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einer vielleicht ruhmreichen militärischen Laufbahn zu opfern.

So erwog er denn auch ganz ernstlich den Gedanken, demnächst einen längeren Urlaub als vorbereitenden Schritt für ein baldiges Abschieds­gesuch zu erbitten, als er sich langsam durch den Korridor nach dem Archiv- Raum begab, um aus einem der großen Panzerschränke das Material zur Fortsetzung seiner Arbeit zu holen. Nur Minuten dauerte seine Abwesenheit. Aber diese hatte der Bureaudiener, der in Giffords Arbeits­zimmer zurückgeblieben war, dazu benutzt, um Lady Warringtons Brief, den Percy achtlos unter einige Bücher geschoben hatte, schnell zu überfliegen.

Nach einer Stunde wurde Hauptmann Gifford dann zu dem Vorstand der fünften Abteilung des Kriegsministeriums, zu Lord William Gifford, seinem Onkel, gerufen. Die Unterredung zwischen den beiden Herren setzte Percys Stimmung auf den Gefrierpunkt herab. Wirklich das hatte ihm noch gefehlt, um seinen Aerger in stille, aber nutzlose Wut zu verwandeln...!-

Lord Gifford, ein Mann Anfang der Fünfziger mit energischem, strengem Gesicht, empfing seinen Neffen in seinem elegant eingerichteten Bureaus und wies ihm nach kurzer Begrüßung einen Stuhl neben seinem Schreibtischsessel an.

Ich bin mit deinen bisherigen Leistungen sehr zufrieden, Percy," begann er mit einem fragenden Blick auf die Aktentasche, die der Hauptmann ängstlich unter dem Arm festklemmte. Ich sehe auch, du hältst dich genau an die Instruktion. In der Tasche befindet sich doch deine jetzige Arbeit, nicht wahr...? Gut so! Nie etwas von ge­heimen Papieren in deinem Zimmer zurücklassen, nie..., auch wenn du es nur auf wenige Augen­blicke verläßt! Wir sind selbst hier nicht vor Spionen sicher, vergiß das nicht! Entweder zurück mit den Sachen in den Archiv- Raum oder bei Gängen hier im Ministerium alles mitnehmen!

Doch nun zu dem eigentlichen Zweck dieser Unterredung. Ich habe hier eine Zusammenstellung der deutschen Kriegshäfen nebst genauen Zeich nungen der sie schützenden Festungsanlagen. Du siehst hier in den Zeichnungen mit feinen roten Strichen die Punkte markiert, die wir bei einem Renkontre mit Deutschland auf Grund unserer bisherigen Informationen als die günstigsten bei einem Angriff von der Landseite festgelegt haben. Der erste Lord der Admiralität fordert nun von uns bis morgen mittag eine Ergänzung dieser Pläne an der Hand von Aufzeichnungen und Skizzen, die in diesem Umschlage eingeschlossen sind und uns von unserem Militärattaché als äußerst wichtig letztens zugestellt wurden. Pause also die Zeichnungen nach und vergleiche, ob die Anlage neuer Forts und Batterien eine Aenderung der besagten Angriffspunkte notwendig macht! Du findest in diesem Aktenstücke alles nötige und wirst dich schnell orientieren können. Aber gehe mit der größten Genauigkeit vor! Du wirst viel­leicht die Nacht zu Hilfe nehmen müssen... Und deine jetzige Aufgabe es ist die Berechnung der artilleristischen Stärke der holländischen Festungen an der deutschen Grenze, nicht wahr?- lege nur bis auf weiteres, bis morgen mittag eben, zurück.

Hier, packe die Papiere mit in deine Leder­tasche ein, damit nichts verloren geht! Ich freue mich wirklich, Percy, dir diese Arbeit anvertrauen zu können. Erledigst du sie zur Zufriedenheit des ersten Lords, so dürfte dir eine Vorpatentierung sicher sein." Und Oberst Gifford half ohne eine weitere Frage seinem Neffen höchst eigenhändig, die geheimen Aufzeichnungen und Pläne in die Aktentasche unterbringen, bemerkte gar nicht, daß

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dieser die ihm widerfahrene Ehre mit recht wenig vergnügter Miene hinnahm.

" So, Percy, das wäre erledigt," fuhr Lord William dann in weniger dienstlichem Tone fort. Ich möchte nun noch mit dir eine Privat­angelegenheit besprechen, die mir sehr am Herzen liegt. Ich vertrete ja seit Jahren, seit dem Tode deiner lieben Eltern, Vaterstelle an dir und habe wohl ein Recht, zumal wo du später einmal meinen Titel und meine Güter erbst, mich auch mit deinen Zukunftsplänen zu beschäftigen, selbst wenn sichs dabei um eine... Heirat handelt.- Du weißt, ich bin kein Mann von vielen Worten. Also,

Felicia Warrington, die Nichte deiner verstor­benen Mutter, gefällt mir soweit ganz gut. Bitte unterbrich mich nicht! Du wirst doch nicht etwa ableugnen wollen, daß du ihr den Hof mit den ernstesten Absichten machst...?! Schön - ich sage- soweit" ganz gut. Tadellose Fa­milie, reich, vornehme Erscheinung, gebildet, nur, hm... nur daß sie sich von diesem faden Lord Cowper derart bekuren läßt, behagt mir nicht... Bleib sizen, Percy, sie sind ja noch lange nicht verlobt..! Ich war nämlich gestern draußen auf dem Landsize der Warringtons und hatte so Gelegenheit, Felicia und Edward Cowper zu beobachten. Und... gefreut hat mich nicht, was ich sah. Deine Kusine, die den verarmten und als Spieler berüchtigten Edelmann früher mit deutlicher Geringschätzung abfallen ließ, benahm sich für meinen Geschmack ihm gegenüber allzu... entgegenkommend. Beim Tennis lachten die beiden derart ausgelassen, daß es bis zur Terrasse zu hören war Aber ich will dir das Herz nicht schwer machen, lieber Junge. Kann dir ja auch zu deiner Beruhigung sagen, daß deine vortreff­liche Tante Helene von dem glatten, geschmeidigen Mitgiftjäger denn das ist dieser Cowper frag­los! nicht das Geringste wissen will. Wenn ich dieses Thema überhaupt anschnitt, so geschah es nur, um dich, geſtützt auf langjährige Erfahrungen, zu warnen... Prüfe Felicia erst auf Herz und Mieren, ehe du dich erklärst! Ich fürchte sehr, sie hat den Flattersinn von ihrem verstorbenen Vater geerbt und besitzt nicht die Gemütstiefe und den Herzensreichtum ihrer mir wirklich werten Mutter. So, Percy, nun ist mir leichter! Und- Kopf hoch...! Wer wird denn gleich derart die Nase hängen lassen! Vielleicht habe ich mich auch ge­täuscht, und Felicia Warrington ist doch innerlich ein Juwel, was ich in deinem Interesse wahr­haftig wünsche.- Adiö, mein Junge! Morgen mittag lieferst du die Arbeit an Oberst Palmer ab! Ich muß nach Dover zur Besichtigung der neuen Unterseeboote reisen, kann daher auch nicht nachmittags zum Gartenfest zu Warringtons. Richtig daran denke ich erst jetzt: Du wirst unter diesen Umständen gleichfalls auf das Mai­fest verzichten müssen! Schadet nichts! Die Pflicht geht vor, nicht wahr, Percy! So haben es noch alle Giffords stets gehalten...!"

Es war beinahe 12 Uhr, als der Hauptmann in sein Zimmer zurückkehrte und sich mit ver­zweifeltem Eifer zunächst an die Sichtung des Materials für seine neue Aufgabe machte, fest ent­schlossen, heute das Feld dem jetzt ehrlich ver­haßten Nebenbuhler allein zu überlassen. Lord Williams strenges Pflichtbewußtsein hatte sich un­willkürlich auch seinem Neffen mitgeteilt und alle anderen Wünsche bei diesem zum Schweigen ge­bracht. Aber je weiter der Zeiger der Uhr vor­rückte, je mehr Percy überschauen konnte, wieviel Zeit er für seine Ausarbeitung brauchen würde, desto häufiger irrten seine Gedanken ab und formten sich endlich zu einem bestimmten Entschluß.

( Fortsetzung folgt.)

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Schulpflichtig.

Gedanken einer Mutter.

Von A. Andersen.

Es bedeutet einen wichtigen Abschnitt in jedem Kindes- und Familienleben, es bedeutet einen unwiederbringlichen Abschied von jener ganz sorg und verantwortungs­losen Spielzeit, einen ersten Schritt hinein in Arbeit und Pflicht und hinein in den rauhen Ernst des Lebens, wenn so ein Kleines Schulpflichtig wird und, mit vielen Ermahnungen, einem reinen Taschentuch, großem Butterbrot und neuer Schulmappe vorschriftsmäßig ausgerüstet, zum erstenmal seinen Schulweg geht. Die Eltern pflegen allerdings die Sache meist wichtiger und tragischer aufzufassen als die kleinen Hauptpersonen, die sich den Schulbesuch als eine angenehme gelegentliche Abwechslung vorstellen und nur eine Erweiterung ihrer Rechte, nicht ihrer Pflichten davon erwar ten; aber für die Eltern, zumal für uns Mütter, ist es doch ein eigen Ding, so ein wohlbehütetes Pflänzchen auf einmal in fremde Hände geben und fremden Einflüssen ein Recht auf sein kleines Leben einräumen zu müssen. Ein Glück ist es, daß dem mütterlichen Jammer über diesen ersten großen Abschied meist ein gewisses Gefühl der Erleichterung das Gegengewicht hält und die Ueberzeugung, daß das Kind an fängt, sich zu Hause zu langweilen, und so unartig wird, daß es die Schule eben durch aus nötig hat.

Die Sache fängt denn auch ganz ver­gnügt und vielversprechend an. Zwar einen Pretzelbaum, der in den ersten Tagen mit seinen Früchten den Schulbesuch ver­süßt, kennen unsere modernen Schulhäuser nicht. In meiner alten Schule wuchs er irgendwo in der ersten Etage stolz empor, und von seiner Existenz zeugte eine Wurzel, die von der Decke in unsere Klasse herein hing und aus einem alten, verbogenen Lampenhaken bestand. Aber Lesen und Schreiben lernt sich heute nach der modern­sten Methode doch rascher und leichter als früher, und man muß schon recht unbegabt und faul sein, um schon in den Vorklassen des Lernens Müh und Plage zu empfinden. Das Sextapensum mit dem Fremdstoff des Latein stellt dann freilich auch an das normal begabte Kind ganz tüchtige Anfor­derungen, und von da an geht's dann mit Riesenschritten weiter in all die Gelehrsam­keit hinein.

Daß viel zu viel gelernt wird, d. h. zu viele tote Worte, tote Zahlen, tote Begriffe, zu viele unverdaute und unverbundene Einzelheiten dem Kinde eingepaukt werden, viel mehr, als es tatsächlich fürs Leben brauchen und behalten kann, darüber sind sich die Eltern und die modernen Pädago­gen längst einig. Recht verschiedener An­sicht ist man aber über die Frage, wie und wo hier zu helfen ist, was über Bord ge­worfen werden kann, was behalten und vertieft werden muß, um dem großen Ziel aller Erziehung, der Ausbildung des ganzen Menschen, das heißt: nicht mur seiner intellektuellen, sondern all seiner seelischen und körperlichen Anlagen näher zu kommen.

Lernen unsere Kinder auf der einen Seite viel zu viel, so wird ihnen von diesem All­zuvielen das meiste auch noch viel zu früh entgegengebracht, zu einer Zeit, wo sie viel leicht imstande sind, die Sache ganz mecha­nisch ihrem Gedächtnis einzuprägen, aber noch keinen klaren Begriff, keine warme Vorstellung mit dem Gelernten verbinden können. Die Gefahr liegt nun darin, daß sich das Kind bei einer solch dumpfen und stumpfen Art des Auswendiglernens daran

gewöhnt, auch die Dinge, die in seinem Horizonte liegen und ihm klar und lieb werden könnten, ebenso mechanisch und ge­dankenlos aufzufassen. Das klassische Bei­spiel für diese Art zu lernen ist Götz von Berlichingens Sohn, der so wunderschön herplappern kann:" Jaythausen ist ein Dorf und Schloß an der Jaxt, gehört seit 200 Jahren denen Herren von Berlichingen erbeigentümlich zu" der aber keine Ahnung hat, daß dies Schloß seine Heimat und der Schloßherr sein Vater ist. Des alten Berlichingen Klage:" So erziehen Weiber ihre Kinder! und wollte Gott, ste allein! Ich kannte alle Pfade, Wege und Furten, ehe ich wußte, wie Fluß, Dorf und Burg hieß" ist auch heut noch zeitgemäß. Eine Mutter, die mit ihren schulpflichtigen Kindern aus Mexiko zurück nach Deutsch land gekommen war, klagte mir neulich, daß ihre Knaben zunächst bei dem deutschen Schul- und Lernzwang ein gutes Teil ihres schnellen Auffassungsvermögens und natür lichen gesunden Menschenverstandes ein gebüßt hätten und richtig schuldumm" ge­worden wären.

Es fehlt auch hier nicht an allerlei Ver­suchen und Bemühungen der heutigen Pädagogik, mehr Leben nnd Anschaulich­keit, mehr Freude und Interesse in diese Schulöde hineinzubringen; aber es ist noch ein weiter, mühevoller Weg bis zum Sieg auf der ganzen Linie und endgültigen Bruch mit dem ganzen System. Solange unsere modernen Schulen mit ihrem Examenszwang und Berechtigungswesen die Herrschaft haben, bleibt uns doch nichts anderes übrig, als unsere Kinder diesen Bildungsweg gehen zu lassen. Was wir aber tun können, ist: ihnen in treuer Für sorge zur Seite zu bleiben und ihnen den Weg so leicht und froh wie möglich zu machen.

Hier liegt wieder ein reiches und schönes Stück Arbeit und Pflicht für uns Mütter. Vor allen Dingen heißt es jetzt, treue Wacht über unserer Kinder Gesundheit halten, ihnen an Nahrung und Kleidung, Luft und Sonne, Ruhe und Bewegung alles zukommen lassen, was ste kräftig und widerstandsfähig macht. Auch die deutsche Schule fängt an, den hygienischen und erziehlichen Wert der Turn- und Be­wegungsspiele, des Wanderns, Schwim­mens, Ruderns zu ahnen, und wir Eltern können alle das Unsere tun, ein gesundes Gegengewicht gegen allzuviel Stubenhockerei durch die Begünstigung eines vernünftigen Sports zu schaffen. Mit dieser Körper­pflege Hand in Hand gehe dann durch all die langen Schuljahre die Pflicht, unserer Kinder geistiges Leben treu zu pflegen und zu behüten! Auch hier wird uns Müttern bei der heutzutage üblichen Belastung der Väter durch ihr Berufsleben meist der Löwenanteil der erziehlichen Arbeit zufallen. Die Hauptarbeit, die vielleicht ausschlag gebend für das ganze Schulleben unseres Kindes ist, müssen wir allerdings schon vor­her an ihm und uns getan haben. Zunächst jene Arbeit an uns selbst, uns möglichst auf die kommenden Pflichten an den Kindern hin zu bilden und zu schulen. Nicht, als ob jede Mutter nun Latein und Mathematik lernen müßte, obgleich auch das weder ihr noch ihren Kindern schaden würde; aber jede Mutter sollte so viel All­gemeinbildung, so viel Verstandes- und vor allen Dingen so viel Herzensbildung haben, daß sie ihrem Schulkinde Halt und Stütze und bester Kamerad werden kann. Sie braucht nicht jede Jahreszahl und geogra­phische Länge und Breite zu wissen, wenn das Kind nur in den Hauptsachen, die auch beim Schulleben und Lernen ganz anderswo liegen, Verständnis und Hülfe bei ihr findet.

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Zu einer solchen echten, mütterlichen Bildung gehört freilich auch eine vernünf­tige Mädchencrziehung auf diese großen Ziele unseres Frauenlebens hin. Bei einer solchen Erziehung würde auch bald der geistige Hochmut unserer Herren Söhne und Brüder verschwinden, die im stolzen Ge­fühle der eigenen Vielwisserei heute noch gar zu gern auf alle Frauenbildung her­untersehen.

Aber auch ein gut Stück erziehliche Arbeit an dem Kinde muß die Mutter schon in seinen allerersten Lebensjahren geleistet haben, wenn sie ihm die Schuljahre In leicht und erquicklich machen will. jenen ersten Jahren wird unwiderruflich der Grundstein zu der ganzen körperlichen und geistigen Entwickelung des Kindes gelegt. Auf das Maß und die Art der Pflege, die gerade nicht nur der kleine Körper, sondern auch der erwachende Geist empfängt, kommt ungeheuer viel an. Wie gut ein Kind sprechen lernt, ob es gut zu­hören und mit offenen Augen um sich blicken kann, ob es Phantaste und Gemüt ausbilden und betätigen lernt- das alles liegt zum großen Teil in seiner Mutter Hand und hängt von dem Maß der An­regung ab, die sie ihm geben kann.

Wir wollen uns aber auch keine Wun­derkinder erziehen, die schon vor der Schule Zeitungen lesen und mit Dezimalbrüchen rechnen. Gemüt und Verstand des Kindes hängen mit den feinsten Fäden zusammen und sind aus denselben Quellen richtig zu nähren. Wir sollen mit unseren Kindern in dem großen Buche der Natur buchstable­ren lernen, sollen ihnen die Augen und Herzen öffnen für alles Gute, Schöne und Große in der weiten Welt um uns. Wir sollen ihre tausend Fragen zu beantworten suchen, sollen ihre Phantaste und ihren Schaffenstrieb bei ihren Spielen nach Kräften bilden und fördern.

Auch aus dem anderen großen Jung­born, der in unerschöpflicher Fülle in der Kunst für uns und unsere Kinder sprudelt, wollen wir für sie schöpfen. Vor allen Dingen stecken in unseren Kinder- und Volksliedern, in unseren deutschen Sagen und Märchen, in einer Reihe alttestament­licher Geschichten starke, erziehliche Werte, die gleich befruchtend auf Gemüt und Ver­stand des Kindes einwirken können. Haupt­sache bleibt aber doch, daß das Kind zu Hause das hört und lernt, was ihm die heutige Schule nicht bietet und auch keine Schule der Welt wohl ganz bieten kann. Es bleibt ein böses Armutszeugnis für unsere Schulen, daß ste meist mit sechs Stunden Unterricht noch nicht genügend ausrichten können und vom Hause noch Unterstützung und Nachhülfe verlangen.

Ein Glück ist es, daß ein gesundes Kind viel, sogar unser heutiges Schulsystem vertragen kann. In dem Zusammenleben mit all den Altersgenossen, in den regel­mäßigen Schulwegen mit allerlei Freunden und Kameraden steckt viel echte Freude und ein günstiges Gegengewicht gegen die Dede mancher Unterrichtsstunden. Jener Vater, der da meinte, man solle seine Kinder zu Hause unterrichten lassen, aber zu allen Pausen und Spielstunden in die Schule schicken, hatte im Prinzip ganz recht.

Ueberhaupt fehlt es nicht an Lichtpunkten und Sonnenschein auf dem langen Schul­wege! Es gibt Lehrer, die man lieben, und Lehrer, die man ärgern kann, es gibt freie Nachmittage und Klassenausflüge, es gibt nicht immer schlechte Zensuren, und alle Jahre viermal Ferien! So wollen wir sie getrost zur Schule schicken, die kleinen Leute, die dieses Jahr schulpflichtig sind!

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