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Sisung ab, in der die einzelnen Ausschüsse den Bericht über thre Tätigkeit erstatteten. Es ist überall fleißig gearbeitet woorden, sodaß man die Gewähr für ein gutes Gelingen den des Ganzen wohl als gegeben ansehen darf. Insbesondere wird der Kommers am Samstag abend, für den ein über­aus reichhaltiges und abwechselungsreiches Programm auf­gestellt ist, eine sehr gelungene Veranstaltung werden. Am Sonntag finden vormittags die geschäftlichen Beratungen Statt, an die sich dann ein Festbankett im Stadtgarten" fen Art Jurpiat, Fadelpolonäse, Tanz 2c.- bildet den Abschluß des Hassia"-Festes.

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* Hanau. Am 4. Juni d. J. hält hier der Hess.­Nassauische( Main Rheingau) Verband Gabelsber gerscher Stenographen, der zur Zeit 170 Ver­eine mit rund 7000 Mitgliedern zählt, seinen diesjährigen 31. Stenographentag ab. Gleichzeitig ist hiermit die fünf­zigjährige Jubelfeier des hiesigen Vereins verbunden. Am Sonntag, den 5. Juni hält in der öffentlichen Versammlung, die um 12 Uhr in der Centralhalle" beginnt, Herr Pro­

gefähr feffor Ernst Keller, Direktor des städtischen Lehrerinnen= seminars zu Frankfurt a. M., den Festvortrag über Ste­nographie und Schule".

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* Dorndie 1, 25. Mai. In der Mordsache ist der bisher als verdächtig verfolgte Küfer Lorenz Brenner von Bürstadt in Groß- Rohrheim aufgegriffen worden. Er konnte jedoch sein Alibi einwandsfrei nachweisen, sodaß er als Täter nicht in Betracht kommt.

* Frankfurt a. M. Die letzten Marktpreise für Obst waren folgende: Erdbeeren 1. Sorte 2-2.50 Mart, 2. Sorte 1-1.50 Mt., französische 50-70 Pfg. das Pfund. Stachelbeeren 15, Kirschen italienische und französische 40 bis 50, Aepfel 20-25, 1. Sorte 30-40, Spalieräpfel 50 bis 70, Kochbirnen 18-20, Trauben 80, Gewächshaustrau­ben 150, Nüsse 21-25, Haselnüsse 38-40, Kastanien 12, Orangen 14-18 Mart der Zentner.

* Darmstadt. Im Neuen Palais des Großher­zogs soll demnächst ein neuer größerer Musitsaal angelegt werden, dr zweifellos die ganz besondere Aufmerksamkeit aller Musikfreunde auf sich lenken wird. Der neue Musik­Diclamma saal ist nach den eigenen Angaben des Großherzogs von Professor Albin Müller entworfen und in einer Anzahl sau­schweber tolorierter Skizzen verbildlicht worden, die in Kürze

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auch in einer Ausstellung dem Publikum zugänglich ge­macht werden sollen. Der Saal wird neben dem weißen

Caal des Balais aus drei bisher getrennten Barterreräu­

men gebildet, eine Länge von 12½ und eine Breite von 8% Metern haben und soll besonders als Konzertsaal für intimere Hoffonzerte dienen.

* Darmstadt, 30. Mat. In dem Successions streit Prozeß im gräfllichen Hause zu Eibach Erbach hat das Schiedsgericht am 2. Dezember 1907 entschieden, daß der Erbgraf Erasmus wegen seiner Mißheirat mit Dora Fischer der Succession in die Standesherrschaft Erbach Erbach und zu Wartenberg Roth verlustig zu er­tlären set. Dieser Schiedsspruch wurde von Grasmus als zu Unrecht ergangen durch lage beim Landgericht angefochten, worauf er als ungiltig erklärt wurde. Auch die von den Agnaten eingelegte Berufung beim Ober­landesgericht bestätigte das landgerichtliche Urteil. Die hiergegen eingelegte Revision am Reichsgericht wurde nunmehr verworfen.

Darmstadt. Der Kaufmann Georg Hellmuth machte plötzlich seinem Leben durch Erschießen ein Ende, nachdem er vorher seine Ehefrau durch einen Revolver­schuß in die Schläfe getötet hatte. Die Veranlassung zu dieser doppelten Bluttat sollen Zahlungsschwierigkeiten ſein.

Mainz. Hier stürzte ein Teil des im Bau be griffenen Zirkus Cesar Sidoli ein und begrub vier Ar­beiter, von denen zwei schwer und zwei leicht verletzt

wurden.

* Worms. Auf Veranlassung und in Gegenwart der Großherzogin ist hier eine Fürsorgestelle für Säuge lingspflege und Mutterschutz errichtet worden.

* Nüdesheim. 27. Mai. Der weithin bekannte Nationaldenkmalswächter Ebert, Inhaber des Eisernen Kreuzes erfter und zweiter Klasse, fann am 28 Mai anf ein 50jähriges Militär Dienstjubiläum zurückblicken. Noch vor kurzem, anläßlich des Besuches des Kaiser­paares und der Prinzessin Viktoria Luife, ist dem alten Veteranen de besondere Ghre zu teil geworden, von der Prinzessin photographiert zu werden.

* Nieder- Olm. Hier hat sich ein schweres Bal­lonunglück ereignet. Es fand der Aufstieg eines Militär­ballons statt, der von 6 Mann besetzt war. Als das Kom­mando zum Loslassen erfolgte, wurden zwei haltende Sol­daten in die Seile verwickelt und von dem aufsteigenden Ballon hängend mitgenommen. Der eine Mann stürzte aus etiva 10 Meter Höhe herab und blieb bewußtlos liegen. Der zweite stürzte aus einer Höhe von etwa 60 Metern ab und war sofort tot. Auch der andere Mann soll gestorben sein.

* Fulda, 27. What. Der Fuldaer Kreistag hat be mittleren schlossen, wegen der Einrichtung einer elektriſchen Ueber­tät, Prolandzentrale mit dem Magistrat der Stadt Fulda in Verbindung zu treten.

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Kassel, 27. Mai. Hier sind 40 Husaren in der Kaserne am Gardeduforps Platz unter typhusverdächtigen errichten Erscheinungen erkrankt und ins Lazarett eingeliefert

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worden.

Gefängnis, abzüglich 3 Monate Untersuchungshaft, verur­teilt.

In Bernshausen erschien der Reisende Karl Steuer aus Jägersdorf bei einem Ziegeleibesitzer und erbot sich, ihm die Fabrik zu verkaufen. Zu diesem Zwede sollte er in dem Mitteldeutschen Bautennachweis" inserieren. Ein da= hingehender Bestellzettel wurde von dem Steuer abgeän­dert, weshalb Anklage wegen Urkundenfälschung erfolgte. Das Urteil lautete auf 1 Jahr 2 Monate Gefängnis unter Einbeziehung einer Gefängnisstrafe von 5 Monaten auz Wiesbaden. Gleichzeitig wurden ihm die bürgerlichen Ehren­rechte auf 5 Jahre aberkannt.

Der Hausierer Samuel Schiff aus Ortenberg hat in Bleichenbach gebettelt. Das Schöffengericht nahm an, er sei geistesgestört, weshalb es ihn freisprach. Nach dem Gut­achten des Sachverständigen ist er zwar geistig minderwer tig, doch muß er verantwortlich gemacht werden. Auf Be­rufung der Staatsanwaltschaft wurde er zu zwei Wochen Haft und Ueberweisung in das Arbeitshaus verurteilt.

Aus aller Welt.

* Berlin. Das Kammergericht hat das Urteil des Landgerichts 1 in Berlin, das bekanntlich die Klage des Ersultans Abdul Hamid gegen die Reichsbant auf Her ausgabe seines 12 800 000 mt. betragenden Depots abwies, in der Berufungsinstanz umgestoßen und die Bank zur Herausgabe des Depots verurteilt.

* Berlin. Der Staatssekretär des Reichsschaham­tes hat an die Leiter sämticher Fraktionen des Reichstages ein Schreiben gerichtet, in dem er sich bereit erklärt, die Frage der Veteranenfürsorge und der Deckung des dadurch entstehenden Mehrbedarfs einer Besprechung Juni soll eine Konferenz im Reichsschabamt stattfinden. mit Mitgliedern des Reichstages zu unterziehen. Am 10. * Berlin, 27. Mai. Gegen den neuen franzö: fischen 30lltarif wird die deutsche Reichsregierung feine Gegenmaßnahmen ergreifen, welche die Selbständigkeit der französischen Gesetzgebung irgendwie als fraglich er­lich im Zusammenhang mit einer zu rigorosen Durch­scheinen lassen fönnten. Soweit mit der Zeit, nament­führung der neuen Zoltarifbestimmungen erhebliche Schädigungen deutscher Erwerbszweige sich herausstellten, wird ihnen mit anderen Maßnahmen begegnet werden, die nicht auf dem Gebiete der 300lpolitik liegen.

die infolge der vorjährigen Tabafsteuer beschäftigungs­* Berlin. An Unterstützungen für Tabakarbeiter, los wurden, sind bisher in sieben Raten im ganzen 4,112,356 Mt. gezahlt worden. Da die April- Rate d. J. 761,000 Wif. betrug und die Unterstüßungssumme für den Mai nicht niedriger sein wird, so wird die vom Reichstage über den Betrag von 4 Millionen Mark bereits Mitte Juni völlig aufgezehrt sein und weitere Fonds werden zur Verfügung gestellt werden müssen. mai erhielt D. Sykora den ersten Preis und F. Lindner )( Berlin. Beim 50 Kilometer- Straßenrennen am 29. wurde Dritter. Beide fahren Brennabor.

)( Der siegreiche Jean Böschlin gewann am 29. Mai in Gosselies in Belgien in einem 30 Kilome prix d'ete. ter Rennen auf seinem bewährten Brennaborrade den grand

* Erfurt. Der Glasbläser August Lutz aus Fried­richsdorf, der im September 1908 den Forstaufseher Walter im Forst bei Gehren erschossen hatte und vom Schwurge­dem das Reichsgericht das Urteil zweimal aufgehoben hatte, richt dreimal zum Tode verurteilt worden war, ist, nach­im hiesigen Landgerichtsgefängnis hingerichtet worden.

Gotha Der Ausverkauf der 54. Gothaer Rennberetnlose war infolge der vielen gleichzeitig an­geschten Ziehungen nicht möglich, so daß die Ziehung auf den 26. und 27. Jult 1910 verlegt werden mußte.

Fleischhandels zwischen Groß- und Ladenschlächtern beschlos * Halle a. S., 25. Mai. Zur Vermittelung des sen die städtischen Behörden, mit 300 000 mt. Kosten direkt auf dem Schlachthof eine Fleischverkaufshalle zu er­richten, die erste in ihrer Art in Deutschland.

* Straßburg. Im ganzen Oberellaß und an den Abhängen der Vogesen und des Schwarzwaldes ist ein Erdbeben beobachtet worden. Die stärkste Entwicklung des Bebens war im Sundgau.

als Kandidaten für die Reichstag ser sawahl im * Stuttgart. Die Deutsche Partei beabsichtigt 2. württembergischen Reichstagswahltreise den Rechtsan- walt List- Reutlingen aufzustellen.

* Hambury. 27. Mai. Unter zahlreicher Bet.ili gung von Delegierten aus ganz Deutschland trat hier der Verband Deutscher kaufmännischer Genossenschaften im Atlantic- Hotel zu seinem 3. Verbandstage zusammen. Der Verband umfaßt gegenwärtig 55 Storporationen mit rund 5000 Mitglieder.

Literarisches.

Die Zusammensetzung des Gemeinde rates und der Stadtverordnetenversamm Jahrhunderts bis zur Gegenwart von Dr. jur. Wennes= lung im Großherzogtum Hessen vom Beginne des 19. heimer, Verlag J. Diemer in Mainz, Preis Mt. 3.00. das erf erklärt in der Einleitung furz und gemeinver­

* Vom Westerwald. 27. Mai. Eine zahlreich besuchte Versammlung hat sich mit den Plan des Baues einer Bahn von Marienberg nach Selters und weiter durch das Sayetal über Jenburg, Scyn, Weis, Heim­bach, nach Neuwied beschäftigt. Hierbet fämen 40 Ort­schaften in Betracht. Es wurde beschlossen, bet dem Mung und geht hierbei insbesondere auf die Gemeindeord­nister der öffentlichen Arbeiten um die Ausführung der Bahn zu ersuchen.

Aus dem Gerichtssaal.

Strafkammer.

Gießen, den 31. Mai 1910. Das Schöffengericht hatte einen hiesigen Schlossermeister wegen Vergehens gegen das Patentgesetz zu 8 Mars Geld­ter Wolf trafe verurteilt. Die von dem Angeklagten eingelegte Be­tufung wurde zurückgewiesen.

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Ein aus der Umgegend von Gießen stammender Hand­lungsgehilfe wurde wegen Unterschlagung, Untreue, Dieb­sta hl, Betrugsversuchs und Betrugs zu 1 Jahr 3 Monaten

ständlich den Begriff der Gemeindevertretung im Gegensatz Sodann gibt es im ersten Abschnitt ein übersichtliches Bild zu dem Gemeindevorstand als Erefutivorgan der Gemeinde. der Gesetzgebung in Rheinhessen in der Zeit von 1800 bis 1821. Gleichzeitig schildert es die Zusammensetzung der Ge meindevertretung in den beiden rechtsrheinischen Provinzen in den beiden ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Der zweite Abschnitt bringt die erste einheitliche Gesetzgeb­nung vom 30. Juni 1821 ein. Im dritten Abschnitt wer­den die Aenderungen der Gemeindegesetzgebung in der Zeit des Liberalismus und in der Reaktionsperiode eingehend dargestellt. Der vierte Abschnitt stellt die im Jahre 1874 geschaffene neue Gemeindegesetzgebung, die im großen gan­zen noch heute gilt, dar. Er zeigt die jetzt zum erstenmal gemachte Unterscheidung von Stadt- und Landgemeinden, die Stellung des Gemeindevorstandes zur Gemeindevertret tersucht der Verfasser die Frage, ob das Gesetz vom 3. Mai ung und deren Zusammensetzung und Wahl. Sodann un 1858 über das Recht des Höchstbesteuerten neben der 1874er

Gemeindegeſetzgebung noch gilt. Im letten Abſchnitt wer­

den die Novellen zur 1874er Gesetzgebung und die vier Re­formentwürfe aus den Jahren 1891, 1905, 1906 und 1909 besprochen. Die Broschüre kann allen Interessenten bestens

empfohlen werden.

- 3 wei Wanderbücher. A. Roeschen, Neuer Führer durch Vogelsberg, Wetterau und die Rhön. Mit über 100 Abbildungen, vielen Wegcrofis und zwei Kar­ten. Preis in Rucksackleinen gebunden Mt. 2.-E. Schneider, Durch das Wohra-, Ohm- und Schwalm­tal und den Knüll. Mit 24 Abbildungen und einer Karte. Preis: steif fartoniert Mt. 2.-. Diese beiden in neuer Auflage erschienenen Führer durch die schönsten Gegenden von Oberhessen und dem Bezirk Kassel sollten in der Tasche eines jeden Touristen vorhanden sein. Beide Verfasser haben mit seltener Unsicht alles Interessante in flarer übersichtlicher Form zusammengetragen. Jeder Heimat­freund wird sehr gern darinnen lesen.

- Die Deutsche Bühne", das amtliche Blatt des Deutschen Bühnenvereins,( Oesterheld u. Co., Verlag, Berlin W. 15), bringt in ihrem reichhaltigen Maiheft fol­gende erwähnenswerte Aufsäße: Mar Streese, Ein Säkulum Kunst.( 3um Jubilsum des Darmstädter Hoftheaters am 23. Mai 1910.) Hans Benzmann, Björnstjerne Björnson. Dr. Ella Mensch, Das Bild" an der Bühnenwand. Hans Land, Die Zukunft der Neuen Freien Voitsbühne. Wohl­tätigkeit und Wohlerzogenheit". Das Abonnement tostet jährlich Mt. 12.-, halbjährlich Mt. 6.-, Probenummern versendet der Verlag gratis und franko.

- Ullstein- Bücher". Ein neuer Begriff eine neue Erscheinung auf dem Leſemarkt, die dazu beitra gen wird, den Deutschen, der leider zumeist seinen literari­schen Hunger in Leihbibliotheken stillt, zum Bücherkauf zu erziehen. Die Ullstein- Bücher wollen hierzu behülflich sein. Hier wird wirklich gediegene Unterhaltungsliteratur aus der Feder schriftstellerisch bedeutsamer Persönlichkeiten geboten, die bereits die literarische Feuerprobe des Erfolges bestan­den haben. So liegen in dieser Sammlung als bereits er­schienen vor: Clara Viebig, Dilettanten des Lebens. Ge­org von Ompteda, Maria da Caza. R. Straß, Arme Thea. Heinz Tovote, Frau Agna. Der Käufer weiß also von An­fang an, daß er ein Buch erwirbt, dessen Lektüre feine ver­lorene Zeit bedeutet, ein Buch, dem er getrost in seinem sentlichste jeder Band von mehr als 300 Seiten und Bücherschrank einen Platz einräumen darf. Und das We­und ein abgeschlossenes Wert umfassend, kostet nicht mehr als eine Mart.

- Dr. Moritz Willkomms Bilder- At­las des Pflanzenreich nach dem Englerschen Pflanzenbilder auf 124 Farbendrucktafeln, I Schwarzdruck­System neu herausgegeben von Professor E. Köhne. 526 tafel und 205 Seiten Tert mit 100 Abbildungen. Lerikon­Format. Vollständig in 25 Lieferungen a 50 Pfg., tom­lich vermehrte und verbesserte Auflage dieses bekannten bo­plett gebunden Mt. 14.-. Verlag von J. F. Schreiber in Eßlingen und München. Soeben beginnt die fünfte, wesent­tanischen Bilderwerkes in Lieferungen zu erscheinen. den gesteigerten Anforderungen der Neuzeit gerecht zu wer den, wurde das Wert einer gründlichen Umarbeitung un­schaffung jedem Naturfreund und Lehrer aufs dringendste terzogen. Das Werk hat so große Vorzüge, daß dessen An­zu empfehlen ist, zumal die Ausgabe in Lieferungen den Bezug sehr erleichtert. Sämtliche Buchhandlungen des In­

und Auslandes nehmen Bestellungen an.

Die Damen der Halle.*)

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Früher Morgen. Durch die Rue des Halles und die Rue du Pont Neuf schiebt sich in endloser Reihe Wagen an Wagen dem riesigen Eiſenbau zu, dessen hundert und aber hundert Glasfenster in der Frühsonne brennen. Wie ein Ungeheuer liegt Paris, das sich im Erwachen dehnt und refelt und gierig blinzelnd nach den Massen rohen Fleisches, den Bergen von Gemüsen, den unzähligen Eiern schaut, die ihm zum Fraße herangeschleppt werden und in den To­ren der Zentralmarkthallen verschwinden. Die Männer tra­gen, schieben, stoßen, quetschen die Massen von Nahrungs­Die Frauen, robust und immer schwabend, die Mädchen, mitteln durch die engen Gänge zu den einzelnen Ständen. ungen, säubern die Tiſche, breiten die Waren verlockend aus flink und derb- graziös auch bei den unschönsten Beschäftig­riser hat Respekt vor den Damen der Halle, die das gal­und setzen die geleerten Kisten und Körbe beiseite. Der Pa­lische Bonmot mit bäurischer Derbheit zum kompakten, aber doch immer wißigen Schimpfwort umgeformt haben. Weh dem, der beim Kaufen ihre Gunst verliert! Er wird zuge deckt, betäubt, erschlagen von einem Wortschwall, dessen Deutlichkeit nur noch durch seine Geschwindigkeit übertroffen wird. Und doch ist auch diese derbe Rasse schwächlicher ge­worden. Die Ahnen der Weiber, die heute hinter blutigen Beit der furchtbaren welthistorischen Umwälzung in Paris Roastbeesstücken und Hammelskeulen thronen, saßen einst zur fanatisch globend am Fuße der Guillotine, die die Köpfe der sie rasten gleich wütenden Megären in dem Sturme mit, Pro fribierten auseinander häufte, und strickten, strickten... der die Bastille eroberte, und sie zwangen troßig die trä­nenreiche Königin Marie Antoinette, ihre gepflegte Rofoto­hand in ihre knochigen Praßen zu legen, die sie sich faum der Marithallenfrauen ist wohl überall gleich. Eine Markt­an der feuchten Schürze getrocknet hätten.- Wesen u. Art halle ist kein Laden, in dem tipp- toppe Kommis einer ver­ehrlichen Kundschaft verbindlich die sauber verschnürten Wa­schen der Händler, vom Stimmengewirr der lebenden Tiere, ren über den Ladentisch reichen. Hier hallt es vom Feil die zu Verkauf stehen. Die Engroseinfäufer fommen, faum daß der Tag begann, und die massigen Gestalten der Gast wirte, die dann mittags träge hinter dem Büfett lehnen, so daß die Gäste meinen, sie täten am ganzen Tag nichts Rechtes. So ist die zupackende, geräuschvolle Art der Da­men der Halle ihrem Milieu entsprechend und aus ihm ge­worden. Doch auch sie haben den Mann gefunden, der die groben, strammen Reize der Jungen unter ihnen ins Zier­liche, ins Schäfernde verklärte, Monsieur Lecocq, den auch heute noch nicht vergessenen Operettenfomponisten. Seine Madame Angot" eroberte sich die Welt, und es gab eine Zeit, in der auch in Berlin jeder Schusterjunge immer nur die eine Melodie pfiff( wie es Heine mit komischem Jam­mer vom Jungfernfranz" berichtet):

Mit Fischen in der Hall! Saß sie, dort war ihr Platz,

So liebten wir sie alle,

Sie war ein herz'ger Schatz...

der Deutschen Verlags- Anstalt in Stuttgart dem 11. Heft *) Wir entnehmen diesen Aufsatz mit Genehmigung der illustrierten Unterhaltungszeitschrift" Arena". Ottavaus­gabe von Ueber Land und Meer". Die interessante Zeit­schrift sei unseren verehrlichen Lesern hiermit" angelegent­lich empfohlen.

Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

Reeses

Puddingpulver

unübertroffen