nationale Wohn- und Handelspläge nachfolgende vier Orte öffnet: Tschangtschun, Kirin, Charbin und die Grenzstation Mandschuria. Die Deffnung erfolgt am russischen Neujahrstage. Der Aufstand in Kiangse soll vollständig unterbrüst sein.
Deer und flotte.
Ein schweres militärisches Schießunglück ereignete sich zu Kolberg in Pommern. Bei einer unweit Bogenthin abgehaltenen Felddienstübung löste sich in dem Augenblick ein Kanonenschuß, als Truppen vorbeimarschierten. Drei Leute, zwei Kanoniere und ein Gefreiter der Infanterie, wurden dabei schwer verletzt. Die Verunglückten wurden nach Anlegung von Notverbänden dem Garnisonlazarett in Kolberg zugeführt. Man hofft, daß alle drei wiederhergestellt werden.
Englische Heeresreform. Der britische Kriegsminister hat Vorschläge ausgearbeitet zur Schaffung einer ,, Nationalarmee", welche die Stelle der gesamten bisherigen Hilfsstreitkräfte einnehmen soll. Die in diese neue Truppe eintretenden Leute dienen sechs Jahre als Freiwillige und können sich während dieser Frist für einen zwei Jahre nicht übersteigenden Zeitraum zum aktiven Dienst in die reguläre Armee einstellen lassen. An allen militärischen Hauptplägen sollen besondere Unterrichtsanstalten errichtet werden, in denen die Offiziere der neuen Truppe ihre technische Ausbildung erlangen können.
Nach dem Senfationsprozeß.
§ Greifswald, 19. Dezember.
Das Verdikt der Geschworenen, das den Luftmörder Teffnow des Mordes in zwei Fällen und der versuchten mit Ueberlegung ausgeführten Tötung in einem Falle schuldig spricht, hat die fieberhafte Spannung ausgelöst, die seit Beginn bieses sensationellen Prozesses auf unserer Stadt lagerte. Seitdem der letzte Aft der Tragödie Tessnow seinen Anfang nahm, war der Prozeß des vierfachen Lustmörders das abJolute Tagesgespräch, das alle sonstigen Wichtigkeiten zurücktreten ließ. Mit größter Aufmerksamkeit folgte man jeder Phase der Verhandlung, die uns einen Einblick gestattete, in bie grundlose Tiefe menschlicher Verkommenheit. Und doc war wohl niemand in dem stets dicht gefüllten Zuschauerraum, ber, ohne mit der Wimper zu zucken, Tessnow dem Beile des Henters überantwortet hätte. Wer wollte diese Fülle von Momenten ableugnen, die dafür sprachen, daß der Mördez seine bestialischen Taten in einem Zustande begangen hat, der ihn jeglicher Verantwortung dafür enthebt? Als die Männer der Wissenschaft, eine Anzahl Psychiater von Ruf. Ihr Gutachten abgaben, daß Tessnom epileptisch sei und in einem traumartigen Dämmerzustande zum Mörder wurde, glaubte man im Zuschauerraum als sicher annehmen zu bürfen, die Tore eines Jrrenhauses würden sich bald für immer hinter dem Mörder schließen. Auch am Pressetisch, wo Dußende flinker Federn über das Papier raschelten, teilte man diese Meinung, ja selbst der Verteidiger glaubte seiner Sache so ficher zu sein, daß er nur Lie Gutachten der Psychiater für seinen Klienten spremeu eß. Anders der Staatsanwalt; der Vertreter der Anflagebehörde verlangte bolle Sühne für die begangenen Greultater und sein Plaidoyer zeigte uns der Angeklagten als einen Verbreiter schlimmster Art, der völlig überlegt bandelt, und schon vor Begehung der Bluttaten daran denkt, sich ein Alibi zu Construieren.
Tessnow selber nahm an allen den nervenaufreitenden Vorgängen, bei denen es sich doch unt nicht mehr und nicht weniger als um seinen Kopf handelte, gar keinen Anteil. Oder war es nur eine einstudierte Rolle, die er mit Aufgebot aller seiner Kräfte bis zum Aktschluß durchführen wollte?- Als das Todesurteil gesprochen, blieb der Angeklagte immer roch unbewegt. Er erklärte nur, ohne daß sein starres Gesicht Spuren einer seelischen Erregung zeigte:„ Ich habe nichts weiter zu sagen, als daß ich es nicht getan habe."
Es ist wohl kaum anzunehmen, daß Tessnoto die Schrecken der letzten Nacht des dem Schaffott Verfallenen nochmals durchkosten muß, wahrscheinlich wird er zu lebenslänglichem Buchthaus begnadigt werden. Von Interesse ist, daß der Verteidiger Tessnows in Namen seines Klienten Revision angemeldet hat. Worauf sich diese stützt, darüber ist bis jetzt noch nichts bekannt. Daß der Verurteilte damit aber mehr erreichen wird als ein kurzfristiges Aufschieben der Vollstrecking seines Urteils, das darf man wohl stark bezweifeln.
Nab und fern.
† Der gestrandete Dampfer Viktoria Luise darf nunmehr als verloren gelten. Das Schiff liegt dicht am Strande. Es hat sich so weit nach Steuerbord übergelegt, daß man den start beschädigten Schiffsboden sieht. Auch Maschinen und Kessel find schwer beschädigt. Der deutsche Kreuzer Bremen hat die Versuche, den Dampfer abzuschleppen, aufgegeben. Die Mannschaft hat nunmehr auch das Schiff verlassen. Die Passagiere des Dampfers rühmen die hervorragende Disziplin der Befazung, dagegen erscheint nach ihren Erzählungen die unmännliche Tat bes Kapitäns Brunswig immer beklagenswerter, der fich zwei Stunden nach dem Auflaufen erschoß, also ehe die Passagiere, denen er sich wohl in krankhafter Eitelkeit nicht mehr zeigen wollte, gerettet waren.
† Drei Arbeiter totgefahren. Der in Berlin gestern um 11 Uhr vormittags fällige Schnellzug aus Bitterfeld fuhr bei Jüterbog in eine auf der Strecke beschäftigte Arbeiterkolonne drei Mann wurden überfahren und sofort getötet.
† Verreist, unbekannt wohin. Aus Schöneberg ist der Kliminalkommissar Rucks plößlich verschwunden. Der Beamte, gegen den ein Disziplinarverfahren schwebt, ist vor einigen Tagen mit seiner Familie verreist und zwar ohne Angabe des Ziels und ohne Urlaub. Es ist bekannt, daß sich R. in schlechter Vermögenslage befand und seit eineinhalb Jahren nur noch das halbe Gehalt bezog. Dadurch ist er wohl in Schulden geraten und hat es nun vorgezogen, das Weite zu suchen. N. ist derselbe Beamte, der s. 3t. in der Ganswindtaffäre und in Verbindung mit der Ausweisungsgeschichte eines in Schöneberg domizilierenden russischen Kaufmanns viel genannt wurde, einer Affäre, die auch den Reichstag beschäftigt hat. Nach anderer Meldung stand die Verhaftung des Rucks wegen verschiedener Betrügereien bevor. Er soll verschiedene Geschäftsleute um 50 000 m. geschädigt haben.
† Zum Ueberfall auf den Geldbriefträger Rübner in Leipzig ist erfreulicherweise mitzuteilen, daß der verletzte Beamte bald wieder in den Dienst wird zurückfehren können. Die Beute des Räubers besteht in 56 Hundertmarkscheinen und einem Eintausendmarkschein. Man hat bisber leider ww
Attentäters nicht habhaft werden können, ja man hat nicht einmal Spuren, wohin sich der Verbrecher nach der grausigen Tat gewandt hat.
† Im Wahnsinn. Der in Straßburg i. Els. wohnhaft Elementarlehrer Grandculas, der in der letzten Zeit von einen Kopfleiden heimgesucht war, tötete in einem Anfall von Wahn. finn seine Frau, sein 7jähriges Söhnchen und sich selbst ducck Gift.
+ Verschwundene Wertbriefe. Nach einer Bekanntmachung der Kaiserlichen Oberpostdirektion in Konstanz ist der von de Bahnpost 15 Emmerich- Straßburg( Elsaß) in der Nacht vom 1. zum 2. d. M. auf das Postamt I in Konstanz gefertigt Brieffartenschluß, der einen Einschreibbund mit 20 Briefer enthalten sollte, nicht eingegangen. Bis jetzt sind Banknoten Effekten, Schecks, Wechsel und sonstige Wertpapiere im Gesamt betrage von über 35 000 Mart als vermißt angemelde worden.
† Unter Trümmern. In Marsaille stürzte nachts in Viertel des botanischen Gartens durch Explosion eines Spiritus. lagers ein zweistöckiges Haus ein. Zahlreiche Personer wurden verschüttet. Aus den Erfimmern wurden ein Tote: und 15 Schwerverwundete hervorgezogen.
Aufregende Büreanszene. In der Bürgermeisterei zu Duisdorf bei Bonn überfiel der Sekretär Brasch in einem Möglichen Tobsuchtsanfalle seinen Kollegen, den Büreauehülfen Rheindorf mit einem Beile und versetzte ihm mehrer ouchtige Hiebe über den Kopf. Um weiteren Mißhandlungen mus dem Wege zu gehen, sprang der Ueberfallene zum Fenster hinaus und blieb bewußtlos auf der Straße liegen, Der tobsüchtige Beamte wurde schließlich überwältigt und der jrrenanstalt zugeführt.
† Bum Skelett mißhandelt. Auf Veranlassung der Aachener Staatsanwaltschaft wurde ein zwölfjähriges, in die Ehe einjebrachtes Kind dem Hospital zugeführt, weil es durch Mißjandlung seitens der Eltern, durch Nahrungsentziehung sowie ortgesetzten Aufenthalt im ungeheizten Speicherzimmer derart jeruntergekommen war, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft bewirkten Nachbarn sowie der Armenarzt.
† Schiffsuntergang in der Nordsee. Der Newcastler Dampfer Heathpool" ist auf seiner zweiten Fahrt an der Außen- Dawfingbank mit 24 Mann Besagung untergegangen. Die rasende Nordsee holte sich, wie vom Leuchtschiff beobachtet wurde, Opfer um Opfer von der Brücke, bis das Schiff verschwand.
† Drei Tage Gewitter. Ueber Palermo ging ein un gewöhnlich heftiges Gewitter hernieder. Niesige Hagelförner ielen herab, so daß viele Dampfer ihre Abfahrt aus dem Hafen verschieben mußten. Das Gewitter wollte kein Ende nehmen, sondern verstärkte sich nach kurzen Ruhepausen immer vieder. Der Schaden, den die Landwirtschaft erlitt, ist be trächtlich. Das Unwetter dauerte im ganzen drei Tage. Bunte Tages- Chronik.
Berlin, 19. Dezember. In der Schulstraße hat sich heute bas Ehepaar Loebe mit Lysol vergiftet. Der Mann war jeit langer Zeit. Invalide und ließ sich von seiner Frau durch Rartenlegen ernähren. Nahrungssorgen sind anscheinend das Motiv der Tat.
Michelbach, 19. Dezember. Hier brannte das Wohnhaus ber Eheleute Studer nieder. Die beiden 80 und 77 Jahre alten Eheleute sind in den Flammen umgekommen.
Lobenstein, 19. Dezember. Der Heinersdorfer Naub. mörder Zawatje, der seinem Transporteur auf dem Rück transport von der Mordstelle entfloh, ist bei Leutenberg wieder verhaftet worden.
Lezwick, 19. Dezember. Die deutsche Bark Nordwind, die von Gothenburg nach Melbourne unterwegs war, hat bei Whalsay Schiffbruch gelitten. Drei Mann der Besazung find ertrunken.
Paris, 19. Dezember. In der Nähe von Perpignon wurde in der letzten Nacht ein heftiger Erdstoß wahrgenommen Der Stoß war so heftig, daß mehrere Häuser in Paho zu: sammenstürzten.
Buenos Aires, 19. Dezember. In letzter Zeit sind hier einige Krankheitsfälle vorgekommen, welche den Verdacht er wecken, daß es sich um Beulenpest handle. Die nötigen hygienischen Maßnahmen find getroffen.
Aus dem Gerichtsfaal.
§ Der Dampfer Kaiser Wilhelm der Große" vor dem Seegericht. In der Schadenersatzklage der Eigentümer des englischen Dampfers Orinoco" gegen die Eigentümer des deutschen Schnelldampfers Kaiser Wilhelm der Große", wegen des Zusammenstoßes in Cherbourg am 21. November, entschied das Londoner Admiralitätsgericht nach längerer Verhandlung, daß an dem Zusammenstoß den deutschen Dampfer allein die Schuld treffe."
§ Eine entmenschte Mutter. Von der Straffammer in Kempten wurde die verheiratete Anna Eltrich zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Sie hatte ihre 14jährige Tocher in ganz fürchterlicher Weise mißhandelt. Das Kind wurde völlig entkleidet im Stall an einen Pfeiler gebunden und von der Mutter mit einem inotiger Dernenstod so lange geschlagen, bis das Blut zur Erde rann. Damit es schneller heile", habe die Mutter ihr die Wunde mit Essig und Salz ein gerieben. Ferner zwickte das Weib sie am nackten Körper mit einer Zange und soll ihr sogar Fleischteile vom Körper gerissen und Holzstückchen in die Ohren getrieben haben. Die Sachverständigen bezeichneten die Mißhandlungen als lebens. gefährlich. Troßdem kam die Angeklagte mit einem Jahre
Davon.
§ Nicht geistesgestört. Das Obergericht zu Vern hat die Russin Tatjana Leontiew, die im Hote! zur Jungfrau in Interlaken den Kurgast Müller aus Pris erschoß, weil sie ihn für den Minister Durnowo hielt, wegen Mordes den Schwurgericht überwiesen. Die Aerzte haben sie für nicht neistesaestört erklärt.
§ Der Hauptmann von Köpenick" hat dem Kaufmann Weinthal in Harburg a. E. nicht weniger als fünf polizei liche Strafmandate in Höhe von 30, 40, 50, 60 und 70 m. eingetragen; W. hatte seit einigen Tagen in dem Schaufenster seines Geschäftslokals eine Figur ansgestellt, die den falschen Hauptmann von Köpenick darstellte. Da er der wiederholten Aufforderung der Polizeibehörde, den biederen Schuster zu entfernen, nicht nachkam, setzte der Regen von Strafmandaten ein, gegen die W. allerdings die richterliche Entscheidung bes antragt hat. Die Hauptmannsfigur hat er jedoch jetzt aus dem Schaufenster genommen.
§ Der Graf als Wechselfälscher. Das Stadtgeridy in Stocholm verurteilte den Mitmeister und Schwadronschef Leibgarde- Regiment, E Friz v. Rosen, der nach umfang reichen Wechselfälschungen sich ins Ausland begeben hatte und in Kopenhagen verhaftet worden war, zu zwei Jahren at Monaten Buchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenvedte auf die Dauer eines Jahres. Graf Rosen erklärte, die Straje antreten zu wollen.
Der Landwirt.
nr. Die erste Junkerschule in Deutschland wird in Schleswig Holstein gegründet werden, und zwar ist für diesen Bred eine Gegend mit Früh- und Herästtracht, die Propstei, die Segeberger Gegend und die Grenze zwischen Geest und Mari ins Auge gefaßt wurden. In der Schule sollen Berufsimba in ettoa einjährigen Kursen theoretisch und praftisch aus gebildet sowie Informationsturse von Hirzerer Dauer fia ältere Züchter eingerichtet werden. Die Wahl des Ort sowie des Schulleiters, für welche Stellung fich bereits via Bienenmeister gemeldet haben, wird seitens des Provinzial Bienenzuchtvereins im Februar erfolgen. Der Verein hat zu den 21 000 Mar! betragenden Kosten bereits 8000 Marl burch Anteilscheine von Bereinamitgliedern aufgebracht und bie Landwirtschaftskammer einen jährlichen Beitrag von 250 Mart auf zehn Jahre bewilligt; auch steht eine Regierung beihilfe in Aussicht. Bisher lag in Deutschland die Aus bildung von Bienenzüchtern gänzlich in den Händen Private
sm. Eine Gesellschaft zur Mäftung von Schweinen ha fich in Siegen gebildet. Es soll ein mehrere Morgen große Belände erworben und mit Gebäulichkeiten versehen werden, welche die Unterbringung von 1500 bis 2000 Tieren gestatten Borerst sollen junge Tiere beschafft und gemästet werden, später will man sich auch mit der Zucht befasson.
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* Erledigt: Die mit einem evangelischen Lehrer zu beseßende Lehrerftelle an der Gemeinde schule zu Hardmannshain. Ihrem Inhaber fann eine Ortszulage bewilligt werden.
* Parlamentarisches. Die Beratungen des Finanz- Ausschusses über die neuen Regierungsvorlagen betr. das Urkundenstempelgesetz, den Ausgleichsfonds, den Wohnungsgeldzuschuß, die Gehaltsverhältnisse de seminaristischen, der technischen und der Volksschullehrer werden am 3. Januar 1907 beginnen. Nach der Mit tellung der Regierung wird das neue Budget pro 1907 zwischen den Jahren fertiggestellt, sodaß es den Ab geordneten zwischen den Jahren zugehen kann.
* Bostalisches. Beim hiesigen Postamt wird Sonntag, den 23. Dezember der Baketschalter und Sonntag, den 30. Dezember der Briefschalter wie Werktags( 8-12 Uhr vorm. und 2-7 ühr nachm) geöffnet sein.
* Die Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen wird eine landwirtschaftliche Zeitschrift als offizielles Veröffentlichungsorgan heraus gegeben und zu diesem Zwede voraussichtlich von 1. Januar 1907 ab die Hessische Landwirtschaftliche Beitschrift" unter Zustimmung des Landwirtschaftsrats und der landwirtschaftlichen Provinzialvereine übe nehmen.
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* Gegen die im Falle Korell von der Landes Synode gefaßte Resolution hat sich in den Kreisen de evangelischen Geistlichkeit starker Widerspruch erhoben Etwa 60 Geiftliche haben dagegen an zuständiger Stelle energischen Protest eingelegt, daß ein Geistlicher als solcher eine bestimmte politische Meinung baben müssens Weyer, Es sind bestimmte Anzeichen vorhanden, daß die Ann und fönn gelegenheit Korell nnd deren Behandlung in der Synod bilo tenpreis ein interessantes Nachspiel erfahren dürfte.
*** Professor Dr. Friedrich Morig, der Diretta der medizinischen Klinik unserer Landesuniversität, ha einen Ruf nach Straßburg erhalten und weilt je dort, um an Ort und Stelle die Verhandlungen führen. Der Fortgang des Gelehrten wäre für unse Universität ein schwerer Verlust.
** Montag Nachmittag ist Universitäts- Profeffa Geheimer Hofrat Dr. Albrecht Thaer in Gegenwa einer großen Trauerbersammlung beigesetzt worde Der Heimgegangene ist 1828 geboren. Nachdem er i Heidelberg und Berlin studiert, nahm er 1851 feim Tätigkeit auf. 1870 führte ihn ein Ruf an unfen Landesuniversität, wo er 31 Jahre als Leiter des Land wirtschaftlichen Inftituts wirfte. Im Herbste des Jahr 1901 trat er in den wohlverdienten Ruhestand übe nachdem er zuvor noch sein 50jähriges Jubiläum ge feiert.
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gewirkt, indem er von 1890-1899 dem Stad berordneten- Kollegium angehörte. Der Verstorbene ift e Enkel des großen Reformators der deutschen Land wirtschaft.
Gießener Prozesse. Nachdem Ingenie Oskar Gutmann den Schreiber der diesen beleidigende anonymen Postkarte, den Kaufmann Th. Geilfuß, bo den Schiedsrichter geladen, ist es laut Frff. General Anzeiger" zwischen den Parteien zu einem Vergleich ge fommen, wonach Geilfuß 700 M. Buße und für di Gutachten des Graphologen Grabow die Kosten uit 600 M., sowie 100 M. für den Rechtsbeistand des Be leidigten Gutmann zahlt. Rechtsanwalt Mez- Nidd hat gegen das ihn verurteilende Erkenntnis des Schöffen gerichts Berufung angemeldet, worauf auch der Kläge Rechtsanwalt Grünewald, Berufung anmeldete. *** 28 Kandidaten hatten sich zu der in diesem Herbst abgehaltenen juristischen Fakultätsprüfung g meldelt, von denen 19 sie bestanden; 3 Kandidate waren zurückgetreten.
tt. Stadttheater Gießen. Es sei auch an dieser Stelle darauf hiengewiesen, daß die Kinde
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