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105.

Samstag,

Gießener Zeitung 6. Auguſt 1910.

Expedition: Gießen, Seltersweg 83.

Sihung der Stadtverordneten Gießens. verwaltung war vor einiger Zeit ein Gesuch der izraeliti

Gießen, 4. Auguſt.

Die heutige Sibung stand start unter dem Zeichen der lommenden Ferien und nicht zum mindesten auch unter dem Einfluß der Reisezeit, die Bänke des Versammlungssaales waren zum großen Teil leer. Nur 11 Punkte standen zur Beratung, so daß die öffentlichen Verhandlungen schon nach Ablauf von Stunden ihr Ende erreichten.

Punkt 1 der Tagesordnung waren Mitteilungen. Der Radfahrerverein begeht das Fest seines 25jährigen Besteh ens mit einem Kommers am nächsten Samstag und einem am Sonntag in Steins Garten stattfindenden Sommerfest und hat dazu die Stadtvertretung eingeladen. Die hie figen Hassia Vereine hatten die Stadt zur Unter­nehmung ihrer Veteranenfahrt nach Darmstadt um eine Beihilfe ersucht, welche auf Befürworten der Finanz­fommission 6 Mr. für jeden Teilnehmer mit der Maßgabe betragen soll, daß den den Verbänden nicht angehörenden

ebenfalls Unterstüßung

J

schen Religionsgesellschaft um Ausdehnung des Benußungs­rechtes an ihren auf dem neuen Friedhof gelegenen Grä bern von 30 auf 90 Jahren eingelaufen. Rabbiner Hirsch­feld bat darauf die Stadt, seiner Gemeinde die betreffenden Ruhestätten überhaupt als Eigentum gegen eine entsprech= ende Entschädigung zu überlassen. Da die Stadtverwalt­ung den beiden Gesuchen aus Billigkeitsgründen nicht statt geben fonnte, so sah sich die Religionsgesellschaft veranlaßt, von die Schaffung eines eigenen Begräbnisplatzes rechts dem neuen Friedhof in die Wege zu leiten. Die dazu not­wendigen Kosten, so führte O.-B. Mecum aus, werden, falls das Ministerium gegen die Anlage des Plazes nichts einzuwenden hat, von den Interessenten getragen, welche die Stadt nach wie vor zu den Kosten ihres neuen Fried­hofes heranziehen kann. Der Religionsgesellschaft steht da= für die Befugnis zu, die Leichenhalle und die Kapelle für ihre Zwecke im Bedarfsfall zu benußen. Vor kurzem rich tete nun die genannte jüdische Gemeinde an die Stadt- Ver­waltung die Bitte, zweds Verbindung der beiden Begräb nisstätten der Ostseite des Kommunalfriedhofes eine Aus­beklagenswert, daß mit dieser teilweisen Absonderung der eine Israeliten in die Einheitlichkeit unseres Friedhofes Bresche gelegt wird, welche möglicherweise Mißhelligkeiten heraufbeschwören kann. Ich möchte beantragen, daß heute noch nicht darüber verhandelt wird. Stadtv. Vier mer: Es soll zuvor festgestellt werden, ob die jüdische Religionsgesellschaft nach dem geltenden Recht als Sette zu gelten habe oder nicht. Sollte das leßtere nicht zutreffen, so bitte ich, von irgendwelchen Maßnahmen zugunsten der Religionsgesellschaft abzusehen. Ich beantrage die Verweis­ung der Angelegenheit an die juristische Kommission, da die Rechtslage in diesem Falle eine recht verwickelte sein dürfte.

ehemaligen Strieger chemilla belige muterfügung gesagt angen. Dei. Se org i: Ich finde es sehr

Puntt 2 betraf das Baugesuch Flick für die Bis­mardstraße. Bäckermeister Flid gedenkt an der Ecke Bis­marckstraße Löberstraße einen Neubau zu errichten und war um Befreiung von dem auf die Größe der Hofräume be­züglichen Paragraphen der Ortsbausatzung eingekommen, da er den ihm zur Verfügung stehenden Raum besser aus­zumüßen wünscht. Der Bauausschuß hatte das Gesuch grundsäßlich nicht befürwortet, weshalb die Stadtverordne ten dasselbe ablehnten.

Der 3. Puntt, welcher sich mit dem Baugesuch Hof mann bei der Veterinärklinit befaßte, fiel aus. di

4. Puntt: Der Eigentümer des Grundstückes Kaplanei­gasse 7 beabsichtigt an dem nach der Schloßgasse zu lie­genden hinteren Teil seines Besißtumes ein Hoftor anzu bringen, gegen dessen Errichtung die Stadtverordneten auf Befürworten des Ausschusses nichts einzuwenden hatten.

Der 5. Puntt, betreffend die Ortsbausa bung für die Lonystraße, fiel aus.

6. Puntt: Eigentum am Stadtkirchturm und der Friedhofstapelle. Die Gießener Zeitung" fonnte bereits vor einigen Tagen melden, daß das Oberkonsistorium einem zwischen der Stadt und der Kirchen gemeinde zustande gekommenen Vergleich zugestimmt habe, nach welchem der Stadtkirchturm in den Besitz der Kirchen-| gemeinde übergeht, während die alte Friedhofstapelle als das Eigentum der Stadt anerkannt wird. Zu diesem Ab­fommen gab O.-B. Mecum folgende nähere Aufschlüsse: Gegen die Befreiung von der Unterhaltung des Stadt­firche wtur e B verpflichtet sich die Stadt Gießen zu der Zahlung einer Summe von 8000 Mt. Demgegenüber fallen der Kirchengemeinde die aus der Anschaffung einer neuen Uhr entstehenden Kosten zur Last. Ferner bleibt das Recht auf Benußung der Glocken der Stadt vorbehalten. Schließlich dürfen bei etwaigen baulichen Veränderungen des Turmes die Eigentumsgrenzen seitens der Kirchengemeinde nicht überschritten werden. Bezüglich der alten Fried­hofstapelle steht der evangelischen Kirchengemeinde das Recht zur Abhaltung von Gottesdiensten zu. Die Stadt ift nicht befugt, an der Kapelle solche baulichen Veränder­ungen vorzunehmen, welche das Abhalten von firchlichen Feiern beeinträchtigen könnten. 86­Die juristische Kommis­fion hatte die Annahme des Vergleiches empfohlen, wel­chem die Versammlung auf nochmaliges Befürworten des Oberbürgermeisters zu st i mm te.

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7. Puntt: Die vorletzte Sigung der Stadtverordneten hatte sich bekanntlich mit einer Eingabe befaßt, in welcher Interessenten um die Errichtung einer Haltestelle der Straßenbahn an der Braugasse ersucht hatten. Die An­gelegenheit wurde damals zur näheren Beratung der Glet­trizitätswerksdeputation überwiesen. Der genannte Aus schuß befürwortete nun das Gesuch mit der Maßgabe, daß die Haltestelle am Lindenplatz aufgehoben und die Station Afterweg mit dem neuen Haltepunkt zusammengelegt wird. Gegen diesen Plan sprach sich Direktor Stolte in seinem von der Stadt eingeforderten Gutachten aus, da die in dem dortigen Stadtteil vorhandenen Haltepunkte dem Bedürfnis vollkommen entsprochen hätten. Es seien auch ferner die mit der neuen Haltestelle notwendig werdenden Kosten zu hoch, welche etwa 22 000 Mt. betragen würden, da neben Gleisverlegungen noch die Anschaffung eines neuen Wagens und damit die Anstellung eines weiteren Wagenführers er folgen müßte. Stadtv. Löber: Ich halte diese Aus­

hoch,

leicht die ganze Angelegenheit auf eine andere Weise lösen läßt, welche der Stadt nicht so hohe Kosten verursacht. Stadtv. Wallenfels. Die Haltestelle dünkt mir solch hoher Ausgaben nicht wert, da sie nur einer beschränkten Zahl von Fahrgästen zugute kommen wird. Stadtver ordneter Jann: Die Zusammenlegung der Haltestellen möchte ich nicht befürworten, da die inbetracht kommenden Stationen ihre Entstehung doch dem Bedürfnis verdanken, sodaß die Bevorzugung des einen Teiles den anderen be­nachteiligen würde. Stadtv. Ha bertorn: Ich stimme dem Beschluß des Ausschusses zu, da ich der Ansicht bin, daß die Haltestelle an der Braugaſſe notwendiger als die jenige an dem Lindenplatz und dem Asterweg ist, da die Besucher der Zeughaustaserne, des Militärlazaretts und des Landgerichtes alsdann die Straßenbahn noch weit mehr als bisher in Anspruch nehmen würden. Beig. Ge orgi: Wir haben die Angelegenheit in dem Ausschuß sehr eingehend beraten und sind zu der Ueberzeugung gekommen, daß für die Haltestelle ein Bedürfnis vorliegt, welchem die Stadt auch Rechnung trägen muß. Stadtv. Tro ß: Der Wagen wird bei Errichtung der Haltestelle Braugasse der Station Brandgasse nicht mehr so oft zu halten brau chen, da die Besucher der Kaserne 2c. dort nicht mehr aus­steigen werden. Es wäre deshalb nicht notwendig, den Hal­tepunkt Afterweg- Brandgasse aufzuheben. Stadtv. Pe tri trat den Ausführungen des Vorredners bei.

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O.

B. Mecum: Ich vermag ein Bedürfnis für die Halte ftelle Braugasse nicht anzuerkennen. Diejenigen Leute, wel che das Kreisamt aufsuchen, benußen lieber die Haltestelle am Afterweg, welche weniger weit als die Station Brau­gasse von ihrem Ziel entfernt ist. Stadtv. Heichel­heim: Wenn die Angelegenheit so leichthin Annahme fin­det, dann werden auch von anderer Seite Ansprüche erho­ben werden, welche die Stadt in große Ausgaben stürzen würden. Ich möchte daher eine Aufschiebung der Beschluß­fassung befürworten.- Der Antrag des Ausschusses wurde hierauf angenommen.

8. Punkt: Die Uebersicht über die Einnahmen u. Ausgaben des Realgymnasiums und der Oberrealschule im Jahre 1909 lag der Versammlung zur Einsichtnahme vor. Danach beträgt die Einnahme gegenüber dem Voran­schlag von 59 307 Mt. nur 57 600 M.

Der 9. Punkt der Tagesordnung befaßte sich mit der Anlage eines jüdischen Friedhofes. Bei der Stadt­

Stadtv. He ichelheim: Soviel mir bekannt ist, wird die Religionsgesellschaft vom Staat nicht für eine Sette ge= halten. Die Versammlung entschied in dem Sinne des Stadtv. Biermer.

10. Puntt: Volksbad für Frauen. Das städ­tische Freibad an der Lahn soll mit dem nächsten Sommer auch den Frauen zugänglich gemacht werden und zu diesem Zweck für beide Geschlechter getrennte Badezeiten erhalten. Die damit notwendig gewordene Ausgabe für das Auf ſichtspersonal beträgt 510 Mt. Die Stadtverordneten be­willigten dieselbe.

Der letzte Punkt der Tagesordnung betraf das Gesuch des Ernst Heinrich Beutner um Erlaubnis zum Schant­wirtschaftsbetrieb in dem Hause Plockstraße 13, in dem ehe maligen Cafe Stalitky. Die Versammlung genehmigte das Gesuch.

Am Schluß der öffentlichen Sißung sprach O.-B. Me= cum seine Befriedigung darüber aus, daß die leidige zwi­schen Stadt und Kirchengemeinde vor kurzem noch schweb­ende Streitsache mit dem heutigen Tage beigelegt worden ſei. = h=

Das Theaterjahr 1909-1910

von

Hermann Franz Oktavio.

( Schluß)

Daneben war natürlich das Untee haltungs­

ſtüc reichlich vertreten; im Schwant und Lustspiel gaben die Franzosen den Deutschen nichts nach. A. Bissons Seliger Toupinel" und" Die fremde Frau" erschienen ne­ben dem neueren Die Liebe wacht" von Caillapet u. Flers; von deutschen Autoren gab man diese Leutnants"," Flot­tenmanöver"," Im Klubsesselc, Stücke, die eben feine fünst lerischen Ansprüche erheben, sondern lediglich der Unterhalt­ung dienen, mit allen Mitteln lachen machen wollen. Da­hin gehören natürlich auch die älteren Stücke wie Der Hochtourist"," Veilchenfresser"," Klein Dorrit" und der Schla­ger der Saison Der dunkle Puntt" von Kadelburg und Presber, den man nur in einem Anfall von geistiger Um­nachtung mit Björnsons Wenn der junge Wein blüht" ver­gleichen oder darüber stellen fann.

Von Werken, die nur beluftigen wollen und vermöge des glücklich gewählten Stoffes ihren Zweck auf ihre Art erreichen, tauchten Niemann 3 Wie die Alten sungen" und Meyer Förster 3 Alt- Heidelberg" auf; hierher gehört auch Schönthans historisches Lustspiel in Ver fen Renaissance".

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Auch für Kinder vorstellum gen hatte man gesorgt( Barfüßchen" und" Aschenbrödel"). Sonst fand die Spielzeit eine angenehme Belebung durch die Aufführung von Weber 3" Preziosa" unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Inf.- Regiments Nr. 116 die auch während dem Sommer das Orchester stellte und von 2. Falls fidelem Bauer", der die ganze Saison hindurch das sehr beifällig aufgenommene Zugftück bildete.

Ueberfliegt man noch einmal das Repertoire, so fann man ohne Uebertreibung gestehen, daß die Direktion eifrig bestrebt gewesen ist, den Anforderungen der Kunst, des Publikums und der Kasse gerecht zu werden. Als eine An­erkennung seiner hiesigen Tätigkeit darf es Direktor 5. Steingoetter betrachten, daß ihm die Stadt Gießen auf weitere 5 Jahre die Leitung des Theaters übertragen hat. Zugleich hat uns die Saison gelehrt, daß das Pub­lifum wertvolle, fünstlerisch- literarilch bedeutsame Lustspiele, wenn man sie bietet, der faden, leeren Fabrikware vor­zieht; der Einzelne mag immerhin untritisch veranlagt sein, das Publikum als ganzes ist ein gescheites Tierchen". Nur einen unserer Modernen, der uns eine zeitlang viel zu ſa­gen hatte, haben wir vielleicht ungern vermißt: Haupt­mann. Weiterer Vorschläge enthalte ich mich; denn mit dem neuen Theaterjahr fommen neue Wünsche, neue Hoff­nungen.

Sehr zu empfehlen wäre es übrigens, wenn die The­| aterdirektion schon im Interesse einer späteren Geschichte des Theaters alljährlich eine Uebersicht der aufgeführten Stücke mit Angabe der Aufführungszahl veröffentlichen ließe. Ueber das darstellende Personal, das ich eingehend bei den Einzelrezensionen gewürdigt habe, nur furz folgendes: Herman Balof, zugleich Schauspiel- Regisseur, ist ein ausgezeichneter Charakterspieler und Heldenvater<- um diese Bezeichnung zu gebrauchen. Neben ihn reiht sich Curt Gühne, der z. B. als Konsul Bernit"," Herzog Deno­valin"," Vierfürst Herodes" und Freiherr von Schmettau" ( Moral) prächtige Gestalten schuf. Karl Marx als ju­gendlicher Liebhaber und Darsteller gerade klassischer Rol­len( Don Carlos"," Romeo"), ift gewiß ein guter Spre cher; doch fehlten manchmal die zarten Uebergänge in seinem Spiel. Ferry Daubals Art, Rollen zu erfassen, ein­heitlich geschickt durchzuführen, erkenne ich ebenso an, wie ich Edgar Paulys Verwandlungskunst bewundere. Karl Bolt, dessen Pathos und pastorale Würde ich zeit­weise sehr störend empfand, entpuppte sich im Konzert" als

den

und

sehr vorteilhafter Dr. Jura. Den flotten Liebhaber spielte Rudolf Go II( Lustspiel), mit Recht ein hier beliebter Vertreter dieses Faches. Im Lustspiel glänzte ferner un ser Komiker und Regisseur Hermann Norden, der mit seinen Späßen, Mäßchen und Witzen das Publikum recht oft zum Lachen brachte. Erwähnung verdient hier auch Ad a Pauly als komische Alte eine derb drastische, zugleich flug diskrete Darstellerin, Lore Scholz. Ich kann mich nicht bei all ihren Rollen auf­halten; auszeichnen will ich nur ihre ganz prächtige, fünft lerisch vollkommene Verkörperung der Marie Heint( in Bahrs Konzert"). Neben Erna Güldener wußte sich besonders Fränzi ko ch die Sympathie des Publi­fums zu sichern. Eine besonders tüchtige Kraft offenbarte sich in Gusti Ne y, deren Hosenrolle Vittorino"(" Renais­sance") sich ihre Glanzleistung nennen darf. Man gebe ihr, im Vertrauen auch ihr Talent, große Aufgaben; sie wird sie schon zu meistern wissen.

Sehr anzuerkennen ist auch das Auftreten auswärtiger Gäste; Gertrude Baumeister- Felsegg war als Gast für die Saison gewonnen; Heinrich Bau­me i ſter( Darmstadt, Goftheater) fand sehr beifällige Auf­nahme als" Tantris, der Narr". Adele Sandrock, Irene Triesch, K. W. Büller sahen wir, verschiedene Kräfte des Frankfurter Schauspielhauses gaben uns eine ausgezeichnete Darstellung von O. Wildes:" Frau Warrens Gewerbe", die Französische Gesellschaft Roubaud- Paris brachte Molieres " Geizigen" zur Aufführung. Auch eine junge, viel ver­sprechende Schauspielerin, S. Vane aus München zeigte sich nicht ungünstig als Salome" und Melida"( Strandfinder"). Den fünstlerisch reinsten, tiefsten Eindruck ließ in mir M. Reuble( vom Schauspielhaus Frankfurt) als Julia" ( Romeo und Julia") zurück; gerade die Aufführung die­ses Stückes nenne ich eine der fünstlerisch wertvollsten der ganzen Spielzeit, der sich Das Konzert"," Wenn der junge Wein blüht" und" Moral" ebenbürtig zur Seite stellen dür fen. Der Genauigkeit wegen führe ich hier die drei Gast­spiele der Darmstädter Hofoper" Freischüß"," Tiefland" und " Mignon" an, für die wir dem Theaterverein den größten Dant schulden. Die jedesmal ausverkauften Häuser haben genügend bewiesen, welcher Beliebtheit sich diese Aufführ ungen erfreuten und hoffentlich noch lange erfreuen werden! Der größte Ruhm eines Theaters besteht darin, daß man es aufsucht, nicht eines einzelnen Mimen wegen, son­dern angelockt durch die künstlerische Gesamtleistung; mö­gen sich Theater, Publikum und Kritik immer mehr da­rüber einig werden, daß wir einen Tempel der Kunst und feinen besseren Zirtus" erstreben sollen und wollen!

Literarisches.

( Juli 1910.)

Heidelberg und Umgegend. Griebens Reiseführer, Band 38, 5. Auflage 1910-11 mit 2 Plänen.( 60 Pf.) Verlag von Albert Goldschmidt in Berlin W. Allen Reisenden, die das paradiesisch gelegene Alt- Het­delberg und seine Umgebung fennen lernen wollen, ist in

ficht ausreichenden und durchaus zuverlässigen Angaben beftens zu empfehlen. An den Abschnitt über die Ge­schichte der alten Kurpfalz und ihrer Hauptstadt Heidel. Beschreibung der einzelnen Sehenswürdigkeiten. Ein­berg schließt sich ein Spaziergang durch die Stadt mit gehend behandelt find natürlich vor allem das schöne alte Schloß und seine einzelnen Bauten, sowie die ehrwürdige Universität. Die dem Führer beigegebenen Pläne der Stadt und des Schlosses sind verbessert und ergänzt.

Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde.

Am 11. Sonntag nach Trinitatis, den 7. Auguft. Gottesdienst

In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Siehe Johannestirche. Bormittags 9% Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser.

In der Johanneskirch e. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld.

Zugleich Christenlehre für die Neutonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittage 9 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderfirche für die Lutasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer.

Nächstfünftigen Sonntag, den 14. August, wird die Kol­lefte für die firchliche Versorgung der im Ausland und in den überseeischen Ländern zerstreuten deutschen evangelischen Christen erhoben werden.

An demselben Sonntag findet in der Johanneskirche Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Jo­hannesgemeinde gemeinsam statt. Anmeldungen werden für beide Gemeinden bei Pfarrer Ausfeld, Südanlage 8, erbeten.

Die Amtsgeschäfte der Lutasgemeinde übernimmt vom 8. August bis 5. September Pfarrassistent Hanstein., Wezz­steinstraße 38( Sprechstunde: vormittags zwischen 11 und 12 Uhr).

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Batholische Gemeinde

Samstag, den 6. August. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen= heit zur heiligen Beicht.

Sonntag, den 7. August. 12. Sonntag nach Pfingsten. Rormittags Uhr: Gelegenben zur bi. Beicht. Vormittags 7 Uhr: Die erste heil. Meffe.

Vormittags 8 Uhr: Austeilung der heiligen Kommunion. Vormittags 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vormittags 11 Uhr: Heilg. Messe mit Predigt. Nachmittags um Uhr: Andacht.

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