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Rechtsfähigkeit der Berufsvereine behandelnden Gesezentwurf fort. Buerst sprach Dr. Pachnide, der im Namen ber Freisinnigen Vereinigung eine sehr abfällige Kriti

an

der Vorlage übte. Sie sei eine preußische oder sächsische zu nennen, bemerkte er. Sie sei das Werk vor Bolizeinaturen. Sie sei nicht eine Schöpfung des zwanzigster Jahrhunderts, sondern fie erinnere an die fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Der Redner ging die Einzelheiten der Vorlage durch, betonte u. a., daß durch sie das Koalitions: recht geschmälert werde und bemerkte, die blutigste Kritik, die an der Regierungsvorlage geübt werden könne, liege darin, daß nur die Konservativen ihr zustimmten. Der nächste Redner war der Zentrumsabgeordnete Giesberts. Er polemisierte gegen den Sozialdemokraten Legien und ver­teidigte ihm gegenüber die Haltung der christlichen Gewerk­schaften. Diese feien eine Vereinigung christlich gesinnter Arbeiter zu wirtschaftlichen Zweden, eine Vereinigung solcher Arbeiter, die sich von der sozialdemokratischen Gedankenwelt emanzipiert bätten.

Das Koalitionsrecht der Landarbeiter.

Von Bedeutung war, was der Abg. Giesberts über die Gewährung des Koalitionsrechts an die Landarbeiter [ agte. Er bedauerte, daß ein Teil seiner politischen Freunde fich gegen diese Gewährung erklärt habe und er betonte, die Furcht, daß, wenn die Landarbeiter das Koalitions: recht erhielten, die Sozialdemokraten alsdann auf das Land kommen würden, sei unbegründet. Denn, so sagte der Redner, die Sozialdemokraten find schon da und sie wirken gegenwärtig in geheimen Zusammenfünften schädlicher, als es ber Fall sein würde, wenn die Landarbeiter das Koalitions­recht besäßen. Unfreie Menschen, rief der Redner aus, sind nie ein brauchbares Arbeitermaterial.

Nachdem Abg. Giesberts noch verschiedene Bestimmungen bemängelt hatte, fam in vorgerückter Stunde noch der sozial­demokratische Abg. Heine zum Wort. Er wandte sich in ben schärfsten Ausdrücken gegen den Entwurf. Er nannte Ihn ein Monstrum, das nicht lebensfähig sei und bezeichnete bas Juristendeutsch der Vorlage als scheußlich.

Cokales.

* Zu Ehren doktoren ernannte die Juristische Fakultät der Gießener Landesuniversität Ministerialrat Weber Darmstadt und Oberlandesgerichtspräsident Lippold Darmstadt.

X Stadttheater Gießen. Der Neubau unseres Theaters schreitet zur Freude aller rüftig vor­wärts. Nachdem er unter Dach gebracht ist, hat man mit der Anlage der Heizung bereits begonnen, sodaß den ganzen Winter über an der inneren Einrichtung gearbeitet werden kann. In einer gestrigen Sitzung des Theaterbau- Komitees soll bereits die Bühnen­einrichtung bergeben worden sein. Die Fertigstellung dürfte voraussichtlich bestimmt im Laufe des nächsten Jahres, eventuell zur Säcularfeier der hiesigen Universität zu erwarten sein.

tt. Stabttheater Gießen. Philippis Helfer" geht heute als 6. Dienstags Abonnements- Vorstellung in Szene. Interessenten seien darauf aufmerksam gemacht, daß diese die letzte Abend Aufführung der Novität ist, deren gute Darstellung hier so vielen Beifall gefunden hat.

-r- Eisberein. Die Mitglieder des Gießener Eisvereins oder solche, die es werden wollen, verweisen wir nochmals besonders auf die Bekanntmachung in unserem Annoncenteil von heute.

* Wettertalbahn. In Bad- Nauheim wurde Eine weitere eine Sitzung des Komitees abgehalten. Eine weitere Sigung findet anfangs Dezember in Rockenberg statt. * Eine interessante 3igeunergeschichte spielte sich im südlichen Teile des Kreises Ziegenhain nb. In den Waldungen an der Hessen- darmstädtischen Grenze lagerte eine Bande dieser braunen Nomaden und weigerte sich, den Platz zu verlassen. Gendarmen und Landleute wandten nun Gewalt an und bei dieser Ge­legenheit wurde ein Pärchen, das Widerstand leistete. gefangen genommen und ins Acrestlokal nach Ottrau gebracht. Vor der Türe nahmen zwei Wächter Auf­stellung und gingen so lange mutig auf und ab, bis es ihnen im Freien ungemütlich wurde. Sie nahmen ihren Stärketrunk, eine tüchtige Flasche Schnaps und setzten sich zu ihren Gefangenan, die ihnen abenteuerliche Geschichten aus fremden Banden zum besten gaben und

Betr.: Wandergewerbescheine.

Bekanntmachung.

Da nach§ 60 der Gewerbeordnung der Wander­gewerbeschein für die Dauer des Kalenderjahres erteilt wird, fordern wir alle diejenigen Personen, welche den Gewerbebetrieb im Umherziehen im Jahre 1907 fortzu­setzen oder zu beginnen beabsichtigen, auf, ihre Anträge auf Erteilung des Wandergewerbescheines bei uns jetzt schon und so zeitig zu stellen, daß sie zu Anfang des nächsten Jahres im Besitz des erforderlichen Gewerbe­scheines sein können.

Gießen, den 21. November 1906.

Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg.

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auch der Flasche fleißig zusprachen. Zu der Müdigkeit der Wächter gesellte sich nun auch noch ein Rausch und schließlich schnarchten sie mit der Zigeunerin, die auch tüchtig geleckt hatte, um die Wette, während ihr männ­licher Genosse, der allein nüchtern geblieben, sich den Zauber ansah und dann die Türe von außen zuschloß, die beiden Wächter mit seiner Stammesgenossin allein zurücklassend. Jedenfalls hat es am andern Morgen

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herzustellen, ohne erft teures Suppeufleisch der Brühe wegen auszufochen. Die Preise dieser Erzeugnisse sind immer die gleich wohlfeilen, wie von jeher

+ Staufenberg, 25. Nov. In vorlegte: Nacht gegen 2 Uhr brach in der Hofraite des Schreiners Grölz dahier

boufen, Rieber­und haben aleid Swifhen Ober etwa 260 org Som Westerwald

abn ift eine rege S

Feuer aus, das sehr rasch um sich griff und bald die ge. Hier entstanden.

füllte Scheuer zerstörte. Dem umfsichtigen Eingreifen der

folge von Brau

Feuerwehr gelang es, einer Weiterverbreitung des Feuers gebiet, das fich übe * Niedrigere Fleischpreise. Aus allen vorzugreifen. Leider erlitt der Hausbesizer noch einen er burg erftredt, ift g Teilen Hessens wird die Herabsetzung der Fleischpreise heblichen Schaden durch den Verlust eines Schweines, das, frei. Die gemutete

gemeldet. In Mainz wurde der Preis für Kalbfleisch erste Qualität von 90 Pfg. auf 80 Pfg. herabgesetzt, Halsstücke kosten 76 bis 80 Pfg. In Kastel schlugen einzelne Metzger bei Schweinefleisch um 10 Pfg., bei

per Pfund ab. In Offenbach beschlossen die Sweine­

obwohl in einem benachbarten Hofe geborgen, dort in die Pfuhlgrube geriet und ertrant.

Wetzlar. Das hiesige Schöffengericht urteilte dem Wegi. Anz." zufolge u. a. über folgende Fälle ab:

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mit erfchloffen find, werden jept zu ho Hmbria" bei Höhn,

ift, erzielte einen

allen Wurstsorten um 15 Pf., bei Rindfleisch um 8 Pfg. Die Ehefrau des F. M. zu Wißmar ist beschuldigt, im Jahrzenten ift fie Sommer d. J. bei der Ehefrau des Landwirts D. daselbst merob, welche durc metzger den Preis für Fleisch um 10 Pfg., für Wurst gebettelt zu haben. Das Gericht erkennt die Angeflagte gen die Grube f um 6 Pfg. herabzusetzen. In Bingen gingen die Metz schuldig und verurteilt sie zu einer Haftstrafe von 1 Tage derfelbe Itegen die

ger mit dem Preise für Schweinefleisch zurück.

und zu den Kosten des Verfahrens.

Der Heizer F. M., was man fonft * Der Schweinefleischpreis. Von der Megger zu Wismar erhielt von der Polizeiverwaltung Krofdorf Gesellschaft aus einen Strafbefehl in Höhe von 8 Mt., weil er sich am gefchloffenes Grube 3. Oftober in der Gastwirtschaft von B. über die Polizei bau auf lange Beit stunde hinaus aufgehalten haben sollte. Da nach Aussage verbindung mit der

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innung erhält der Fronts. General- Anz." folgende Buschrift: Die Hessische landwirtschaftliche Zeitschrift" tommt in ihrer vorgeftrigen in ihrem Blatte veröffentlichten Betrachtung zu dem Schlusse, daß die Frankfurter Megger die Erhöhung der Schweinefleischpreise um 16 Prozent seit August 1905 borgenommen haben, ohne daß die Einkaufspreise von Schweinen in dieser Zeit mehr als 3 Prozent geftiegen seien.

des Zeugen der Angeklagte nicht als Gaft, sondern als Arbeiter auwesend war, erfolgte fostenlose Freisprechung.

gt. Seither wurden

fie aus dem Bergwe

* Aus dem Ohmtal. Melioration. Alljährlich, over, verlauft und die wenn der Winter naht, beginnen im weiten Tal der Ohm fe felbft zerkleinern, Nun wollen wir einmal untersuchen, sie die Verhältnisse von der Nähe Marburgs jenseits der Lahnberge an bis nach der Braunkohle hart

vor der angeführten Daten gelegen haben: Amtliche Rotierung der Vieh­

marktpreise( Durchschnitt)

Ladenpreis des Schweinefleisches.

Pfg. 58 März November 03 Mt.-.85 Plus Pfg. 27

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54 Dezbr.- Januar 04

-.80

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58 Febr. 04- Febr.05

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77 Nov. 05- Dez. 05

78 Jan. 05-18. Mai 05

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77 15. Juni 19. Sept. 05

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77 19. Sept.- 20. Nov. 05 ab 20. Nov. 05

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Homberg sich die Felder und Wiesen mit Wasser zu füllen. auf ihre Brechfähigkei Ganze Strecken gleichen oft einem großen See, der mit raden werden auf de allerhand Wassergeflügel bevölkert wird und tritt dann ben Briketts.

plößlich Frost ein, so fann man auf meilenweiten Bahnen

Frankfurt. Ein

dem Schlittschuhsport huldigen. Für manchen mag das schön mig am biefigen Ober flingen, für die Grundbesizer im Tal der Ohm sind die hotel Bristol" am Ueberschwemmungen aber oft der Grund zu Sorgen, um Herrn Fahrig in D

bei starkem Gewitterregen eintreten. Die Meliorationsfrage der Ohmniederung ist deshalb von größter Wichtigkeit, da die Regierung der Ohmregulierung aber noch nicht näher getreten ist, ist im letzten Jahre schon eine Anzahl Befizer der Dhmwiesen bei Schweinsberg zu einer Entwässerungs. Der Plan zur Ent 33 Genossenschaft zusammengetreten.

Daraus ergibt sich, daß der Einkaufspreis vom De ber 1903 bis August 1905 um 33% Prozent gestiegen ist, während der Fleischpreis im Verkauf nur um 122 Prozent stieg. Während Anfang 1904 der Ladenpreis den Markt­preis um 26 Pfennig per Pfund überſtieg, war diese Span­sung im August 1905 bis auf 18 Pfennige gesunken. Ge rade daraus, daß die Meßger solange mit dem Aufschlag zögerten, soll ihnen jezt von agrarischer Seite ein Strid ge­dreht werden, durch die Gegenüberstellung zweier Zeitperioden, deren Preisnotierung allerdings ohne Kenntnis der ganzen Sachlage einen Trugschluß ergibt. In Betracht zu ziehen ist, daß die Schweine mit Kopf, Beinen, Schwarten und Schmalz gewogen werden, welche Artikel alle für nur die bis 2/ s des Einkaufspreises verkauft werden können. Die Knochen und der Verlust durch Eindrocknen machen zirfa 15 Prozent des Schlachtgewichtes aus; dafür werden aber, ob die Schweine 50 oder 80 Pfg. fosten, für die Knochen 2 Bfg. per Pfund und für den Gewichtsverlust nichts erlöst. Also müssen die Verkaufspreise in prozentualer Weise steigen und ist ein Mehrerlös von 27 Pfg. wie im Herbst 1903 gleich einem Plus von 33 Pfg. in den letzten zwei Monaten. Wir müssen es jedem Einfichtigen überlassen, beim Vergleich obiger Stala si flar zu machen, ob es möglich ist, in acht Wochen einen Verlust von drei Jahren zu decken. Durch unsere zahlenmäßige Darstellung haben wir den Beweis er­bracht, daß nicht die Meßger, sondern die Landwirte seit bracht, daß nicht die Mezger, sondern die Landwirte seit 1903 den Nuzen bis zu 44 Prozent aus der Teuerung gezogen haben und die Eingabe des Magistrats wegen Deff. nung der Grenzen durchaus noch nicht gegenstandslos ge­worden ist.

-i- Bei den immer höher steigenden Lebens­mittelpreisen greift die praktische Hausfrau doppelt gern zu bewährten Küchen- Artikeln, die ihr Geld, Zeit und Arbeit sparen helfen. In der Tat ist sie imftande, 3. B. mit Maggis Würze stets eine gute, gesunde Kost auf den Tisch zu bringen, oder mit Maggis Suppen­Würfeln in fürzester Zeit vorzügliche, nahrhafte Suppen

Der

Bar Geld verleiht fofort aner­

schnell.

kannt reell, diskret u.

wässerung eines größeren Wiesengeländes zwischen Schweins berg und Rüdigheim ist so angelegt, daß er auf eine all gemeine Ohmregulierung Rücksicht nimmt. Um die Arbeit möglichst durchgreifend zu machen, sind in den letzten Tagen auch die Wiesenbesitzer aus den Ortschaften Ober- Ofleiden, Frisch und rotbackig."

Mit einem Mittel, das nur während der Krankheit vorübergehende Linderung bringt, ist es uicht allein getan. Dringend notwendig ist, daß man nach einer Strankheit ein Stärfungsmittel braucht, das den Gesundheitszustand rasch wieder auf die frühere Höhe bringt. Ein solches Mittel bietet sich in Scotts Emulsion.

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Lengsdorf, Kreuzbergerweg, 16. Mai 1905. " Bu unserer großen Freude kann ich Ihnen mitteilen, daß Ihre Scotis Emulsion auch beim Keuchhusten, der vor ca. 2 Monaten mein dreijähriges Söhnchen Peter befiel, Vorzügliches geleistet bat. Tie Hustenanfälle wurden bald nach dem Gebrauch der Emulfion fürzer und weniger heftig, der Auswurf loser, sodaß das Kind nicht mehr, wie früher, dem Erftiden nahe fam, und jetzt ist der Husten absolut verschwunden. Troß der Krankheit ist der Kleine, im Gegenstigste Bescherung fab zu andern Kindern, die durch den Keuchhusten ganz blaß und eingefallen aussahen, nicht heruntergekommen, im Gegenteil, er bat wahrend des Gebrauchs der Emulsion bei seinem Appetit ständi zugenommen und ist i pt frisch und rotbackig."( gez.) Peter Bell

Der Umstand, daß wir ausschließlich den besten und reinsten Norwegischen Medizinaltran verwenden, daß wir beim Einkauf unserer Rohmaterialien alles zurückweisen, was nicht ganz tadellos ist, die wit ferner diese Bestandteile in einem größte Sorgfalt und Reinlichkeit einschließenden besonderen Verfahren ber arbeiten, mächt Scotts Emulsion zu einem vorzüglichen erfolgreichen Sträftigungsmittel, das in seiner Wirkung gewöhnlichem Lebertran weit überlegen ist.

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