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Eine interessante Operation. Im Laufe der vergangenen Woche wurde in das Wachruschinsche Hospital in Moskau eine Kranke gebracht, die sich mit einer Sublimatlösung vergiftet hatte. Da im Laufe dreier Tage keine Harnentleerungen stattfanden, und ihr Zustand infolgedessen hoffnungslos wurde, nahm man bei ihr die Transplantation einer lebenden Niere von einem Affen vor. Gegenwärtig fühlt bie Kranke bedeutend besser. Die Nachricht klingt etwas abenteuerlich, doch tst es bei dem heutigen Stand der chirurgischen Technik von Transplantationen lebender Gewebe mmerhin möglich, daß in einem verzweifelten alle erfolgreich der Versuch gemacht wurde, die Niere eines Affen ju transplantieren.
Der mißglückte Aufschwung im Koupee. Ein eigenartiger Vorfall im Eisenbahnabteil wird aus Konih, Westpreußen, gemeldet. Ein Reisender des von Schneidemühl nach Dirschau fahrenden Mittagszuges versuchte in einem Abteil an einem Balken einen Aufschwung zu machen, hierbei stieß er mit dem Kopfe in die Fensterscheibe und zerschnitt sich an mehreren Stellen Kopf, Hals und Hände. Auf dem Bahnhofe in Konig Iteß er sich verbinden und behauptete, er wäre im Zuge überfallen und mit einem Hammer niedergeschlagen worden. Nachdem er durch diese Aussage das gesamte Bahnpersonal und die Poltzet in Bewegung gesezt hatte, erklärte er treuherzig, daß er den Ueberfall erdichtet habe, um die zerbrochene Fensterscheibe nicht bezahlen zu müssen. Mit erheblicher Verspätung konn- Der hinkende Bote in te der Bug seine Fahrt fortseßen. Gestalt eines gepfefferten Strafmandats für den erfinderischen Passagter dürfte bald nachfolgen.
Der Brand des Athener Königsschlosses. Es ist lebt unzweifelhaft festgestellt worden, daß der Brand des Königsschloffes durch einen unglücklichen Zufall entstanden ist. Das Feuer ist im dritten Stockwerk, das ganz unbewohnt war, infolge eines Kurzschlusses zum Ausbruch gekommen und wurde erst bemerkt, als eine Reihe von Simmern schon in bellen Flammen stand. Die historisch wertvollen Archive bes Schlosses find übrigens gerettet. Die Ueberreste des Schlosses werden vollständig niedergelegt werden, um einem mehr modernen Prachtbau Platz zu machen.
Cook endgültig fallen gelaffen. Am Sonnabend find in Kopenhagen die Originalpapiere", die die beiden amerikanischen Kapitäne Lohse und Dunkle für Dr. Cook fabriztert haben, eingetroffen. Doch sind nicht, wie bisher von Dr. Cook stets behauptet worden ist, zwei Notizbücher vorhanben, sondern nur ein einziges. Dr. Cook hat erklärt, daß er über den Verbleib des zweiten Notizbuches keine Angaben machen könne. Die Universitätsbehörde, die sich mit der Prüfung der Cookschen Papiere zu befassen hat, hat da= rauf den Sekretär Dr. Cooks um Angabe des jetzigen Aufenthaltes Cooks gebeten. Dieser weigerte sich jedoch, Cooks gegenwärtige Adresse anzugeben. Darauf hat die Universitätsbehörde erklärt, daß sie nicht nur mit Cook, sondern auch mit Herrn Lonsdale nichts mehr zu tun haben wolle. Eine Stimme für Cook. Die Prager Bohemta" erhält von dem bekannten Nordpolforscher Julius v. Payer eine Buschrift, in welcher dieser für Dr. Cook Partei ergreift. v. Payer erklärt, daß namentlich die Preffe, wenn auch unverschuldet, an der Verbreitung der falschen Nachrichten über Cook Schuld trage, und erklärt, daß Dr. Cook feine Beweise noch in Grönland liegen habe, und diese erst herbeigeschafft werden müßten, bevor man über Dr. Cook den Stab brechen könne. Jedenfalls set er der Letzte, der Dr. Cook aufgebe.
Die Mörder König Humberts entdeckt? Die Wiener Meichspoft veröffentlicht dte Meldung eines italienischen Blattes, der zufolge die italienische Polizei zwet Gastwirte in Livorno unter dem Verdacht der Mittäterschaft bei der Ermordung König Humberts verhaftet habe. Wie erinnerItch, glaubte man schon unmittelbar nach dem Schreckenstage von Monza am 29. Jult 1900 an die Mittäterschaft mehrerer Personen. Insbesondere der Leibarzt des Königs wtes darauf hin, daß dessen Leichnam zwei verschiedene brette tödliche Schußwunden zeigte, woraus zu schließen set, daß mit mindestens zwei Tätern zu rechnen wäre. Auch die Kutscher des Hofwagens wollten vter bis fünf Individuen bemerkt haben, welche Verwirrung unter er an= wesenden Menge zu stiften suchten.
Selbstmord eines Jugendlichen. Auf dem Eisenbahngeleise bei der Statton Großgleidingen zwischen Peine und Braunschweig wurde Sonnabend morgen der 13fährige Schüler G. Krane der katholischen Schule zu Großkleidingen tot aufgefunden. Der Junge, der als gutmütig und brav geschildert wird, hatte zu Weihnachten ein nicht so günstiges Beugnis wie sonst erhalten und auf diesem die Unterschrift ber Mutter gefälscht. Der Lehrer erkannte die Fälschung, und dieser Umstand hat den Jungen, der sich bereits am Donnerstag von zu Hause entfernt hatte, in den Tod getrieben. Auf einem zurückgelassenen Zettel standen die Worte: Ade auf immer. Es wird mir sehr schwer.
Die Köpenickiade in Gelsenkirchen. Der verhaftete Betrüger Reinhardt, der sich dem Oberbürgermeister von Gelsenkirchen als Assessor vorstellte und die Absicht aussprach, eine Geschichte der Stadt Gelsenkirchen zu schreiben, arbeitete etwa vier Wochen in dem ihm zugewiesenen statistischen Bureau und in anderen Abteilungen. Hier benutte er Briefbogen und Kuverts mit der Aufschrift: Bürgermeisterei Gelsenkirchen", um eine größere Anzahl Bestellungen an zahlreiche Geschäfte aufzugeben. Die Waren mußten ihm stets ins Rathaus gesandt werden. Als schließlich sich die Rechnungen zu sehr gehäuft hatten, verschwand der Betrüger. Er hat in mehreren rheinischen Städten dasselbe Manöver ausgeführt. Er ist der Sohn eines Bergmannes aus der Umgebung von Bochum und hatte in Bonn, Kiel und Nostock Jus studiert und auch das Referendarexamen bestanden.
Ein gefährlicher Abenteurer. Der 22jährige Maschinist eines Hamburger Dampfers hatte, veranlaßt durch das Lefen von Schundromanen und Detektivgeschichten, den mehr als seltsamen Plan gefaßt, mit Hilfe einiger Matrosen auf der Fahrt von Neuyork nach Südamerika die Schiffsoffi= ziere zu ermorden und sich ihrer Waffen, sowie der Schiffsladung, bestehend aus 1½ Millionen Dollars in Goldbarren zu bemächtigen! Hierauf sollte der Dampfer, der auch 3500 Kisten Gasolin geladen hatte, in die Luft gesprengt oder durch Anbohren versenkt werden. Der Maschinist überfiel den ersten Offizier und versuchte, ihn zu erwügen. Der Plan mißlang aber. Dann eilte der Verbrecher in den Bagerraum, um die Ladung in Brand zu sehen. Inzwischen hatte ein Schiffsjunge den verbrecherischen Anschlag aber dem Kapitän verraten, der den Anstifter nach hartem Widerstand festnehmen, in Eisen legen und in Pernambuco an Land seßen ließ. Der dortige deutsche Konsul sandte den gefährlichen Verbrecher mit dem nächsten Dampfer nach Hamburg. Der Seeräuber stammt aus Mecklenburg und hat bereits in Amerika ein abenteuerliches Leben geführt. Eine Neuerung im Londoner Postverkehr. Die eng
Telefon haben. Der Absender tann vorschreiben, zu welcher Beit die Mitteilung übermittelt werden soll, und wenn darüber keine Bestimmung getroffen worden ist, erfolgt die lebermittlung um 19 Uhr morgens.
Aenderungen der spanischen Hofetikette. An keinem Hofe Europas ist bisher mit solcher Zähigeit an der seit Jahrhunderten übernommenen Etikette festgehalten worden wie in Spanien, und es ist daher ein Ereignis in der höfischen Welt, daß König Alfons XIII, die Etikette seines Hofes den Anforderungen der Bett anpassen will. Tatsächlich sind die strengen Formen höfifchen Herkommens sett den Tagen der Königin Isabella häufig durchbrochen worden; während Ferdinand VII. noch einen Ministerpräsiden= ten entließ, der seine geheiligte Hand berührt hatte, machte sich die Königin Isabella von dem bis dahin streng innegehaltenen Beremoniell in vielen Punkten fret und hielt es nur zum Scheine aufrecht. Eine der bizarrsten Vorschriften der königlichen Hofordnung ist die allabendliche feierliche Schließung der Tore des königlichen Palastes in Madrid. Obwohl der Palast längst durch elektrisches Licht beleuchtet wird, begibt sich dennoch jeden Abend um 11 Uhr ein diensttuender Kammerherr, von einigen Dienern begleitet, die uralte Laternen tragen, zur Palastwache, um dort von et= nem anderen höheren Hofbeamten einen mächtigen Schlüf= fel in Empfang zu nehmen, mit dem er die Tore des Palastes zu schließen hat. Diese Szene tst um so drolliger, als der gewaltige Schlüffel in das moderne Schlüsselloch nicht mehr paßt. Die Rückgabe des Schlüffels an einen dritten Kammerherrn findet nach dem Schließen der Tore mit etnem modernen Schlüssel ebenfalls mit schwerfälligen Förmlichkeiten statt. Auf mittelalterlichen Gebräuchen beruht auch der Nachtdienst der Kammerherren, die trotz der ausreichenden militärischen Wachen nachts durch die weiten Korridore des mächtigen Schlosses wandeln müssen, um den Schlaf ihres königlichen Herrn zu behüten.
Die Langlebigkeit der Musiker. Mit der Frage, welchen Einfluß die Musik auf die Lebensdauer der Künstler ausübt, die sich ihr berufsmäßig widmen, hat Otto Keller in München sich eingehend beschäftigt und eine Statistik von rund 670 Komponisten und Berufsmusikern aufgestellt, deren Ergebnisse er in der Allg. Musikztg." mitteilt. Daraus geht hervor, daß die durchschnittliche Altersgrenze, die sonst gewöhnlich zwischen das 60. und 70. Lebensjahr fällt, bei den Musikern zwischen das 70. und 80. Jahr zu setzen ist. Von den 670 Musikern aller Zeiten und Nationen, die Kellers Statistik berücksichtigt, sind nur 6 vor dem dreißigsten, nur 22 vor dem vierzigsten, nur 40 vor dem fünfzigsten Lebensjahr gestorben. Auch im sechsten Jahrzehnt bewegt sich die Anzahl der Todesfälle noch in sehr niedrigen Ziffern, die höchsten Zahlen werden erst im 8. Jahrzehnt erreicht, also zwischen dem 70. und 80. Lebensjahre. Auch die Zahl der älter als mit neunzig Jahren verstorbenen Musifer ist verhältnismäßig erheblich.
Einzige Erinnerung. Patient( nach der Operation): „ Herr Professor erinnern sich wohl garnicht mehr, daß Sie mich vor fünf Jahren mal operiert haben?"- Professor ( nachdenklich): Ja, ja, Ihre Leber kam mir gleich so befannt vor!"
Kurort. Das soll ein Moorbad sein? Das Wasser ist doch ganz klar."" Oh, nur zu Beginn der Satson!"
Vor Gericht. Richter:„ Sie weichen ja in Ihrer Aussage ganz bedeutend von fener des Zeugen ab!"- Angeklagter: Natürlich! Hätten Sie mich früher gefragt, so wäre der andere abgewichen!"
Ein Held der Wissenschaft.
Man schreibt der Frff. 3tg." aus Neuhort: General " Jim" Smith, der kalifornische Advokat und Publizist, ei ner der populärsten Männer des fernen Westens, erzählte vor einiger Zeit im Preßklub zu San Francisco eine Geschichte von Heldenmut und Todesverachtung, wie man sie nicht alle Tage zu hören bekommt. Ein junger Gelehrter Dr. William Jones, war im Auftrage des Kolumbischen Museums von Chicaga nach der Philippineninsel Mindanao gekommen, um dort unter den Flongoten anthropologische und ethnographische Studien zu machen. Zur Vervollständigung seiner Arbeit fehlte ihm noch die Bes obachtung der beim Tode eines Häuptlings üblichen Leichenfeier, aber die Frist seines Aufenthaltes war abgelaufen, und Dr. Jones rüstete sich bereits zur Heimreise, als ganz unerwartet der Vorsteher des Flongotendorfes am Cagayanflusse, wo der Gelehrte mitten unter den Gingeborenen mehrere Monate gelebt hatte, starb. Fremde sind. indes bon derartigen Totenfeiern streng ausgeschlossen, Jones begab sich nach der Hütte, wo die Zeremonie stattfand, und wohnte ihr bei, ohne daß man ihn daran behindert hätte. Nur die finsteren Mienen der Teilnehmer verrieten den Groll über das unberufene Eindringen des Amerifaners. Nachdem Jones sich wieder entfernt hatte, hielten die Flongoten eine Beratung ab, bei der sie alle darin übereinstimmten, daß die Seele des Verstorbenen durch die Tat des Fremden in ihrer Reise nach dem Jenseits gestört worden sei, und sie beschlossen als einzigen Ausweg den Tod des Eindringlings. In Erkenntnis der Gefahr hatte Jones bereits seinem Diener, einem aufgeweckten, ihm treu ergebenen jungen Eingeborenen, Weisung gegeben, sein Gepäck nach dem Boot zu schaffen, in dem er das Dorf verlassen wollte, und er war eben auf dem Wege zum Flußufer, als ihn die Schar der Rächer entdeckte. Der Angriff erfolgte sofort. Dr. Jones wurde in der Höhe der Hüfte von einem Speer durchbohrt, und als er seinen Revolver zog, trennte ein Bolohieb seine rechte Hand beinahe gänzlich vom Arm, so daß die Waffe zu Boden fiel. Ein zweiter Streich des furchtbaren Messers verursachte ihm eine schwere Kopfwunde. An Rettung war nicht mehr zu denken. Aber sein Diener, der sofort herbeigeeilt war, hatte den Revolver aufgehoben, und es gelang dem treuen Burschen, die Angreifer in Schach zu halten, den Gelehrten ins Boot zu ziehen und vom Ufer abzustoßen. Dr. Jones hatte, troß der tödlichen Verlezungen, das Bewußtsein nicht verloren. Vollkommen ruhig entnahm er mit der unverlegten Hand seinem Patronengürtel immer neue Munition und reichte sie dem Burschen, bis auch der leßte Gingeborene, die durch Schwimmen ihr Opfer zu erreichen suchten, vor dem ununterbrochenen Feuer zurückgewichen war. Und während nun das Fahrzeug mittstroms den Cagayan hinuntertrieb, gab der Gelehrte feinem Begleiter genaue Anweisung, wie er seine Sammfungen und Aufzeichnungen an die richtige Adresse gelangen lassen sollte, und setzte in furzen Zügen sein Testament auf. Noch einmal raffte er seine Kraft zusammen und schrieb im ungelenken Zug der Linien einen Abschiedsgruß an die Braut im fernen Virginien. Dann sant er langsam vornüber.. In der friedlichen Stille tropischer Vegetationsbracht, gewiegt vom schwanken Boot; träumte ein Held den lezten Traum von Ehre und Glück.
liſche Boſt wird in dem neuen Jahr eine intereſſante Neue- Ein Hospital in der Erde versunken.
rung einführen. Bisher wurde in London am Sonntag Fetne Poſt ausgetragen, was natürlich in sehr vielen Fällen etne große Unbequemlichkeit bedeutete. Man mußte die Briefe durch besondere Boten zustellen lassen, wenn Abfender und beffat in der Sauptſtadt wohnten, und von Adressat
gen nur durch den Draht geschehen. Auch künftighin sollen Sonntags keine Briefe zugestellt werden, aber man kann am Samstag abend für den billigen Preis von 25 auf einer besonderen Art von Karten an Londoner Adressen Mitteilungen schicken, die am Sonntag morgen von den Postbeamten durch das Telefon an den Adressaten weitergegeben werden. Natürlich muß der Adressat ein eigenes
Ein schweres Unglück, dem eine ganze Anzahl von Menschen zum Opfer gefallen ist, hat sich auf einem staatlichen Erzbau in Kärnten ereignet. Nach einer an das Mt
niſterium der öffentlichen Arbeiten in Wien gerichteten MitRaibi( Kärnten) ist Sonnabend mittag das dortige zum stattlichen Bergbau gehörige Hospital infolge des Bruches eines Verhaucs in dem gräflich Henckelschen Grubenfelde unter Tag versunken und eingestürzt. Hierbei sollen nach den bisher vorliegenden Nachrichten sieben Personen tödlich verunglückt sein. Der Minister der öffentlichen Arbeiten bat mehrere Beamte zur Mitwirkung on den berapolizei
lichen erhebungen noer die arsagen dieses Unglücks sowie zur Anordnung der sonstigen Maßnahmen entsandt.
Der Unglücksfall ereignete sich mittags. Er entstand durch einen Abbruch im Bergbau, und er schien anfangs viel größeren Umfang zu haben, da er sich zur Ordinationsstunde des Arztes Dr. Wessely ereignete, der nicht nur der Bergwerksarzt ist, sondern auch gleichzeitig der Arzt der Soldaten der umliegenden Forts. Wie sich herausstellte, find außer dem Arzt, seiner Frau und seinem Kinde sowie zwei Hilfspersonen des Arztes auch die Krankenwärterin Langsteiner und ihr Mann dem Unglück zum Opfer gefallen. An eine Rettung war nicht zu des fen, da das Spital unter den Erdboden versunken war und an der Stelle, wo sich das Gebäude befunden hatte, sich ein Hohlraum bildete. Militär und Bergknappen begannen sofort eifrig mit Arbeiten an der Unglücksstelle. Mehrere Nachbarhäuser mußten wegen Einsturzgefahr geräumt werden. Das Spital ist nur ein Notspital, das im allgemeinen einen Belegraum von nur acht bis zehn Betten hat da ernstlich Erkrankte nach Klagenfurt überführt werden. Der verunglückte Arzt war erst seit anderthalb Jahren verheiratet. Der Unolidsfall ist auf einen Abbruch zurückzuführen, und die Untersuchung der Bergbehörde wird ergeben, ob der Abbruch neueren Datums tst oder noch auf die Franzosenzeit zurückgeht, in der Raibt einer der reichsten Bergbaue in der Monarchie war. Das Grubenfeld, auf dem sich das Unglück ereignete, gehört dem Grafen Hendel, der eventuell für den Schaden aufzukommmen haben wird, falls die Untersuchung ergeben sollte, daß der Abbruch neueren Datums ist. Einer weiteren Meldung zufolge beginnt der trichterförmige Hohlraum, in den das Hospital mit seinen Fits sassen versurfen ist, sich langsam mit Wasser zu füllen. Man fürchtet, daß eine Anzahl von Nachbarhäusern das Schicksal des Krankenhauses teilen wird.
Drabtnachrichten und Deaestes.
Defizit im preußischen Etat.
Berlin, 10. Januar. Wie die Morgenpost aus bester Quelle erfährt, wird der neue preußische Etat ein übles Gesicht zeigen. Er weist troß aller Anstrengungen, die gemacht wurden, um ihn zum Balancieren zu bringen, ein Defizit von nicht weniger als 93 Millionen auf. Die Besoldungsreform hat mehr gekostet als man ursprünglich annahm. Die Ausgaben beliefen sich auf volle 200 Millionen. Die Ueberschüsse der Eisenbahn sollen sich nicht gut entwickelt haben.
Choleraverdacht.
Berlin, 10. Januar. Unter Choleraverdacht wurde gestern nachmittag der 25jährige Artist Erich Rosenthal aus Petersburg in das Rudolf Virchow- Krankenhaus ein. geliefert.
Schwere Bluttat in Berlin.
Berlin, 10. Januar. In der Marienburgerstraße vor dem Hause Nr. 19 trug sich in den heutigen Morgenstunden eine schwere Blutat zu. Der 18jährige Kutscher Wiechmann geriet mit dem 27jährigen Kaufmann Walter Gronau aus der Allensteinerstraße wegen eines Mädchens in Streit. Nach kurzem Wortwechsel zog Gronau einen Revolver und gab drei Schüsse auf Wiechmann ab. Während Wiechmann zusammenbrach, versuchte der Täter zu fliehen, wurde aber festgehalten und zur Polizei gebracht. Wiechmann starb auf dem Transport nach dem Krankenhause. Seine Leiche wur de nach dem Schauhause gebracht.
Nächtlicher Revolverkampf.
Berlin, 10. Januar. Ein nächtlicher Revolverfamp spielte sich heute Montag früh gegen 2 Uhr in der Lands berger Allee qb. Dort gerieten etwa 20 Personen in Streit, wobei etwa 10 Personen durch Revolverschüsse und Messerstiche schwer verletzt wurden.
Tödlicher Automobilunfall.
Berlin, 10. Januar. Durch das Automobil des Polici präsidenten von Jagow wurde gestern mittag Unter den Linden, während der Polizeinräfident in der Mittelpromenade spazieren ging, die 69fährige Postschaffner Rückert überfahren und schwer verletzt. Er starb nach der Einlieferung in die Klinik.
Drama in einer Laubenkolonie.
Berlin, 10. Januar. In der Laubenkolonie in der Seestraße vergifteten sich gestern abend der Galvaniseur Instinski und eine Frau Erdmann mit Zyanfalt. Die Frau, die noch schwache Lebenszeichen von sich gab, wurde in das Krankenhaus geschafft.
Schwere Dynamitexplosion.
Gleiwit, 10. Januar. In Schwientochlowit erfolgte gestern eine schwere Dynamiterplosion. durch die ein Grubenarbeiter getötet, zwei lebensgefährlich und zwei leichter verletzt wurden.
Vereiteltes Attentat auf eine Schule. Bochum, 10. Januar. Im benachbarten Guennigfeld fand man hinter der evangelischen Schule drei mit einer angebrannten Zündschnur versehene Dynamitpatronen, die auf der Kruppschen Zeche„ Hannover" gestohlen worden waren.
Einbrecher in der Kirche.
Dortmund, 10. Januar. In Hennen bei Schwerte brachen Kirchenräuber in die katholische Kapelle ein, richteten arge Verwüstungen an, demolierten die Kirchengeräte und erbrachen und beraubten den Opferstock.
Kundgebungen von Pariser Handelsangestellten. Paris, 10. Januar. Gestern mittag veranstalteten Angestellte von Kolonialwarengeschäften eine Kundgebung und versuchten, einen Laden dieser Branche zu plündern. Die Polizei trieb sie auseinander und nahm drei Verhastun
gen vor.
Eine bestialische Tat.
0 Trier, 10 Januar. Am Sonnabend wurde an der Bahnbaustrecke in der Nähe der Station Willwerath ein 25jähriger Kroate im Mühlenteich tot aufgefunden, der in geradezu viehischer Weise ermordet worden ist. Die Leiche hatte drei bis vier tödliche Stiche am Halse und 10 bis 15 an den übrigen Körperteilen. Die Uhrkette und ein Geldbetrag waren geraubt. Als Täter sind zwei Kroaten im Alter von 18 bis 19 Jahren verhaftet worden. Ein mißglücktes Experiment.
0 Paris, 10. Januar. Das von einer Gruppe von Bergleuten betriebene Bergwerk Thieur bei St. Etienne wird demnächst zur öffentlichen Versteigerung kommen, da es nicht mehr lebensfähig ist.
Rabiate politische Gegner. Madrid, 10. Januar. Der Geistliche Cafeador wurde wegen eines von ihm veröffentlichten Zeitungsartikels auf der Straße von politischen Gegnern überfallen und so lange mit Stöcken geschlagen, bis er bewußtLos zusammenbrach. Er hat lebensgefährliche Verlegungen davongetragen.
Brand des Palais des Grokfürsten Nikolans. Petersburg, 10. Januar. Die Feuerwehr wurde gestern unter dem Alarm Großfeuer nach dem Palais des Großfürsten Nikolaus Nikolajewitsch gerufen, das im Ben trum der Stadt gelegen ist. Das Feuer ergriff den Flüget im Hofe, wo Motor- und Equipagenremisen und nebenan Ställe für 12 Pferde untergebracht sind. Dort war ein Faß Benzin explodiert, wodurch ein Chauffeur und ein Kutscher sofort getötet und verbrannt wurden. Die Pferde wurden gerettet. Das Feuer ergriff sämtliche vier Stock werke des Hofgebäudes. Die Frauen der Bediensteten und die Kinder flohen über die Dächer und wurden von der Feuerwehr gerettet. Die Kunstschäße wurden ebenfalls ge rettet. Der Brandschaden wird auf eine Million geschäßt. Zwei Feuerwehrleute wurden bei den Rettungsarbeiten schwer verletzt.


