Klauenseuche. Es stellte sich bald heraus, daß die erfrankten Tiere aus dem Inland stammten. Mehrere Transporte der Krankheitsträger waren bereits in die Provinz abgegangen, sodaß die Gefah: der weiteren Verbreitung ins Auge gefaßt werden muß. Also die Vorsichtsmaßregeln an der Grenze berhindern feineswegs die Seuchen. Das ist von Sachkundigen immer wieder in den letzten Jahren behauptet worden und erhält eine fernere Bekräftigung durch den Umstand, daß die Einfuhr gewisser Kontingente von Schweinen aus Desterreich und Rußland gestattet ist. Bleiben Bedenken ausgeschlossen für die 13 000 aus Rußland und die 40 000 aus Desterreich zugelassenen Schweine, falls die getroffenen Vorfichtsmaßregeln beobachtet werden, so steht doch garnichts im Wege, diese Vorsichtsmaßregeln auch auf größere und unbeschränkte Transporte anzuwenden. Die entstehenden Kosten müssen minimal erscheinen, wenn man bedenkt, welche unerträgliche Belastung unter den obwaltenden Verhältnissen jezt den Fleischtonsumenten auferlegt wird.
Der Einwand, durch die Grenzöffnung würden die Preise nicht fallen, wird leicht widerlegt durch die niedrigen Vieh- und Fleischnotierungen der ausländischen Märkte. Rußund Desterreich sollen nach Behauptung der Absperrungsfreunde verseucht sein und nicht liefern können warum darf demnach Vieh aus Holland oder Dänemark nicht oder nur unter den belästigendsten und einschränkendsten Bestimmungen eingebracht werden? Holland fennt keine Seuchen mit Ausnahme solcher, die aus Deutschland eingeschleppt werden, Dänemark besitzt die blühendste Viehzucht Europas und exportiert Fleischnahrung für die halbe britische Bevölkerung nach England. Wie rechtfertigt sich in diesen Fällen die Absperrung? Die Leichtigkeit, mit der billiges und gutes Fleisch aus Australien und Canada nach Deutschland gebracht werden könnte, ist allen objektiven Fachleuten betannt die bestehenden Regulative verhindern es.
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Niemand, der es mit dem Gedeihen unseres ganzen Volles gut meint, wird der deutschen Landwirtschaft den ihr gebührenden Schuß versagen wollen. Aber die einheimische Fleischproduktion reicht zur Deckung des Bedarfs einstweilen noch nicht aus- da hilft kein Augenschließen und keine AbIeugnung. Unter diesen Umständen sind wir gezwungen, für den Ausfall im Auslande Ersatz zu beschaffen, seufzt doch nicht allein der Bürger, sondern auch der fleinere Landmann unter dem allgemeinen Uebelstand. Der Preis für die von ihm anzulaufenden Masttiere ist ein derartig annormaler, daß ihm die Lust zur Produktion, selbst für den eigenen Bedarf, vielfach vergeht.
Der Widerstand gegen die Fleischeinfuhr basiert in legter Linie auf der Verkennung des Umstandes, daß Deutschland jene Zeit lange hinter sich hat, in der es ein reiner AgrarStaat war. Mit dem Aufblühen der Industrie aber wuchs das Ansehen und die Macht des Reiches, beide Erscheinungen find eng miteinander verbunden. Wird die industrielle Bebölferung in Born und Verbitterung durch unerschwingliche Verteuerung des notwendigsten Gebrauchsartikels hineingetrieben, so muß die radikale und destruktive Agitation wohl= borbereiteten Boden finden.
Man kann und darf die Dinge nicht mehr länger mit verschränkten Armen ansehen. Deffnung der in Frage tommenden Grenzen, Abnahme des massenhaft angebotenen ausländischen Fleisches bei Beobachtung weitgehender Vorfichtsmaßregeln, möglichste Herabsetzung der Zölle auf Vieh und Fleisch unter aufmerksamer Berücksichtigung der heimischen Landwirtschaft, das muß die Richtlinie für die innere Politif ber nächsten Zeit sein.
Politifche Rundfchau.
Deutsches Reich.
* Oberst Deimling meldet über neue Kämpfe in Süd. westafrika: Am 12. Oftober wurde an der Ostgrenze zwischen Holpan und Sandpuets( südlich Hasuur) eine starke Hotten. tottenbande von der 3. Kompagnie des 2. Feldregiments an gegriffen. Der Feind floh nach zweistündigem Gefecht größten. teils in südwestlicher Richtung und wurde von der 3. Kompagnie, sowie der halben 8. Batterie unter Major Siebert verfolgt. Unsererseits zwei Reiter gefallen, zwei leicht verwundet; ein Heinerer Teil der Bande floh über die englische Grenze. Nach übereinstimmenden Nachrichten hatte der bei Holpan geschlagene Gegner vorher auf englischem Gebiet gesessen und mit einem Waffenschmuggler verhandelt. Der englische Magistrat zu Rietfontein bestätigte diese Nachricht und drückte sein Bedauern darüber aus, daß er nicht in der Lage gewesen sei, diese Leute zu entwaffnen und festzunehmen.
* Dem braunschweigischen Landbage ging in Sachen der Throufolgefrage eine Regierungsvorlage zu, in der nach Darlegung der bisherigen Vorgänge mitgeteilt wird, daß der Regentschaftsrat und das Ministerium einstimmig beschlossen haben, nunmehr die Neuwahl eines Regenten in die Wege zu leiten.
* Ueber die Lage in Deutsch- Ostafrika äußerte sich der neue Gouverneur, v. Rechenberg, dahin, daß er die von seinem Vorgänger beantragten, in Form des Ergänzungsetats im letzten Jahre verlangten und vom Reichstage abgelehnten vier neuen Kompagnien Schutztruppe für die Aufrechterhaltung der Ruhe im Schutzgebiete für nicht erforderlich hält. Diese Forderung wird daher jedenfalls im neuen Etatsentwurfe unberücksichtigt bleiben.
* Ein Pariser Blatt verbreitet sich über eine Unter. redung mit dem Prinzen Alexander zu Hohenlohe, in der dieser die Vorgeschichte seines Entlassungsgesuches mitteilt und gleichzeitig bemerkt, daß er, so lange er noch Beamter sei, schweigen müsse. Er habe getan, was er tun zu müssen glaubte. Wenn die Zeit kommt, werde er seine Gründe dafür veröffentlichen. Für den Augenblick habe er der Deffentlichkeit nichts weiter mitzuteilen. Fast gleichzeitig werden in Rom Crispis Tagebücher veröffentlicht, in denen, wie italienische Blätter schreiben, die Anklagen der Unloyalität, die gegen den großen Begründer der deutschen Einheit geschleudert worden sind, zerstört werden".
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Oefterreich- Ungarn.
** In Wien wird die neueste Note Serbiens sehr fühl beurteilt. Man glaubt, daß in den nächsten Tagen die Handelsvertragsverhandlungen mit Serbien in aller Form abgebrochen werden. Die neuesten Vorschläge der serbischen Regierung zur Beilegung des Zollkonfliktes werden als unannehmbar bezeichnet.
Rufeland.
** Die Revolution löst sich immer mehr in kleine Einzelanschläge auf. Wir lassen die neuesten Meldungen über die Lage im Reiche hier folgen:
Petersburg, 16. Oftober. Auf Grund günstiger Berichte von den Provinzialgouverneuren hat der Miniſterpräsident Stolypin beschlossen, die Wahlen zur Duma zu beschleunigen. Die Wahlen finden unter strengster Ueberwachung statt und keine Partei darf öffentliche Versammlungen dazu abhalten.
Warschau, 17. Ottober. Auf der Nalewkistraße fielen heute mehrere Räuber die fanten an, verwundeten einen Schuhmann und flohen dann in einen Laden. Eine herbeieilende Militärpatrouille feuerte wiederholt, mehrere Personen wurden getötet.
Kungur, 16. Oftober. In der letzten Nacht wurden hier 7 Pud für Eisenbahnbau bestimmte Dynamits, ferner Gewehre und Patronen gestohlen. Zwei Wächter wurden ermordet.
Morschanst, 16. Oftober. In dem Lokal der örtlichen Rentei wurden in der Nähe des Kassengewölbes vier Bomben vorgefunden.
Kronstadt, 16. Oftober. Das Kriegsgericht fällte Heute im Prozesse gegen 295 der Meuterei angeklagte Matrosen des Kreuzers Kaiser Alexander III. das Urteil. 45 Angeflagte wurden freigesprochen, einige wurden zu 6 Jahren Zwangsarbeit, die übrigen zu Gefängnisstrafen berurteilt. Gestern wurden 5 Unbekannte, die Bomben bei sich trugen, verhaftet; einer von ihnen entfam. Amerika.
** Wie aus Washington gemeldet wird, hat die Regierung beschlossen, wirksame Maßregeln zum Schutze der amerikanischen Interessen in China und im fernen Osten überhaupt zu er greifen. Infolgedessen haben die Panzerfreuzer WestBirginia", Colorado"," Pennsylvania" und Maryland" Befehl erhalten, unverzüglich nach den asiatischen Gewässern auszulaufen.
Kleine politifche Nachrichten.
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Stuttgart, 16. Oktober. Der Landtag ist heute zusammengetreten. Die Auflösung des Landtages ist auf den 3. Nobember, die Neuwahlen sind für den 5. Dezember vorgesehen.
Baden- Baden, 17. Oftober. Die Stadt hat von einem unbekannt gebliebenen Mitglied der Fremdenkolonie 90 000 m. zum Bau eines Krematoriums erhalten unter der Bedingung, daß es innerhalb dreier Jahre fertiggestellt und von der Stadt selbst in Betrieb genommen wird.
Paris, 16. Oktober. Der Deputierte Réveillaud will bei Wiederzusammentritt des Parlaments einen Dringlichkeitsantrag einbringen, wonach in Frankreich der Totalisator, die Hahnenkämpfe, Stierkämpfe und Opiumhöhlen untersagt werden sollen.
Hof und Gefellschaft.
Der Kaiser beabsichtigt, seinen Aufenthalt in Bonn noch um einige Tage zu verlängern.
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In der Familie des Großherzogs von Hessen wird in etwa vier Wochen ein freudiges Ereignis erwartet. Aus diesem Anlasse ist die Großherzogliche Hofhaltung von Jagdschloß Wolfsgarten nach Darmstadt zurückverlegt worden.
Großfürstin Olga Alexandrowna von Rußland, eine Schwester des Zaren, hat Berlin nach mehrtägigem Aufenthalt verlassen und sich nach Petersburg begeben.
Deer und flotte.
Nonernannte Generäle. Die Generalleutnants von Plötz, ( VIII. Armeekorps), von Moltke, Chef des Generalstabes der Armee, Graf Hülsen- Häfeler, Chef des Militärkabinets, wurden zu Generälen der Infanterie ernannt. Oberst und Fügeladjutant von Berg erhielt die zweite Gardeinfanterie- Brigade. Ferner sind befördert worden: v. Heeringen, beauftragt mit der Führung des 3. Armeekorps, und Kluck, beauftragt mit der Führung des 5. Armeekorps, unter Ernennung zu Kommandeuren dieser Armeekorps, sowie von Arnim, Gouverneur von Mezz, zu Generälen der Infanterie; zum General der Kavallerie: Generalleutnant Johann Albrecht, Herzog zu Mecklenburg.
Unfall in der französischen Marine. Das Unterseeboot Lutin, das gestern morgen bei starkem Seegang aus Biserta zu Tauchübungen ausgelaufen war, wurde gegen 10 Uhr aus Sicht gekommen gemeldet. Zwei Torpedoboote und drei Schleppdampfer, die daraufhin auf Suche ausgeschickt wurden, haben bis abends nichts über den Verbleib des Bootes feststellen können, das jedenfalls gesunken ist. Die Besazung beträgt 2 Offiziere, 12 Mann.
Soziales Leben.
X Zur Lage im Ruhrgebiet. Einer Kölner Meldung zufolge hat der preußische Handelsminister das Oberbergamt Dortmund mit der schleunigsten Untersuchung der Arbeiter: berhältnisse auf den Kohlenzechen beauftragt.
Von unterrichteter Seite wird versichert, daß seitens der Bergbaubehörde demnächst eine Lohnerhöhung zugestanden werden dürfte, die etwa einer acht- bis zehnprozentigen Lohnaufbesserung gleichkommt. Angesichts der Geneigtheit der Bergbaubehörde sowie der friedlichen Stimmung der Bergarbeiterführer gilt der Ausbruch eines Bergarbeiterausstandes für ausgeschlossen.
× Streit der Elbschiffer. In einer in Hamburg ab= gehaltenen Versammlung der ausständigen Schiffer wurde beschlossen, im Ausstande zu verharren. Die Be- und Entladung der Elbschiffe stößt auf Schwierigkeiten. Im ganzen Gebiet streiken über 2000 Mann.
Nab und Fern.
† Der Deserteur als Lehrer. Der Lehrer Ulbrich aus Dt.- Krone, der im Herbst v. Js. zu einer einjährigen militärischen Nebung beim Infanterieregiment Nr. 155 in Goslar a. Harz eingezogen worden war, verließ am 22. Juli dieses Jahres heimlich die Garnison. Merkwürdigerweise gelang es ihm, am 1. September von der Königl. Regierung in Marienwerder eine Anstellung als Lehrer in dem Orte Rederiz zu erhalten. Er erfreute sich aber nur turze Zeit seiner Lehrtätigkeit; denn während der fürzlichen Herbstferien traf ein Haftbefehl von seinem Regiment ein, auf Grund dessen c. infort feitgenommen und unter militärischer Bedeckung nach
Goslar zurüdtransportiert wurde. Die Fahnenflucht wird dem leichtsinnigen jungen Mann verhängnisvoll werden: er muß sein Jahr ausdienen und ein zweites Jahr nachdienen, wozu noch die Strafe wegen Fahnenflucht tritt. Außerdem wird es wohl auch mit seiner Lehrerlaufbahn zu Ende sein. † Totschlag oder Mord? Jm Keller des Hauses Swinemünder Straße 101 zu Berlin wurde ein Mann von einem Burschen überfallen und schwer verletzt. Ob die Tat sich als versuchter Mord qualifiziert, muß die nähere Untersuchung ergeben. Der Täter ist bereits in polizeilichem Gewahrsam. Der Ueberfallene liegt hoffnungslos darnieder.
† Ein irrsinniger Mörder. Im Wahnsinn erstach der bierundzwanzigjährige Gutsbesizersohn Frizz Kannenberg in Krumfießerhütte, der fürzlich vom Feldzuge in Südwestafrifa heimgekehrt ist, einen Gutsarbeiter. Senberg wollte auch ein Mädchen erstechen, wurde aber rechtzeitig an dieser Tat gehindert. Er ist einer Frrenanstalt zugeführt worden. † Im Beruf gestorben. Im Hotel zur Sonne" in Herrnstadt war der Kupferschmied Schwarz mit einem seiner Lehrlinge bei einer Reparatur der Acetylen- Anlage beschäftigt, als durch eine bisher unaufgeklärte Ursache eine Explosion erfolgte. Schwarz und der Lehrling waren auf der Stelle tot.
† Folgen einer Studentenmensur. Vor einiger Zeit war der Student Wollenweber in München bei einer Säbel= mensur mit dem Studenten Grunwald am Kopfe verlegt worden. Wollenweber starb dreizehn Tage nach der Mensur an Blutvergiftung, angeblich weil er mit seiner Korpsmüze in einen Gewitterregen gekommen sein und die farbige Kopfbedeckung mit dem gleichfalls durchnäßten Verband die Nacht über aufbehalten haben soll. Die Straffammer hat sich nunmehr in dem gegen Grunwald eingeleiteten Prozeß wegen 8weikampfes als unzuständig erklärt und die Sache, dem Antrag des Staatsanwalte entsprechend, an das Schwurgericht abgegeben.
† Wieder ein Eisenbahnräuber. In dem Nachtschnellzug Frun- Madrid wurde ein Reisender im Schlaf von einem Räuber überfallen. Nach heftigem Ringen gelang es ihm, dem Angreifer die Waffe zu entwinden und ihn dann zur Tür hinauszudrängen. Das Notsignal konnte nicht sofort gezogen werden, weil der Bandit den Apparat vorher durch einen Draht festgebunden hatte. Der Zug hielt erst zwei Kilometer vom Tatort, wo man zwar auf der Strecke eine Bluttlache gefunden hat. aber nicht den Verbrecher.
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† Das Wettrennen in den Läften hat immer noch nicht zu einem Endresultat geführt. Drei von den 17 aufgegangenen Ballons find noch immer nicht gelandet. Nach den vorliegenden Meldungen landete der Ballon Koblenz" bei Linzendorf in Böhmen( Kr. Eger), der Ballon„ Schwaben", nachdem er Prag überflogen hatte, bei Schwerta( Kr. Lauban), der Ballon Straßburg" bei Zittau, der Ballon Ville de Brurelles" bei Kloster Trebnitz( Kr. Breslau), der Ballon " Cognat" zwischen Straschnig und Drahobus in Böhmen, und der Ballon Brandenburg" bei Olberhau im Erzgebirge. Der außer Franken" und„ Helios" noch ausstehende ,, Soynke" ist bei Kutno im Gouvernement Warschau gelandet. Den ersten Preis, die vom Kaiser gestiftete Silber- Kanne, dürfte wohl dem Ballon„ Ernst", dem fleinsten der Konkurrenz zu fallen, der 340 Kilometer zurüdlegte. Sohnfe", der bes deutend größere Ballon, hat 420 Kilometer zurückgelegt, und dürfte wohl den zweiten Preis erhalten.
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Ein Sund als Kanalschwimmer. Sett den Tagen bes Rapitäns Webb haben ungezählte Versuche stattgefunden, den Kanal zwischen Frankreich und England zu durchschwimmen. Reinem der fühnen Schwimmer gelang das Kunststüd, jetzt hat es ein Vierfüßler fertig gebracht. Vor Dungeneß war ein Hund von einem Londoner Schlepper gefallen und als berloren aufgegeben worden. Das Tier wurde am nächsten Tage am Eingang des Hafens von Boulogne von einem französischen Fischerfahrzeuge aufgericht. Von Dungeneß muß demnach nach Boulogne cine sehr starfe Strömung geben, da es sonst ganz unmöglich wäre, daß das Tier diese gewaltige Entfernung in so behältnismäßig furzer Zeit durchschwommen † Das Wettrennen in den Lüften hat nun endlich sein Ende gefunden. Der Ballen Franken" landete nach 234 stündiger Fahrt bei Seidenberg, südlich Görlitz und Helios" in Leisewitz bei Ohlau nach einer Fahrt von 25 Stunden 43 Minuten. Die Preisverteilung dürfte dems nach wie folgt vor sich gehen: Ballon, Ernst" den Kaiserpreis ,,, Söhnte" den Preis des Berliner Vereins für Luftchiffahrt", und Helios" den 3. Preis. Die anderen drei Preise entfallen auf die Ballons Helmholz"," Graudenz" und„ Coblenz".
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† Der Weg durchs Fenster. Der Bauunternehmer Hüttner In Stangengrün wurde durch die elektrische Alarmanlage plöglich morgens aus dem Schlafe geweckt. Er forschte nach und fand, daß jemand durch das Fenster eingestiegen war. Nach längerem Suchen bemerkte er unter dem Sofa ein etwa 20 Jahre altes Mädchen im Unterrod, ohne Schuhe, das bermutlich stehlen wollte.
Bunte Tages- Chronik.
Berlin, 17. Oktober. In einer Kneipe im Norden der Stadt gerieten der Drehorgelspieler Dahlke und der Arbeiter Ellers in Streit, der schließlich in Schlägerei überging. Ellers riß seinen Gegner zu Boden und suchte ihn zu würgen. Als der 13jährige Sohn Dahlkes das sah, ergriff er ein Messer und stach auf Ellers ein, der tödlich getroffen zusammenbrach. Der Knabe wurde verhaftet.
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Braunschweig, 17. Oktober. Eine Frau Schöpfwinkel erschoß in einem hiesigen Gasthofe ihre drei Kinder, die im Alter zwischen drei und fünf Jahren standen, und tötete fich dann selbst. Das Motiv der graufigen Tat ist vermutlich darin zu suchen, daß die Frau fürzlich einen Ehescheidungs prozeß verlor, in dem die Kinder dem Ehemanne zugesprochen wurden.
Hohenelba, 16. Oktober. Bei dem Brande eines Arbeiter. hauses der Firma Rotters Söhne kam ein auf dem Dachboden schlafendes zweijähriges Kind um.
Köln, 17. Oktober. In Kessenich wurde abends ein Wegearbeiter, welcher der Dampfwalze mit der brennenden Lampe voraufging, von der Walze erfaßt und zermalmt. Bilin, 17. Oktober. In Böhmisch- Schladnig wurden drei in einer Sandgrube spielende Knaben durch eine sich plötzlich lösende Sandmasse verschüttet und erstickt.
Rom, 17. Oftober. Der Banfier Indermann hat seine Zahlungen eingestellt. Die Passiva belausen sich auf sechs Millionen Lire.
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