Soziales Leben.
X Soziale Sicherstellung der preußischen Eisenbahnarbeiter. Ein arbeiterfreundlicher Erlaß des Ministers Breitenbach wird amtlich bekanntgegeben. Die Kündigung und Entlassung der zur ständigen Beschäftigung angenommenen Eisenbahnarbeiter aller Dienstzweige soll nach früheren Erlassen nur aus zwingenden Gründen vorgenommen werden, unter teinen Umständen wegen Verkehrsbehinderung, Verminderung der Züge usw.
× Fischerstreit. In Hamburg wie in Altona hat die Besatzung der Fischdampfer die Arbeit niedergelegt. Die von See tommenden Dampfer wurden entlöscht und von der Besazung verlassen.
X Die Krise in der Elbschiffahrt. Die in Berlin abgehaltene Generalversammlung des Arbeitgeberverbandes für Binnenschiffahrt und verwandte Gewerbe beschloß, angesichts des Kontraktbruches der ausständigen Mannschaften jede Ver handlung mit dem Hafenarbeiterverband abzulehnen. Ebenso sollen Verhandlungen mit den Streifenden unterbleiben, ehe fie nicht die Arbeit bedingungslos wieder aufgenommen haben. Grundsätzlich habe der Verband eine Verständigung mit den Arbeitern nie abgelehnt.
X Wien ohne Wurst. Wegen Lohnstreitigkeiten sind die Fleischergesellen in den Ausstand getreten. Als Gegenzug werden die Meister ihre Betriebe und die Verkaufsläden schließen und anfangen, den Einkauf von Schweinen für die Surferzeugung einzustellen.
Nab und fern.
† Im Schneegestöber verirrt. Fünf reichsdeutsche Hochtouristen unternahmen von Gastein aus eine Tour auf den Mallnizer Tauern und verloren in einem furchtbaren Schneegestöber den Weg. Der Mediziner Hans Lamfert aus Düsseldorf stürzte ab, blieb mehrfach verlegt bewußtlos liegen und tonnte erst nach fünfstündiger Klettertour von seinen Gefährten zu Tal gebracht werden. Die Verlegungen Lamferts find nicht lebensgefährlich.
mehrere Schüsse ab, durch die zwei unbeteiligte Personen sofort getötet wurden. Ein anderer Gast erhielt eine Schußwunde im Gesicht, einer der Bergleute einen Revolverschuß ins Bein, ein Gendarm einen Schuß in den Arm. Mehrere andere Personen wurden leichter verletzt.
† Gestohlene Kunstwerke. In der Kathedrale von Sevilla wurde ein standalöser Diebstahl begangen. 43 MiniaturenChorbücher, sowie ein Gemälde von Alonso Cano wurden entwendet. Der Wert der gestohlenen Kunstwerke stellt sich auf zwei Millionen Pesetas. Das Gemälde von Alonso Cano und mehrere Miniaturen wurden bei einem Sevillaner Antiquitätenhändler aufgefunden. Ein Chorhüter, der im Verdacht steht, den Diebstahl begangen zu haben, wurde berhaftet.
† Der Tod auf den Schienen. Zwischen Rathenow und Groß- Budide wurde eine von einem Zuge der Richtung Stendal- Berlin überfahrene und getötete weibliche Person im Alter von etwa 36 Jahren aufgefunden. Ob ein Unglüdsfall oder Selbstmord vorliegt, muß die eingeleitete Untersuchung ergeben. Auf Bahnhof Debisfelde wurde kurz nach Aus fahrt des Braunschweiger Zuges ein Reisender tot aufgefunden. Vermutlich ist derselbe beim Abspringen von dem bereits in der Ausfahrt begriffenen Zug verunglückt. Die Untersuchung ist eingeleitet.
† Neue Eisenbahnkatastrophe in Amerika. Ein elektrischer Zug der Pennsylvania- Eisenbahn stürzte bei Pleasantville ( New- Jersey) in den Fluß; es sollen ungefähr 87 Personen ums Leben gefommen sein.
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† Defrandant oder irrsinnig? Aus Altkirch in ElsaßLothringen ist der 29 jährige Postassistent Sidinger seit einigen Tagen spurlos verschwunden. Mit ihm find zwar 10 000 Mart in deutschem Golde und deutschem Papiergeld verschwunden, aber trotzdem ist das Vorkommnis unerklärlich. Sidinger lebte mit seiner jungen Frau im besten Einbernehmen. Die wohlhabenden Eltern unterstützten das junge Paar, sodaß Geldsorgen taum vorhanden sein konnten. Blöglich ohne äußern Grund und ohne Vorbereitungen verschwand der Mann. Man muß fast glauben, daß er in einem Anfall von Jrrfinn zu dem Schritt veranlaßt worden ist. Bunte Tages- Chronik.
Der Zug fuhr mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 60 Kilometern; als er sich auf einer Brücke befand, brach plöglich das Rad eines Waggons. Die elektrische Lokomotive riß die Brückenmauer in Stücke nnd fiel hinunter in den darunter fließenden Strom, wobei sie zwei Waggons mitriß. Die anderen fielen auf das daneben liegende Gelände. Diejenigen Passagiere, welche in den Fluß fielen, waren in den Wagen eingeschlossen und ertranfen. Nur neun Personen entfamen aus dem Wasser. Zwanzig Passagiere erlitten Verlegungen, famen aber mit dem Leben davon. Bis Mitternacht waren die Leichen von 44 Ertrunkenen geborgen, man glaubt jedoch, daß wenigstens 25, möglicherweise sogar 50 Leichen noch im Wasser liegen.
Berlin, 29. Oktober. Das Lorging- Denkmal im Tiergarten, in der Nähe der Rousseau- Insel, ist gestern enthüllt worden. Das Denkmal ist ein Wert des Bildhauers Eberlein.
† Wetterkatastrophen in Japan. Die Stürme, welche Ende voriger Woche den südlichen Teil des japanischen Reiches heimsuchten, haben entsetzliche Folgen gehabt. Im ganzen gingen 228 Schiffe auf hohem Meer unter. Die Zahl der ertrunkenen Matrosen und Fischer beziffert sich auf über 800. Außerdem erlitten mehr als hundert Matrosen Verlegungen durch fallende Maste und durch Quetschungen durch Gegenstände, die am Deck losgerissen wurden.
Berlin, 29. Oktober. In Friedrichsberg wurde dag 75 Jahre alte Fräulein Luise Raasch in ihrer Wohnung er mordet aufgefunden. Ms mutmaßlicher Mörder wurde ein Maler Robert Herrmann verhaftet.
Braunschweig, 29. Oktober. Bei Oschersleben brannte ein großer Strohdiemen nieder. Beim Aufräumen fand man Stelettüberreste von vier Menschen, vermutlich Landstreichern, die in dem Diemen genächtigt hatten.
Dortmund, 29. Oktober. Auf der Zeche Glückauf- Tiefbau erschoß ein Arbeiter den Betriebsführer. Der Täter, der aus Rache handelte, ist flüchtig.
† Pech im Unglüd. Der bekannte Jockey O'Connor, der am letzten Sonntag auf der Radrennbahn Steglitz gegen den Weltmeister Robl startete, mußte doppeltes Pech über sich ergehen lassen. Der nach Radsportehren durstende Reiter mußte bei seiner Extratour auf dem Zement nicht nur eine komplette Niederlage gegen Robl einstecken und seinen Einsatz von 5000 Marf verlieren, in seine Umfleide- Kabine zurüc gefehrt, mußte er aber leider auch noch die unangenehme Entdeckung machen, daß während seiner Abwesenheit Diebe dagewesen waren und seine ganzen Wertsachen, Schlipsnadel Uhr und Geld, gestohlen hatten.
Vermischtes.
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== Sieben Tage auf treibendem Wrad. Kurz nach der Ausfahrt aus Memel wurde der Schoner Anna Rebeffa" in einem rasenden Sturm zum hilflosen Brad gemacht. Kiel oben trieb es in der See umber, der Kapitän und drei Ma trosen hatten sich auf den Wrad festgebunden. So wurden fie schließlich in Sehweite an die Küste zwischen Schwarzort und Nidden getrieben; fie saben ein Fuhrwert halten und Sonstige Leute, die nach dem Wrad Ausschau hielten, aber die Küstenbewohner mußten wohl die Unglücklichen auf dem Wrad nicht sehen, denn fie machten feine Rettungsversuche! In zwischen schlug der Wind wieder nach Often um, und die Schiffbrüchigen trieben wieder in See. Endlich, am fiebenten Tage der eine Matrose war inzwischen gestorben und der zweite lag bewußtlos neben dem ebenfalls zum Tode er schöpften Kapitän näherte fich ein Fischerboot und nahm die beiden Lebenden und den Toten auf. Als Nahrung hatten sie zulezt das Leder von ihren Stiefeln genossen.
Straßburg i. E., 29. Oktober. Spielende Kinder ents zündeten eine Dynamitpatrone, die fie gefunden hatten. Acht Kinder wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Drei find schrecklich verstümmelt und wurden ins Hospital gebracht.
Prag, 29. Oftober. In Bankraz wurde die Tabakberfäuferin Liebig mit zweien ihrer Kinder ermordet. Die bisher noch unermittelten Täter raubten einen Betrag von 30 Kronen.
Toulouse, 29. Oktober. In einer hiesigen Fabrik ist gestern ein großer Brand ausgebrochen, der sich auf die angrenzenden Häuser ausdehnte.
Aus dem Gerichtsfaal.
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Einen harten Schädel muß ein junger Mann in Leer baben, der neulich in der Nacht aus dem Fenster seiner im ersten Stod belegenen Wohnung auf die Straße stürzte. Ein Zimmernachbar hört den Fall, eilt hinunter und bringt den anscheinend Hilflosen mit Hilfe des Hauswirts hinauf in die Wohnung. Ein Arzt wird gerufen, vermag aber feinerlei Verlegung zu entdecken. Am andern Morgen erwacht der junge Mann und geht ruhig an seine gewohnte Beschäftigung. Von dem, was ihm in der Nacht widerfahren ist, hat er keine Ahnung. Er war unten auf der Straße nach dem Sturze sielleicht anfangs betäubt gewesen, hat dann aber ruhig weitergeschlafen bis zum Morgen.
§ Zum Fall Wrede wird jetzt eine Mitteilung bekannt, die berechtigtes Aufsehen erregen wird. Die von den mecklen burgischen Gerichten gegen den Diener Glase der Fürstin Wrede geführte Untersuchung wegen Meineides ist eingestellt worden. Die Affäre Wrede wird dadurch wieder an die Deffentlichkeit gebracht und man darf ihrer weiteren Erledigung mit Spannung entgegensehen.
† Raubmord auf der Landstraße. Auf der Chaussee von Fürstenwalde nach Neuendorf wurde der Kutscher Haase von der Berliner Schultheißbrauerei ermordet aufgefunden, nachdem zuvor das Gespann mit dem herrenlosen Wagen bemerkt worden war. Ein Beilhieb hatte dem Unglücklichen den Kopf gespalten. Man fand das Mordinstrument am Wege von Beeskow nach Fürstenwalde; es war mit Blut und Gehirnmasse bedeckt. Eine geringe Menge Geldes aus Haases Geldtasche fand sich noch auf dem Kutscherbod verstreut. Der Täter ist in der Person eines polnischen Landarbeiters in Müncheberg verhaftet worden, und hat die Tat bereits eingestanden. Der Raubmörder fuhr mit dem Kutscher mit bis Eggersdorf, sah das Geld, stieg ab und kehrte nach Müncheberg zurüd. Von einem dort wohnenden Bierbrauer stahl er fich eine Art, fuhr mit seinem Rade dem Kutscher Haase nach und zertrümmerte diesem dann mit der Art den Schädel.
§ Eine Entführungsgeschichte. Der Student Georg F entführte vor einiger Zeit die 15jährige Tochter geachteter Kasseler Bürgersleute von einem Ausfluge in die Umgebung Kassels nach Berlin. Er brachte mehrere Tage mit ihr in der Reichshauptstadt zu und ließ sie dann hilflos fizen, sodaß fremde Leute für die Rückbeförderung sorgen mußten. Die Straffammer Kassel verurteilte den Studenten zu 14 Tagen Gefängnis.
† In der Notwehr erschossen hat ein Mühlenbefizer_in Querfurt seinen Knecht Bodenstein. Dieser war entlassen worden und, um sich zu rächen, stürzte sich B. mit einem Küchenmesser auf seinen früheren Dienstherrn. Dieser gab nun in einer Entfernung von etwa drei Schritten einen Schuß auf seinen Angreifer ab, sodaß die ganze Schrotladung dem Knecht in die Brust drang und seinen augenblicklichen Tod herbeiführte.
§ Jm Auslande abgefaßt. Der flüchtige Kaufmann Kloetzer aus Stuttgart, der dort 12 000 M. unterschlagen hat, wurde in Genf verhaftet. Der Bundesrat hat die Auslieferung an Deutschland bewilliat
† Im Kohlendunst erstickt. Der Amtmann Koppe auf Gut Berghof ist an den Folgen einer Koblengasvergiftung gestorben. Als man morgens das Zimmer gewaltsam öffnete, war der Raum vollständig mit Kohlendunst angefüllt. Koppe wurde in besinnungslosem Zustande in seinem Bette aufgefunden. Die von einem sofort hinzugerufenen Arzt angestellten Rettungsversuche blieben erfolglos.
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is mit dem Buchfal lider Raffenbelege vo nach den Büchern in ben fein. Hirschel b miffen gewesen sei hie, während ihm Wie der Prozeß aftsführung in be Σήαφε, δαξ vereinn mber Tasche bleiben gen, die zur Aufbed Fußsteige f anntmachung bes mmungen über den G ft, gegen welche gar Satereffe der Ermöglic tehre auf den Fußf Fahrwerken jeder Art Legenommen, foweit hi bindert wird, die Befo agen- bei Strafe be Eleberbleiben, wodurch Tragen von Gegenf belaftigen( z. B. Me Radfightslofigleiten itteln von Teppichen Strafanzeigen verbindert 1. Stadttheate Fattfindenden Boltsvorste But, daß das beliebte ben wird. Fisverein Uhr im Hotel B altenen Hauptverfar Elaterordnete Rirch Der Mitgliederftand ift brate infolge des milde benugt werden. Di en als Ausgabe 12 146 ein Barbestand von Sem Runstlauf foll in di gewidmet und durch bid gewirkt werden. Ederwahl der feitherigen tagt wiederum 2 Mt Lamellungen find schriftli men aber auch noch sp folgen.
Spleenige Millionäre. In der vergangenen Woche fand in Newyork ein Ehescheidungsessen statt, dessen Teil nehmer entweder geschieden sein oder ihre Scheidung bereits beantragt haben mußten. In dieser Woche fand ein Pony Essen statt. Der Rennpferdebefizer Badew hatte dazu Ein. ladungen erlassen. Zwei seiner fiegreichsten Pferde fanden an der Tafel Plaz. Sie fraßen Hafer aus filbernen Eimern. Drei andere Renner wurden von Dienern in Livree durch die Eßhalle geführt und mit verzuderten Pflaumen gefüttert. Den Gästen wurde zum Andenken ein fostbares Geschenk ge macht, nämlich eine mit Gold ausgelegte Reitpeitsche und filberne Steigbügel. Die Zeitungen streiten sich darüber, ob dieses Pony- Essen das bemerkenswerteste Ereignis der letzten Beit war, oder ob dem Affen- Essen, das in Newport statt fand, der Vorzug zu geben ist.
§ Das geraubte Handtäschchen. Wegen eines überaus dreisten Diebstahls wurde vom Landgericht I Berlin die Arbeiterfrau Anna Zieger zu 2/2 Jahren Gefängnis verurteilt. Ihr mitangeklagter Sohn wurde mangels Beweise freigesprochen. Die 8. hatte am 4. Oktober v. J. in einem Warenhause in Berlin ein Handtäschchen mit 10 000 Marl entwendet, das eine Dame neben sich auf den Tisch gelegt hatte. Durch Zufall wurde die Täterin in der Angeklagten ermittelt. Frau Ziezer hat etwa zehn Jahre ihres Lebena schon hinter Zuchthaus- und Gefängnismauerr zugebracht. Ihre Schwester ist die kürzlich wegen gefährlicher Hochstapeleien mit Zuchthaus bestrafte Frau Riebeck.
† Traurige Folgen eines Wirtshausstreites. In einem Restaurant in Heerben bei Köln belästigten drei angetrunkene Bergleute die Gäste und gaben mehrere Revolverschüsse auf die Anwesenden ab. Ein Gendarm feuerte hierauf gleichfalls
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Falsches Geld in Deutsch- Ostafrika. In unseren afrikanischen Kolonien fursiert gegenwärtig eine große Menge falschen Geldes. Die falschen Rupienstücke werden haupt fächlich von indischen Silberschmieden hergestellt, die in der Technit des Falschmünzens eine große Geschicklichkeit besitzen. Bis jetzt ist es noch nicht möglich gewesen, den Betrügern das Handwerk zu legen.
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Sechs Tage lebend im Grabe.
,, Professor" Berclay, ein Mischling von Jamaika, hypnotifierte in Kingston vor einer großen Gesellschaft seine Frau und begrub sie sodann acht Fuß unter der Erde. Er erklärte, daß er sie sechs Tage in der Erde lassen werde. Nach dieser Zeit werde sie so frisch und gesund sein, wie je zuvor. Als die Nachricht von diesem Vorkommnis in Kingston bekannt wurde, brach ein Ent rüstungssturm aus. Der Professor" weigerte sich, die Frau wieder auszugraben, ehe sechs Tage verstrichen waren. Schließlich aber grub er sie doch aus, nachdem 104 Stunden verstrichen waren. Die Frau hatte in dieser Zeit acht Pfund an Gewicht verloren, Professor" Berclay erbietet sich jetzt, andere Personen zu hypnotisieren und zu beerdigen, hat aber bisher keine Liebhaber gefunden.
§ Die Spitzbübin in Männerkleidern. Das Landgerich München hat die 26 jährige Dienstmagd Walpurga Kurrer aus Niederbayern wegen einer Reihe ganz außerordentlich verwegener Einbruchsdiebstähle zu einem Jahre zehn Monaten Gesamtgefängnisstrafe verurteilt. Das Mädchen, das scharfgeschnittene Züge und eine tiefe Stimme besitzt, ließ sich die Haare turz schneiden, um alsdann in Männerkleidern während dreier Monate fich einer sehr abenteuerlichen, dunklen Existenz binzugeben.
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Cokales.
* Der Großherzog fuhr Sonntag Nachmittag mit dem 3. 3t in Darmstadt weilenden Assistenten am Bayrischen Nationalmuseum Dr. Ostermann im Automobil nach Seeheim und kehrte gegen 5 Uhr wieder nach Darmstadt zurück.
* Parlamentarisches. Der Zweiten Kammer ift eine Regierungsvorlage zugegangen, die den Gemeinden mit mehr als 3000 Einwohnern das Recht zur Einführung der Grundbesitz einräumt. Wertzuwachssteuer für den in ihren Gemarkungen liegenden
§ Giftmordprozeß Heasler. Die Vernehmung der weiteren Zeugen fördert nichts neues zutage, fast über einstimmend stellen sie die Wagner als eine dem Trunke er gebene, verlogene und zu allem fähige Person dar. Sachberſtändiger Universitätsprofessor Dr. Schmidt, welcher die Minna Wagner im Frühjahr 1903 nach der Gerichtsberhandlung operierte, schildert die Wagner als eine im höchsten Grade unsympathische Person. Dr. Oberndörffer, ber die Sektion der Wagner tornahm, erklärt, daß er keine Spuren von Salzsäure vorgefunden. Bon Interesse sind nur bie Aussagen des Ingenieur Lippmann, bei dem die Wagner nach dem ersten Prozeß bedienstet war, und dort allerhand bösartige Streiche verübte, die auf einen rachsüchtigen Chacafter schließen lassen. Lippmann nennt die Wagner eine boshafte Närrin, der er sehr gut zutraue, sich selbst SalzJäure in den Kaffee getan zu haben. Er ist der bestimmten Ueberzeugung, daß die Angeklagte Heusler zu Unrecht verarteilt worden ist.
* Bürgermeister wahlen. In Mittelgrünbau wurde Landwirt Knecht mit großer Majorität zum Bürger meister gewählt, in Eichenrod wurde der langjährige Bürger meister Greb wiedergewählt.
§ Der vierfache Mörder Teßnow, der vom Schwurgericht Breifswald zum Tode verurteilt wurde, hat die Wiederauftahme seines Verfahrens durchgesetzt, und wird die VerJandlung am 10. Dezember in Greifswald stattfinden.
* Anonyme Anzeigen. Das Großh. Kretsamt Gießen gibt betannt, daß es anonyme Anzeigen und Eingaben nicht berücksichtigt.
* Der Vorstand der neuen Landwirtschaftstammer hält in laufender Woche eine Sigung ab, um über die Grundlagen der Sagungen zu beraten, die hierauf von dem hierfür besonders eingesetzten Ausschuß begutachtet und alsdann dem Plenum der Landwirtschaftskammer mit geteilt werden sollen.
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Zum Prozeß Hirschel wird dem, Darmst. T. Anz." noch folgendes mitgeteilt: Es steht fest, daß Hirschel eine Reihe von Posten, die ihm zur Ablieferung an die Staffe an vertraut waren, bedeutend später abgeliefert hat. Nach den getroffenen Bestimmungen ist die Stasse der Hauptgenossen schaft Friedberg überhaupt nicht befugt, Gelder von den Runden einzuziehen. Alle Zahlungen sind von den Kunden belmehr direkt an die landwirtschaftliche Genossenschaftsban! zu Darmstadt zu leisten. Nun ist es oft vorgekommen, daß Hirschel auf seinen Agitationsreisen von dem oder jenem das sind die unter Anflage gestellten Posten Gelder be tommen hat mit dem Auftrag, sie in Darmstadt abzuliefern. Hier nur zwei Beispiele. Am 1. Sept. 1904 erhielt er von einem Gärtner 31 Mt. zur Ablieferung, die Hirschel aber erst am 17. Januar 1906, also fast 1/2 Jahre später, ab geliefert hat. Am 21. Nov. 1904, erhielt erhielt er einen Boften von 124,80 Mt., von dem er am 3. August 1905 schuldigte sich damit, daß er im Drange der Geschäfte die 114 Mt. ablieferte. Den Reft hat er bestritten. Er ent Ablieferung vergessen habe. Allerdings muss n auch die mehr als eigenartigen Verhältnisse im Betrieb der Haupt gmossenschaft Friedberg in Betracht gezogen werden. Nach dem Statut, betreffend die Dienstanweisung und Geschäfts
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