Nr. 67.
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gnmutig in seinen Sessel zurückgelehnt, saß Egon Schröder im Salon. Ein reizender, heller Anzug umschloß setne elegante Gestalt, ein prächtiges Brillantenarmband bliẞte an seinem Arm, und feine kleine Schuhe mit Schnallen bedeckten seine zierlichen Füße. Egon war ein schöner Jüngling. Dichte lockige Haare zierten sein feines, ovales Gesichtchen, dem ein Paar träumerisch blickender Augen und ein mit echter ungarischer Bartwichse in die Höhe gedrehter Schnurrbart einen eigentümlichen Reiz verliehen. Es war ein schöner Sommertag, und Egon ließ die Blicke durch das halbgeöffnete Fenster auf den in herrlichster Blüte stehenden Garten schweifen. Auf seinem Schoße lag eine Stickerei, doch arbeitete er nicht, sondern blickte traumverloren in das Weite. Seine häuslichen Pflichten hatte er erfüllt, und jetzt durfte er sich seinen Gedanken hingeben, die zwar nicht allzu zahlreich, aber dafür desto angenehmer waren. Woran dachte der holde Jüngling? Natürlich an„ Sie!" Ob sie wohl heute kommen und die Frage an ihn richten würde: ,, Willst Du der Meine werden?" Sein Herz jauchzte, und er errötete sanft. War er denn überhaupt ihrer wert, war er würdig, sich auf ihren Arm zu stützen und sein Köpfchen schutzheischend an ihre Schulter legen? Ach, er war sich seines Unwerts nur zu gewiß! Was war er gegen sic, die ihm in ihrer Kraft und Weiblichkeit als die herrlichste des ganzen Frauengeschlechts erschien. Doch er wollte sie auch so glücklich machen, wie sie es verdiente, er wollte sie trösten
,.Na, warum denn nicht," entgegnete Minna mit lautem Lachen, sie geht ja selbst oft genug aus, warum sollen es denn die Haare nicht auch tun?"
,, D, scherzen Sie nicht, teure Freundin, ich habe Angst!" ,, Aber ich bitte Sie, Herr Egon, Kahlköpfigkeit ist für eine Frau ja gerade das Zeichen der Schneidigkeit. Sehen Sie, ich bekomme auch schon einen kleinen Mond." ,, Ach, das muß schrecklich sein!"
Ja natürlich, wenn man als Mann auf die Welt kommt. Ihr Männer seid ja nun einmal das schwächere Geschlecht."
Denken Sie nur, Fräulein Minna, Papa erzählte heute, während er Mama die Frühstücksstullen schmierte, es hätte sich ein Verein für Männerbestrebungen gegründet."
Ja, irgend solche alberne Erfindung einiger alter Junggesellen, die nichts besseres zu tun haben. Der Mann gehört ins Haus, sein Platz ist die Familie; und sagen Sie selbst, Herr Egon, gib's etwas schöneres für einen echten Mann, als seiner Frau, wenn sie abends aus dem Geschäft müde und abgespannt nach Hause kommt, die Falten von der Stirn zu plätten, pardon, ich wollte sagen zu glätten?" ,, Nein, gewiß nicht," hauchte Egon errötend.
,, Gott sei Dank," fuhr Minna fort ,,, daß wir die Zeiten des grauen Altertums überstanden haben, da der Mann noch alle Lasten des Lebens auf sich nehmen mußte. Das ist einfach ein Unding, denn der Mann ist weder körperlich dafür geschaffen."
und aufrichten, wenn sie ermüdet von der Sorge ums täg noch geistig dafit Bawa auch zu mir, als wir vorhin in der
liche Brot abends nach Hause kam. Ach, es war nicht so leicht, denn er war ja nur ein armer, schwacher Mann. Doch er wollte sie auch lieben, mit der ganzen Glut eines jungmännlichen Herzens, nie wollte er schmollen und weinen, nie launenhaft werden oder gar in Ohnmacht fallen, wenn ste ihm nicht einen neuen Hut oder einen Anzug kaufen wollte. In tiefes Sinnen versunken saß Egon da, als ihn ein bekannter Schritt veranlaßte, das Köpfchen zu erheben. Sein Herz klopfte zum Zerspringen, als es eine Minute später an die Tür pochte. Egon wagte nicht zu atmer, eine Purpurröte überzog sein in holde Scham getauchtes Gesicht, t. und kaum hörbar hauchte er:„ ,, Herein!" Die Tür öffnete sich und herein that Minna Leistberg. Ein enges schwarzes Gewand umhüllte ihre große starke Gestalt mit dem festen entschlossenen Gesicht und den furzgeschnittenen Haaren. Mit schnellem Schritte trat sie auf Egon zu, warf die Zigarre, an der sie bis dahin geraucht hatte, aus dem Fenster und sagte, sich zu Egon wendend: Servus!"
,, Servus!" hauchte Egon zurück.
,, Verteufelt heißer Tag heute!" fuhr Minna fort, schob sich einen Stuhl heran und schlug die Beine übereinander. ,, Ach ja, es ist recht warm!" erwiderte der junge Mann;
,, aber hier ist es fühl."
,, Sie sind ganz allein?"
" Ja, ganz allein," versette Egon ,,, allein mit meinen Gedanken."
,, Haben Sie sich da nicht scheußlich gelangweilt?" fragte Minna indiskret und fuhr dann, ohne eine Antwort abzuwarten, fort: Wo sind denn Ihre Alten?"
..Papchen ist in die Markthalle gegangen, um Einkäufe zu machen, und Mama ist an der Börse; sie wird wohl vorläufig nicht wiederkommen. Sie hat sich in letzter Zeit so furchtbar angestrengt, und ich bin ihretwegen recht unruhig. Ach Gott," rief er ängstlich, und eine Träne glänzte in seinem Auge ,,, was soll denn aus uns werden, wenn sie frank wird?"
,, Nun, weinen Sie nicht," rief Minua gebieterisch ,,, Sie müssen sich nicht so leicht von Ihrem männlichen Temperament hinreißen lassen. Allerdings sah sie ein bißchen übercrbeitet aus. als ich sie neulich bei unserem Statabend in der Kneipe traf."
,, Ach, und wissen Sie denn schon, Fräulein," fuhr Egon mit zögernder Stimme fort ,,, wissen Sie, Mama wird in
Küche saßen und eine Gans rupften. Diese Leute sehen garnicht ein, wie sehr sie uns schaden, wenn Sie uns wieder zu Herren der Schöpfung machen wollen; wir verlangen es ja garnicht und stehen uns jetzt weit besser!"
,, Sehr richtig, Herr Egon; etwas anderes habe ich von Ihnen auch nicht erwartet. Ja, ja, ich habe es ja immer gesagt, Sie sind nicht nur ein schöner, sondern auch ein geistreicher Mann!"
,, Sie Schmeichler," versetzte Egon und schlug ihr mit dem Fächer, der neben ihm lag, leicht auf die Hände.
,, Nein, ich schmeichle nicht," rief Fräulein Leistberg. Seit ich Sie zum ersten Male gesehen, fühlte ich, daß Sie der Mann waren, den ich lieben mußte; seitdem trage ich stets den Gedanken mit mir herum, daß ich ohne Sie nicht mehr leben kann; ich bin garnicht mehr dieselbe; wenn ich Sie sehe, vergeht mir der Appetit; ich esse nicht mehr, ich trinke nicht mehr, ich sehe nur noch Sie; Sie sind der Stern meines trüben Dasein; ja, ich fühl' es, Sie müssen der Meine werden. Sprechen, antworten Sie, Egon. Wollen Sie der Vater meiner zukünftigen Kinder werden?"
Egon sprach kein Wort. Er hatte die Hand auf das klopfende Herz gedrückt und atmete schwer.
,, D, stoßen Sie mich nicht von sich," fuhr Minna fort, ,, viel kann ich Ihnen nicht bieten, doch ich habe mein ausfömmliches Geschäft, das seine Frau ernährt und sehe nicht auf die Mitgift, die Ihnen Ihr Vater vielleicht mitgibt. A propos, wieviel ist es?"
Fünfzigtausend Mark!" hauchte Egon kaum bernehmbar. „ D, jetzt lich' ich Sie noch fünfzigtausendmal mehr," rief Minna, vor dem jungen Manne auf die Kniee sinkend, Egon, Egon, sprechen Sie, lieben Sie mich?"
Ja," flötete Egon und sant beseligt in ihre Arme. Schnell drückte Minna den ersten Kuß auf seine schwellenden Lippen und wollte eben den Mund zur Fortsetzung spitzen, da entriß sich Egon ihren Armen. Die Mama!" ,, Aber Kindchen," versetzte Minna ,,, wir sind ja verlobt! Was schadet denn das?"
,, Meinen Du?" fragte Egon zögernd. ,, Gewiß!" jubelte Minna, Du bist mein und keine Macht der Erde soll Dich von meiner Seite reißen!"
Glückselig lächelnd lehnte Egon sein Köpfchen an ihre
der letzten Zeit ganz fahl, fast alle Haare gehen ihr aus!"| Brust und blickte mit wonnigem Erröten zu ihr empor.
Misstrauisch.
Herr:„ Das Haar soll meinetwegen falsch sein wie Sie behaupten, und die Zähne auch; jedenfalls hat Ihre Freundin aber einen reizenden kleinen Mund."
Fräulein: Ob der echt ist?"
Reklame.
Unser Lager wurde drei Mal in ganz kurzer Zeit von Spitzbuben ausgeräumt, was gewiß für die Güte unserer Fabrikate spricht. Schmierer& Schokoladefabrik.
Stets im Beruf.
Untersuchungsrichter( mit seiner Frau die Vorbereitungen zu einem Gesellschaftsabend besprechend):„ Hast Du denn auch den Sanitätsrat rechtzeitig und ordnungsmäßig geladen?!"
Kleiner Trrtum.
Frau:„ Das Kindermädchen
hat sich beklagt, daß Du es gefüßt hast!"
Bruder:„ Unsinn; ich liebkoste unser Baby, das sie auf den Arm trug , und da kann ich mich höchstens einmal verfüßt ha
ben!"
Am Stammtisch.
Ehemann: .. Ja ja, es hat doch etwas für sich, wenn man verheiratet ist! Dann weiß man wenigstens, wo man des Abends sein solte!"
Gut gesagt.
Aufrichtig.
Bräutigam:„ Hier, liebste Elsa, bringe ich Dir ein Gedichtbändchen von mir und eins von meinem Bruder." Elsa:„ Muß ich denn die Gedichte von Deinem Bruder
auch lesen?" Eine fidele Gesellschaft.
Unter Freudinnen. ,, Wie war's denn auf dem gestrigen Ball?"
Dwunderbar schön; nachdem Papa den ersten Tausendmarfschein hatte wechseln lassen, bin ich nicht ein einziges Mal mehr ſizen geblieben!"
Shal...;
" Froh zich'n wir Turner aus!"
,, Der Meyer hat sich doch von nichts zum Automobil
Besizer empor gearbeitet."
,, Also gewissermaßen Auto- didakt!"
Der Hüpfochonder.
„ Aber Herr Meyer, Sie sind doch sonst ein so vernünftiger Mensch: was springen Sie denn wie ein Besessener immer in die Höhe?!"
Ich will runter von diesem verdammten Planeten, auf dem es mir nicht mehr gefällt, ich komme aber nicht Ios!"
Schätzung. Kunst
händler
( zum Ma
ler):„ Was,
für Ihr Bild verlangen Sie zehntausend Mart?! Das
ist ja ein Preis, als
wären Ste
schon zwei
hundert
Jahre tot!"
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Falsche Auffassung.
A.:,,Wie lange besitzen Sie diesen schönen Sorgenstuhl?" B.:,,Morgens, Mittags und Abends, je ein paar
Stunden."
Verierbild.
Wo sind die beiden Mörder des Jbykus?
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