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Aprilwetter nicht zu zeitig mit dem Kartoffellegen anzufan­gen. Es ist daher noch Zeit, eine noch nicht ausgeführte Düngung nachzuholen. Bei den bekannten April- Ertraver­gütungen von 10 Mt. pro DW Thomasmehl ist gerade jetzt der Bezug dieses Düngers sehr empfehlenswert.

*

Nachträgliches vom Kaiser- Gesangwettstreit 1909.

die

* Rechnungsabschluß des Frankfur­ter Männergesangwettstreit 3. Am Dienstag, den 22. Februar, fand die Schlußsihung des Hauptaus schusses für den Männergesangwettstreit statt, in der finanziellen Ergebnisse des Festes mitgeteilt wurden. Da­nach ist ein Ueberschuß von 115 210 Mr.( gegen 18 293 Mart in 1903) erzielt worden. In der Hauptsache ist die­ser der Festhalle zu danken, welche die sonst erforderlichen greßen Baufosten ersparte. Bei dem Ueberschuß fommt im Vergleich zum Jahre 1903 noch in Betracht, daß diesmal fein städtischer Zuschuß geleistet wurde, der früher 100 000 Mark betrug. Von den Einnahmen ergab ein erhebliches Mehr der Einzelfartenverkauf( rund 40 000 Mt. mehr) was fich aus den besonderen Darbietungen erklärt. Der Ueber­schuß fließt der Festhallengesellschaft zu und entspricht un­gefähr der normalen Miete der Festhalle. Es muß dabei in Betracht gezogen werden, daß die Gesellschaft das ganze finanzielle Risito des Festes übernommen hatte.

Die Vorgänge beim letzten Gesangwettstreit um den Kaiserpreis, wo bekanntlich ein mit dem zweiten Preis gekrönter Bonner Gesangverein beschuldigt wurde, über 100 meist bezahlte, fremde Sänger mit sich geführt zu haben, haben eine derartige Erregung unter den deutschen Gesangvereinen hervorgerufen, daß auf einem Delegierten­tag beschlossen wurde, daß man vereint zurücktreten würde, wenn zwei Bonner Gesangvereine, die sich zu dem Wettbe werb wieder mitgemeldet, zugelassen würden. Die Bonner Vereine traten infolgedessen von ihrer Bewerbung zurück.

Vergebung von Banarbeiten.

Auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 werden folgende Arbeiten des inneren Ausbaues für den Neubau der

medizinischen Veterinärklinik mit Hundestall zu

Öffentlich ausgeschrieben.

208

Gießen

I. Maurerarbeiten: 150 qm Klinkerpflaster mit Betonunterlage.

Bos II. Tüncher- und Anstreicherarbeiten: darunter ca. 1700 qm Decken und Wandput, ca. 2000 qm Öl und Kalkfa ben Anstitch 2c

Los III. Desgl.: Darunter ca. 1900 qm Wand- und Deckenputz, ca. 1400 qm- und Kalkfarben: anstrich 2c.

Bos IV. Außere Verputarbeiten und Gesimsan­striche: 850 qm Puzz in Terranova oder einem diesen gleichwertigen Material, 150 am Besimse 2c. Los V. Schlosserarbeiten: Beschlag b. ca. 60 äußeren und inneren Türen.

Los VI. Beton- und Zementarbeiten: 470 qm Beton­böden auf Grund, 650 qm Schlackenbeton teils mit, teils ohne Glattstrich.

Los VII Terrazoarbeiten: 140 qm ohne Betonunter­

lage.

Los VIII Asphaltarbeiten: 350 qm, 23 qm Holzpflaster­

Los

Los

belag.

IX. Liefern und Verlegen von Linoleum: 400 qm.

X. Liefern und Gins Ben schmiedeeiserner Fenster: 35 Stücf.

Ferner werden unter den hierzu berech tigten Unternehmern am Ort ausgeschrieben: Los XI. Gas- und Wasserzuleitung: 380 m schmiede­eiserne Rohre in verschiedenen Dimensionen 2c. Los XII. Entwässerungsanlage innerhalb der Ge: bäude: 215 m guß.iserne D.- N- A.- Rohre in berichiedenen Dimensioner 2c.

Los XIII. Entwässerungsanlage außerhalb der Ge: bäude: darunter 470 cbm Erdaushub, 200 m Tontohrc, 12 cbm Mauerwerk für Schächte 2c. Die Verdingungsunterlagen liegen bei uns, Wilhelm: straße 21, zur Einsicht auf und können von dort,( mit Ausnahme der Zeichnungen) soweit der Vorrat reicht, zum Selbstkostenpreis bezogen werden. Angebote mit genauer Aufschrift sind bis zum Eröffnungstermin, Mittwoch, den 18. Mai, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen.

Zuschlagsfrist: 4 Wochen.

Gießen, den 28. April 1910.

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Aehnlich dürfte es noch einem anderen Bonner Ge­sangverein ergehen, der an einem Gesangwettstreit in Neu­wied demnächst teilnehmen will, da auch dort bereits eine scharfe Opposition einsetzt.

Ans dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Gießen, 6. Mai 1910.

Im letzten Sommer tam der zu Gießen in Arbeit stehende Metzgergeselle Siegmund Herz aus Neunkirchen zu einem Schneidermeister, der in dem Hause seines Meisters wohnte, und gab an, er wolle sich mit einem reichen Ju­denmädchen von Nieder- Ohmen verloben, wozu er einen Anzug nötig habe. Auf Grund der Angaben des Herz, der angab, er würde ein Geschäft gründen, da seine Braut 12 bis 15 000 mt. Mitgift itbekomme, überließ ihm der Schneider leihweise einen Anzug; auch kaufte er sich Hosen, Weste und Schlipse im Gesamtwert von 24 Mart. Der An­getlagte bekam wegen Betrugs 3 Monate Gefängnis, un­ter Anrechnung von 3 Wochen Untersuchungshaft. In Ockstadt hat der Schlosser Julius Gehrke aus Niederscheld verschiedene Wirte um die Zechen ge prellt. Seinem Meister nahm er einen Mikrometer und ein Taschenmesser mit und seinem Logierwirt hat er eine La­terne und einem Landwirt ein Stück Spec gestohlen. Be züglich der Zechprellereien stand nicht fest, daß er falsche An­gaben gemacht hat, weshalb Freisprechung erging. Wegen der Speckentwendung wurde wegen Verjährung das Ver­fahren eingestellt; dagegen wurde wegen Unterschlagung

und Diebstahl auf 5 Monate 3 Wochen Gefängnis, abzüg­lich 3 Wochen Untersuchungshaft, erkannt.

Der Taglöhner Georg Giebenhain aus Schönau war in Dortelweil beschäftigt. Er kam in den Laden eines Kaufmanns und gab dessen Tochter an, ihr Vater habe ihn

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beauftragt, bei ihr ein Hemd auf Kredit zu entnehmen. Das Hemd wurde ihm verabfolgt, aber auch Anzeige er­hoben. Es stellte sich heraus, daß der Angeklagte epilep­tisch ist und auch schon in einer Frrenanstalt war. Da die Tat im Dämmerzustand ausgeführt worden sein kann, er­ging Freisprechung.

Auf der Wanderschaft tamen der Pferdefnecht Wilhelm Schmidt und der jugeidliche Leinweber Johannes Eisel von Hersfeld bei Rudingshain an einem Steinbruch vorbei. Sie stiegen in das dort befindliche Arbeiterhäus­chen ein und brachen 3 Kisten auf. Verschiedenes Hand wertszeug, sowie Brot und Schnaps und 1,20 Mr. Bar­geld nahmen sie mit. Schmidt bekam 3 Monate Gefängnis abzüglich 3 Wochen Untersuchungshaft. Eisel kam mit 3 Tagen Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft für ver­büßt erklärt wurden, durch.

Literarisches.

Was ist Toilette?- Diese schwierige Frage hat nach der Bibliothek der Unterhaltuna und des Wissens" der französische Schriftsteller Ho noree de Balzac folgendermaßen beantwortet: Die Toi lette ist eine Wissenschaft, eine Kunst, eine Gewohnheit und ein Gefühl. Sie besteht aber nicht allein in der Lleidung selbst, sondern vor allem in der Art, sie zu tragen. Die Toilette darf nie ein Lurus, niemals auffallend sein; denn alles, was auffällt, ist geschmacklos. Jede Ueberschreitung Fehler. Die Hauptbedingung zur Entfaltung von Eleganz nach dieser oder jener Richtung hin ist daher ein großer

ist eine sorgfältige Pflege der Kleidung. Ein Riß ist ein Unglück, ein Flecken ein Laster."

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Behrlinge: 1 Wagner, 1 Metzger, 1 Glaser, ein Schneider, 1 Schreiner.

Es suchen Arbeit: 3 Maurer, 1 Schreiner, ein Steinhauer, 1 Rahmenglaser, 1 Tapezierer, 2 Bauschlosser, 1 Hetzer, 1 älterer Spengler u. Installateur, 3 Schmiede,

1 Aüfer, 1 Lagerarbeiter, 5 Hausburschen. 14 Arbeiter,

2 Fuhrknechte, 6 Lauffrauen, 1 Laufmädchen, 1 Wasch­frau, 1 Kaufmann, 1 Schreiber.

Behrlinge: 1 Mechaniker, 1 Wagner.

Die Marktpreise für Bleh and Frucht und die Sießener Fleisch- u. Brotpreise am 2. Mai 1910

Ochsen Kälber Schweine

Höchste Schlachtbtehpreise

in Frankfurt a. M.

50 kg Schlachtgewicht 80-85 m. 1/2 m 96-100 f. do. 66-69

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Getreidepreise in Mannheim Welzen 100 kg 22.50 Mm. 16.50-16.75 M. Roggen 100 kg

Fletchpreise in Bieken

1 kg 76-84 Big.

80-84

60. bo. 80-96

Brotpreise in Gießen

Weißbrot 2 kg 62 f. Schwarzbrot 2kg 54