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Die Pfeife. 2

in Seemann raucht bekanntlich gerne Pfeife und lügt nie. Dieser eigenartige Saß ist notwendig zur Er­Märung der folgenden Geschichte.

Unser Schiff, eine stattliche Barke, lag im Hafen von Singapore. Eines Abends ging ich in das Zimmer meines Freundes und Kollegen, welcher den kerndeutschen Namen

Gerhard trug. Als ich in das Zimmer kam, wollte ich meinen Augen nicht trauen. Ein feiner bläulicher Zigarettenqualm hüllte nämlich den Raum in vollständigen Nebel ein. Man denke sich Gerhard, der fortwährend eine kurze Pfeife im Munde hatte, mit Zigaretten! Ich fragte ihn sofort nach dem Grunde dieses höchst sonderbaren Umstandes.

" Ich habe meine Pfeife vor einem Monat im Hafen von Colombo aus Unvorsichtigkeit über Bord fallen lassen." Trotz dieses für ihn herben Verlustes schien Gerhard nicht trauriger zu fein, als wenn er zum Beispiel seine Schwieger mutter verloren hätte. Ich antwortete daher mit eisiger Kühle: Du scheinst Dein Unglück aber leicht zu tragen! Du hast Dich so schnell zu trösten verstanden!"

,, Nein, bester Junge, ich bin nicht gefühlsroh. Ich würde den Verlust selbstverständlich gebührend betrauern, wenn ich nicht die feste Gewißheit hätte, daß sich die Pfeife wieder finden wird. Ich weiß auf das Bestimmteste, daß mir eines schönen Tages die Pfeife wieder überreicht werden- wird." Bei diesen Worten glitt ein glückliches und mildes Lächeln über seine Züge, so daß sein Gesicht in diesem Augenblicke fast schön zu nennen war. Wer Gerhard kennt, wird dieses eigenartig und bemerkenswert finden.

,, Vor zehn Jahren," so begann er mit weicher Stimme, in der es wie leise Erinnerung zitterte ,,, kaufte ich mir diese Pfeife in Hamburg. Sie war gerade nicht schwungvoll ge­bogen, auch fehlte jede Verzierung daran. Aber Du weißt, ich bin für das Einfache. Und gerade durch ihre Einfachheit wuchs mir diese Pfeife so sehr ans Herz. Nach vier­zehn Tagen hatte ich sie zum ersten Male verloren. Ich zeigte den Verlust in drei Blättern an. Es hulf nichts. Ich fragte jeden Menschen, mit dem ich zusammenfam, ob er meine Pfeife nicht gesehen hätte. Ich wurde schließ­lich für verrückt erklärt. Jeden Menschen, der eine Pfeife rauchte, sah ich in der Hoffnung, mein Juwel in seinem Munde zu entdecken, starr an.

,, Alles war vergebens. Wer wird sich auch schließlich um eine einfache Pfeife kümmern! Und doch bekam ich jie wieder!

,, Ein alter Schiffer, dessen Schiff neben dem unseren lag, kam mit ihr zu mir an Bord. Er hatte von meinem Verluste gehört und brachte mir die Pfeife wieder. Ich umarmte ihn, schenkte ihm eine größere Summe und ver­sprach ihm, seiner in meinem Testamente zu gedenken. Er dankte und sagte mir noch, daß er die Pfeife in einem großen Brote, in das sie aus Versehen hineingebacken worden sein mußte, gefunden hätte. Er meinte, dieses schiene ihm bemerkenswert.

,, Nach ein paar Wochen fuhr unser Schiff nach Italien. Da wir Fracht nach Neapel hatten, so freuten wir uns be­greiflicherweise auf diese Stadt. Du kennst doch Neapel. Na, dann kann ich mir ja Einzelheiten sparen. Wir bestiegen damals auch selbstverständlich den Vesuv. Ich beugte mich über den Rand des Kraters, um besser hineinsehen zu fönnen, da plößlich. Du kannst Dir meinen Schreck denken, fällt meine Pfeife, meine schöne, einfache Pfeife, in den Ab­grund. Jetzt gab ich natürlich alle Hoffnung auf.

" Ich kaufte mir hundert Zigaretten und wollte mit ihnen eine würdige Trauerfeierlichkeit zu Ehren meiner Pfeife begehen. Ich konnte es nämlich nicht über das Herz bringen, eine andere Pfeife an meine Lippen zu nehmen." ,, Am anderen Morgen wurden wir durch ein fürchter­liches Getöse aufgeschreckt. Unser Schiff fing auf einmal an zu schaukeln, daß wir glaubten, der jüngste Tag sei herein­gebrochen. Es war ringsum dunkel, und es roch nach Schwefel und verbranntem Radiergummi.

Nach schrecklichen Minuten voller Ungewißheit und banger Sorgen erkannten wir endlich die Ursache des Tumultes. Der Vesuv war in Tätigkeit.

Das Donnern und Tosen ließ allmählich nach, und die Luft wurde frischer und heller. Wir fuhren an Land, um den Schaden zu besehen. Die glühende Lava hatte in der kurzen Zeit drei blühende Dörfer vernichtet. Mittags war wieder alles soweit ruhig, daß wir es wagen konnten, den Unglücksberg zu besteigen. Jch kletterte ebenfalls die steile, mittlerweile hart gewordene Lava hinauf. Plößlich gleite ich ab und rutsche in er schreckender Geschwindigkeit den Berg hinunter. Ich sah meinen Tod vor Augen, denn jeden Augenblick kam ich einem steilen Abgrund näher. Einem Abgrund von mindestens dreihundert Fuß Tiefe. Plötzlich stößt mein Fuß an einen harten Gegenstand! Ich bekomme einen Ruck und bleibe im selben Augenblick regungslos liegen. Nach furzer Zeit wagte ich, um mich zu sehen. Und was war es? Kein Ait, fein Stein und kein Staub! Nein, meine Pfeife ragte aus der Lava, in der sie festgebrannt war, heraus. Meine Pfeife, meine einfache Pfeife hatte mir das Leben gerettet. Mittlerweile hatten die anderen zu meiner Rettung ein Seil heruntergelassen. Ich nahm meine Pfeife und ließ mich voll glücklicher Freude emporziehen."

Hier unterbrach ich nun meinen Freund: Die Pfeife saß doch fest in der Lava! Wie konntest Du sie denn lösen?" Die hatte sich doch durch den Anprall meines Körpers gelockert!"

Ich war geschlagen, und er erzählte weiter: Es würde zu weit führen, wenn ich Dir all meine Erlebnisse mit der Pfeife jetzt wiedergeben würde. In Buenos Aires wurde ich einmal von Strolchen überfallen. Sie nahmen mir alles, was ich hatte: Stock, Kleider, Messer, Hut- nur meine Pfeife ließen sie mir. In New York wurde ich von der elektrischen Bahn überfahren. Mein linker Arm und drei Rippen zerbrachen meine Pfeife blieb jedoch heil. Auf einer Robbenjagd in der Nordsee traf mich die Kugel eines unsicheren Schüßen an der linken Backe. Der Arzt konsta­tierte, daß meine Pfeife unfehlbar getroffen worden wäre, wenn der Schuß drei Zentimeter weiter nach rechts ge­gangen wäre. Ich habe während dieser zehn Jahre achtmal Schiffbruch gelitten. Sechsmal rettete ich die Pfeife selbst dabei, einmal wurde ich schon halb ertrunken mit der Pfeife im Munde aufgefischt, und einmal waren wir bei Halifax gestrandet.

Als einzige Wahrzeichen der Strandung wurden ein Rettungsring und meine Pfeife auf dem Konsulat abge­geben. Du kannst Dir jetzt denken, wie ich an dem Kleinod hing und noch hänge. Aber ich tröste mich, wie gesagt, über den Verlust, denn ich weiß. daß ich die Pfeife wiederfinden werde, daß eines Tages ihr würziger Duft mein sorgen­schweres Haupt wieder umgeben wird."

Gerhard hatte seine Erzählung beendet.

Er zog sich bald darauf an und ging an Land. Ich hatte Wache und konnte nicht mitgehen- leider! denn das bunte Treiben zur Abendstunde in den Hauptstraßen von Singapore ist in jeder Weise interessant, und ich hatte es damals noch nicht kennen gelernt. So blieb ich an Bord zurück und sah die Millionen Lichter und Laternen auf­blizen, sah buntflackernde Papierlampions durch die Dunkel­heit Leuchten. Für den Fremden ein großartiges und be zauberndes Bild.

In der Nacht um drei Uhr kam Gerhard vollständig betrunken wieder an Bord zurück. Auf allen Vieren kletterte er das Fallreep herauf. Als er mich erblickte, stürzte er in meine Arme und lallte:" Ich hab' sie wieder! Ich hab' sie wieder!"

Der Leser muß sich jetzt einen Augenblick ausruhen, um die neue Fügung des Geschickes mit dem nötigen Verständnis aufnehmen zu können. Gerhard erzählte mit brechender Stimme, daß er in eine Hafenwirtschaft gekommen sei, in der ein großer Haifisch ausgestellt war.- Neben dem Fisch lagen die Sachen, die er im Magen gehabt hatte: drei Konservenbüchsen, ein Beil, ein Stiefel, eine Kneifzange. mehrere Schraubenzieher und Gerhards Pfeife, seine ge­liebte einfache, schöne Pfeise.

Ein Seemann raucht befanntlich gerne Pfeise und

! lügt nie.

Verfehlte Wirkung.

Allen Menschen recht getan

fist eine Kunst die niemand Kann

,, Wer ist denn Schuld, daß unser Geschäft nicht mehr geht? Kein andrer als Du! Was war das früher für ein Leben hier im Laden! Nun ist alles tot, und da hängt dein dämliches Rezept als Grabtafel!"

Zurechtgewiesen.

Fräulein: Bitte mein Herr, werden Sie nicht auf­dringlich!"

Herr: Aber Fräulein Marie, ich bin doch eine ent­fernter Vetter von Ihnen." Fräulein: Deshalb gerade dürfen Sie mir nicht zu nahe treten."

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Seine Auffassung.

N. N. gibt eine Gesellschaft. Ein Herr bemerkt, daß auf seinem Staffeelöffel, Hotel Schöner' eingraviert ist. ,, Hm", meint er zu dem Hausherrn ,,, haben Sie's vielleicht auch so gemacht, wie's in dem alten Witz heißt?" Erlauben Sie", sagt N. N., ich kann Ihnen die Rechnung zeigen, wo drauf steht: Gezahlt für Servis drei Kronen!"

Vielseitig.

Herr: Tritt die Dame ohne Unterleib nicht mehr bei Ihnen auf?"

Schaubudeninhaber: D ja, aber sie produziert sich jetzt als Bauchrednerin!"

*

In der Volksversammlung.

,, Der Staat ist schwer­hörig, der vernimmt nichts bon euren Klagen und Bit­ten; aber wir, wir haben ein Herz, und wir haben vor allen Dingen die ent­sprechenden Ohren für euren Riesenjammer!"

Was Gewisses weiß man nicht.

Was rennt das Dolf, was staut sich dort Der Menschen Strom an einem Ort? Steht wo ein Warenhaus in flammen? Brach gar ein Droschkengaul zusammen? Tät man dem Volk die Gasse sperr'n Von wegen eines hohen Herrn?

Herbert- Schultz

Sie steh'n und starr'n und starr'n und steh'n, Wer denkt noch an's Nachhausegeh'n? Der Säugling wie der Veteran Behaupten löwenhaft den Plan.

,, Was ist denn los?" ein fremder spricht ..Ja- was Gewisses weiß man nicht."

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weitigen Ersatz dafür zu schaffen?

fich das Recht vorbehalten, nach sieben Jahren einen ander­

Brentano den Ausschlag für diese Vorschläge, deren Haupt­gegen, doch gab die Stimme des Vorsitzenden Abg. von oer datur, die Abgg. Dr. Glässing, Reh und Fulda da=

Ruderregetta. Gießener Rudergesellschaft veranstaltete Wettrudern wird Das am 17. Juli von der

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