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X Friede im Buchbindergewerbe. Der Vorstand des Ver­bandes deutscher Buchbindereibesizer und die Vorstände der Streifleitungen Berlin, Leipzig, Stuttgart unterzeichneten einen Vertrag, wonach der alte Tarif mit kleinen Auf­besserungen bis 1911 weiterläuft. Die Brinzipale ziehen ihre Schadenersaktlagen gegen die ohne Kündigung feternden Buch­binder zurück. Die Wiederaufnahme der Arbeit ist erfolgt.

Die Jünger Jabns. Hauptversammlung der Deutschen Turnerschaft. ( Sonder- Bericht). Hildesheim, 28. Juli.

Die Deutsche Turnerschaft kann sich einer Mitgliederzahl bon 800 000 Turnern rühmen, davon gehören 8882 Turner dem deutsch- österreichischen Kreise an. An der Spitze der waderen Schaar der Jünger Jahns steht der erprobte Vor­tämpfer für die deutsche Turnsache, der greise und doch noch jugendfrische Dr. Goez- Leipzig.

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Unsere altehrwürdige Bischofsstadt beherbergt seit gestern den großen Ausschuß der Deutschen Turnerschaft in ihren Mauern, der zu seiner alljährlichen Hauptversammlung sich hier eingefunden hat. Nach dem Geschäftsgericht der Deutschen Turnerschaft hatte dieselbe im verflossenen Jahre eine Gesamteinnahme von 54 773,11 M., darunter die eingegangenen Steuern von 619 395 Mitgliedern. Die Aus­gabe betrug 42 730,91 m., sodaß ein Kassenbestand von 12 042,20 m. verbleibt. Der Bestand für das Jahn­Museum in Freiburg a. U. beträgt 382,53 m. Nach der Berinögensübersicht hat die Deutsche Turnerschaft ein Ver­mögen von 174 354,16 M. Der Mitgliederbestand ist auch im verflossenen Geschäftsjahre weiterhin gestiegen. Von 8284 Turnvereinen, die überhaupt in Deutschland bestehen, ge­hören 7583 zur Deutschen Turnerschaft und hatten ver­teilt auf 6302 Orte, mit 38 838 915 deutschen Einwohnern, eine Gesamtzahl von 772 134 männlichen Mitgliedern. Die Zunahme der Vereine betrug 242, die der Mitglieder 35 043. Die Zahl der Turnkreise 17 ist dieselbe geblieben; die Zahl der Gaue ist von 284 auf 287 gestiegen. Daneben gehören noch 34 Vereine im Ausland zur Deutschen Turnerschaft und nach neuerem Beschluß wird auch das Ausland auf dem nächsten Deutschen Turntag vertreten sein. Der größte Kreis ist nach wie vor der Turnfreis Sachsen mit einer Mitglieder­zahl von 129 126, ihm folgt als nächster der Mittelrheinkreis mit 89 310 Turnern und den Schluß in Zahl, wie auch in der Reihenordnung macht der Kreis XVb( Deutsch- Desterreich) mit 8882 Turnern. Im Vergleich der Städte auf die Zahl von Turnvereinsmitgliedern steht an der Spitze Leipzig mit 9862; es folgen München mit 8092, Berlin mit 7882, Ham­burg mit 6634, Nürnberg mit 5964, Dresden mit 5238, Frankfurt a. M. mit 4864. Die Frauenabteilungen umfassen 35 106 Mitglieder und brachten es bei 55 674 Turnzeiten auf 1066 444 Besucherinnen. Die Zahl der Vereine, in welchen das Kinderturnen gepflegt wird, ist von 726 auf 800 gestiegen, die Zahl der daran teilnehmenden Knaben und Mädchen von 60 260 auf 63 126; das Verhältnis ist 45 377 Knaben und 17 749 Mädchen. Von der Bedeutung des deutschen Turnens für die Wehrfähigkeit zeugt die Aushebung von 29 820 Turnern zum Heeresdienst, die insofern die Arbeit der Heeresverwaltung unterstützen, indem sie einen gewandten und widerstands­fähigen Körper mitbringen und größtenteils zu Gefreiten und Unteroffizieren befördert werden fönnen. Die Deutsche Turnerschaft ist außer im Besitz der Ruhmes­halle und des neu gebauten Jahn- Museums in Freiburg a. d. Unstrut im Besiz einer Bücherei von 8800 Bänden. Der Wiedereintritt der deutsch- österreichischen Turner soll mit allen Mitteln erstrebt werden. Die Turnbrüder aus dem nachbarlich verbundenen Desterreich, die auf dem letzten Turn­tage in Berlin ihren Austritt erklärten, empfinden die Nach­teile dieses Schrittes, der sie von der mächtigen Korporation der Deutschen Turnerschaft trennte, schon an allen Ecken. Umfassende Vorarbeiten erfordert vor allem das Deutsche Turnfest 1908 in Frankfurt a. M. Einem Wunsch der Turner entsprechend, soll die Eröffnung und der Schluß des Festes ( Preisverteilung) würdiger und eindrucksvoller als bisher gestaltet werden. Ferner hat der Turnausschuß erneut bes schlossen, daß bei deutschen Turnfesten sowohl Wettfechter als auch Wettringer an den allgemeinen Uebungen und an dem Turnen der Kreise teilzunchmen haben. Auch die weitere Ausgestaltung des Frauenturnens beschäftigte den Ausschuß. Besondere Frauen- Abteilungen, die nicht Turnvereinen an­gegliedert sind, können nicht in die Deutsche Turnerschaft auf­genommen werden. Wohl aber sollen die Wünsche und An­liegen der Turnerinnen weitgehend berücksichtigt werden und die Förderung des Frauenturnens durch; die Kreise und Gaue mit allen zu Gebote stehenden Mitteln betrieben werden. In Bezug auf die Teilnahme der Turnerinnen an öffentlichen Festzügen ist beschlossen worden, diese nicht zu gestatten.

Ferner wird über die Turnfest- und Wetturnordnung, die Wahl von Kampfrichtern und das Kampfrichterbuch und die Wertungslisten verhandelt. Außerdem sind eine Reihe Kreis- und Vereinsangelegenheiten zu erledigen, sowie die Gaben aus der Stiftung für Errichtung deutscher Turnstätten zu verteilen und Ehrenurkunden der Deutschen Turnerschaft zu verleihen. G. H.

Nab und Fern.

Ueberfall auf einen Dentschen in Rußland. Der Direktor der in Warschau bestehenden Filiale der Dresdener Gardinen­und Spizen- Manufaktur, Louis Koerber, wurde in seinen Warschauer Fabrikräumen von einem Arbeiter durch Revolvers schüsse und Stodhiebe schwer verwundet. Der Ueberfall ist auf einen Racheaft zurückzuführen.

Durch eine Mine verletzt. Bei einer Belagerungs­Uebung in Spandau ereignete sich ein schwerer Unfoй. Eine Mine flog auf, während noch Mannschaften sich in der Nähe Nähe befanden. Ein Vizefeldwebel und ein Pionier wurden durch Brandwunden nicht unerheblich verletzt.

Wieder ein Raubversuch auf der Eisenbahn? In einem Buge, der von Bremen nach Hamburg fuhr, versuchte in der Gegend von Lauenbrüd ein Mann vom Trittbrett des in voller Fahrt befindlichen Zuges in ein Abteil zweiter Klasse zu dringen, sab sich aber daran durch die in dem Abteil fizenden beiden Herren verhindert, die sofort die Notbremse zogen.

Schaden durch Raupenfraß. In Schlesien sind durch die Raupe des Nonnenschwärmers erhebliche Schäden in den Wäldern angerichtet. Vielfach geht man dem Schädling durch Feuer zu Leibe.

+ Verheerungen durch einen Orkan. In dem italienischen Dorfe Castel Sant Angelo richtete ein Orfan großen Schaden an. Mehrere Häuser stürzten ein. Es trat eine Ueber­schwemmung ein, bei der mehrere Menschen ums Leben famen.

+ Explosion in einer Pulverfabrik. In der Munitions. fabrik von Dreyse& Collenbusch in Sömmerda erfolgte eine schwere Explosion. Eine Anzahl Arbeiterinnen wurde verlezt ,. eine Frau fand ihren Tod. Der durch die Explosion ver ursachte Luftdrud war so start, daß die Fenster der benach­barten Gebäude eingedrückt wurden.

Vorsicht mit Petroleum! Wieder einmal hat die Unfitte Betroleum auf glimmendes Herdfeuer zu schütten, schweres Unheil angerichtet. Die Frau eines Arbeiters in Bruckhausen wollte das Feuer durch Aufgießen von Petroleum in Gang bringen. Dabei explodierte die Kanne. Die Frau erlitt tödliche Verlegungen, die Kinder, die der Mutter helfen, wollten, sind ebenfalls lebensgefährlich verbrannt.

Flüchtiger Mörder. Der Hausdiener Michel aus Hertichswalde in Sachsen hatte bei einer Berliner Firma 200 Mart unterschlagen und war damit flüchtig geworden. In Amtsheinersdorf schoß er den Gastwirt Kölbel rücklings nieder, wurde aber an der beabsichtigten Beraubung gehindert. Der Mörder hat sich nach Berlin gewendet, wo er von der Kriminalpolizei gesucht wird.

+ Bereiteltes Eisenbahn- Attentat. Auf der Strecke Hohen­falza- Bosen ertappte ein Eisenbahnarbeiter drei Männer dabei, wie sie nachts Holzschwellen über die Schienen zu legen suchten, auf denen der Nachtschnellzug zu erwarten war. Als er die Männer an ihrem Vorhaben hindern wollte, wurde er bon ihnen mit Messern bös zugerichtet. Auf seine Hülferufe tam ein Bahnwärter herbei, bei dessen Nahen die Verbrecher bie Flucht ergriffen.

Im Schlafe überfallen. In dem Cölner Vorort Boyenthal drang ein dort in Kondition stehender Schuh­machergeselle nach einer durchzechten Nacht in das Zimmer, in dem die Töchter seines Meisters schliefen, und gab auf die beiden Mädchen mehrere Revolverschüsse ab. Eines der Mädchen wurde durch einen Streifschuß leicht verletzt. Als auf das Hilfegeschrei die Eltern herbeieilten, stürzte sich der Geselle aus einem Dachfenster auf die Straße hinab, wo er tot liegen blieb.

Mord aus Eifersucht. In Lichtenthal bei Wien wurde ein Dienstmädchen von einem jungen Menschen auf der Straße mit einem Taschenmesser in die linke Brust gestochen. Das Mädchen fonnte noch in das Haus des Dienstherrn laufert, dort stürzte es zusammen und verstarb. Als Täter wurde ein zwanzigjähriger Schneidergeselle verhaftet. Cr gab die Tat zu und erklärte, daß er fie begangen habe, weil er bor Eifersucht rasend war. Er erstach die Geliebte, während er fie füßte.

Ein Familiendrama.

Auf dem Bahnhof Tubisze

in Brabant erdolchte ein Fabrikarbeiter den Professor Calmus aus Brüssel, den er irrtümlich für den Verführer seiner Frau hielt. Dann erstach er seine Gattin vor den Augen ihrer fieben Kinder und nahm sich schließlich selber das Leben.

Rockefeller stellt sich dem Gericht. Der zur Zeit in England weilende Milliardär Rockefeller hat bislang ver­standen, sich den Verfolgungen der amerikanischen Gerichte zu entziehen. Um die Möglichkeit zur Rückkehr nach Amerika zu gewinnen, ohne bei seiner Ankunft verhaftet zu werden, hat er telegraphisch die Nachricht dorthin gelangen lassen, daß er persönlich sich vor Gericht stellen werde.

Bomben- Attentat in Newyork. Anläßlich der Streitig. keiten, die zwischen Arbeitern aus der Installationsbranche ausgebrochen waren, wurden auf ein Versammlungslokal aus einem Hochbahnzug zwei Bomben geschleudert. Dreißig Per sonen wurden verlegt, davon sechs schwer.

Ein jugendlicher Mörder. In Seattle in Nordamerika wurde der Richter Emory von einem neunzehnjährigen jungen Menschen erschossen. Der Mörder wurde zu der blutigen Tat durch die Erregung darüber getrieben, daß der Richter ihm das Haus verboten hatte, um seine ſiehenzehnjährige Nichte vor den Verfolgungen des in sie verliebten Jünglings zu schützen. Nach der Tat schloß sich der Mörder mit den beiden kleinen Kindern des Ermordeten in ein Zimmer ein und drohte, diese zu töten, wenn die Polizei geholt würde. Erst dem Vater des Mörders gelang es, ihn zur Kapitulation zu veranlassen.

Tages- Chronik.

Frankfurt a. M., 28. Juli. Bei Gernsheim wurde die furcht. bar verstümmelte Leiche einer Frau gefunden, an der Kopf, Arme und Füße fehlen und die drei Jahre lang im Wasser gelegen haben muß, da sie vollständig verkalkt war.

Kiel, 28. Juli. Auf Kosten des Flottenvereins sind 280 Volks. schullehrer Deutschlands hier zum Besuch der Kriegsflotte ein getroffen.

Bukarest, 28. Juli. Die Stadt Roman wurde durch eine Feuers. brunst eingeäschert. Viele Personen, namentlich Kinder, werden bermißt.

Wien, 28. Juli. In Tirol und im Salzburgischen stud durch Unwetter schwere Schäden angerichtet. Vielfach ist die Ernte total bernichtet.

Petersburg, 28. Juli. Durch einen heute früh im hiesigen Tele­graphenamt entstandenen Brand wurden alle Leitungen beschädigt und der Verkehr mit der Provinz unterbrochen.

Die Vernichtung von Les fourneaux.

Ein Wolkenbruch hat in den letzten Tagen in den Savoyer Bergen große Verheerungen angerichtet. Das Dor Les Fourneaux wurde durch einen riesigen Schlammstrom böllig überflutet und vernichtet. Die Katastrophe brach mil ungeahnter Schnelle herein, sodaß die Einwohner nur mi Mühe das nackte Leben retten konnten.

Das Dorf Les Fourneaux, daß durch jene furchtbare Naturgewalt binnen wenigen Stunden in ein Trümmerfeld berwandelt wurde, liegt eine Viertelstunde südwestlich von Modane, der französischen Grenzstation am Eingange des Mont Cenis- Tunnels. In ganz Frankreich waren in den lezten Tagen schwere Regengüsse niedergegangen, die kleinen Rinnsale der Berge wuchsen zu tosenden Bächen, die Flüsse uferten aus und rissen in unwiderstehlichem Ansturme alled mit sich fort, was sich ihnen in den Weg stellte. Der Char mair- Bergstrom, an dem Les Fourneaux liegt, führte schon feit einigen Tagen hohe Wasserfluten mit sich, und noch immer war ein Steigen der Wassermassen zu bemerken. Am Mittwoch Abend gegen 6 Uhr hörte man plößlich in Les Fourneaux ein furchtbares Getöse und ein Schlammstrom wälzte sich gegen das Dorf heran, der große Felsblöcke mit fich führte und alles wegfegte, was sich ihm in den Weg stellte. Die großen Sägewerte von Gotteland verschwanden zuerst von der Bildfläche. Einige 50 Häuser wurden zerstört und eine Anzahl so beschädigt, daß sie mit dem Einsturze drohen. Die Einwohner fanden kaum Zeit, das nackte Leben zu retten. Mehrere Arbeiter der erwähnten Sägewerte

wurden getötet. Eine einzige Leiche fand man bis jetzt im Schlamme, aber etwa 30 Personen werden vermißt. Die Brücke der Mont- Cenis- Straße, die Trinkwasserleitung für Modane und Les Fourneaux und die beiden großen Wassers fassungsrohre des Elektrizitätswertes, welches die beiden Ort schaften mit Licht versorgt, wurden zerstört und die Mont Cenis- Bahn wurde auf einer Strede von über einen Kils meter durch eine bis zu 10 Meter hohe Schicht von Erdreich und Felsblöcken verschüttet, sodaß der Verkehr vollständig unterbrochen ist. Man mißt die Schuld an dem Unglüd einem furchtbaren Orkan zu, der die Bildung einer riesigen Wasserhose verursachte, durch welche dem Dorfe der Unter­gang bereitet wurde. Die Schlamm- und Kotmassen reichen bis zum ersten Stockwerk der Häuser hinan Den unglücklichen Bewohnern droht noch eine andere, vielleicht weit größere Gefahr: die Schlammassen trocknen, da nicht genügend Leute vorhanden sind zu ihrer Entfernung, schnell in der drückenden Sonnenglut, sodaß das Auftreten von Infektionskrankheiten befürchtet werden muß. Um das Maß des Unglücks voll zu machen, fehlt es auch an Trinkwasser. Der Schaden, der durch die Wetterfatastrophe angerichtet wurde, wird auf fünf Millionen Franks geschätzt.

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Die Aufräumungsarbeiten, zu denen die Garnison von Modane und zmei Infanterieregimenter herangezogen wurden, dürften mehr als 14 Tage in Anspruch nehmen. Während dieser Zeit ist die Verbindung mit Jatlien nicht nur mit der Bahn, sondern auch über die Mont- Cenis- Straße vollständig R. S. abgeschnitten.

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Vermischtes.

Zunahme der Bevölkerung des Deutschen Reiches. Die Bevölkerung des Deutschen Reiches wird im Statist. Jahrb. für das Deutsche Reich nach dem Stande um Mitte d. I auf 61 102 000 Köpfe berechnet. Die Volkszählung vom

1. Dezember 1905 hatte nach der vorläufigen Feststellung eine Bevölkerungszahl von nur 60 605 183 ergeben.

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§ Helpershain hain ft vom 15. u Gelahanjen Reidsfladt Geinhaufe wird nachften Sonnta Stadtfeft veranstaltet. A Lauterbach, 2 euen elus fichtstu Boche durch den 8m gentlubs gelegt. Eberstadt, 29 geiftliche, Pfarrer Fell Stadtmiffionars in D k. Weilburg, 27 Beglar,& ieße figen follegialen Gef Bortrags und Distu Lige Gerichtshofe furt a. M. hatte das war eine sehr rege un Areitbaumeister Ritg bragte im Laufe des Bedburg 1000jährig Bußbach, 29.

Reisende amerikanische Schönheiten. 30 preisgefrönte amerikanische Schönheiten, die Siegerinnen in dem großen Schönheitswettkampfe, den eine Zeitung in Louisville im Staate Kentucky vor einiger Zeit organisiert hatte, werden binnen furzer Zeit eine Reise durch Deutschland unternehmen, Als Königin" aus dieser Schönheitskonkurrenz ging Mis Ora E. Hazliff hervor, eine 20 jährige Dame, die den ersten Preis eroberte. Nicht weniger als 664 000 Stimmen aud allen Gegenden von Kentucky wurden zu ihren Bunsten ab gegeben. Die dreißig Schönheiten reisen unter der Führung von zwei männlichen Impresarien. Von Beruf sind die jungen Damen Schullehrerinnen, Maschinenschreiberinnen, Ver fäuferinnen usw. Der Zmed ihrer Rundfah ist, sich in der Welt umzusehen, fich natürlich auch selbst bewundern zu lassen und dann nach ihrer Rückkehr in dem Blatte, das sie auf seine Kosten aussandte, ihre Eindrücke in der Fremde zu schildern.

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Stichwahlhumor. Ein origineller Zwischenfall wird von der Reichstagseriagwahl im Kreise Hagen- Schwelm bes richtet. Ein Wahlberechtigter, dem anscheinend beide Kandi daten nicht paßten, gab ein Wahlkuvert ab, das nichts als die Photographie Eugen Richters enthielt.

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Der Reisende in der Kiste. Am Maastat in Amsterdam kam eine große Kiste an, die als Frachtgut mit dem Boot nach Amsterdam befördert werden sollte. Auf der Kiste stand: Vorsichtig behandeln! Glas!" Als die Kiste auf dem Kaidamm stand und die Transporteure fich schon lange entfernt hatten, hörte ein Angestellter in ihr ein be fremdliches Geräusch. Als die Kiste daraufhin geöffnet wurde, entkroch derselben ein Mann, der fich als ein in Amsterdam wohnhafter Schneider, der sich vor acht Tagen nach einem Bwist mit seiner Frau heimlich aus seiner Wohnung entfernt hatte und jetzt jeglichen Geldes bar war, entpuppte. In einem Café in der Langen Torenstraat allhier hatten einige Bekannte von ihm den Plan ausgeheckt und ihn auf ge schilderte Weise verpackt", um ihn dergestalt eine freie Reise zu verschaffen.

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Nicht genug Stenern bezahlt. Die Hinterlassenschaft des verstorbenen Chicagoer Großkaufmanns Marshall Field wird vom Nachlaßgericht auf 130 Millionen Dollars, sein Grundbesitz auf 50 Millionen Dollars geschäßt. Mehrere Jahre hindurch find auf 105 Millionen Dollars dieses Ver mögens feine Steuern gezahlt worden. Die Testamentsvoll strecker haben deshalb jetzt vom Gericht Anweisung erhalten, 2 800 000 Dollars Steuern nachzuzahlen.

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Amerikanisches Büchsenfleisch. Die Ergebnisse einer bierwöchentlichen Untersuchung des Chicagoer Büchsenfleisches find für den Fleischtrust recht betrübend. So wurde bei einer Büchse des teuren ,, Coin Special Chicken Loaf" als Haupt bestandteil Maismehl gefunden, das durch etwas Bindegewebe und ganz kleine Partikelchen von Muskelfleisch vermengt war. Potted Tongue" erwies fich in den meisten Fällen als ein Gemisch von Zungenhaut, Speicheldrüsen, Blutgefäßen und Abfällen, mit Maismehl gebunden und mit Borag konserviert. ,, Armours Potted Or Tongue" enthielt unter großen Mengen Hühnerhaut ganz winzige Stückchen Hühnerfleisch, wofür aber in der Haut noch Federn enthalten waren. Spielt Mitr. Armour, der Hauptmacher des Trusts, der ,, Bader- König" jezt noch immer die gefränfte Leberwurst" angesichts dieser unanfechtbaren Tatsachen?

Lokales.

30. Juli.

Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Heegheim. Mit der Stelle ist Organisten und Liftordienst verbunden.

* Der Preuß. Eisenbahnminister ordnete anläßlich der letzten Eisenbahnraubanfälle eine schärfere Ueberwachung der Schnellzüge an, wozu in Zukunft neben dem Bahnhofs personal auch Geheimpolizisten verwendet werden sollen. ** Frevel. Auf der Chaussee von Gießen nac Krofdorf wurden in legter Nacht wiederum einige Bäume abgebrochen. Hoffentlich werden die Schandbuben ermittelt, damit sie ihre gerechte Strafe befommen.

N. Krofdorf, 30. Juli. In schönster Weise ist unser geftriges Schützenfest verlaufen. Während der ganzen Veranstaltung herrschte der ungetrübteste Frohsinn. Der ftattliche Bug bewegte sich um 1/22 Uhr durch unseren Ort. Das Schießen verlief in größter Ordnung. Den 1. Preis erhielt Dr. Seip, den 2. Preis J. Appel, den 3. Preis G. Wagner, den 4. Preis Auguft Valentin, den 5. Preis K. Bittendorf, den 6. Preis K. Let b.

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Gerber ist nunmehr de 10ündige Arbeit Beber pro Woche ftat Bad Nauheim, find 1381 Rurgäfte ang зыкт 26. Juli 19

Sage noch 6405 anw 26. Jun 241 534 abg iderzahl betrug am 22. Juli 3.365). Homburg, 29.

mal. Der Taunust bet des Kaisers in mobriheinlich sei aur, am 16. Auguft erfolg fate das Bild des La

Do Bildnis des le 1783, sur Regierung g 1856. Am Fuße des and linfefeitig am D Lapfertat, in der Bild eine Darstellung dufen Landgrafen.

Von Großh.

folgende Beilen:

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