen ge= kommener Kutscher wollte auf sein in der Fahrt begriffenes Gefährt aufsteigen, glitt jedoch aus und geriet unter die Räder, wobei der Bedauernswerte einen Beinbruch erlitt.
Aus Hessen und Nachbargebiet.
* Mücke, 10. April. Ein ungewöhnlich großer Verkehr herrscht zur Zeit auf unserem Bahnhofe durch die Menge der hier ankommenden Baumaterialien, die alle
sagen, daß sie nur auf 3ureden der Tante seine Braut geworden, daß ihre Armut sie drückte, daß sie geglaubt hatte, Reichtum allein sei Glück? Daß sie sich unbeschreiblich fortsehne aus diesem Hause, fort von der Tante, in deren Nähe sie stets ein Frösteln empfand?
Nein, nein, das konnte, das durfte sie nicht, es fehlte ihr der Mut dazu.
,, Sylvia", mahnte Hugo dringender, ,, hast du keine Antwort für mich?"
Das flang so weich, so schmerzlich, daß das junge Mädchen etwas wie Mitleid empfand. Du mußt mir Zeit lassen," ,, es ist mir noch alles so ungewohnt
stammelte sie leise,
,, Ungewohnt?" fragte er verwundert, und bist both schon seit sechs Wochen meine Braut? Wie soll ich das verstehen? An das, was man liebt, braucht man sich gar nicht erst zu gewöhnen. Du bist mir so vertraut, als wären seit unserer ersten Begegnung schon Jahre vergangen. Aber das Verstehen, die Liebe wird auch bei dir noch kommen, nur das Eine will ich wissen: Hast du vor mir schon einen anderen geliebt, liebst ihn vielleicht noch? Habe ich einen Nebenbuhler zu fürchten?"
mittelst Fuhrverkehr an ihren Bestimmungsort, die Därfer der Umgegend, gefahren werden. materialien verrät den eifrigen Betrieb des Bauwesens in Diese Masse von Bau den Gemeinden. Die Bautätigkeit ist aber ein Gradmesser für den Wohlstand einer Gegend, den man ohne Ueber= treibung wohl als blühend bezeichnen muß. Die lange No lonne der mit Baumaterialien beladenen Wagen, die die Ohmstraße aufwärts ziehen, rufen auch die geplante Ohmtalbahn in die Erinnerung.
Sylvia errötete. Hugo bemerkte es, und eine tiefe Falte grub sich in seine Stirn. Doch als das Mädchen die Augen voll zu ihm aufschlug, spielte schon wieder ein Lächeln um seinen Mund.
* Grüningen. In der Generalversammlung der Märterschaft Grüningen- Dorf- Güll am Samstag, zu welcher sich gegen 100 Mitglieder eingefunden hatten, wurde zum 1. Märfermeister Heinrich Gottfried Marsteller zu Grü ningen und als dessen Stellvertreter Bürgermeister Kuht von Dorf- Güll gewählt. Als weitere 5 Vorstandsmitglie der wurden gewählt: Karl Leidig 1., Wilhelm Konrad Bingel, Jakob Christian Engel von Grüningen, Heinrich Sames 9., und Heinrich Schmidt von Dorf- Güll.
,, Nein, Hugo", versicherte die junge Braut eifrig. ,,, dann ist alles gut! Das war es, was ich fürth tete. Ich glaubte immer, daß dein Herz nicht mehr fret war. Aber jeẞt bin ich beruhigt, denn lügen nein- das kannst du nicht!"
* Büdingen, 10. April. Dem 35jährigen Steinbrucharbeiter Albert Seiler aus Langenbach wurde in dem Steinbruch der Gebrüder Bauer von einem sich lösenden Stein die Schädeldecke durchschlagen. Im Krankenhaus in Marienberg starb er kurz danach.
* Lauterbach. Da neue Scharlachfälle gemeldet wurden, ist die Wiederaufnahme des Schulunterrichts bis auf weiteres verschoben worden. Auch in den Dörfern Maar und Angerbach hält die Krankheit noch an.
Saale des Semina Standidaten treten mar ein. * Grebe Galmünster and fteinau geplant. zur Vogelsbergbe die Strede Laute
* Worm Stadtverordnetenv 1910 fchließt die gabe mit 3 703 58 3 088 126 insgefa * Webla nach seiner lebte 3369 Mitglieder.
firchen find neuerd rechnung ergab 19 Ausgaben. Das Es wurden an währt für 72 Ro Mart, zusammen feft hatten sich 5 Nauborn übertrag * Mainz dienstübung fand lebten Nacht in wurde von Teilen ausgeführt. Durd Nr. 63 wurden di Großen Sande, ro Die Uebung erreic * Darmst Darmstädter Bant die Verteilung ein Der Angliederun Industrie an die * Darm ausstellung des Jm Marktflügel
* Schlib, 10. April. Falsche Zweimartstücke mit dem Bildnis Ludwig 2. von Bayern und der Jahreszahl 1876 sind im Umlauf.
* Laubach. Mit einer kleinen Feierlichkeit wurde das Alumnat eröffnet. Von dem Gymnasium aus wurden der Anstalt 11 3öglinge überwiesen, weitere Anmeldungen stehen noch in Aussicht. Im ganzen wurden 30 Schüler in das Gymnasium neu aufgenommen, somit hat die Schü lerzahl wieder bedeutend zugenommen.
* Schotten, 11. April. Unsere Molkereigenossenschaft hat als eine der größten Oberhessens 480 Mitglieder; es wurden in 1909 etwa 2 Millionen Liter Milch verar beitet, der Geschäftsumsah belief sich auf eine halbe Million Mart.
* Schotten. Mehrere Versammlungen finden mor gen hier statt. Vormittags ist die Pfarrkonferenz des Defanats Schotten und gleichzeitig tagt eine Lehrerkonferenz für den Kreis Schotten. Nachmittags halb 3 Uhr beginnt die Hauptversammlung des hessischen Tierschutzvereins in der Krone.
* Mainz, 11. April. Der Kaiser passierte heute früh um 8 Uhr unsere Stadt. Gleichzeitig traf der Großherzog ein. Es handelte sich um die Besichtigung der neuen ober- und unterirdischen Förderbahn von Kriegsmaterial von einer Station zur anderen. Der Kaiser und der Großherzog fuhren die ganze Strede in ihren Kraft wagen ab.
* Butzbach. Ein Riesenwalfisch traf auf dem Viehmarktplatz hier ein. Derselbe hat hier allgemeine Bewunderung erregt. Bei diesem nordischen Wal hat man es mit einem Fischsäugetier von ganz enormer Größe zu tun.
* Bad Nauheim, 11. April. Heute mittag stattete der Großherzog und die Großherzogin unserem Bade einen längeren Besuch ab. Empfangen wurden sie von dem Großh. Kurdirektor Frhrn. v. Star d. Sofort nach dem Eintreffen unternahmen die hohen Herr schaften einen ausgedehnten Rundgang durch unsere gesamten Badeanladen. Längere Zeit verweilte der Großherzog bei der Besichtigung des Plaßes, der für die neue Trink furanlage bestimmt ist. Bei allen berührten Punkten ließ sich der Großherzog von den einzelnen Beamten eingehen den Vortrag halten. Nach dem Frühstück erfolgte die Abfahrt der hohen Herrschaften nach Lich zum Besuch der fürstlichen Verwandten.
Troß dieser zuversichtlichen Worte blickte er forschend in das schöne Gesicht Sylvias. Er streichelte liebtosend ihr weiches, glänzendes, rötlich schimmerndes Haar. Und lebhaft erzählend, fuhr er dann fort: Die Einrichtung meines Hauses ist nahezu vollendet. Deine Zimmer find schon ganz fertig. Ich will nichts verraten, aber du wirst überrascht sein, wenn du es siehst. Nichts habe ich ge spart, überall das Schönste und Beste ausgewählt. Denn bas Schönste nur ist mir gut genug für dich. In ein paar Tagen, wenn alles fertig ist, dann kommst bu,
* Kirch- Gön 3, 11. April. Gestern fand hier eine Generalversammlung des Provinzialverbandes oberhessischer Kaninchen- und Geflügelzuchtvereine statt. Dabei wurde be schlossen, eine Provinzialausstellung im September in Echzell abzuhalten.
* Aus der Wetterau, 11. April. Vorgestern Abend fand eine Wetterauer Bismarcfeier in der" Post" zu Reichelsheim statt. Aus vielen Orten der mittleren Wetterau waren Bewohner herbeigeeilt. Der Musikverein und der Gesangverein wirkten bei der Feier mit.
* Friedberg, 11. April. Die Handelskammer beschäftigte sich vorgestern in einer Sigung mit der Herrichtung eines dritten und vierten Gleises auf der Bahnstrecke Frankfurt- Gießen und beschloß, einen diesbezüglichen Antrag an die Eisenbahndirektion Frankfurt abzusenden. Auch der Antrag auf Erbauung einer Bahnlinie von Fried berg nach Ranstadt an der oberhessischen Strecke Gießen- Gelnhausen wurde aufs neue gestellt.
* Friedberg, 10. April. Am Montag, den 18. April, findet die Eröffnung des Prediger- Seminars im Fest
nicht wahr, Sylvia? Dann siehst du dir alles an, was ich für meine zukünftige Gattin zusammengetragen habe. Was die Liebe nur immer zu ersinnen vermag, schaffte ich herbei. Und dann, dann sagst du mir auch, wann die Hochzeit sein soll, nicht? Ich habe versprochen, die Bestimmung darüber dir allein zu überlassen und das werbe ich halten, aber allzu lange darfst du mich nicht warten lassen. Was soll uns auch die Verzögerung, wenn wir doch einmal zusammengehören für das ganze Leben?" Gesicht breitete.
Er zog seine Braut aufs neue an sich, und dabei entging ihm die tiefe Blässe die sich über das schmale, funge Gesicht breitete.
Ein leises Beben ging dur, die schlanke Gestalt. Von braußen vernahm man das Heranrollen eines Wagens. Sylvia richtete sich lauschend auf; dann warf sie einen raschen Blid durch das Fenster, und wie ein Aufatmen tönte der freudige Ruf von ihren Lippen: Ach- Maja! Wie schön, daß sie kommt, troß des schlechten Wetters."
Damit war sie auch schon zur Türe hinaus, ohne sich mit einem Wort bei ihrem Verlobten zu entschuldigen. In unbehaglichster Stimmung blieb dieser zurück. Daß diefe Maja auch gerade jeßt wieder kommen muß!" murmelte er ärgerlich, und laut sich an Sylvias Vater wendend, äußerte er unmutig: Weißt du, Papa, daß ich nachgerabe anfange, eifersüchtig zu werden auf diese geliebte Freundin! Sie wird mir in jeder Weise borgezogen, fie wird mit Viebkosungen überhäuft, während ich um die einste Gunst betteln muß!"
Laß sie", wehrte der Angeredete lächelnd.;, Die zwet Mädchen waren von jeher unzertrennlich. Man könnte faft fagen, fie fennen sich schon seit sie auf der Welt sind. Diese Freundschaft ist älteren Datums als die deine. Selbst als ich Sylvia einer Benfion übergab, wollten sie sich nicht trennen und Maja folgte schleunigst nach."
Wortfeßung folgt.)
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heim) nur 324 bach 12 Wahlma wahl aber nicht 33 Stimmen, w wird. Demnach wejene Wahltre finn zugefallen. mit einer Stim diesmaligen Wal
Bet Rieren als Nahrungsmit längerer Zeit erf gefocht wird, die
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