nanzaspiranten Heinrich Ludwig- Alsfeld zum Hauptsteueramtsassistenten in Gießen ernannt.
* Geheimrat Haas, dessen Befinden sich erfreulicherweise weiter gebessert hat, teilte den Vorstands mitgliedern der Landwirtschaftskammer mit, daß er die Geschäftsführung von heute ab wieder übernehme. An den Verhandlungen und Sizungen dürfte Geheimrat Haas vorerst aber noch nicht teilnehmen können.
** Verliehen wurde dem Förster Johannes Frank zu Alsfeld aus Anlaß seiner Versehung in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen.
* Goldenes Jubiläumt Das goldene Jubiläum der Zugehörigkeit zum Soldatenstande konnte am Sonntag Oberst Kullmann hierselbst feiern. Am 1. Mai 1860 trat der Jubilar als Freiwilliger beim damaligen 2. Hessischen Infanterie- Regiment, jetzt Kaiser WilhelmRegiment, ein, wurde 1866 zum Leutnant ernannt und beteiligte sich als solcher an dem Krieg gegen Preußen und an dem Feldzug gegen Frankreich. Im Jahre 1871 wurde er Ober- Leutnant und zehn Jahre später Hauptmann. Vom Jahre 1888 ab bekleidete er bei der Gendarmerie die Stelle eines Kommandeurs, in welcher er bis zu seinem Abschied im Jahre 1903 verblieb. Der Jubilar erfreut sich in unserer Stadt der größten Beliebtheit.
* Studentisches. In einer originellen Weise brachte eine hiesige studentische Verbindung ein scheidendes Mitglied zur Eisenbahn. Die Musensöhne hatten ihren Couleurbruder in einen Kinderwagen gesteckt, so zum Bahnhof gebracht und in stattlicher Anzahl den sonderbaren Zug begleitet. Auf dem Bahnsteig sangen die Burschen dem Scheidenden ein Abschiedslied.
= h- Studentisches. In althergebrachter Weise feierte die hiesige Studentenschaft in der Nacht zum Sonn tag den 1. Mai. Von den Studentenwirtschaften an der Wilhelmstraße aus verkündeten um 12 Uhr nachts weithin dringende Trompetensignale den Beginn des ewig jungen Mai, während Raketenschwärme der ganzen Umgegend den Eintritt des Wonnemonats anzeigten.
* Stadtverordneten- Sizung. Die Ta gesordnung für die Situng der Stadtverordneten- Versammlung am kommenden Freitag, nachmittags 4 Uhr, ist folgende: 1. Mitteilungen.- 2. Baugesuch Abermann u. 3. Desgl. Hermann Hof Kling für die Ludwigstraße. mann für die Straße an der Veterinärklinik. 4. Desgl. -5. Desgl. des Wilhelm Seipp 3. für die Roonstraße. C. Buderus für die Ludwigstraße.- 6. Desgl. Fr. W. Schmidt für die Bahnhofstraße 77. 7. Gesuch Abermann u. Kling um Anbringung von Balkonen am Neubau Keplerstraße 9 und 11.- 8. Ortsbausatzung zum Bebauungsplan für die Lonystraße.- 9. Ortsbausatzung zum Be bauungsplan zwischen Landmannstraße und Lärchenwäldchen. 10. Beschaffung von zwei weiteren Straßenbahnwagen. 11. Vorlage der Rechnung des Elektrizitätswerfs für 1908. 12. Vorlage der Rechnung des Gas- u. Wasserwerks für 1908. 13. Genehmigung von Rechnun 15. Miete für gen. 14. Kosten des Kaiserbesuches. einen der Häute und Fettverwertungsgesellschaft überlassenen Raum. 16. Wertzuwachssteuer für die Henselstraße. 17. Niederschlagung von Kanalgebühren.- 18. Das Wappen der Stadt Gießen.- 19. Gesuch des Männerturnvereins um Ueberlassung des Triebs zur Feier seines 25jähr. Bestehens. 20. Gesuch des Stemm- und Ringklubs um Ueberlassung des Triebs für seine Uebungen. 21. Verpachtung eines Plates an der Friedrichstraße an Heinrich Giehl zur Aufstellung eines Wasserhäuschens. 22. Ginführung des 8 Uhr- Ladenschlusses für die Lederhandlungen, Barfümerie- und Toilettewarenhandlungen. 23. Gesuch des Georg Ehrhardt um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Bleichstraße 31.
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tt Stadttheater. Es sei auch an dieser Stelle auf das Abonnement für die sommerlichen Operetten- Gastspiele hingewiesen. Namentlich das Vollabonnement auf 10 Vorstellungen bedeutet gegenüber dem Einzelpreis eine ganz bedeutende Ermäßigung. Für Herrschaften, die im Laufe des Sommers verreisen wollen, werben Teilabonnements für die erste bis fünfte oder sechste bis zehnte Abonnementsvorstellung ausgegeben. Da außerdem Gutscheine für sämtliche Abonnements, also auch die Teilabonnements gelten, ist weitesten Kreisen Gelegenheit geboten, von diesen Ermäßigungen Gebrauch zu machen. Als Spieltag wird nach Möglichkeit der Dienstag beibehalten. Vorstellungen, die letztes Jahr gegeben wurden, sind für die diesjährigen Abonnementsvorstellungen grundsätzlich ausgeschlossen.Die erste Vorstellung im Abonnement bringt Dienstag, den 17. Mai, Die geschiedene Frau". Das The aterbureau ist von Freitag ab, täglich von 10-1 Uhr geöffnet.
* Freiwilliger Tod. Aus noch unbekannten Beweggründen suchte eine Frau am Samstag ihrem Leben dadurch ein Ende zu machen, daß sie sich in der Nähe der Bleichen in die Lahn stürzte. Als der Körper der Lebensmüden einige Augenblicke später von zur Hilfeleistung herbeigeeilten Personen aus dem Wasser gezogen wurde, war der Tod bereits eingetreten.
Die Freundinnen.
Originalroman von Irene v. Hellmuth.
127) Indo 193
( Nachdruck verboten.) „ Daraus wird für heute nichts," rief Maja ungeduldig. " Deswegen fahre ich nicht nach Neunlinden, um mich ins Zimmer zu setzen. Und Dir tut ein wenig frische Ruft dringend not."
Aber es ist heute recht fühl und unfreundlich," warf Sylvia ein.pdf( 16
" Jawohl das weiß ich. Deshalb keeile Dich, daß wir fortkommen, das Warten ist nicht angenehm.
Sylvia verstand zwar nicht, was die Freundin meinte, aber sie fügte sich schweigend. Di
Bei der Wahl des einzuschlagenden Weges gab es wieder eine kleine Meinungsverschiedenheit. Maja folgte ohne zu fragen, dem schmalen Fußpfad, der zu dem Häuschen des Herrn von Brandt führte. Sylvia dagegen wollte zur Ruisenhöhe.
„ Dahin können wir ein anderes Mal auch," entschied
immer die Hälfte der kostbaren Zeit, die uns bleibt, dem Kinde widmen? Du verwöhnst die Kleine ganz unvernünftiger Weise. Ich glaube, Du hast Lilly lieber als mich. Du gehst jetzt so oft zu ihr."
Bist Du eifersüchtig? Du wirst noch manchmal froh sein, wenn ich zu Lilly gehe."
Das verstand Sylvia nun wieder nicht. Sie warf einen fragenden Blick auf die Freundin, die ihr heute so sonderbar vorkam. Sie wurde nicht recht klug aus ihr. son„ Warum eilst Du denn so?" fragte Sylvia wieder. „ Kannst Du es gar nicht erwarten, bis Du Deinen Liebling in der Nähe hast? Sag einmal aufrichtig, ist es wirklich nur das Kind, das Dich so anzieht, oder hat Herr von Brandt auch teil daran?"
Maja errötete.
„ D, Du Du bist boshaft, Du verdienst meine Liebe wirklich nicht!"
Damit trat sie in das kleine Haus ein. Die Freundin,
= h- Maifeier. Die sozialdemokratisch organisierte Arbeiterschaft von Gießen und Umgegend feierte den 1. Mai durch einen kleinen Umzug, der sich den polizeilichen Anordnungen gemäß von dem Gewerkschaftshause aus um die Altstadt bewegte, aber infolge seiner nicht gerade bedeutenden Teilnehmerzahl keinen besonders imposanten Eindruck ausübte.
* Juxplaß an der Lahn. Morgen eröffnet Herr Walldorf- Gießen auf dem Jurplatz a. d. Lahn sein in unserer Stadt auf das beste bekanntes Vergnügungs- Etablissement, welches durch seine mannigfachen Darbietungen wie Preis- Geflügel- Schießen, Karussell und Schiffſchaufel wie schon früher so auch diesmal wieder jedem Besucher einen überaus schönen Genuß versprechen wird.
* Landes waisentasse. Die Einnahmen der Landeswaisentasse von 1908-1909 betrugen 303 963 Mt., davon 135 830 Mt. Zuschüsse aus der Hauptstaatskasse; die Ausgaben beliefen sich auf 301 575 Mt. Ende März 1909 waren in Verpflegung 1492 Waisen. Während des Rech nungsjahres 1908 wurden aufgenommen aus Starkenburg 138, aus berhessen 52 und aus Rheinhessen 119, zusammen 370 Waisen; ausgetreten sind 405 Waisen.
Adre a", in allen Gangarten der hohen Schule geriti ungeteilten Beifall. Den Schluß des Programms bilde die Voltigeuse Frl. Genie, die sich in ihren Leiſtunge den anderen Reitfünstlern würdig anschloß. Nicht zu ver gessen sind die Clowns Manolo und August Fipe die ebenfalls ihr bestes gaben, um die Zuschauer zu un halten. Besonderer Erwähnung verdient auch noch de Zwerg- Clown Sicard. Alles in allem hat sich der 3r fus hier gut eingeführt und der überaus starte Besuch sprec nicht minder für seine außerordentliche Beliebtheit bei d hiesigen Publikum.
Aus Hessen und Nachbargebiet.
* Gleiberg. Am Sonntag beging Lehrer Will Lochau sein 25jähriges Berufsjubiläum. Lehrer Lochau eine bekannte Persönlichkeit bei den Touristen, welche altehrwürdige Burg Gleiberg öfter aussuchen. Er ist jeder Zeit, wenn der Dienst es erlaubt, bereit, als Füh und Erklärer der Ruinen zu dienen.
Wochenmarkt. Auf dem Markt am Camstag dem Griesheimer Truppenübungsplay, Der Weg bis
wurden folgende Preise erzielt: Hühner das Stück 1 Mark bis 1.50 Mt., Hähne das Stück 1 Mt. bis 1.70 Mt., Ochsenfleisch das Pfund 0,75-0,83 Mt., Schweinefleisch das Pfund 0,80-0,95 Mt., Butter das Pfund 1.20 Mt. und Tauben das Paar 0,80-1.00 Mr.
Circus Schumann! Der Circus erfreut sich täglich eines sehr guten Besuches, und mußten Sonntag hunderte von Personen, ohne Billet zu erhalten, umkehren. Es sollte niemand versäumen, die kurze Zeit noch wahrzunehmen, und finden Mittwoch, den 4. Mai und Donnerstag, den 5. Mai( Himmelfahrt) täglich 2 große Vorstellungen statt. Die Nachmittags- Vorstellungen, zu den Kinder auf allen Plätzen halbe Preise zahlen, sind am Programm ebenso reichhaltig wie die Abend- Vorstellungen.
Zur Freude der ganzen Stadtbevölkerung ist der bekannte 3 irtus Schumann hier eingezogen, um für kurze Zeit seine Vorstellungen zu geben. Der Zirkus er= freut sich überall ganz besonderer Beliebtheit, denn die Künst lerschar, welche die Direktion um sich versammelt hat, ist eine vortreffliche und gestattet eine sehr reiche Abwechselung. Gestern Abend eröffneten 4 Damen und 4 Herren durch eine sehr schön gerittene Quadrille das Programm. Ihnen folg= ten The 3 Stars", eine großartige Kraftarbeit, verbunden mit plastischen Stellungen. Die wunderbaren Lichteffekte verhalfen zu dem Erfolg. Höchst interessant war die Freiheitsdressur von„ Klein und Grok" des Herrn Ernst Schumann. Eraft, wie man es nur selten sieht, führ ten beide Pferde ihr Können vor. Nicht minder war es das schottische Pony Bubi", welches sich durch Schnelligfeit besonders auszeichnete. Das Miniatur- Jockey Rennen, welches ebenfalls von Herrn Ernst Schumann vorgeführt wurde, rief wahre Beifallsstürme hervor. Feener gefiel die französische Blizreiterin Mlle. Dubov; sie gab eine sichere, flotte Arbeit und errang sich dadurch die ungeteilte Gunst des Publikums. Eine ganz ausgezeich nete Schulreiterin ist Fr l. de Persky, welche mit ihrem Pferde im Herrensattel die hohe Schule in allen Gangarten ritt. Sie ist eine imposante Figur, der obendrein Grazie und Eleganz eigen sind. Mit kaum bemerkbarer Hülfe führte sie ihr Pferd mit sicherer Hand. Den Schluß des ersten Teiles bildeten„ The Miranos" auf einer 12 Meter hohen Perchestange. Eine geradezu waghalsige Nummer, toie sie besser nicht nachgemacht werden kann. Auf der Spitze der Stange vollführte einer der Herren seine Künste in einer Weise, weichen manchen der Zuschauer zwar in Angst versetzte, aber nach dem glücklichen Gelingen desto größeren Beifall erntete. Der zweite Teil des Programmis brachte zur Einleitung ein Ballett, getanzt vom Corps de Ballett, dem sich der Doppel- Jockeyakt der Herren Ernst und Oskar anschloß. Die Nummer war vortrefflich einstudiert, die Arbeit eine überaus sichere. Nachdem sie dieselbe mit Jockeysprüngen, jeder auf seinem Pferde, beendet hatten, bedienen sich beide nur eines Pferdes. Man muß wirklich staunen, mit welcher Sicherheit sie hier ihre Sprünge ausführten. M st r. Flori o mit seinem dressierten Dromedar legte nicht minder ein gutes Zeugnis für die außerordentliche Leistungsfähigkeit des Zirkus durch die erstaunlichen Erfolge seiner Dressur ab. Die Afrobatentruppe Carl Eugen arbeitet mit der gewohnten Sicherheit. Es ist wohl eine der besten Truppen dieser Art, wie man sie nicht alle Tage zu sehen bekommt. Den Clou des Abends bildete unstreitig die Freiheitsdressur des Herrn Direktor Mar Schumann. U. a. führte er zwei Araberhengste vor, deren vielseitige Dressur besonders ansprach; ihnen folgten 6 braune Wallache, die ebenfalls wie die 12 Trakehner Rapphengste das Publikum, bezüglich ihrer ausgezeichneten Dressur, in Staunen versetten. Das Pferdematerial ist geradezu prachtvoll und die größte Zierde des Zirkus. Herr Ernst Schumann errang mit der Vollblutstute
die im Begriff stand, ihr zu folgen, schob sie ungeduldig wieder hinaus.
Du bist dort nötiger," sagte sie lachend und wies nach der kleinen Bank hinter dem Hause. Diese war leer und Sylvia begriff noch immer nicht, um was es sich handelte; als aber unter den Bäumen die hohe. fraftvolle Gestalt Walters auftauchte, flog ein helles Not über Sylvias blasses Geficht. Der junge Mann fam beim Erblicken der beiden Mädchen rasch näher. Er streckte Sylvia beide Hände ent= gegen. Diese stand da, ohne sich zu rühren. Maja schlüpfte nun rasch ins Haus und zog die Türe hinter sich zu. In dem halbdunklen Flur blieb sie aufatmend einige Sekunden stehen. Sinnend strich sie sich die Löckchen zurecht, die ihr in die Stirn hingen.
„ Was die zwei sich jetzt wohl alles sagen werden?" fragte sich Maia lächelnd.„ Ich möchte gar zu gern wissen wie es bei einer echten, rechten Liebeserklärung zugeht. Doch möchte ich nicht stören. Was mache ich da? Halt. ich hab's."
Nach diesem kurzen Selbstgespräch eilte Maja ein paar Stufen hinauf, wo sich ein fleines rundes Fensterchen be= fand. Von do aus konnte sie alles überblicken, ohne doch selbst gesehen zu werden, da die Aeste der Bäume den Ausquc ziemlich versteckten. Vorsichtia spähte die Neugierige hinaus Richt, dort standen die wei Verliebten. Walter hielt Salvies Hand in der seinen und sprach dabei eifrig auf das junge Wiädchen ein. Was er sagte, konnte die Lauscherin nicht verstehen, aber der Blick und die Haltung des jungen Mannes verrieten deutlicher als Worte, was zwischen ihm und dem Mädchen besprochen wurde.
Also richtig schon gefunden!" ficherte Maja leise. „ Wenn das Theaterpublikum unserer guten Stadt wüßte, warum der Herr Walter nicht singen konnte! Ha, ha, er hatte Liebeskummer! Na, nun werden wir fa das Vergnügen bald wieder haben, und das verdanken die Leute bloß mir allein!" Sie lachte leise auf.
Eine halbe Stunde war wohl schon vergangen und Maja stand noch immer regungslos auf demselben Fleck. Ein eigenartiges Gefühl, fast wie Neid, beschlich die kleine Neugierige, als sie fah, wie Walter die Geliebte auf den Mund füßte, so leidenschaftlich und innig, daß selbst Majas Herz ungestüm zu pochen anfing. Welche Wonne mußte es sein, sich so geliebt zu wissen'
* Buzbach. Das hiesige Bataillon begab sich n derwöllstadt wurde zu Fuß zurückgelegt.
* Friedberg. Am Dienstag, den 10. Mai, Uhr abends, findet im Lehrsaal 2 der Großh. Obstba schule zu Friedberg die Eröffnung eines Lehrganges Freunde des Obst und Gartenbaues aus der Umgeb von Friedberg statt. Jeweils Dienstags in den Monat Mai, Juni und August werden von 5-7 Uhr abends zw Vorträge über Obst und Gartenbau gehalten. Mittwoc ebenfalls von 5-7 Uhr abends, sind in den Anstaltsg ten für die Teilnehmer praktische Unterweisungen vorg sehen. Anmeldungen können mündlich oder schriftlich der Direktion gemacht werden. Das Honorar beträgt für den ganzen Kursus 10 Mt.
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* Bad Nauheim. Es hat sich hier eine Aktien gesellschaft gebildet, die vom 1. Mai an regelmäßig Aute mobilfahrten vom Bahnhof nach dem Hochwald veranstal ten will. Vorerst werden drei 15fißige Wagen eingestell die anschließend an die Hauptzüge vom Bahnhof durch di Ludwig, Johannisstraße nach der Waldrestauration un wieder zurück nach der Stadt führen. Verschiedene Neben linien, besonders eine nach dem Johannisberg, find i Aussicht genommen.
* Büdingen. Die Tuberkulose- Ausstellung befan sich in der letzten Zeit in dem überwiegend Landwirtschaf treibenden Kreise Büdingen, in dem erfreulicherweise die Tuberkulose nicht so sehr verbreitet ist. Die Ausstellung fand auch dort den ungeteilten Beifall der Besucher, die recht zahlreich waren. In Altenſtadt wurden 1200, in tod heim und Nidda je 1100 und in Echzell 1200 Besucher ge zählt; auch wurden zahlreiche Vorträge gehalten, die aller dings notwendig sind, um den Zweck und den Wert der Ausstellung ermessen zu können.
* Frankfurt a. M. In einem hiesigen großen Warenhaus an der Zeil ist man bedeutenden Unter schlagungen auf die Spur gekommen. Am Samstag verschwanden zwei Kassiererinnen, die mittags die Kolle ginnen aller Kassen während der Mittagsstunde ablösten Seit vielen Monaten sollen die beiden Hilfstaffiererinner Beträge, die sich tageweise bis auf 60 Mt. beliefen, un terschlagen und durch raffinierte Buchfälschungen verded haben.
* Aus Rheinhessen. In verschiedenen besseren Weinorten tritt gegenwärtig vereinzelt ein für viele Win zer neuer, schädlicher Rebenfeind auf. Es ist dies eine et wa 4 Zentimeter lange, graubraune Raupe, die dadur viel Schaden anrichtet, daß sie die Gescheine und Knospa der Reben ausfrißt.
* Heldenbergen. Zu dem Gesangwettstreit de Gesangvereins, Thalia" am 12. Juni haben sich 24 Ver eine mit rund 1000 Sängern gemeldet. An Geldpreise werden 1100 Mt. verteilt.
* Köddingen. Am 6. Mai sind es 100 Jahre daß die evangelische Kirche eingeweiht wurde. Aus diesen Anlaß soll das diesjährige Kirchweihfest zu Pfingsten be sonders festlich gefeiert werden.
* Homburg v. d. H. Die Abschäßung des be der Landung der Militärluftschiff- Flotte in Homburg ent standenen Flurschadens, die im Wege gütlicher Vereinbar ung vorgenommen war und zu einer Verständigung mi ailen Beteiligten geführt hatte, ist infolge der angeblich z reichlich bemessenen Schadensbergütung im Gesamtbetrag von zirka 6000 Mart von der Militärverwaltung nich anerkannt worden. Die Abschätzung findet nunmehr amt lich durch die für Manöverschäden gebildete Flurabschäßungs Kommission nochmals statt.
* Mainz. Das hier garnisonierende Magdeburgi sche Dragoner- Regiment feiert am 3., 4. und 5. Juli die ses Jahres sein 50jähriges Jubiläum. * Mainz, 2. Mai. Die Gesellschaft tarus" in Berlin wandte sich an das Gouvernement Mainz mit der
„ Wer mich wohl einst lieben wird?" fragte sie sich la chelnd.
Und dabei tauchte aus dem Nebel, der draußen wogte wie wchende graue Schleier, ein ernstes, fast strenges Ge sicht auf mit dunkelglühenden Augen und einem schwer mütigen Zug um den Mund. In tiefes Sinnen versunken stand das junge Mädchen da und starrte unbeweglich hinaus in den Herbstlichen Wald; kein Laut, fein Ton war ver nehmbar.
Erst die jetzt ganz nahe klingende Stimme Walters r die einsame Träumerin aus ihren Gedanken.
,, Wie viel Mühe es mich gekostet hat, auszufundschaften wo Du wohnst und wer Du bist, davon hast Du keine Ab nung," sagte er eben, mit Sylvia auf dem kleinen Bänkchen Platz nehmend. das dicht am Hause stand. Da die hintere Mauer außer der kleinen, verdeckten Rundung kein Fenster aufwies, glaubten die beiden sich völlig unbeobachtet.
„ Es war also kein Zufall, der Dich in unsere Gegend führte?" lächelte Sylvia, sich dicht an den Geliebten schmie gend.
Dnein, glaubtest Du an einen solchen?" ,, Gewiß, ich fonnte doch nicht ahnen
" Daß ich Deine Spur verfolate?" unterbrach er fie „ Ja, mußtest Du denn nicht, daß Du von der ersten Stunde an einen unauslöschlichen Eindruck auf mich gemacht hast? Als wir uns damals, gelegentlich Eures Sommerausflugs trafen, war das auch kein Zufall. Ich hatte Euer Vorhaben ausgefundschaftet und folgte Euch vorsichtig, denn ich war schon damals in Dich verliebt, obgleich wir nie ein Wort zusammen gewechselt hatten. Mir fehlte jede Gelegen heit, Dich sprechen zu können. Und mit welcher Ungeduld wünschte ich sie herbei! Ihr war't ia völlig abgeschloffe von der Welt. Endlich war mir das Glück günstig. Und als ich bemerkte, daß Ihr Euch von den anderen zurückzoget, da näherte ich mich schleunigst. Die wenigen Stunden, die ich damals in Deiner Nähe zubringen durfte. hatten genüg mich vollends in Deinen Bann zu ziehen. In jener Nact schloß ich kein Auge. Dein Bild verfolgte mich überall Ich war wütend auf mich selbst, da ich versäumt hatte, Dih zu fragen nach Deiner Heimat."
( Fortseßung folgt.)
* Berl wurfs zu eine bliebenen- Ver beiden Refer heimen Ober Zeit nach Wi geftellten Verfi hauptsächlich
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