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und infolgedessen ist der Rücktrittsentschluß Sarriens noch nicht endgiltig zu betrachten. In politischen Kreisen meint man aber, die Ministerkrisis sei tatsächlich bereits ausge brochen und man beschäftigt sich bereits mit der Frage der Busammensetzung des neuen Kabinetts. Es gilt schon jetzt als sicher, daß Fallières Clemenceau die Kabinettsbildung an rag en werde.

Afrika.

** Die Lage in Marokko spitzt sich immer mehr zu. Der Thronprätendent marschiert mit 2000 Anhängern gegen Fez, um es einzunehmen, den Sultan in Gefangenschaft abzuführen, and sämtliche Europäer zu massafrieren. Der Sultan Tammelte 3000 Krieger, um sich zu verteidigen. Eine große Schlacht steht bevor. Man behauptet, daß europäische Offiziere die Kufständischen kommandieren.

Kleine politische Nachrichten.

Berlin, 18. Oktober. Mit dem 1. Januar 1907 wird die Leitung der Schußtruppentransporte für Südwestafrika auf die Seetransport- Abteilung des Reichs Marine- Amts übergeben.

Berlin, 18. Oktober. Das Gesetz über die Neuregelung der Pensionsverhältnisse der verabschiedeten Reichsbeamten ist fertiggestellt und wird dem Reichstage wahrscheinlich noch vor Weihnachten zugehen.

Bremen, 18. Oktober. Ein Antrag von sozialdemokratischer Seite auf Einführung des allgemeinen Wahlrechts wurde mit 86 gegen 31 Stimmen abgelehnt.

Braunschweig, 18. Oftober. Der Landtag nahm in seiner heutigen Sigung die Vorlage betr. die Weiterzahlung des Zuschusses zur Zivilliste des Landesfürsten bis 1906 an. Am Dienstag findet die nächste Sigung statt, auf deren Tages­ordnung die Vorlage betr. Neuwahl eines Regenten steht.

Paris, 18. Oftober. Der russische Minister des Aeußeren, Jswolski, der in Paris weilt, fonferierte mit Bourgeois. swolsti begibt sich, nach einem hiesigen Morgenblatt, nach Berlin, wo er den Fürsten Bülow sehen wird.

Hof und Gesellschaft.

* Nach einer Automobilfahrt über Godesberg durch die Eifel nach der Burg Elz fuhr der Kaiser nach dem Kloster Maria Laach. Abends begab sich der Kaiser im Couleur der Bonner Borussen" im offenen Automobil zur Kneipe des Korps, wo ein Essen stattfand, an roelchem außer dem Kaiser noch Prinz August Wilhelm, der Erbprinz und Prinz Adolf zu Schaumburg- Lippe, die aktiven und inaktiven Mitglieder des Korps teilnahmen. Gestern vormittag hörte der Kaiser den Vortrag des Stellvertreters des Chefs des Zivilkabinetts v. Eisenhard- Rothe. Für nach­mittags war wieder ein größerer Automobilausflug geplant.

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Aus Anlaß des Geburtstages weiland Kaiser Friedrich erschien die Kaiserin in Begleitung des Prinzen Joachim und der Prinzessin Viktoria Luise im Mausoleum. Letztere legte einen Strauß von weißen Chrysanthemen am Sarfo­phage nieder. Später traf Prinz Oskar ein, der ebenfalls einen Strauß von Chrysanthemen, Veilchen und Rosen niederlegte.

*** In Wien ist Prinz Josef zu Windisch. Graez, General der Kavallerie und Gardekapitän der Ersten Arcierenleibgarde verstorben. Prinz Josef ist am 23. Juni 1831 in Prag geboren und war seit dem 24. Sep­tember 1866 mit Marie Laglioni, einer Nichte des berühmten Tanzmeisters, verheiratet.

Deer und flotte.

Diebstahl von Mobilmachungsplänen wird dem Unteroffizier Schwarzmayr aus Ingolstadt zur Last gelegt. Derselbe ist flüchtig und wird steckbrieflich verfolgt. Dagegen ist seine Geliebte, als der Mitwisserschaft verdächtig, verhaftet worden.

Russische Flottenbauten. Der russische Marineminister berlangt einen außeretatmäßigen Kredit von 80 Millionen Rubel für Schiffsbauten.

Folgen der stopender Affäre. Wie in Berlin verlautet, soll der Kaiser, der sich eingehend die Taten des famosen Hauptmanns von Köpenick schildern ließ, beabsichtigen, bei der nächsten Rekrutenvereidigung eine Kabinettsorder zu erlassen, durch die Vorgänge, wie sie sich jetzt in Köpenid ereigneten, unmöglich gemacht werden sollen. Was an diesem Gerüchi Wahres ist, läßt sich vorläufig nicht feststellen.

Soziales Leben.

X Streik in Oberschlesien. Eine Lohnbewegung hat auf der Donnersmarkhütte eingesetzt. Von der 966 Mann starken Belegschaft der Zinkerzgrube Neuhof legten 839 die Arbeit nieder. Die Verwaltung gibt befannt, sie sei nicht abgeneigt, entgegenzukommen, wenn die Ausständigen sich ruhig verhielten und ihre Forderungen berechtigte seien. Die Ruhe ist nirgends gestört.

strelitz wohnenden Mutter Erholungsaufenthalt genommen, nachdem sie erst vor kurzem aus einer Heilanstalt als gebessert entlassen worden war. Sie hat vermutlich in einem neuer­Lichen Nervenanfalle den Tod im Wasser gesucht.

Massenvergiftung durch verdorbene Wurst. In Klausen­burg( Siebenbürgen) in der theologischen Fakultät sind 52 Theologen und 4 Diener an Vergiftungssymptomen er­trantt. Es wurde festgestellt, daß die Erkrankten am Tage borher verdorbene Wurstwaren genossen hatten, die von einem dortigen Fleischer bezogen wurden. Die Untersuchung wurde eingeleitet.

X Zum Schifferausstand. Die oberelbischen Reedereien haben gegen die Ausständigen in allen zällen wegen Kontrakt­bruchs gerichtliche Klage erhoben und jegliche Verhandlung mit der Organisation der Binnenschiffer strikte abgelehnt. Die Eisenbahndirektion Breslau gibt bekannt, daß die An­nahme von Gütern für die Umschlagstation Melnik wegen des Schifferausfandes eingestellt ist. Rollende Güter find anzuhalten un den Bersendern zur Verfügung zu stellen.

Nab und fern.

Entsprungene Verbrecher. Aus dem Untersuchungs­gefängnis in Frankenthal find die Gebrüder Will, die Häupter einer weitverzweigten Betrüger- und Falschmünzerbande ent­sprungen. Bisher fonnte man der beiden ,, schweren Jungen" noch nicht wieder habhaft werden. Die Bande, an deren Spize die Gebrüder Will standen, hat lange Zeit in Bayern, Baden und der Pfalz, wie im Elsaß die unglaublichsten Betrügereien mit anhaltendem Erfolg verübt, namentlich unter der Landbevölkerung. Den Bauern gegenüber gaben sich die gewiegten Gauner als die politisch verfolgten Grafen von Barnum von Schloß Greifenstein aus. Sie reizten die Gewinnsucht der Bauern durch vorgezeigte Briefe ihrer an­geblichen Gutsverwalter und durch das Versprechen, die ihnen überlassenen Darlehen, die sie in großen Beträgen empfingen, mit fürstlichem Dank zurückzuerstatten.

Verhängnisvoller Straßenbahnzusammenstoß. In Briz bei Berlin stieß ein Wagen der Rigdorfer Vereinsbrauerei mit inem Wagen der elektrischen Straßenbahn zusammen. Durch ben Anprall wurde der Kutscher des Brauereiwagens Adel bom Bock geschleudert und zog sich so schwere Verlegungen ju, daß er furz nach der Einlieferung ins Krankenhaus an mnerer Verblutung starb.

Die Brandkatastrophe in Liebengrün( Kr. Ziegenrüd) hat einen Gesamtschaden von 400 000 Mart verursacht. Das Feuer ist anscheinend durch einen vierjährigen Knaben an­gelegt, der es der älteren Dorfjugend, die sich an dem Un­glückstage mit dem Abbrennen von Kartoffelstauden vergnügte, nachmachen wollte und aus diesem Grunde für sich ein Feuer in der Scheune des Landwirts Schimmelschmidt anlegte, das dann bei seiner rapiden Ausbreitung dem Orte zum Verhängnis

+ Sonderbarer Scherz. Ein Liebespaar aus Rixdorf hatte seinen Angehörigen auf einer Ansichtskarte mitgeteilt, es werde nach stattgehabter Verlobung in einem Berliner Weinrestaurant den Tod im Rigdorfer Stichkanal suchen. Dem Pärchen muß jene Abficht wohl leid geworden sein, denn es hat sich wieder wohlbehalten eingefunden. Die 24 bezw. 16 Jahre alten Liebesleute haben sich anscheinend in der Weinlaune einen wenig angebrachten Scherz" erlaubt.

Den Tod in den Wellen suchte die 28jährige Ehefrau des Architekten Peter Mengden aus der Kaiser Friedrichstraße zu Rirdorf; ihre Leiche wurde im Zierler See bei Neustrelitz in Mecklenburg aufgefunden. Frau M., welche hochgradig nervenleidend war, batte seit einiger Zeit bei ihrer in Neu­

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Der Welfenschatz auf Reisen. Der sogenannte, Ifens schap", den König Georg von Hannover 1866 bei einer Flucht mit nach Wien genommen und dem österreich schen Kunst- und Industriemuseum übergeben hatte, ist vom Hrzog von Cumberland zurückverlangt worden und soll auf dessen Schloß bei Gmunden gebracht werden. Der Welfenschaz um­faßt etwa hundert Gold- und Silberobjekte und hat großen hunsthistorischen Wert.

Der Gutsbefizer

Racheakt eines Gutsinspektors. Baron v. Sprenger auf Nassow bei Köslin wurde von seinem Inspektor durch Schrotschüsse in den Rücken schwer verwundet. Nachher schoß sich der Inspektor eine Kugel in den Kopf. Die Veranlassung war die Entlassung des Inspektors.

Neue Rassenfämpfe in Süd- Carolina. Die Stadt Seneca in Süd- Carolina, die ungefähr 1200-1500 Ein­wohner zählt, ist niedergebrannt worden. Vermutlich liegt eine Racheaft der Neger vor, als Vergeltung für die Zer­störung des Neger- Kollege in Seneca bei fürzlich dort statt­gehabten Rassefämpfen.

Bunte Tages- Chronik.

Queenstown, 18. Oktober. Die an Bord des vorgestern hier eingetroffenen Dampfers" Peruviana" vorgekommenen Krankheitsfälle, welche als choleraverdächtig galten, werden jezt auf den Genuß verdorbener Fische zurückgeführt.

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Halle a. S., 18. Oktober. Der Direktor der Magde­burger Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft August Jochade, machte seinem Leben ein Ende, indem fich gestern morgen in seiner Wohnung erschoß. Das Motiv ist unbefannt. Die genannte Gesellschaft hat in der Umgegend von Halle größere Steinbrüche gepachtet, die sie betreibt.

Osterode( Harz), 18. Oftober. Bei einem Bauunfall in Grund verunglückten zwei Maurer, ein Bruderpaar, tödlich, zwei andere erlitten leichte Berlegungen.

Schwerin, 18. Oftober. Bei einem Großfeuer auf dem b. Derzenschen Gute Lübbersdorf verbrannten 275 Schafe, 25 Rinder und 563 Fuder Getreide.

Konstanz, 18. Oktober. Zwischen Hohentengen und Lien­heim erschoß fich der 25 jährige Landwirt Brudsche, nachdem er seine Geliebte Roth durch einen Schuß lebensgefährlich berwundet hatte.

Bordeaux, 18. Oktober. Ein Großfeuer zerstörte heute mittag auf dem Orleans- Güterbahnhof bedeutende Güter­mengen und 50 Wagen. Der Schaden wird auf 2 Millionen Franks geschätzt.

Newyork, 18. Oktober. Seit gestern abend ist die Kabel­berbindung mit Kuba unterbrochen, nachdem die Nachricht bon einem auf Havana wütenden, furchtbaren Orfan ein­getroffen war.

Aus dem Gerichtsfaal.

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§ Ein Revolverattentat aus verschmähter Liebe. 6. Juni d. J. hat die Restaurateurswitwe Haberstroh den Militärkapellmeister Mehring in Liegnih in dessen Wohnung durch Revolverschüsse schwer verletzt. Nach vollbrachter Tat wollte sich die Revolverheldin vergiften, dieser Versuch miß­lang jedoch, hierauf ergriff die Frau, die stets etwas hysterisches in ihrem Wesen hatte, die Flucht, wandte sich nach Berlin und von da nach Aachen, wo ihre Verhaftung erfolgte. Kapellmeister Mehring, der keine dauernden Schäden von dem Attentat davontrug, hatte sich der ihm lästigen Besuche der Witwe, deren Mann sich wegen ihres leicht finnigen Lebenswandel erschoffen hatte, nicht mehr zu er wehren gewußt, und vermied jegliche Zusammenfunft. In ihrer eifersüchtigen Wut griff Frau Haberstroh zum Revolver. Dem Ausgange der Verhandlung, die vor dem Biegniger Schwurgericht stattfindet, wird in den weitesten Kreisen viel Interesse entgegengebracht.

§ Verurteilte Kindesmörderin. Die 26 jährige, under­ehelichte Marta Stöwer, die auf der Fahrt von Frank furt a. M. nach Hamburg einem Kinde das Leben gegeben und das Neugeborene aus dem Rupeefenster hinausgeworfen hatte, wurde von dem Schwurgericht in Lüneburg zu 1 Jahre Gefängnis verurteilt. Es wurde nur fahrlässige Tötung an genommen, weil die Angeklagte behauptet, fie wäre ohn mächtig geworden, und infolgedesen sei das Kind ihren Hän ben entalitten und hinausgefallen.

Lokales.

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* Selbstmörder. Nach den Mitteilungen der Zentralstelle für Landesstatistik haben im Jahre 1905 im Großherzogtum 289 Personen durch Selbstmord geendet. Davon entkommen auf Starfenburg 117, auf Rheinhessen 114 und Oberhessen 58 Personen.

* Jagdpächter haben die zu Jagden engagierten Treiber und Hülfe personen, die für den Tag im Dienste des Jagdbesizers stehen, zur Alters- und Invaliditäts Ber­sicherung anzumelden. Bei Unglücksfällen tritt, falls diese Anmeldung unterlassen worden ist, nach dem bestehenden Gesetz Bestrafung, unter Umständen bis zu einigen hundert Mart, außerdem Haftpflicht für den Unternehmer ein.

g Die Bilderei der Gießener Lesehalle wurde diese Woche gewechselt. Es sind neu ausgestellt: Reproduktionen von Dürer, Titian, Raffael, Velasquez, Schwind, Hang, Sterl, Modersohn, usw. Ferner Stein­zeichnungen, von Kampmann, Leiber, Steide- Chapell, Bonzer, Voltmann; im Stereoscop Apparat plastische Kunstwerte aus Museen in Paris, Rom usw. Der Besuch der Lesehalle ist unentgeltlich. Man findet daselbst Zeitungen und Zeit schriften, Bücher und Hefte in großer Auswahl, auch einen Schreibtisch zu freier Benugung.

§ Zwei Landesverratsprozesse. Vor dem Straffenat des Reichsgerichts in Leipzig fand die Verhandlung wegen Landes­berrats gegen den Artillerie- Depot- Arbeiter Manteufel aus St. Avold statt. Die Anklage betrifft zwei Vorgänge. Am 5. März soll der Angeklagte den Unteroffizier Ehrhardt auf der Straße gefragt haben, ob er ihm nicht ein Buch ver­schaffen könnte, in dem das stehe, was der Soldat bei einer Mobilmachung wissen müsse, und dem Unteroffizier 100 bis 200 Marf geboten haben. Am 17. Mai soll er ferner den Kanonier Meyer gefragt haben, ob er ihm nicht die Schieß­vorschriften und das Exerzier- Reglement für die neuen Ge­schüze verschaffen fönnte. Die Anklage nimmt an, daß der Angeklagte dies im Auftrage eines französischen Agenten getan habe. Der Angeklagte bestritt jede Schuld. Das Urteil lautet: Der Angeflagte wird in beiden Fällen für schuldig erachtet und zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehr­verlust verurteilt, auch die Stellung unter Polizeiaufsicht wurde für zulässig erklärt. Zwei Monate Untersuchungshaft werden angerechnet. Die Verhandlung gegen den Schrift­setzer Scheve, der des gleichen Verbrechens angeklagt ist, fand unter Ausschluß der Deffentlichkeit statt. Scheve hat im November 1905 versucht, dem Agenten der französischen Re­gierung Berger in Paris einen Nickelstahlblech- Geschoßmantel zu verschaffen. Ferner hat er anfangs 1906 versucht, den Mobilmachungsplan in seine Hand zu bekommen. Endlich soll er noch Ende Februar in Essen den Versuch unternommen haben, eine Sprenggranate zu erlangen. Der Angeklagte wurde wegen versuchten Verbrechens gegen das Spionage­gesetz zu 4 Jahren und 10 Tagen Buchthaus und 8 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Auf die Strafe wurden 1 Monat und 10 Tage der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet.

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g Das Stiftungsfest des evangelischen Arbeitervereins findet nächsten Sonntag statt. Im Festgottesdienst( 5 Uhr in der Johanneskirche) predigt Ober­pfarrer Müller aus Lauterbach. Die Abendfeier ist in Steins Garten.

Der Grünberger Gallusmartt bringt auch den Gießenern ihr Teil. So ist beispielsweise Lehmanns Tunnelbahn Unterseeboot am nächsten Sonntag in Gießen aufgestellt, das gewiß jeden entzücken wird, sodaß dem kost­spieligen Unternehmen zahlreiche Bassagiere sicher sein dürften.

* Der Trust der Nimrode. Die gegenwärtig faft unerschwinglich hohen Fleischpreise haben sich die Jagd pächter des Bahntales zu nug gemacht und die Preise für Hasen um 50 Bfg. das Stück erhöht, sodaß statt 3 Mart nun 3,50 Mt. für die Hasen gezahlt werden müssen. Wie berlautet, beabsichtigen die Jagdinhaber des Regierungsbezirks Wiesbaden eine Wildverkaufsgenossenschaft zu gründen und in verschiedenen Octen Verkaufsstellen zu eröffnen, falls die Wildprethändler mit der neuen Preissteigerung nicht einver standen sein sollten.

* Aus dem Kreise Weglar. Die Rartoffelernte ift gut vor flatten gegangen. Der Ausfall ist doch günstiger, als anfangs angenommen wurde. Troßdem stellt der Preis pro Zentner sich auf 3 Mt.

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Frankfurt. Mit der Errichtung des Frankfurter Bismarck Dentmals soll es jetzt ernst werden. Mit den Erdarbeiten soll bereits im Frühjahr begonnen und das Denkmal, das schon lange im Entwurf feststeht, noch im Laufe des Jahres 1907 fertiggestellt und eingeweiht werden. * Reichelsheim i. D. Immer rasserein. Fol gender Vorfall, der für weitere Kreise von Intereffe fein dürfte, hat sich hier zugetragen. Die hiesigen Jsraeliten wollten dieser Tage einen Ball abhalten. Der Bürgermeister erteilte die hiefür nachgesuchte Genehmigung, aber mit dem Hinzufügen: Nur für Juden. Eine wegen der Ein­schränkung beim Kreisamt Erbach erhobene Vorstellung hatte feinen Erfolg. Als abends der Ball beginnen sollte, erschien die Gendarmerie, die Anders läubigen den Eintritt verwehrte. Der Wunsch der Juden, isoliert zu bleiben, bestand durch ous nicht; es waren sogar schriftliche Einladungen an eine Reihe christlicher Mitbürger ergangen. In früheren Jahren fannte man hier derartige Einschränkungen nicht. Darmstadt. Der Großherzog läßt zurzeit auf der Rosenhöhe bet Darmstadt neben dem schon bestehenden ein neues Mausoleum erbauen, das dazu bestimmt ist, den Eltern des Großherzogs als letzte Ruhestätte zu dienen. Das Bauwerk ist in der Form eines liegenden Kreuzes gehalten und wird aus besonders bearbeiteter grauer Basaltlava err.chtet.

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* Darmstadt, 17. Oft. Feuer. Auf dem Behaborner Hof bei Weiterstadt sind heute Morgen nach 4 Uhr 1000 paufen Korn verbrant. Der Schaden ist beträchtlich. * Darmstadt, 18. Olt. Der Entwurf für ein Hallen schwimmbad, das einen Kostenauswand von 900 000 f. erfordert, ist von den städtischen Behörden der Stadt verordnetenversammlung zur Genehmigung unterbreitet. Rüsselsheim. Obstruktion. Hier obstruiert die Hälfte der Gemeindeväter. Bei der nunmehr schon zum zweiten Male anberaumten Gemeinderate sizung, die fich mit

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10: Biederherf