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Die Folter im 20. Jahrhundert. Ein reicher griechischer Schuhwarenhändler in Kairo, der kürzlich in empfindlicher Weise bestohlen wurde, hielt eine 18 jährige Griechin, die seit fünf Jahren bei ihm bedienstet war, für die Täterin. Als das Mädchen die Tat leugnete, goß er ihr heißes Del über die Hände, ließ fie entfleiden und legte lochende Eier unter ihre Schulterachseln, nachdem er ihr die Sände gebunden hatte. In diesem fürchterlichen Zustande ließ er das bedauernswerte Mädchen trog ihres Schreiens und Bittens einen ganzen Tag. Als sich am nächsten Morgen ein sehr hohes Fieber einstellte, ließ der grausame Dienst herr einen Arzt rufen. Das Mädchen wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo es alsbald unter schrecklichen Schmerzen verschied. Der bestialische Schuhwarenhändler wurde verhaftet und nach Alexandrien gebracht, wo er vor dem griechischen Geschworenen gerichtshof abgeurteilt werden wird.

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Krieg gegen die Zigarette in Amerika. Die in Amerifa jetzt massenbart auftauchenden Ligen gegen das Rauchen von Zigaretten nennen die uns so harmlos er jcheinenden Tabaksröllchen nur noch Sargnägel". Die Liga bon Chicago beschäftigt sich besonders aus ührlich mit dieser Sargnägelfrage". Sie hat eine Wochenschrift ,, The Boy" gegründet, die den Interessen der Knaben von Amerika" geweiht ist. Hier finden sich nur moralische Erzählungen, die in grellen Farben die furchtbaren Folgen des Zigaretten­rauchens ausmalen, scharf pointierte Gedichte, in denen der Teufel die fleinen rauchenden Sünder am Kragen nimmt, turz Ermahnungen in jeder Form. Die Zigaretten werden ein andermal mit 53 bezeichnenden Namen belegt. Sie beißen z. B. Müdemacher, Gesundheitstöter, Totengräber, Nervenzerstörer usw.

Ein kühner Wegelagerer. Im Yosemitetal murden bei Wawona fünf Reisewagen, die über 75 Personen mit sich führten, von einem einzigen Wegelagerer ausgeplündert und beraubt. Der Räuber, dessen Gefangennahme vor einigen Tanen geglückt ist, zwang die Kutscher mit vorgehaltener Büche zum Anhalten der Wagen, die Heiienden mußten ou steigen und in einen Hut, den einer der Reisenden, stets bedroht von der Flinte des Tramps", aufhielt, alle ihre Wertsachen 2c. hineinwerfen. Eo wurde ein Wagen nach dem andern angehalten und seine Passagiere regelrecht ausge plündert, tann, nach gelungenem Wert, schlug sich der moderne Rinaldo eitmärta in die Bitsche".

Lokales.

16. Juli. * Organisation der Verwaltung der Staatsschuld. Nachdem die Zweite Kammer der Stände in ihrer Sigung vom 13. Juni 1906 an Stelle des ver­forbenen Abgeordneten Möllinger und des zurückgetretenen Abgeordneten Haas den Abgeordneten Reinhard in Worms zum Mitgliede der Staatsschuldenverwaltung und den Abge­ordneten Bähr in Herrnhaag zu dessen Stellvertreter gewählt hat, wird dies von Großh. Ministerium der Finanzen nun­mehr zur öffentlichen Kenntnis gebracht.

R. Am 1. Auguft wird in Staßfurt eine von der Reichsbankhauptstelle in Magdeburg abhängige Reichs­bantnebenstelle mit Kasseneinrichtung und besgränktem

Giroverkehr eröffnet worden.

* Retruteneinstellung. Durch Erlaß des Kriegs­ministers vom 30. Juni 1906 ist bestimmt worden, daß die Refruteneinstellung, soweit deren Festseßung noch vorbehalten ift, nach näherer Anordnung des Generalfommandos in der Beit vom 9. bis einschließlich 12. Oftober d. Js. zu er­folgen hat.

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Detan Strack Leihgestern verlas ein sehr huldvolles| haben wollte. Beide wußten jedoch sich nicht daran zu er­

Glückwunschschreiben des Großh. Oberkonsistoriums, es erkannte die Verdienste des Jubilars um die Er­teilung und Pflege des Religionsunterrichts in den Gießener Stadtschulen an und hob die Tätigkeit des Jubilars als Kirchenvorstandsmitglied hervor. Namens des Gießener Lehrervereins sprach Lehrer V. Müller dessen Glückwünsche aus, der Jubilar war lange Jahre Vorsitzender des Vereins. Stadtrat Schmall überbrachte die Glückwünsche des Tierschutzvereins, dessen Vorsitzende Reftor Hahn ist. Tief gerührt ergriff der Gefeierte das Wort, anknüpfend an den Bibelspruch:" Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir getan hast." Er dankte dem Großherzog, dem Ministerium, der Schul­abteilung und deren Leiter, der Kreisschultommission, der Stadt, dem Oberkonsistorium und Lehrern und hob besonders die Unterstüßung und den Pflichteifer des Lehrerkollegiums hervor, mit denen er glücklich und gedeihlich habe arbeiten fönnen. Zum Schlusse sang der Knabenchor: Herr, deine Güte reicht so weit der Himmel ist. · Um 1 Uhr fand im Neuen Saalbau" ein Festessen statt, an das sich ein Sommers schloß. Schulrat Kleinschmidt feierte den Großherzog als den eifrigen Förderer des Volksschulwesens und brachte das Hoch auf ihn aus. Lehrer Spiz hob in furzer Ansprache die Fürsorge des Schulminifteriums für die Lehrer und Schule hervor und sprach den Wunsch aus, daß der wohlwollende Better des Schulwesens uns noch recht lange erhalten bleiben möge. Reftor Backes Darmstadt, der Obmann des Landeslehrervereins, toastete auf den Jubilar, es sei ihm eine Freude, wenn ein Lehrer so geehrt werde, möge er den jüngeren Lehrern ein Vorbild treuer Pflicht erfüllung sein. Fräulein Friedrich toastete auf die Kreis­Schultommission, Prof. Wie behold auf die Stadt, Stadt­rat Schmall auf die Lehrerschaft Gießens, Reftor Hahn auf den Landeslehrerverein und dessen Oomann Backes, Oberbürgermeister Mecum auf die Zukunft der Stadt Gießen. Zur Vershönerung der Feier trugen die Gesangs­vorträge des Gießener Lehrergesangvereins, zahlreiche Solo­Der vorträge und Musitstücke der Regimentstapelle bei. Jubilar befindet sich bei bester Gesundheit und wird seine geschätzten Kräfte auch noch fernerhin dem Volksschulwesen der Stadt Gießen widmen.

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Der Bismarckturm auf der Hardt bei Gießen ist nahezu vollendet. Gegenwärtig werden die legten Arbeiten ausgeführt, sodaß er demnächst seiner Bestimmung übergeben werden kann. Er ist ein monumentales Bauwert, das mit feinen wuchtigen Formen weithin das Lahntal beherrscht. Die feierliche Einweihung aeht am 18 Juli vor sich. Die Studenten nehmen abends 8 Uhr auf Oswalds Garten Auf­ftellung, pünktlich 83% Uhr erfolgt der Abmarsch des Fackel zuges durch die Westanlage, den Seltersweg, die Markt Straße, die Neustadt nach der Hardt. An der Säule wird die Feier mit dem Liede Horch, Sturmesflügel rauschen" hält. Nachdem dann das Lied" Flamme empor", gesungen, eröffnet, worauf Se. Magnifizenz der Rektor eine Ansprache erfolgt die Uebergabe der Säule durch die Bauleitung an den Bismarck- Ausschuß und durch diese an die Stadt. Das Lied Aus Stein und Ecz loht himmel värts" schließt die Feier an der Säule. Darauf wird ein Kommers abgehalten.

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* Der hessische Schutzverein für entlassene Strafgefangene hielt Freitag Nichmittag unter Vorsig des Generalstaatsanwalts Prätorius seine Generalversammlung im neuen Justizgebäude ab. Aus dem vom Vorsitzenden erstatteten Jahresbericht ist hervorzuheben, daß die Tätigkeit des Vereins immer mehr an Umfang zunimmt; ebenso aber auch die Mitgliederzahl. Die Fürsorge des Vereins erstreckte sich 1905 auf 277 Schützlinge darunter 121 fatholische, aber nur überraschend wenig jüdische, weil die israelitische Privattätigkeit durch Logen 2c. sehr erfolgreich eingreife. In dem im vorigen Jahr gegründeten Heim zu Bss rung für gefallene Mädchen im Schloß Braunshardt seien zur 8ut 15 Insassinnen untergebracht; die Verwaltung daselbst werde paritätisch geführt. Die 3 ihl der Mitglieder des Vereins sei von 1722 im Jahre 1902 auf gegenwärtig 3180 mit einem Mitgliederbeitrag von 5800 Mt. gestiegen.

A Das goldene Dienstjubiläum des Leiter der Gießener Volksschulen, Rektors Hahn. Unter sehr zahl reicher Beteiligung der Behörden, der Vertreter des Stadt­und Schulvorstands, der Kreisschulkommission und der ge­famten Lehrerschaft der Stadt Gießen fand das Jubiläum am Samstag statt. Der Unterricht fiel in sämtlichen Klassen aus. Um 12 Uhr versammelten sich die Teilnehmer in der Turnhalle der Stadtknabenschule, die sehr schön dekoriert war. Die oberste Mädchenklasse trug das Lied vor:" Jehova, deinem Namen sei Ehre." Dann wurde die Feier durch eine Ansprache des Provinzialdirektors Geheimrat Dr. Breidert röffnet. Er sprach: Aus Anlaß Ihres 50jährigen Jubiläums 48 hrer übergebe ich Ihnen im Auftrage des Großherzogs das Ritterkreuz II. Klasse vom Verdienstorden Philipps des Großmütigen, es soll eine Auszeichnung sein für Sie, die * Die landwirtschaftliche Hauptgenossen= Lehrerschaft und die Leistungen der Schule, namens der schaft für Oberhessen hielt in Friedberg unter dem abersten Schulbehörde und der Kreisschulfommission wünsche Vorsiz des Aufsichtsratspräsidenten, Reichsanwalt Geheimrat , daß Sie noch viele Jahre in ungetrübter Gesundheit im Haas, ihre Generalversammlung ab. Außer sämtlichen Ver­Dienste der Schule wirken mögen." Oberbürgermeister tretern der angeschlossenen Genossenschaften waren verschiedene Mecum betonte die treue und redliche Arbeit des Jubilars, Revisoren, dec Vizepräsident des Aufsichtsrats, Landtags­er mehr als 20 Jahre dem Dienste der städtischen Schulen abgeordneter Köhler- Langsdorf, Bankdirektor Thring- Darm­treuer Pflichterfüllung gewidmet und eine stattliche Bahlstadt, Generalsekretär Haas jr.- Darmstadt und der Direktor, Gießener hinausgesandt habe, ausgerüstet mit reichlichem Landtagsabgeordneter Hirschel, anwesend. Obgleich ein Biffen. Als ein Zeichen der Dankbarkeit übergebe ihm Defizit von 6-700 Mart tonstatiert wurde, war die Ver­ie Stadt einen silbernen Becher, mit dem Wunsche, daß die sammlung einmütig der Ansicht, daß die Genossenschaft ene Säfte des Jubilars der Stadt noch lange erhalten bleiben glänzende Bufu ift hat. Der seithertge Aufsichtsrat wurde igen. Hauptlehrer Schaaf hielt namens der beiden Lehrer- wiedergewählt, an Stelle des Direttors Detonomierat Schlenke Kollegien eine längere Ansprache und überbrachte deren wurde Landwirt Volz in Burg- Gräfenrode in den Vorstand Glückwünsche. Der Jubilar sei 1856 im ehemaligen hessischen gewählt. Schlenke hatte bekanntlich den Direktor Hirschel Hinterland in den Schuldienst getreten, sei dann in anderen wegen Unterschlagung angezeigt, welche Angelegenheit noch Drten, z. B. Söbel und Bad Nauheim tätig gewesen, Sis bor nunmehr 20 Jahren an die Volksschulen Sießens am, die er jegt als Rettor leitet. Ec hat stets die Ideale des hessischen Lehreistandes hochgehalten und in treuer ichterfüllung seine Befriedigung gefunder. Er erlebte trüber Zeit die Freude, daß Hessen ein liberales, zeit­mäßes Schulgesetz erhielt. Wie in allen anderen Orten, gewann sich der Jubilar auch die Liebe und das Ver tuen der Bevölkerung Gießens und heute haben seine Ber­enfte die volle Anerkennung gefunden. Ec hat auch die Gründung mehrerer wohltätiger Veranstaltungen veranlaßt, bden Knabenhort, das Schulbad und den Knabenhand. beitsunterricht. Mit den Lehrern lebe in besten sönlichen Verhältnissen und war ihnen durch seine Pünkt­teit, Gewissenhaftigteit und Herzensgüte stets ein Vor­ild, ein Freund und Berater. Zum Schluss übergab Haupt rer Schaaf zwei wertvolle Bilder:" Lasst die Kindlein mir fommen" und Bleibe bei uns, denn es will bend werden". Eine Schülerin und ein Schulknabe bergaben mit poetischen Glückwünschen Blumensträuße.

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* Soldaten als Lotomotivheizer. Seit einigen Tagen sieht man auf den Lokomotiven einzelner Büge U iter­offiziere und Mannschaften von Eisenbahnregimentern mit­fahren. Ez sind abfommandierte Late, die entweder Schlosser, Mechaniker oder Kupferschmiede sind und die einzelnen Strecken, sowie den Heizerdienst tennen lernen follen. Im Mobilmachungsfalle tönnen die auf diese Weise ausgebildeten Leute Heizeroienst mit Erfolg versehen.

* Die Leiche im Koffer. Dem, Frff. Generalanz." wird unterm 13. Juli aus Wldungen gemeldet: Heute war hier das Gerücht verbreitet, daß Meyer zwecks Vernehmung am Tatorte nach hier geschafft werde, doch blieb er aus. Um 10 Uhr begannen die Zeugenverhöre. Meyer hatte manches in seinem Verhöce angegeben, worüber seine Be­tannten hier bf agt wurden. So hatte er u. a. behauptet, daß seine Tante, die Vogel, sich mit Selbstmordgedanken ge­tragen habe; er hatte sogar bestimmte Momente angegeben, von denen er zwei hiesigen Herren Mitteilung gemacht

innern. Seitens der Polizei fand morgens eine genaue Untersuchung des von Meyer gemieteten Pferdeftalles statt, weil Meyer auf dem Schiff: erzählt hatte, daß er dort eine Ledertasche mit 8000 Dollar Inhalt versteckt habe, doch fonnte nichts entdeckt werden.

** 28. Kreisturnfest in Hanau. Das Fest ist in allen feinen Teilen gut verlaufen. Hanau war ges schmückt wie selten, die auswärtigen Turner wurden überall bestens aufgenommen. Der Vorbeimarsch des gestern, am Sonntag, stattgefundenen Feftzuges dauerte nahezu 3/4 Stunde; mehr denn 150 Fahnen und Standarten wurden in demselben getragen. Zu den allgemeinen Freiübungen traten rund 1700 Turner an. Eraft wurden die einzelnen Uebungen unter der Leitung der Kreisturnwarte Volze und Münch ausgeführt. Ein herrliches Schauspiel diese Massenvor führungen; eben solch günstigen Eindruck machten die Frei­übungen der 156 angetretenen älteren Turner, die der 2 Kreisvertreter Schott Hanau leitete. Diese Alten" turnten dann auch noch verteilt am Reck, Barren und Pferd. Das Vereinsmusterriegenturnen am Vormittag war sehr gut be­fet; die Preisverteilung dazu erfolgte 8 Uhr abends durch einen besonders feierlichen Aft. Kreisturnwart Vol ze hielt zuvor eine Ansprache. Die Riege des Turnvereins Buzz. bach erhielt den 6 Preis.

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* Turnerisches. Bei der am 26. bis 29. Juli in Hildesheim stattfindenden Sitzung des Ausschusses der Deutschen Turnerschaft wird auch die Zeit und die Tages­ordnung für den nächstes Jahr in Worms tagenden Deutschen Turntag festgesetzt. Es bedarf, das läßt sich heute schon sagen, zweier voller Tage, um die für diesen Turn­tag vorliegende und sich wohl noch vermehrende Arbeit zu bewältigen. Die Abgeordnetenwahlen für die Wormser Tagung finden durch die Kceisturntage und zwar noch im Laufe dieses Jahres statt, ihre Zahl wird sich auf über 300 belaufen.

+ Wallenrod, 13 Juli. Im nahen Sickendorfer Hof

feierten die Arbeiter und Dienstboten gestern Abend anläßlich der Geburt des zweiten Sohnes des Freih. von Riedesel ein kleines Familienfeft. Jeder Mann erhielt ein fretes Essen, dazu das nötige Freibier und außerdem noch eine Mart an Geld.

* Erda. Die Firma Rinn& Cloos in Heuchelheim hat hiers- lbst eine Bigarrenfabrif errichtet.

Zeilbach, 15. Juli. Der Kriegerverein Zeilbach ver­anstaltet am 12. August sein Preisscheibenschießen, wofür 16 Preise vorgesehen sind.

* Bad Nauheim, 15. Juli. In der abgelaufenen Woche find 1601 Kurgäste angekommen und beträgt die Gesamt­frequenz bis zum 12. Juli 16421 Personen, wovon an ge­nanntem Tage noch 6206 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 12. Juli 197 502 abgegeben.

plage abgehaltene Buchtvieh martt war mit 112 Stück z. Alsfeld. Der am 11. Juli hier auf dem Linden­Rindvich, 77 Schweinen und 88 Biegen beschickt. Sämt liche aufgetriebene Tiere waren Herdbuchtiere, also Tiere, welche in die Zuchtregister der landw. Provinzialvereine einais getragen und auch als solche gekennzeichnet waren. Die Aufstellung der Markttiere war eine übersichtliche, sodaß die Käufer mit Hülfe des Marktverzeichniss& sich leicht orientieren fonnten. Der Handel war im allgemeinen ein recht lebhafter. Es wurden Verkäufe über 37 Bullen, 2 Kinder, 14 Eber, 3 Sauen und 32 8iegen und Ziegen­böcke im Werte von rund 20 000 Mt. abgeschlossen. Die Preise stellten sich für Bullen, je nach Dialität, auf 350 bis über 600 Mt. Verhältnismäßig hoch waren die Preise für Zuchtschweine; hier wurden für noch junge Zuchteber über 160 Mt. pro Stück bezahlt. Im allgemeinen begrüßte man die Errichtung dieses Buchtviehmarktes sowohl seitens der Verkäufer wie Käufer und hofft und wünscht, daß sich aus diesen ersten Anfängen allmählich ein Markt entwickeln möchte, der die Bestrebungen zur Hebung der Viehzucht in der Provinz Oberbessen zu fördern geeignet ist.

* Aus dem Ohmtale, 15 Juli. Mit den von der Entwässerungs- Genossenschaft zu Schweins­berg projektierten Arbeiten zur Entwässerung eines Teiles des Wesengeländes zwischen Schweinsberg und Rüdigheim dürfte demnächst begonnen werden. Es handelt sich zunächst um 10 300 cbm Erdbewegung und 23 000 pm Böschungs, arbeiten. Der Plan ist so eingerichtet, daß er auf eine all­gemeine Ohmregulierung Rücksicht nimmt, die nun doch ein­mal ausgeführt werden muß, damit endtlich einmal den bei jedem heftigen Regen eintretenden Ueberschwemmungen dec Felder und Wesen des Ohmtales bei Kirchhain und Schweins­berg Einhalt geboten wird.

* Dieburg, 15. Juli. Blutschande. Dieser Tage wurde hier der Schuhmachermeister S. in Untersuchungshast genommen unter der Anschuldigung, mit seiner Tochter seit ihrem 10. Lebensjahre in unerlaubten Beziehungen gestanden die im Begriffe zu heiraten, ihrem Zufünftigen die Herkunft zu haben. Die Anzeige erfolgte durch die Tochter selbst, brechen zum Teil eingeftanden haben. ihrer 2 unehelichen Kinder gestehen mußte. S. soll sein Ver

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 17. Juli. Wollig, stellenweise geringer Regen, Temperatur wenig reränoert, windia, westliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.)

Verantwortlich für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen.

Unverdaulichkeit, die Geißel der Menschheit, durch die die meisten anderen Krankheiten entstehen, wird durch Anwendung von Ferromanganin in furzer Zeit beseitigt und der normale Gesundheits­zustand wieder hergestellt. Es gibt faum eine Familie, in der Ferro­manganin nicht ein hochgeschätztes Hausmittel ist. Preis Mt. 2.50 die Flasche, in Apo heken zu haben. Ferromanganin enthält: Eisen 0,5, Mangan 0,1, 3uder 18, Alkohol und Kognat 15, Rest destil. Wasser und aromat. Bestandteile.