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Vorfizende der Gruppe deutscher Schiffswerften weitgehende Aussperrungen auf den deutschen Werften angefündigt. Am 24. d. M. werden alle dem Arbeitgeberverbande Kiel an­gehörenden Firmen und mit diesen zugleich die Werften der schleswig- Holsteinischen Gruppe ihre Betriebe derartig ein­schränken, daß nur die Hälfte der Arbeiter beschäftigt wird. Am 8. Dezember d. J. werden die übrigen deutschen Werften fich dieser Maßnahme anschließen. Die Germaniawerft hat bereits 2000 Arbeitern gefündigt.

X Berständigung zwischen Arbeitgebern und nehmern in Bielefeld. In fünf Versammlungen, denen Tausende von Metallarbeitern beiwohnten, wurde beschlossen, die 8u­geständnisse der Fabrikanten anzunehmen. Vom 1. Januar 1907 ab werden in sämtlichen Nähmaschinen- und Fahrrad­fabriken eine fünfprozentige Lohnerhöhung und eine Ver­türzung der Arbeitszeit von 10 auf 91/2 Stunden eintreten. Am Samstag wird nur 9 Stunden gearbeitet, und an den Vortagen der drei hohen firchlichen Feste werden die Fabriken um 2 Uhr nachmittags geschlossen.

X Geringe Bezahlung von Angestellten der Rechts­anwälte. Ueber 1000 Angestellte von Rechtsanwälten in Dresden protestierten in einer Versammlung, die einen sehr erregten Verlauf nahm, gegen die unwürdige Bezahlung. Mehr als 70% der Angestellten erhalten monatlich nur 50 Mart

× Sicherung der Gewerkschaften in England. Das eng­lische Unterhaus hat das Gesetz einstimmig angenommen, das die Tradeunions( Gewerkschaften) von der Entschädigungs­pflicht bei Ausständen freispricht. Die Kassen der Tradeunions werden in Zukunft davor gesichert sein, für die Schäden in­folge eines Streites der Tradeunions mit den Arbeitgebern auffommen zu müssen.

X Riesenstreit in Amerika. 1600 Lokomotivheizer der Erie- Bahn beschlossen, auf den geforderten Lohnerhöhungen zu bestehen. Die Heizer sämtlicher anderen Bahnen haben gleiche Forderungen gestellt. Ein Riesenstreif stebt bebur, da die Lokomotivführer mit den Heizern sympathisieren.

Nab und fern.

+ Hauptmann Boigt macht Schule. Das Schwindeln in Uniform wird jezt anscheinend Mode. In einer der letzten Nichte verschaffte fich ein falscher Offizier in die Kantine der Vierzehner in Bromberg Einlaß. Er entwendete 80 Mark und Eßwaren.

+ Fette Bente. Ein Automobil im Werte von 16 000 m. ist dem Direktor Haberland in Berlin am Kurfürstendamm gestohlen worden. Der Chauffeur hatte den Wagen un­bewacht gelassen, um sein Abendessen in einem Restaurant zu verzehren. Diese Gelegenheit benußte der Dieb, um das Automobil zu entführen. Er ist bisher noch nicht gefaßt worden.

Ein teurer Spaß. Für die Bergung des Marine­transportschiffes Eider", das unter Bornholm infolge Maschinenschadens manöverunfähig wurde, hat die Reederei des Dampfers Ostpreußen" in Königsberg, das die Eider" nach Swinemünde einschleppte, 40 000 Mart verlangt. Die hohe Forderung wird damit motiviert, daß das gefährdete Schiff die wertvolle Ladung von mehreren Tons Pulver an Bord hatte.

+ Der Fluch des Spiels. Die beiden mit der Leitung ber Duisburger 8weiganstalt der Bergisch- Märkischen Bant in Elberfeld betrauten Prokuristen sind vom Vorstande ent­lassen und bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht worden, weil sie im gegenseitigen Einverständnis Börsen­spekulationen für fich unternommen haben. Diese wurden burch Verbuchungen auf fingierten Konten verteilt und dadurch längere Zeit hindurch der Kontrolle entzogen. Der Bant werde ein Verlust von 40 000 bis 50 000 m. entstehen.

Gefährliches Spielzeug. Um eine auf dem Manöver­felde gefundene Plazpatrone zu entzünden schlug der 15ishrine

Bekanntmachung.

In der Zeit vom 3. bis 10. November 1906 wurde in hiesiger Stadt

gefunden: 1 Schuhreiniger, 1 Herrenuhr und 1 Stappe. verloren: 1 schwarzes, ledernes Portemonnaie

mit ca. 9 Mt. und 1 Lohnliste auf den Namen Franz Moritz lautend, 1 schwarzer, seidener Damengürtel und 1 goldener Trauring, gez. J. A. 22./11. 03.

Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegen­

Sohn des Landwirtes Broddak in Duben mit dem Spitz­mantel der Patrone gegen ein Wagenrad. Das Geschoß explodierte und zerriß dem Knaben den Unterleib, so daß er sofort getötet wurde.

Bieder ein Bahuraub, allerdings nicht im Zuge, sondern auf dem Bahnhofe, wird aus Köln gemeldet. Ein Reisender betrat mit seinem Handköfferchen den Abortraum. Dorthin folgte ihm eine männliche Person und schleuderte ihm blizschnell ein betäubendes Pulver ins Gesicht, unter dessen Einwirkung der Reisende alsbald einschlief. Als er um zwei Uhr nachts völlig entkräftet erwachte, waren seine Gepäckstücke, sein Geld sowie der sonstige Inhalt seiner Taschen ver­schwunden. Von dem Täter ist bisher keine Spur gefunden worden.

Das Unglück auf Rädern. Eisenbahnunfälle und kein Ende! Kein Tag vergeht, ohne daß zahlreiche Menschenleben dem rollenden Unglüd zum Opfer fallen. Wiederum meldet der Draht von betrübenden Katastrophen im Eisenbahn­betriebe:

Valparaiso( Indiana), 13. November. Ein nach dem Nordwesten bestimmter Personenzug, in dem sich eine Anzahl russisch- jüdischer, serbischer und polnischer Aus­wanderer befanden, ist unweit des hiesigen Plazes mit einem von Woodville kommenden Güterzuge zusammen­gestoßen. Bei dem durch den Zusammenstoß verursachten Brand find sechs Wagen durch Feuer zerstört worden. Von 167 Auswanderern find nach Angabe der Eisenbahnver­waltung 40 getötet und 35 verlegt worden, nach anderen Berichten find über 50 Personen verbrannt, 60 verlegt worden. Eine Menge russische und polnische Verwandte der Verunglückten hatte sich vor dem Bahnhof angesammelt und versuchte die Eisenbahnbeamten, denen fie die Schuld an dem Unglüd zuschrieben, tätlich anzugreifen.

Samara, 13. November. Zwischen den Stationen Teris und Saraigoi stießen zwei Güterzüge sammen, wobei infolge von Entzündung von Naphtha 16 Wagen berbrannten. Auch die Lokomotiven wurden rf vom Feuer beschädigt. Vom Zugpersonal haben fünj Mann Verlegungen erlitten.

Münchener Kaifertage. In Gegenwart des Kaiser baares hat gestern die Grundsteinlegung für das Deutsche Museum stattgefunden. Das Kaiserpaar, der Prinzregent und bte Fürstlichkeiten fuhren durch die herrlich geschmückten Straßen in die Zweibrüdenstraße, wo sämtliche Künstler. Vereine, Gewerte, Turner- und Veteranen- Vereine, etwa 14 000 Mann an der Zahl, in mittelalterlichen Trachten auf­gestellt waren, und sodann zur Halle auf der Kohleninsel Beheimrat Professor Röntgen richtete an das Kaiserpaar eine Ansprache und reichte dem Prinzregenten den Hammer. Nach bem Prinzregenten vollzogen der Kaiser, sämtliche Prinzen, bie Bürgermeister unter Glodengeläute den Hammerschlag. Der Kaiser hat für die Sammlungen des Museums die Stiftung des Schnittmodells eines der im Bau befindlichen Kriegsschiffe mit einer besonderen Stiftungsurkunde in Aus­ficht gestellt.

Das übliche Ende nahm wieder eine Liebesaffäre in Berlin. Der Student Erwin Kundt hatte mit der 19jährigen Dora Marfus, einem ungewöhnlich hübschen jungen Mädchen, ein Liebesverhältnis unterhalten. Seit furzer Zeit schien es bem R., als ob die Liebe bei seiner Braut für ihn immer mehr erkalte. Auch glaubte er, daß ihm das junge Mädchen untreu geworden sei. In seiner blinden Eifersucht faßte der junge Mensch den unseligen Entschluß, seine Geliebte zu töten und dann selbst freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Er suchte seine Braut auf, verlegte fie durch zwei Schüsse schwer und sich selbst durch drei weitere Kugeln. Kurz nach der Einlieferung in die Charité starb der Student. Die Vers legungen des Mädchens find nicht lebensgefährlich.

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Stettin, 13. November. Hier haben fich die Kaufmanns witwe Knappe mit ihre 17 jährige Tochter mittels Leuchtgas vergiftet. Das Motiv ist in Nahrungssorgen zu suchen.

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Landan( Pfalz). 13. November. Der verstorbene Adjunkt Stöpel hat der Stadt die Hälfte seines Vermögens im Ben trage von ungefähr 300 000 Mark zu gemeinnüßigen Zweden bermacht.

* Das Befinden der Großherzogin und des au um Erlaubni Erbgroßherzogs ift andauernd das denkbar befte. Garie Grünbergerftraf dürfte besonders interessieren zu erfahren, daß, wie die helm Element dahie

N. hess. Volksbl." mitteilen, die Großherzogin ihren Erst. geborenen selbst stillt. Ueber den Termin der Taufe ist ein

Rücksicht genommen werden muß. Es gilt aber als nicht

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dieser Aft drei bis vier Wochen nach der Geburt, wobei auf in Marburg bestimmter Entschluß noch nicht gefaßt. In der Regel folgt ernahme der Runds den jeweiligen Gesundheitszustand der Mutter die gebührende er zieht sich in d ausgeschlossen, daß die Taufe bereits am 24. November, dem Blommniffe an b. Pr Tage, an dem man in diesem Jahre des Großherzo. 8 Gede feiner Beit aud burtstag begeht, stattfinden wird. Ueber eine etwaige An artigen Streitigkeit wesenheit des Kaisers sind noch keinerlee Nachrichten hierher jungen Theologen gelangt, und ist daher offiziell noch nicht das mindeste begleit und Pflichtw fannt, dagegen ist die Anwesenheit des Prinzen und der man die Sache Brinzessin Heinrich von Preußen mit Bestimmtheit zu erable, da es auch sehr warten. Was über die Namen des Erbgroßherzogs bisher gee. Die Renitent berlautet, beruht mehr oder weniger auf Rombination, es ist Superintendent Peterse aber anzunehmen, daß er den Namen Ludwig oder Ernst, rbeitlichen Beftrebung

Ludwig als ersten Taufnamen erhalten wird.

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* Bet der geftrigen Landtagserfahwahl wurde diin nach noch nicht& 86 abgegebenen Stimmen gewählt. Drei Zettel waren untung" nämlich in de findet Donnerstag, den 15. November, nachmittags 4 Uhr. Shritte geschehen find, folgender Tagesordnung ftatt: 1. Auslosung von Schuldver. bi unerläßliche Klarhei 3. Eingabe hiesiger wild demnach in der Installateure gegen den Betriebsleiter des Elektrizitätswerts. Eade fommen. 4. Einfriedigung des Grundstücks Darmstädter Haus" Klinikstraße 1.5. Baugesuch des Gustav Wittmann für a Dienstag burch den 6. Baugesuch des Gustav Kreuder für gelhaft ein im Enftel die Neustadt. 7. Baugesuch des Franz Neumeier für die Land, baß die Leute 8. Baugesuch des August Scheppelman tür die Rodheimerftr. 9. Baugesuch des Karl Nicolaus für die Moltkestr. 18. 10. Besuch der Firma Gebrüder Kahl um Genehmigung zur Aufstellung einer Feldschmiede. 11. Gesuch des E. L. Sack um Genehmigung zur An­8ur Fleison bringung eines Hoftors in der Hundsgasse.- 12. Pflasterung Eptember betrug n brutum der Hammstr. 13. Bebauungsplan für den nordöstlichen Geffen bie Stadtteil Schwarzlach". 14. Gesuch der Firma A. Euler 738( gegen 93 933 in um Genehmigung zur Anlage einer Brivatstraße längs der der geschlachteten R Main- Weserbahn zwischen Damm- und Steinftr. 15. Get 2 Jahren werden such der Bahnmeisterei 1 hier um Genehmigung zur Berheine weniger geschle legung einer Telephonleitung nach dem Hause Friedrichstr. 8 und Bleichstr. 14. 16. Gesuch der Unionbrauerei um Genehmigung zur Uebers rettung des Hardtwegs mit einer elektrischen Leitung. 17. Verpachtung von Gelände an Ferdinand Harnickel.- 18. Bergebung von Kultur- und Wegebauarbeiten und der Holzhauerlöhne für 1907. 19. Genehmigung von Rechnungen. 20. Reftforderung des Steinhauers Schmall für Lieferungen zur israelitischen Leichenhalle. 21. Verkauf eines alten Wasserzubringers. 22. Benugung der Turnhalle der Oberrealschule und des Realgymnasiums für volkstümliche Vorträge.- 23 Errichtung

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