Politifche Rundschau.
Deutsches Reich.
* Die Nachricht, daß dem Reichstage sofort nach seinem Busammentritt eine Vorlage über die Fleichteuerung zugehen soll, wird von verschiedenen Seiten bestritten. Es follen aber über Schritte zur Abhilfe eingehende Beratungen bei den makaebenden Stellen stattfinden.
* Bei den Verhandlungen über den Handelsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz wurde den deutschen Unterhändlern eine die deutschen Erfindungen und Neuerungen besser als bisher schüßende Abänderung des schweizerischen Patentgesezes versprochen. Das ist nur teilweise geschehen. Eine aus deutschen Handelstreisen an den preußischen Minister für Handel und Gewerbe gerichtete Eingabe weist auf diese Tatsache hin und bittet um eine energische Stellungnahme bagegen, da die Schweiz auf Grund der früheren Verhandlungen unzweifelhaft verpflichtet sei, einen unbeschränkten Batentschutz für alle chemischen Verfahren einzuführen.
Oefterreich- Ungarn.
Der Minister des Aeußeren Graf Goluchowski hat dem Raiser sein Demissionsgesuch überreicht. Damit ist die so lang ventilierte Frage des Rücktritts Goluchowski akut ge worden. Der Kaiser hat der Demission stattgegeben und fich die weiteren Entschließungen vorbehalten. Es ist möglich, daß der Posten des Ministers des Aeußeren für den Augenblid nicht definitiv besetzt wird, sondern daß ein Provisorium geschaffen wird. Rufeland.
** Die Vorbereitungen zur Dumawahl werden jetzt von der Regierung energisch gefördert. Stolypin erklärte kategorisch, der Zusammentritt der Reichsduma werde, wie angekündigt, am 4. März 1907 erfolgen. Nach Prüfung des Wahlgesetzes durch den Senat ständen teine Hindernisse entgegen, die Wahlen vorzubereiten. Der Erlaß über die Gleichberechtigung der Landbevölkerung werde voraussichtlich beruhigend auf die Gesellschaft wirken und sie davon überzeugen, daß die Regierung das bekanntgegebene Programm aufrichtig durchführen werde. Der Kongreß des Verbandes russischer Leute beschloß, ben Kaiser zu ersuchen, ein neues Wahlgesez in nationalem ( Geiste zu erlassen, durch das den Israeliten das Wahlrecht entzogen werde, und außerdem den Wunsch zum Ausdruck zu bringen, daß die Duma nur einen beratenden Charakter trage. Dagegen erklärt die Regierung, sie werde sich ebensowenig bon dem rechtsstehenden Verbande russischer Leute, wie von einer anderen Partei in das Parteigetriebe hineinziehen lassen. ** Ueber neue Gewaltakte der Revolution liegen folgende Meldungen vor:
Elisabethpol, 21. Oktober. Auf der hiesigen Eisenbahnstation wurde gegen den Unterkunftsraum der Gendarmen eine Bombe geworfen, wodurch drei Gendarmen schwer und zwei leicht verwundet wurden.
Jusowka( Gouv. Jekaterinoslaw), 21. Oktober. Zehn Bewaffnete überfielen den Kassierer der Bergwerfe von Kamenskoje und raubten ihm 10 000 Rubel. Die Räuber entkamen, obgleich einer von dem den Kassierer begleitenden Polizisten verwundet wurde.
Afrika.
** Aus Tanger werden neue Ansschreitungen gemeldet. Leute vom Beniarosstamme haben die Stadt Arzila an gegriffen und in ihre Gewalt bekommen. Sie haben sich der Gewehre und der Munition der Stadtwachen bemächtigt, die Stadttore geschlossen und abgesperrt, und der Anführer der Bande hat die Verwaltung der Stadt an sich gerissen. Der Vertreter des Sultans Mohammed- el- Torres wird Truppen nech Arzila senden.
Hof und Gesellschaft.
*** Anläßlich des Geburtstages der Kaiserin and gestern am faiserlichen Hose Familientafel und Marschall: tafel statt. Morgens nahm die Kaiserin die Gratulation der Familien- Angehörigen entgegen.
**
Auf der Jagd erlitt der Fürst von Schwarz. burg Sondershausen gestern früh im Tierpark zu Sondershausen durch einen schlagenden Keiler eine Knieberlegung.
*** Der Gesundheitszustand des Sultans soll ein höchst unbefriedigender sein. Die Person des Thronpräten. benten wird aufs schärfste überwacht.
Nab und Fern.
+ Eisenbahnunfälle ohne Ende. Ueber drei Bahnunfälle an einem Tage liegen folgende Meldungen vor:
Wladikawtas, 21. Oktober. Bei der Station Gudermeß erlitt ein Güterzug einen Unfall; der Zug stürzte den Eisenbahndamm hinunter; die Zahl der verunglückten Personen ist noch nicht festgestellt. Der Unfall ist die Folge eines verbrecherischen Anschlags, der einem Postzuge galt.
Mez, 22. Oftober. In der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober fuhr im hiesigen Bahnhof der Güterzug Nr. 6690 auf einen stehenden Wagenpark und beschädigte 10 Waggons. Fünf weitere Wagen wurden vollständig zertrümmert. Zwet Personen erlitten leichtere Verlegungen. Die Ursache des Unfalls ist noch nicht festgestellt, doch glaubt man, daß falsche Gleisfreimeldung die Schuld daran trägt.
Paris, 21. Oktober. In der letzten Nacht stieß bei dem Bahnhof des Vorortes Colombes ein Personenzug mit einem Güterzuge zusammen. Elf Personen erlitten hierbe leichte Verlegungen, mehrere Wagen wurden beschädigt.
† Opfer des Sturmes. Bei Dover wurde ein schwedischen Dampfer durch den Sturm mit voller Gewalt gegen einen Wellenbrecher geworfen. Die Pfeiler des Wellenbrecher wurden zerstört, wodurch ein Dampftrahn umstürzte und auf da Deck des Schiffes fiel. Mehrere Matrosen wurden verlegt, 6 Mann über Bord gespült.
† Tödliche Freude. Die in Reinickendorf wohnende Witwe Holz erhielt Sonntag von ihrem einzigen Sohne, der den Feldzug in Südwestafrika mitmacht, die Nachricht, das er mit dem nächsten Truppentransport in die Heimat zurück kehren werde. Abends fand eine Nachbarin die Holzz tot au dem Teppich liegend vor. Infolge der übergroßen Freud war sie einem Herzschlage erlegen.
† Der Hauptmann von Köln. Der Schwindel in Haupt mannsuniform scheint jetzt Mode zu werden. Derselbe Haupt mann, der in Düsseldorf Hoteliers anpumpte, tauchte in Kön
auf und legte eine Anzahi hoteliers sowie Besitzer größerer Bierrestaurants mit namhaften Geldbeträgen hinein. In einzelnen Fällen, in welchen man sofort Verdacht schöpfte, folgte man den Spuren des Hauptmanns und erzwang die Rückgabe des Geldes. Der Bebörde wurde Anzeige erstattet.
† Diebstahl mittelst Dynamit. In der Nacht zum Sonn tag ist in dem Bureau des Admiralsgartenbades in Berlin ein Einbruch verübt worden. Die Diebe sprengten den Stählernen Kassenschrank mittels Dynamits und erbeuteten 6000 Mart in Gold und Hundertmarkscheinen.
† Lotterieschwindler. Aus Stettin sind die Geschäfts. führer der Mistowbant", Julius Miskow und Thomas Kier purlos verschwunden. Die Firma erließ in Zeitungen und durch Prospekte Einladungen zum Bezuge von Roten Kreuzlosen u. a. Lospapieren, worauf viele Besteller Gelder einjandten, aber keine Lose erhielten. Als die Geschädigten Anzeige erstatteten und die Polizei einschritt, fand sie das Beschäft geschlossen und die Inhaber" verduftet. Bei einer in den Geschäftsräumen der Firma vorgenommenen polizeilichen Haussuchung wurden etwa 60 Lose beschlagnahmt, zum größten Teil Rote Kreuzlotterie- und eine Anzahl ausländischer Lose. Die Angelegenheit ist nunmehr zur weiteren Verfolgung der Staatsanwaltschaft übergeben worden.
† Wo ist der Hauptmann von Köpenick? Man glaub jetzt in einem Schuhmacher aus Hamburg, der aus der Epileptiker- Anstalt Wuhlgarten" bei Biesdorf entlassen wurde, den Täter gefunden zu haben. Der Verdächtige hat in einem Gasthaus in Nauen erzählt, er käme aus Wuhlgarten, wo er den Wärtern ein Schnippchen geschlagen habe. Er hat auch die Funkenstation in Nauen besichtigen wollen und sich dort als„ Oberstleutnant in Zivil" vorgestellt. Die Köpenider Bürgerschaft hat eine Sympathiekundgebung für den Bürgermeister Dr. Langerhans veranstaltet, die diesen veranlaßt hat, sein Rücktrittsgesuch zurückzuziehen.
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† Aufsehenerregende Verhaftung. In der Umgegend von Schillehlen bei Darfehmen in Ostpreußen sind in den letzten Jahren zahlreiche Einbruchsdiebstähle verübt worden, so in der Sodehner Post, bei Wildies Schillehlen, SpieschöferLopinnen, Hein- Tarputschen und zuletzt auf der Bahnpost in Spirokeln. Den energischen Nachforschungen des Orts. gendarmen in Schillehlen ist es nunmehr gelungen, den Täter in der Person des dort wohnenden Inspektors M. zu er= mitteln, der der Sohn einer hochachtbaren Familie ist.
† Monaco in Köln. In der vergangenen Nacht wurde durch die Kölner Kriminalpolizei abermals eine Spielhölle aufgehoben, und zwar in einem Hotel- Restaurant in der Marzellenstraße. 45 Personen wurden angetroffen. Die Spieler setzten sich meist aus in Köln ansässigen Personen und besseren Bürgern aus dem Industriegebiet zusammen.
† Selbstmord eines russischen Fürsten. Fürst Pawe! Michailowitsch Meschtscherski aus Moskau war im Begriff, nach seinem Gute in Kaluga zu reisen. Während der Billet. kontrolle wandte er sich an den Oberkontrolleur mit der Anzeige, daß sich in dem Abteil zweiter Klasse, wo er Play genommen hatte, drei Revolutionäre befänden; er bat daher ihm und seiner Begleitung Plätze in einem Abteil erster Klasse anzuweisen, was aber bei der Ueberfüllung des Schnellzuges nicht möglich war. Unweit der Station Tschudowo suchte der Fürst den Abort auf und feuerte dort zwei Revolverschüsse auf sich ab, die seinen sofortigen Tod zur Folge hatten. Kurz bor Ausführung des Selbstmordes hatte er dem Burschen seines Sohnes seine Visitenkarte gegeben, auf der folgende Worte standen:" Den Revolutionären entgeht man nicht, seinem Schicksal kann man sich nicht entziehen!" Der Ver= storbene dürfte die Tat in einem Anfall von Geistesstörung berübt haben, da er nicht ganz normal gewesen sein soll.
† Schwimmende Minen. Beim Verlassen des Hafens Mladiwostok geriet der russische Dampfer„ Warsagin" auf einen Torpedo und sant sofort. Bei dem Unglück kamen 200 Passagiere ums Leben; nur einer wurde gerettet. Bunte Tages- Chronik.
Pirmasens, 22. Oktober. In Fehrbach erdrosselte der Tagelöhner Greiner sein dreijähriges Enkelkind, während dessen Eltern im Wirtshaus tanzten. Der Großvater flüchtete nach der Tat, wurde aber festgenommen.
Neckarsutten, 22. Oktober. Von der Südwand des Untersberges stürzte der Bäcker Friedrich Koppenhöfer mehrere hundert Meter in die Tiefe hinab. Die Leiche war total Berschmettert.
Paris, 22. Oftober. In Serrièges( Dep. Hérault) fam es zwischen ausständigen Winzern, welche ein von dem früheren Minister Turrel verwaltetes Gut bedrohten, und Gendarmen zu einem Zusammenstoß. Ein Gendarmerieleutnant wurde bom Pferde gerissen und mißhandelt.
Wellington( Nen Seeland), 22. Oktober. Heute früh brach hier eine Feuersbrunst aus, die größte seit dem Bestehen der Stadt, welche die Unionbant, andere Banken, Versicherungs Institute, Hotels und andere Gebäude in Asche legte.
Newyork, 22. Oftober. Den letzten Erhebungen zufolge find über 1500 Personen bei dem jüngsten Zyklon auf den Antillen umgekommen.
Aus dem Gerichtsfaal.
§ Vor dem Kriegsgericht. Das Glogauer Kriegsgericht verurteilte den Leutnant von Luebtom vom Liegnizer Königsgrenadier- Regiment wegen Mißbrauch der Dienstgewalt und anerlaubter Entfernung zu 1 Jahr Gefängnis und Dienstentlassung; Oberleutnant von Waldow erhielt wegen versuchter Verleitung zur Fahnenflucht 6 Wochen Gefängnis.
§ Der Kaiserdeputierte Hirsch vor den Geschworenen. Vor dem Breslauer Schwurgericht begann die Verhandlung regen den Vorschmied Heinrich Hirsch, der angeklagt ist, hädelsführer bei den Krawallen auf dem Striegauer Plaz gewesen zu sein. Diese Krawalle waren bekanntlich vor urzer Zeit bereits Gegenstand gerichtlicher Erörterung_gewesen, wo gegen 45 Angeklagte in einem aufsehenerregenden Prozeß mehrere Tage lang verhandelt wurde. Der Name des Angeklagten wurde schon vor längerer Zeit in der Deffentlichkeit genannt. Als nämlich der Kaiser im Jahre 1903 hurz nach der sogen. Kruppaffäre bei einem Besuche Breslaus m die Arbeiterdeputation die Ansprache hielt jeder deutsche Arbeiter hätte bis ins hohe Alter eine gesicherte Existenz", und die Arbeiter vor der Sozialdemokratie warnte, gehörte Hirsch zu enen Deputierten. Der Angeklagte selbst bestreitet jede Schuld. Er stellt den 25 von der Staatsanwaltschaft geladenen Belastungszeugen 50 Entlastungszeugen entgegen, die teilweise einen von ihm geführten Alibibeweis unterstützen jollen.
Der Bürgerverein Giessen
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hielt nach der langen Sommerpause gestern Abend im " Neuen Saalbau" wieder eine allgemeine Bürgerversammlung ab, die einen außerordentlich gutex Besuch gefunden batte. Die Verhandlungen nahmen einen sehr anregenden Verlauf, da die auf die Tagesordnung gefeßten Beratungsgegenstände: " Fleischteuerung" und" Kanalgebühren", alle Streise ohne Unterschied angehen. Es ist deshalb erfreulich, daß der Bürgerverein die Gelegenheit geboten hat, hierüber eine allgemeine Aussprache herbeizuführen, um so die verschied nen Meinungen zu zeigen und womöglich zu klären. Denn der Verein hält an seinem Grundsaße feft, neutral zu bleiben und feinerlei gebundene Marsch route zu geben.
Kurz nach 9 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Lhrer V. Müller, die Versammlung, gab seiner Freude über den guten Besuch Ausdruck und begrüßte namentlich die erschienenen Stadträte. Er bemerkte, daß die Versammlung bereits eine Vorgeschichte habe. Es sei ja befannt gewesen, daß die Kanalisation im Bürgerverein ventiliert würde, die öffentliche Behandlung der Frage mußte aber wiederholt bertagt werden, da die Referenten verschiedentlich verhindert gewesen. Zwar habe es nicht an Stimmen gefehlt, die riefen:„ Nur mutig zu", allein der Vorstand habe sich von der ruhigen Erwägung leiten lassen, daß Ersprießliches erst dann gezeitigt werden könne, wenn ein flares, sachliches Referat als Unterlage vorhanden. Dieses werde Rechtsanwalt Leun izt halten. Zunächst bitte er jedoch die Ver sammlung, zu der
Fleischteneruug
Stellung zu nehmen. Es läge foigende, als Petition an die Großh. Regierung und den Bundesrat gedachte Resolut on zur Beschlußfassung vor:
Die nun schon länger als ein Jahr anhaltende immer noch steigende Fleischteuerung lastet schon schwer auf dem deutschen Volte. Große Massen, besonders der städtischen Bevölkerung sind gezwungen, ihren Fleisver brauch einzuschränken und zu minderwertiger Ernährung überzugehen.
Fine Differenzieru mungen hervor. D auf der Verorb In H Buff 1875. Umlagen geftattet. he Roften aufzutom
Die heute in Gießen zusammengetretene allgemeine Bürgerversammlung erblickt in dieser Entwicklung eine ernste Gefahr für das Gedeihen aller gewerblichen Arbeit, für Kraft und Gesundheit breitester Volksschichten und damit überhaupt für die nächste Zukunft unseres Volkes und Vaterlandes.
Sie richtet an Großh. Staatscegierung die dringende Bitte, bei hohem Bundesrat dah n wirken zu wollen, daß die Einfuhr ausländischen Viehs in weitergehendem Maße unter Beobachtung der notwendigen sanitären Vorsichts maßregeln baldmöglichst freigegeben werde".
nach der Faffad der ungerecht, da d Frankfurt a. M. if en praftifch ift, al a werden, was for bie Anlieger der no foften berangezoge
In der Debatte ergreift Hauptmann a. d. Else das Wort, um zum Frieden zwischen Konsumenten und Produzenten zu reden. Er führte aus, daß die Viehzucht feineswegs so rentabel sei, wie man gemeinhin annehme und daß die hohen Fleischpreise nicht so schwer empfunden würden, wenn nicht gleichzeitig auch die der anderen landwirtschaftlichen Produkte in die Höhe geschnellt wären. Er verfennt feineswegs, daß bei der Preisbildung treibende Kräfte im Spiele gewesen seien, moti biert im übrigen die hohen Preise aber durch den Rückgang der Fleischproduktion, den Eingang des Viehes durch Seuchen, durch Entartung usw. Er hält die weitgehende D.ffnung der Grenzen, da sie die Seuchengefahr nach sich zieht, nicht für angebracht und wünscht einen Zusatz zur R solution. Dem tritt Stadtrat Krnmm aber entgegen, der nicht an die Verseuchung glaubt, wenn das ausländische Vieh unter Beobachtung aller Vorsichtsmaßregeln an der Grenze geschlachtet und das Fleisch dann in das Jaland verschickt wird. Oder wenn statt einer Stele, wie das gegenwärtig in Schlesien geschieht, an 30, 40, 50, und noch mehr Stellen der deutschen Reichsgrenze besonders in der Nähe von Großstädten, wo große Schlachthäuser vorhanden, die Grenze geöffnet und die Viehenfuhr dort gestatte würde. Die R solution bedürfe feiner Zusäße.( Beifall.) Darauf nahm die Versammlung die Resolut on ohne weitere Redaktion einstimmig an. Die Eingabe, die im Saale zirkulierte, hat bereits zahlreiche Unterschriften gefunden. Um aber auch den Einwohnern Gelegenheit zur Unterschrift zu geben, die an der gestrigen Versammlung nicht teilge nommen, wird die Eingabe noch in verschiedenen Lokalen aufgelegt werden. Scbald diese bestimmt sind, werden wir unsere Leser davon in Kenntnis seßen. Darauf erhält Rechtsanwalt Leun das Wort zu seinem Referat über
Ranalisation boll gefchaffen werden Willen des Einze Die Anfchlußgebühr ebt pro laufenden
die Kanalgebühren in Gießen. Zunächst streifte er furz die Bedeutung der Kanalisation, mit der Gießen gegenwärtig fich versteht. Sie ist ein im menses Unternehmen, eine der wichtigsten fommunalen Auf gaben, sie steht gleich neben der Lebensmittelversorgung. Alle anderen Systeme, beispielsweise das Tonnen uno das Grubensystem, haben zur Ab ührung des Unrats sich nicht bewährt. Es muß das unserer Stadt deshalb hoch angerechnet werden, daß sie troß erheblicher technischer Schwierigkeiten an die Ausführung gegangen ist. Es ist nicht zu bestreiten, daß sie manche Lasten, besonders für den Hausbesiger durch die Hausanschlüss bringt, und manches Wort des Unmuts ist deshalb auch schon laut ge worden. Betrachten wir aber alle Vorteile, die die Kanali sation uns bringt, so sind die Opfer, die sie auferlegt, doch winzig gering. Vor allen Dingen handelt es sich darum, wie die Lasten verteilt werden sollen. In den vollen Genuß der Anlage gelangt erst die kommende Generation, es ist deshalb gerecht, daß sie auch Pflichten übernimmt. Die Baumittel der Kanalisation weden ourch Anleihe aufgebracht, die mit 1% jährlich abgetragen wird. Zu dieser Amorti sation gesellen sich dann noch die Kosten für Verwaltung, Unterhaltung usw. Inbetreff des Anschlusss sind zwer Wege offen: Der freiwillige und der zwangsweise. In Gießen hat man den letzten gewählt, die Verordnung vom 1./8.04 bestimmt nämlich in§1, daß uile Grundstücke entwässert werden müssen, demzufolge also auch zu den Kosten heran
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bet nun ganz und g alle Erhebungen, so gerecht und bei ein ng zu empfehlen ist, hier natürlich versuchen, en, zu einer Ropffter erfen. Beglar erhebt eine beftener 2,40-480 Be unterscheidet zwis differ, indem es dte erf Beit einen einmaligen Demnächst fol a
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en über den Bart P.Biefen, die anotwendig Thom
in den ersten Jahr anzureichern, ftärf
en, wenn nur noch ogene geboten werde
sp. Guftab Brä Ter, bat lange nichts
im 42. Lebensjahr. einem 85 km- Chauf
je auf Brennabor.
KREUZ
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STERN


