Einzelbild herunterladen

und Disziplin gelöst wurden und sich der Matrosen und Difiziere eine Stimmung bemächtigte, die von Tag zu Tag drohender wurde und das Schlimmste bejürchten ließ.

Die Katastrophe.

"

Notwendig mußte die Bombe einmal zum Plazen tommen, und dieser Augenblick erschien, ehe man es dachte. Entgegen dem Verbot Tschufnins war bei zwei Matrosen revolutionäre Lettüre gefunden worden. Die beiden Uebel­täter wurden berhört, verweigerten aber jede Aussage und wurden dem Kriegsgericht übergeben. Gleichzeitig erschien ein neuer, noch strengerer Befehl Tschufnins, der jeden mit dem Tode bedrohte, bei dem man in Zukunft verbotene Lektüre finden würde. Schon als dieser Befehl den Mann­schaften verlesen wurde, war es flar, was dem Admiral bevorstand. Denn während es in der russischen Armee Sitte ist, Befehle mit den Worten Wir haben verstanden" entgegenzunehmen, begegneten die Mannschaften der Verlesung des Befehls mit tödlichem Schweigen. Einige Stunden später war Tschutnin im Besize des fünften Todes­urteils. Noch jetzt hätte er das Verhängnis abwenden können, indem er den Befehl zurückzog. Er tat es nicht und war fünf Tage später eine Leiche. Diesmal hatte der Mörder hein Opfer besser getroffen. Den Toten verfolgte der Haß bis über das Grab hinaus; tausende von Proflamationen hatten den Matrosen das Todesurteil gegen den Admiral berfündet, ebenso viele Flugblätter meldeten ihnen jetzt die Vollziehung des Urteils. verboten ihnen, dem Toten das Grabgeleit zu geben, ja untersagten sogar den Druckern, Kranzschleifen zu drucken, ohne daß die Polizei ermitteln fonnte, woher die Flugblätter rührten. Admiral Tschufnin ist tot, er fiel als Opfer seiner eigenen Willfür und eines Systems, das sich als unhaltbar nicht mehr zu erweisen braucht. An seinem Grabe aber entsteht die bange Frage: Wird er das legte Opfer sein? Und die Antwort fann nicht bejahend lauten. Eine finstere Wolfe entsteigt jenem Toten­hügel und legt sich schwer über das heilige Rußland, und aus ihr hervor leuchtet es wie Blut....

Die Einmischung des Auslandes. Beängstigende Gerüchte durchschwirrten die Luft und Gatten sich sogar zu Zeitungsnachrichten verdichtet. Danach sollten Deutschland und Desterreich sich verständigt haben, um bet etwa eintretenden Unruhen Truppen über die russische Grenze rücken zu lassen. Selbst in der Duma wurde auf diese Gerüchte zurückgegriffen, und Petrunkewitsch verfehlte in der Empfehlung seiner gemäßigteren Fassung nicht, auf die Gefahr einer Einmischung der beiden Nachbarstaaten hin­zuweisen. Die russische Regierung dementiert diese Gerüchte. Der Gewähremann einer Zeitung aber, der Zutritt zum Baren hat, meldet jedoch:

daß Rußland Grund habe, bei Einfegung der Diktatur auf die moralische Unterstützung der West­mächte zu rechnen.

Demnach dürften bestimmte Abmachungen bestehen und wir können uns in Deutschland auf Ueberraschungen vor­bereiten.

Das Schicksal der Agrar- Resolution.

nin

Im legten Moment hat die Duma nachgegeben und davon abgesehen, der Regierung mittelft eines an das Volt gerichteten Manifestes in der Agrarfrage den Fehdehandschuh hinzuwerfen. Den von den Radikalen beantragten, eine außerordentlich scharfe Sprache gegen die Regierung führenden und direkt zum Kampf reizenden Aufruf hatte der Führer der Gemäßigten in der Duma, Petrunkewitsch, dahin abge= ändert, daß die Hoffnung zum Ausdruck gelangte, das Volk möge in Ruhe die weitere Entwickelung der Duma- Arbeiten abwarten. Nach stürmischer Debatte, die bis in die späte Nacht dauerte, wurde diese gemäßigte Fassung mit 124 gegen 53 Stimmen bei 101 Stimmenthaltungen angenommen. Aber selbst dabei blieb es nicht. Es wurde über die Art der Veröffentlichung dieser gemäßigten Resolution beraten, und der Anirag eingebracht, fie dem Minister des Innern zur Veröffentlichung im amt= lichen Blatte zu übergeben. Indessen selbst dieser Antrag fonnte nicht zur Entscheidung gelangen, da durch zahlreiche Stimmenthaltungen die für die Beschlußfähigkeit er orderliche Damit ist also der Stimmenzahl nicht vorhanden war. Aufruf angenommen, aber es besteht vorläufig feine Möglich­feit, ihn zu veröffentlichen. Mit dieser Wendung ist die Ge­fahr eines Konfliktes zwischen Regierung und Duma be= schworen. Dagegen ist es nicht ausgeschlossen, daß der Aus­gang dieser mit so großem Aplomb eingeleiteten Aftion noch Spaltungen in der Kadetten- Partei" der Duma herbei­führen wird.

Für alle Fälle waren sehr ernste Maßregeln getroffen. Aus Krasnoje Sselo waren Truppen in Petersburg eingerückt, und deren Kommandanten waren abends zu einer Konferenz zusammengetreten und hatten sich über die Verteilung der Truppen und die Mannahmen in dem Falle, daß Unruben eintreten sollten, verständigt.

Nab und fern.

+ Todessturz aus dem Fenster. In Leipzig- Schleußig stürzte das dreijährige Söhnchen einer Arbeiterfrau aus einem Fenster der vierten Etage auf die Straße. Der Kleine erlitt tödliche Verlegungen und gab alsbald den Geist auf. Die Wutter hatte den Knaben einige Augenblicke allein gelassen, während dieser furzen Zeit war das Unglück geschehen.

Bierkrieg in Hamburg. Die Brauereien in Hamburg und Altona wollen infolge der Brausteuer den Bierpreis um 2 Mart pro Heftoliter erhöhen. Gegen diese Maßnahme bereiten die Gastwirte eine gemeinsame Aftion vor.

Rätselhafter Leichenfund. Bei Nieder- Schönweide wurde von Pionieren, die dort ihren Uebungsplatz haben, zwei männliche Leichen aus dem Wasser gezogen. Die eine hat am Hinterkopfe Verletzungen, die von Messerstichen oder Schüssen herzurühren scheinen.

Güterdiebstahle auf einem Bahnhofe. Durch einen anonymen Brief find eine Reihe Diebstäble aufgedeckt worden, die auf dem Bahnhofe des Borsigwertes zu Kattowiz seit Jahren von Eisenbahnbeamten verübt wurden. Mehrere Beamte sind verhaftet, andere versezt worden.

+ Ein Vatermörder. In dem württembergischen Dorfe Oẞmeil tam ein Sohn des Bauern Bosserl abends spät be trunken nach Hause. Als ihm darob der Vater Vorhaltungen machte, griff er zum Messer und erstach den Vater.

+ Mord und Raub. Von unheimlichen Burschen, die zu allem fähig sind, wird das sächsische Städtchen Sebniz heimgesucht. Der Bergwirt Külbelt ist in seinem Haule von einem iuncen Meniden mit dem Revalner erschossen morden. Auf der Straße zwischen Sebniz und Neustadt wurde ein Radfahrer von zwei Burschen um Geld angesprochen, als dieser fich weigerte, drückte der eine Wegelagerer auf den Radfahrer seinen Revolver ab, der zum Glück versagte, worauf die Burschen entflohen. Sie bettelten dann in einem am Walde vor der Stadt belegenen Hause und schossen dabei auf den Besitzer, der indessen nur leicht verlegt wurde.

Den Arbeitskollegen erschlagen. In einem Dampf­fägewerk in Spandau waren zwet Arbeiter, Moske und Winkelmann, wegen einer Hänselei in Streit geraten. Plötzlich verließ der jüngere Arbeiter Moste seinen Platz, ergriff einen schweren Hebebaum und ließ ihn auf den Kopf Wintelmanns niedersausen. Der Getroffene brach mit zer­trümmertem Schädel leblos zusammen und wurde in hoff­nungslosem Zustande nach dem Krankenhause gebracht. Er hat eine Frau und sechs unmündige Kinder; der Täter, gleichfalls ein verheirateter Mann, winde verhaftet.

Typhus in der Kaserne. Beim Glogauer Pionier bataillon find 19 Soldaten unter typhus ähnlichen Erscheinungen erfrantt. Die Ursache wird im Genuß von Oderwasser beim Baden erblickt. Die nötigen Vorsichtsmaßregeln sind getroffen

worden.

+ Tod in den Flammen. In Grenzstadt im Jser­Gebirge brach in einem aus Fachwerf errichteten Hause Feuer aus. Die Flammen griffen so schnell um sich, daß der Arbeiter Kratiner und seine beiden Söhne verbrannten.

Schreckensszenen in Sysran. Bei dem großen Brandunglück, von dem die Stadt Sysran in Rußland heim­gesucht wurde, famen schreckliche Szenen vor. In furchtbarer Angst rannten die Bewohner durch die engen Gassen, um den Flammen zu entkommen. Viele wurden infolge der Angst wahnsinnig. Einige hundert Personen famen in den Flammen um. Die Es liegt zweifellos Brandstiftung vor. wütenden Einwohner ermordeten verschiedene Männer, die im Verdacht standen, den Brand gelegt zu haben.

+ Ein Schulmädchen ermordet. Auf dem Felde in der Nähe von Dortmund wurde die achtjährige Ilse Schäfer mit abgeschnittenem Halse ermordet aufgefunden. Zwei der Tat verdächtige junge Bergleute find flüchtig.

+ Wieder ein Ueberfall im Zuge. In einem zwischen Klampenborg und Kopenhagen verkehrenden Zuge verübte ein junger Mann in einem Wagen erster Klasse ein Revolver­attentat gegen zwei Passagiere. Nachdem er versucht hatte, von den beiden Herren mit dem Revolver Geld zu erpressen, gab er, als diese die Notbremse ziehen wollten, fünf Schüsse auf fie ab und verwundete beide. Darauf sprang der Attentäter aus dem in voller Fahrt befindlichen Zuge, wurde aber bald darauf verhaftet. Im Polizeiverhör gab er an, daß er Hans Hardenstein heiße und in Neumünster geboren fei. Er habe sich auf einer Ferienreise befunden und wollte, da ihm die Geldmittel ausgegangen waren, folche mit dem Revolver erpressen.

Dampfer Zusammenstoß. Jm Newyorker Hafen stießen be Nebel die Dampfer" Perseus" und" Thomas Patten" zusammen, die mit Hunderten von Ausflüglern von der Seeküste nach der Stadt zurückfuhren. Der Thomas Patten" blieb in dem Perseus" steden, der ein 15 Fuß breites Loch erhalten hatte. Dadurch konnten alle Passa­giere, meist Frauen und Kinder, trotz einer furchtbarer Panit glücklich auf den unversehrten Thomas Patten" überflettern und so gerettet werden.

"

Großer Brand in Yokohama. Ein Riefenfeuer ist in Yokohama ausgebrochen. Bei der leichten Bauart wurden an tausend Häuser ein Raub der Flammen. Auch Menschen find umgekommen.

Wir Nervösen!

P

Von Dr. med. 3locisti- Berlin.

Näbe ein Klavier maltraitiert wird. Jedes Geräusch schmerzt den Nervösen und es ist ein charakteristisches Zeichen unserer Zeit, daß man eine große Reihe von Apparaten erfunden bat( sogenannte Antiphone), die man sich in die Ohren ftovft, um sich zu einer fünstlichen Taubheit zu bringen. Bei andern wieder ist das Geschmadsempfinden überfeinert. Das find die Leute, die stundenlang vor einer Speisekarte fizen und, jeden einzelnen Gang im Geiste durchfostend, aus diesen Erinnerungsbildern früherer Geschmacksempfindungen heraus nun feststellen, wo für sie in ihrer momentanen Stimmung befonders empfänglich find. Man muß nur sorgsam beobachten, an tausend Einzelheiten diese frankhaft gesteigerten Empfindlichkeiten zu erkennen.

Als vor einigen Jahren ein berühmter Volkswirtschafts­lehrer, der sein ganzes Leben den Finanzwissenschaften und den Problemen des Geldes gewidmet hatte, das Facit seiner Studien zog, mußte er eingestehen, daß er nach all der Arbeit heute weniger als je angeben fönne, was eigentlich( unter eine wissenschaftliche Formel gebracht) das Geld" ist. Und doch glaubt der Laie, daß eigentlich jedes Schulkind auf die Frage, was Geld ist, eine erschöpfende Antwort geben fönnte. Nicht anders steht es um die Krankheit unseres Zeitalters: die Nervofität. Jeder spricht von Nerven und nervös und verbindet damit eine Reihe ganz bestimmter Vorstellungen. Und doch ist für die Wissenschaft dieses Krankheitsgebiet ein noch immer nicht ganz erforschtes Feld. Man würde es noch Hinnehmen können, wenn wir über die letzten Ursachen dieser Krankheit nicht völlig im Klaren find. Das Leben der Seele ist uns nur wenig befannt und über die Erkrankungen der Seele besigen wir, was die Ursachen anlangt, eigentlich erst Andeutungen. Und so fann denn die Forschung sich nur darauf beschränken, die Erscheinungen festzuhalten, die Symptome zu Krankheitsbildern zu ordnen und die Zusammenhänge mit­einander und mit voraufgegangenen körperlichen Erkrankungen bloszulegen. Es ist immer noch nicht geglückt, reinliche Scheidungen der einzelnen Krankheitsgruppen vorzunehmen. Und besonders macht sich dieses Manto geltend bei der Umgrenzung der Neurasthenie, deren leichtere Formen im Volte als Nervofität bezeichnet werden.

Wann sprechen wir von Nervosität?

um

Es ist ein vielgestaltiges Krankheitsbild und ein Teil dessen, was man als Schrullen und seltsame Angewohnheiten und Eigenarten bezeichnet, ist doch nur eine wechselnde Aus­drudsform derfelben Krankheit. In den schwereren Formen freilich zeigen fich schon bedenklichere Symptome. Besonders häufig ist der Drud im Kopfe, das Gefühl, als ob sich em Mühlrad im Kopfe drehe oder als ob fich eine Kugel im Dazu kommt eine Schädel hin und her bewege. Ermüdbarkeit als ungleich leichtere bei Gesunden. Man fann nicht stundenlang anhaltend lesen oder sonstige Arbeit verrichten. Und es scheint nicht uninteressant, in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, wieviel fürzer Es gibt wohl nur z. B. unsere beutigen Romane find. wenige Schriftsteller, die heute so ausgewachsene Romane schreiben, wie Gußkow, und sicher noch dafür viel weniger Leser. Um die Nervosität unserer Zeit zu verstehen, dente man auch daran, wieviel fürzer unsere heutigen Theaterstücke sind. Stücke, die vier Stunden dauern, sieht man selten und selbst unsere Klassiker müssen sich wegen der leichteren Ermüdbarkeit des heutigen Publikums allerlei Amputationen gefallen lassen. Und doch ist mit dieser Ermüdbarkeit wieder Schlaf­losigkeit verbunden. Leichtere Erregbarkeit und leichtere Er müdung, Verschlafenheit und Schlaflosigkeit, alles Paradorien, die die Nervosität charakterisieren, und der Kizzel, den uns überhaupt das Paradore bringt, ist auch nichts anderes wie die Nervosität unserer Zeit. Wie oft hört man klagen, daß man heute so schnell die Taten großer Männer vergißt und undan bar wird. Aber diese Vergeßlichkeit ist auch nur ein Zeichen der Nervosität. Während im Nervösen alte Er­innerungen mit plastischer Deutlichkeit lebendig werden, ver gißt er, was der lezte Tag gebracht hat, und die Ein­Schmelzung neuer Vorstellungen in alte will nicht gelingen.

Jeder Nervöse wird da einige besondere Aeußerungen dieser Krantheit in den Vordergrund rücken. Allen gemeinsam aber ist eine frankhafte Reizbarkeit. Heftige Zorn ausbrüche erfolgen bei ihnen oft aus der geringsten Ursache. Manchmal verfliegt der Zorn rasch; oft aber hält er länger an und durchsetzt alle Handlungen, die gar feinen Zusammens hang mehr mit der Ursache des Zornes haben. Aehnlich sind auch die Einwirkungen äußerer Ursachen auf die Stimmung. Während der Gesunde leicht einen peinlichen Zwischenfall überwindet, wird der Nervöse stunden- ja tagelang verstimmt werden. Und oft haben diese Verstimmungen feinen äußeren Anlaß. Man wacht verstimmt auf und bleibt den ganzen Tag so. Fast immer handelt es sich hier um trübe Stimmungen; zu übertriebener Heiterfeit hat die Nervontät wenig Neigung. Dagegen steigern sich die seelischen Qualen zu allerlei Angstgefühlen.

Zu alledem fommt eine gesteigerte Empfindlichkeit penen Relativ äußere Sinnenreize. felten ist eine erhöhte Empfindlichkeit gegen grelles Licht. Das gewöhnliche Symptom der Nervosität ist aber die franthaft gesteigerte Sensibilität gegen Gehörseindrüde. Den einen stört das Kraßen einer Feder; andere könnten aus der Haut fahren, wenn jemand beim Essen mit der Zunge schnalzt. Und in einen Zustand balber Raserei geraten viele, wenn in ibrer

So fönnte man tausend Symptome angeben, von den nervösen Beschwerden einzelner Organe, des Magens, des Darmes, des Herzens angefangen, bis zu den komplizierton seelischen Vorgängen, einer gewissen Art von Ideenflucht, bet der uns allerlei Gedanken, Empfindungen, Vorstellungen unverbunden oder nur mehr zufällig verkettet durch­Fluten und doch würden wir den ganzen Reichtum bieser Krankheitserscheinungen nicht festhalten.

-

zu nehmen, den Fremde wie auf der Fremde um Schließung faft al uns fommenden

macht die allehrwi Inftitution bes der Sperrftunde no Die fogenann Teil ichon na des Juli folgen da

eben feinen angen

aum

Tegnelen Familien, zu entrinnen. Sa Commermonaten Gmunden, Halft Marienbad, Fran oder eine der vi entüdende Umgeb Wien felbit über anderen Wel

e die Geschäftsle gebrochen ift. wenigen Fremden Stadt fehr wenig eigentlich nur das artige Etabliffeme aller Annen, de wanderung nach heitsfonfurrenz ab Damen Schmudge Wem es ver Hodgebirge oder a baß er für wenige

Verworren und vielgestaltig wie unsere Zeit ist diese Krankheit und es ist schwer zu sagen, wie Ursache und Wirkung hier zu einander stehen. Fraglos aber ist, daß die Art wie wir leben, ganz gleich ob es eine Folge der Krank heit ist, jedenfalls die Nervosität immer wieder erzeugt. Nicht nur die Fülle der Arbeit, sondern vor allem die Hast unseres Arbeitens bringt die Ner. vosität! Wir leben nicht nur mehr, sondern wir leben auch schneller. Die Sorgen, die der Kampf ums Dasein bringt, find schwerer geworden. Unsere Genußsucht zwingt uns zu stärkeren Anspannungen: Wir müssen Alkohol, Kaffee, Tabat als Reizniittel gebrauchen und diese künstlichen. Reize vergiften unsere Nerven. Die Ansprüche, die das Leben an uns stellt, die höhere Bildung, die Fülle der Ein­drücke, die Unraft des Berufslebens diejer ganze Komple gibt die Ursachen der Nervosität.

-

An der fchönen blauen Donau.

-

-

-

-

-

Sommerbilder aus der öfterreichischen Kaiferftadt. Staubige Straßen. Ein Wald- und Wiesengürtel. Fontaine Lumineuse. Prämien für Häuser Im Salzkammergut. Strohwitwer Der Tag aller Aunen. Das Wasser Paradies.

Schattenseiten. Auf der Ringstraße. schmud Das Sperrsechserl. Leiden. Venedig in Wien.

-

-

-

-

-

Wien, im Jult.

Für den Fremden, der in diesen recht temperamentvoll einseßenden Tagen des jungen Sommers nach Wien kommt, ist jetzt just die rechte Zeit, die vielgerühmte Millionenstadt an der schönen blauen Donau von ihren Schattenseiten kennen zu lernen.

Der Wiener Staub ist eine stete Kalamität und alle Bemühungen, seiner Herr zu werden, haben bis jetzt nur wenig gefruchtet. Der Windgott nimmt bei uns das ganze Jahr die Backen voll und bläst uns den abscheulichen Staub des Granitpflasters und der zahlreichen noch fahlen, unbebauten Stellen im Weichbilde der Stadt in's Geficht.

In den letzten Jahren ist allerdings mancherlei unter nommen worden, diesem Uebelstande wenigstens einiger maßen zu begegnen. Das Pflaster, sofern es noch nicht aus Asphalt hergestellt ist, wird jetzt vielfach zwischen den Fugen mit Pech verflebt, wodurch die Staubentwicklung wesentlich gehemmt wird. Die Stadtgemeinde ist überdies bestrebt, wo es nur angänglich, Anlagen zu schaffen. Binnen urzem wird die Stadt von einem sogenannten Wald- und Wiesen gürtel umsäumt sein und den städtischen Gärten, deren wir eine ganz respektable Anzahl besigen, wird gegenwärtig eine so aufmerksame Pflege und Fürsorge zuteil, wie es nie zuvor der Fall war.

Der nach Wien kommende Fremde, der einen Spazier gang über die Ringstraße macht, ist überrascht von der Fülle der Brachtbauten, eleganten Gartenanlagen, Monumente und der die seltensten Kostbarkeiten bergenden Auslagen der Ge schäfte. Seit furzem finden mehrmals in der Woche Militär­Konzerte auf öffentlichen Plägen statt; eine mehrere hundert tausend Kronen fostende, an Lichtstärke ihresgleichen suchende fontaine lumineuse( Leuchtbrunnen) lockt Tausende Zuseher auf den Schwarzenbergplab, ja selbst die Masten für die elektrische Beleuchtung bilden mit den an denselben ange brachten prachtvollen Blumenförben Ziers und Schaustüde rüt das Auge. Damit auch, wie es anderwärts schon lange üblich, das Neugere der Häuser einen gefäüigen Eindruck ge winne, find seitens des Stadtrates Prämien für die Aus schmückung der Balkone, Fenster und Simse mit Blumen, Epheu c. ausgesetzt worden.

Elettrifchen ein paa Mann, nach des Tag

es den Wiener ma fein angeftammtes denen aus man Wier Auf der Frem Europas hierher to Wiener Waldes, der Suft mächtig ein. finden gerechte Wür aus dem Höllentale quellenwaffer ift Wi fo tristallklares, fri modh London, Berlin

Alle diese lobenswerten Bemühungen, den Ruf der alten Kaiserstadt zu befestigen, haben indessen noch immer nicht vermocht, ihr den fleistäotischen Charafter

Hus

Der Spielt wird gegenwärtig ein Gs find nicht wenig die verbotene Gli

baben, als Angella Find 26 Beugen gela nur aus Leidenschaft um fich einen Neben § Gin anredlic wurde vom Kriegsg afpirant Schröder zu d und Bersezung in

verurteilt. Die Unt Begirlstommando in

hk. Der Deut

fommertag hat fi ifter für Handel $ 270 des preußisch augesprochen. Dies Beje getroffenen Ber

bei Berfteigerungen Behörden der Beam trafen bis 300 Tale

Dadurch treffe er, w wert im Gegenfag zu deren langfristigen Epbifate nicht erfa

zur Erlangung gro

und somit dem Gene Lönnen. Wie den langung günftiger geftattet wären, mi erlaubt fein, zur Er ibre Probufte zusam feine Benachteiligun

bei den heutigen w

genügend Mittel zu

Die Submittenten b

noch auf den Wid

und der bekannten Breis verabredungen

Sitten in Einflang fomit eine heute

eine Berbefferung deuten würde.

P.Barnung gelommen, daß an nachts zertrümmert

fi darauf aufmer beidabigungen be beftraft werden.

gewarnt.

P. Rinbera trieben. Die Das Befit betreffer

trieben mehren fich Beweis, daß die

oh nicht genügen