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8. Abteilung: a) 3uchtstuten mit Fohlen oder nachweislich gedeckt, Wagenschläge. 1. Preis( 100 Mt.) Hermann Coburger- Reichelsheim. 2. Preis( 60 Mt.) Wilhelm Wagner- Kirchgöns. Preis( 50 Mt.) Otto Walther- Langd. 4. Preis( 40 Mart) Karl Heil- Bußbach. 5. Preis( 30 Mt.) Wilhelm Weil- Langgons. 6. Preis( 25 Mr.) Daniel Schäfer 2.- Hestem. 7. Preis( 20 Mt.) Wilh. Faber- Kirch- Göns. 8. Preis( 15 Mark) Julius Philippi- Wohnbach. 9. Breis( 10 Mt.) Heinrich Beer 6.- Muschenheim. b) 3uchtstuten mit Fohlen oder nachweis= 1. Preis( 100 lich gedeckt, Arbeitsschläge. 2. Preis( 60 Mart) Heinrich Schmidt= Münch- Leusel. Mart) Konrad Häuser 10.- Nieder- Weisel. 3. Preis( 50 4. Preis Mart Christ. Häuser 4.- Wtw.- Nieder- Weisel. ( 40 Mt.) Otto Schmidt Laubach. 5. Preis( 30 Mt.) Ph. Studt 2.- Nieder- Weisei. 6. Preis( 25 Mt.) Joh. Klippel- Nieder- Weisel. 7. Preis( 20 Mt.) August Heinz Nieder- Weisel. 8. Preis( 15 Mart) Konrad Schimpf- Nieder- Weisel. 9. Preis( je 10 Mt.) Wenzel Saffer 3.- Nieder- Weisel, Hch. Görl a ch- Eberstadt, G. Bill 1.- Nieder- Weisel und Karl Vetter- Grund- Schwalbeim.
=
Mit der Verteilung der für die Pferdemarkt- Prämiierungen bestimmten Preise an die eben genannten Sieger nahm um 2 Uhr nachmittags auf dem Sportplatz auf Bichlers Hardt die eigentliche Jubiläums- Feier ihren Anfang. Einen der Glanzpunkte derselben bildeten die Konturrenzen, welche gleich den Prämiierungen in 7 Abteilungen zerfie len und mit der Preisverteilung schlossen.
2.
1. Abteilung: Preisreiten. 1. Ehrenpreis Hauptmann Schwendy Gießen auf Fuchsstute Elettra. Ehrenpreis Karl Lot auf Wallach Hettor. 3. Ehrenpreis Oberleutnant Penz auf braunem Wallach Aliegro.
2. Abteilung: Spring- Konkurrenz. 1 Ehrenpreis Hr. Brüdmann- Burghof auf der braunen Stute Mary. 2. Ehrenpreis Oberleutnant v. Penz auf dem braunen Wallach Allegro. 3. Ehrenpreis Oberleutnant Pieper auf der Rapp- Stute Rabbi des Oberleutnants Jebens.
3. Abteilung: Vorfahren von Herrschaftswagen im Privatbesitz. 1. Ghrenpreis Karl Huhn. 2. Ehrenpreis Peter Wagner. 3. Ehrenpreis Karl Brückmann Groß- Karben. 4. Ehrenpreis Junter Nachf.- GieBen.
4. Abteilung: Vorfahren von Geschäfts und landwirtschaftlichen Wagen. 1. Ehrenpreis Wilhelm Hantel, Gemüsehandlung. 2. Ehrenpreis Meßgermeister Ernst Ludwig Sa c. 3. Ghrenpreis Jean Weisel, Mineralwasserhandlung, Gießen. 4. Ehrenpreis Georg Bich I e r- Gießen.
5. Abteilung: Landwirtschaftliches Trab reiten. 1. Preis( 60 Mt.) und Ehrenpreis des Pferde marites Darmstadt Heinrich Brückman n- Neuhof auf buntelbraunem Wallach. 2. Preis( 40 Mt.) Gg. Waldschmidt- Leihgestern auf dunkelbrauner Stute. 3. Preis ( 30 Mt.) Karl Lanz auf Schimmel- Wallach.
6. Abteilung: Jagdreiten mit Auslauf über ausgeflaggtes Gelände. 1. Ehrenpreis Oberleutnant e- bens auf brauner Stute. 2. Ehrenpreis Leutnant Pie=
Der Frühung im Garten.
Eine Gartenplauderei von Franz Dehling
Burgstädt.
Frühling im Garten! Welche Fülle erfrischender, belebender Kraft entströmt diesen drei Worten! Klingen sie nicht wie ein Weckruf nach langer, banger Winterzeit? Recen und streden wir nicht die Glieder im warmen Sonnenschein angesichts der erwachenden Natur? Hörst du nicht draußen die Meifen locken, die Finken schlagen, die Amsel flöten? Tönt nicht durch die ganze Natur ein einziger, gewaltiger Afford, der uns alten und jungen Gartenfreunden ermunternd zurust:„ Hinaus in den Garten zu fröhlichem Treiben und Schaffen!" Nun, wohlan! Der Garten braucht uns auch. Das sehen wir schon beim ersten Rundgang, auf welchem ich selbstverständlich meine bessere Häfte mitnehme, denn sie hat scharfe Augen und die halbe Gartenbibel im Kopfe.
Das Handwertszeug, wie Spaten, Schaufeln, Hacken usw. ist bereit; denn es hängt schon seit vorigen Herbst ausgebessert, gereinigt und eingefettet im Schuppen. Die Witterung ist günstig, die Erde ist frostlos und trocken. Es lann jeden Augenblick die Arbeit beginnen. Der Garten, im vorigen Jahre so sauber in den Winter gegangen, sieht zwar lustig aus, dürre Aeste vom Birnbaum, zusammengefegtes Laub aus den Nachbargärten, hier hat der Sturm eine zerbrochene Fensterscheibe aufs Beet geweht, da hat uhs so ein Bruder Straubinger drüben aus der Penne seine abgelaufenen Schuhe hereingeworfen, und hier! welches Ledermaul mag wohl unseren Garten mit den leeren Sardinendosen bedacht haben? Als obs für solche Dinge keinen anderen Platz gäbe! Und nun, Frau, steh' mal hier die Bescherung. Da hat der Schneedruck den schönen Tarus ganz umgelegt!
Du hättest sollen-
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" Jawohl, ich weiß schon. Ich hätte sollen den„ Böttner", den du im Kopfe hast, in den Beinen haben, hätte sollen nach dem ersten großen Schneefall durch den hohen Schnee waten und den armen Tarus von seiner Last befreien. Wenn die Herren vom Rathaus tommen
„ Na, Alterchen, brumme nur nicht schon am ersten Tage. Gleich hat sich vor Schreck die Sonne vertrochen. Wenn der neue Gartenmann, der Heßler, da ist, schlägt er ein Pfählchen hinter dem Tarus ein und bindet ihn wieder auf!"
„ Selbstverständlich, meine Liebe! Hilf' nur auch mit daran denken, wenn der Mann da ist. Und jetzt sieh' nochmal. Dort hat der Sturm auch den Meisentasten her untergeworfen, und hier den Zaun hereingedrückt. Da, da ist auch ein Baumpfahl los!.
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Na ja, Männe, es gibt jedes Frühjohr so ein großes Gartenreinemachen, das ist doch eine alte Geschichte." „ Sie bleibt aber ewig neu!"
" Und, nicht wahr, Alterchen, wenn der Heßler da ist, läßt du ihn zuerst den Rasen mit abfehren und sagst ihm, daß er dabei die Schneeglöckchen, Crocus und anderen Trupps hübsch in Ruhe läßt?"
3u Befehl, gnädige Frau!-
" Män- ne!! Nun schau mal, wie hübsch Heßler in den zwei Tagen, wo du nicht raustonntest, alles besorgt hat. Der Mann scheint mir gar nicht so unrecht, aber denke nur, als ich ihn gestern nachmittag fragte, ob er ein Glas Bier oder ein Schnäpschen haben wolle, meinte er ganz treu herzig: Ein Glas Bier, bitte, das Schnäpsel trint' ich nachher." So ein Filou! Wie der's versteht, aus einem alten Witz die Nubanwendung zu ziehen! Morgen früh tommt er wieder. Da sollst du ihm sagen, was er noch zu machen hat."
"
per auf Rapp- Stute. 3. Ehrenpreis Oberleutnant von Penz auf braunem Wallach.
7. Abteilung: Landwirtschaftliches Galoppreiten. 1. Preis( 60 Mt.) Karl Brüd= mann- Burghof auf brauner Stute. 2. Preis( 40 Mark) Julius Frensdorf- Gießen auf Rappstute. 3. Preiz ( 30 Mr.) Karl Christ auf brauner Stute.
An diese festlichen Veranstaltungen, welche ganz gewiß bei allen Besuchern noch lange in der Erinnerung fortle= ben wird, schloß sich um 7 Uhr im Hotel„ Großherzog von Hessen" ein großes Festessen, das ein besonders feierliches Gepräge durch die Anwesenheit des Oberbürgermeiſters Mecum und der Vertreter unseres Kaiser- Regiments gewann. Den ersten Trinkspruch brachte Oberstleutnant Schmidt mit einem Hoch auf Kaiser Wilhelm u. Großherzog Ernst Ludwig aus, in das die Anwesenden freudig einstimmten. Als zweiter Redner sprach Brauereibesitzer Bichler, der ganz besonders die selbstlose Arbeit der Pferdemarkts- Prämiierungs- und Sportausschüsse hervor hob und in warmen Worten der Tätigkeit der zu denselben gehörenden Herren Anerkennung zollte. Oberbürger= meister Me cum dankte den Veranstaltern im Namen der Stadt Gießen und feierte in beredten Worten namentlich den Pferdemarktsausschuß. Der übrige Teil des Abends verlief in einer alle Anwesenden auf das beste befriedigenden Weise und wir sind überzeugt, daß die Jubiläums- feier auch bei den Veranstaltern der Festlichkeiten das beste Andenten hinterlassen haben wird.
Jahns Prozeß.
Herr Dr. W. Meyer- Hamburg hat nach gedruckten Briesen Jahns im 2. Heft des 138. Bandes der„ Preußischen Jahrbücher" eine treffliche Darstellung der Verfolgung Jahns und ihrer empörenden, fast undentbaren Frevel gegeben, deren Träger und Veranlasser der berüchtigte„ Geheimrat ron Kampp", der würdige Genosse eines Schmalz", war, der den Polizeiminister von Wittgenstein ganz in seiner Hand hatte. In der Nacht vom 13. bis 14 Juli 1819 wurde Jahn am Krantenbett seiner sterbenden Tochter verhaftet, am 110. Tage seiner Haft wurde Jahn zum ersten Male richterlich vernommen. Am 15. Februar 1820 erklärte die endlich eingesetzte richterliche Kommission,„ daß den Jahn in feinem Falle eine Strafe treffen könne, die seine Haft während der Untersuchung rechtlich begründet, er daher seines Arrestes zu entlassen sei." Dreimal wurde der Antrag wiederholt, aber erst am 31. Mai, also nach 3½ Monat, entschied der König, daß er entlassen, daß ihm aber Kolberg unter Aufsicht des dortigen Kommandanten als Aufenthalt anzuweisen sei. Nach 4½ Jahren wurde Jahn wegen drei Anklagepunkten freigesprochen, wegen eines vierten aber ohne Anrechnung der ihm zugefügten Freiheitsberaubung zu zwei Jahren Festung und zu den Kosten verurteilt, nach weiteren 14 Monaten erfolgte endlich die Freisprechung! Eine gewisse Beschränkung für sein Wohnen, fern von einer Universität und besonders von Berlin, verblieb aber doch noch! Und was Jahn getan und gewünscht hatte, war das gleiche, was ein Freiherr von Stein, ein Scharnhorst, ein Gneisenau, ein Schleiermacher als Lebensziel erkannten! Rührend ist ost der Inhalt seiner Briefe aus der Haft, prächtig vor allem aber der Freimut in seinen vielfachen Eingaben und Beschwerden an die UnMedizin. und techn. Drogen, Chemikalien, Materialwaren, Chemische Spezialitäten eigener Fabrikation.
Otto Schaaf, Gießen,
Gegründet 1883. Seltersweg 39. Fernspr. Nr. 45. Klein- und Großhandel. Auskunft über chem. technische Fragen
Am anderen Morgen war ich schon früh auf den Beinen und erwartete meinen Heßler. Der Mann war früher mit einem Landschaftsgärtner Gärten vorrichten und Zaunschneiden gegangen, man konnte also schon etwas Verständnis bei ihm voraussetzen. Und pünktlich war er da. Bisher gewöhnt, das meiste selbst zu tun, und daher etwas mißtrauisch gegen jede neue Arbeitskraft, glaubte ich, dem Manne erst ein bißchen auf den Zahn fühlen zu müssen, und deshalb richtete ich die Frage an ihn:„ Nun, Heßler, was glauben Sie, was es hier noch zu tun gibt?"
" Sagen Sie mir lieber selbst", meinte er, was ich schaffen soll, damit ich keinen Schaden anrichte," denn in einem Garten steckt jetzt mancherlei noch drinne."
„ Recht so!" erwiderte ich, und wir begannen unseren Rundgang.
„ Da haben wir hier den wilden Winkel. Machen Sie vorerst die junge, eingegangene Konifere heraus. Die abgestorbenen Farnwedel lassen Sie nur ganz ruhig liegen. Das überwuchert hier alles, man sieht später keine Handbreit Boden mehr. Der Winkel hält sich etwas feucht. D'rum sehen Sie auch noch Dotterblumen, Trollblumen, Spiräen und dergl. mehr angepflanzt."
" Die Deußiengruppe hier ist noch zu schneiden( das alte Holz heraus, und dann die Spizen etwas stußen), und der Boden darunter leicht umzugraben. Sehen Sie sich aber vor! Vorne am Rand, von hier bis da, liegt eine zwiebeleinfassung( Scilla campanulata). Das dürre Laub graben sie überall mit unter."
" Jawohl, Herr! Da mache ich immer zwischen den Sträuchern ein Loch, ziehe das Laub hinein und decke es beim eitergraben mit Erde zu".
„ So ist's ganz richtig, Heßler. Mit dem unteren Teil der Rabatte verjahren Sie genau so." den?"
„ Soll ich die Weigelie an der Ecke da unten mit schnei
" Nein, das tun wir erst nach der Blüte."
" Und wie ist's denn hier in der anderen Ecke mit dem wilden Jasmin?"
„ Dem schneiden Sie bloß die vorjährigen jungen Ruten aus. So lange dieser Strauch blüht, tut man das jedes Jahr, weil man ihm sonst mit dem alten Holz die Blüten wegschneidet. Erst wenn er nicht mehr blühen will, läßt man die jungen Ruten stehen, lichtet aus und schneidet das alte Holz zurück."
„ Das ist mir neu. Darum hat draußen beim. Rechtsanwalt Zimmer, wo ich auch vorrichte, der wilde Jasmin nie geblüht." a haben " Nun sehen Sie mal; da haben Sie ja gleich was geDen wilden Wein an dem Bogen über der Garlernt. tenpforte habe ich, wie Sie sehen, schon vorigen Herbst ausgeschnitten und angeheftet. Darüber legen Sie noch locker die langen Loden der Crimson Rambler, die hier bereits an der Säule aufgebunden ist. Die paar Gemüsebeete da drüben lassen wir vorläufig noch liegen; sie sind schon vorigen Herbst gestürzt und gedüngt worden. Das Vorrichten machen wir erst furz vor dem Bepflanzen. Daß wir nur nicht verabsäumen, die Rasentanten abzustechen! Es ist doch am Ende wohl besser, Heßler, ich gebe Ihnen einen fleinen Merkzettel, damit nichts vergessen wird." „ Ich vergesse nichts."
" Män- ne!! darf ich dich mal stören?"
" Na, und ob, fomm' nur her! Was hast du denn?" " Horch mal, Alterchen, was Böttner hier über„ Nestraupen" schreibt, also:
dem, der im Winter die laublosen Bäume besichtigt ein zeitweiser Rundgang ist auch im Winter nötig-
tersuchungsbehörden. Seinem Leben, seiner freien Bewegung, seinem Schaffen haben seine Verfolger ein Ende gemacht, sein Werk lebt aber fort, und in seinem Geiste wollen wir es immer weiter seinem erhabenen Ziele, der Gesundung des deutschen Volkes an Leib und Seele, zuführen helfen! Dr. F. Goetz.
Deutsche Volksgenossen!
Das Polentum aller Länder rüstet sich, den Tag festlich zu begehen, an dem vor einem halben Jahrtausend auf dem Schlachtfelde von Grunewald bei dem Orte Tannenberg die Macht des deutschen Ordens, der eine Vertretung des ganzen Deutschtums darstellte, unter dessen Leitern sich so viele Süddeutsche, Schwaben und Franken befanden, dem polnischen Gegner erlag. In der Vorfeier, die man im der vorigen Jahre bereits in Kratau, dem Mittelpunkte polnischen Nationalbewegung, begonnen hat, klang die Hoffnung und Zuversicht auf ein zweites Tannenberg durch alle Reden. Wir wissen, worauf das Polentum diese Hoffnung gründet, und wie es den neuen Sieg über das Deutschtum vorbereitet. Es ist eine soziale und wirtschaftliche Entwic lung, die seine nationalen Hoffnungen immer von neuem belebt; durch den Aufbau eines eigenen Wirtschaftskörpers soll der Weg zur politischen Selbständigkeit geebnet werden.
Wenn das Polentum heute auf ansehnliche Erfolge in dieser Richtung zurückblicken tann, so verdantt es sie nicht zuletzt dem nationalen Opfersinn, der sich immer wieder bewährt hat, wenn ein nationales Werk gefährdet, oder ein nationales Ziel erreichbar erschien. Eben jetzt wieder gibt es einen glänzenden Beleg dieser Opferfreudigkeit, indem es für die sogenannte Grunwaldspende zur Erinnerung ihres Sieges von Tannenberg bisher nicht weniger als 1 200 000 Kronen aufgebracht hat, eine Summe, die, gemessen an der Zahl und dem Wohlstande des Voltes, als außerordentlich groß bezeichnet werden muß.
Deutsche Volksgenossen! Lasset Euch diesen Opfermut ein Vorbild sein! Der Deutsche Ostmartenverein sieht sich in seinen Bemühungen, dem Vordringen des Polentums Einhalt zu tun, das Deutschtum zu sammeln und wirt= schaftlich zu stärken, täglich gehemmt durch den Mangel an Mitteln. Daher wenden wir uns am heutigen Tage, der dem Gedächtnisse des großen Kanzlers Otto von Bismarc gilt, des eigentlichen Gründers des Ostmarkenvereins, mit der herzlichen und dringenden Bitte an Euch, für unseren Ostmartenschatz, dessen Mittel ausschließlich dem ostmärkischen Deutschtum zugute kommen, Eure Hände zu öffnen und ihm auch in den Kreisen Eurer Freunde und Bekannten opferfreudige Spender zu erwerben. Sorget durch eine deutsche Tannenbergspende, daß nicht auch der Gedenktag jener verhängnisvollen Schlacht noch unserem polnischen Gegner zu einem Triumphe über seinen deutschen Feind verhelfe.
Spenden, über die in der„ Ostmart" öffentlich quittiert werden wird, werden erbeten an die Direktion der Disconto Gesellschaft zu Berlin W. 8, Un ter den Linden 35 oder an das Posts checkkonto des Vereins, Berlin NW. 7, Conto Nr. 4696, unter der Bezeichnung:„ Spende für den Ostmarkenschap".
Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.
Backe mit Reeses Backwunder
fallen an einzelnen Zweigen hängengebliebene Blätter auf. Beim genauen Nachsehen läßt sich erkennen, daß sie mit feinsten Fäden zu einem Knäuel zusammengeballt und an den Zweigen festgetittet sind. In diesem Knäuel aber stecken unzählige, winzige Räupchen des Goldafterschmetterlings, die hier überwintern; der Frost tut ihnen nichts, und im Frühjahr fressen sie sich an den Blättern der Bäume groß, wobei ganze Zweige tahl werden. Soweit darf es nicht tommen 2c.
" Nun schau mal hinauf Männe, in die Krone des Danziger Kantapfels. Da sitzen welche!"
" Ja, wirklich, Mutterchen, dem Ungeziefer wollen wir doch gleich ein Feuerchen unter das Bett machen.- So, an diese Wäschestüße habe ich provisorisch-" „ An meine Wäschestüße!?"
" Jawohl! habe ich provisorisch mit Draht einen spiritusgetränkten Schwamm gebunden, den brennen wir an und halten ihn unter die Nester. So- 0-0-0-0. Wie das schmort!"
„ Aha, Heßler, Sie möchten wohl gern wissen, was das für ein Buch ist? Wir nennen es unsere Gartenbibel: " Böttners Gartenbuch für Anfänger", erschienen bei Trowißsch u. Sohn in Frankfurt a. d. Oder. In dem Buche hat man alles schön beisammen, was man als Gartenbesizer und Gartenfreund wissen muß. Und dann die vielen Abbildungen Aber, Sie werden frühstücken wollen, Heßler, da möchte ich Ihnen nur schnell noch das nötige für's Rosenrundell sagen. Nehmen Sie vor allem das Decktreisig vorsichtig ab, damit teine jungen Triebe von den schon treibenden Rosen abgerissen werden. Und wenn Sie die Rosen aufschneiden und aufbinden, werden Sie einige in die Erde gelegte Otulanten finden, die brechen Sie mir beim Herausnehmen ja nicht ab! Die Rosenpfähle liegen in der Laube oben. Heften Sie die Rosen nur getrost mit diesem Bindfaden an; ich habe keine Weidenruten. Dann graben Sie das Rundell um, bringen dabei den Lehm der alten ausgebrannten Hauswand mit unter und jauchen zuletzt tüchtig. Die Kleinigkeiten, die es noch zu besorgen gibt, tue ich selbst, und nun fangen Sie in Gottes Namen an. In vier Wochen, wenn der Sand für die Wege bereit liegt, sehen wir uns doch wieder?"
" Frauchen! Heßler ist fertig und gegangen. Hat alles recht schön gemacht und nichts vergessen. Nun fange ich erst an, wieder ruhig zu werden. Es ist doch ein kleiner Schmuckkasten, unser Gärtchen! Uebrigens will ja dein Bruder, der Professor- Schwager, um Östern herum zu Besuch kommen und, du weißt, sein erster Gang richtet sich immer nach dem Garten, vollends jetzt, da er mit seiner Wohnung ein Gärtchen ermietet hat, wonach er längst schon trachtete." " Alterchen, da fällt mir eben ein, daß in vierzehn Tagen sein Geburtstag ist. Wenn wir ihm tönnten für sein Gärtchen eine Freude machen; vielleicht einige schöne Stauden oder Rosen?"
neuen
Hinschicken? Nein, Schab, die fann er sich nach seinem Geschmack dort besser selbst taufen. Da weiß ich was viel, viel Wertvolleres, das ihm riesige Freude machen wird!" „ Und das wäre, Schat!?"
„ Böttners Gartenbuch für Anfänger." enbuch Eine Gartenbibel!"
Nun, Mutterchen, fomm' mit hinaus auf die Bant, Die Sonne meint's gut und das Gärtchen schaut blant. Man wird wieder jung in der wohligen Luft, Schon spürt man den lieblichen Blütenduft Sieh'! Sieh! Da kommen die Entel ja! Willkommen! Der lebende Frühling ist da!


