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** Der Großherzog empfing gestern u. a. den Provinzialdirektor der Provinz Starkenburg Fe y. und den Medizinalrat Dr. Nebel von Friedberg.

* Aus Lehrerkreisen. Die Obmänner der Lehrervereine hatten vor kurzem in einer Eingabe an die Kreisschulkommission um Erhöhung der Vergütung für den Fortbildungsschulunterricht nachgesucht, welchem nun die obige Behörde durch eine Heraufsehung der betreffenden Entschädigung auf 1,25 Mt. für die Stunde stattgefunden hat.

das nicht an das Leben und Treiben des Kindes in der, er auch im abgelaufenen Jahr bestrebt war, seiner Aufgabe Zeit vor dem Schulbesuch anknüpft. Denn die Schule ver- gerecht zu werden, wenn auch die Mittel, die ihm zu Ge­langt, daß es die toten Formen des Schreibens und Rech-| bote standen, recht bescheiden waren. nens mit den Augen erfossen und mit der Hand mittels des Schieferstistes darstellen soll. Diesen Mängeln kann nur eine Arbeitsschule abhelfen, welche sich von den gewöhnlichen Schulen dadurch unterscheidet, daß sie den Anschauungsun terricht mehr betont, der mit der besseren technischen Vor­bildung für das Handwerk oder die Industrie den Vorzug einer Annäherung an die frühere Beschäftigungsweise des Kindes vereinigt. Der Lehrplan darf aber nur allmählich von dem bis zum Eintritt in die Schule gepflegten Spiel zu der Arbeit überleiten. Zu diesem Zweck sollen Ausflüge und ähnliche Veranstaltungen des Lehrers die Kinder mit der Natur bekannt machen. Die Aufgabe des Lehrers be= steht hierbei nur darin, das Kind ein Blatt oder irgend einen anderen ähnlichen Gegenstand mit dem Schieferstift darstellen zu lassen. Auf eine gleiche Weise lernt das Kind dann leicht das Schreiben, indem es sich rasch an die be­reits gemalten Buchstaben erinnert. An diese Anschauung und namentlich auch an das in den Oberstufen später von den Knaben geübte Modellieren knüpfen auch die anderen Unterrichtsfächer an. Die Arbeitsschule geht also darauf hinaus, die Sinne zu üben und damit auf die spätere Le­bensstellung besser vorzubereiten. Bei den Mädchen würde es sich hierbei um die Einführung in die häuslichen Ver­richtungen handeln. Deshalb verliert die Schule noch nicht ihren Charakter als Lernschule, denn die gewöhnliche Schule erhält nach dieser Abänderung nur besondere Nebenklassen, welche dem praktischen Fortbildungsunterricht Rechnung tragen. Einzig und allein durch eine gute technische Vor­bildung des zum Handwerk und Industrie übergehenden Nachwuchses wird Deutschland imstande sein, auf dem Welt­markt mit den anderen Staaten in Wettbewerb treten zu können. Die Schule der Zukunft kann darum nur die Ar­beitsschule sein!"( Beifall.)

An der sich daran anschließenden freien Aussprache be­teiligten sich Herr Schreinermeister Müller, der sich gegen das Verhalten der Schule gegenüber dem Handwerk wandte und Herr Schulrat Scheerer, welcher den Vorredner in entgegenkommenster Weise über die Gründe dieses Verhal­tens unterrichtete. Nach einigen Bemerkungen des Lehrers Schmidt bezüglich des Handwerks, schloß der Vorsitzende um 11 Uhr die Versammlung.

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Verkehrsverein Gießen.

Aus dem Geschäftsjahr 1909 dieses mehr im Stillen tätigen Vereins sei folgendes der breiten Deffentlichkeit be­fannt gegeben:

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Der Ausschuß und Vorstand tagten in 19 Sibungen. Es wurden 5000 Führer durch die Stadt Gießen, 10 000 tervollständigte Stadtpläne mit vierfarbigem Druck und 5000 Universitätspläne hergestellt. Die Versendung an Verbands­Vereine, Universitäten, Badeverwaltungen, Sommerfrischen und Interessenten beanspruchte zirka 3500 Führer. Stadtpläne überließ man fostenlos der hiesigen freien Stu­dentenschaft für deren gleiche Zwecke verfolgendes Führer­unternehmen. Zugleich mit der Herausgabe des Führers beschloß der Vorstand die Ausstellung eines Automaten, der den Führer für 10 Pfg. verkauft. Dant dem Entgegen= kommen der Bürgermeisterei konnte derselbe gegenüber dem Bahnhofsgebäude, wenn auch im Freien, aufgestellt den. Die Einrichtung eines Verkehrstages und Schaufen­ster- Wettbewerb wurde, nachdem die elektrische Straßenbahn eröffnet, mit dem Bürgerverein und verschiedenen Interes­sentengruppen und einer Kommission am fupfernen Sonn­tag durchgeführt. Ueberaus günstiges Wetter und eine Reihe von außerordentlich wirksamen Einrichtungen, die Mitwirk­ung unserer Stadtverwaltung, des oberhessischen Geschichts­vereins, das Entgegenkommen der Theaterdirektion und nicht zuletzt die durchweg geschmackvollen Schaufensterdekorationen brachten einen vollen Erfolg des ersten Gießener Verkehrs­tages, wenn auch die Kauflust der Besucher unserer Stadt größer hätte sein können.- Der Verkehrsverein hat die Aufgabe, unsere Stadt und deren herrliche Umgebung be­fannt zu machen und dadurch nicht nur den vorübergehen den Verkehr, sondern auch seßhafte und kapitalfräftige Leute nach unserer Heimatstadt zu lenken. Auskünfte, zahllose An­fragen über Stadt und Umgebung, Wohnungs- Verhältnisse, Lebensweise, Spaziergänge, wissenschaftliche und gesell= schaftliche Unterhaltungen hatte seine Geschäftsstelle zu er­ledigen. Das Interesse für Gießen ist un­zweifelhaft ein lebhafteres geworden. Das beweisen die vielen Anfragen von außen, seitens Rent­nern, Pensionären, Studenten und Abiturienten von höh= eren Lehranstalten, die, wie festgestellt werden konnte, viel­fach auf unsere Führer zurückzuführen waren. Auch bei der Verkehrsverein beteiligt dem Besuche Parsevals war und an seinem Plazze. Der Verkehrsverein darf sagen, daß

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Der Fall Welshofen.

Kriminalroman von M. Kossat.

( Nachdruck verboten.)

Aber sie soll mich noch kennen lerner" schrie sie, die Faust drohend schüttelnd. ,, Mariette Verdi läßt sich un­gestraft nichts gefallen, sie weiß sich zu rächen rächen!"

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Punkt halb acht klingelte es an der Entreetür- Brüm­mel war mit militärischer Pünktlichkeit erschienen. Lina ging öffnen und ihr Freund stand auf der Schwelle, den Finger an den Mund legend, um einen unvorsichtigen Ausbruch ihrer Wiedersehensfreude zu verhindern; unter dent Arm trug er ein Kästchen, wie es Geschäftsreisende bei sich zu führen pfegen.

,, Die Signora Brusio zu Hause?" fragte er laut. Nein, die Signora ist ausgegangen," stammelte

Lina.

Ich wollte nur anfragen, ob sie nicht Bedarf an feinen Likören hätte. Meine Firma" und nun erging der geschmeidige Detektiv sich in einen Redeschwall, welcher die Anpreisung seiner Ware zum Gegenstand hatte. Aber wenn die Signora auch nicht daheim ist, so würden Sie Fräulein, doch vielleicht- ich möchte mich glücklich schäßen Sie zu meinen Kunden rechnen zu dürfen. Eine kleine Probe steht gern zu Diensten und," bevor die Köchin noch zu antworten vermochte, hatte Brümmel sich bereits dur die Tür gedrängt und ein paar Minuten später stand er schon im Salon, sich ehrfurchtsvoll vor der dort sizenden Marietta verneigend.

,, Die Damen gestatten" er öffnete sein Kästchen und entnahm ihm eine Anzahl fleiner Flaschen, die er bor den gierigen Augen der Verdi auf den Tisch stellte. Danke bestens, mein Fräulein- wandte er sich an Lina, die hinauseilen wollte, um Gläser zu holen- brauche nichts, ist alles hier unsereiner hat dergleichen immer bei der Hand."

Er packte die Gläser aus und goß sie aus eine Flasche mtt lockendem goldig gelben Inhalt voll.

Auf Ihr Wohl meine verehrten Damen," rief er, Jein Glas gegen Lina und Marietta erhebend, nachdem

* Aus dem Vereinsleben. In der kürzlich in Gießen stattgefundenen Hauptversammlung des Verban­des hessischer Defanatserziehungsvereine wurde u. a. der Jahresbericht für 1910 erstattet, nach welchem der Obhut des Verbandes 1160 3öglinge unterstanden, von denen wiederum 883 3wangszöglinge waren, während sich 273 Zöglinge freiwillig dem Verbande unterstellt haben. Einen besonderen Reiz gewann die Hauptversammlung durch einen Vortrag des Prof. Mittermaier über Die Entwick­lung des Gedankens der Fürsorge statt der Strafe im Rechte Deutschlands und des Auslandes", der dem Redner reichen Beifall eintrug. In der sich daran anschließenden freien Aussprache befürwortete Oberstaatsanwalt ang eine Ein­gabe an das Justizministerium, welche für ein innigeres Zusammengehen der Gerichte mit den Erziehungsvereinen sorgen soll. Nach weiteren ähnlichen Ausführungen Herren Defan Scriba- Erbach, Prof. Klumter- Frankfurt suchte Kirchenrat D. Schlosser- Gießen den Nutzen darzulegen, wel­chen Anstalten für vorläufige Beobachtung von Zöglingen mit sich bringen würden. Der Versammlung wohnten sämt­liche Geschäftsführer der oberhessischen Vereine bei, währ end eine große Anzahl von Vertretern aus Rheinhessen und Startenburg erschienen waren.

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* Bunsen Gesellschaft. Die Hauptversamm lung der deutschen Bunsen- Gesellschaft für angewandte phy­sikalische Chemie findet hier vom 5. bis 8. Mai statt.

= b= Unfall. Gestern nachmittag spielten zwei Knaben mit Studentenschlägern auf einer Wiese an der Credner­straße. Wie schon oft in ähnlichen Fällen, verirrte sich bei einem Zweikampf das Rapier des einen in das Auge des anderen, das infolgedessen erheblich verletzt wurde. Der Knabe wurde nach der Augentlinit geschafft. Nicht zum min­desten sind derartige Vorkommnisse auf die allzu geringe Aussicht zurückzuführen. Viele Eltern betrachten es ja leider immer noch nicht als ihre Aufgabe, durch Belehrungen auf das findliche Gemüt einzuwirken, so daß das Kind haupt­sächlich auf seine eigenen Kenntnisse angewiesen ist. Möchte dieser Vorfall auch denjenigen Eltern zu denken geben, welche sich bisher wenig oder gar nicht der Erziehung der Kinder widmeten.

* Der Einjährige Seibel hat sich nicht er­hängt, sondern seinem Leben durch einen Schuß ein Ende gemacht.

Aus Hessen und Nachbargebiet.

* Lich. Ein neues Industriewerk wird in Kürze hier entstehen. Nach längeren Bohrversuchen hat man an der Kreisstraße nach Hattenrod zahlreiche Eisenlager ent= deckt, sodaß die Gewerkschaft Vogelsberg" zur Ausbeute schreiten will. Das Bergwerk soll im Frühjahr eröffnet werden.

* Hungen. Schon vor längerer Zeit wurde be­kannt, daß die Eisenbahnverwaltung mit der Absicht um= gehe, auf den Strecken Gießen Gelnhausen und Hungen= Mücke Triebwagen einzustellen und damit eine Ein­richtung zu treffen, die zweifellos eine wesentliche Förder= ung des Verkehrs bedeutet. Die Verwirklichung des Planes soll in Bälde erfolgen. Als Station für elektrische Kraft ist Hungen bestimmt; mit der Anlage soll alsbald begonnen werden. Der Triebwagenverkehr ist in erster Linie für die Strecke Hungen- Mücke ins Auge gefaßt, und zwar ist ge­plant, den gesamten Personenverkehr auf dieser Linie mit­telst Triebwagen zu bewerkstelligen. Auf der Strecke Gie= ßen Gelnhausen sollen Triebwagen zwischen den Zügen gefahren werden; auch für die Strecke Hungen- Fried­berg wird wohl dieselbe Einrichtung getroffen werden. Das reisende Publikum in erster Linie wird diese Neuerung als bemerkenswerte Verkehrsförderung mit Freuden begrüßen. Die Stadt Hungen, die sich seither schon vorzüglicher Ver­fehrsverhältnisse rühmen konnte, ist als Zentrale des Trieb­wagenverkehrs an der Neueinrichtung ganz besonders in teressiert.

* Buzzbach. Auf ein tatenreiches Leben im Dienste der Nächstenliebe blickt der in der letzten Generalversamm­

er sich ungeniert auf einen Sessel niedergelassen hatte ,, Ein feiner Stoff!" fuhr er fort. Dick wie Del und feu rig und dabei doch sanft und füß, wie die Liebe- wollt sagen, wie alles was schön und beglückend ist, denn da ist die Liebe doch nicht wahr, meine Damen?" ,, Nein, wie gespassig der Herr v. Smetana immer ist!" fuhr es Lina unbedacht heraus.

Doch der gewandte Brümmel verstand ihre Unvor sichtigkeit sofort wieder gut zu machen. Nein, daß da Fräulein sich auch meinen Namen gemerkt hat!" meint er unbefangen. ,, Große Ehre für mich wahrhaftig Wir haben uns nämlich schon vor einigen Tagen bein Materialwarenhändler brüben an der Ecke gesehen, als ich dort meinen Besuch machte," erklärte er der Verdi. Da diese ein paar Worte in ihrem fürchterlich gebrochenen Deutsch erwiderte, rief er erfreut ,,, ah, die Signora ist Ita­liana bin mehrmals dort gewesen und kann auch die herrliche melodische Sprache so einigermaßen reden. Si, si, parlo italiano, vuole dire und nun wandte er sich in geläufigem Italienisch an Mariette, ihr einige höf­liche und schmeichelhafte Phrasen über ihr Geburts­land sagend.

Dabei versäumte er es aber keineswegs, auch Lina die Cour zu machen, um nicht unnötigerweise ihre Eifersucht herauszufordern. Mit der Verdi redete er italienisch und mit der Köchin deutsch, dabei immer jeder alles, was sie nicht verstand in ihr heimisches Idiom übersebend. So bewegte sich die Unterhaltung eine Weile fort. Natür­lich wurde immer fleißig getrunken, denn Brümmel schenk­te sofort, sowie ein Glas leer war, wieder ein. Lina trant nur wenig, aber Mariette ließ sich die günstige Ge­legenheit, ihrer Leidenschaft für feine Liköre zu fröhnen, nicht ungenügt entgehen. Schon brannten ihre gelben Wangen und glühten ihre Augen in einem verdächtigen Feuer, als Brümmel, sich behaglich in seinem Sessel zu­rücklehnend, äußerte ,,, wie schön es die Damen hier ha­ben! Prächtige Wohnung, große Eleganz und eine bequeme sorgenfreie Stellung denn sicher bietet die Signora Brusio Ihnen die doch. Sie hat wohl bedeutende Einnahmen?"

,, A die!" brummte die Verdi ingrimmig. Die, die

lung zum Ehrenmitglied der freiwilligen Feuerwehr er nannte Steigerführer Herr Chr. Weickhardt zurüc Möge es Herrn Weickhardt vergönnt sein, sich noch rech lange der Ehrenmitgliedschaft der freiw. Feuerwehr zu freuen. * Friedberg. Am Dienstag hat Herr Kreista Schliephage die Leitung der Geschäfte des Kreisamt Friedberg übernommen.

worden feien und Da die Angellagte nicht veräußern, In Bruchenb Malstadt nachts i Hühner gefchlachte Garten ein Paar ein gefülltes Wed fette er fich ber bon 8 Monaten G worauf 5 Wochen ihm die bürgerlich Der Taglöhne Lotal der Laterne 4 Monate Gefäng

* Büdingen, 7. März. Zu Gunsten der gescha digten Obermochstädter Kassenmitglieder fand unter dem Pro tektorat des Fürsten Wolfgang eine Wohltätigkeitsvorstell ung statt, die einen erheblichen Ueberschuß ergab.

* Darmstadt, 8. März. Der Stadtkommandan von Darmstadt, Generalmajor v. Echenbrecher, beim Großherzog sein Entlassungsgesuch eingereicht.

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Begen Bettel Hersfeld vom Sch in das Arbeitsha

* Frankfurt. Wie die Blätter melden, hält si der flüchtige Defraudant Rendant Flick von der landw. Zentral- Darlehensfasse für Deutschland in Australien auf. lerverband beschloß in einer Versammlung im Storch" in Frankfurt den Landwirten die Milchpreiserhöhung nicht zu bewilligen und den Kampf aufrecht zu erhalten.

* Frankfurt. Der Südwestdeutsche Milchhänd teil an, doch dies

Gerichtssaal.

Schwurgericht.

Da

Frant fimme" meldet, bruar am Visma recht ausbrachte, eine Haftstrafe v beitern hat die P allen wird gerich * Frant richt der 21. Div früheren Kompag lotti von T derthalb Jahren wegen sittlicher nen eingeleitet zu 3 Monaten Sittlichkeitsbergeh Erhebung einer verurteilte dassel ferbe, Albert Ru naten Feftungsho

Gießen, den 8. März 1910. Der Briefträger Heinrich Löwenstein von Wi eseci geständig, einen an den Regimentsschneider Gonser in Gie legt zu haben; auch hat er denselben einem Bäcker zu Wie sect vorgezeigt und ihn zur Gewährung eines Darlehens veranlaßt. Einen weiteren Wechsel über etwa 300 Mart ha er ebenfalls der genannten Bank vorgelegt. Um seine Ver untreuungen zu verdecken, hat er, sowohl bei einem Wech sel, den er an einen Handelsmann in Höhe von 400 Mi hat auszahlen sollen, wie auch bei dem anderen falsche Ein träge in sein Dienstregister bewerkstelligt und hat die Quitt ungen gefälscht. Er hat für seine Bedürfnisse größere An sprüche gehabt, als sein Diensteinkommen war. Die Straß taten hat er begangen, um Schulden begleichen zu können Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage, wie auch die Fragen nach mildernden Umständen, worauf das Gerich eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten aussprach In Anbetracht seines Geständnisses und der sich in die Länge gezogenen Untersuchungshaft, wurden ihm drei Monate als verbüßt auf die Strafe angerechnet.

Gießen, dem 9. März 1910. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen den Diensttnecht Heinrich Gerhardt aus Lauterbach wegen Notzuchsversuchs verhandelt. Der Tatbestand ist folgender: Das Dienstmädchen Katharine Winn hatte eine Freundin besucht. Als sie den Heimweg antrat, begegnete ihr der An geklagte und erbot sich, das Mädchen zu begleiten. Sie lehnte das Ansinnen ab und versuchte zu entfliehen, als der Angeklagte troßdem mitgehen wollte. Der Angeklagte sprang ihr nach, hielt sie fest und versuchte sie in eine Seitenstraße zu bringen. Bei den Ausführungshandlungen, in denen ein Notzuchtsversuch erblickt wurde, sträubte sich das Mädchen und schrie, worauf der Angeklagte abließ, als ein Wagen herangefahren fam. Die Geschworenen verneinten die Frage auf Notzuchisversuchs, bejahten dagegen die Frage auf tat liche Beleidigung, worauf das Gericht auf eine Gefängnis steafe von 3 Monaten erkannte, die beiderseits als rechts kräftig anerkannt wurde.

Straffammer.

Gießen, den 8. März 1910. Das Schöffengericht Vilbel hatte den Händler Moses Bertowiß zu Groß- Karben wegen Pfandveräußerung zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt, weil er etwa 50 Paar Schuhe, die gepfändet waren, veräußert hat, Das Schöf fengericht hatte festgestellt, daß der gewalttätige Angeflagte, der in Konturs geraten war, aus der Kontursmasse teine Unterstützung bekam, vielmehr auf Arbeit verwiesen wurde; auch sein Antrag auf Armenunterstüßung wurde zurückge wiesen und er veräußerte die Sachen ungeachtet der Pfänd ung. Er will in Unkenntnis gehandelt haben und focht das Urteil zum Zwecke der Freisprechung an. Nach den Fest stellungen des Berufungsgerichts hat er sich weder um Ar beit noch um Unterstüßung umgesehen, sondern eigenmäch tig und rücksichtslos seinem Willen die Zügel schießen lassen Seine Berufung wurde zurückgewiesen.

Auch die Frau des Schreiners Ludwig Schlosser von Merlau wurde vom Schöffengericht Grünberg wegen Pfand verschleppung zu einem Tag Gefängnis verurteilt, weil fie gepfändete Sachen veräußert hat. Ihre Berufung stützt si darauf, sie sei dazu berechtigt gewesen, da die Sachen, die ihr gehörten und für Forderungen ihres Mannes gepfändel

ihre schwarzen Augen funfetten und in ihrem mage en Gesicht ersten ein gehäfiger Bug.

So haben Sie Siege über die Signora zu führen?" acte der Deteftiu erstaunt

Ure ob es mir biefe: Worte bedurft hätte, um die Be edsamkeit der Kammerjungfer zu entfesseln, io brach let in Strom von Verwünschungen gegen ihre Herria von Soren Lippen. Wie geizig sie wäre, wie undankbar und nie schlecht- ja, wie schlecht, setzte sie Brümmet aus inander, immer in ihrer aufgeregten und zugleich bos aften Weise redend.

,,, o, o!" machte Brümmel bedauernd. Ja, ja, nan hörte freilich so mancherlei über die Signora, aber 1. dachte, mir, die Leute reden auch so viel, und man Part ihnen nicht alles glauben. Und besonders, da der Graf Welshofen, der doch mit der Signora verlobt war, the soich großes Vermögen hinterlassen hat, so mußte er eine eine sehr gute Meinung von ihr gehabt haben, Aber, so trinken Sie doch Signora," bat er, seine Flasche dem Glas der Verdi nähernd. So, nun probieren Sie einmal diesen Likör- echter Chartreuse, im Kloster gemacht, un übertrefflich! Also, um auf den Grafen und die Si nora zurückzukommen- ob sie ihn wohl sehr geliebt hat ihren toten Bräutigam- was?"

Die Verdi lachte giftig. ,, Geliebt! So'n alten Mann! Und lieben kann die überhaupt nicht."

,, So, so. Uebrigens was ich noch sagen wollte warum mag die Signora eigentlich immer noch auftreten da sie es doch gar nicht mehr nötig hat da sie jest reich ist? Aber trinken Sie Signora, trinken Sie aus Ja, sie muß schon," meinte Verdi mit schon start an stoßender Zunge. Da sie sich mit ihrem Liebhaber über worfen hat und ihr vor dem Gelde graut, so will fie noch erst einige Zeit liegen lassen- vielleicht auch ist it ihrer Sache nicht ganz sicher und denkt wie gewonne so zerronnen da läßt sie's eben vorerst alles beim Alter bleiben."

( Fortsetzung

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das

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Glessen

Seltersweg 83

Giessen

Setteraweg 83

ie Lebihe

ind di bringen woll

Hellen bermittl

mertiam.